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Autor: Axel Nantes / 07. Juni 2017, 16:14 Uhr

Hispasat 1C im Friedhofsorbit

Der französisch-italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Thales Alenia Space, der Hersteller des Kommunikationssatelliten Hispasat 1C des spanischen Kommunikationssatellitenbetreibers Hispasat, teilte am 2. Juni 2017 mit, dass das unbemannte Raumfahrzeug in einen Friedhofsorbit gesteuert worden ist.

Quelle: Hispasat, Thales Alenia Space
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Thales Alenia Space

Bild vergrößernHispasat 1C über der Erde - Illustration
(Bild: Thales Alenia Space)
Der Weg von Hispasat 1C, der gemäß unterschiedlicher Einsatzpositionen in der Vergangenheit auch als Hispasat 30W-3 und 84W-1 bezeichnet wurde, in seinen Friedhofsorbit begann am 29. Mai 2017, nachdem er nach über 17 Jahren Betrieb sein letztes Kommando vom Hispasat-Kontrollzentrum Arganda del Rey in der Nähe der spanischen Hauptstadt Madrid erhalten hatte. Die Auslegungsbetriebsdauer des Satelliten betrug 15 Jahre.

In der letzten Phase seines kommerziellen Einsatzes war Hispasat 1C, mit einer um rund ein halbes Grad gegen den Erdäquator geneigter Bahn, bei 83,8 Grad West im Geostationären Orbit (GEO) in durchschnittlich 35.786 Kilometern über der Erde stationiert. Nach der erfolgreichen Bahnanhebung ist der ausgediente Satellit bei weiter 0,5 Grad gegen den Äquator geneigter Bahn jetzt in Höhen zwischen 36.080 und 36.110 Kilometern unterwegs. Nach Angaben von Hispasat und Thales Alenia Space wird man mit der am 2. Juni 2017 erreichten neuen Bahn in (über) 36.000 Kilometern Höhe den Bestimmungen der Internationalen Telekommunikationsunion (ITU) und des Weltraumschrott-Koordinierungskomitees der Raumfahrtorganisationen hinsichtlich der abzuwickelnden Schritte beim Erreichen des Einsatzendes eines geostationären Kommunikationssatelliten gerecht.

Hispasat 1C kreist seit dem 3. Februar 2000 um die Erde. Der Kommunikationssatellit war von einer vom Startanbieter International Launch Services (ILS) vermarkteten Rakete vom Typ Atlas IIAS mit der Seriennummer AC-158 und Centaur-Oberstufe von der Startrampe 36B auf Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus ins All transportiert worden.

Hispasat

Bild vergrößernHispasat 1C beim Hersteller
(Bild: Hispasat)
Zunächst setzte Hispasat den Satelliten an einer Position bei 30 Grad West im GEO ein. Man verwendete ihn zur Ausstrahlung von zahlreichen Fernsehprogrammen, zur Unterstützung von Netzwerken großer Unternehmen und Organisationen sowie der Bereitstellung von Breitbanddiensten. Darüber hinaus wurde der Satellit zum Beispiel für Fernschulanwendungen im Rahmen der Programme Plan Ceibal aus Uruguay und Subtel aus Chile benutzt. Auch der Telemedizin diente das Raumfahrzeug – Peru verwendete es im Rahmen eines Programms namens MEDNET. Die Anbindung entlegener Gebiete in der Antarktis an Argentinien konnte via Hispasat 1C ebenfalls realisiert werden.

2014 bezog Hispasat 1C schließlich als Hispasat 84W-1 seine letzte Arbeitsposition bei 84 Grad West im GEO, nachdem Hispasat mit dem brasilianischen Satellitenkommunikationsanbieter Star One eine Vereinbarung über die Nutzung der neuen Position getroffen hatte. Von der Position über Brasilien aus nutzte man den Satelliten zur Bereitstellung von Zugriffsmöglichkeiten auf das Internet und weiterer IP-basierter Dienste.

Konstruiert worden war Hispasat 1C auf Basis des Satellitenbusses Spacebus 3000B2 von Thales Alenia Space. Seine Kommunikationsnutzlast umfasste 24 gleichzeitig einsetzbare Ku-Band-Transponder, außerdem einige für X-Band-Übertragungen für Spaniens Regierung und das spanische Militär. Zur Versorgung der elektrischen Systeme des Satelliten gab es zwei Solarzellenausleger, die bei Betriebsbeginn 7,3 Kilowatt, bei Betriebsende noch 6,3 Kilowatt elektrische Leistung bereitstellen sollten.

Die Leermasse von Hispasat 1C war 1.304 Kilogramm, seine Startmasse belief sich auf 3.112,5 Kilogramm. In Transportkonfiguration betrugen die Abmessungen des Satelliten 3,27 x 2,5 x 5,1 Meter. Im All mit ausgefalteten Antennen und Solarzellenauslegern sind die Abmessungen 6,95 x 28,9 x 5,1 Meter.

Hispasat 1C ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 26.071 und als COSPAR-Objekt 2000-007A.

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