InSpace Magazin #552 vom 18. Januar 2016

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #552
ISSN 1684-7407


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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

just gestern abend unserer Zeit hat SpaceX schon wieder eine Falcon-9 gestartet, diesmal hat sie einen europäischen Satelliten ins All befördert. Wie der Landeversuch diesmal ausging, können Sie jetzt im aktuellen Bericht in diesem Inspace-Magazin nachlesen, mit dem ich Ihnen nun viel Spaß wünsche.

Axel Orth

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Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.

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News

• Telkom 4 bei SSL bestellt «mehr» «online»
• GIOVE-A 10 Jahre im produktiven Einsatz «mehr» «online»
• Meteorastronomie: Tagung IMC 2016 in Egmond «mehr» «online»
• 3. deutscher CanSat-Wettbewerb «mehr» «online»
• NASA bekommt mehr Geld für Weltraumteleskop WFIRST «mehr» «online»
• ASAS-SN-15lh: Hellste bisher beobachtete Supernova «mehr» «online»
• China: Belintersat 1 für Weißrussland gestartet «mehr» «online»
• SpaceX startet Jason-3, testet geborgene Erststufe «mehr» «online»


» Telkom 4 bei SSL bestellt
01.01.2016 - Der Kommunikationssatellitenbetreiber PT Telekomunikasi Indonesia (Telkom) aus Indonesien mit Sitz in Bandung hat beim Satellitenbauer Space Systems / Loral (SSL) den Satelliten Telkom 4 bestellt, gab SSL am 30. Dezember 2015 bekannt.
Mindestens 15 Jahre soll sich der von SSL in den Vereinigten Staaten von Amerika zu bauende, auf dem Satellitenbus SSL 1300 basierende Telkom 4 einsetzen lassen. Der Satellit ist der erste, den SSL für Telkom liefert. SSL wird das neue Raumfahrzeug mit 60 C-Band-Transpondern ausstatten.

Telkom 4 ist als Nachfolger von Telkom 1 (NORAD 25.880, COSPAR 1999-042A) gedacht. Telkom 1 kreist seit dem 12. August 1999 um die Erde. Er basiert auf dem Satellitenbus A2100A von Lockheed Martin. Seine Auslegungsbetriebsdauer beträgt 15 Jahre.

Der Start von Telkom 4 ist gemäß Angaben in einer Präsentation von Telkom für das Jahr 2018 vorgesehen. Gelingt der Start, will man den neuen Satelliten bei 108 Grad Ost im Geostationären Orbit (GEO) positionieren, wo derzeit der abzulösende Vorgänger arbeitet.

Telkom 4 soll Indonesien über 36 Transponder mit einer Anzahl von Kommunikationsdiensten versorgen. Die übrigen 24 Transponder sind zur Versorgung Indiens und des südostasiatischen Raums gedacht.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: SSL, Telkom)


» GIOVE-A 10 Jahre im produktiven Einsatz
05.01.2016 - Am 28. Dezember 2015 jährte sich zum 10. Mal der Starttag des Galileo-Testsatelliten GIOVE-A. Der Technologiedemonstrator befindet sich noch immer in brauchbarem Zustand und wird von seinem Hersteller weiter eingesetzt.
Der Hersteller von GIOVE-A, Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) aus Großbritannien, kümmert sich seit dem offiziellen Ende der Mission des Satelliten für die Europäische Raumfahrtagentur (European Space Agency, ESA) um den Betrieb des Raumfahrzeugs. GIOVE steht für Galileo In-Orbit Validation Element, Galileo-Testelement für Überprüfungen in einer Umlaufbahn.

GIOVE-A zieht derzeit in rund 23.350 Kilometern Höhe um die Erde und sammelt dort nützliche Daten zur Strahlung in der Umgebung des Satelliten, die man als exemplarisch für die Strahlungssituation, der ein Raumfahrzeug in einem Erdorbit in mittlerer Flughöhe (Medium Earth Orbit, MEO) ausgesetzt ist, betrachten kann.

Ein experimenteller Empfänger für Signale des globalen US-amerikanischen Satellitennavigationssystems (Global Positioning System, GPS) an Bord von GIOVE-A ermöglicht es darüber hinaus, Antennendiagramme zur Darstellung der Strahlungscharakteristik von Antennen an Bord von GPS-Satelliten zu erstellen. Die dabei gewonnenen Informationen sind laut SSTL eine Hilfe bei Planungen für Navigationssysteme, die man künftig auf Satelliten im Geostationären Orbit, also in etwa 35.786 Kilometern Höhe an fester Position über der Erdoberfläche und an Bord von Raumfahrzeugen, die weiter in den Weltraum vordringen sollen, einsetzten möchte.

John Paffett, Direktor für die Bereiche Telekommunikation und Navigation bei SSTL, sieht GIOVE-A als Meilenstein für SSTL, mit dem man demonstriert habe, wie ein pragmatischer Ansatz und ein innovativer, kleiner und günstiger Satellit es ermöglichen, für den Gesamterfolg eines bedeutenden Programms wie Galileo entscheidende Daten zu gewinnen.

Für den Entwurf, den Bau und flugvorbereitende Tests hatte SSTL rund 30 Monate benötigt. Der Start des für die ESA auf Basis des SSTL-900-Busses hergestellten Satelliten erfolgte am 28. Dezember 2005. Anschließend war es Aufgabe des Satelliten, zwei der drei für Galileo vorgesehenen Frequenzbänder durch aktive Nutzung zu besetzen und ihre Reservierung bei der Internationalen Fernmeldeunion (International Telecommunication Union, ITU) auf diese Weise sicherzustellen.

Gemäß internationaler Übereinkünfte würden ungenutzte Frequenzen wieder frei und andere Benutzer, die dies beantragten, könnten die Frequenzen zugeteilt bekommen. Außerdem war GIOVE-A dazu gedacht, die ersten Galileo-Navigationssignale aus dem All zur Erde zu senden.

GIOVE-A ist mit zwei Rubidium-Uhren (Rubidium Atomic Frequency Standard, RAFS - Flugmodelle FM4 und FM5) mit einer Gangabweichung von etwa 10 Nanosekunden am Tag vom Schweizer Hersteller Temex - heute SpectraTime (SpT) - ausgestattet, deren Betriebsverhalten im Weltraum es zu untersuchen und mit dem am Boden verbliebener Uhren zu vergleichen galt.

