InSpace Magazin #559 vom 8. Juni 2016

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Ausgabe #559
ISSN 1684-7407


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Intro von Simon Plasger

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,



in der aktuellen Ausgabe des InSpace-Magazins finden Sie unter Anderem Infos zum letzte Start von SpaceX, aktuelles zum Aufbau des europäischen Navigationssystems Galileo sowie weiteres zu aktuellen Starts und Verträgen aus der Raumfahrt.

Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen

Simon Plasger

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Updates / Umfrage

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News

• Russland: Militärischer Erdvermessungssatellit im All «mehr» «online»
• SES 9 hat Regelbetrieb aufgenommen «mehr» «online»
• Schülerwettbewerb Ideenflug der Airbus Group «mehr» «online»
• ISRO testet Technologiedemonstrator RLV-TD «mehr» «online»
• Galileo-Aufbau: Sojus-Flug VS15 erfolgreich «mehr» «online»
• Arianespace liefert Dispenser für OneWeb-Satelliten «mehr» «online»
• Mitsubishi (MELCO) baut japanischen Mondlander SLIM «mehr» «online»
• SpaceX startet Thaicom-8, landet Erststufe «mehr» «online»
• Navigationssatellit GloNaSS-M 753 gestartet «mehr» «online»


» Russland: Militärischer Erdvermessungssatellit im All
06.06.2016 - Am 4. Juni 2016 hat eine Rakete vom Typ Rockot vom Kosmodrom Plessezk aus den neuen militärischen Erdvermessungssatelliten GEO-IK-2 Nr. 12 alias Kosmos 2.517 in den Weltraum transportiert.
Die russischen Raketentruppen benutzten für den Start des Satelliten eine sogenannte Konversionsrakete, eine ehemalige Interkontinentalrakete des Typs SS-19 (alias Stiletto, russische Bezeichnung RS-18. Eine solche Rakete kam dabei zum zweiten Mal im Jahr 2016 zum Einsatz Der Start von der Rampe 133/3 erfolgte im Auftrag des russischen Verteidigungsministeriums unter der Leitung des Generalmajors Alexander Golowko.

Gemäß Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hob die Rakete exakt um 17:00 Uhr Moskauer Zeit – also um 16:00 Uhr MESZ - ab. Nach rund zwei Minuten Flug begann die Bahnverfolgung durch automatische Systeme der russischen Luft- und Weltraumüberwachung. Gegen 17: 36 Uhr MESZ wurde GEO-IK-2 Nr. 12 von der Oberstufe vom Typ Breeze-KM im All abgesetzt.

Die vom russischen Raumfahrtkonzern Chruniteschew gebaute Raketenoberstufe wurde vom Bahnverfolgungs- und Satellitenkontrollzentrums der russischen Luft- und Weltraumverteidigungskräfte (Voyska Vozdushno-Kosmicheskoy Oborony, VKO - Russisch: Войска воздушно-космической обороны, ВКО) German Titow alias Golizyno 2 in Krasnoznamensk westlich von Moskau nach dem Aussetzen des Satelliten in einen sogenannten Friedhofsorbit gesteuert.

Eine Reihe von Brennphasen brachte die Oberstufe auf eine etwa 99,23 Grad gegen den Erdäquator geneigte Umlaufbahn mit einem der Erde nächsten Bahnpunkt von rund 406 Kilometern über der Erde und einem erdfernsten Bahnpunkt im Bereich von 950 Kilometern über der Erde.

Im Anschluss an das Aussetzen des Satelliten im vorgesehenen Orbit übernahm die Abteilung für Erdbeobachtung des Kontrollzentrum German Titow Steuerung und Überwachung des Raumfahrzeugs.

Nach Informationen des russischen Verteidigungsministeriums gibt es stabile Telemetrieverbindungen zu GEO-IK-2 Nr. 12, dessen Systeme normal arbeiten würden. Der neue von Reschetnjow Informational Satellite Systems gebaute Satellit mit dem Erzeugniscode 14F31 und der alternativen Typbezeichnung Mousson 2 zieht in Höhen zwischen 940 und 960 Kilometern auf einer rund 99,28 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn um die Erde.

Der Satellit soll Daten zur Überarbeitung eines geodätischen Koordinatensystems liefern, die Drift der Kontinentalplatten beobachten sowie den Tidenhub und andere weltweite natürliche Phänomene untersuchen. Das Raumfahrzeug besitzt neben einem zentralen Gerätebehälter mit einem Durchmesser von rund 1,3 Metern einen Radiohöhenmesser des französisch-italienischen Luft- und Raumfahrtkonzerns Thales Alenia Space. Das SADKO-2 genannte Instrument ist als Hauptinstrument des Satelliten anzusehen und wurde vom Höhenmesser mit der Bezeichnung Poseidon-2 des französischen Erdbeobachtungssatelliten Jason-1 abgeleitet.

Die Vorgängersatelliten verfügen neben dem Radiohöhenmesser über ein Dopplersystem, einen Entfernungsmesser, einen optischen Reflektor für Laserlicht und ein System zur Bereitstellung einer synchronisierten Zeitbasis, sowie Empfänger für Navigationssignale der Systeme GloNaSS (Russland) und GPS (USA).

1982 hatte die Sowjetunion mit dem Aufbau eines militärischen geodätischen Systems begonnen. 1994 wurde der zunächst letzte Erdvermessungssatellit gestartet und ab 1999 blieben Aktualisierungen der Daten des geodätischen Systems aus.

