InSpace Magazin #567 vom 24. März 2017

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #567
ISSN 1684-7407


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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

der europäische "Kometenjäger" Rosetta ruht seit September auf seinem Zielkometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko, aber für das Wissenschaftlerteam ist die Arbeit noch lange nicht zu Ende. Über die neuesten Erkenntnisse zu Veränderungen von "Tschuri" in den etwa zwei Jahren Beobachtungszeit berichtet Gertrud Felber in einem der Artikel dieses Inspace-Magazins, wozu ich Ihnen nun viel Spaß wünsche.

Axel Orth

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Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

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News

• Die Astronautin: Finalistinnen vorgestellt «mehr» «online»
• China: Feststoff-Träger bringt Testsatelliten ins All «mehr» «online»
• Proton Medium mit anderem Aufbau «mehr» «online»
• Japan: Neuer Radar-Aufklärer IGS Radar 5 im All «mehr» «online»
• Raketentriebwerk in Nordkorea getestet «mehr» «online»
• Millionen dringend gesucht - Little NewSpace Berlin «mehr» «online»
• Veränderungen auf Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko «mehr» «online»
• SpaceX kündigt bemannte Mondmission für 2018 an «mehr» «online»


» Die Astronautin: Finalistinnen vorgestellt
02.03.2017 - Am 1. März 2017 fand in der Mock-Up Halle des Airbus Standortes Bremen die Vorstellung der Finalistinnen der Initiative „Die Astronautin“ statt.
Oliver Juckenhöfel, Leiter des Airbus Raumfahrt-Standortes Bremen und gleichzeitig Hausherr des Veranstaltungsortes, erwähnte, dass gerade in den letzten Wochen etliche spektakuläre Ereignisse am Standort Bremen stattgefunden haben. Mitte Februar wurden Verträge für ESA-Beiträge zu den ersten beiden Orion-Flügen unterzeichnet. In der gleichen Veranstaltung hat sich mit Dr. Matthias Maurer der neue deutsche ESA-Astronaut am Raumfahrtstandort Bremen vorgestellt. Erst in den letzten Tagen wurde diskutiert, ob der erste Orionflug inklusive ESA-Anteil für eine bemannte Mondumrundungsmission genutzt werden kann.

Der Wettlauf zwischen privater und staatlich geförderter Raumfahrt ist als „Wettlauf ohne Verlierer“ anzusehen, da es ein gegenseitiger Ansporn ist und sehr beflügelnd wirkt. Die Initiative „Die Astronautin“, die in Bremen initiiert wurde, sorgt für eine große Resonanz besonders in fachfremden Medien.

Juckenhöfel führte weiterhin aus, dass man in diesem Zusammenhang nicht über bemannte Raumfahrt, sondern über astronautische Raumfahrt sprechen müsse, da über „Die Astronautin“ erstmals eine weibliche Astronautin die Reihe der deutschen Raumfahrer ergänzen soll.

Claudia Kessler, CEO des Unternehmens HE Space und Gründerin der Initiative „Die Astronautin“, fasste in ihrem Vortrag die bisherigen Etappen des Auswahlprozesses zusammen. Gestartet wurde „Die Astronautin“ vor einem Jahr. Circa 500 Bewerberinnen haben sich mit ihrem Bewerbungsvideo als zukünftige deutsche Raumfahrerin vorgestellt. Nach einer ersten Sichtung wurden im September 2016 120 Kandidatinnen in Berlin öffentlich vorgestellt.

80 Bewerberinnen wurden zu Eignungstests in Hamburg zusammengezogen. Das DLR mit langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der Piloten- und Astronautenauswahl hat die medizinischen und psychologischen Auswahltests durchgeführt. Nach ersten Interviews und Gruppenspielen im Januar 2017 in Köln wurde die Anzahl der Bewerberinnen von 30 auf 6 aussichtsreiche Kandidatinnen verkleinert. Am 19. April 2017 findet in Berlin die Endauswahl statt. Dann werden die beiden Finalistinnen offiziell vorgestellt werden.

Das Trainingsprogramm wird von ehemaligen Astronautentrainern erstellt und zunächst in Modulen gelehrt. Die modulare Ausbildung erfolgt in der ersten Ausbildungsphase in Teilzeit.

Der Start des Raumfluges soll 2020 stattfinden. Gespräche für eine Mitfluggelegenheit werden mit SpaceX und Boeing, aber auch mit Russland und China geführt werden. Die Startkosten beziffert Claudia Kessler auf 30 bis 40 Millionen Euro.

Herwig Renkwitz, VIVID Group, stellte die Crowdfunding Kampagne für das Unternehmen „Die Astronautin“ vor. Als Plattform für die Geldsammelaktion hat man sich für Start Next entschieden. Über diese Crowdfunding-Plattform wurden bisher über 4.000 Kampagnen erfolgreich abgeschlossen.