Darüber hinaus war es Aufgabe des Satelliten, die Charakteristik der Strahlung in der Umgebung des Satelliten auf seiner Bahn um die Erde in mittlerer Höhe im Hinblick auf die Konstruktion nachfolgender europäischer Navigationssatelliten zu erkunden.

Seine Mission erfüllte GIOVE-A wie vorgesehen. Die ihm zugedachte Auslegungsbetriebsdauer von 27 Monaten überlebte der Satellit um ein Vielfaches. 2008 erklärte die ESA die Mission von GIOVE-A zu einem vollen Erfolg. Im Jahr darauf wurde der weiter funktionsbereite Satellit auf eine höhere Erdumlaufbahn gesteuert, wo er auf einem sogenannten Friedhofsorbit beim Aufbau der Galileo-Satellitenkonstellation rund 100 Kilometer tiefer nicht stören soll.

Schließlich übernahm SSTL den Satelliten nach einer Anzahl von Missionsverlängerungen von der ESA. SSTL nutzte und nutzt die Gelegenheit, mit GIOVE-A weiter Daten zur Strahlung in der Umgebung des Satelliten und zu GPS-Signalen zu sammeln.

Der SGR-GEO für "Space GNSS Receiver for Geostationary Earth Orbit" genannte GPS-Empfänger an Bord von GIOVE-A, den SSTL mit Unterstützung der ESA und der Raumfahrtagentur Großbritanniens (BNSC, jetzt UKSA) gebaut hatte, ist in der Lage, Signale von GPS-Satelliten zu empfangen und kann darüber hinaus die sogenannten sidelobes, zu Deutsch Seitenkeulen, die am Erdboden richtungsabhängig nicht notwendigerweise zu empfangen sind, erfassen.

Schwache Signale aus diesen Seitenkeulen sind gegebenenfalls beim Einsatz geeigneter Technik an Bord von Satelliten, die sich gerade an geeigneter Position mehr oder minder gegenüber des sendenden Satelliten über dem Erdhorizont befinden, empfangbar.

Die Nutzbarkeit eines Empfängers für Navigationssignale in Flughöhen über denjenigen der ausstrahlenden Navigationssatelliten ist stark abhängig von der Reichweite der Seitenkeulen.

Die Daten von SGR-GEO, der im November 2012 zum ersten Mal für einen längeren Zeitraum aktiviert wurde, helfen dabei, herauszufinden, ob es sich mit der Empfangbarkeit so verhält, wie man möglicherweise erwarten konnte.

Bei der Entwicklung von Navigationssignal-Empfängern für Raumfahrzeuge, die sich jenseits vorhandener Navigationssatelliten-Konstellationen bewegen sollen, will man gewonnene Erkenntnisse berücksichtigen.

Auch die Ergebnisse der Messungen des Strahlungssensors namens Merlin an Bord von GIOVE-A könnten Eingang in den Entwurf künftiger Raumfahrzeuge finden. Die Analyse der Daten von Merlin, die SSTL mit Unterstützung der ESA vorgenommen hat, förderte einige interessante Aspekte zutage.

Das absolute Minimum an Elektronen innerhalb des Raumfahrtzeitalters maß Merlin 2008/2009. Einen der stärksten Elektronen-Stürme erlebte Merlin im April 2010. Eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten setzen sich mit den von Merlin seit dem ersten Tag nach dem Start von GIOVE-A gelieferten Daten auseinander.

Mit Hilfe der Daten von Merlin wurde es möglich, ein neues MOBE-DIC genanntes Modell des Elektronenflusses im Außenbereich des Van Allen Gürtels zu erstellen, welches bei der Neukonstruktion von Raumfahrzeugen berücksichtigt werden kann. MOBE-DIC steht für "Model of Outer Belt Electrons for Dielectric Internal Charging".

SSTL hofft, dass GIOVE-A sich noch ein weiteres Jahr nützlich einsetzen lässt. Ist auch ein 11. Einsatzjahr ohne längere Unterbrechungen des Messbetriebs möglich, ergibt sich der für die Forscher günstige Umstand der Abdeckung eines vollständigen Sonnenfleckenzykluses. Ein Zyklus der Sonnenaktivität, der zwischen zwei Maxima mit einem zeitlichen Abstand von durchschnittlich 11 Jahren regelmäßig auf ein Minimum zurückgeht.

GIOVE-A alias GSTB-V2/A ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 28.922 bzw. als COSPAR-Objekt 2005-051A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: SSTL)


» Meteorastronomie: Tagung IMC 2016 in Egmond
07.01.2016 - Die International Meteor Conference (IMC) der International Meteor Organization (IMO), einer Organisation, die sich der Meteorastronomie widmet, findet im Jahr 2016 im niederländischen Egmond statt.
Vom 2. bis zum 5. Juni 2016 haben Amateure und Professionelle auf dem Gebiet der Meteorastronomie Gelegenheit, Wissen und Erfahrungen an der niederländischen Nordseeküste auszutauschen.

Auf dem Programm der Tagung der IMO stehen Berichte über die jüngsten Entwicklungen aus dem Bereich der Meteorastronomie, Poster-Präsentationen und eine angemessene Abendunterhaltung.

Vorgesehen ist auch eine Exkursion ins Wattenmeer (Waddenzee), das im Juni 2009 in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen wurde. Geplant ist in diesem Zusammenhang die Besorgung von frischen Shrimps für das Abendessen während einer Kutter-Tour.

Der Termin für die IMC 2016 liegt nur wenige Tage vor dem für die Meteoroids 2016. Letztere ist für den Zeitraum vom 6. bis 10. Juni angesetzt und wird im Technikzentrum der Europäischen Raumfahrtagentur (ESTEC) in Noordwijk rund 50 Kilometer südlich von Egmond abgehalten.

Die zeitliche Nähe der beiden Veranstaltungen wurde bewusst gewählt und soll es Amateurastronomen ermöglichen, in den fachlichen Austausch mit den Berufsastronomen zu treten.

