InSpace Magazin #562 vom 6. November 2016

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #562
ISSN 1684-7407


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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

bei der Pressekonferenz der ESA zur Landung von "Schiaparelli" auf dem Mars hätte uns Jan Wörner bestimmt auch lieber einen vollen Erfolg verkündet. Aber der Demonstrator ist nun mal in der letzten Phase seiner Mission abgestürzt, weil die Triebwerke, die das Gerät eigentlich bis kurz über den Boden bringen sollten, viel zu kurz liefen und es so aus 2 - 4 Kilometern Höhe ungebremst abstürzte.

Dennoch war die Mission ein Erfolg, denn während der Landung wurden fortlaufend Daten aufgezeichnet, aus denen jetzt auch rekonstruiert werden konnte, WARUM das Gerät eigentlich abgestürzt ist: Laut einem Interview mit Rolf Densing vom ESOC in Darmstadt kam es bei der Entfaltung des Fallschirms zu "unerwartet heftigen Oszillationen". Ich stelle mir vor, dass das Gerät derart herumgewirbelt worden ist, dass die Radarsensoren der Sonde zunächst keine vernünftigen Daten liefern konnten. Daraufhin hat der Bordcomputer "angenommen", dass die Sonde bereits in Bodenhöhe IST, hat den Fallschirm abgestoßen und die Triebwerke nur für ein paar Sekunden gestartet - und es kam zu dem fatalen Absturz. Ein endgültiger Untersuchungsbericht der ESA zu dem Thema wird demnächst erwartet.

Jedenfalls kann die ESA mit den so gewonnenen Daten ihre "ernsthafte" Landesonde ExoMars in 2020 jetzt so gestalten, dass ein solches Malheur DANN nicht nochmal passiert.

Axel Orth

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Updates / Umfrage

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News

• Letzte Daten aus dem Pluto-Charon-System «mehr» «online»
• Virgin Galactic - Der nächste Schritt «mehr» «online»
• China: Geheimnisvoller Gaofen 10 «mehr» «online»
• Japan: Wettersatellit Himawari 9 gestartet «mehr» «online»
• Telesats Anik F2 überstand erneut Ausfall «mehr» «online»
• Chrunitschew baut, Eutelsat ordert Proton Medium «mehr» «online»
• Auch DMSP F12 mit Fragmentierungsereignis «mehr» «online»
• Thaicom-Tochter ISC bestellt Satellit in China «mehr» «online»


» Letzte Daten aus dem Pluto-Charon-System
01.11.2016 - Die US-amerikanische Raumsonde New Horizons hat die letzten Daten, die sie während des Vorbeifluges an Pluto und Charon gesammelt hatte, zur Erde übertragen. Die Daten befanden sich seit Juli 2015 in digitalen Aufzeichnungsgeräten an Bord der Sonde. Während ihrer Beobachtungskampagnen im Pluto-Charon-System konnte die Sonde wegen der starr montierten Hauptantenne und der über den Sondenkörper verteilten Instrumente große Datenmengen nicht unmittelbar Richtung Erde schicken.
Ein langer Weg zur Erde
Rund 5,5 Milliarden Kilometer legten die Daten auf ihrem Weg von der Sonde zu Erde zurück. Von New Horizons´ 2,1-m-Parabol-Hochgewinnantenne (High Gain Antenna, HGA) ausgestrahlt und mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs benötigten sie für die Strecke eine Zeit von rund fünf Stunden und acht Minuten.

Die letzten Datenpakete mit vom bildgebenden Instrument Ralph/LEISA gesammelten Informationen erreichten das Johns Hopkins Labor für angewandte Physik (Applied Physics Laboratory, APL) in Laurel im US-amerikanischen Bundesstaat Maryland um 11:48 Uhr MESZ am 25. Oktober 2016. Als Empfangsantenne für die Daten vom Infrarotspektrometer LEISA (Linear Etalon Imaging Spectral Array) kam eine des US-amerikanischen Tiefraumnetzwerks (Deep Speace Network, DSN) bei Canberra in Australien zum Einsatz.

Aus dem Pluto-Charon-System gelangten damit zum jetzigen Zeitpunkt insgesamt über 50 Gigabyte Informationen zur Erde. Sie wurden von New Horizons in einem Zeitraum von rund 15 Monaten zur Erde übertragen. Zu über 400 verschiedenen wissenschaftlichen Fragestellungen wurden Daten erfasst, die es jetzt auszuwerten gilt. Die Daten dürften in jeder Hinsicht einzigartig sein, insbesondere auch angesichts der Tatsache, dass heute überhaupt nicht abzusehen ist, wann wieder ein von der Erde geschicktes Raumfahrzeug im Pluto-Charon-System arbeiten wird.

Das Wichtigste zuerst
Wegen der hohen Vorbeifluggeschwindigkeit am Pluto-Charon-System, und weil man nur einen Versuch hatte, wurde New Horizons darauf programmiert, in kurzer Zeit so viel Daten aufzuzeichnen wie möglich. Dabei entstand eine Datenmenge, von der man annehmen musste, dass sie mehr als das einhundertfache der Menge betragen würde, die sich vor einem Weiterflug übertragen lassen würde.

Es war Aufgabe der Sonde, die mit der höchsten Priorität zu behandelnden Daten auszuwählen und zügig vor und sehr bald nach der größten Annäherung an das Pluto-Charon-System Richtung Erde auszustrahlen. Mit der Übertragung der verbliebenen – größeren – Restdatenmenge begann New Horizons im September 2015. Alice Bowman (Mission Operations Manager, MOM) vom Missionsbetrieb beim APL freut sich offensichtlich sehr über das erzielte Ergebnis. Sie wird von der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) mit folgenden Worten zitiert: „Wir haben unseren Topf voll Gold“. New Horizons hat seine Primärmission erfolgreich absolviert!

Bereits ausgewertete Daten sorgten bereits für interessante Erkenntnisse: In der außerordentlich dünnen Atmosphäre von Pluto könnte es Wolken geben. Möglicherweise handelt es sich bei dem gesichteten Phänomen aber auch um einen Art Nebel – oder etwas ganz anderes. Gleichzeitig sind die Verluste von Plutos Atmosphäre um den Faktor von etwa 100 geringer als vor dem Einsatz von New Horzons erwartet.

Geologische, wahrscheinlich auf Konvektion zurückgehende Aktivität sorgt für Veränderung in der Oberflächengestalt von Pluto. Dabei steigt Material von unten an die Oberfläche des Kleinplaneten. Ein riesiges annähernd herzförmiges Gebiet an der Oberfläche Plutos ist möglicherweise Folge solcher Aktivität.

Auf Plutos Begleiter Charon wurde in einem Canyon ein Phänomen beobachtet, bei dem es sich um alte Hangrutschungen handeln könnte. Auf Pluto fand man bisher keine Anzeichen für vergleichbare Hangrutschungen. Beide Himmelskörper kreisen um ein gemeinsames Baryzentrum. Methan aus Plutos Atmosphäre wird von Charon gravitationsbedingt eingefangen. In Charons Polregionen entsteht durch die Bestrahlung von Methaneis mit Sonnenlicht bzw. dessen UV-Anteil Tholin, welches auf Charon rötlich erscheinende Flächen hervorruft. Diese Flächen werden sichtbar, weil tauendes Methan sich nach einem über einhundert Jahre dauernden Winter nicht dauerhaft an der Oberfläche halten kann, die schweren Tholin-Moleküle aber schon.

Es gibt noch viel zu entdecken
Bevor die beiden digitalen, jeweils rund acht Gigabyte fassenden Datenaufzeichnungsgeräte an Bord von New Horizons vor der Speicherung neuer Daten gelöscht werden, wird man sie auf ihre Zuverlässigkeit hin überprüfen. Die nächste Beobachtungsaufgabe für New Horizons steht bereits fest – und ist rund 1,6 Milliarden Kilometer entfernt von Plutos Orbit um die Sonne. Am 1. Januar 2019 soll New Horizons einen kleinen, 2014 MU69 genannten, am 28. Juni 2014 im Rahmen der Suche nach einem geeigneten Ziel entdeckten Himmelskörper im Kuipergürtel in nur rund 3.000 Kilometern Abstand passieren (der geringste Abstand zwischen Pluto und der Sonde betrug etwa 12.500 Kilometer).

Beim Vorbeiflug an 2014 MU69 mit einem vermuteten Durchmesser zwischen 20 und 40 Kilometern will man im Rahmen der KEM für Kuiper Belt Extended Mission genannten Missionserweiterung Daten sammeln. Das Objekt könnte Überbleibsel der sogenannten primordialen Staub- und Gasscheibe sein, aus der sich unser Sonnensystem vor etwa 4,55 Milliarden Jahren gebildet hat. Dafür sprechen teleskopische Beobachtungen im Bereich des (für den Menschen) sichtbaren Lichts. Die Masse von 2014 MU69 liegt nach aktuellen Abschätzungen im Bereich des tausendfachen des Kometen 67P / Tschurjumow-Gerassimenko – etwa einem Zehntausendstel der Masse Plutos.