Mit der öffentlichen Vorstellung der Sammelaktion gab es auch gleichzeitig den Kick-Off. Für den Finanzierungszeitraum vom 1. März bis 30. April 2017 sind als Fundingziel 125.000 Euro für den ersten Trainingsabschnitt avisiert. Dieser Trainingsabschnitt umfasst die Trainingsmodule Grundlagentraining, Medienkompetenz, Sprachtraining Russisch, und Tauchausbildung.

Auf dieser Seite kann man die Kampagne verfolgen und Geld spenden bzw. Mementos und Arrangements zu dem privat finanzierten Raumflug einkaufen. Über die soziale Medien Facebook und Twitter kann man sich über die neuesten Entwicklungen zur Kampagne informieren.

Matthias Hill von Hill Media stellte anhand von Videos und Live-Interviews auf der Bühne die sechs aussichtsreichen Kandidatinnen vor.

In der Reihenfolge der Vorstellung sind es:

Insa Thiele-Eich, 33 Jahre alt, hat in Bonn Meteorologie studiert und arbeitet an der Universität Bonn. Frau Thiele-Eich weiß aus erster Hand, was Vorbereitung für einen Raumflug bedeutet. Ihr Vater Gerhard Thiele hat an Bord des Space Shuttle erfolgreich die Mission STS-99/SRTM absolviert.

Suzanna Randall, 37 Jahre alt, ist Astrophysikerin und arbeitet an der europäischen Südsternwarte Garching und in Chile. Frau Randall zählt u.a. Gleitschirmfliegen zu ihren Hobbys.

Magdalena Pree, 28 Jahre alt. Sie hat an der TU München Luft- und Raumfahrttechnik studiert und arbeitet im Satellitenkontrollzentrum Oberpfaffenhofen. Frau Pree hat bereits mit 17 Jahren ihre Privatpilotenlizenz (PPL) erworben.

Susanne Peters, 31 Jahre alt, hat Luft- und Raumfahrttechnik mit Schwerpunkt Raumfahrt studiert und promoviert derzeit an der Universität der Bundeswehr in München. Frau Peters arbeitet an Konzepten um Space Debris aus dem erdnahen Weltraum zu entfernen.

Lisa Marie Haas, 33 Jahre alt, hat Physik an der Universität Heidelberg studiert. Sie arbeitet als Entwicklungsingenieurin bei der Robert Bosch GmbH.

Nicola Baumann, 31 Jahre alt, ist eine von nur drei bei der Bundeswehr ausgebildeten Eurofighter-Pilotinnen. Major Baumann ist in Nörvenich stationiert und hat nach ihrer Pilotenausbildung ein Maschinenbaustudium absolviert. Bereits im November 2015 hat Major Baumann begonnen, ihre Bewerbungsunterlagen für eine Initiativbewerbung als Astronautin bei der ESA zusammenzustellen. Sie wurde dann durch die Initiative „Die Astronautin“ überrascht. Major Baumann möchte nicht nur diesen Kurzzeitflug im Rahmen der Kampagne fliegen, sondern sich auch weiter für eine Langzeitmission empfehlen.

Alle sechs Finalistinnen haben seit ihrer Kindheit den Traum, Astronautin werden zu wollen. Sie sehen sich als Vorreiter für Frauen in MINT-Berufen und sagen unisono: „Wenn Vorbilder fehlen, fehlt Nachwuchs.“

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(Autor: Ingo Muntenaar - Quelle: Veranstaltungsbesuch)


» China: Feststoff-Träger bringt Testsatelliten ins All
10.03.2017 - Am 2. März 2017 um 23:53 Uhr Weltzeit erfolgte wieder ein Start einer neu entwickelten Feststoff-Rakete. Von Jiuquan in der Wüste Gobi in der Inneren Mongolei aus brachte die Rakete vom Typ Kaituo 2 (KT-2) den Testsatelliten Tiankun 1 (TK-1) in den Weltraum.
Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete, der Start sei um 3:53 Uhr Ortszeit am 3. März 2017 vom nach Xinhua in der Provinz Gansu gelegenen Startzentrum erfolgt. Die verwendete Rakete basiert vermutlich auf der chinesischen Interkontinentalrakete Dong Feng 31 (DF-31) alias CSS-9 und ist nach Angaben aus China eine Konstruktion der China Aerospace Science and Industry Corporation (CASIC). Beobachter nennen die 4. Abteilung der 4. Akademie der CASIC aus Wuhan als Urheber der Rakete.

Laut Xinhua ist die neue Rakete Teil eines kommerziellen Träger-Programms, das fünf verschiedene Typen umfasst. Der Internet-Nachrichtendienst China Daily gibt mit Bezug auf Informationen der CASIC an, die Rakete sei in der Lage, eine Nutzlast von 250 Kilogramm in einen sonnensynchronen Orbit in 700 Kilometern über der Erde zu transportieren, oder eine Nutzlast von 350 Kilogramm auf einen niedrigen Erdorbit.

