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Autor: Michael Stein / 05. Januar 2004, 16:47 Uhr

Mars Express weiter erfolgreich

Auch die jüngste Änderung der Umlaufbahn des europäischen Mars-Orbiters Mars Express am 4. Januar mit dem Ziel der Reduzierung der Bahnhöhe verlief exakt wie geplant.

ESA
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Grafische Darstellung der immer niedriger werdenden Umlaufbahnen von Mars Express.
(Grafik: ESA)
Um 14:13 Uhr zündete das Haupttriebwerk der Raumsonde planmäßig für fünf Minuten. Durch dieses Manöver wurde der marsfernste Punkt der Umlaufbahn (Apozentrum) von vorher 190.000 auf nun 40.000 Kilometer reduziert, während Mars Express der Planetenoberfläche im marsnächsten Punkt seiner stark elliptischen Umlaufbahn (Perizentrum) jetzt bis auf etwa 250 Kilometer nahe kommt. Somit ist ein weiterer, großer Schritt hin zum endgültigen Beobachtungsorbit geschafft, der spätestens Ende Januar erreicht sein soll und Voraussetzung für den optimalen Einsatz der wissenschaftlichen Instrumente an Bord von Mars Express ist: "Von der zweiten Hälfte des Januar 2004 an werden die Instrumente des Orbiters bereit sein, um die Atmosphäre, die Oberfläche und Teile der Strukturen im Marsuntergrund mit bisher unerreichter Präzision zu untersuchen", so die Erläuterung von Michael McKay, Mars Express Flight Operations Director beim European Space Operations Centre (ESOC) in Darmstadt.
 
Schon in den kommenden Tagen erfolgen weitere Zündungen des Haupttriebwerks der Raumsonde, um die Umlaufbahn weiter anzupassen; diese kommenden Manöver sollen in der Nacht zum 7. Januar sowie in der Nacht zum 11. Januar durchgeführt werden. Außer der Vorbereitung des Orbiters auf seine eigentliche Aufgabe, der Erforschung unseres äußeren Nachbarplaneten von einer Umlaufbahn aus, führen die kommenden Flugmanöver auch dazu, dass Mars Express endlich nach Funksignalen des britischen Mars-Landers Beagle 2 suchen kann.
 
Kurz nach der kommenden Triebwerkszündung wird der Orbiter zum ersten Mal in geringer Höhe genau über die vermutliche Landestelle hinwegfliegen. Bei seinem für den 7. Januar um 13:15 Uhr (MEZ) geplanten Überflug wird Mars Express in gerade einmal 315 Kilometer Höhe annähernd exakt über die Landeellipse fliegen, in der Beagle 2 am 25. Dezember die Marsoberfläche erreicht haben sollte. Zwar wird der Überflug in wenigen Minuten absolviert sein, so dass nicht viel Zeit für die Kontaktaufnahme mit dem Lander bleibt; von Vorteil ist dabei jedoch, dass Mars Express so gut wie senkrecht über der vermuteten Landestelle hinwegfliegen wird, so dass eventuelle Funksignale des Landers nicht durch Kraterwälle oder ähnliche geologische Formationen abgeschattet werden können.
 
Unabhängig von den Mitte dieser Woche beginnenden Versuchen, Funksignale des Landers aufzufangen, wird in Kürze auch die Suche nach Beagle 2 mit Hilfe der in Deutschland entwickelten und gebauten HRSC-Kamera an Bord von Mars Express beginnen. Im günstigsten Fall wird der Super Resolution Channel (SRC) der Kamera schon am 9. Januar erste Bilder der vermuteten Landestelle aufnehmen, so Prof. Gerhard Neukum vom Institut für Geologische Wissenschaften an der Freien Universität Berlin gegenüber Raumfahrer.net. Dieser hochauflösende Kanal kann im Perizentrum Aufnahmen der Marsoberfläche mit einer Auflösung von rund zwei Metern je Pixel anfertigen - nicht genug, um Beagle 2 oder seinen Landefallschirm abzubilden, doch ausreichend für eine Lokalisierung des Landers auf der Oberfläche.
 
Die Kenntnis, wo genau der britische Lander auf der Oberfläche liegt, würde natürlich auch für weitere Kontaktversuche von großem Nutzen sein. Sollte jedoch beim Überflug von Mars Express am 7. Januar kein Signal von Beagle 2 aufgefangen werden, dann werden sich Colin Pillinger und sein engagiertes Team in Großbritannien trotz einiger weiterer Kontaktmöglichkeiten langsam mit dem Gedanken vertraut machen müssen, dass der erste britische (und europäische) Mars-Lander gescheitert ist - es wäre angesichts eines extrem geringen finanziellen Budgets und des großen Zeitdrucks während der Entwicklungs- und Testphase von Beagle 2 nicht wirklich überraschend. Aber noch besteht Hoffnung, und dann gibt es da ja auch noch den Orbiter Mars Express, der allen aufgetretenen Problemen zum Trotz das geplante Programm bisher insgesamt zuverlässig absolviert hat.
 
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