Ausrichterin der Meteoroids 2016 ist die Fachgruppe Meteore der Königlich niederländischen Gesellschaft für Meteorologie und Astronomie (Koninklijke Nederlandse Vereniging voor Weer- en Sterrenkunde, KNVWS), die 2016 ihr 70. Jubiläum feiert.

Veranstaltungsort für die IMC 2016 ist das Stay Okay Hostel in Egmond. Es liegt nur wenige Gehminuten von der Wasserlinie entfernt und ist während der Veranstaltung exklusiv für Tagungsgäste reserviert. Alternative Unterbringungsmöglichkeiten sind vorhanden.

Die Tagungskosten belaufen sich auf 175,- Euro bei Buchung eines Platzes in einem Vierbettzimmer, wenn die Buchung vor dem 28. Februar 2016 erfolgt. Danach beträgt der Preis mit Unterbringung im Hostel 205,- Euro. Gäste, die sich anderweitig um ihre Unterbringung kümmern, zahlen bei einer Anmeldung vor dem 28. Februar 100,- Euro, danach 130,- Euro.

Anmeldungen müssen bis zum 15. April 2016 erfolgen. Weitere Informationen gibt es auf der Website zur Tagung.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: IMC 2016)


» 3. deutscher CanSat-Wettbewerb
07.01.2016 - Ausgeschrieben ist die Entwicklung eigener Nutzlasten für den Transport auf Raketen. Angesprochen sind Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren. Die Anmeldung zum 3. deutschen CanSat-Wettbewerb ist vom 12. Januar bis zum 12. Februar 2016 möglich.
Viele junge Menschen träumen davon, einmal in den Weltraum zu fliegen. Astronauten können leider die wenigsten werden, jedoch ist der Weg zum Erfinder und Konstrukteur eines Satelliten durch den mittlerweile zum dritten Mal in Deutschland ausgeschriebenen CanSat-Wettbewerb (CanSat engl. für Dosen-Satellit) für engagierte Schulteams aus ganz Deutschland zum Greifen nah. Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren erhalten die außergewöhnliche Möglichkeit, eine voll funktionsfähige Raketen-Nutzlast in der Größe einer Getränkedose zu entwickeln und in den "Weltraum" zu fliegen.

Ähnlich wie bei einer echten Raumfahrtmission soll der "Forschungssatellit im Kleinformat" mit einer Rakete auf eine Höhe von mehreren hundert Metern gebracht und dann aktiviert werden. Das Siegerteam qualifiziert sich mit der selbst entwickelten Nutzlast für die anschließende europaweite Ausscheidung von CanSat. Dann darf das Team als amtierender deutscher Meister an den Start gehen. Bewerbungsschluss für den deutschen Wettbewerb ist der 12. Februar 2016.

Seit den späten 1990ern gibt es schon CanSat-Initiativen in den USA. Im Jahr 2008 wurden in Frankreich und Spanien nationale CanSat-Wettbewerbe gegründet, es folgte 2010 der europaweite Wettbewerb der Europäischen Weltraumagentur (ESA). Das dritte deutschlandweite Wettbewerbsfinale wird voraussichtlich vom 26. bis zum 30. September 2016 in Bremen stattfinden.

CanSat stellt Jugendliche bundesweit vor die Aufgabe, abseits des Klassenzimmers ein vollständiges Raumfahrtprojekt ganz praxisnah zu durchlaufen. Sonst abstrakte mathematische und physikalische Inhalte werden hier angewendet, denn die Teams entwickeln nicht nur die Idee für die wissenschaftliche Funktion des Satelliten, sondern übernehmen eigenverantwortlich die Konstruktion und Integration der Bauteile in das CanSat-Modul. Sie tüfteln ein Fallschirmsystem zur Bergung der Nutzlast aus und erleben schließlich den Höhepunkt des Wettbewerbs: Den Raketenstart ihres "Satelliten".

Während der Flugphase müssen die Nutzlast und das Bergungssystem des CanSat dann ihre Funktionsfähigkeit beweisen. Die Nutzlast soll beim Abstieg Daten sammeln und könnte darüber hinaus weitere Aufgaben erledigen.

Dabei ist technisches Know-How allein nicht ausreichend, ebenso zählen im Wettbewerb Erfindungsreichtum, Kreativität und gute Teamarbeit. Jugendliche können ihren CanSat daher sowohl in Eigenregie entwickeln als auch im Verbund mit einer betreuenden Lehrkraft. Auch die Integration des Projektes in den Schulunterricht ist möglich. In jedem Fall ist es wichtig, dass die Teams ihr Projekt in der Öffentlichkeit vorstellen.

Eine Vielzahl von Förderern und Paten unterstützen sowohl den Wettbewerb wie auch die teilnehmenden Teams, darunter wissenschaftliche Institutionen, Bildungseinrichtungen und Industrieunternehmen, sowie die Europäische Weltraumorganisation (ESA), das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die Europäische Union über den European Regional Development Fund.

Die Ausschreibung des 3. deutschlandweiten CanSat-Wettbewerbs läuft bis zum 12. Februar 2016. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich ab dem 12. Januar 2016 bewerben.

Fragen zum Deutschen CanSat Wettbewerb? Schreiben Sie an info(at)cansat.de.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:


(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: cansat.de)


» NASA bekommt mehr Geld für Weltraumteleskop WFIRST
13.01.2016 - Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) hat vom US-amerikanischen Kongress auch für das Finanzjahr 2016 deutlich mehr finanzielle Mittel für das Weltraumteleskop WFIRST genehmigt bekommen, als die Behörde erwartet hatte.
Angefragt hatte die NASA für das Finanzjahr 2016 eine Summe von rund 16 Millionen US-Dollar. Bereitgestellt werden nach dem Kongressbeschluss für 2016 nun rund 90 Millionen US-Dollar. Bereits im Vorjahr lagen die zur Verfügung gestellten Mittel mit 50 Millionen US-Dollar deutlich über dem auch für 2015 beantragten Wert von rund 16 Millionen US-Dollar. Im Finanzjahr 2014 flossen rund 56 Millionen US-Dollar in das WFIRST-Programm.

Mit der Finanzspritze sollte es der NASA möglich sein, bei der Realisierung des neuen Teleskops für Infrarot-Astronomie weiter ein hohes Tempo an den Tag zu legen. Die 106 Millionen US-Dollar für die Finanzjahre 2014 und 2015 hatten wichtige Fortschritte bei der Detektor- und Koronografenentwicklung ermöglicht.