Der Start war chinesischen Meldungen zufolge ein Erfolg, der transportierte Satellit Tiankun 1 habe die vorbestimmte Erdumlaufbahn erreicht. Die US-amerikanische Weltraumüberwachung identifizierte nach dem Start zwei Objekte im All. Eines war auf einer 96,7 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn in Höhen zwischen 217 und 401 Kilometern über der Erde unterwegs, das andere auf einer 96,6 Grad geneigten Bahn in Höhen zwischen 384 und 405 Kilometern über der Erde.

Tiankun 1 ist laut Xinhua ebenfalls ein Produkt der CASIC (2. Akademie in Peking alias China Changfeng Mechanics and Electronics Technology Academy (CCMETA)). Die Hauptaufgaben des Satelliten liegen angeblich in den Bereichen Erdbeobachtung und Kommunikation sowie in Tests des bei ihm erstmals zum Einsatz kommenden neuen Satellitenbus´. China Daily berichtete, an Bord des Satelliten befänden sich Sensoren für sichtbares Licht und Infrarot sowie Detektoren für Mikrowellen-Strahlung.

Mit der Neukonstruktion will man laut Xinhua das Spektrum kleiner, vielseitig verwendbarer Satellitenplattformen erweitern. Unter anderem kommt eine neue Generation von Sternensensoren zum Einsatz, die für eine größere Exaktheit und Zuverlässigkeit bei der Ausrichtung des Satelliten sorgen sollen.

Der Satellit, dem auch Aufgaben im Bereich der Beobachtung von Weltraumschrott zugeschrieben werden, wurde zuletzt auf einer polaren, sonnensynchronen Bahn mit einer Neigung von 96,9 Grad in Höhen zwischen 390 und 413 Kilometern Höhe über der Erde beobachtet.

Tiankun 1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 42.061 und als COSPAR-Objekt 2017-012A. Die letzte Stufe der Trägerrakete ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 42.062 und als COSPAR-Objekt 2017-012B.

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(Autor: Axel Nantes - Quelle: CCTV, China Daily, chinaspaceflight.com, planet4589.org, Xinhua)


» Proton Medium mit anderem Aufbau
11.03.2017 - Im September 2016 war auf einer Konferenz in Paris eine neue, leichtere Version der russischen Proton-Rakete, genannt Proton Medium, vorgestellt worden. Jetzt wurde bekannt, dass ihre Konstruktion zwischenzeitlich umgeplant wurde.
Die 2016 bekannt gewordenen Pläne sahen vor, dass bei der Proton Medium als zweite Stufe die in bisher üblichen Proton-Raketen als dritte Stufe verwendete in verlängerter Version zum Einsatz kommen sollte, Raumfahrer.net berichtete. Jetzt ist vorgesehen, die originale zweite Stufe auch bei der Proton Medium unverändert als zweite Stufe zu benutzen. Darüber hinaus wird bei der Proton Medium den neuen Plänen zufolge auch keine modifizierte, verlängerte erste Stufe zum Einsatz kommen.

Beide Änderungen sollen die erwartete Leistung der Trägerrakete (Satellit der 5-Tonnen-Klasse in einen Geotransferorbit mit einer Geschwindigkeitsdifferenz zum Geostationären Orbit von 1,5 km/s) nicht ändern, bezieht man sich auf vorliegende Infographiken. Der Autor nimmt an, dass die Änderungen maßgeblich zu einer Verkürzung der erforderlichen Entwicklungszeit beitragen sollen. Der International Launch Service (ILS), der voraussichtlich exklusive Vermarkter der Proton Medium, hatte am 7. März 2017 mitgeteilt, dass man mit einem Einsatz der Proton Medium ab 2018 rechne.

In der Meldung vom 7. März 2017 informierte ILS außerdem darüber, dass an einer neuen, rund einen Meter höheren Nutzlastverkleidung mit einem Durchmesser von fünf Metern gearbeitet werde. Entsprechende Machbarkeitsstudien seien bereits abgeschlossen, jetzt stünden Detailplanung, Untersuchungen der Interaktion mit der Trägerrakete sowie statische und dynamische Tests von Strukturbauteilen an. Die vollständige Nutzlastverkleidung wird ebenso getestet werden, außerdem sind Trenn- und Abwurftests sowie Untersuchungen der Akustik innerhalb der Verkleidung vorgesehen.

Die neue Verkleidung soll auf der klassischen Proton-M mit Breeze-M-Oberstufe als auch auf der noch zu realisierenden Proton Medium mit Breeze-M-Oberstufe zum Einsatz kommen. Zur Verfügung stehen soll die Verkleidung laut ILS ab dem ersten Quartal 2020. Entwicklung und Herstellung der Raketen geschehen durch die Firma Chrunitschew aus Russland.

Zurückgestellt wurde die Proton-Variante Proton Light mit stark veränderter erster Stufe. Die Verfolgung dieses Projektes soll wieder aufgenommen werden, wenn die Markteinführungen der Proton Medium und der neuen Nutzlastverkleidung erfolgt sind, und ein Bedarf erkannt wird. Gegenüber dem Branchendienst Spacenews teile Jim Kramer von ILS mit, der Markt für Trägerraketen in der Klasse der Proton Light (die Satelliten der 3-Tonnen-Klasse in einen Geotransferorbit bringen können), sei kleiner als ursprünglich erwartet. Möglicherweise hat man jedoch einfach die aktuelle Leistungsfähigkeit der russischen Industriepartner nicht richtig beurteilt.


Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:


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(Autor: Axel Nantes - Quelle: ILS, Spacenews)


» Japan: Neuer Radar-Aufklärer IGS Radar 5 im All
18.03.2017 - Am 17. März 2017 gelangte ein weiterer japanischer militärischer Aufklärungssatellit ins All. Mutmaßlich ist der Satellit mit einem aktiven Radar ausgerüstet. Bezeichnet wird das neue Raumfahrzeug als IGS Radar 5.
Das IGS-Programm …
… verfügt seit 2003 über Satelliten zur Informationsgewinnung im Weltraum. Die Bezeichnung der Satelliten folgt ihren Aufgaben: IGS steht für Information Gathering Satellite, die Ergänzung Optical oder Radar weist auf die konkrete Ausrüstung eines Raumfahrzeugs der Serie hin.

Anfangs erfolgte der Einsatz der Raumfahrzeuge des IGS so, dass jeweils ein mit optischen Bilderfassungssystemen und ein mit einer Radaranlage ausgerüsteter Satellit hintereinander Stellen von Interesse am Erdboden untersuchten. Seit Anfang 2013 nutzt man je zwei Satelliten mit optischen Bilderfassungssystemen und mit Radaranlagen zusammen in einer Konstellation, die es ermöglicht, jeden Punkt am Erdboden mindestens ein mal pro Tag abzutasten.

Im All befinden sich nach Angaben der japanischen Fernsehgesellschaft NHK jetzt vier Radarsatelliten und drei mit optischen Bilderfassungssystemen. The Japan Times meldete, Japan verfüge jetzt über jeweils drei kontrollierte Satelliten beider Bauarten. Jeweils ein Satellit beider Bauarten diene als Backup. Der jetzt gestartete Radarsatellit sei als Nachfolger eines der Satelliten – vermutlich aus einem Start von 2011 – vorgesehen.

Die Erde umkreisen die Satelliten des IGS auf annähernd polaren, rund 98 Grad gegen den Erdäquator geneigten Umlaufbahnen in Höhen zwischen 480 und 500 Kilometern. Betrieben werden sie im Auftrag des japanischen Kabinetts von dessen Zentrum für Satellitenaufklärung. Der Nutzen des Systems liegt japanischen Angaben zufolge insbesondere in der Erkennung möglicher Gefahren, die in den Nachbarstaaten Japans entstehen.

Neben der Aufklärung möglicherweise bedenklicher Aktivitäten in den Nachbarstaaten, wie zum Beispiel der Vorbereitung von Starts militärischer Raketen, wird eine Nutzung des Satellitensystems auch für zivile Zwecke behauptet. Unter anderem soll das System japanische Hilfskräfte in humanitärem Einsatz bei der Bewältigung von großen Unfällen und Naturkatastrophen unterstützen können.

Die Bodenauflösung der Radarsatelliten, die auch bei Bewölkung den Boden abtasten können, liegt nach Angaben aus Japan vermutlich im Bereich eines Meters. Schärfere Bilder erfassen können die Satelliten mit optischen Bilderfassungssystemen, sie sind allerdings auf geeignete Wetterbedingungen am zu beobachtenden Ort angewiesen. Hersteller bzw. Hauptauftragnehmer für den Bau der Satelliten ist die japanische Mitsubishi Electric Corporation (MELCO).

Der Start von IGS Radar 5 …
… erfolgte auf einer von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) gebauten Rakete vom Typ H-IIA. Der in der Version 202 eingesetzte Raumfahrtträger war seiner Versionsbezeichnung entsprechend mit zwei seitlich an der Zentralstufe montierten Feststoffbooster vom Typ SRB-A ausgerüstet.

Zuletzt geplant war der Start am 16. März 2017 zwischen 1:00 und 3:00 Uhr Weltzeit. Wegen einer wetterbedingten Verschiebung um circa 24 Stunden ist die Rakete am 17. März 2017 um exakt 1:20 Uhr Weltzeit (2:20 Uhr MEZ) am Anfang eines rund 14 Minuten umfassenden Startfensters von der Rampe Nummer 1 des Yoshinobu-Startkomplexes (YLP-1) an der Südküste der japanischen Insel Tanegashima abgehoben.

Konkrete Daten zum Ablauf des Fluges der H-IIA mit der Flugnummer F33 machten japanische Stellen nicht. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die beim Abheben gezündeten Feststoffbooster der Anfangs rund 53 Meter hohen Rakete nach rund einer Minute und 48 Sekunden Flug abgeworfen wurden. Anschließend muss das flüssigen Wasserstoff mit flüssigem Sauerstoff verbrennende Haupttriebwerk vom Typ LE-7A am Heck der ersten Stufe, das vor dem Abheben gezündet worden war, alleine für den weiteren Gewinn an Geschwindigkeit und Flughöhe gesorgt haben.

