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Autor: Karl Urban / 19. März 2004, 13:58 Uhr

Wassersuche auf dem Mars weiter erfolgreich

Auf Mars existieren große Mengen Wassereis - dies konnten die aktuellen Missionen Mars Express und die der amerikanischen Rover bestätigen. Ihre Forschungs-Ergebnisse werden immer genauer.

NASA
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Bereits seit 2001 war durch Untersuchungen der amerikanischen Raumsonde Mars Odyssey bekannt, dass auf dem Roten Planeten große Mengen Wasser existieren. Der erste direkte Nachweis besonders der Eisvorkommen am Marssüdpol war schließlich mit Hilfe der europäischen Mission Mars Express möglich gewesen.



vergrößernDer Marssüdpol, gesehen von der europäischen Sonde Mars Express. (Foto: ESA)
Mars Express: Wasser am Südpol
Das Instrument OMEGA an Bord des Orbiters ist in der Lage, die Reflexionen der Oberfläche zu messen, woraus die Missionswissenschaftler auf die Elemente am Boden schließen können. Dabei zeigte sich, dass am Marssüdpol nicht nur gefrorenes Kohlenstoffdioxid sondern auch viele hundert Quadratkilometer große Wassereis- oder Permafrost-Gebiete existieren. Durch das Infrarot-Instrument OMEGA wurden sogar Anzeichen dafür gefunden, dass vielleicht sehr viel größere Mengen Wasser auf dem Roten Planeten vorhanden sind, als dies bisher vermutet wurde.

Opportunity: Blaue Beeren aus Hämatit
Auch direkt auf der Marsoberfläche - in zwei verschiedenen Gebieten - konnten mittlerweile direkte Hinweise für die Existenz von Wasser entdeckt werden. Sowohl der NASA-Marsrover Spirit, als auch Opportunity, haben Mineralien entdeckt, die auf den Einfluss von Wasser in der Vergangenheit schließen lassen.

Ein Hauptgrund für diese Annahme sind sogenannte "blaue Beeren" (blueberries), die beide Fahrzeuge der NASA gefunden haben. Mehr grau als blau gefärbt, liegen sie in besonders großer Zahl im Landekrater von Opportunity. Sie sind unglücklicherweise alleine zu klein, um vom Mößbauer-Spektrometer des Rovers direkt analysiert zu werden. Allerdings konnte er nachweisen, dass die Gebiete mit Kugeln gravierende Unterschiede zu denen ohne Kugeln aufweisen.

"Dies ist der Fingerabdruck von Hämatit, woraus wir schließen können, dass der Hauptanteil des eisenartigen Minerals der Kugeln Hämatit ist", sagte Daniel Rodionov, deutsches Mitglied des Roverteams von der Universität Mainz. Auf der Erde weisen Hämatitkörner für gewöhnlich auf eine feuchte Umgebung hin.

"Die Frage ist, ob dies Teil einer längeren Geschichte ist", sagte Dr. Andrew Knoll, Rover-Teammitglied von der Havard Universität. Immerhin fand Opportunity die Kugeln auch außerhalb der Hämatit-reichen Strukturen am Rand seines Landekraters.

Diese Annahme wird erhärtet durch Aufnahmen aus dem Marsorbit, die Hämatitvorkommen auf einer Fläche halb so groß wie Deutschland entdeckt hatten. Aus diesem Grund wurde unter anderem das Meridiani Planum als Landeregion für Opportunity ausgewählt.

"Vielleicht existiert im gesamten Meridiani Planum eine Schicht von blueberries", vermutet Knoll. "Wenn das stimmt, könnte früher sehr viel mehr Gestein [wie im Landekrater des Rovers gefunden] offengelegen haben und dann durch Erosion überdeckt worden sein."



vergrößernSpirit erreichte nun den Krater Bonneville. (Foto: NASA)
Spirit auf großer Fahrt
Auf der gegenüberliegenden Seite des Roten Planeten hat der Rover Spirit kürzlich den Rand des Kraters Bonneville erkundet, den er bereits in der letzten Woche erreichte. Eine aktuelle Panoramaaufnahme zeigt vor allem "einen spektakulären Blick auf abgebrochenes Material am Kraterboden", so Dr. John Grant, Mitglied des Wissenschaftlerteams.

Die neue Aufnahme lässt bereits den Rand des großen Gusev-Kraters in 80 Kilometern Entfernung erkennen. Dieser Wall ist über 2,5 Kilometer hoch und konnte auf bisherigen Spirit-Aufnahmen durch die Staubkonzentration in der Atmosphäre nicht entdeckt werden.

Der Rover soll aber vorerst nicht in den Bonneville-Krater hinabsteigen. "Wir haben nichts gesehen, das uns so sehr interessiert, dass wir dafür Risiken eingehen würden", sagte Dr. Mark Adler, Missionsmanager für Spirit. Dafür soll noch mehrere Tage lang der Kraterrand erkundet werden. Dann wird sich der Rover in Richtung der von der NASA Columbia Hills getauften Bergkette auf den Weg machen, weil dort unbeeinträchtigte Schichten erwartet werden.
 
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