18 erdgroße Exoplaneten entdeckt
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Autor: Igor Bissing / 10. Juli 2009, 10:43 Uhr

Stärkste Sonneneruption des Jahres

Die in diesem Jahr intensivste Sonneneruption wurde am 05.07.2009 auf der südlichen Sonnenhalbkugel von den TESIS-Teleskopen, installiert im CORONAS-PHOTON-Satelliten, registriert. Das Ereignis dauerte 11 Minuten von 12.07 Uhr bis 12.18 Uhr MESZ mit seinem Maximum um 12.13 Uhr. Die Intensität der solaren Röntgenstrahlung betrug im Maximum C2.7 auf der 5-stufigen GOES-Skala.

Quelle: Roskosmos
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Roskosmos/NPP VNIIEM

Bild vergrößernSonneneruption vom 5. Juli 2009
(Bild: Roskosmos/NPP VNIIEM)
Die Klassifikation dieser Ausbrüche basiert auf Messungen der Röntgenstrahlung der Wellenlängen von 1 bis 8 Angström. Alle Sonneneruptionen unterteilt man diesem Kriterium nach in 5 Klassen, welche mit den Buchstaben des Lateinischen Alphabets bezeichnet werden: A, B, C, M und X. Die kleinste dieser Klassen - A0.0 wird registriert bei der messbaren Strahlung im Orbit von 10 Nanowatt pro Quadratmeter. Für jede weitere Klasse müsste die Strahlung um das 10-fache zunehmen, für die höchste erreicht das Strahlungsniveau mindestens 100.000 Nanowatt pro Quadratmeter. Solch kraftvolle Ausbrüche beobachtet man ausschliesslich im Peak der Sonnenaktivität. So wurden im Maximum des letzten Sonnenzyklus, Ende Oktober 2003, Ausbrüche der Klasse X17 beobachtet.

Obwohl der gemessene Ausbruch mehr als 100-mal schwächer ist als diese einmaligen Ereignise, war er doch der stärkste seit langer Beobachtungszeit. Die letzte Eruption der Klasse C wurde am 11. Dezember 2008 gemessen, war aber um einiges schwächer. Stärkere Ausbrüche dagegen wurden zuletzt am 25. März 2008 registriert. Ein sehr langsamer Anstieg der Sonnenaktivität wird schon seit März dieses Jahres beobachtet. Ende März, nach einer langwierigen dreijährigen Ebbe, formierten sich in der nördlichen Sonnenhalbkugel die ersten Aktivitätsherde. Sie bildeten eine Formation die "Der nördliche Gürtel" genannt wird. Charakteristisch für den Anfang eines neuen Sonnenzyklus und dieses Areal waren die nächsten zwei Monate auch alle Ausbrüche der coronaren Materie gebunden. Diese Dominanz der Nord- über die Südhalbkugel dauerte rund zwei Monate an, bis Ende Mai, wo der südliche Aktivitätsgürtel ausgebildet wurde. Auf diese Weise wurde die magnetische Konfiguraton der Sonne nach einer kurzen Unterbrechung wieder symmetrisch.

Noch existiert der südliche Gürtel etwas länger als einen Monat und ist wesentlich schwächer entwickelt als der nördliche. Trotzdem ereignete sich der stärkste Ausbruch dieses Jahres gerade darin. Obwohl gewöhnlich eine lange Zeit gebraucht wird, um Energie für solch einen Ausbruch zu sammeln, war es in diesem Fall mit Sicherheit nicht so. Die aktive Region, in welcher dieser Ausbruch passierte, existierte zwei Tage davor einfach noch nicht. Sie tauchte erst am 4. Juli gegen zwei Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit auf der Sonnenscheibe auf. Entweder wurde die Eruptionsenergie schon lange vor dem eigentlichen Ausbruch im Magnetfeld der Sonne gespeichert, oder dieses Gebiet entwickelt sich mit sehr hoher Geschwindigkeit, was eher typisch für ein Aktivitätsmaximum wäre. Zugunsten der zweiten Hypothese spricht die Beobachtung der schwarzen Flecken - der Hauptindikatoren für Sonnenaktivität. Deren Zahl in dem Gebiet wächst rasant an: am 3. Juli kein einziger, am 4. schon 7, am 5. - 14. Heute, am 6. Juli sind es schon 16. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnte es nicht der letzte derartige Ausbruch dieser Woche werden.

Die aktuelle Zunahme der Sonnenaktivität fiel glücklicherweise mit dem Anfang der "schattenfreien" Arbeit des CORONAS-PHOTON-Satelliten zusammen. Die Neigung des Orbits wird in den nächsten zwei Wochen auf 90 Grad relativ zur Sonne geändert. Das gewährleistet, dass der Satellit nicht in den störenden Erdschatten eintreten wird und lückenlos die Sonnenoberfläche beobachten kann. Nichts was diese Tage auf der Sonne passieren wird, bleibt von seinen Instrumenten unbeobachtet. Gleichzeitig treten auch der japanische Satellit HINODE und die NASA-STEREO-Satelliten in den Modus der erhöhten Beobachtungsfrequenz.

 
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