Im fünften Anlauf drei Air Force-Satelliten gestartet
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Autor: Roland Rischer / 07. Mai 2013, 06:19 Uhr

Zweiter Vega-Start erfolgreich

Mit einigen Tagen Verspätung ist der zweite Vega-Start VV02 in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai 2013 gelungen. Nach dem erfolgreichen Jungfernflug VV01 vor etwas über einem Jahr demonstriert die ESA erneut, dass sie auch kleinere Mehrfachnutzlasten kostengünstig in unterschiedlichen, diesmal sonnensynchronen Umlaufbahnen platzieren kann.

Quelle: ESA, Arianespace, QinetiQ, Raumcon
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Arianespace

Eines der wenigen Bilder vom Start Vega VV02 - kurz danach begann eine Computersimulation. Schöne Nachtstart-Bilder fielen buchstäblich ins Wasser. Wer die Startsequenz bei etwa T-12 Sekunden genau betrachtet, sieht schweren Regen senkrecht von oben. Die Rakete verschwand auch schnell in der Wolkendecke.
(Bild: Arianespace)
Irgendwie wird es die Verantwortlichen schon geärgert haben. Da hätte man am 2. Mai 2013 in Kourou bei akzeptablem Wetter mit Vega VV02 abheben können, verschiebt den Start aber relativ kurzfristig um einen Tag. Warum? Für nichts Geringeres als einige Tests mit dem fahrbaren Montageturm und der fertigen Rakete. Und dann macht ab dem 3. Mai das Wetter für mehrere Tage einen Strich durch die Rechnung. Zu starker Wind erhöhte das Risiko. Zum Testen neuer Arbeitsabläufe mit dem Montageturm war nun genug Gelegenheit. Das Beruhigende und vielleicht auch eine Demonstration wert: Dem Start Vega VV02 hat das nicht geschadet. Sowohl Rakete als auch Nutzlast können laut ESA problemlos mehrere Tage im startbereiten Zustand auf der Rampe stehen, geschützt vom mobilen, geschlossenen Montageturm.

Der Start lief, soweit man das aus der Übertragung und der begleitenden Berichterstattung beurteilen kann, perfekt - trotz tropischen Regens, der offenbar ein geringeres Risiko als Wind darstellt. Vega VV02 hob am 6. Mai 2013 um 23.06 Uhr Ortszeit Kourou (4.06 Uhr MESZ des 7. Mai) ab. Die drei unteren Feststoff-Stufen P80, Zefiro 23 und Zefiro 9 trennten sich ebenso wie die Nutzlastverkleidung tadellos. Die flüssigtreibstoff-betriebene Oberstufe AVUM (Attitude and Vernier Upper Module) zündete knapp sieben Minuten nach dem Start erstmals und begann mit der exakten Auslieferung der drei Nutzlasten.

An Bord befanden sich als Primärnutzlast der europäische Erdbeobachtungsatellit Proba V und als mitreisende Sekundärnutzlasten der vietnamesische Beobachtungssatellit VNREDSat 1A sowie der estnische Nanosatellit ESTCube 1 mit einem Experiment zur Nutzung des Coulomb-Effektes.

Rund 55 Minuten nach dem Start wurde Proba V in 820 km Höhe und Inklination 98,7 Grad ausgesetzt. Eine weitere Stunde später (1:57 Stunden nach dem Abheben) hatten VNREDsat 1A und nach weiteren drei Minuten ESTCube 1 ihre Ziele in 704 km Höhe bei einer Inklination von 98,1 Grad erreicht. Die Oberstufe wird nun durch ein Bremsmanöver kontrolliert zum Absturz gebracht.

Sofort nach dem Aussetzen der Satelliten erfolgt die Inbetriebnahme und Auswertung erster Telemetriedaten. Bei Proba V steht nach Abschluss der frühen Inbetriebnahmephase (Launch and Early Operation Phase LEOP) die eigentliche Inbetriebnahme und Tests über drei Monate sowie die Kalibrierungsphase über weitere drei Monate an. Die Federführung liegt hierbei beim belgischen Satellitenhersteller QinetiQ.

ESA

Der filigran wirkende Proba V auf VESPA (Vega Secondary Payload Adapter), dem spitz zulaufenden schwarzen Zylinder darunter - die Zweitnutzlasten VNREDSat 1A und ESTCube 1 sind darin untergebracht
(Bild: ESA)
Proba V ist in gewisser Weise ein Novum. Der Proba-Bus dient eigentlich der Erprobung innovativer Technologien unter Weltraumbedingungen. Mit diesem Ziel wurden zunächst zwei Proba-Satelliten gestartet. Proba 1 wurde später in eine operative Erdbeobachtungsmission umgewidmet, Proba 2 in eine Wissenschaftsmission. Proba V dient zwar auch als Demonstrations-Plattform für neue Anwendungen, ist aber von vornherein und hauptsächlich für eine mittelfristige operative Mission entwickelt worden. Er wird im Tagesrhythmus die Entwicklung der Vegetation auf der Erde erfassen. Damit schreibt er die 15-jährige Beobachtungsdatenreihe der französischen Spot-Satelliten fort. Diskutiert wird, mit diesem und weiteren Proba-V-Satelliten die Landbeobachtung der Spot-Satelliten bis 2020 fortzusetzen. Der eigentlich als Spot-Nachfolger vorgesehene GMES Sentinel 3, vorgesehener Start 2014/15, könnte sich dann auf die Meeresüberwachung konzentrieren.

Der zweite Vega-Start ist der erste im Rahmen des VERTA-Förderprogramms (Vega Research and Technology Accompaniment). Damit sichert die ESA die Markteinführung der Rakete ab. VERTA garantiert fünf Starts in den Jahren 2013 und 2014. Das soll für den Nachweis genügen, dass ein Start mit Vega erheblich sicherer als bei der billigeren Konkurrenz ist. Auf diesem Weg ist die ESA nun einen Schritt weiter. Unter VERTA werden nach Proba V unter anderem die Satelliten ADM-Aeolus und LISA Pathfinder sowie das Intermediate Experimental Vehicle IXV als Primärnutzlasten starten. Bereits im Dezember 2011 wurden die ersten rein kommerziellen Starts vertraglich vereinbart. In den Jahren 2014 bis 2016 sollen Sentinel 2 und Sentinel 3 auf einer Vega abheben.

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