GEO-IK-2 Nr. 11 sollte ab 2011 als erster eines neuen Satellitenpaares frische Messdaten sammeln, um Russlands militärisches geodätisches System auf einen aktuellen Stand zu bringen. Der Satellit gelangte nach seinem Start am 1. Februar 2011 wegen eines Fehlers in der Raketenoberstufe vom Typ Breeze-KM nicht auf die vorgesehene Umlaufbahn, weshalb er seinen Aufgaben nicht nachkommen konnte. Am 28. Juni 2011 erklärten die russischen Weltraumtruppen GEO-IK-2 Nr. 11 offiziell zu einem Totalverlust. Im Juli 2013 trat der Satellit wieder in die Erdatmosphäre ein und wurde dabei zerstört.

Ersatz für den aufgegebenen Satelliten sollte ursprünglich bereits im Jahr 2014 gestartet werden. Weil dann jedoch Maßnahmen zum Schutz der Bordelektronik und einige Upgrades der Elektronik vorgenommen wurden, verzögerte sich der Start zunächst auf 2015, dann auf 2016. Am 31. März 2016 sendete sein Hersteller GEO-IK-2 Nr. 12 schließlich an das Kosmodrom Plessezk. Ein letzter Startaufschub um rund zwei Wochen wurde im Mai 2016 beschlossen. Grund für den Aufschub sollen nicht näher beschriebene technische Probleme gewesen sein.

GEO-IK-2 Nr. 12 alias Kosmos 2.517 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.579 und als COSPAR-Objekt 2016-034A. Die Breeze-KM-Oberstufe ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.580 und als COSPAR-Objekt 2016-034B.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: russisches Verteidigungsministerium, Reschetnjow, RIA Nowosti, TASS)


» SES 9 hat Regelbetrieb aufgenommen
06.06.2016 - Der am 5. März 2016 ins All transportierte Kommunikationssatellit SES 9 hat nach Angaben seines Betreibers den Regelbetrieb aufgenommen. SES berichtete am 1. Juni 2016, dass zur Versorgung des asiatischen Raums jetzt zahlreiche zusätzliche Transponder genutzt werden können.
Eine Falcon-9-Rakete in der Version 1.2 hatte SES 9 in den Weltraum transportiert und auf einem Transferorbit mit einem erdfernsten Bahnpunkt im Bereich von 40.650 Kilometern über der Erde ausgesetzt. Von dort aus musste sich SES 9 mit bordeigenen chemischen und zusätzlich mit elektrischen, Xenon ausstoßenden Triebwerken in den Geostationären Orbit steuern.

Die Tests von SES im All waren vor einigen Tagen erfolgreich abgeschlossen und SES 9 bei 108,2 Grad Ost im GEO in Kolokation mit SES 7 und NSS 11 positioniert worden. Dort wird SES 9 den von Lockheed Martin gebauten NSS 11 ablösen. Letzterer kreist seit dem 2. Oktober 2000 um die Erde und besitzt eine Auslegungsbetriebsdauer von 15 Jahren.

SES 9 ist eine Konstruktion von Boeing Satellite Systems International und basiert auf dem Bus 702HP. Ausgelegt ist der Satellit mit einer Masse von rund 5.330 Kilogramm (nach alternativen Angaben 5.271 Kilogramm) für eine Lebensdauer von 15 Jahren. Der Energieversorgung dienen zwei Solarzellenausleger aus jeweils sechs Elementen und vier Sätze mit Lithium-Ionen-Akkumulatoren mit Zellen vom Typ VES 140S des Herstellers SAFT.

Als größter der Satelliten in der Flotte von SES zur Versorgung des asiatischen Raums wurde er mit einer Kommunikationsnutzlast mit 57 starken Ku-Band-Transpondern ausgestattet. Die Kommunikationsnutzlast hat eine Nennleistung von 12,7 Kilowatt.

Im schnell wachsenden Segment der Bereitstellung von Video- und Mobilfunkübertragungsmöglichkeiten ermöglicht der neue Satellit eine bedeutende Erweiterung der Kapazitäten von SES zur Versorgung von Empfängern in Indien, auf dem indischen Ozean, in Indonesien, im Nordosten Asiens, auf den Philippinen und im südlichen Asien. Außerdem kann SES mit SES 9 eigenen Angaben zu folge Anforderungen von Großunternehmen und Regierungsorganisationen gerecht werden.

Für die Nutzung von SES 9 konnte SES bereits Kunden gewinnen. Zusammen mit dem größten Unternehmen für Satellitenkommunikation aus Indonesien, der PT Telekomunikasi Indonesia, will SES Kapazitäten von SES 9 vermarkten. Mit Sky Cable, dem größten Anbieter von Satellitenfernsehen auf den Philippinen, hat SES einen langjährigen Vertrag über die Direktausstrahlung von Fernsehprogrammen geschlossen.

Darüber hinaus ging SES vor wenigen Tagen eine Partnerschaft mit Gilat Satellite Networks Ltd., einem im Bereich Satellitennetzwerke international tätigen Unternehmen aus Israel, ein. Zusammen will man in Asien ein Angebot namens "SES Enterprise+ Hybrid Broadband" vermarkten, das auf Kapazitäten von SES 9 zurückgreifen wird. Bei der Nutzung für den Zugriff auf das Internet sieht das Konzept den Download über den Satelliten und den Upload über terrestrische Verbindungen vor.

