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Autor: Mandy Kobs / 12. August 2010, 13:30 Uhr

Riesensterne verschieben bisher angenommene Grenzen

Am 21. Juli 2010 veröffentlichte die Europäische Südsternwarte (ESO) in Chile den Fund eines gigantischen Sterns, dessen Existenz bis heute nicht für möglich gehalten wurde. 150 Sonnenmassen, das war bisher die magische Grenze. Der nun entdeckte Stern, der Teil einer Sternengeburtsstätte im Tarantelnebel ist, besitzt mehr als 260 Sonnenmassen und ist der massenreichste bekannte Stern überhaupt.

Quelle: ESO, RAS
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ESO/P. Crowther/C.J. Evans

Sternhaufen RMC 136a
(Bild: ESO/P. Crowther/C. J. Evans)
Ein internationales Astronomenteam unter Leitung des Astrophysikers Prof. Paul Crowther von der Universität Sheffield beobachtete mit dem Very Large Telescope (VLT) zwei junge Sternhaufen und richtete dabei sein Augenmerk auf ihre Sonnen im Zentrum. Unter Zuhilfenahme von Archivdaten des Hubble-Weltraumtelekops (NASA/ESA) offenbarte eines dieser heißen, jungen Sternenentstehungsgebiete eine Sensation.

Schon der Sternhaufen NGC 3603 im ausgedehnten Sternbild „Kiel des Schiffs“ ist die Heimat von Sternen, die die Wissenschaftler staunen ließen. Gleich mehrere Sonnen präsentierten Oberflächentemperaturen über 40.000 °C. Die Oberflächentemperatur unseres Zentralgestirns liegt bei 5.500 °C bis 6.000 °C. Drei Sterne, A1, B und C, sind besonders bemerkenswert, denn ihre Massen reichten zur Entstehungszeit an 150 Sonnenmassen heran oder überschritten diese Grenze sogar knapp. Bis hierher entsprachen die Untersuchungsergebnisse aber noch den theoretischen Erwartungen.

Nun war der zweite Sternhaufen mit dem Namen RMC 136a an der Reihe. Er befindet sich in der Magellanschen Wolke im Sternbild „Schwertfisch“, genauer im Tarantelnebel, mit einer Entfernung von etwa 165.000 Lichtjahren. Auch hier spürte man mehrere schwergewichtige Sonnen auf, doch eine von ihnen sprengte die bis heute angenommene obere Grenze um Längen. Der Stern R136a1 bringt unglaubliche 265 Sonnenmassen auf die Waage, die zu seiner Entstehungszeit über 300 betragen haben dürfte. Die Leuchtkraft dieses Giganten ist schier unvorstellbar. Sie beträgt in etwa das Zehnmillionenfache der unserer Sonne. Verblüffend ist auch, dass von 100.000 Sternen allein vier für fast die Hälfte der abgestrahlten Energie und abströmenden Sonnenwinde verantwortlich sind.

ESO/M. Kornmesser

Bild vergrößernGrößenvergleich zwischen eienm roten Zwerg, einem sonnenähnlichen gelbem Stern, einem blauen "Zwergstern" und dem neu entdeckten Überriesen.
(Bild: ESO/M. Kornmesser)
Bisher nahm man an, dass aufgrund folgender Instabilität kein Stern mit mehr als 150 Sonnenmassen existieren kann. Auch ist noch völlig unklar, wie solche „Riesen“ überhaupt entstehen können. Prof. Paul Crowther: "Entweder sind sie tatsächlich in dieser Größe entstanden, oder aber sie haben sich aus mehreren kleinen Sternen gebildet!“

Die Forschung muss nun weitergehen, denn die Existenz eines solchen „Massemonsters“ kann uns die Frage beantworten, wie massereich Sterne werden können. Einfach wird dies allerdings nicht. Die sehr kurze Lebensdauer derartiger Riesen und ihre extrem starken Sonnenwinde erschweren das Ergründen ihres Ursprungs immens.

„R136a1 ist gerade mal etwas über eine Million Jahre alt. Das ist bei einem Stern seiner Masse ein mittleres Alter. Es ist, als wäre er auf einer strengen Diät, bei der er schon ein Fünftel seiner ursprünglichen Masse eingebüßt hat; in seinem Fall sind das mehr als 50 Sonnenmassen!“, erläutert Prof. Paul Crowther.

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