Im sogenannten Kuipergürtel gibt es nach aktuellem Forschungsstand vermutlich einige 100.000 Objekte, die sich im Sonnensystem außerhalb der Neptunbahn in Entfernungen zwischen 30 bis 50 Astronomischen Einheiten bewegen (eine Astronomische Einheit (AE) ist der mittlere Abstand zwischen Erde und Sonne, rund 149,6 Millionen Kilometer). Die Objekte werden daher als Kuiper-Belt-Objects (KBOs) bezeichnet.

Kurs gesetzt, Mission genehmigt
Zunächst bis 2021 ist der Betrieb von New Horizons finanziert. Ende Juni 2016 hatte die NASA grünes Licht für die Missionserweiterung bekommen. Notwendige Anpassungen ihrer Flugbahn hatte New Horizons bereits vorher abgeschlossen. Im Oktober 2015 begannen die Manöver, die die Sonde schließlich im Novemer 2015 auf Kurs Richtung 2014 MU69 brachten. Die entsprechenden Triebwerkseinsätze erfolgten am 22., 25. und 28. Oktober 2015 sowie am 4. November 2015 und sorgten zusammen für eine Geschwindigkeitsänderung um rund 206 Kilometer pro Stunde.

Wenn beim Flug Richtung 2014 MU69 alles gut geht, und New Horizons dann wie bisher betriebsfähig ist, könnte Ende September 2018 eine 100 Tage dauernde Phase wissenschaftlicher Untersuchungen des KBOs beginnen, die bis in die erste Januarwoche 2019 andauern soll. Die Übertragung der dabei erfassten Daten zur Erde wird voraussichtlich rund 20 Monate dauern und Ende des Jahres 2020 abgeschlossen werden.

Alan Stern, Leiter der New-Horizons-Forschungsgruppe am US-amerikanischen Southwest Research Institute (SwRI) in Boulder im Bundesstaat Colorado, hatte mitgeteilt, dass man New Horizons im Dezember 2016 abschalten werde, wenn die Missionserweiterung nicht genehmigt werden würde. Dazu aber wird es zur Freude der Wissenschaftler und einer interessierten Öffentlichkeit jedoch so bald nicht kommen. Blicken wir gespannt nach vorne und freuen wir uns auf Daten aus dem Kuipergürtel!

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA)


» Virgin Galactic - Der nächste Schritt
01.11.2016 - Am 01. November 2016 kündigte die Spaceline „VIRGIN GALACTIC“ an mit der nächsten Testphase ihres neuen Raumschiffes „Unity“ zu beginnen. Bereits im September 2016 hat sich das Raumschiff zum erstem Mal in die Luft erhoben, allerdings blieb es vom Start bis zur Landung angekoppelt an das „Mutterschiff VMS Eve“. Nun stehen die ersten Gleittests an. Bei einem Testflug am selben Tag konnte „SpaceShipTwo“ aufgrund starker Winde noch nicht abgeworfen werden.
Virgin Galactic bezeichnet sich selbst als erste kommerzielle Spaceline. Gegründet von Sir Richard Branson entwickelt, baut und testet die zur Virgin Group gehörende Firma „The Spaceship Company (TSC)“ ein Weltraumsystem, dass möglichst vielen Menschen den Zugang zum All ermöglichen soll.

Es besteht aus einem Trägerflugzeug, dem sogenannten „WhiteKnightTwo“, getauft „VMS Eve“ und dem eigentlichen Raumschiff „SpaceShipTwo“, im September 2016 getauft auf den Namen „VSS Unity“. Das Konzept fußt auf den Überschallflugzeugen Bell X-1 und X15 und natürlich dem „SpaceShipOne“, dass im Oktober 2004 den mit 10 Millionen Dollar dotierten Ansari X-Prize als erstes privat finanziertes Raumschiff gewann.



Das Trägerflugzeug ist eine Spezialanfertigung aus Verbundwerkstoffen. Es handelt sich um ein doppelrümpfiges, viermotoriges Düsenflugzeug, das das Raumschiff vom Boden bis in eine Höhe von ca. 15 km trägt. Dort ausgeklinkt setzt das Raumschiff mit einem Raketentriebwerk ausgestattet seine ballistische Flugbahn mit ca. 110 km Gipfelhöhe fort. Sowohl die beiden Piloten, als auch die bis zu sechs Passagiere landen nach einem bis zu 5 minütigem freien Fall und einem Gleitflug zurück am „Spaceport America“ in New Mexico als echte Astronauten. Für ein sicheres Wiedereintreten in die Atmosphäre verwendet „SpaceShipTwo“, wie sein Vorgänger, das bereits erprobte "Feathering"-Verfahren. Das Raumschiff ist so konzipiert, dass es die Vorteile einer Kapsel und eines geflügelten Fahrzeugs kombiniert. Geflügelte Fahrzeuge haben für die Passagiere den Komfort einer sanften Verlangsamung und der Möglichkeit zur exakten Rückkehr am Ausgangspunkt. Sie verlangen dafür eine Präzisionslandeanflug und gute Thermalschutzsysteme, während Kapseln weniger Präzision und weniger hochentwickelte Hitzeschutzsysteme verlangen. Dafür setzen Sie den Astronauten viel höheren Verzögerungen aus und ermöglichen weniger genaue Landungen.



Nachdem ausreichend gekoppelte Testflüge des Raumschiffs mit dem Trägerflugzeug „WhiteKnightTwo“ durchgeführt wurden, sollen nun erste selbständige Gleitflüge des Raumschiffs folgen. Im ersten Gleitflug soll die grundsätzliche Leistungsfähigkeit des Raumschiffs bei einer Maximalgeschwindigkeit von Mach 0,6 mit leeren Tanks und ohne das Gewicht der Passagiere getestet werden. In weiteren Gleitflügen werden die Anforderungen dann schrittweise erhöht und die Abbruchszenarien durchgespielt.

Sicherlich wird man die Tests mit Spannung verfolgen. Im Jahr 2014 zerbrach ein erstes Raumschiff bei einem Testflug in der Luft, wobei einer der Piloten ums Leben kam. Damals sagten viele das Ende von Virgin Galactic voraus. Die heutige Pressemeldung beweist die Entschlossenheit des Teams auch mit Rückschlägen fertig zu werden. Laut Virgin Galactic haben bereits mehrere hundert Passagiere einen Flug mit „SpaceShipTwo“ gebucht. Wir werden weiter berichten!

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SpaceShipTwo
Virgin Galactic

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(Autor:
Thomas Geuking - Quelle: Virgian Galactic)


» China: Geheimnisvoller Gaofen 10
02.11.2016 - Der Start des chinesischen Erdbeobachtungssatelliten Gaofen 10 am 31. August 2016 ist offenbar fehlgeschlagen. Offizielle Stellen halten sich fortgesetzt bedeckt. Photos von der abhebenden Rakete wurden zwischenzeitlich veröffentlicht.
Schauplatz des Geschehens war zunächst das Satellitenstartzentrum Taiyuan (Taiyuan Satellite Launch Center, TSLC) in der nordchinesischen Provinz Shanxi. Dort hob eine dreistufige Rakete des Typs Langer Marsch 4C mit Gaofen 10 an der Spitze am 1. September 2016 gegen 2:55 Uhr Ortszeit ab (18:55 Uhr UTC am Vortag). Das Startfenster reichte von 18:46 bis 19:11 Uhr UTC am 31. August 2016, vor Ort war der nächste Tag schon angebrochen, und das Startfenster war von 2:46 bis 3:11 Uhr Pekinger Zeit offen.

Die Rakete verfolgte offenbar anschließend zunächst die vorgesehene Flugroute, was anhand der in vorher festgelegten Abwurfzonen aufgeschlagenen Raketenteilen abgelesen werden kann. Teile der ersten Raketenstufe erreichten im Kreis Shanyang der bezirksfreien Stadt Shangluo in der chinesischen Provinz Shaanxi rund 600 Kilometer vom Startplatz entfernt den Boden. Beide Hälften der Nutzlastverkleidung von der Raketenspitze wurden im Bereich der Ortschaft Shengjiabaxiang (auch Shengjiaba) im Autonomen Bezirk Enshi der Tujia und Miao gefunden.

Der weitere Missionsfortschritt liegt im Dunklen. Insbesondere über eine erfolgreiche Arbeit der dritten Raketenstufe ist nichts bekannt. Die US-amerikanische Weltraumüberwachung hat bis dato nicht bestätigt, dass im Rahmen des Starts ein oder mehrere Objekte Erdumlaufbahnen erreicht hätten. Möglicherweise hat die dritte Stufe der Langer Marsch 4C beim ersten Versager bei bisher insgesamt 20 Flügen dieses Typs nicht gearbeitet wie geplant.

Gaofen 10 hätte offiziell Bestandteil des als zivil beschriebenen chinesischen hochauflösenden Erdbeobachtungssystems (China High-resolution Earth Observation System (CHEOS)) werden sollen. Gao Fen bedeutet dementsprechend schlicht hohe Auflösung.

Im Jahr 2010 hatte die chinesische Regierung der Umsetzung der Pläne für CHEOS zugestimmt. Verantwortlich für den Aufbau des Systems ist das Earth Observation System and Data Center of China National Space Administration, kurz EOSDC-CNSA.

Das Erdbeobachtungssystem sollte sich zunächst durch sieben nacheinander zu startende Raumfahrzeuge und die Nutzung von Luftfahrzeugen auszeichnen. Wie angesichts dieser Tatsache der inzwischen erfolgte Start von Satelliten mit höheren Nummern im Namen zu werten ist, bleibt abzuwarten.

