InSpace Magazin #514 vom 7. April 2014

InSpace Magazin
Raumfahrer.net

Inhalt

Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.

"InSpace" Magazin

Ausgabe #514
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> Mars Aktuell:
Eine neue Hangrinne auf dem Mars

> Saturn Aktuell:
Die Raumsonde Cassini und der Saturnorbit Nummer 204

> ISS Aktuell:
Sojus-TMA 12M gestartet (Update)

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

Intro von Simon Plasger

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

auch in dieser Ausgabe des InSpace-Magazins finden Siie alles aktuelle aus dem Bereich der Raumfahrt und der Astronomie. Highlights sind unter anderem das neueste über Rosetta sowie über den Ausfall des russischen Satellitenennavigationssystems GLONASS.

Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht Ihnen

Simon Plasger

^ Nach oben


Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.

^ Nach oben  

News

• Chinesischer Satellit Shijian 11-06 gestartet «mehr» «online»
• Türksat 4A an Betreiber übergeben «mehr» «online»
• GLONASS vorübergehend außer Betrieb «mehr» «online»
• Sentinel-1A - erster Baustein im Copernicus-Programm «mehr» «online»
• Die Wärmestrahlung von metallischen Asteroiden «mehr» «online»
• USA: Wettersatellit DMSP F19 gestartet «mehr» «online»
• Kometensonde Rosetta hat ihr Ziel im Blick der Kamera «mehr» «online»
• 2. indischer Navigationssatellit für IRNSS im All «mehr» «online»
• Oxidatorvorrat erschöpft, INSAT 3E außer Betrieb «mehr» «online»
• Thomas Pesquet hat eine Mission «mehr» «online»
• Sonnen-Sonde Solar Orbiter fliegt Atlas V «mehr» «online»
• Ariane 5 startet zwei Kommunikationssatelliten «mehr» «online»
• Weiterer GloNaSS-Satellit im Orbit «mehr» «online»
• Eine Verdunkelung für Sterne «mehr» «online»
• Das erste Ringsystem um einen Asteroiden «mehr» «online»
• ESA-Station für Galileo auf den Azoren eingeweiht «mehr» «online»
• Wettersatelliten-Konstellation CYGNSS fliegt Pegasus «mehr» «online»
• Dragon-CRS 3 verschiebt sich weiter «mehr» «online»


» Chinesischer Satellit Shijian 11-06 gestartet
01.04.2014 - Am 31. März 2014 wurde der chinesische Experimentalsatellit Shijian 11-06 gestartet. Die Mission begann vom Startgelände Jiuquan in der Provinz Gansu aus.
Befördert wurde der von der China Spacesat Co. Ltd unter Ägide der China Aerospace Science and Technology Corporation (CASTC) entwickelte Satellit von einer zweistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 2C. Es war nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua die 189. Mission einer Rakete aus der Serie Langer Marsch.

Der Start erfolgte laut Xinhua am 31. März 2014 um 10:58 Uhr Ortszeit (bzw. um 4:58 Uhr MESZ). Aufnahmen aus dem Startkontrollzentrum sprechen für eine frühere Startzeit. Profilierte Beobachter nennen 10:46 und 3 Sekunden Ortszeit als Zeitpunkt für das Abheben der Rakete. Bei dem von den staatlichen chinesischen Stellen genannten Zeitpunkt könnte es sich um den des erfolgreichen Aussetzens des Satelliten handeln.

Der Satellit gelangte auf eine annähernd kreisförmige Erdumlaufbahn in rund 700 Kilometern Höhe. Er soll experimentellen wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Zwecken dienen und dabei sowie Mess- und Kommunikationsaufgaben erledigen. Dementsprechend erfolgte die Namensgebung des Satelliten: Shijian bedeutet auf Deutsch etwa soviel wie Übung. Einige westliche Beobachter halten das neue Raumfahrzeug für einen experimentellen Frühwarnsatelliten.