Rund vier Minuten nach dem Abheben dürfte die Nutzlastverkleidung abgetrennt worden sein, nach rund sechseinhalb Flugminuten schließlich auch die erste Stufe der Rakete. Danach begann die zweite Stufe mit einem Triebwerk des Typs LE-5B, das ebenfalls flüssigen Wasserstoff mit flüssigem Sauerstoff verbrannte, mit ihrer Arbeit.

Vermutlich rund 20 Minuten nach dem Abheben wurde IGS Radar 5 dann von der zweiten Stufe nach einer einzigen Brennphase auf einer Erdumlaufbahn ausgesetzt. Nach Angaben der japanischen Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung (Japan Aerospace Exploration Agency, JAXA) verlief der Flug der Rakete wie geplant, die korrekte Abtrennung des IGS Radar 5 sei bestätigt worden.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:

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(Autor: Axel Nantes - Quelle: JAXA, NHK, Raumfahrer.net, The Japan Times)


» Raketentriebwerk in Nordkorea getestet
19.03.2017 - Am 19. März 2017 wurde bekannt, dass nach Angaben nordkoreanischer Staatsmedien auf dem Gelände des Satellitenstartzentrums Sohae in Anwesenheit von Staatschef Kim Jong Un ein schubstarkes, von der nationalen Verteidigungsakademie entwickeltes Flüssigkeitsraketentriebwerk getestet worden sei.
Vor dem Test sei Kim Jong Un, der gleichzeitig Vorsitzender der Arbeiterpartei Nordkoreas, Oberbefehlshaber der Streitkräfte des Landes und Vorsitzender der Kommission für Staatsangelegenheiten ist, über den Bau des neuartigen, schubstarken Triebwerks informiert worden.

Anschließend habe er das Satellitenstartzentrum Sohae besucht, wo man ihn mit den technischen Details des Triebwerks und den Vorbereitungen des Tests bekannt gemacht habe. Den Beginn des anschließenden Testlaufs soll Kim Jong Un von einem Beobachtungsstand aus befohlen haben.

Aufgabe des Tests sei es gewesen, die dem Triebwerk zugeschriebenen Parameter im Betrieb nachzuweisen. Unter anderem sei es darum gegangen, den in der Brennkammer des Triebwerks erzeugten Schub zu ermitteln, Bewegungen der Turbine zur Förderung von Treibstoff zu untersuchen, das Funktionieren des Kontrollsystems und seiner Ventile sowie Zuverlässigkeit und strukturelle Integrität des Gesamtsystems zu prüfen.

Der Test am 18. März 2017 soll bestätigt haben, dass beispielsweise die Prozesse zum Starten des in Nordkorea entworfenen Triebwerks und zu seiner Abschaltung die gewünschten Ergebnisse hatten. Während des Testlaufs soll das Triebwerk akkurat die vorher festgelegten Betriebsparameter erreicht haben.

Kim Jong Un habe sich nach dem Test erfreut über ein Ereignis von angeblich historischer Bedeutung gezeigt. Der erfolgreiche Test stehe laut Kim Jong Un für die Wiedergeburt der Raketenindustrie, die der Juche-Ideologie folgt. Dem Namen nach und ganz praktisch sei eine entwicklungs- und produktionsorientierte Raketenindustrie entstanden, nachdem man vollständig mit Dogmatismus, Konservatismus und Formalismen gebrochen habe, und nicht mehr abhängig von Technologien anderer Staaten sei.

Die Welt werde, so Kim Jong Un angeblich, in Kürze sehen, welcher große Sieg von herausragender Bedeutung erreicht worden sei. Entwicklung und Fertigstellung des neuartigen schubstarken Triebwerks sichere die technischen und wissenschaftlichen Grundlagen zur Schaffung einer Satellitentransportkapazität auf Weltniveau.

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(Autor: Axel Nantes - Quelle: KCNA Watch)


» Millionen dringend gesucht - Little NewSpace Berlin
20.03.2017 - Auf dem DisruptSpace Summit 2017 traf die europäische Raumfahrt-Start-Up-Szene auf das große Geld. Ein Bericht von unserem Gastautor Peter M. Schneider:
Wenn von NewSpace die Rede ist, schaut die Welt gewöhnlich nach Westen, auf die Falcons und SpaceshipTwos, und fragt sich, wie die das bloß machen und woher das ganze Geld dafür kommt. Und: Wo Europa dabei bleibt?

Vergangene Woche gab der DisruptSpace Summit 2017 in Berlin eine gute Gelegenheit, in die Welt von NewSpace Europe einzutauchen. Bei diesem Symposium für Raumfahrt-Start-Ups war alles zu besichtigen, was dazu gehört - Start-Ups, Venture Capital, crazy ideas und - manchmal auch crazy people. Für Freunde der neuen Raumfahrt war es sicherlich erfreulich zu sehen, wie viele größtenteils junge Ingenieure sich dazu entschließen, ihre Träume wahr zu machen, anstatt es sich bei Airbus, Thales und anderen großen Namen gemütlich zu machen.