Bei einem Treffen der US-amerikanischen astronomischen Gesellschaft (American Astronomical Society, AAS) am 4. Januar 2016 berichtete der Leiter der Astrophysik-Sparte der NASA Paul Hertz, dass der offizielle Start des Programms zur tatsächlichen Verwirklichung von WFIRST schon 2016 erfolgen wird, statt erst 2017 wie zuletzt vorgesehen.

In einem Bericht von 2010 hatten Astronomen WFIRST als diejenige Mission von größerem Umfang identifiziert, der höchste Priorität zuzuordnen sei. Dennoch hatte die NASA nicht erwartet, mit der Umsetzung vor dem Finanzjahr 2017 beginnen zu können und nicht bevor die Ausgaben für NASAs James Webb Space Telescope (JWST) angesichts eines sich nähernden Starts 2018 zurückgehen würden.

Das WFIRST-Projekt entwickelte sich konstant, bis es durch die Möglichkeit, auf Hardware für nicht geflogene US-amerikanische Aufklärungssatelliten zurückgreifen zu können, einen entscheidenden Impuls bekam. Die Hardware, zwei Teleskope, stammt vermutlich aus einem Programm namens Future Imagery Architecture (FIA) und wurde der NASA vom National Reconnaissance Office (NRO), einem Militärnachrichtendienst und Satellitenbetreiber, 2012 überlassen.

Das nun als Grundlage für WFIRST vorgesehene Teleskop besitzt einen Hauptspiegel mit einem Durchmesser von 2,4 Metern wie beim seit 1990 im All befindlichen Weltraumteleskop Hubble. Die Brennweite des Teleskops für WFIRST ist geringer als die des von Hubble, weshalb sich für WFIRST ein größeres Sichtfeld ergibt - es ist also "weitwinkliger".

WFIRST, dessen Bezeichnung vollständig Wide-Field Infrared Survey Telescope lautet, ist dazu gedacht, bei der Beantwortung einiger der grundlegenden Fragen aus zwei Bereichen zu helfen. Geplant ist die Beobachtung und Vermessung von Galaxien unter Nutzung eines mit einem Kryokühler versehenen Instruments namens Wide Field Imager (WFI) mit einem Komplex aus 18 H4RG-HgCdTe-Detektoren mit zusammen rund 288 Megapixeln und einem Spektografen mit zwei Detektoren, um beispielsweise Daten zur Beurteilung von Veränderungen der angenommenen dunklen Energie zu gewinnen.

Außerdem soll das im Vergleich zu Hubble über 100 mal größere Blickfeld von WFIRST bei der Suche von Exoplaneten für viele neue Entdeckungen sorgen. Speziell für die Exoplaneten-Suche erhält WFIRST zusätzlich einen im Bereich zwischen 430 und 970 Nanometern empfindlichen Koronografen mit der Bezeichnung CGI für Coronagraph Instrument. Hilfreich für das Auffinden von Exoplaneten wird dabei der hohe Planeten/Sternen-Kontrast von 1x10-9 des CGI sein. Das Instrument ist so ausgelegt, dass es Exoplaneten unmittelbar abbilden können wird.

Mit dem von Kodak bzw. ITT - heute Harris - gebauten 2,4-Meter-Teleskop von WFIRST will man rund 400 Millionen Galaxien und rund 2.600 Exoplaneten beobachten. Die Primärmission von WFRIST im Weltraum ist auf sechs Jahre angelegt. Dabei soll das Weltraumteleskop dann pro Tag ein Datenvolumen im Bereich von 11 Terabyte zur Erde schicken.

Die vorgesehene Betriebstemperatur des eigentlichen Teleskops wurde wegen der Verwendung der vor langer Zeit gebauten Hardware gegenüber dem ursprünglichen Konzept für WFIRST angehoben.

Der Transport des ohne geöffneten Teleskopdeckel rund 8,2 Meter langen Raumfahrzeugs mit einer Startmasse zwischen 4,1 und 5,1 Tonnen ins All ist derzeit für die Mitte der 2020er geplant. Als Trägerrakete ist aktuell ein leistungsfähiges Modell vorgesehen, was es erlaubte, aus dem Konzept für WFIRST das große Zweistoff-Triebwerkssystem und rund drei Tonnen Treibstoff dafür zu streichen und durch ein Einstoffsystem mit deutlich geringerer Treibstoffzuladung zu ersetzen.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA)


» ASAS-SN-15lh: Hellste bisher beobachtete Supernova
15.01.2016 - Mit einem kleinen automatisierten Teleskopsystem wurde eine Supernova mit einer gegenüber üblichen Sternenexplosionen mehrere Tausend Mal größeren Helligkeit erfasst. Die neue Nova gibt Forschern einige Rätsel auf.
Das Teleskopsystem mit der Bezeichnung All Sky Automated Survey for SuperNovae (ASAS-SN), bestehend aus einem Verbund aus acht Teleskopen mit einem Durchmesser von jeweils 14 Zentimetern an Standorten in Chile und Hawaii ist gemäß seiner Bezeichnung in der Lage, am Nachthimmel vollautomatisch nach Supernovae zu suchen und ihn alle zwei bis drei Tage vollständig abzutasten.

Sterne sind gewissermaßen atomare Öfen, in ihren Kernen wird aus Wasserstoff kontinuierlich Helium fusioniert. Bei einem Stern, der eine größere Masse als das etwa Achtfache unserer Sonne hat, führt das Ausgehen von Wasserstoff als Brennmaterial für das nukleare Fusionsfeuer unweigerlich zum Zusammenbruch. Bei einem solchen Kollaps entstehen Temperaturen, die hoch genug sind, dass durch Kernfusion auch schwere Elemente gebildet werden können.

Auf den Zusammenbruch folgt eine Gegenbewegung, die letztlich in einer spektakulären Explosion, einer Supernova, endet. Supernovae können dank der bei den enormen, bei der Explosion freiwerden Energiemengen so hell leuchten wie ganze Galaxien, im Unterschied zu letzteren aber nur für eine geringe Zeitspanne.