SES 9 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.380 und als COSPAR-Objekt 2016-013A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Boeing, SES, SpaceX)


» Schülerwettbewerb Ideenflug der Airbus Group
19.05.2016 - Beim Schülerwettbewerb "Ideenflug" werden Ideen gesucht, wie man den Luft- und Raumfahrtbereich effektiver, sicherer oder umweltschonender gestalten kann. Hier die Wettbewerbsausschreibung der Airbus Group:
Ihr habt lauter tolle und innovative Ideen für den Luft- und Raumfahrtbereich und denkt schon lange darüber nach wie man diesen Bereich effektiver, sicherer oder umweltschonender gestalten könnte? Dann seid ihr beim Schülerwettbewerb "Ideenflug" der Airbus Group genau richtig. Denn hier suchen wir eure Ideen! Was genau gesucht wird und was ihr bei einer Teilnahme beachten müsst findet ihr hier nochmal kurz und knapp zusammengefasst. Wir freuen uns auf eure Beiträge!

Was wird gesucht?
In diesem Wettbewerb geht es um zwei Dinge: ums Fliegen und um eure Ideen! Deshalb heißt der Wettbewerb „Ideenflug!" Die Frage ist also: Was sind Ideen für die Zukunft der Luft- und Raumfahrt? Wie fliegen und reisen wir künftig am Himmel und im All? Die Jury freut sich auf Wettbewerbsbeiträge, die die Luft- und Raumfahrt umweltfreundlicher, effizienter, komfortabler, sicherer und schneller machen. Gefragt sind kleine und große Ideen.

Wie kann ein Wettbewerbsbeitrag aussehen?
Teilnahmebeiträge können auf der Internetseite des Wettbewerbs hochgeladen werden. Das können Texte sein, Fotos, aber auch Videos, Audiodateien, Präsentationen, Bilder und Grafiken. Modelle können postalisch eingereicht werden.

Wer kann mitmachen?
Mitmachen können alle Schüler zwischen 12 und 18 Jahren. Bewerben können sich Teams von zwei bis fünf Schülern! Auch mehrere Teams aus einer Schul-AG, Schulklasse, außerschulischen Arbeitsgemeinschaft, zum Beispiel in einem Jugendclub oder Verein sind erlaubt.

Was gibt es zu gewinnen?
Unter allen Wettbewerbsbeiträgen wählt eine Jury zehn Teams aus für den Endausscheid und die Preisverleihung im Herbst in Berlin. Es werden ein Hauptgewinn, zwei Sonderpreise und 5.000 Euro Preisgeld vergeben. Alle Reise- und Übernachtungskosten sind inklusive.

Wann muss der Beitrag fertig sein?
Einsendeschluss ist der 16. September 2016.

Mehr Informationen stehen auf der Webseite www.airbusgroup-ideenflug.de bereit. Außerdem steht dort ein downloadbares Informationsblatt bereit, auf dem das Wichtigste nochmals kompakt zusammengefasst ist: www.airbusgroup-ideenflug.de/mediabase/pdf/670.pdf.

Noch Fragen?! Dann einfach wenden an:
Lydia Georgi
Ideenflug-Wettbewerbsbüro
jungvornweg Verlag für Kinder- und Jugendkommunikation
Loschwitzer Straße 13
01309 Dresden
Tel. 0351 65698401
Fax 0351 65698402

ideenflug@jungvornweg.de
www.airbusgroup-ideenflug.de

(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: Ideenflug-Wettbewerbsbüro)


» ISRO testet Technologiedemonstrator RLV-TD
23.05.2016 - Die indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO) hat am 23. Mai 2016 einen Testflug ihres Demonstrators für ein wiederverwendbares, geflügeltes Raumfahrzeug durchgeführt.
RLV-TD steht für Reusable Launch Vehicle-Technology Demonstrator. Nach Angaben der ISRO wurde das rund 6,5 Meter lange Fluggerät im hypersonischen Bereich, das heißt bei einer Geschwindigkeit jenseits der fünffachen Schallgeschwindigkeit, getestet.

Ein Feststoffbooster des indischen Typs HS9 hob mit dem RLV-TD genannten Testobjekt an der Spitze um 7:00 Uhr Ortszeit (3:30 Uhr MESZ) von der Rampe Nr. 1 des indischen Raumfahrtzentrums Satish Dhawan auf der Insel Sriharikota an Indiens Südküste ab. Nach rund 91,1 Sekunden waren die rund neun Tonnen fester Treibstoff des HS-9-Motors verbraucht. Der Motor blieb jedoch zunächst mit dem Testobjekt verbunden. Beide stiegen zusammen bis auf eine Höhe von rund 56 Kilometern über der Erde weiter auf. Dann erfolgte die Freigabe des RLV-TD mit einer Masse im Bereich zwischen 1.500 und 1.700 Kilogramm.

Der Demonstrator erreichte anschließend in freiem, nicht angetriebenem Flug eine Gipfelhöhe von rund 65 Kilometern über der Erde. Nach dem überschreiten des Höhepunkts des Flugprofils begann der Wiedereintritt in dichtere Atmosphärenschichten mit rund fünffacher Schallgeschwindigkeit.

Das Testobjekt wurde während des Wiedereintritts von einem Flugführungssystem akkurat gesteuert und so ein sicherer Abstieg gewährleistet, berichtet die ISRO. Den Schutz vor den hohen Temperaturen beim Wiedereintritt übernahm ein Hitzeschutzsystem, das unter anderem auf über 600 Hitzeschutzkacheln an der Unterseite des Testobjekts und eine Nase aus Carbon-Carbon baute.

Nachdem die Flugphase mit der höchsten Temperaturbelastung überstanden war, steuerte das RLV-TD im Gleitflug die anvisierte Landestelle im Golf von Bengalen, rund 450 Kilometer von Sriharikota entfernt, an.