Für diejenigen, denen der Begriff "disrupt" nichts sagt: In der Wirtschaftswelt beschreibt er die Einführung einer Technologie, die so erfolgreich ist, dass sie die bestehenden Technologien quasi "zerbricht" und damit ersetzt. Das bekannteste Beispiel ist der Lastwagen, der Pferde-Fuhrwerke verdrängte, ein jüngeres die digitalen Musikformate, die am Ende so gut wie alle physischen Tonträger hinwegfegten.

Unter diesem Motto trafen sich also Jung-Unternehmer aus allen Teilen Europas, von Finnland und Estland bis Italien und Israel. Der Großteil der knapp 50 Start-Ups, die sich im Haus Ungarn nahe des Alexanderplatzes präsentierten - und nach Investoren suchten - beschäftigen sich mit Cube-Satelliten oder der damit verbundenen Infrastruktur: Software, Kommunikation und Data-Processing. Darunter recht einleuchtende Geschäftsideen wie Plug-in-Triebwerke zur Satellitenentsorgung nach erfolgreichem Dienst im All (D-Orbit), Mini-Radar-Sensoren, um durch die Wolken zu schauen (ICEYE), und Betriebssysteme zur Steuerung von Cube-Satelliten (spaceit).

Daneben gab es aber auch zahlreiche Unternehmen mit ungewöhnlichen und deutlich ambitionierteren Vorhaben als Satelliten. Wenn man SpaceX, Blue Origin und Virgin Galactic als Maßstab nimmt, sind ihre europäischen Pendants Zero2Infinity aus Barcelona und Ripple Aerospace aus Norwegen vermutlich die aufsehenerregendsten. Die Spanier arbeiten unter anderem an einem orbitalen Launch System für kleine Nutzlasten (75 Kilo). Ihr 2- bis 3-stufiges Raketen-System BlueStar soll an einem Ballon in etwa 25 Kilometer Höhe steigen und von dort in den Orbit starten. Damit wollen sie nicht etwa Sprit sparen, sondern dem MaxQ aus dem Wege gehen. Zero2Infinity hat Blue Star am 1. März 2017 gerade das erste Mal erfolgreich teilgetestet (siehe Bericht von SpaceNews vom 14. März 2017), was angesichts der fast pathologischen Ankündigungs-Manie der Branche erfreulich heraus sticht.

Soweit ist Ripple Aerospace noch nicht. Das Start-Up aus Kristiansand wird zwar von der norwegischen Regierung finanziell gefördert, sucht aber nach einer Finanzierung im achtstelligen Bereich für ihr Launch System, bei dem LOX-betriebene Raketen direkt aus dem Wasser gestartet werden. Hier soll der Wegfall herkömmlicher Startrampen und der Abschuss unmittelbar am Äquator den entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der Startkosten-Kalkulation bringen.

Ripple-Chef Kristoffer Liland ist von seinem Konzept überzeugt. "Solche Wasserstarts wurden schon mehr als 100 Mal erfolgreich getestet", sagte er und meinte damit das Seabee-Programm aus den 1960er-Jahren. Der 28-Jährige trägt ein Blümchenhemd und hat das Logo seines Unternehmens - den Kopf der mythischen Midgardschlange - auf seinem Unterarm tätowiert. Liland ist auch äußerlich ein Vertreter von NewSpace. Die Norweger lassen derzeit ein Triebwerk in Florida entwickeln, Ende des Jahres sollen Entwicklung und Bau der Rakete in Norwegen starten.

Daneben versuchte auf dem Summit auch ein alter Bekannter wieder Anschluss an die Branche beziehungsweise Investoren zu finden: Rocketplane Global. Dessen fast gleichnamiges Vorgänger-Unternehmen hatte beim Versuch, mit einer Art Raketenflugzeug Satelliten und Touristen ins All zu bringen, mehrere Zehner-Millionen US-Dollar versenkt, bis es 2010 in den Konkurs ging. Viel mehr als ein Mockup sprang als Hardware in neun Jahren Bestehen nicht heraus. Nun tingeln die ehemaligen und mittlerweile leicht ergrauten Geschäftsführer um den Globus und versuchen neue Mittel für die alten Pläne aufzutreiben.

Abgesehen von mehr oder weniger aufregenden Geschäftsmodellen lag der Reiz des Summits im Aufeinandertreffen von Gründern mit extremem Finanzierungsbedarf und Raumfahrt-Kapital mit Investitionswillen. Zu der Veranstaltung war nämlich eine ganze Reihe namhafter Vertreter von Business-Angels und Risikokapital gekommen, darunter Chad Anderson von den Space Angels, Daniel Carew von Seraphim Capital und François Auque, Chairman bei Airbus Ventures, einem von Airbus finanzierten Risikokapital-Fonds für Start-Ups. Zur Einordnung: Auque ist eine Raumfahrtlegende, er war unter anderem jahrelang Chef von Astrium, dem Vorgänger von Airbus Space Defense Systems. Seine wichtigste Botschaft während einer Diskussionsrunde: "Gründer sollten ihre Idee vom Ende her entwickeln!" Wer den Airbus-Investment-Pool von 150 Millionen Euro anzapfen wolle, müsse ein schlüssiges Geschäftsmodell vorweisen - eine schöne Technologie allein reiche nicht aus.