Dass der jetzt verlorene Satellit als Ersatz für einen bereits betriebenen gedacht war, kann zum derzeitigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Vielleicht handelt es sich auch um eine zwischenzeitlich beschlossene Erweiterung des CHEOS. Auch eine Tarnbezeichnung für einen an sich militärischen Zwecken dienenden Satelliten lässt sich auf Grund der derzeit dünnen Informationslage kaum ausschließen.

Offizielle chinesische Stellen beschrieben die Raumfahrzeuge mit Gaofen im Namen üblicherweise als solche mit Aufgaben im Bereich der Bewältigung von Naturkatastrophen, der Beurteilung von erreichbaren und erzielten Ernteergebnissen im Landbau, der Landvermessung, der Stadtplanung sowie bei nicht näher spezifizierten wissenschaftlichen Untersuchungen.

Ein mittlerweile bekannt gewordenes Bild eines anlässlich des Starts produzierten Schmuck-Briefumschlags für Sammler erinnert den Autor an Gaofen 2, einen Erdbeobachtungssatelliten mit optischen Instrumenten, der auf dem Satellitenbus CS-L3000A basiert. Andere Beobachter der chinesischen Raumfahrtaktivitäten vermuteten einen Radarsatelliten auf Basis des Satellitenbus CS-L3000B.

Im chinesischen Forum 9ifly wurde von Gerüchten berichtet, dass der erforderliche Neustart des unsymmetrisches Dimetyhlhydrazin (UDMH) als Brennstoff und Stickstofftetroxid (N2O4) als Oxidator nutzenden Zweikammertriebwerks vom Typ YF-40(B-rs) an Bord der dritten Stufe der Trägerrakete nicht klappte. Das würde bedeuten, dass die Stufe mit ihrer Nutzlast wieder in die Erdatmosphäre eintreten musste. Raketenstufe und Nutzlast sind dabei mit Sicherheit zerstört worden.

Die internationale Vermarkterin von Trägerraketen und Satelliten aus China, die China Great Wall Industry Corporation (CGWIC), teilte schließlich mit, dass es am 1. September 2016 einen Fehlstart gegeben habe, dessen Ursache in einem Problem mit einer Raketenstufe liege, die nur in der Langer Marsch 4C verwendet würde. Bei der Raketenstufe, auf die die CGWIC Bezug nimmt, wird es sich vermutlich um die dritte Stufe der Rakete handeln.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: bbs.9ifly.cn, CCTV, CGWIC, chinaspaceflight.com, cncnews.cn, scmp.com)


» Japan: Wettersatellit Himawari 9 gestartet
05.11.2016 - Um 7:20 Uhr MEZ am 2. November 2016 startete eine H-IIA-Rakete vom japanischen Raumfahrtzentrum Tanegashima, um Himawari 9 alias GMS 9 in den Weltraum zu befördern. Der zweite Satellit einer neuen Wettersatellitengeneration wurde nach einer Flugzeit von 27 Minuten und 51 Sekunden erfolgreich im All ausgesetzt.
Von der Rampe Nummer 1 des Yoshinobu-Startkomplexes (YLP-1) an der Südküste der japanischen Insel Tanegashima aus hatte die H-IIA-Rakete mit der Flugnummer F31 den Satelliten ins All gebracht. Der Start war zuletzt wetterbedingt um einen Tag verschoben worden und erfolgte am 2. November 2016 um 6:20 Uhr UTC (Weltzeit). Die Startmasse des Satelliten betrug rund 3.500 Kilogramm, sein Leergewicht nach Fertigstellung lag bei etwa 1.300 Kilogramm.

Vor Ort herrschte zum Zeitpunkt des Starts um 3:20 Uhr JST (Japan Standard Time) eine Temperatur von 21,3 Grad Celsius, Wind kam mit einer Geschwindigkeit von rund 6,1 Meter pro Sekunde aus Richtung Nord-Ost.

Zuerst lief das LE-7A genannte, flüssigen Wasserstoff mit flüssigem Sauerstoff verbrennende Haupttriebwerk der ersten Stufe an. Nachdem dieses die vorgesehenen Betriebsparameter erreicht hatte, zündeten die beiden mit dem Treibstoff HTPB gefüllten Feststoffbooster vom Typ SRB-A und die von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) in Japan gebaute Rakete verließ die Rampe.

H-IIA-Rakete bei Flug F31 erfolgreich
Rund 93 Sekunden nach dem Abheben waren die Feststoffbooster ausgebrannt und wurden rund 15 Sekunden später abgeworfen. Der Abwurf der Nutzlastverkleidung an der Spitze der Rakete folgte rund drei Minuten und 57 Sekunden nach dem Abheben.

Nach rund sechs Minuten und 29 Sekunden Flug hatte die erste Stufe ihre Arbeit erledigt und wurde rund acht Sekunden später abgetrennt. Zehn weitere Sekunden später zündete das LE-5B genannte, ebenfalls flüssigen Wasserstoff mit flüssigem Sauerstoff verbrennende Haupttriebwerk der zweiten Stufe der Rakete.

Rund fünf Minuten und zehn Sekunden arbeitete des Haupttriebwerk der zweiten Stufe, bis das Ende seiner ersten Brennphase erreicht war. Eine rund 11 Minuten und 47 Sekunden dauernde Freiflugphase schloss sich an, und die zweite Stufe zündete erneut für eine drei Minuten und zwölf Sekunden lange Brennphase. Rund 51 Sekunden nach dem erneuten Abschalten erfolgte dann das Aussetzen des Wettersatelliten im vorgesehenen Transferorbit.

Erreicht wurde ein Transferorbit, von dem aus der Satellit den Weg in den Geostationären Orbit (GEO) eigenständig bewerkstelligen muss. Das Perigäum, also der der Erde nächstliegende Bahnpunkt, des Orbits des Satelliten nach dem Aussetzen, lag bei rund 245 Kilometern über der Erde. Das Apogäum, der am weitesten von der Erde entfernte Bahnpunkt, lag bei 35.855 Kilometern über der Erde. Die verbliebene Bahnneigung gegen den Erdäquator betrug 22,39 Grad.

Die Entfaltung des maximal 2,6 Kilowatt liefernden Solarzellenauslegers des von der Mitsubishi Electric Corporation (MELCO) für die japanische Wetteragentur (Japan Meteorological Agency, JMA) gebauten, auf dem Satellitenbus DS2000 basierenden Raumfahrzeugs erfolge gegen 17:28 Uhr JST, also am 3. November 2016 um circa 0:20 Uhr UTC.

Nach ersten Tests des Satelliten sollen die bordeigenen US-amerikanischen Zweistofftriebwerke - ein Apogäumsmotor R-4D von Aerojet Rocketdyne und 12 Lageregelungstriebwerke von Moog – zum Einsatz kommen, um Himawari 9 in den GEO und dort zur vorgesehenen Position zu bringen.

Wetterbeobachtung wechselweise
Mindestens acht Jahre soll der neue dreiachsstabilisierte Satellit seinen Aufgaben im Bereich der Wetterbeobachtung nachkommen. Zusammen mit Himawari 8, dessen Start am 7. Oktober 2014 erfolgte, will man eine kontinuierliche Beobachtung der Wetterentwicklung insbesondere im Osten Asiens und im westlichen Pazifik über einen Zeitraum von 15 Jahren ermöglichen. Bestellt hatte die JMA die beiden Raumfahrzeuge bei MELCO im Juli 2009.

Geplant ist, dass Himawari 9 zunächst als Reservesatellit dient, und später die regelmäßige Wetterbeobachtung von Himawari 8 übernimmt. Die Satelliten sollen sehr nahe bei einander positioniert werden, so dass sich bei einem Umschalten zwischen den Satelliten so gut wie keine Blickwinkelveränderungen ergeben.

Die Auslegung von Himawari 8 und 9 erfolgte so, dass sich ihr raumflugtechnischer Teil mindestens 15 Jahre lang nutzen lassen wird. Der Regelbetrieb von Himawari 8 an einer Position von 140,7 Grad Ost im GEO begann um 2:00 Uhr UTC am 7. Juli 2015 als Nachfolger des Multi-functional Transport Satellite 2 (MTSAT 2) alias Himawari 7. MTSAT 2 wurde anschließend als Reservesatellit bei 145 Grad Ost im GEO bereitgehalten.

Die Anzahl der Frequenzbänder, auf welchen die Beobachtungen der neuen Satelliten erfolgen, wurde gegenüber den älteren Satelliten aus der MTSAT-Serie von 5 auf 16 gesteigert, das Intervall für die Bilderfassung um Faktoren zwischen 3 und 6 verringert (von 30 bzw. 60 Minuten auf 10 Minuten). Zusammen mit der verdoppelten Auflösung liefert ein neuer Satellit (sichtbares Licht Auflösung 0,5 km, Infrarot 2 km) rund 60 mal mehr Daten als einer der alten (sichtbares Licht Auflösung 1 km, Infrarot 4 km) in der gleichen Zeit.

Schützenhilfe aus den USA
Zentrales bildgebendes Instrument an Bord von Himawari 9 ist der von ITT Exelis - jetzt ein Teil der Harris Corporation - in den Vereinigten Staaten von Amerika gebaute Advanced Himawari Imager (AHI), der auf dem Advanced Baseline Imager (ABI) für den US-amerikanischen geostationären Wettersatelliten GOES R der US-amerikanischen Wetterbehörde NOAA basiert.