Der Flug des RLV-TD wurde von Sriharikota und von schiffsgestützten Bahnverfolgungsanlagen verfolgt. Die ermittelte Gesamtflugdauer vom Abheben bis zum Auftreffen auf dem Mehr betrug rund 770 Sekunden, das sind nicht ganz 13 Minuten.

Ob ein Bergungsversuch gemacht wurde, teilte die ISRO nicht mit. Vor etwas über einem Jahr wurde diskutiert, den Demonstrator nach absolvierter Mission zu bergen. Möglich, dass aktuell keine Bergung vorgesehen wurde, da vielleicht mit einer Zerstörung des Fluggeräts beim ungebremsten Auftreffen auf die Meeresoberfläche gerechnet werden musste.

Laut ISRO gelang es mit der Mission, das autonome automatische Flugführungssystem, das für eine Wiederverwendung vorgesehene Hitzeschutzsystem und die Organisation einer Missionen mit einem Wiedereintritt erfolgreich zu validieren.

Grundsätzlich ging es außerdem darum, das Flugverhalten des Boosters mit dem geflügelten Testobjekt an der Spitze in unterschiedlichen Geschwindigkeitsbereichen, also im Unterschallbereich, beim Übergang von Unterschall- auf Überschallgeschwindigkeit und bei Überschallgeschwindigkeit zu überprüfen.

Der indischen Küstenwache und dem nationalen Institut für Meerestechnik (National Institute of Ocean technology, NIOT) sprach die ISRO ihren Dank für Daten über die Windverhältnisse über dem entsprechenden Meeresbereich und die schiffsgestützte Telemetriedatenerfassung aus.

Die heutige, HEX(-01) für Hypersonic Flight Experiment genannte Mission steht am Anfang einer Reihe von Flugexperimenten mit Demonstratoren des Typs RLV-TD. Geplant sind noch die Missionen LEX (eine Landexperiment), REX (ein Rückflugexperiment) und SPEX (ein Experiment mit Antrieb durch einen Scramjet).

Eventuell führt die begonnene Entwicklung schließlich einmal zu einem zweistufigen indischen Raumfahrtträgersystem mit wiederverwendbaren Komponenten. Beim RLV-TD handelt es sich um eine 1:6-Version der zweiten, rückführbaren Stufe eines künftigen Raumfahrtträgersystems.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO)


» Galileo-Aufbau: Sojus-Flug VS15 erfolgreich
25.05.2016 - Der Aufbau des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo geht weiter. Am 24. Mai 2016 brachte die Sojus-Rakete mit der Flugnummer VS15 von Kourou in Französisch-Guayana aus das Satellitenpaar "Alizeé" und "Danielè" für die Galileo-Navigationssatellitenkonstellation ins All.
Zusammen mit den zuvor gestarteten Navigationssatelliten und den jetzt in den Weltraum beförderten Raumfahrzeugen mit einer Startmasse von jeweils rund 715 Kilogramm befinden sich nun 14 Satelliten für das Betriebsnetz von Galileo auf Umlaufbahnen um die Erde. Um den Aufbau des Betriebsnetzes kümmert sich die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA) im Auftrag der Europäischen Kommission (European Commission, EC).

Eine unter der Ägide von Arianespace betriebene Rakete vom Typ Sojus 2.1b aus Russland war es, die um 10:48 Uhr MESZ und 43 Sekunden (5:48 Uhr und 43 Sekunden Ortszeit) vom Startzentrum in Kourou in Französisch-Guayana mit den beiden neuen Navigationssatelliten an der Spitze abhob.

Die von der Rakete transportierte Gesamtnutzlast betrug nach Angaben von Arianespace 1.599 Kilogramm. Zur Nutzlast zählt auch der sogenannte Dispenser, eine Struktur, an der die Satelliten montiert sind, und von der die Satelliten nach Erreichen der Zielbahn abgestoßen werden.

Sämtliche Stufen der Rakete arbeiteten wie vorgesehen. 3 Stunden und 48 Minuten nach dem Start setzte die russische Raketenoberstufe vom Typ Fregat die beiden Navigationssatelliten FOC FM10 ("Danielè") und FOC FM11 ("Alizeé") in rund 23.600 Kilometern Höhe über der Erde aus. Die Satelliten mit einer Auslegungsbetriebsdauer von zwölf Jahren werden die Erde künftig in der Bahnebene A der Galileo-Satelllitenkonstellation umkreisen. Die Orbits der Satelliten sind rund 57 Grad gegen die Erdäquator geneigt.

Nach Angaben des Herstellers der Satelliten durchliefen sie erfolgreich ihre Initialisierung nach dem Aussetzen, richteten sich wie vorgesehen zur Sonne aus und ermöglichten stabile Funkverbindungen. Ersten von den Satelliten empfangenen Telemetriedaten war zu entnehmen, dass sie ihre Solarzellenausleger erfolgreich entfalten konnten. Jeder der Satelliten ist mit zwei Solarzellenauslegern ausgestattet. Jeder dieser Ausleger hat eine Fläche von etwa einem auf fünf Meter.

Gebaut wurden die Satelliten von der OHB-System AG mit Sitz in Bremen. Das Unternehmen war Anfang 2010 als Hauptauftragnehmer für den Bau von zunächst 14 der von der Europäischen Union finanzierten Navigationssatelliten ausgewählt worden.

Zusammen mit dem britischen Unternehmen Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) hatte OHB-System an einem Bieterverfahren teilgenommen und Satelliten mit einem von OHB-System entwickelten und gebauten Satellitenbus, der mit einer von SSTL konstruierten Navigationsnutzlast ausgestattet ist, vorgeschlagen.