Offenbar gibt es aber ausreichend schlüssige Ideen. Seit 2000 sind mehr als 15 Milliarden US-Dollar in NewSpace-Unternehmen investiert worden, 2015 und 2016 waren Rekordjahre. "Es spricht nichts dafür, dass das aufhört", sagte Chad Anderson von den Space Angels Networks, ein Investoren-Netzwerk, das vor allem einzelne, reiche Investoren vertritt. Für die Jungunternehmer auf der Tagung dürften solche Zahlen ziemlich ermutigend sein. Allerdings sieht Anderson einen gewissen Professionalisierungsbedarf bei den europäischen Raumfahrt-Unternehmern. Die würden häufig nicht mit ihren Geschäftsideen rausrücken wollen, weil sie Angst haben, dass sie ihnen jemand klaut. Dabei müssten ja gerade Investoren wissen, worum es gehe, bevor sie Geld locker machten, so Anderson.

Ohnehin war das eine der Kernaussagen aller Vertreter von Risikokapital, die sich die Gründer von Raumfahrt-Unternehmen merken sollten: Egal wie gut eine Geschäftsidee auch sein mag - ohne gegenseitiges und persönliches Vertrauen läuft auch in der Finanzierung von Raumfahrt-Projekten nichts.

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(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: Peter M. Schneider)


» Veränderungen auf Komet 67P/Tschurjumow-Gerasimenko
23.03.2017 - Nach der Landung der Sonde Rosetta auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko ging für die Wissenschaftler die Arbeit mit der Untersuchung und Auswertung der Aufnahmen der OSIRIS-Kamera weiter. Jetzt wurde ein Teil der Ergebnisse dieser Forschung veröffentlicht.
Am 30. September 2016 beendete die Kometensonde Rosetta die Erforschung des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko mit der Landung auf dem Kometen, über die Raumfahrer.net berichtete.
Für die Wissenschaftler ging die Arbeit mit der Untersuchung und Auswertung der Aufnahmen der OSIRIS-Kamera von dem Kometen 67P weiter. Jetzt wurde ein Teil der Ergebnisse dieser Forschung veröffentlicht. Die Veränderungen auf dem Komet 67P wurden durch Vorher- und Nachher-Aufnahmen dokumentiert.

Wandernde Steine

Ein 30 Meter breiter Felsbrocken mit einer Masse von ca. 12.700 Tonnen hat sich bis zum Perihelion im August 2015 um 140 Meter auf Komet 67P bewegt, als die Aktivität des Kometen am höchsten war. In beiden Bildern zeigt ein Pfeil auf den Felsbrocken. Im rechten Bild skizziert der gepunktete Kreis die ursprüngliche Lage des Felsens als Referenz.

Die Bewegung könnte auf zwei Arten ausgelöst worden sein. Entweder entkernte sich das Material, auf dem er lag, so dass er rollte, oder ein genügend kraftvoller Ausbruch konnte ihn direkt an den neuen Standort befördern. Es wurden mehrere Ausbruchsereignisse in der Nähe der ursprünglichen Position des Felsbrockens während des Perihels registriert.

Die Bilder wurden von Rosettas OSIRIS-Kamera am 2. Mai 2015 (links) und am 7. Februar 2016 (rechts) mit Auflösungen von 2,3 Meter pro Pixel und 0,8 Meter pro Pixel aufgenommen.

Kollabierende Klippen

Es wurden während Rosettas Mission an mehreren Orten auf dem Kometen 67P kollabierte Klippen identifiziert.





Die Anaglyphen-Bilder (Rot-Grün-Brille verwenden) zeigen die ca. 134 Meter hohe Aswan-Klippe und das Plateau in der Seth-Region des Kometen 67P nachdem ein Teil der Klippe am 10. Juli 2015 abrutschte. Das zweite Bild wurde am 6. August 2016 aufgenommen und zeigt rechts das helle Wassereis der Klippe nach dem Zusammenbruch.



Das folgende Anaglyphen-Bild zeigt einen Blick auf die Seth Region des Kometen 67P / Tschurjumow-Gerasimenko. Rechts im Vordergrund befindet sich die ca. 134 m hohe Aswan-Klippe mit einem Bruchstück an der Kante, das anschließend am 10.07.2015 abfiel. Der Bruch, der hier zu sehen ist, war 70 m lang und 1 m breit und trennt einen 12 m gegenüber dem Hauptplateau überhängenden Block ab.