Die aktuell bekannt gemachte Entdeckung erfolgte im Juni 2015. Die in rund 3,8 Milliarden Lichtjahren Entfernung beobachtete Supernova wird jetzt als ASAS-SN-15lh bezeichnet. Das Maximum ihrer Leuchtkraft überstieg die durchschnittliche Leuchtkraft unserer Milchstraße um das fünfzig-fache. (Auf Grund der riesigen Entfernung ist die Supernova trotz allem nicht mit dem nackten Auge zu beobachten).

Die Leuchtkraft unserer Sonne wurde bei dem Ereignis um das rund 570-Milliarden-fache übertroffen. Die Leuchtkraft unserer gesamten Galaxie, der Milchstraße, mit ihren über 100 Milliarden Sternen wurde um das etwa zwanzigfache übertroffen.

Nur kurze Zeit nach der Entdeckung der Supernova war eine Anzahl weiterer am Erdboden und im Weltraum stationierter Teleskope auf die entsprechende Himmelsregion ausgerichtet.

Eine konzertierte Beobachtungskampagne förderte zum Beispiel zu Tage, dass die Energie, die von der Supernova in den ersten vier Monaten seit ihrer Entdeckung abgestrahlt wurde, einem Wert entspricht, für dessen Erreichung unsere Sonne in ihrem derzeitige Zustand rund 90 Milliarden Jahre lang leuchten müsste.

Spektren der Explosion, die eine Arbeitsgruppe der Carnegie Observatories aus den Vereinigten Staaten von Amerika mit dem 2,5-Meter-Irénée du Pont-Teleskop in Chile aufgezeichnet hat, lieferten Informationen zu den chemischen Elementen, die die Supernova ins All geschleudert hat. Zum Erstaunen der beteiligten Astronomen ähneln die Daten keinen anderen zu den rund 200 Supernovae, die die Arbeitsgruppe bis dato entdeckt hat.

Am Kavli Institute for Astronomy and Astrophysics (KIAA) der Universität Peking ging man der Sache auf den Grund. Nicht jede gebuchte Beobachtungszeit bei verschiedenen angefragten Observatorien konnte wetterbedingt und wegen technischer Schwierigkeiten genutzt werden, doch schließlich standen weitere Spektren zur Verfügung, die sich auswerten ließen.

Bei der Begutachtung der Daten ergab sich eine gewisse Nähe zu der vorher stärksten jemals beobachteten Supernova namens iPTF13ajg. Die neue Supernova scheint hinsichtlich einiger Kriterien zu einer Klasse zu gehören, die "hydrogen-poor SLSN" für wasserstoffarme extrem leuchtstarke Supernovae genannt wird.

Die Beobachtungsdaten zu ASAS-SN-15lh beschäftigen Theoretiker derzeit besonders, weil sie ein verwirrendes Bild zeichnen.

Bei einer "hydrogen-poor SLSN" entsteht nach dem Aufbrauchen des Fusionsbrennstoffs in einem alten Stern, dem Zusammenbruch und der folgenden Explosion ein schnell rotierender Neutronenstern mit extrem starken Magnetfeldern - ein sogenannter Magnetar.

Der Theorie zufolge ist es dann die starke magnetische Energie, die ausgehend vom Magnetar die sich im All weiter ausbreitende Explosion mit zusätzlicher Energie versorgt und für ihre ungewöhnliche Helligkeit verantwortlich ist.

Die bei ASAS-SN-15lh beobachteten Energien sind aber derartig groß, dass das Szenario mit einem Magnetar als Energielieferant in Frage steht. Ein passender Magnetar müsste sich mindestens 1.000 Mal pro Sekunde um die eigne Achse drehen und die Rotationsenergie mit einem Wirkungsgrad zu annähernd 100 Prozent umsetzen. Ein solcher Millisekunden-Magnetar wäre ein Extremfall innerhalb dessen, was Wissenschaftler derzeit als physikalisch möglich betrachten.

Ursache für das erreichte Energieniveau könnte auch der Tod eines extrem großen schweren Sterns sein, eines Objekts, das in den erforderlichen Ausmaßen bisher nicht für möglich gehalten wurde.

Man hatte gemäß der Theorie zu "hydrogen-poor SLSN" außerdem erwartet, dass entsprechende Supernovae in nur schwach leuchtenden Zwerggalaxien mit vielen jungen Sternen auftreten würden. ASAS-SN-15lh zeigte sich aber vermutlich in einer großen, hellen Galaxie.
Bisher beobachte "hydrogen-poor SLSN" geschahen sämtlich in schwach leuchtenden Zwerggalaxien. Sie erreichten weder die extreme Leuchtkraft noch die besonders hohe Temperatur von ASAS-SN-15lh.

Weitere Beobachtungen werden helfen, die Frage zu klären, ob die Supernova tatsächlich im unterstellten Gebiet auftrat, oder doch in einer Zwerggalaxie, deren Existenz bisher auf Grund einer großen Nähe zur hellen, großen Nachbargalaxie nicht auf dem Beobachtungsweg nachgewiesen werden konnte. Dabei soll unter anderem das Weltraumteleskop Hubble zum Einsatz kommen.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: American Association for the Advancement of Science (AAAS), The Kavli Institute for Astronomy and Astrophysics at Peking University (KIAA-PKU), The Ohia State University (OSU))


» China: Belintersat 1 für Weißrussland gestartet
15.01.2016 - Am 15. Januar 2016 wurde der Kommunikationssatellit Belintersat 1 für Weißrussland in den Weltraum gebracht. Sein Ziel ist der Geostationäre Orbit circa 35.786 Kilometer über dem Erdäquator.
Der Start erfolgte um 17:57 Uhr MEZ von der Rampe Nr. 3 (LC-3) des Startgeländes Xichang (Xichang Satellite Launch Center, XSLC) in der Provinz Sichuan zu Beginn eines 47 Minuten langen Startfensters.

Es handelte sich um einen Nachtstart, vor Ort war es zu diesem Zeitpunkt kurz nach 0:57 Uhr Pekinger Zeit und der nächste Tag schon angebrochen. Als exakte Startzeit vor Ort wird 0:57:04,000 Uhr genannt.