Gesteuert und überwacht werden die gerade gestarteten Satelliten von der ESA zusammen mit der französischen Weltraumagentur (Centre national d’études spatiales, CNES) vom europäischen Satellitenkontrollzentrum (European Space Operations Center, ESOC) in Darmstadt aus. Gemeinsame Arbeitsgruppen haben bei den vergangenen Starts von Galileo-Satelliten abwechselnd in Darmstadt und in Toulouse gearbeitet.

Bewährter Weise ist jedem für eine bestimmte Tätigkeit eingesetzten Kollegen des ESOC aus Darmstadt ein entsprechend qualifizierter Mitarbeiter vom CNES-Kontrollzentrum Toulouse zugeordnet. Sie werden in Darmstadt zusammen insgesamt neun Tage rund um die Uhr in einem Drei-Schicht-System arbeiten.

Nach den ersten grundlegenden Inbetriebnahmearbeiten wird Spaceopal, ein Gemeinschaftsunternehmen von Telespazio und der Gesellschaft für Raumfahrtanwendungen (GfR) mbH, einer Tochter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Kontrolle der Satelliten mit Stationen in Oberpfaffenhofen und dem italienischen Fucino übernehmen. Die Navigationsnutzlasten der beiden Satelliten wird man von Oberpfaffenhofen aus aktivieren und testen.

Erste von Galileo zur Verfügung gestellte Dienste wollten die Betreiber des Navigationssatellitensystems älteren Planungen zufolge schon 2008 anbieten. Allerdings begann das Bieterverfahren für die Satelliten für das endgültige Betriebsnetz erst im September 2008. Zu diesem Zeitpunkt rechnete man mit einer vollen Einsatzbereitschaft des europäischen Navigationssatellitensystems im Jahr 2016.

Nach dem Start des zweiten Satellitenpaars für die Galileo-Testkonstellation (In-Orbit Validation, IOV) dachte man, dass es möglich sein sollte, ab Ende 2014 mit Hilfe von dann 18 in der Galileo-Konstellation eingebundenen Satelliten erste Navigationsdienste für die Allgemeinheit verfügbar zu machen. Die Vervollständigung des Weltraumsegments von Galileo erwartete man seinerzeit für das Jahr 2018.

Aktuell wird erwartet, dass 2020 die volle Einsatzkapazität (Full Operational Capability, FOC) von Galileo endgültig erreicht wird. Dann sollen sich 30 Satelliten des Systems im All befinden.

Um die fehlenden Satelliten rechtzeitig in den Weltraum transportieren zu können, will die ESA künftig auch auf leistungsfähige Ariane-5-Raketen zurückgreifen. Ein erster entsprechender Start mit vier Satelliten an Bord - auf einer Sojus-Rakete können nur zwei der Navigationssatelliten untergebracht werden - ist derzeit für November 2016 vorgesehen.

Für die jetzt gestarteten Satelliten und die Fregat-Oberstufe wurden die NORAD-Nummern 41.549 bis 41.551 und die COSPAR-Bezeichnungen 2016-030A bis 2016-030C vergeben.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Arianespace, CNES, DLR, ESA, OHB)


» Arianespace liefert Dispenser für OneWeb-Satelliten
27.05.2016 - Der europäische Vermarkter von Raketenstarts Arianespace gab am 23. Mai 2016 bekannt, von OneWeb aus den USA mit Entwurf, Test und Lieferung von Satelliten-Dispensern für OneWebs geplanter Flotte von Internet-Satelliten beauftragt worden zu sein.
Die Dispenser dienen als Halterung für die Satelliten beim Flug in den Orbit und stellen ein zuverlässiges Aussetzen sicher, wenn die gewünschte Zielbahn erreicht ist. 21 dieser Dispenser soll Arianespace zunächst zur Verfügung stellen. Eine Option auf weitere fünf Dispenser wurde festgelegt.

Für Arianespace wird sich die RUAG Space AB mit Sitz im schwedischen Linköping als Hauptauftragnehmer um die Konstruktion und Herstellung der benötigten Dispenser kümmern. An jedem dieser Dispenser sollen sich maximal 32 Satelliten pro Flug unterbringen lassen.

Ab 2018 will Arianespace innerhalb von 18 Monaten den Löwenanteil der Satelliten für Onewebs Internetkonstellation ins All transportieren. Ein im Juni 2015 zwischen Arianespace und OneWeb geschlossener Vertrag sieht den Einsatz von 21 in Russland gebauten Sojus-Raketen vor. Zusätzlich sind weitere fünf Sojus-Flüge sowie drei Missionen von Ariane-6-Raketen optional vereinbart .

Mit Virgin Galactic aus den USA hat OneWeb die Verwendung von 39 Raketen des Typs LauncherOne verabredet. Dieser neue, noch nicht fertig entwickelte Raketentyp könnte ab 2017 bei Testflügen benutzt werden, und sich ab 2018 im regelmäßigen Einsatz befinden. Ausgesprochen wurde ausserdem eine Option über zusätzliche 100 LauncherOne-Einsätze.

OneWeb beabsichtigt, mit seinen Satelliten allen denjenigen, die bisher beschränkten oder keinen Zugriff auf das Internet haben, die Möglichkeit zu eröffnen, überall auf der Erde breitbandige Internetverbindungen nutzen zu können. Die dafür erforderlichen Satelliten werden laut OneWeb eine Masse im Bereich von jeweils 150 Kilogramm besitzen.

