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Autor: Günther Glatzel / 05. Januar 2010, 15:45 Uhr

NASA entdeckt mit Kepler heiße Jupiter

Am 4. Januar 2010 hat die NASA die Entdeckung von fünf heißen, jupiterähnlichen Planeten, die ihren jeweiligen Stern in geringer Entfernung umlaufen, bekanntgegeben.

Quelle: Kepler-Seite der NASA, Raumcon, Raumfahrer.net
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NASA

Sichtfeld der 21 lichtempfindlichen Sensoren an Bord der Raumsonde Kepler.
(Bild: NASA)
Die Entdeckungen beziehen sich auf einen Beobachtungszeitraum von 6 Wochen. Dabei können natürlich nur Planeten entdeckt werden, die eine kurze Umlaufzeit haben und damit sehr nah an ihrem Stern sind. Außerdem müssen die Entdeckungen durch erdgebundene Teleskope bestätigt werden, damit aus einem Kandidaten ein anerkannter Exoplanet wird.

Die entdeckten Planeten Kepler-4b bis 8b haben Massen zwischen 0,077 und 2,11 Jupitermassen und Umlaufzeiten von 3,2 bis 4,9 Tagen. Die Temperaturen liegen bei 1.200 bis 1.700 °C. Bemerkenswert ist, dass Kepler-7b eine Dichte von nur 0,17 g/cm³ besitzt.

Der Planetensucher Kepler ist eine Raumsonde der NASA, die am 6. März 2009 mit einer Delta-2-Trägerrakete gestartet wurde. Das Teleskop gelangte in einen der Erde nachlaufenden Sonnenorbit mit einer Umlaufzeit von etwa 375 Tagen. Die Bahn verläuft gegenwärtig bei 146 Millionen bis 158,5 Millionen Kilometern Abstand von der Sonne und einer unerheblichen Neigung von 0,446° gegenüber der Ekliptik. Kepler ist mit einem Schirm gegen Sonneneinstrahlung versehen und kann somit rund um die Uhr die etwa 136.000 Hauptreihensterne der Zielregion in den Sternbildern Schwan (Cygnus) und Leier (Lyra) beobachten.

NASA

Bild vergrößernAufgenommene Lichtkurven bei (bestätigten) Planetentransits
(Bild: NASA)
Zieht ein Planet vor seinem Stern vorbei, so wird dessen Licht geringfügig geschwächt. Daraus lässt sich die Größe eines vermuteten Planeten berechnen. Tritt das Ereignis periodisch auf, so ist ein Planet sehr wahrscheinlich. Zusätzliche Messungen der Bewegung des Sterns, der durch den Planeten ebenfalls beeinflusst wird, lassen Rückschlüsse auf dessen Masse zu. Zusammen mit der Umlaufperiode des Planeten und der Spektralklasse des Sterns, die auch für dessen Größe und Oberflächentemperatur steht, lassen sich Aussagen über weitere Parameter des Exoplaneten ableiten.

Kepler begann nach einer zweimonatigen Kalibrierungsphase an bekannten Sternen und einem Exoplaneten im Mai mit den eigentlichen Messungen. Zwischenzeitlich gab es Unterbrechungen durch Rechnerneustarts. Außerdem arbeiten 3 der 84 Verstärkerschaltkreise fehlerhaft und verursachen ein Rauschen in einem Teil der Daten, so dass bestimmte Messungen ungenauer werden. Insgesamt stehen Kepler ein 1,4-Meter-Hauptspiegel und 21 CCD-Module mit 95 Megapixeln Auflösung zur Verfügung.

Die Messkampagne soll mindestens bis November 2012 fortgesetzt werden. Man erhofft sich die Entdeckung vieler Exoplaneten bis hinunter zu Erdgröße und Umlaufzeiten von mehreren Monaten. Erst dadurch ließen sich verlässlichere Abschätzungen über die Anzahl von Planeten in der Milchstraße und den Anteil erdähnlicher Planeten sowie solcher in der sogenannten habitablen Zone eines Sterns machen. Als habitable, also bewohnbare Zone, wird heute das Gebiet um einen Stern angesehen, in dem Wasser in flüssiger Form existieren kann.

Kepler-Seite mit ausführlichen Daten:
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