Transportiert wurde der Satellit von der dreistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 3B/G2 (Chang Zheng-3B/G2, CZ-3B/G2). Die Rakete flog nach chinesischen Angaben die 223. Mission einer Rakete aus der Serie Langer Marsch, eine Zahl, die angesichts der Tatsache, dass in ihr mittlerweile immer mehr höchst unterschiedliche Träger zusammengefasst werden, ihre Aussagekraft verliert.

Belintersat 1 hat nach Angaben der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua den vorgesehenen (Absetz-)Orbit erreicht. Geplant war eine rund 26,4 Grad gegen den Erdäquator geneigte Transferbahn mit einem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt (Perigäum) von circa 200 Kilometern über der Erde und einem erdfernsten Bahnpunkt (Apogäum) von rund 41.991 Kilometern über der Erde.

Nötige Bahnänderungen und den Abbau der übrig gebliebenen Bahnneigung (Inklination) wird Belintersat 1 mit bordeigenen Antrieben bewältigen müssen. Dafür wurde der Satellit mit einer Leermasse von 2.086 Kilogramm und einer Startmasse von 5.223 Kilogramm mit einem geeigneten Apogäumsmotor ausgestattet. Stationiert werden soll der Satellit an einer Position von 51,5 Grad Ost im Geostationären Orbit (GEO).

Fünf Brennphasen des Apogäumsmotors sind geplant. Ein Video des künftigen Betreibers des Satelliten nennt folgende (Übergangs-)Bahnen:

  • 4.700 x 42.000 km und 14,8 Grad Inklination nach der 1. Brennphase
  • 14.400 x 42.000 km und 5,87 Grad Inklination nach der 2. Brennphase
  • 30.100 x 42.000 km und 0,92 Grad Inklination nach der 3. Brennphase
  • 35.786 x 42.000 km und 0,0 Grad Inklination nach der 4. Brennphase
  • 35.786 x 35.786 km und 0,0 Grad Inklination nach der 5. Brennphase

Ist der Satellit im GEO angekommen, wird NigComSat aus Nigeria im Auftrag der chinesischen internationalen Vermarkterin von Trägerraketen und Satelliten, der China Great Wall Industry Corporation (CGWIC), tätig, um Tests des Satelliten im All (In-Orbit Testing, IOT) abzuwickeln. Entsprechende Bodensegment-Infrastruktur in der nigerianischen Hauptstadt Abuja soll im März 2016 betriebsbereit sein.

Entwickelt wurde Belintersat 1 durch die Chinesische Akademie für Weltraumtechnik (China Academy of Space Technology, CAST). Aufgebaut wurde der neue Erdtrabant auf Basis des chinesischen Satellitenbus DFH-4, DFH steht dabei für "dong fang hong", was "Der Osten ist rot" bedeutet. Der dreiachsstabilisierte Satellit ist der nach Angaben seines angehenden Betreibers der neunte auf Basis des Bus DFH-4, der eine Bahn um die Erde erreichte.

Künftiger Betreiber des Raumfahrzeugs ist Belintersat, der staatliche nationale Kommunikationssatellitenbetreiber Weißrusslands mit Sitz in Minsk (National System of Satellite Communication and Broadcast of The Republic of Belarus). Der Betreiber plant, über seinen ersten eigenen Satelliten eine Vielzahl von Radio- und Fernsehprogrammen zu verbreiten. Darüber hinaus soll Belintersat 1 breitbandigen Zugriff auf das Internet ermöglichen.

Für den geplanten Sendeeinsatz wurde Belintersat 1 mit insgesamt 38 Transpondern ausgestattet. Verbaut wurden 20 C-Band-Transponder mit einer Bandbreite von 36 MHz, 14 Ku-Band-Transponder mit einer Bandbreite von 36 MHz und 4 Ku-Band-Transponder mit einer Bandbreite von 54 MHz.

Die Transponder der nominal 10.150 Watt starken Kommunikationsnutzlast des auf 15 Jahre kommerziellen Einsatz ausgelegten Satelliten lieferte der französisch-italienische Luft- und Raumfahrtkonzern Thales Alenia Space (TAS).

Zwei Solarzellenausleger, die Belintersat 1 laut Belintersat eine Gesamtspannweite von rund 22 Metern geben, übernehmen die Versorgung der Kommunikationsnutzlast und der raumflugtechnischen Systeme mit elektrischer Energie. Der Grundkörper des Satelliten hat Abmessungen von etwa 2,4 x 2,1 x 3,6 Metern.

Ein Teil der Transponder des Satelliten sind bereits für die China Satellite Communications Co. Ltd. (China Satcom) reserviert, weshalb es alternative Bezeichnungen für das Raumfahrzeug gibt.

Belintersat 1 alias Zhongxing 15 (中星15) und Chinasat 15 wird voraussichtlich katalogisiert mit der NORAD-Nr. 41.238 und als COSPAR-Objekt 2016-001A, die dritte Stufe der Langer-Marsch-Rakete mit der NORAD-Nr. 41.239 und als COSPAR-Objekt 2016-001B.

Verwandte Meldungen zu Satelliten auf Basis des chinesischen Satellitenbus DFH-4 bei Raumfahrer.net:

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Belintersat, CCTV, CGWIC, Spacechina, Xinhua)


» SpaceX startet Jason-3, testet geborgene Erststufe
17.01.2016 - SpaceX hat erfolgreich Jason-3 für NASA, NOAA und CNES gestartet. Bei der Seeplattformlandung fuhr leider ein Landebein nicht richtig aus und die Stufe ist bei der Landung umgefallen. Vor ein paar Tagen wurde außerdem die im Dezember gelandete Erststufe einem erfolgreichen kurzen Triebwerkstest unterzogen.
Start von Jason-3
Heute um 19:42:18 MEZ ist eine Falcon 9-Rakete von SpaceX mit dem Erdbeobachtungssatelliten Jason-3 gestartet. Die Stufentrennung erfolgte nach 2 Minuten und 34 Sekunden, kurz darauf zündete die zweite Stufe für ca. 7 Minuten und brachte das Gespann Oberstufe und Satellit in einen Parkorbit. Nach weiteren 46 Minuten erfolgte eine zweite Brennphase der Oberstufe, die den Orbit zirkularisierte. Zum Schluss wurde noch ein Deorbit-Brennvorgang der Oberstufe durchgeführt.