Neben Internetverbindungen plant OneWeb auch die Unterstützung von Verbindungen in Mobilfunknetzen und zur Notfallkommunikation.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Arianespace, OneWeb)


» Mitsubishi (MELCO) baut japanischen Mondlander SLIM
27.05.2016 - Die Mitsubishi Electric Corporation (MELCO) ist von der japanischen Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung (Japan Aerospace Exploration Agency, JAXA) mit dem Bau des Landeapparates für die Smart Lander for Investigating Moon (SLIM) genannte Mission zur Erforschung des Mondes beauftragt worden.
MELCO wird bei der Verwirklichung des Landers eng mit der JAXA sowie einer Reihe universitärer Institute in Japan zusammenarbeiten. Im japanischen Finanzjahr 2018 - das am 1. April 2018 beginnt - soll SLIM den Mond erreichen. Die Kosten für das Projekt werden auf umgerechnet rund 164 Millionen US-Dollar beziffert - aktuell etwa 147,4 Millionen Euro.

Den anvisierten Landepunkt soll SLIM mit einem maximalen Abstand von 100 Metern treffen. Der vorher festgelegte Landepunkt soll vom Lander mit Hilfe einer Kamera automatisch beim Abgleich mit Bildinformationen der japanischen Mondsonde Kaguya alias SELENE identifiziert werden.

Im Vorfeld wurde überlegt, SLIM in einer von außen zugänglichen eingestürzten Höhle landen zu lassen. Das auch der Technologiedemonstration dienende Landeverfahren könnte eine solche spektakuläre Erkundung ermöglichen. Die sogenannte Marius Hills Hall (MHH) ist ein Kandidat als Landestelle.

Ob das Haupttriebwerk für den Lander vom Haupttriebwerk der japanischen Venussonde Akatsuki abgeleitet wird, wie diskutiert wurde, bleibt abzuwarten. Das Triebwerk mit seiner aus einem speziellen keramischen Werkstoff (Siliziumnitrid, Si3N4) hergestellten neuartigen Düse erwies sich nicht als besonders haltbar und wurde Auslöser für komplexe Missionsverlängerungen für die Sonde beim Anflug auf die Venus.

Starten will die JAXA SLIM vom Raumfahrtzentrum Uchinoura in der Präfektur Kagoshima. Den Transport ins All übernimmt laut Plan eine von IHI gebaute Rakete vom Typ Epsilon, die mit dem spektroskopischen Planetenobservatorium SPRINT-A an Bord 2013 ihren Jungfernflug absolvierte. Eine Rückfluggelegenheit bekommt der Lander mit einer Masse von voraussichtlich rund 130 Kilogramm nicht.

Die JAXA beabsichtigt, im Rahmen der Mission SLIM Technologien zu erproben, die im Rahmen einer japanischen Marsmission mit einem Start frühestens im Jahr 2022 zum Einsatz kommen könnten.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: JAXA)


» SpaceX startet Thaicom-8, landet Erststufe
28.05.2016 - SpaceX hat erfolgreich den Satelliten Thaicom-8 in einen supersynchronen geostationären Transferorbit gestartet. Gleichzeitig hat SpaceX das dritte Mal in Folge eine Landung auf der Seeplattform geschafft.
Start von Thaicom-8
Am 27.05.2016 um 23:39 Uhr MESZ ist eine Falcon 9-Rakete von SpaceX mit dem Kommunikationssatelliten Thaicom-8 gestartet. Die Stufentrennung erfolgte nach 2 Minuten und 39 Sekunden, kurz darauf zündete die zweite Stufe für 6 Minuten und brachte das Gespann Oberstufe und Satellit in einen Parkorbit. 27 Minuten nach dem Start erfolgte eine zweite Brennphase der Oberstufe, die Thaicom-8 auf einen supersynchronen geostationären Transferorbit mit einem Apogäum von 91.000 km katapultierte.

Thaicom-8 ist ein Kommunikationssatellit für Thaicom, der von Orbital ATK gebaut wurde. Er basiert auf der GeoStar-2 Plattform und verfügt über ein chemisches Antriebssystem. Thaicom-8 soll eine Position bei 78.5° Ost im geostationären Orbit einnehmen und Kommunikationsdienste für Thailand, Indien und Afrika zur Verfügung stellen. Der Satellit hat eine Masse von ca. 3.000 kg, eine elektrische Leistung von voraussichtlich 5 Kilowatt beim Einsatzende und verfügt über 24 Ku-Band-Transponder.

Landung auf der Seeplattform
Bei diesem Start wurde ebenfalls ein Landeversuch auf der Seeplattform (offiziell "autonomous spaceport droneship", kurz ASDS) mit dem Namen "Of course I still love you", kurz OCISLY, durchgeführt. Dazu flog die erste Stufe der Falcon 9 nach der Stufentrennung eine Reihe von Manövern, die sie auf Landekurs auf die Seeplattform brachten. Aufgrund der hohen Performanceanforderungen an diese Mission wurde der finale Brennvorgang für die Landung auf dem Drohnenschiff mit drei Triebwerken durchgeführt, was zu einer kurzen, starken Abbremsung führt. Erst kurz vor der Landung werden zwei Triebwerke abgeschaltet. Die Landung glückte, es ist die dritte erfolgreiche See-Landung in Folge.


Landevideo der ersten Stufe der Falcon 9
(Quelle: SpaceX)


Um auf der Seeplattform landen zu können verfügt die erste Stufe über einen eigenen Flugcomputer, Landebeine, Kaltgasdüsen für die Steuerung im Vakuum, Gridfins für die Steuerung in der Atmosphäre und eine extra Ladung TEA-TEB (Triethylaluminium-Triethylboran, Zündmittel) um drei Triebwerke mehrmals zu zünden.

