Mondfinsternis am 16.07.: Beeindruckendes Schauspiel
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Autor: Günther Glatzel / 27. April 2011, 20:10 Uhr

4 mal 8 ergibt 130!

Erstmals ist es Astronomen und Technikern am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte in Chile gelungen, das Licht aller vier 8-m-Teleskope in einem Interferometer exakt zu überlagern.

Quelle: ESO
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ESO

Bild vergrößernDie Einheiten des Very Large Telescope
(Bild: ESO)
ESO

Bild vergrößernDas Interferometer PIONIER
(Bild: ESO)
Damit ergibt sich ein Auflösungsvermögen, welches einem riesigen 130-m-Teleskop entspricht. Beim Weiterleiten und Vereinigen der Lichtbündel der einzelnen Teleskopeinheiten muss eine Exaktheit erreicht werden, die im Mikrometerbereich liegt. Das PIONIER genannte Interferometer (Precision Integrated-Optics Near-infrared Imaging ExpeRiment) hat dagegen überschaubare Abmessungen, der Detektor gar nur Scheckkartenformat.

Durch die Überlagerung kohärenter Lichtbündel, die beispielsweise aus einer Lichtquelle stammen, erreicht man unter bestimmten Bedingungen Verstärkungseffekte. Diese sind bei exakt gleich langem Lichtweg maximal. Aufgrund der Tatsache, dass man durch die mehrere Dutzend Meter auseinanderstehenden Teleskope leicht unterschiedliche Blickwinkel von einem weit entfernten, kosmischen Objekt hat, gewinnt das Bild zudem an Plastizität und Struktur. Jedes der vier Teleskope kann zudem etwa 4 Milliarden Mal mehr Licht sammeln als das menschliche Auge. Damit ergeben sich neue Wahrnehmungsgrenzen.

Mit diesen neuen Möglichkeiten will man nun versuchen, unter anderem Anzeichen für die Entstehung neuer Planeten in anderen Sternsystemen zu finden, die Beschaffenheit und Entwicklung von Sternen anhand von Oberflächenparametern zu klären oder ein besseres Verständnis für die komplizierten Vorgänge in der direkten Umgebung von Schwarzen Löchern zu entwickeln.

Das Very Large Telescope befindet sich neben weiteren Einrichtungen der ESO auf dem Cerro Paranal in der chilenischen Atacama-Wüste. Das weitgehend in den 1990er Jahren entwickelte und gebaute Instrumentarium wurde am 1. April 1999 offiziell in Betrieb genommen. Vor 10 Jahren gelangen erste interferrometrische Aufnahmen mit drei der vier Teleskope. Mit der jetzt erreichten Überlagerung der Lichtbündel aller vier Teleskope erreicht man die Maximalleistung des Systems. Das VLT verfügt über eine Vielzahl von optischen Instrumenten wie Spektrographen, Spektrometer und Kameradetektoren sowie eine adaptive Optik, durch welche Luftbewegungen weitgehend ausgeglichen werden können.

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