Der Zielorbit hatte ein Perigäum von 1328 km, ein Apogäum von 1380km und eine Inklination von 66°. Erreicht wurde laut CNES ein Orbit mit einer Abweichung von weniger als 1 km. (Quelle) Kurz nach dem Start gratulierte CNES-Chef Jean-Yves Le Gall allen Beteiligten - außer SpaceX - zum erfolgreichen Start.

Jason-3 ist eine Kooperation von NASA, NOAA und CNES. Der Satellit wurde von Thales Alenia Space gebaut. Jason-3 beobachtet die Ozeane der Erde, er soll sowohl Erhöhungen des Meerespiegels weltweit messen als auch Auskunft über Meeresströmungen geben. Der Satellit hat eine Masse von 553 kg, eine elektrische Leistung von 550 Watt, die durch Solarzellen erzeugt wird und verfügt über kleine Hydrazin-Triebwerke um den Orbit zu halten.

Landung auf der Seeplattform
Bei diesem Start wurde ebenfalls ein Landeversuch auf der Seeplattform (offiziell "autonomous spaceport droneship", kurz ASDS) mit dem Namen "Just Read the Instructions", kurz JRtI, durchgeführt. Dazu flog die erste Stufe der Falcon 9 nach der Stufentrennung eine Reihe von Manövern, die sie auf Landekurs auf die Seeplattform brachten.

Um auf der Seeplattform landen zu können verfügt die erste Stufe über einen eigenen Flugcomputer, Landebeine, Kaltgasdüsen für die Steuerung im Vakuum, Gridfins für die Steuerung in der Atmosphäre und eine extra Ladung TEA-TEB (Triethylaluminium-Triethylboran, Zündmittel) um drei Triebwerke mehrmals zu zünden.

Bedaulicherweise löste sich laut Elon Musk ein Landebein nicht aus der Halterung, sodass die Rakete mit nur drei Landebeinen landete. Dies führte zu einem Verlust der Stabilität der Rakete, wodurch diese umkippte und vermutlich explodierte wie bereits beim CRS-6 Landeversuch. Ein Video vom Landeversuch soll noch veröffentlicht werden.

SpaceX testet geborgene Erststufe
Am 15. Januar hat SpaceX einen ca. zweisekündigen Triebwerkstest der im Dezember geborgenen Erststufe der Falcon 9 durchgeführt. Die Erststufe war bei dem Falcon 9-Flug am 22.Dezember nach der Stufentrennung nach Cape Canaveral zurückgeflogen. Nach der Landung auf Landezone 1, ehemals Startkomplex 13, wurde die Stufe in den Hangar auf den Startkomplex 39A transportiert.

Dort erfolgte eine Inspektion der Rakete, die laut Elon Musk ergab, dass dort "kein Schaden" gefunden wurde. Urpsrünglich sollte die Stufe dann gegen April einen erneuten Triebwerkstest machen. Da durch eine Verzögerung bei SES-9 der Startplatz 40 kurzfristig frei wurde, wurde die Stufe dort auf dem Startplatz aufgerichtet und ein Tag später dort der Triebwerkstest durchgeführt. Der Triebwerkstest zeigt laut Elon Musk gute Ergebnisse, jedoch gab es Schubfluktuationen in Triebwerk Nr. 9. Die Ursache könnten Fremdpartikel im Triebwerk sein, dies muss jedoch erst eine genaue Untersuchung klären.

Update 18.01.2016:
Wenige Stunden nach dem Start von Jason 3 und dem fast erfolgreichen Landeversuch auf der Seeplattform wurde durch SpaceX bzw. Elon Musk bereits ein Video vom Aufsetzen der 1. Stufe ins Netz gestellt:

Landeversuch der Erststufe der Falcon 9 1.1 auf der Seeplattform

Wie man erkennen kann klappen die Landebeine aus, jedoch wird eines nicht richtig eingerastet bzw. versagt der Mechanismus. Das sanfte Aufsetzen erfolgte ca. 1,3 m von der Mitte der Landemarkierung.


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ISS Aktuell: NASA & US-Luftwaffe vergeben Aufträge von Redaktion



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» NASA & US-Luftwaffe vergeben Aufträge
16.01.2016 - Die NASA beauftragt SpaceX, SNC & Orbital mit dem ISS-Frachttransport ab 2019. Die US-Luftwaffe vergibt Entwicklungsaufträge für Raketenantriebe. SpaceX bekommt Geld für die Entwicklung des Raptor-Triebwerks und Orbital ATK für neue Feststofftechnologie.
ISS-Frachtransportprogramm CRS-2
Die NASA hat die Gewinner des ISS-Frachttransportprogramms CRS-2 bekanntgegeben. Gewonnen haben die Firmen SpaceX, Sierra Nevada Corporation (SNC) und Orbital ATK. SpaceX und OrbitalATK beliefern bereits aktuell die ISS mit Fracht. Neu dazugekommen ist jetzt der Dreamchaser von SNC. Jede Firma bekommt mindestens 6 Missionen garantiert.

Der genaue monetäre Wert der Aufträge wurde von der NASA noch nicht veröffentlicht, dies soll erst später geschehen. Das "source selection statement", also die Begründung für die Auswahl der Gewinner, muss ebenfalls noch veröffentlicht werden. Sehr wahrscheinlich wartet man bei der NASA erstmal die Zeit ab, in der ein Verlierer der Ausschreibung Widerspruch einlegen könnte, wie es bereits bei CCtCap und anderen NASA-Programmen der Fall war. Im Gegensatz zu CRS-1 soll jede ISS-Frachtmission jetzt durch die NASA individuell im Rahmen dieses Auftrages vergeben werden. Dadurch erhofft man sich seitens der NASA eine höhere Flexibilität.

Dreamchaser
Im Gegensatz zu der Dragonkapsel von SpaceX und dem Raumfrachter Cygnus von Orbital ATK ist der Dreamchaser ein Liftingbody-Design, dass eine Art kleines Space Shuttle ist. Der Dreamchaser hat kleine Flügel und Steuerflächen mit denen er wie das Shuttle auf einer Landebahn landen kann. Die Flügel lassen sich beim Start einklappen, sodass Dreamchaser unter eine bestehende Nutzlastverkleidung mit 5 Metern Durchmesser passt und theoretisch mit diversen Raketen starten kann. Konkret soll der Dreamchaser aber mit der Atlas V von Florida aus fliegen. Die Atlas V hat auch die letzte Cygnus-Mission zur ISS gestartet, da Orbital ATKs eigene Rakete, die Antares, wegen Änderungen am Design derzeit nicht zur Verfügung steht.