(Autor: Axel Nantes - Quelle: big5.gov.cn, CALT, mod.goc.cn, Xinhua)


» Türksat 4A an Betreiber übergeben
02.04.2014 - Der japanische Satellitenbauer Mitsubishi Electric Corporation (MELCO) teilte am 31. März 2014 mit, dass der am 14. Februar 2014 auf einer Proton-M-Rakete in Baikonur gestartete Türksat 4A von MELCO am 29. März 2014 betriebsbereit an den Kommunikationssatellitenbetreiber Uydu Haberlesme Kablo TV ve Isletme A.S (Türksat) übergeben worden ist.
Das neue, zunächst für eine Position bei 50 und später für 42 Grad Ost im Geostationären Orbit vorgesehene Raumfahrzeug basiert auf dem von MELCO hergestellten Satellitenbus DS-2000. Ausgerüstet ist es mit einer Reihe C-, Ka-, Ku- und X-Band-Transpondern. Mit ihrer Hilfe will Türksat Kunden in Afrika, Europa, dem Mittleren Osten, sowie in Süd- und Zentralasien mit Telekommunikationsdiensten und der Ausstrahlung von Fernsehprogrammen versorgen. 15 Jahre soll sich Türksat 4A einsetzen lassen. Der Treibstoff an Bord erlaubt maximal 30 Jahre lang im All erforderliche Manöver.

Nach Start und Aussetzen des ab seiner Betankung rund 4.850 Kilogramm schweren Satelliten erfolgten Steuerung und Kontrolle unmittelbar über das Kontrollzentrum Gölbaşı in Ankara. Empfangene Telemetriedaten bestätigten das Entfalten der beiden Solarzellenausleger von Türksat 4A, die ihm eine Spannweite von 25,27 Metern geben.

Türksat 4A ist der erste von MELCO gebaute Satellit, den MELCO an Türksat einsatzbereit übergeben hat. Einen weiteren auf dem DS-2000-Bus basierenden Satelliten für Türksat hat MELCO bereits fertiggestellt. Türksat 4B sollte nach einem Planungsstand aus der zweiten Märzhälfte im Juli 2014 in den Weltraum gebracht werden. Aktuell findet sich für den Start des Satelliten auf einer Proton-M-Rakete jedoch kein konkret anvisierter Monat.

Über Türksat 4B hinaus möchte MELCO nach eigenen Angaben bei für die Zukunft geplanten Satellitenprogrammen der Türkei mitwirken und den Ausbau der Kommunikations- und Rundfunkinfrastruktur in der Türkei unterstützen.

Türksat 4A ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 39.522 und als COSPAR-Objekt 2014-007A.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: MELCO, Türksat)


» GLONASS vorübergehend außer Betrieb
03.04.2014 - In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben sämtliche aktiven Satelliten des von Russland betriebenen Satellitennavigationssystems GLONASS für bis zu zehn Stunden ihren Betrieb eingestellt. Die Gründe für das Totalversagen der gesamten Trabantenflotte sind bisher unklar.
Für die Nutzer der GPS-Alternative GLONASS ist am 1. April um 23:00 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit alles sehr schnell gegangen: der gleichzeitige Ausfall von 21 der 24 Satelliten im Einsatz bedeutete den sofortigen Zusammenbruch der Funktionsfähigkeit des russischen Navigationssystems. Für eine effektive Ortsbestimmung auf dem Boden ist der parallele Empfang von mindestens vier Sendern im Orbit nötig.

Zwar konnten bis 02:00 Uhr morgens immerhin sechs der Satelliten ihre Arbeit wieder aufnehmen, jedoch blieb der Rest des Netzwerks größtenteils bis Mittwoch etwa 09:00 Uhr außer Funktion. Überwiegend wurden die auftretenden Fehlfunktionen von Seiten des russischen Information-Analytical Centre (IAC) für GLONASS als „illegal ephemeris“ eingestuft - offenbar sendeten die Satelliten falsche Bahndaten aus. Zwar konnte eine Handvoll der Satelliten zwischenzeitlich wieder eine Positionsbestimmung vornehmen, jedoch blieb die Empfangsgenauigkeit für Endgeräte so schlecht, dass das Kontrollzentrum den Zustand weiterhin als Systemversagen - „failure“ - einstufte. Eine Verwertung der Signale zur brauchbaren Ortsbestimmung war erst wieder in den Morgenstunden des 2. April möglich.