Der AHI ist dazu gedacht, alle 10 Minuten Übersichtsaufnahmen und alle zweieinhalb Minuten Detailbilder im Bereich des sichtbaren Lichts und des Infraroten zu erfassen. Die 16 Kanäle des Instruments arbeiten auf Wellenlängen zwischen 0,46 und 13,3 Mikrometern.

Für Abtastungen im Bereich des sichtbaren Lichts (VIS) stehen die Kanäle 1 bis 3 mit den Wellenlängen 0,46, 0,51 und 0,64 Mikrometern zur Verfügung. Die Kanäle 4 bis 6 sind mit Wellenlängen von 0,86, 1,6 und 2,3 Mikrometern dem nahen Infraroten (NIR) gewidmet.

Daten aus dem Infraroten (IR) liefern 10 AHI-Kanäle, die auf Wellenlängen von 3,9, 6,2, 7,0, 7,3, 8,6, 9,6, 10,4, 11,2, 12,3 und 13,3 Mikrometer eingerichtet sind.

Außerdem an Bord von Himawari 9 befindet sich eine Anlage zur Sammlung von aktuellen Weltraumwetterdaten. Entsprechend ihrer Bestimmung heißt sie Space Environment Data Acquisition Monitor, kurz SEDA. Sie ist in der Lage, das Auftreffen von Elektronen und Protonen zu detektieren.

Von den Instrumenten an Bord erfasste Daten werden über ein Data Collection Subsystem (DCS) genanntes Untersystem zusammengestellt und an geeignete Bodenstationen übertragen. Entsprechende Ausstrahlungen erfolgen im Ka-Band.

Katalogisiert ist Himawari 9 („Sonnenblume 9“) alias GMS 9 (GMS steht für geostationary meteorological satellite) mit der NORAD-Nr. 41.836 und als COSPAR-Objekt 2016-064A. Die zweite Stufe der H-IIA F31 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.837 und als COSPAR-Objekt 2016-064B.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Harris, JAXA, JMA, MELCO, MHI, Moog)


» Telesats Anik F2 überstand erneut Ausfall
13.10.2016 - Am 2. Oktober 2016 trat an Bord des Kommunikationssatelliten Anik F2 eine Anomalie auf, die für einen vielstündigen Sendeausfall sorgte.
Der Regelbetrieb des am 17. Juli 2004 auf einer Ariane-5-Rakete von Kourou in Französisch-Guayana aus in den Weltraum transportierten Kommunikationssatelliten Anik F2 war im Oktober 2004 aufgenommen worden. Das Raumfahrzeug mit einer Startmasse von 5.948 Kilogramm dient seinem Betreiber Telesat aus dem kanadischen Ottawa insbesondere zur Versorgung von Kunden in bestimmten Gebieten Kanadas und der Vereinigten Staaten von Amerika mit einer großen Bandbreite von Kommunikationsdiensten wie Internet und Mobiltelefonie.

Der mit 24 C-Band-, 32 Ku-Band-, 38 Ka-Band- und einer Reihe von Reserve-Transpondern ausgerüstete, von Boeing basierend auf der Plattform BSS-702 nach einer Bestellung vom April 2000 gebaute Satellit ist im Geostationären Orbit bei 111,1 Grad West positioniert. Die Auslegungsbetriebsdauer des Satelliten beträgt 15 Jahre. Mit den Treibstoffreserven an Bord ließe sich sein Betrieb laut Telesat auch über das Jahr 2019 hinaus verlängern.

Nutzer und Vertreiber der Kapazitäten der Kommunikationsnutzlast an Bord von Anik F2 sind unter anderem Bell Mobility, Northwestel, Shaw Direct, SSi Micro, Wildblue und Xplornet.

Eine technische Anomalie, die am 2. Oktober 2016 gegen 13:00 Uhr UTC (Weltzeit) auftrat, führte zur Aussetzung des Sendebetriebs. Angaben über Notfallmanöver des Satelliten lassen darauf schließen, dass Anik F2 sich in einen sogenannten Sicherheitsmodus versetzte, in dem die Kommunikationsnutzlast deaktiviert wird. Dabei richtete sich der Satellit wahrscheinlich so Richtung Sonne aus, dass auf jeden Fall eine sichere Stromversorgung durch die beiden Solarzellenausleger möglich ist und die Ladung der Akkumulatoren an Bord sichergestellt wird, und wartete dann auf Kommandos von einer Bodenstation.

Nach etwa 17 Stunden Ausfallzeit konnte Telesat den Sendebetrieb schließlich wieder aufnehmen. Einige Nutzer mussten jedoch über 19 Stunden warten, bis sie wieder auf die von ihnen üblicherweise genutzten Dienste zurückgreifen konnten.

(Un)gewöhnlicher Ausfall mit erwartbaren Folgen
Telesat bezeichnet den Ausfall als höchst ungewöhnlich. Über eine Ursache für den Ausfall legte Telesat bis dato keine Informationen vor. Nach eigenen Angaben setzt Telesat die Untersuchungen des Ereignisses fort und will seine Kunden informieren, sobald neue Details vorliegen. Nach der neuerlichen Betriebsaufnahme verhielt sich Anik F2 laut Telesat nicht ungewöhnlich, und alle seine Untersystem hinterließen einen gesunden Eindruck, so Telesat.

Für die Nutzer der von Anik F2 bereitgestellten Dienste bedeutete die mehrstündige Unterbrechung den Verlust einer Reihe unterschiedlicher Kommunikationsverbindungen. Einige ländliche Regionen im Norden Kanadas verloren so gut wie jede Kommunikationsmöglichkeit. Zahlreiche via Satellit versorgte Gemeinden in den Nordwestlichen Gebieten und in Nunavut waren von dem Ausfall betroffen.

Die Regierung Nunavuts wies Mitarbeiter von öffentlichen Stellen, Gesundheitszentren und Flughäfen an, darauf zu achten, immer Zugriff auf ein aufgeladenes Satellitentelefon (zur Kommunikation in dedizierten Satellitentelefonnetzen) zu haben. Sie empfahl, die Geräte eingeschaltet zu lassen und sie im Falle einer erforderlichen Benutzung – zum Beispiel zur Meldung eines Notfalls - im Freien einzusetzen.

Der Ausfall von Anik F2 unterbrach unter anderem auch von Bell Canada bereitgestellte Dienste im Norden Ontarios und Quebecs, in Nunavut, den Nordwestlichen Gebieten und in Yukon.

Unterbrechungen von Kommunikationsverbindungen des kanadischen Telekommunikationsproviders Northwestel führten dazu, dass zahlreiche elektronische Bankgeschäfte nicht abgewickelt werden konnten und im Handel vor allem mit Barzahlungen operiert werden musste. Auch die Verteilung von rund 50 Kabelfernsehprogrammen war bei Northwestel behindert.

Ein Zugriff auf das Internet war in 25 von SSi Micro angebundenen Kommunen in Nunavut nicht mehr möglich.

Bei Shaw Direct verursachte der Ausfall Probleme mit den von Shaw Direct ausgestrahlten französischsprachigen Programmen und HD-Fernsehkanälen.

Gegebenenfalls wird alles dunkel im Norden Kanadas
Nach dem letzten längeren Ausfall von Anik F2 am 6. Oktober 2011 wurde unter anderem festgestellt, dass es für den via Anik F2 etablierten Notfallbekanntgabedienst zur Bevölkerungsinformation eines insbesondere im Bereich der Wetternachrichten tätigen Unternehmens namens Pelmorex Communication Inc. kein Backup gab.

In einem Bericht eines Beratungsunternehmens mit Datum vom 30. Januar 2012 wird behauptet, Telesat habe signalisiert, dass im Falle eines Versagens von Anik F2 „alles dunkel wird im Norden Kanadas“. Um dem entgegen wirken zu können, halte Telesat eigenen Angaben zufolge Reservekapazitäten auf Anik F3 bereit.

Einige Kommunen in den betroffenen Regionen können aktuell Anik F2 und Anik F3 nutzen, und waren durch den Anik-F2-Ausfall nicht vollständig abgeschnitten. Der Wegfall bestimmter Verbindungsmöglichkeiten scheint vor Ort jedoch zu einer gewissen Konfusion geführt zu haben.

Dass die neuerlichen Probleme mit Anik F2 wieder die berichteten Folgen hatten, mag erstaunen. Der Vorfall von 2011 hätte Anlass bieten können, die Kommunikationseinrichtungen im Norden Kanadas mit ausreichenden Redundanzen zu versehen. Einzelne wichtige Verbindungen sollten nicht vom unterbrechungsfreien Funktionieren eines einzelnen Satelliten abhängig sein. In einem kanadischen Regierungsgutachten wurden die Kommunikationsverbindungen im Norden des Landes seinerzeit als zerbrechlich bezeichnet.

Anik F2 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 28.378 bzw. als COSPAR-Objekt 2004-027A. Anik ist ein Inuktitut-Wort, also eines in der Sprache der Inuit in Nordostkanada, und steht für "kleiner Bruder".