In der Nähe der Mitte des Bildes ist auch eine 220 m breite, 185 m tiefe Grube zu sehen. Das Bild fängt auch die terrassierte Topographie der Seth-Region im Hintergrund und einen kleinen Teil des glatten Halsbereichs des Kometen im Vordergrund ein.

Das Bild wurde ca. 26 km von der Oberfläche des Kometen 67P von der OSIRIS-Kamera von Rosetta am 21.09.2014 aufgenommen. Die Bildskala beträgt 0,5 m / Pixel.

















Diese Anaglyphen-Ansicht geht von dem schroffen Vordergrund in Richtung der Aswan-Klippe und dem Plateau in der Seth-Region des Kometen 67P, nachdem einem Teil der Klippe am 10.07.2015 abfiel. Das Bild wurde am 6.08.2016 aufgenommen und zeigt das Wassereis an der hellen Klippe nach dem Zusammenbruch.



Das Bild wurde 6,4 km über der Oberfläche des Kometen mit der OSIRIS-Kamera von Rosetta aufgenommen. Die Bildskala beträgt 0,12 m / Pixel.











Das letzte Übersichtsbild zeigt die vorgenannten und weitere Veränderungen, die in hochauflösenden Bildern vom Kometen 67P während der mehr als zwei Jahren andauernden Überwachung durch Rosetta identifiziert wurden. Die ungefähre Lage jedes Merkmals ist auf den zentralen Kontextbildern markiert. Die Daten, wann die Vorher- und Nachher-Aufnahmen aufgenommen wurden, sind ebenfalls angegeben. Die Ausrichtung und Auflösung zwischen den Bildpaaren kann variieren, die Pfeile wurden in jedem Bild zur Orientierung auf den Ort der Änderungen gesetzt.









Wir lassen uns gerne von weitere Ergebnisse der Forschungen begeistern, sie werden uns den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko noch näher bringen.

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(Autor: Gertrud Felber - Quelle: ESA/Rosetta/MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA)


» SpaceX kündigt bemannte Mondmission für 2018 an
27.02.2017 - Elon Musk hat bekanntgegeben, dass SpaceX zwei Privatpersonen 2018 auf einen Mondflug ähnlich Apollo 13 schicken will.
Völlig überraschend gab SpaceX-Chef Elon Musk heute bekannt, dass Ende 2018 zwei Privatpersonen einen Flug mit der Dragon-Kapsel zum Mond unternehmen wollen. Dies ist kein Aprilscherz. Offenbar haben die beiden nicht näher identifizierten Personen bereits eine signifikante Anzahlung getätigt.

Bei dieser Mission soll Crew Dragon auf einer Falcon Heavy von Startplatz 39A starten und die Kapsel Richtung Mond starten. Ähnlich wie bei Apollo 13 soll die Kapsel dann ein Swingby-Manöver am Mond machen und wieder zur Erde zurückkommen. Ein Eintritt in eine Mondumlaufbahn findet nicht statt. Anschließend tritt Crew Dragon wieder in die Erdatmosphäre ein und landet im Wasser oder eventuell auch auf Land. Die gesamte Reise dauert ca. eine Woche.

Ursprünglich war bei Apollo 13 eine Mondlandung geplant. Durch eine Explosion im Sauerstofftank des Servicemoduls musste diese abgebrochen werden und die Mission machte nur einen Swingby am Mond ohne einen Eintritt in die Mondumlaufbahn oder eine Landung. Dieses Rettungsmanöver wurde später auch von Hollywood in dem Film Apollo 13 verfilmt.

Da es sich um eine private Mission handelt, braucht die Falcon Heavy keine Zertifizierung für bemannte Starts durch die NASA und die Dragonkapsel auch keine Zertifizierung für eine bemannte Mondmission, die Privatpersonen fliegen auf eigenes Risiko. Das wäre so nicht möglich, wenn NASA Astronauten mitfliegen würden. Allerdings braucht es eine Genehmigung durch die FAA.

Im Rahmen des kommerziellen Crewprogrammes entwickelt SpaceX die Crew Dragon-Kapsel für den Transport von NASA Astronauten. Crew Dragon soll Ende 2017 erstmals unbemannt zur ISS fliegen und im zweiten Quartal 2018 bemannt. Dort erfolgt eine Zertifizierung für bemannte Starts zur ISS auf der Falcon 9-Rakete durch die NASA.

Die Falcon Heavy soll ihren Jungfernflug im Sommer diesen Jahres von Startplatz 39A machen. Im Gegensatz zur Falcon 9 Rakete besitzt sie die nötige Performance um die Crew Dragon-Kapsel zum Mond zu schießen.

Bereits in vergangenen Interviews hat Musk die Fähigkeit der Dragonkapsel hervorgehoben, dass diese auch bei höheren Geschwindigkeiten wieder in die Erdatmosphäre eintreten könnte, da der Hitzschild aus PICA dies ermöglicht. PICA wurde auch bei der Stardust-Mission eingesetzt.

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(Autor: Tobias Willerding - Quelle: SpaceX)



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"InSpace" Magazin #567
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24. März 2017
Auflage: 5338 Exemplare


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