Unbekannte Ursache der Störung

Obwohl es sich bei dem Ausfall um eine Beeinträchtigung von erheblichem Ausmaß handelte, sind gegenwärtig noch keine offiziellen Stellungnahmen veröffentlicht. Auf der Webseite des IAC beschreibt die letzte verfügbare Statusmeldung eine Routinewartung des GLONASS-Satelliten mit der Kennnummer 717 am 21. März. Ende März war außerdem der jüngste Spross der Satellitenfamilie – Kennnummer 754 – durch einen Sojus-Träger vom Kosmodrom Plessezk erfolgreich in eine Umlaufbahn befördert worden. Er befindet sich derzeit noch in der Phase der Inbetriebnahme. Ob ein Zusammenhang zwischen dem Systemversagen und dieser jüngsten Erweiterung der Satellitenflotte besteht, ist nicht bekannt.

Eine mögliche Erklärung von dritter Seite geht von einer Auswirkung des Weltraumwetters auf GLONASS zum Zeitpunkt der Störung aus. Diese Interpretation stützt sich auf eine Stunden zuvor gemessene, erhöhte Strahlungs- und Partikelemission der Sonne. Am 29. März war das Auftreten eines vergleichsweise starken Sonnensturms beobachtet worden. Er könnte womöglich die Funktionsfähigkeit der Satelliten beeinträchtigt haben.

Alternative Berichte sehen den Grund des Navigations-Blackouts in technischem oder menschlichem Versagen. Demnach könnten falsche Bahndaten von den Bodenstationen an die Satelliten gesendet worden sein. Diese hätten sich, gemäß der Programmierung, um Punkt 23:00 Uhr initialisiert und alle Trabanten zeitgleich lahmgelegt.

GLONASS vom Pech verfolgt

Ohnehin sah sich das russische Navigationssatelliten-Natzwerk in den vergangenen Jahren mit wiederholten Herausforderungen konfrontiert. Nachdem bis Mitte der 2000er Jahre die Infrastruktur im Orbit in Ermangelung betriebsbereiter Satelliten teilweise brach lag, musste auch das dann einsetzende Modernisierungsprogramm für GLONASS einige Rückschläge hinnehmen. Im Dezember 2010 und im vergangenen Jahr, Anfang Juli 2013, gingen jeweils drei Satelliten bei Fehlstarts verloren. Während der gesamten Zeit seines Bestehens war das russische System zudem von der Kurzlebigkeit der genutzten Satellitentypen und mehrfachen Ausfällen einzelner Trabanten bedroht.

Ende Februar 2011 wurde der erste Prototyp der nächsten Satellitengeneration GLONASS-K1 erfolgreich gestartet. Der schrittweise Einsatz dieser neuen Bauart in der Navigationsflotte soll in den kommenden Jahren deren Zuverlässigkeit und Langlebigkeit steigern.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Michael Clormann - Quelle: glonass-iac.ru, insidegnss.com, amerisurv.com, sdcm.ru, Raumcon)


» Sentinel-1A - erster Baustein im Copernicus-Programm
03.04.2014 - Mit dem erfolgreichen Start von Sentinel 1A am 03. April 2014 in Kourou geht das ambitionierte Copernicus-Programm der Europäischen Union und der Europäischen Raumfahrtagentur zur Umweltüberwachung in seine aktive Phase. In den nächsten Jahren folgen nun weitere eigenständige Sentinel-Satelliten und Analysegeräte an Bord anderer Satelliten, um unterschiedlichsten Zielen bei der Erdbeobachtung gerecht zu werden.
Der Start des Radarsatelliten Sentinel 1A auf Sojus VS07 am 03. April 2014 um 23:02 Uhr MESZ (18:02 Ortszeit Kourou) vom Startkomplex in Sinnamary/Kourou in Französisch-Guyana verlief erfolgreich. Die drei Sojus-Stufen und die nach knapp zehn Minuten gezündete Fregat-Oberstufe (vierte Stufe) arbeiteten zuverlässig. Nach rund siebenjähriger Entwicklungszeit erreichte Sentinel 1A eine knappe halbe Stunde nach dem Start wie geplant die vorläufige Erdumlaufbahn. Es folgt nun eine 72-stündige „Launch and Early Orbit Phase“ (LEOP). In ihr werden die Bordsysteme hochgefahren und ersten Tests unterworfen. In der LEOP werden auch die beiden zehn Meter langen Solarzellenflügel und die charakteristische Radarantenne ausgeklappt (ESA-Video hier). Beide Vorgänge dauern mehrere Stunden. Nach der LEOP-Phase folgt die dreimonatige Kommissionierungsphase, während der die wissenschaftlichen Instrumente kalibriert werden.