Dreamchaser wird noch um ein Orbitalmodul erweitert um die Frachtkapazität zu maximieren. Dreamchaser soll gleichzeitig 5500 kg Fracht unter Druck und unter Vakuum zur ISS bringen. Angeblich soll Dreamchaser auf der Atlas V 552 starten, was die teuerste aber auch die stärkste Atlas-V Version ist. Dreamchaser setzt komplett auf nicht-toxische Treibstoffe, also z.B. nicht auf Hydrazin oder Distickstofftetroxid, was die Handhabung signifkant vereinfacht. Weiterhin soll Dreamchaser wiederverwendbar sein für 15 Flüge.

Dragon & Cygnus
SpaceX und Orbital ATK liefern das bereits Bekannte. Die Cygnus-Kapsel von Orbital ATK soll jetzt sowohl auf der eigenen verbesserten Antares Rakete als auch weiter auf der Atlas V gestartet werden. Die Wahl der Rakete bestimmt die mögliche Nutzlast und wird durch die Auftragsvergabe durch die NASA festgesetzt.

SpaceX bietet jetzt sowohl Dragon 1 als auch Dragon 2 an. Dragon 2 ist die bemannte Kapsel, die auch in einer unbemannten Frachtversion geflogen werden kann. Dragon 2 kann an Land landen und selbst an die ISS andocken ohne dass dazu der Roboterarm notwendig ist. Dragon 2 bietet auch schnelleren Zugriff auf die Experimente nach der Landung.

Orbital ATK bastelt an einer neuen Feststoffrakete
Orbital ATK bekommt von der US-Luftwaffe (USAF) dafür 47 bis zu 180 Millionen Dollar. Orbital ATK investiert 31 bis 125 Millionen Dollar. Auf jeden Dollar der USAF kommen also 66 Cent von Orbital ATK. Das Geld soll dabei für den GEM 63XL strap-on Feststoffbooster, einen "Common Booster Segment (CBS)" Feststoffmotor und eine ausfahrbare Düse für Blue Origins BE-3U Oberstufentriebwerk eingesetzt werden. Orbital möchte eine neue Rakete entwickeln, um damit auf dem lukrativen Markt für US-Militärsatelliten mitzubieten.

SpaceX bekommt Geld von der USAF für Raptor-Prototyp
Es ist offiziell: SpaceX plant offenbar eine neue Oberstufe für die Falcon-Familie. Diese neue Oberstufe soll vom Raptortriebwerk angetrieben werden. So sagen es Pressemitteilungen des amerikanischen Verteidigungsministeriums zu der Mittelvergabe für Triebwerksentwicklungen. Um das RD-180 zu ersetzen, startet die US-Luftwaffe (USAF) ein Programm, in dem es sowohl Haupt- als auch Oberstufentriebwerke in der Entwicklung unterstützt.

SpaceX bekommt mindestens ca. 30 bis maximal ca. 60 Millionen Dollar von der USAF und investiert selber mindestens 60 bis maximal 120 Millionen Dollar. Für jeden Dollar von der USAF muss SpaceX also zwei Dollar selber investieren. Das Programm läuft bis Ende 2018 und am Ende soll ein Raptor-Prototyp stehen.

Bereits seit vielen Jahren ist bekannt, dass SpaceX ein Sauerstoff/Methan-Triebwerk mit dem Namen Raptor entwicklen möchte. Es sind auch schon diverse Details durchgesickert, so macht SpaceX gerade bei der NASA in Stennis Tests mit Vorbrennkammern. Elon Musk verkündete letztes Jahr, dass das Triebwerk 2300 kN Schub haben soll. Ob das noch aktuell ist, ist unklar.

Im Gegensatz zu dem Merlin Triebwerk, was ein Gas-Generator Triebwerk ist, soll das Raptor ein "full flow staged combustion" (FFSC)-Triebwerk sein, also ein Triebwerk mit gestufter Verbrennung, allerdings mit 2 Vorbrennkammern. Eine Vorbrennkammer verbrennt ein oxidatorreiches Gemisch, während die andere Vorbrennkammer ein brennstoffreiches Gemisch vebrennt. Der komplette Treibstoff fließt also entweder durch die eine oder die andere Vorbrennkammer.

Dadurch ist es möglich den Brennkammerdruck (und damit Schub) in schwindelerregende Höhen zu treiben oder alternativ die Temperatur in den Vorbrennkammern zu senken, weil durch den hohen Massenstrom eine enorme Menge Energie für die Turbinen bereitsteht (der komplette Treibstoff fließt durch die Turbinen), die ihrerseits die Pumpen antreiben.

Eine Triebwerk mit gestufter Verbrennung und einer brennstoffreichen und einer oxidatorreichen Vorbrennkammer ist noch nie geflogen. Das Shuttle-Haupttriebwerk hat zwei brennstoffreiche Vorbrennkammern. Russische Triebwerke wie das RD-180 haben nur oxidatorreiche Vorverbrennung.

Es gibt auf dem Boden bisher nur zwei Demonstratortriebwerke mit oxidatorreicher und brennstoffreicher Vorverbrennung, das russische RD-270 und der "integrated powerhead demonstrator" (IPD) aus den USA. Diese haben es jedoch nicht bis zur Flugqualifikation geschafft.

Darüber hinaus soll das Raptor-Triebwerk natürlich auch drosselbar und wiederzündbar sein. Laut Pressemitteilung soll es ja in der Oberstufe eingesetzt werden. SpaceX versucht sich also jetzt am heiligen Gral der Flüssigtriebwerktechnik. Mittels moderner Techniken (z.B. 3D-Druck-Technologie aus Deutschland) möchte man bei SpaceX das erreichen, woran andere bisher gescheitert sind. Das Triebwerk soll wohl bei der NASA in Stennis getestet werden.

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(Autor: Tobias Willerding - Quelle: USAF, spacenews, SpaceX, SNC, Orbital ATK, etc..)



 

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