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Autor: Axel Nantes / 29. Oktober 2018, 10:37 Uhr

China: Ozeanbeobachtungssatellit HaiYang 2B gestartet

Der chinesische Ozeanbeobachtungssatellit HaiYang 2B gelangte am 24. Oktober 2018 in den Weltraum. Der Start erfolgte vom Satellitenstartzentrum Taiyuan (Taiyuan Satellite Launch Center, TSLC) aus.

Quelle: CAS, CASC, CCTV, CEOS, NSOAS, Xinhua
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CCTV

Bild vergrößernLM-4B mit HaiYang 2B beim Start am 24. Oktober 2018
(Bild: CCTV)
Befördert wurde der Satellit von einer dreistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 4B (LM-4B). Es war nach Angaben aus China der 288. Start einer Rakete mit dem Namensbestandteil Langer Marsch. Im Jahr 2018 war es bereits der 29. Start eines Raumfahrtträgers aus China. Er erfolgte am 25. Oktober 2018 um 6:57 Uhr Pekinger Zeit, das ist 22:57 Uhr Weltzeit (UTC) am 24. Oktober 2018.

HaiYang 2B ersetzt nach Angaben seines Herstellers HaiYang 2A. Nach dem Vorseriensatellit HaiYang 2A ist HaiYang 2B der erste Satellit einer Konstellation aus drei Satelliten, die zur wetter- und zeitunabhängigen Ozeanbeobachtung gedacht sind. Das HaiYang-2-Satellitennetzwerk soll dynamische Prozesse auf den Weltmeeren mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung beobachten. Mit drei Satelliten im All will man zeitnah akkurate 24-Stunden-Prognosen zu den zu erwartenden Bedingungen auf den Meeren zur Verfügung stellen können. Betreiber ist Chinas nationaler Ozeanbeobachtungssatellitenanwendungsdienst (National Satellite Ocean Application Service, NSOAS).

Das HaiYang-2-Programm war von Chinas nationaler Raumfahrtagentur (China National Space Administration, CNSA) im Februar 2007 genehmigt und mit der Aufgabe bedacht worden, Ozeanbeobachtungen im Mikrowellenbereich zu ermöglichen. Verlangt wurden außerdem die Erfassung von Daten zu Windrichtungen über der Meeresoberfläche, zur Meereshöhe, und zur Oberflächentemperatur des Wassers.

Finanziert wird das Programm von Chinas staatlicher Ozeanbehörde (State Oceanic Administration, SOA). Im April 2007 begannen die Arbeiten zu Entwurf und Entwicklung der HaiYang-2-Satelliten. Sie gipfelten schließlich im Start von HaiYang 2A vom TSLC am 15. August 2011.

CCTV

Bild vergrößernHaiYang 2B
(Bilder: CCTV)
Der Vorseriensatellit HaiYang 2A hat zwischen 2012 und 2014 umfangreiche Beobachtungen von Wirbelstürmen absolviert. Innerhalb der drei Jahre konnten 79 Wirbelstürme genauer untersucht werden. Dabei wurden zahlreiche Daten gewonnen, von welchen man auch erwartet, die Vorhersage der Stürme künftig verbessern zu können. Mit der Inbetriebnahme des ersten Seriensatelliten soll das HaiYang-2-Satellitennetzwerk nach chinesischen Angaben nun offiziell in den Regelbetrieb gehen. Für etwa 2020 ist die Komplettierung des Netzwerks mit HaiYang 2C und 2D vorgesehen.

HaiYang 2B wurde kurz nach dem Start auf einer Erdumlaufbahn mit einem der Erde nächsten Bahnpunkt von 929 Kilometern über der Erde, einem erdfernsten Bahnpunkt von 943 Kilometern über der Erde und einer Neigung gegen den Erdäquator von 99,35 Grad beobachtet.

Der neue dreiachsstabilisierte Erdtrabant wurde von der Aerospace Dongfanghong Satellite Co., Ltd., einer Tochter der CASC (China Aerospace Science & Technology Corporation) gebaut. Er basiert auf dem Satellitenbus CAST968. Als Arbeitsorbit ist ein annähernd kreisförmiger, sonnensynchroner in 973 Kilometern über der Erde vorgesehen. Die Startmasse des Satelliten lag im Bereich von 1.500 Kilogramm, seine Auslegungsbetriebsdauer beträgt fünf Jahre.

Die größte Antenne an Bord von HaiYang 2B ist die seines Radarhöhenmessers. Der Durchmesser der Antenne beträgt nach Angaben der chinesischen Akademie der Wissenschaften 1,3 Meter. Die Antenne wird verwendet, um Signale im C-Band (Frequenz 5,25 GHz, Bandbreite 320 MHz, Sendeleistung 20 Watt) und Ku-Band (Frequenz 13,58 GHz, Bandbreite ebenfalls 320 MHz, Sendeleistung 10 Watt) zu senden und zu empfangen.

Gegenüber dem Vorseriensatellit ist HaiYang 2B in einigen Punkten technisch verbessert worden. Unter anderem besitzt HaiYang 2B zwei hochgenaue Rubidium-Uhren. Die Atomuhren soll der Satellit bei der Erzeugung der Messsignale seiner Instrumente, letztlich also zur Verbesserung der Datenqualität, nutzen. Die Uhren liefern ein 50Mhz-Signal, das als Grundlage zur Hochfrequenzerzeugung dient. Insbesondere der Radarhöhenmesser soll von den Atomuhren profitieren.

Bei Höhenmessungen sollte die innerhalb eines Jahres entstehende Messungenauigkeit unterhalb von 0,1 Millimeter bleiben. Die Gesamtdrift über die Auslegungsbetriebsdauer von fünf Jahre würde dann nicht größer als 0,5 Millimeter. Theoretisch würde daher ein Kalibrierungsprozess am Beginn der Auslegungsbetriebsdauer ausreichen. HaiYang 2A nutzt dagegen Zeitinformationen aus Navigationssatellitensignalen und übliche Quarzoszillatoren (Schwingquarze) an Bord, die bei gleicher Anwendung eine geringere Stabilität und größere Drift aufweisen, weshalb periodische Kalibrierungsprozesse erforderlich sind.

Zusätzlich befindet sich eine AIS-Nutzlast an Bord von HaiYang 2B. AIS steht für Automatic Identification System, dementsprechend kann HaiYang 2B Identifikationssignale von Seeschiffen mit entsprechender Senderausstattung empfangen und weiterleiten. Außerdem besitzt der Satellit noch ein System zum Empfang, zur Speicherung und Weiterleitung von Daten von Mess-Bojen in den Weltmeeren (buoy measurement data collection, DCS).

HaiYang 2B (海洋二号B, HY-2B) ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.655 und als COSPAR-Objekt 2018-081A. Ein zweites Objekt, die dritte Stufe der Trägerrakete, ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 43.656 und als COSPAR-Objekt 2018-081B. Außerdem gelangten nach Angaben aus China weitere Nutzlasten in den Weltraum, von denen nicht verbindlich mitgeteilt wurde, ob sie an Bord der dritten Stufe verblieben oder ausgesetzt wurden.

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