Sentinel 1A wiegt 2,2 Tonnen und wird die Erde in 693 Kilometern auf einem sonnensynchronen Orbit, das heißt mit einem Inklinationswinkel von 98,18 Grad, umkreisen. Das Radar vom Typ SAR (Synthetic Aperture Radar) erlaubt eine wetterunabhängige 24-Stunden-Überwachung, deckt beim Überflug einen Streifen von bis zu 400 Kilometern Breite ab und kann Fünf-Meter-Objekte auflösen. Bilddaten können bei Bedarf, etwa im Katastrophenfall, innerhalb von 60 Minuten geliefert werden. Allerdings - was gut für die Auflösung ist, ist schlecht für die Wiederholungsfrequenz. Der relativ schmale Aufnahmestreifen bedingt vergleichsweise lange Abstände beim Überflug gleicher Orte. Erst wenn in weiteren 18 Monaten der Schwestersatellit Sentinel 1B im Orbit positioniert ist, wird jeder Punkt im Sechs-Tage-Rhythmus erfasst. Der baugleiche Sentinel 1B wird die Erde um 180 Grad versetzt umkreisen.

Laut Airbus Space and Defence in Friedrichshafen (vormals Astrium) sind beim SAR vier verschiedene Beobachtungsmodi möglich. Die 12,30 x 0,90 Meter große Hauptantenne setzt sich aus 560 miteinander gekoppelten Einzelantennen zusammen und arbeitet im C-Band mit einer Wellenlänge von sechs Zentimetern. Nach ESA-Angaben können damit durch die Vegetation hindurch Veränderungen der Oberfläche – speziell Bewegungen – im Zentimeter- und sogar im Millimeterbereich wahrgenommen werden. In der höchsten Leistungsstufe müsse es jedoch nach jeweils 25 Minuten abgekühlt werden. In dieser Phase könnten aber weiterhin Bilder mit geringerer Auflösung erstellt werden.

Die Datenausbeute des Satelliten stellt natürlich auch die Datenübertragung zur und Vorverarbeitung auf der Erde vor Herausforderungen. Neben Funkübertragung arbeitet Sentinel 1A auch mit einem Laser Communications Terminal von Tesat (Backnang) zur Datenübertragung über das European Data Relay Satellite System (EDRS) der ESA, wenn kein direkter Kontakt von Sentinel zu einer Bodenstation möglich ist. Konkret wird ein Laserterminal an Bord von Eutelsat-9B die Daten von Sentinel empfangen. Der geostationär positionierte Kommunikationssatellit dient unter anderem als EDRS-Datensatellit und sendet die Daten sodann im Ka-Band (27 bis 40 GHz) zur Erde.

Allein Sentinel 1A wird, so die ESA, täglich bis zu 3 Terabyte Daten zur Erde senden. Zum Vergleich, bei Envisat war es ein Zehntel davon. In den Bodenempfangsstationen angekommen, fließen die Daten in das von T-Systems konzipierte Copernicus-WAN (Wide Area Network), das im Kern aus zwei redundanten Glasfaserleitungen mit einer Übertragungskapazität von je zehn Gigabit Daten pro Sekunde besteht. Nächste Station sind zwei „Processing and Archiving Center“ (PAC), eines beim Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum des DLR in Oberpfaffenhofen und das andere bei der Firma Infoterra in Großbritannien. Dort werden die Daten archiviert, für die Endabnehmer thematisch aufbereitet und an diese auf den Weg gebracht.

Sentinel-1A und -1B sollen mindestens sieben Jahre arbeiten. Der mitgeführte Treibstoff erlaubt laut ESA eine Verlängerung der Missionsdauer um bis zu fünf Jahre.