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Alaska Telephone Association, CTV News, Gosfield North Communications, Northwestel, Telesat)


» Chrunitschew baut, Eutelsat ordert Proton Medium
14.10.2016 - Der in Reston in den USA ansässige Startanbieter International Launch Services, abgekürzt ILS, meldete am 12. Oktober 2016 eine neue Beauftragung durch den europäischen Kommunikationssatellitenbetreiber Eutelsat mit Sitz in Paris. Dieser orderte Starts auf einer Proton-M mit Breeze-M-Oberstufe und auf einer Proton Medium.
Auf der bisher schon oft geflogenen Variante, der Proton-M mit Breeze-M-Oberstufe, soll EUTELSAT 5 West B ins All gelangen. Das neue Raumfahrzeug mit einer voraussichtlichen Startmasse im Bereich von drei Tonnen basiert auf einem GEOStar genannten Satellitenbus von Orbital ATK und wird mit einer Kommunikationsnutzlast von Airbus Defence and Space ausgerüstet. Es ist zur Positionierung bei 5 Grad West im Geostationären Orbit (GEO) gedacht.

EUTELSAT 5 West B wird voraussichtlich zusammen mit einem von Orbital ATK entwickelten Spezialsatelliten gestartet werden. Der Spezialsatellit hört auf den Namen Mission Extension Vehicle 1 (MEV 1) und ist dafür gedacht, Satelliten mit zur Neige gehenden Treibstoffreserven zunächst eine Missionsverlängerung und später einen sicheren Transport in einen Friedhofsorbit zu ermöglichen.

Eutelsat setzt auf Bewährtes und auf Neues
Der Start von EUTELSAT 5 West B und des MEV 1 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ist derzeit für das vierte Quartal 2018 geplant.

Welches Eutelsat-Raumfahrzeug auf der bestellten Proton Medium fliegen wird wurde bisher nicht bekannt. Mitgeteilt wurde allerdings, dass mit dem entsprechenden Start, der ebenfalls von Baikonur aus erfolgen und auf der Startrampe 81/24 beginnen soll, 2019 oder 2020 zu rechnen sei.

Beide Starts werden laut ILS im Rahmen einer Sammelbestellung durch Eutelsat von Oktober 2015 abgewickelt. Die Vereinbarung über mehrere Starts, Multi-Launch Agreement (MLA) genannt, ermöglicht Eutelsat laut ILS Planungsflexibilität bei gleichzeitig garantiertem Zugang zum Weltraum über einen Zeitraum von sieben Jahren. Der erste im Rahmen dieser Vereinbarung abgewickelte Start war der von EUTELSAT 9B am 29. Januar 2016.

Kleinere Raketen, größere Stufen
Die neue Trägerrakete Proton Medium war zusammen mit einer weiteren neuen Variante namens Proton Light im September 2016 in Paris auf der World Satellite Business Week vorgestellt worden. Beide Varianten sind ohne Oberstufe im Gegensatz zur Proton-M zweistufig und werden die Breeze-M als Oberstufe nutzen.

Die Proton Medium wird eine gegenüber der Proton-M verlängerte erste Stufe aufweisen und als zweite Stufe eine verlängerte, angepasste Variante der dritten Stufe der Proton-M bekommen. Für die Proton Light könnte ebenfalls eine verlängerte erste Stufe Verwendung finden, bei der aber der Wegfall von zwei der ursprünglich sechs Außentanks samt Triebwerken von einem zusätzlichen zweiten Tank in der in der zentralen Struktur kompensiert wird. Als zweite Stufe könnte wiederum eine verlängerte, angepasste Variante der dritten Stufe der Proton-M fungieren.

Das russische Unternehmen Chrunitschew, Hersteller aller Varianten der Proton-Rakete, und Mehrheitseigner von ILS, meldete, die beiden neuen Varianten seien exklusiv für für den Transport von für den GEO vorgesehene kommerzielle Nutzlasten mit Startmassen zwischen drei und fünf Tonnen gedacht. Die Vermarktung der neuen Raketen soll laut Chrunitschew ausschließlich durch ILS erfolgen.

In einen elliptischen Geotransferorbit (GTO), aus dem heraus der GEO mit einem Geschwindigkeitsunterschied von rund 1,5 km/s zu erreichen ist, kann die aktuelle Proton-M mit Breeze-M-Oberstufe laut ILS bei Verwendung einer vier Meter durchmessenden Nutzlastverkleidung mindestens rund 6,3 Tonnen Nutzlast transportieren. Unter den gleichen Bedingungen soll eine Proton Medium künftig mindestens rund fünf Tonnen Nutzlast in einen GTO bewegen können. Mit der Proton Light sollen es mindestens 3,6 Tonnen sein, verspricht ILS.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Chrunitschew, Eutelsat, ILS)


» Auch DMSP F12 mit Fragmentierungsereignis
26.10.2016 - Der US-amerikanische militärische Wettersatellit DMSP F12 hat ein Trümmerstück abgestoßen. Angaben der US-Luftwaffe (USAF) zum Akkuladesystem des Satelliten ließen ein solches Szenario erwarten. Für weitere Satelliten aus der gleichen Reihe kann es nicht ausgeschlossen werden.
Das Gemeinschaftliche Zentrum für Raumfahrtaktivitäten des US-amerikanischen Militärs (Joint Space Operations Center, JSpOC) hat im Rahmen der von ihm betriebenen Weltraumüberwachung ermittelt, dass der US-amerikanische militärische Wettersatellit DMSP F12 zwischenzeitlich von einem zusätzlichen freifliegenden Objekt begleitet wird.

Die US-amerikanische Luftwaffe bestätigte, dass es ein Fragmentierungsereignis gegeben hat. Die Bestimmung der tatsächlichen konkreten Ursache für das Ereignis ist schwierig bis unmöglich. Von dem ausrangierten Satelliten wurden schon viele Jahre keine Telemetriesignale – die Auskunft über den Zustand technischer Systeme an Bord geben könnten - mehr empfangen. Ins All gebracht hatte man den Wetterbeobachter mit einer Startmasse von rund 830 Kilogramm am 29. August 1994. Erste Wetterdaten sendete der Satellit am 8. September 1994, zum 25. September 1994 war die volle Betriebsbereitschaft von DMSP F12 erreicht. Seine offizielle Abschaltung erfolgte im Jahr 2008 zum 13. Oktober.

Im Rahmen der Stilllegung von DMSP F12 erfolgten Maßnahmen zur sogenannten Passivierung des Satelliten. Dabei wurde nicht nur die Nutzlast zur Wetterbeobachtung abgeschaltet. Auch die Unterbrechung der Verbindung der Akkumulatoren mit dem Solarpanel (Fläche 9,29 Quadratmeter) des Satelliten und die endgültige Abschaltung aller Sendeeinrichtungen an Bord standen auf dem Programm.

Kurzschlüsse und kochende Akkumulatoren
Allerdings gibt es im Akkuladeregler von DMSP F12 eine Schwachstelle, die er sich als siebter Satellit mit denen aus der gleichen Serie (DMSP-5D2-Satelliten F6 bis F14) teilt. Im Laderegler vorhandene Kabelstränge sind ungünstig verlegt. Die Isolation der Kabel kann wegen des fehlerhaften Entwurfs soweit abgerieben werden, bis blankes Leitermaterial zum Vorschein kommt. Die blanken Stellen sind es dann letztlich, die Kurzschlüsse verursachen können und damit eine Überladung von Nickel-Cadmium-Akkumulatorenzellen ermöglichen, welche dann überhitzen und schließlich platzen.

Deshalb birgt auch DMSP F12 nach seiner Passivierung noch das Risiko von entwurfsfehlerinduzierten Akkuexplosionen. Eine Möglichkeit, diesem Schicksal aus dem Wege zu gehen, besteht nicht. Das fehlerhaft konstruierte Akkuladesystem lässt sich im Weltraum nicht ersetzen, und eine wirksame Möglichkeit zur vollständig nachhaltigen Abschaltung entsprechender Satellitensysteme oder Leitungswege besteht im konkreten Fall wohl nicht.

DMSP F13 war in Betrieb, als er Schwierigkeiten in seinem Stromversorgungssystem bekam. Vor der Zerlegung von DMSP F13 am 3. Februar 2015 waren steigende Temperaturen und Stromstärken beobachtet worden. Ermittler gehen deshalb von einen Fehler im Akkumulatorensystem des Satelliten aus.

Platzende Treibstofftanks und Schleudertrauma
Am 15. April 2004 hatte DMSP F11 eine Trümmerwolke verursacht. Verantwortlich dafür ist vermutlich ein in Nachbarschaft zu Akkumulatoren montierter, geplatzter Treibstofftank, der zum Zeitpunkt des Versagens noch rund sechs Kilogramm Hydrazin enthielt.

Amateuerbeobachter berichteten im Oktober 2009 von einer unerwartet aufgetretenen Veränderung der Umlaufbahn von DMSP F12. Gleichzeitig wurde festgestellt, dass der Satellit stark zu rotieren begonnen hatte. Bahnänderung und Rotation sind mit einiger Wahrscheinlichkeit Folge eines Ereignisses an Bord, das am 20. Oktober 2009 mit der Freisetzung einiger Energie einherging. Nicht auszuschließen ist, dass die Rotation zur Ablösung von Bauteilen geführt hat oder führen wird.