Dies ist die vierte gelungene Landung einer Raketenstufe für SpaceX. SpaceX hatte die Bewertung der Chance einer erfolgreichen Landung vor dem Start im Gegensatz zum letzten Flug von „unwahrscheinlich“ auf „herausfordernd“ geändert.

Von den vier bisher gelandeten Stufen, soll die erste vor dem SpaceX-Hauptquartier in Hawthorne ausgestellt werden, die zweite wird wieder flugbereit gemacht und die dritte wird als Testobjekt am Boden verbleiben. Der Zustand der vierten Stufe ist an dieser Stelle noch unbekannt.

Auf Twitter gab der Chef von SpaceX, Elon Musk, bekannt, dass die Stufe eine hohe Landegeschwindigkeit hatte, die kurz vor dem Designlimit war. Auch eine anscheinend in den Beinen vorhandene Knautschzone wurde bei der Landung zerstört. Diese Knautschzone besteht aus einer Aluminiumhonigwabenkonstruktion in den Teleskopbeinen, wie Musk auf Twitter mitteilte.

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(Autor: Tobias Willerding - Quelle: SpaceX)


» Navigationssatellit GloNaSS-M 753 gestartet
31.05.2016 - Vom Startplatz 43/4 des Kosmodroms Plessezk aus brachte eine Sojus-2.1b-Trägerrakete am 29. Mai 2016 einen neuen Satelliten für das russische Globale Navigations-Satelliten-System (Globalnaja Nawigationnaja Sputnikowaja Sistema, GloNaSS) in den Weltraum.
Der Start, anfangs für den 21. Mai 2016 vorgesehen, wurde von den russischen Raketentruppen durchgeführt. Es war im Jahr 2016 der zweite Start mit einem Navigationssatelliten von Plessezk aus, und der dritte Sojus-Start von Russlands Kosmodrom Plessezk. Dabei erreichte der Satellit angeblich die vorgesehene Bahn, die verwendete Fregat-Oberstufe musste vorher jedoch ein Defizit der Sojus-Rakete durch längere Brennzeit ausgleichen.

Die ausschließlich mit Flüssigkeitstriebwerken für den Vortrieb ausgestattete Sojus-Rakete mit der Seriennummer G15000-027 hob um 11:44 Uhr und 35 Sekunden Moskauer Zeit (10:44 Uhr und 35 Sekunden MESZ) ab. Um 11:48 Uhr Moskauer Zeit (10:48 Uhr MESZ) übernahm das Bahnverfolgungs- und Satellitenkontrollzentrum der russischen Luft- und Weltraumverteidigungskräfte (Voyska Vozdushno-Kosmicheskoy Oborony, VKO - Russisch: Войска воздушно-космической обороны, ВКО) German Titow alias Golizyno 2 in Krasnoznamensk westlich von Moskau die Überwachung des Fluges.

Nach dem planmäßigen Verlassen der Startrampe brachten die Kerosin mit flüssigem Sauerstoff verbrennenden, von ZSKB-Progress gebauten Raketenstufen der Sojus die aus Fregat-Oberstufe von NPO Lawotschkin und dem Navigationssatelliten bestehende Orbitaleinheit auf eine Übergangsbahn. Das Aussetzen erfolgte nach einer ungeplant frühzeitigen Abschaltung des RD-0124-Triebwerks der letzten Stufe der Sojus-Rakete. Das Verhalten der Rakete soll jetzt von einer Kommission untersucht werden.

Die Oberstufe hatte nach dem Aussetzen zunächst die Aufgabe, die Übergangsbahn in einen Parkorbit umzuwandeln. Eine Transferbahn mit einem niedrigen Perigäum sowie einem Apogäum in der Höhe des vorgesehenen Arbeitsorbits, mehr als 19.000 Kilometer über der Erde, war von der Orbitaleinheit nach einer zweiten Brennphase der Oberstufe zu erreichen. Ein dritter Triebwerkseinsatz der Oberstufe hatte zuletzt den Einschuss in die Zielbahn zu erledigen.

Der Navigationssatellit wurde schließlich rund dreieinhalb Stunden nach dem Abheben von der Oberstufe um 15:16 Uhr Moskauer Zeit (14:16 Uhr MESZ) abgetrennt und gelangte nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums auf die vorgesehene Bahn. Die US-amerikanische Weltraumüberwachung nennt einen 19.125 x 19.152 km-Orbit mit einer Neigung von 64,8 Grad gegen den Erdäquator.

Telemetriedaten vom Satelliten sprechen dafür, dass der neue Erdtrabant wie vorgesehen funktioniert. Der Hersteller des Satelliten berichtet, dass man mit den Inbetriebnahmeüberprüfungen begonnen habe. In der GloNaSS-Konstellation wird der Satellit möglicherweise die Position 12 in der Ebene 2 beziehen.

Der nach dem Start als Kosmos 2.516 bezeichnete Satellit vom Typ GloNaSS-M mit dem Erzeugniscode 14F113 und drei Cäsium-Atomuhren an Bord ist nicht unbedingt der letzte Satellit seiner Baulinie, der in einen Erdorbit gebracht wurde. Im Gegensatz zu neu entwickelten Modellen (GloNaSS-K1, GloNaSS-K2) besitzt das von Reschetnjow Informational Satellite Systems in Schelesnogorsk bei Krasnojarsk in Sibirien gebaute Raumfahrzeug mit einer Startmasse von mindestens 1.415 Kilogramm einen Satellitenbus mit einem großen zentralen druckbeaufschlagten Gerätebehälter. Nach Angaben von Reschetnjow sind in Schelesnogorsk derzeit noch einige auf dem Bus Uragan-M basierende GloNaSS-M-Raumfahrzeuge eingelagert.