Sentinel 1A ist Teil des Copernicus-Programms, ein Gemeinschaftsvorhaben der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Es wurde 1998 unter dem Namen „Global Monitoring for Environment and Security“ (GMES) gestartet. Mit ihm werden umfassender als bisher Fernerkundungsdaten der Erde erfasst und ausgewertet. Neben mehreren Satelliten sind auch Vor-Ort-Messstationen auf der Erde eingebunden. Die Satelliten beziehungsweise Instrumente im Einzelnen:

  • Sentinel-1A und -1B ist die - oben beschriebene - bildgebende Radarsatellitenmission.
  • Sentinel-2A und -2B wiegen je 1,1 Tonnen und erfassen aus 780 Kilometern Höhe u.a. die Vegetationsentwicklung vom sichtbaren bis zum Infrarotbereich. Bildsensor und Optik erlauben eine Auflösung von bis zu zehn Metern bei einer Streifenbreite von 290 Kilometern. Ein Überflug erfolgt alle fünf Tage durch einen der beiden Satelliten. Die Missionsdauer beträgt sieben Jahre plus Option auf weitere fünf Jahre.
  • Sentinel-3A und -3B umlaufen die Erde sonnensynchron in rund 800 Kilometern Höhe und beobachten Land-, Eis- und hauptsächlich Ozeanflächen. Zum wissenschaftlichen Instrumentarium zählen ein hochpräziser Radar-Höhenmesser und ein Radiometer zur Messung von Oberflächentemperaturen auf 0,3 Grad Celsius genau. Zusätzlich wird jeder Punkt der Erdoberfläche alle zwei Tage optisch erfasst. Der Beobachtungsstreifen des über 21 Spektralkanäle verfügenden Aufnahmegeräts ist 1.270 Kilometer breit.
  • Sentinel 4 ist kein eigenständiger Satellit. Geplant sind zwei Spektrometer an Bord von geostationären Satelliten der dritten Meteosat-Generation (MTG-S) zur stündlichen Analyse der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre über Europa.
  • Sentinel 5/5p sind ebenfalls lediglich Instrumente an Bord der in rund 830 Kilometern Höhe polarumlaufenden Wettersatelliten MetOp Second Generation (MSG). Die TROPOMI genannten Spektrometer messen laut ESA unter anderem die Konzentration von Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Formaldehyd, Ozon und Aerosolen in der unteren Atmosphäre (Troposphäre).
  • Mit Sentinel 6 oder JASON-CS (JASON Continuity of Services) kommt ein zusätzlicher Radar-Höhenmesser in eine Umlaufbahn, der zusammen mit den Sentinel-3-Altimetern eine exaktere Messung von Meeresspiegeländerungen erlaubt.



Verwandte Meldung mit weiteren Links:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Roland Rischer - Quelle: ESA, Thales Alenia, Arianespace, Airbus Space)


» Die Wärmestrahlung von metallischen Asteroiden
04.04.2014 - Im Rahmen der Auswertung von Datensätzen des Weltraumteleskops WISE zeigte sich, dass Asteroiden mit einem hohen Metallgehalt weniger Wärmestrahlung in ihre Umgebung abgeben als hauptsächlich aus Gestein bestehende Asteroiden. Zukünftige Analysen der Infrarot-Strahlung sollen jetzt bei der Identifikation dieser seltenen Asteroiden, von denen bei einer Kollision mit der Erde eine besonders hohe Gefahr ausgehen würde, helfen.

Es ist unklar, wann genau der letzte wirklich große Einschlag eines Asteroiden oder Kometen auf der Erde erfolgte. Die Zeugnisse solcher Einschläge existieren jedoch überall auf der Welt. Prominente Beispiele hierfür sind das Nördlinger Ries in Bayern oder der Barringer-Krater im US-Bundesstaat Arizona.

Das Risiko von Asteroideneinschlägen auf der Erde

Ein weiteres Beispiel, diesmal aus der jüngeren Geschichte, findet sich in der Tunguska-Region in Sibirien, wo am 30. Juni 1908 durch die Explosion eines Asteroiden in der Erdatmosphäre Millionen von Bäumen entwurzelt wurden. Und erst am 15. Februar 2013 ging über der russischen Stadt Tscheljabinsk ein lediglich etwa 17 bis 20 Meter durchmessender Asteroid nieder (Raumfahrer.net berichtete), der nicht nur enorme finanzielle Schäden verursachte. Durch die Auswirkungen der bei diesem Ereignis erzeugten Druckwelle wurden laut russischen Medienberichten weit über 1.000 Menschen verletzt.