Aktuell bewegt sich DMSP F12 auf einer circa 99,1 Grad (99,06 Grad) gegen den Erdäquator geneigten Bahn in Höhen zwischen rund 840 und rund 855 Kilometern über der Erde. Sein Radarquerschnitt bzw. seine effektive Reflexionsfläche wird mit 3,212 Quadratmetern angegeben.

DMSP F12 war von Lockheed Martin bzw. den Vorgängerunternehmungen General Electric Astro-Space Division und Martin Marietta Astro Space wie viele andere militärische und zivile Wettersatelliten basierend auf einem TIROS-N genannten Satellitenbus aufgebaut worden. Sein Hauptkörper ist rund 3,7 Meter lang, der Durchmesser des Hauptkörpers beträgt rund 1,2 Meter.

Die jeweils 25,5 Amperestunden fassenden Akkumulatorensätze sind bei DMSP F12, so wie die Tanks für den Treibstoff Hydrazin, ringförmig verteilt außen an einem Ende des Hauptkörpers montiert.

DMSP F12 alias DMSP B5D2-7 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 23.233 und als COSPAR-Objekt 1994-057A. Außerdem trägt er die Tarnbezeichnung USA 106.

Video bei YouTube vom Creekside Observatory:

  • rotierender DMSP F12 am 2. April 2015 gegen 2:37 Uhr UTC

  • Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:

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    (Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Creekside Observatory, Raumfahrer.net, SeeSat-L, USAF)


    » Thaicom-Tochter ISC bestellt Satellit in China
    30.10.2016 - Am 20. Oktober 2016 hat eine einhundertprozentige Tochter der Thaicom Public Company Limited aus Thailand, die International Satellite Company Limited (ISC), einen Kommunikationssatelliten bei der internationalen Vermarkterin von Trägerraketen und Satelliten aus China, der China Great Wall Industry Corporation (CGWIC), bestellt.
    Der Vertrag wurde einer Information der in Chinas Hauptstadt Peking ansässigen CGWIC zufolge in Thailands Hauptstadt Bangkok geschlossen. Den Auftragswert beziffert die in der Großstadt Nonthaburi beheimatete Thaicom mit rund 7.280 Millionen Baht bzw. auf rund 208 Millionen US-Dollar. In dem genannten Betrag ist der Transport des Satelliten in den Weltraum enthalten. Thaicom geht davon aus, dass der Bau des Satelliten Ende des Jahres 2019 abgeschlossen wird. Die Auslegung des Satelliten soll derart erfolgen, dass er sich 15 Jahre lang kommerziell nutzen lässt.

    Der neue Satellit ist zur Versorgung von Empfängern in China, Hongkong, Japan, Kambodscha, Laos, Malaysia, den Philippinen, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand und Vietnam mit Breitband- und Mobil-Diensten gedacht. Um seine Aufgaben erfüllen zu können, soll er mit einer Anzahl von Ka-Band-Transpondern ausgerüstet werden. Die vom Satelliten nutzbare Gesamtbandbreite wird im Bereich von 37 GHz liegen, der mögliche Durchsatz bei 53 Gigabit pro Sekunde.

    Das Raumfahrzeug, das möglicherweise die Bezeichnung ISC 1 tragen wird, dürfte auf dem chinesischen Satellitenbus DFH-4 der chinesischen Akademie für Raumflugtechnik (China Academy of Space Technology, CAST) basieren. DFH steht dabei für "dong fang hong", was "Der Osten ist rot" bedeutet. Der Start des Satelliten wird nach Angaben der CGWIC voraussichtlich an Bord eines chinesischen Trägers vom Grundtyp LM-3B aus der Reihe der Langer-Marsch-Raketen erfolgen.

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    (Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: CGWIC, Thaicom)



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    Mars Aktuell: Bruchlandung auf dem Mars von Redaktion



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    » Bruchlandung auf dem Mars
    23.10.2016 - Am 19 Oktober erreichte die ExoMars 2016 Mission den roten Planeten. Am selben Tag sollte der Lander Schiaparelli, der sich bereits am 16. Oktober vom Trace Gas Orbiter (TGO) abgekoppelt hatte, weich auf dem Mars landen. Die guten Nachrichten, Schiaparelli hat bis kurz vor der geplanten Landung Daten gesendet, die eine exakte Rekonstruktion der Ereignisse ermöglichen und ist wohl innerhalb der vorgesehenen 100 x 15 km großen Ellipse auf der Mars angekommen. Die schlechte Nachricht, bei Erreichen der Marsoberfläche betrug seine Geschwindigkeit noch etwa 300 km/h. (Update 25.10.2016)
    Dabei hatte alles so schön begonnen. Die ExoMars 2016 Mission ist eine gemeinsame Mission der ESA und der russischen Weltraumbehörde Roskosmos. Sie besteht aus zwei Teilen, dem Trace Gas Orbiter (TGO), sowie Schiaparelli. So heißt der "Entry, Descent and Landing Demonstrator" (EDL), dessen wichtigste Aufgabe darin besteht weich auf dem Mars zu landen. Er ist benannt nach dem italienischen Astronom Giovanni Virginio Schiaparelli. Mit ihm werden die Verfahren und Technologien getestet, die 2020 für einen kontrollierten Abstieg und die weiche Landung eines Rovers auf dem Mars notwendig sind. Dazu gehören ein Hitzeschild, ein Fallschirm, Bremsraketen sowie eine Art „Knautschzone“, die die Energie beim Aufsetzen aufnehmen soll.

    Die ESA stellte sich die Landung von Schiaparelli folgendermaßen vor: Nach dem Eintritt in die Marsatmosphäre soll die Sonde selbständig auf dem Mars landen, denn Funksignale benötigen zu diesem Zeitpunkt schon über neun Minuten, was ein Eingreifen des Kontrollzentrums in Darmstadt unmöglich macht. Nachdem der Lander mit rund der achtfachen Geschwindigkeit einer Gewehrkugel (ca. 21,000 km/h) in die Atmosphäre eingetreten ist, soll er in etwa 6 Minuten auf maximal Radfahrergeschwindigkeit abgebremst werden.

    Dies geschieht als erstes durch die Reibung des Hitzeschildes in der Marsatmosphäre, der bis zu 1.750 Grad aushalten soll. Geht alles nach Plan ist die Sonde dann noch circa 1.800 km/h schnell, wenn sich in rund 11 km Höhe ein Überschallfallschirm öffnet, der die Sonde bis auf etwa 250 km/h abbremst. Kurz nach dem Öffnen des Schirms wird der vordere Hitzeschild abgeworfen, eine Kamera macht ab diesem Zeitpunkt regelmäßig ein Foto von der vor ihr liegenden Marsoberfläche.

    In der letzten Phase der Landung werden der hintere Hitzeschild und der Fallschirm abgeworfen und neun mit Hydrazin angetriebene Bremstriebwerke übernehmen. Sie sollen den Lander knapp über dem Boden in einen kurzen Schwebezustand bringen bevor sie abschalten und der Lander mit maximal 18 km/h aufsetzt. Die schon erwähnte „Knautschzone“, eine verformbare Struktur, fängt die Bewegungsenergie auf und wandelt sie in Verformungsenergie um. Schiaparelli ist gelandet. Soviel zur Theorie.

    In der Praxis ist es dann wohl nicht ganz so abgelaufen, wie die ESA auf Ihrer Homepage am 20. Oktober 2016 schreibt. Der ESA standen während der Landung verschiedene Informationsquellen zur Verfügung, um die Landung zu verfolgen. Zum einen diente der TGO als Relaissatellit, was er auch bei zukünftigen Missionen sein soll. Sowie ebenfalls das Giant Metrewave Radio Telescope (GMRT) in der Nähe von Pune (Indien). Beide verloren das Signal von Schiaparelli kurz vor der geplanten Landung. Die Daten werden zur Zeit noch analysiert. Die ESA geht davon aus mit den gewonnen Daten die entscheidenden Minuten des Abstiegs nachvollziehen zu können. Das ist letztlich die gute Nachricht und ein wichtiger Teilerfolg. Die Daten werden dazu beitragen den geplanten Marsrover 2020 sicherer auf den Mars zu bringen.

    Erste Ergebnisse der Datenauswertung deuten darauf hin, dass bis zum Abwurf des vorderen Hitzeschildes alles nach Plan lief, der Abwurf des hinteren Hitzeschildes und des Fallschirms scheint zu früh erfolgt zu sein. Die Triebwerke haben wohl kurz gezündet, aber zu früh abgeschaltet. So schlug die Sonde wohl mit hoher Geschwindigkeit auf den Marsboden auf, dabei könnten die Treibstofftanks der Triebwerke explodiert sein. Erste Fotos aus dem Orbit vom MRO lassen dies vermuten. Neue Bilder in hoher Auflösung werden hier wohl für mehr Klarheit sorgen.

    Wir werden über weitere Ergebnisse und die Lehren daraus auf Raumfahrer.net berichten.

    Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum: Schiaparelli-Landung

    Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:


    (Autor:
    Thomas Geuking - Quelle: ESA)



     

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    ISS Aktuell: Cygnus OA-5: Feuriger Start, feuriges Ende von Redaktion



    • Cygnus OA-5: Feuriger Start, feuriges Ende «mehr» «online»
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    » Cygnus OA-5: Feuriger Start, feuriges Ende
    26.10.2016 - Ein mit Nachschub und neuen Experimenten beladener US-amerikanischer unbemannter Raumtransporter vom Typ Cygnus (dt. Schwan) wurde am 18. Oktober 2016 beim Jungfernflug der Antares-230-Rakete auf den Weg zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) gebracht. Zwischenzeitlich wurde der Transporter von der ISS-Besatzung mit der Station verbunden.
    Die von Orbital ATK zusammengebaute 42,5 Meter hohe Rakete mit dem ebenfalls von Orbital ATK gebauten Transporter mit einer Startmasse von 6.173 Kilogramm an der Spitze begann ihren Flug von der Rampe 0A der Wallops Flight Facility auf Wallops Island im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia. Sie hob um 1:45 Uhr MESZ am 18. Oktober 2016 (23:45 Uhr UTC 17. Oktober) ab.

    Mix and match
    Die Antares 230 nutzte in der ersten Stufe zwei Kerosin mit flüssigem Sauerstoff verbrennende RD-181-Triebwerke von NPO Energomash (НПО Энергомаш) aus Russland, deren Grundkonstruktion auf einen Entwurf von Juschnoje in der Ukraine zurückgeht, der einstmals für einen Flüssigkeitsbooster für die sowjetische Schwerlastrakete Energija entwickelt worden war. Die Triebwerke lieferten einen nominalen Startschub von zusammen rund 392 Tonnen. In der zweiten Stufe kam ein Feststoffmotor des Typs Castor 30XL zum Einsatz, den Orbital ATK in seinem Werk in Magna im US-Bundesstaat Utah gebaut hatte. Er lieferte rund 30 Tonnen Schub und verbrannte modifiziertes TP-H8299, das Hydroxyl-terminiertes Polybutadien (HTPB) enthält und 20 Prozent Aluminium.

    Zum ersten Mal saß ein Cygnus-Transporter auf einer Antares-230-Rakete. Ursprünglich hätte Orbital ATK den Orbit-Einschuss der Cygnus-Transporter ausschließlich mit Hilfe eigener Raketen vornehmen wollen, musste sich nach einem kapitalen Fehlstart seiner Antares-130-Rakete am 28. Oktober 2014 jedoch nach einem Transportdienstleister umsehen, um den von der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) erhaltenen Auftrag mit dem Titel Commercial Resupply Services-1 (CRS-1) weiter umsetzen zu können.

    Bevor Orbital ATK den jetzt erfolgreichen Flug absolvieren konnte, griff man im Dezember 2015 (Cygnus OA-4) und März 2016 (Cygnus OA-6) zweimal auf Raketen des US-amerikanischen Startanbieters United Launch Alliance (ULA) zurück. Die entsprechenden Atlas-Projektile benutzen in ihren ersten Stufen übrigens ebenfalls Triebwerke aus Russland (RD-180) und flogen von der Luftwaffenbasis Cape Canaveral aus.

    Der jetzt gestartete Transporter wird auch als Raumschiff Alan Poindexter (S.S. Alan Poindexter) bezeichnet. Damit soll an den 2012 verstorbenen US-amerikanischen Astronauten Alan Goodwin Poindexter erinnert werden, der als Pilot und Kommandant Missionen im Space Shuttle (STS-122 - Anlieferung Columbus und STS-131 - Flug mit Logistkmodul Leonardo) absolviert und an Bord der ISS gearbeitet hatte.

    Mehr Platz, mehr Leistung
    Der Transporter fliegt zum dritten Mal in seiner vergrößerten und verbesserten Variante. Er ermöglichte eine größere Zuladung von Transportgut, weist ein gegenüber der kleineren Bauform um rund 25 Prozent größeres Volumen seines druckbeaufschlagten, von der ISS nach dem Ankoppeln zugänglichen Frachtraums auf. Der druckbeaufschlagte Frachtraum, Pressurized Cargo Module (PCM) genannt, wurde vom französisch-italienischen Luft- und Raumfahrtkonzern Thales Alenia Space in Turin in Italien hergestellt. Die verbesserte Transportervariante besitzt außerdem neu-konstruierte Treibstofftanks und Solarzellenausleger.

    Laut Orbital ATK hatte der Cygnus-Frachter den Start sehr gut überstanden und gelangte rund neun Minuten nach dem Abheben auf einen rund 51,6 Grad gegen den Erdäquator geneigten Orbit in Höhen zwischen 214 und 368 Kilometern über der Erde, was auf eine mehr als ausreichende Leistung der neuen Rakete hindeutet. Es bestand eine stabile Kommunikationsverbindung, die beiden Orbital ATK UltraFlex-Solarzellenausleger wurden erfolgreich entfaltet.

    Nach Herstellung der Betriebsbereitschaft musste der Transporter eine Reihe von Bahnanpassungsmanövern durchführen. Dafür wurde ein Teil der 800 Kilogramm umfassenden Treibstoffvorräte an Bord verbraucht. Nach einigen Einsätzen des von IHI mit Sitz in Tokio, Japan, gebauten Haupttriebwerks vom Typ BT-4 erreichte Cygnus OA-5 am 20. Oktober einen 392 x 402 Kilometer Orbit. Vor einem Aufschließen zur ISS war für den Zeitraum der Ankunft der Sojus-MS 02 ein Sicherheitsabstand einzuhalten. Nach der Ankunft der Besatzungsmitglieder Sergei Nikolajewitsch Ryschikow, Andrei Iwanowitsch Borissenko und Robert Shane Kimbrough der Expedition 49 bzw. 50 konnte der Transporter den Anflug auf die Station fortsetzen.

    Angeflogen, angepackt und angekoppelt
    Aus etwa 4.000 Kilometer Entfernung wurde der Abstand des Transporters zur ISS zunächst auf 1.600 Kilometer am 21. Oktober und dann etwa 550 Kilometer am 22. Oktober verringert. Am 23. Oktober schließlich begann der Endanflug, nachdem in einem Abstand von 28 Kilometern zur Station eine spezielle Kommunikationsverbindung zwischen Cygnus OA-5 und der ISS hergestellt worden war. Über Positionen in 1,4 Kilometern, 1000 und 250 Metern erreichte der Transporter eine in rund 30 Metern Abstand.

    Um 13:07 Uhr MESZ am 23. Oktober 2016 (11:07 Uhr UTC) erfolgte die Freigabe zur Einnahme einer Position neben der Station in Reichweite des rund 18 Meter langen Canadarm 2 genannten Roboterarms. Die NASA-Astonautin Kate Rubins steuerte dann den auch als SSRMS für Space Station Remote Manipulator System bezeichneten Roboterarm aus der Station und führte ihn behutsam an den Transporter heran. Um 13:28 Uhr MESZ (11:28 Uhr UTC) konnte sie den Kontakt zwischen dem Arm und dem entsprechenden Interface an Cygnus OA-5 herstellen.

    Der Nadir-Andockport am Modul Unity (alias Node 1), bezeichnungsgerecht Richtung Erde zeigend, war der für Cygnus OA-5 vorgesehene. Mit dem Roboterarm wurde der Transporter also in die entsprechende Lage bugsiert und an die Kopplungsschnittstelle des Andockports herangeführt. Um 16:53 Uhr MESZ am 23. Oktober 2016 (13:53 Uhr UTC) waren Transporter und Station schließlich fest verbunden.

    Unter den vom Transporter angelieferten Gütern befinden sich 498 Kilogramm Material für wissenschaftliche Experimente, 585 Kilogramm Nachschub zur Versorgung der Besatzung der ISS, 1.023 Kilogramm Ausrüstung zur Verwendung bei Außeneinsätzen, 5 Kilogramm Computertechnik sowie 42 Kilogramm Hardware aus Russland.

    Schwan mit Mitfliegern
    Außen an Cygnus OA-5 montiert ist eine Vorrichtung von der NanoRacks LLC aus Webster im US-Bundesstaat Texas zum Aussetzen von Kleinsatelliten. Die NanoRacks CubeSat Deployer – External (NRCSD-E) genannte Vorrichtung sitzt am Segment 5 des Cygnus-Servicemoduls (SM). In ihr befördert werden vier drei Standard-Cubesat-Einheiten (3U) große Kleinsatelliten für eine Satellitenkonstellation namens Lemur 2. Laut Orbital ATK beträgt die Gesamtmasse der außen transportierten Hardware mit Deployer und Satelliten 83 Kilogramm.

    Die für Spire Global aus San Francisco in Florida in den USA gebauten Satelliten Lemur 2 Nr. 14 bis Lemur 2 Nr. 17 sollen der Überwachung des Schiffsverkehrs auf den Weltmeeren und der Wetterbeobachtung unter Nutzung von GPS-Signalen dienen und besitzen eines Masse von jeweils rund 4 Kilogramm. STRATOS heißen die Systeme zur Analyse der Veränderungen von GPS-Signalen beim Gang durch die Erdatmosphäre zum Zwecke der Wettervorhersage an Bord der Kleinstsatelliten. SENSE ist der Name der Technik zur Beobachtung des Schiffsverkehrs.

    Die NanoRacks LLC hat außerdem eine interne Nutzlast an Bord von Cygnus OA-5. Das Blackbox genannte spindformatige Rack ist als Experimentierplattform gedacht und bietet Platz für Einbauten im Format von maximal 18 Standard-Cubesat-Einheiten (18U).

