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Autor: Thomas Weyrauch / 01. Oktober 2010, 17:38 Uhr

Russland startete Frühwarnsatellit Kosmos 2.469

Am 30. September 2010 um 19:01 Uhr MESZ (21:01 Uhr Moskauer Zeit) wurde auf einer Molnija-M-Rakete der Frühwarnsatellit Kosmos 2.469 von der Startrampe 16/2 in Plesezk im Norden Russlands aus gestartet. Es soll sich dabei um einen Satelliten des Typs US-K/Oko alias 73D6 handeln.

Quelle: Interfax, RIAN, russianforces.org, wikipedia
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GW_Simulations via Wikipedia

Molnija-M
(Grafik: GW_Simulations via Wikipedia)
Der Satellit wurde in einen hochelliptischen Orbit mit einem Apogäum von etwa 39.000 Kilometern über der Erdoberfläche und einem Perigäum von rund 600 Kilometern sowie einer Inklination von 62,8 Grad gebracht. Für einen Umlauf soll Kosmos 2.469 702 Minuten, also etwas unter 12 Stunden, benötigen. Um 21:57 Uhr Moskauer Zeit wurde der Satellit im Zielorbit ausgesetzt.

Die Masse des Satelliten wird auf rund 2.400 Kilogramm geschätzt, etwa die Hälfte davon soll mitgeführter Treibstoff ausmachen. Der dreiachstabilisierte Satellit soll vier Triebwerke für Orbitmanöver und sechzehn Lageregelungstriebwerke besitzen. Die Entwicklung dieses Satellitentyps sowie des Frühwarnsystems und erste Starts erfolgten bereits in den 1970ern.

Seit Beginn der 1980er Jahre werden Satelliten des Typs US-K regelmäßig eingesetzt, um Raketenstarts, insbesondere solche der Vereinigten Staaten von Amerika, festzustellen und zu orten. Für eine sinnvolle Beobachtung rund um die Uhr werden mindestens vier Satelliten benötigt, da sie auf ihren hochelliptischen Bahnen nur etwa sechs Stunden die Landmasse der USA beobachten können.

Der vorletzte Molnija-M-Start erfolgte am 23. Oktober 2007, als mit Kosmos 2.430 ein gleichartiger Frühwarnsatellit transportiert wurde. Ende 2008 erfolgte ebenfalls ein Start eines entsprechenden Satelliten. Dieser als Kosmos 2.446 bezeichnet Satellit und Kosmos 2.430 waren bis zum Start von Kosmos 2.469 die einzigen betriebsfähigen russischen Frühwarnsatelliten auf hochelliptischen Umlaufbahnen.

Zur Zeit besitzt Russland keine vollständig funktionsfähige Konstellation von ausreichend vielen Frühwarnsatelliten. Russland setzte wie die Vereinigten Staaten von Amerika auch Frühwarnsatelliten im geostationären Orbit ein, zur Zeit besitzt Russland jedoch kein solches betriebsfähiges Raumfahrzeug im geostationären Orbit. Der geostationäre Frühwarnsatellit Kosmos 2.440, ein Raumfahrzeug des Typs 71kh6 bzw. US-KMO, ist seit dem Frühjahr 2010 nicht mehr verwendbar (raumfahrer.net berichtete).

Kosmos 2.469 ist als COSPAR-Objekt 2010-049A bzw. mit der NORAD-Nr. 37.170 katalogisiert.

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