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Autor: Axel Nantes / 27. Juni 2017, 10:26 Uhr

Russland: Sojus-Start mit geheimer Nutzlast

Am 23. Juni 2017 startete von Plessezk im Norden Russlands eine Rakete vom Typ Sojus-2.1w mit einer nicht näher bezeichneten Nutzlast an Bord. Letztere wurde nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums auf der vorgesehenen Erdumlaufbahn ausgesetzt und mit der Tarnbezeichnung Kosmos 2.519 versehen.

Quelle: Interfax, Lenta, Russianforces, Russisches Verteidigungsministerium, A. Zak
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russisches Verteidigungsministerium

Bild vergrößernSojus-2.1w wird auf der Startanlage aufgerichtet
russisches Verteidigungsministerium

Bild vergrößernNutzlastverkleidung an der Spitze der Sojus-2.1w
(Bilder: russisches Verteidigungsministerium)
Der Start der Sojus-2.1w mit der Seriennummer 78072003 und der Nutzlastverkleidung 98 KS 1000-0 mit zwei auffälligen seitlichen Ausbuchtungen erfolgte von der Rampe 4 des Startkomplex 43 in Plessezk. Exakte Startzeit für die dritte Rakete dieser Bauart war 21:04 Uhr und 39 Sekunden Moskauer Zeit (18:04 Uhr und 39 Sekunden Weltzeit / UTC).

Gegen 21:06 Uhr Moskauer Zeit (18:06 Uhr UTC) wurde die Rakete mit ihrer Nutzlast im Fluge vom Bahnverfolgungs- und Satellitenkontrollzentrum der russischen Luft- und Weltraumverteidigungskräfte (Voyska Vozdushno-Kosmicheskoy Oborony, VKO - Russisch: Войска воздушно-космической обороны, ВКО) German Titow alias Golizyno 2 in Krasnoznamensk westlich von Moskau erfasst, meldete das russische Online-Magazin Lenta. Um 21:12 Uhr Moskauer Zeit (18:12 Uhr UTC) trennte sich die Orbitaleinheit der Rakete aus Wolga-Oberstufe und der Nutzlast nach rund acht Minuten Flug von der zweiten Stufe der Sojus-2.1w.

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Bild vergrößernSojus-2.1w zündet auf der Startanlage
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Bild vergrößernSojus-2.1w kurz nach dem Abheben
(Bilder: russisches Verteidigungsministerium)
Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete, dass die Nutzlast am 23. Juni 2017 schließlich um 22:27 Uhr Moskauer Zeit (19:27 Uhr UTC) durch das Bahnverfolgungs- und Satellitenkontrollzentrum der russischen Luft- und Weltraumverteidigungskräfte auf der geplanten Erdumlaufbahn beobachtet werden konnte. Die Agentur meldete außerdem, dass zum neuen Satelliten nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums eine stabile Kommunikationsverbindung bestehe und die Bordsysteme normal arbeiteten.

Wenig konkret ist die Funktionsbeschreibung für den neuen Erdtrabanten. Laut Interfax habe das russische Verteidigungsministerium mitgeteilt, der Satellit basiere auf einer Plattform, die mit Nutzlasten für unterschiedliche Aufgaben ausgerüstet werden könne. Darunter seien Instrumente zur Erdbeobachtung und zur Beobachtung von Objekten im All. Möglich ist also beispielsweise eine Mission im Dienste der Geodäsie, oder eine zur Weltraumüberwachung. Der Start des Satelliten erfolgte nach einer Meldung des russischen Verteidigungsministeriums für das russische Verteidigungsministerium und wurde unter der Leitung des Generalmajors Alexander Golowko abgewickelt.

Kosmos 2.519 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 42.798 und als COSPAR-Objekt 2017-037A. Im Rahmen des Starts gelangten zwei weitere Objekte ins All. Sie sind katalogisiert mit der NORAD-Nr. 42.799 und als COSPAR-Objekt 2017-037B sowie mit der NORAD-Nr. 42.800 und als COSPAR-Objekt 2017-037C.

Die US-amerikanische Weltraumüberwachung ermittelte für die in den Weltraum gebrachten Objekte anfänglich Bahndaten wie folgt:
  • 2017-037A / 42.798: 654 x 669 km, Inklination 98,05 Grad – Nutzlast
  • 2017-037B / 42.799: 652 x 669 km, Inklination 98,05 Grad – eventuell Oberstufe Wolga
  • 2017-037C / 42.800: 284 x 650 km, Inklination 98,06 Grad – eventuell 2. Stufe der Sojus-2.1w
Der Journalist Anatoly Zak berichtete, dass die Wolga-Oberstufe nach Informationen aus der russischen Raumfahrtindustrie am Ende ihrer Mission zum vorgesehenen Zeitpunkt abgebremst habe, und Systeme an Bord der Stufe anschießend deaktiviert worden seien.

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