    Feuer an Bord vor feurigem Wiedereintritt
    Die aktuelle Planung sieht vor, dass Cygnus OA-5 bis zum 18. November 2016 mit der ISS verbunden sein soll. Nach der Abkopplung des dann unter anderem mit voraussichtlich 1.687 Kilogramm Material und Stationsabfällen beladenen Transporter will man das Spacecraft Fire Experiment 2 (Saffire-2) abwickeln.

    Saffire-2 dient der Erforschung von Verlauf und Folgen eines Brandes an Bord eines Raumfahrzeugs. Dabei will man mit dem etwa 53 auf 90 auf 133 Zentimeter großen Versuchsaufbau Tests vornehmen, die man auf Grund des Risikos nicht an Bord eines bemannten Fahrzeugs ausführen möchte. An Bord von Raumfahrzeugen verlaufen Brände anders als auf der Erdoberfläche. Bei der typischen Zusammensetzung und Umwälzung der Atmosphäre in einem Raumfahrzeug oder einer Raumstation können Brände langsamer verlaufen, aber gleichzeitig höhere Temperaturen erreichen.

    Die bei Saffire-2 bei rund 21 Volumenprozent Sauerstoff zu entzündenden Materialproben messen rund 5 auf 29 Zentimeter. Neun verschiedene Proben will man testen. Zwei von ihnen bestehen aus Acrylglas (Polymethylmethacrylat, PMMA). Zwei weitere setzen sich aus einer Mischung aus Baumwolle und Glasfasern zusammen. Vier Proben bestehen aus unterschiedlich dickem polyaramidverstärkten Gummi. Das Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen steuerte eine Acrylglasprobe mit strukturierter Oberfläche bei.

    Saffire-2 wird erst zum Einsatz kommen, wenn der Cygnus-Transporter die ISS wieder verlassen hat und sich in einem sicheren Abstand zur Station befindet. Später erfolgt dann der laut Plan zerstörerische Wiedereintritt in die Erdatmosphäre über dem Pazifik.

    Cygnus OA-5 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.818 und als COSPAR-Objekt 2016-062A.

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    (Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NanoRacks, NASA, Orbital ATK, Spire Global, Thales Alenia Space, ZARM)


    » Sojus-MS 01 in Kasachstan gelandet
    30.10.2016 - Am Morgen des 30. Oktober 2016 ist die Rückkehrkapsel des Raumschiffs Sojus-MS 01 mit ihrer dreiköpfigen Besatzung in Zentralkasachstan gelandet.
    Mit der Landung des Russen Anatoli Alexejewitsch Iwanischin, des Japaners Takuya Ōnishi sowie der US-Amerikanerin Kate Robins an Bord gegen 4:58 Uhr MEZ am 30. Oktober 2016 im vorgesehenen Gebiet wurde die ISS-Expedition 49 endgültig erfolgreich abgeschlossen.

    Das Trio hatte die Internationale Raumstation (ISS) am 9. Juli 2016 mit dem Raumschiff Sojus-MS 01 erreicht und legte 1.840 Erdumrundungen zurück. Im Rahmen ihrer Mission arbeiteten Iwanischin, Ōnishi und Robins 113 Tage an Bord der Raumstation und verbrachten insgesamt 115 Tage im All. Der für die russische Raumfahrtorganisation (Roskosmos) tätige Iwanischin hat jetzt seinen zweiten Raumflug abgeschlossen und war damit insgesamt 280 Tage im All. Ōnishi, unterwegs im Auftrag der japanischen Weltraumforschungsagentur (JAXA) und Rubins, tätig für die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) beendeten jeweils ihren ersten Einsatz im Weltraum.

    Am gestrigen 29. Oktober 2016 legten die drei Raumfahrer ihre Sokol-Fluganzüge an und bereiteten sich in der Besatzungskabine von Sojus-MS 01 auf die Landung vor. Die Luken zur ISS wurden gegen 23:12 Uhr MESZ geschlossen. Nach der Überprüfung des hermetischen Abschlusses koppelte das Sojus-Raumschiff mit Sojus-Kommandant Iwanischin an den Kontrollen um 2:37 Uhr MESZ am 30. Oktober 2016 vom Kopplungsstutzen am Forschungs- und Kopplungsmodul mit dem Eigennamen Rasswet (Рассвет, russisch für Morgendämmerung) alias Mini Research Module 1 (MRM 1) an der der Erde zugewandten Seite des russischen Segments der Station ab. Anschließend entfernte sich Sojus-MS 01, das erste bemannte Schiff in der weiterentwickelten Sojus-Variante MS mit dem Erzeugniscode 11F732, langsam von der Station. MS steht hier für Modernisiertes System.

    Die ISS befand sich während dieses Manövers im freien Flug, um den Ablegevorgang nicht durch automatische Lagekorrekturen zu stören. Die Lageregelungstriebwerke des Sojus-Raumschiffs, von denen es an der Sojus-MS-Variante jetzt 28 fehlertolerant paarweise montierte vom Typ DPO-B (ДПО, Triebwerke für Anlegen und Lageregelung) gibt, wurden rund drei Minuten nach dem Abkoppeln das erste Mal eingesetzt, um schneller aus der unmittelbaren Nähe der ISS zu kommen. Dabei erfolgte in einer Entfernung von circa 20 Metern zur Station eine kurze rund acht Sekunden dauernde Brennphase des unsymmetrisches Dimetyhlhydrazin (UDMH) als Brennstoff und Stickstofftetroxid (N2O4) als Oxidator nutzenden Lageregelungssystems. Iwanischin erprobte die Neuauslegung mit Lageregelungstriebwerken anschließend für eine Weile unter manueller Steuerung, bevor er rund neun Minuten und 20 Sekunden nach dem Ablegen ein weiteres Manöver zur Abstandsgewinnung flog – ebenfalls unter Handsteuerung.

    Um 4:06 Uhr MEZ und 34 Sekunden begann eine vier Minuten und 37 Sekunden lange Brennphase des SKD genannten (СКД, Triebwerke für Annäherung und Bahnkorrektur) ebenfalls UDMH und Stickstofftetroxid nutzenden Haupttriebwerksblocks am Heck des Servicemoduls zum Abbremsen von Sojus-MS 01. Das Raumschiff wurde dadurch um 128 Meter pro Sekunde soweit verlangsamt, dass der erdnächste Punkt seiner Umlaufbahn innerhalb der Erdatmosphäre lag. In rund 140 Kilometern Höhe wurden anschließend Orbitalmodul, Landekapsel und Servicemodul voneinander getrennt.

    Während Orbital- und Servicemodul beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre weitgehend verglühten, passierte dies mit der Landekapsel nicht, da sie an ihrer Unterseite mit einem Hitzeschild versehen worden war. Die Kapsel wurde durch den Luftwiderstand und danach durch einen kleinen Bremsfallschirm auf eine Geschwindigkeit von etwa 350 Kilometer pro Stunde abgebremst. Anschließend öffnete sich der große Hauptfallschirm, der eine weitere Reduzierung der Geschwindigkeit auf etwa 21 Stundenkilometer bewirkte.

    In rund sieben Kilometern Höhe über dem Boden wurde schließlich der Hitzeschild abgeworfen, um unter anderem den Einsatz der Landetriebwerke zu ermöglichen. Diese zündeten unmittelbar vor dem Aufsetzen. Die sechs Bremstriebwerke dämpften den Aufprall der Kapsel auf den Steppenboden, die Landegeschwindigkeit liegt bei diesem Verfahren im Bereich von rund 10 Kilometern pro Stunde. Nach der Landung gegen 4:58 Uhr MEZ (9:58 Uhr Ortszeit Kasachstan) blieb die Besatzungskabine von Sojus-MS 01 in aufrechter Position stehen, was die Bergung der Besatzung vereinfachte.

    Da die Landung im vorgesehenen Gebiet rund 150 Kilometer südöstlich der Stadt Schesqasghan in Zentralkasachstan erfolgte, waren die Bergungsmannschaften mit Hubschraubern vom Typ Mi-8 und Fahrzeugen schnell vor Ort. Die Mannschaften, die über 14 Hubschrauber, zwei Flugzeuge und 20 Geländefahrzeuge verfügten, waren bald in der Lage, die drei Besatzungsmitglieder aus der Landekapsel zu bergen. Sichtlich gut gelaunt konnten die Besatzungsmitglieder anschließend die kühle Morgenluft – vor Ort lag die Temperatur bei etwa + 1 Grad Celsius - genießen. Eine erste Überprüfung verschiedener medizinischer Werte ergab, dass sich die Besatzung in guter gesundheitlicher Verfassung befindet.

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    (Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: JAXA, NASA, Roskosmos)



     

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    "InSpace" Magazin #562
    ISSN 1684-7407


    Erscheinungsdatum:
    6. November 2016
    Auflage: 5285 Exemplare


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    Redaktion:
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    Michael Clormann
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    Klaus Donath
    Günther Glatzel
    Sascha Haupt
    Stefan Heykes
    Oliver Karger
    Hans J. Kemm
    Hans Lammersen
    Timo Lange
    Daniel Maurat
    Kirsten Müller
    Simon Plasger
    Ralph-Mirko Richter
    Roland Rischer
    Peter Rittinger
    Daniel Schiller
    Ralf Mark Stockfisch
    Karl Urban
    Thomas Wehr
    Thomas Weyrauch
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