Die in Arizona, Sibirien und dem Ural verursachten Schäden wurden durch relativ kleine Objekte mit lediglich wenigen Dutzend Metern Durchmesser hervorgerufen. Allerdings existieren in unserem Sonnensystem eine Vielzahl solcher der Erde potentiell gefährlich nahe kommende Objekte, welche teilweise über Durchmesser von mehreren hundert Metern, in einigen Fällen sogar von mehreren Kilometern verfügen. Sie werden als "Near Earth Objects" (kurz "NEO") bezeichnet. Bisher wurden von Amateur- und Berufsastronomen mehr als 10.700 solcher NEOs entdeckt und jeden Monat kommen mehrere Dutzend weitere Objekte hinzu.

Die Gefahr durch metallreiche Asteroiden

Eine besondere Gefahr für die Erde stellen dabei Asteroiden dar, welche hauptsächlich aus Metallen zusammengesetzt sind, da diese über eine höhere Dichte und Masse verfügen als vergleichbar große, hauptsächlich aus Gesteinen bestehende Asteroiden. Der Asteroid, der im Februar 2013 in 20 bis 30 Kilometern Höhe nahe der Stadt Tscheljabinsk mit der Wucht von 500 Kilotonnen TNT zerbarst, war zum Beispiel ein steinartiges Objekt. Ein metallischer Asteroid derselben Größenklasse wäre bei seinem Flug durch die Erdatmosphäre deutlich widerstandsfähiger gewesen und hätte tiefer in die Atmosphäre eindringen oder gar die Erdoberfläche erreichen können. Die Schäden wären dadurch noch erheblich größer ausgefallen.

"Es ist wichtig, die Zusammensetzung potenziell gefährlicher Asteroiden möglichst früh festzustellen", so Prof. Dr. Alan W. Harris, Asteroidenforscher am Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof, der das internationale Asteroiden-Suchprojekt NEOShield, in dem unter anderem die Eigenschaften von Asteroiden, aber auch die Verhinderung von Asteroideneinschlägen auf der Erde untersucht werden, leitet (Raumfahrer.net berichtete). Nur wenn der Aufbau und die Zusammensetzung eines auf Kollisionskurs mit der Erde befindlichen Asteroiden bekannt ist kann dieser effektiv von seiner Flugbahn in Richtung Erde abgelenkt werden, so Prof. Alan Harris weiter.

Das Weltraumteleskop WISE

Jetzt haben die Planetologen des DLR Tausende von Datensätzen des NASA-Weltraumteleskops WISE (kurz für Wide-field Infrared Survey Explorer) ausgewertet - und kamen dabei auch den metallischen Asteroiden auf die Spur. Für ihre Analysen machten sich die beteiligten Wissenschaftler das Prinzip der unterschiedlichen thermischen Leitfähigkeit der Asteroiden - Metall leitet Wärme besser als Gestein - zunutze. Die Sonnenenergie dringt somit tiefer in die Oberfläche eines metallreichen Asteroiden ein und wird dort absorbiert. Im Rahmen von Infrarotbeobachtungen erscheinen die Oberflächen dieser Asteroiden deshalb "kühler" als die Oberflächen von Gesteinsasteroiden.

Belegt werden konnte dies durch den Vergleich von Reflexionsmessungen bei Radarabtastungen und Messungen der infraroten Wärmestrahlung von bekannten metallischen Asteroiden. Bisher sind den Wissenschaftlern lediglich etwa 40 Asteroiden bekannt, welche als metallreich identifiziert werden konnten. Mit der neuen Infrarot-Methode der DLR-Wissenschaftler wird diese Zahl jetzt allerdings wohl um einiges steigen.

"Im Katalog der WISE-Beobachtungen weisen noch viele Asteroiden Anzeichen für einen hohen Metallgehalt auf", betont Prof. Alan Harris.

Potentielle Rohstoffquellen für die Hi-Tech-Industrie

Neben einer rechtzeitigen Gefahrenerkennung und der Einschätzung des Impaktrisikos könnte eine möglichst umfassende Katalogisierung von metallreichen Asteroiden in Zukunft noch einen weiteren Nutzen mit sich bringen. Metallische Asteroiden könnten nämlich einmal eine wichtige Quelle für den Abbau von wertvollen Rohstoffen wie Osmium, Iridium, Platin oder Palladium werden. Das ist derzeit allerdings noch Zukunftsmusik, welche laut der Einschätzung von Prof. Alan Harris frühestens die nächste oder übernächste Generation betreffen wird. Allerdings, so Alan Harris weiter, ist dieses Szenario mittlerweile nicht mehr komplett unrealistisch.