Kosmos 2.516 alias GloNaSS 753 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.554 und als COSPAR-Objekt 2016-032A. Die Fregat-M-Oberstufe ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.555 und als COSPAR-Objekt 2016-032B.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NPP KP Kvant, Reschetnjow, Roskosmos, TASS, ZSKB-Progress)



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ISS Aktuell: Alexander Gerst wird ISS-Kommandant von Redaktion



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» Alexander Gerst wird ISS-Kommandant
19.05.2016 - ESA-Astronaut Alexander Gerst wurde für 2018 für eine neue sechsmonatige Mission zur Internationalen Raumstation ISS benannt, wobei er in der zweiten Hälfte seiner Einsatzzeit die Rolle des Stationskommandanten innehaben wird. Diese Nachricht wurde gestern im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel von ESA-Generaldirektor Jan Wörner im Europäischen Astronautenzentrum in Köln verkündet.
Gerst hielt sich bereits 2014 im Rahmen seiner Mission Blue Dot sechs Monate lang auf der ISS auf. Zu seiner erneuten Ernennung gab er zu Protokoll: "Ich fühle mich sehr geehrt, dass man mir das Kommando über die Internationale Raumstation übertragen wird. Dieses internationale Zeichen des Vertrauens spiegelt die Zuverlässigkeit der ESA als Kooperationspartner wider, und wurde ermöglicht durch die großartige Arbeit meiner europäischen Kollegen während der vorherigen Missionen. Ich freue mich natürlich über die Gelegenheit, die langjährige Tradition der Wissenschaft auf der ISS weiterzuführen, und besonders auch darüber, meinen Beitrag zu einem der größten Explorationsabenteuer der Menschheit leisten zu dürfen, um neue Horizonte zu erforschen."

Zusammen mit den USA, Russland, Japan und Kanada sind über die ESA 11 europäische Staaten an der ISS beteiligt. Zurzeit arbeitet ESA-Astronaut Tim Peake auf dem orbitalen Außenposten, im November soll ihm sein Kollege Thomas Pesquet nachfolgen.

Gersts zweite Mission wird u. a. der Fortsetzung von Forschungsprogrammen dienen, deren Dauer sich oft über mehrere ISS-Missionen erstreckt. Darüber hinaus wird er voraussichtlich mit dem ESA-Trainingssystem MARES zur Erforschung von Muskelschwund arbeiten, Plasmakristalle in der Schwerelosigkeit untersuchen, neue Technologien zur Unterstützung des ESA-Programms für bemannte Exploration testen und weitere Experimente für die an der Raumstation beteiligten Partner durchführen.

Mit Gerst ist nach Frank De Winnes Mission 2009 nun zum zweiten Mal in der 15jährigen Einsatzzeit der ISS ein europäischer Astronaut zum Stationskommandanten benannt worden. De Winne, der heute das Europäische Astronautenzentrum leitet, erklärte: "Gerst zeichnete sich bei seiner Mission Blue Dot durch hervorragende Leistungen, hohe Fachkompetenz und ausgezeichnete Interaktionsfähigkeiten aus. Deshalb hat ihn das Europäische Astronautenzentrum unseren internationalen Partnern als Stationskommandant der ISS vorgeschlagen."

Gersts zweite Mission erstreckt sich von Mai bis November 2018 auf Expedition 56 und 57, wobei er für Expedition 57 die Rolle des Stationskommandanten übernehmen wird.

In das Europäische Astronautenkorps wurde Gerst 2009 aufgenommen, 2011 wurde er zum ersten Mal für eine Mission eingeteilt. Nach seinem 166tägigen Aufenthalt im Weltraum wurde ihm 2015 das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Über die ESA
Die Europäische Weltraumorganisation (ESA), Europas Tor zum Weltraum, ist eine 1975 gegründete zwischenstaatliche Organisation, deren Aufgabe darin besteht, europäische Raumfahrtkapazitäten zu entwickeln und sicherzustellen, dass die Investitionen in die Raumfahrt den Bürgern in Europa und anderswo zugutekommen.

Die ESA hat 22 Mitgliedstaaten: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, die Schweiz, Spanien, die Tschechische Republik, Ungarn und das Vereinigte Königreich. Davon sind 20 auch Mitgliedstaaten der EU.

Die ESA arbeitet förmlich mit sieben anderen EU-Mitgliedstaaten zusammen. Auch Kanada nimmt im Rahmen eines Kooperationsabkommens an bestimmten ESA-Programmen teil.

Dank der Koordinierung der Finanzressourcen und Kompetenzen ihrer Mitgliedstaaten kann die ESA Programme und Tätigkeiten durchführen, die weit über die Möglichkeiten eines einzelnen europäischen Landes hinausgehen. Des Weiteren arbeitet sie eng mit der EU zusammen, um die Programme Galileo und Copernicus zu verwirklichen.

Die ESA entwickelt Raumfahrzeugträger, Satelliten und Bodenanlagen, um sicherzustellen, dass Europa bei Raumfahrtvorhaben weltweit an der Spitze bleibt.

Sie entwickelt und startet Erdbeobachtungs-, Navigations-, Telekommunikations- und Astronomiesatelliten, schickt Raumsonden in entlegene Regionen des Sonnensystems und beteiligt sich an der bemannten Exploration des Weltraums.

Mehr über die ESA: www.esa.int.

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(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: ESA Pressemitteilung Nr. 16-2016 Paris, 18. Mai 2016)



 

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