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Autor: Hans Lammersen / 26. Mai 2013, 08:56 Uhr

Asteroid oder Mond?

Das Vorhaben der NASA, einen Asteroiden einzufangen, ihn in eine Umlaufbahn um den Mond zu verfrachten, um anschließend Astronauten dorthin zu entsenden, war vor einigen Tagen Thema eines Hearings des Komitees für Wissenschaft, Weltraum und Technologie des US-Repräsentantenhauses.

Quelle: US House of the Representatives, space.com
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NASA

So stellte man sich in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Mission zu einem Asteroiden vor.
(Bild: NASA)

Zweck der Veranstaltung war es, die Frage zu erörtern, welchen Weg die US-amerikanische Raumfahrt einschlagen soll um das Fernziel einer bemannten Marslandung zu erreichen. Während die NASA und das Weiße Haus die Asteroidenmission planen, gibt es in den USA zahlreiche Stimmen, die den Sinn einer solchen Aktion bezweifeln und stattdessen lieber eine erneute Landung und eine permanente Station auf dem Mond sehen würden. Als Teilnehmer bzw. Redner waren neben den Politikern auch Wissenschaftler geladen, darunter auch Dr. Louis Friedman, einer der Autoren der Studie, auf der das Asteroidenkonzept beruht.

Zur Erinnerung: Das Konzept der NASA sieht die Asteroidenmission als einen Weg vor, Technologien, die man auch bei einem Flug zum Mars brauchen würde, zu erproben. Also will man 2017 einen etwa sieben Meter großen Brocken einfangen (robotgesteuert) und diesen dann in eine lunare Umlaufbahn bugsieren, um ihn dort auszusetzen. Dann soll eine bemannte Orionkapsel ihn (nach zwei Testflügen in den Jahren 2014 und 2017) 2021 ansteuern, damit US-amerikanische Astronauten ihn betreten können. Soweit der Plan, der die vorherigen Konzepte einer Mondlandung als Zwischenschritt zum Mars ersetzen soll.

Auf dem Hearing zeigte sich aber, dass nicht jeder der US-amerikanischen Politiker und Wissenschaftler mit dieser Konzeption der zukünftigen bemannten amerikanischen Raumfahrt einverstanden ist. Vielmehr würde es einige von ihnen als sinnvoller ansehen, den Mond als Zwischenstation zum Mars zu präferieren. Die Gründe dafür sind:
  • Durch eine Mondlandung können ebenfalls Technologien erprobt werden, die für den Mars von Bedeutung sein können und dieses z.T. auch besser. Dazu gehört die Landung auf und der Aufstieg von einem großen Gesteinskörper mit einem bemannten Raumfahrzeug, etwas, was die NASA seit der letzten Mondlandung nicht mehr gemacht hat.
  • Wenn man eine ständig besetzte Station auf dem Mond aufbauen würde, würden Astronauten die Möglichkeit erhalten, dauerhaft in einer Umgebung zu leben, die der des Mars nahe kommt. So wäre ein Aufenthalt auf dem Mond ein Training für den Aufenthalt auf dem Mars. Der Vorsitzende des Komitees, der Republikaner Lamar Smith aus Texas, hieb in diese Kerbe, als er davon sprach, dass er sich keinen besseren Ort als den Mond vorstellen könne, um das Leben und Arbeiten auf einem anderen Himmelskörper zu lernen und zu trainieren.
Louis Friedman hielt dem entgegen, dass der Weg über die Asteroidenmission im Moment aus technischen und finanziellen (laut der Keck-Studie sollen die Kosten für das komplette Missionskozept bei etwa 2,6 Milliarden US-Dollar liegen) Gründen der einzig gangbare sei, um eine Marsmission vorzubereiten. Dies hat auch der Administrator der NASA, Charles Bolden, vor einigen Tagen bei zwei Ansprachen in Washington bestätigt, als er sagte, eine erneute Landung auf dem Mond halte die NASA davon ab, den Mars in den 2030er Jahren zu erreichen.

Grundlegendere Kritik an der Entscheidungsfindung für die Asteroidenmission hatte dagegen Douglas Cooke, ein früherer NASA-Mitarbeiter, der jetzt eine Consulting-Firma leitet. Seiner Meinung nach habe man zu wenige Experten in den Prozess eingebunden.

Einig war man sich hingegen darin, dass die NASA für die Ziele, die sie erreichen soll, auch mit den entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet werden muss. Da habe sich die Lage in den letzten Jahren verschlechtert.

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