Derzeit untersuchen bereits mehrere US-amerikanische Privatfirmen die Möglichkeiten, Asteroiden zukünftig als Rohstoffquellen zu erschließen. Und auch die NASA plant, einen etwa sechs Meter durchmessenden Asteroiden einzufangen, diesen in eine Umlaufbahn um den Mond zu befördern und dort zu erforschen. Eines der vielen Probleme, welche derzeit noch bei diesen hochambitionierten Projekten auftreten, besteht in der Auswahl von dafür geeigneten Asteroiden. Die Infrarot-Beobachtung bietet eine neue Möglichkeit, metallreiche Kandidaten unter den erdnahen Objekten herauszufiltern.

Zusätzlich erlaubt die Untersuchung von Asteroiden jedoch auch einen Blick in die Vergangenheit. Die meisten Asteroiden des heutigen Sonnensystems sind die Überbleibsel von gewaltigen Kollisionen, welche sich seit der Entstehungsphase unseres Sonnensystems ereignet haben. Über die detaillierten Eigenschaften dieser Körper ist im Allgemeinen bisher allerdings nur sehr wenig bekannt.

"Deshalb forschen wir im NEOShield-Projekt zurzeit gemeinsam mit zwölf Partnern aus Forschung und Industrie und bündeln unser Wissen", so Prof. Alan Harris. Neben der nun entdeckten Methode, mit der metallreiche Asteroiden identifiziert werden können, liegen NEOShield auch bereits erste Messdaten und Ergebnisse für Computer-Modellierungen von Einschlagsszenarien vor.

Die Infrarot-Methode zur Identifizierung von metallreichen Asteroiden wurde kürzlich in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters" unter dem Titel "How to find metal-rich asteroids" publiziert.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:

Fachartikel von Alan W. Harris und Line Drube:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: DLR)


» USA: Wettersatellit DMSP F19 gestartet
04.04.2014 - Der US-amerikanische militärische Wettersatellit DMSP F19 gelangte am 3. April 2014 in den Weltraum. Der Start erfolgte von der Luftwaffenbasis Vandenberg (VAFB) im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien aus an Bord einer Rakete des Typs Atlas V 401.
Die Rakete mit der Seriennummer AV-044 der United Launch Alliance hob am 3. April 2014 um 16:46 Uhr und 30 Sekunden MESZ von der Startrampe SLC-3E in Vandenberg ab. Nach rund 18 Minuten Flug wurde die Nutzlast, der von Lockheed Martin gebaute Wettersatellit DMSP F19, dann in der vorgesehenen Erdumlaufbahn ausgesetzt.

Der Einschuss in den Zielorbit erfolgte direkt nach einer einzigen Brennphase der Centaur-Oberstufe. Anvisiert war ein kreisförmiger, sonnensynchroner Orbit in 852,8 Kilometern Höhe über der Erde mit einer Neigung gegen den Erdäquator von 98,87 Grad. Für einen Erdumlauf werden dort rund 101 Minuten benötigt.

Da die mögliche Transportkapazität des Centaur mit dem Transport des rund 1.230 Kilogramm schweren DMSP F19 nicht ausgeschöpft wurde, könnte die Oberstufe unter Verwendung von in ihren Tanks noch vorhandenem Treibstoff erhebliche zusätzliche Bahnänderungen durchführen. In wie weit solche geplant waren oder bereits ausgeführt wurden, wurde bis dato nicht mitgeteilt.

Möglicherweise wird der Centaur auf einen heliozentrischen Orbit gebracht. Eine Warnung an Luftfahrzeugführer (Notice to Airmen, NOTAM), die für einen gezielten Wiedereintritt der Oberstufe nach dem Aussetzen des Satelliten in die Erdatmosphäre sprechen könnte, wurde nicht herausgegeben.

DMSP F19 ist Bestandteil einer langen Reihe von stetig weiterentwickelten Satelliten, er ist konkret ein Block-5D3-Modell. Unter den Block-5-Modellen ist er Nummer 30, von der Variante D die Nummer 19, von der Version D3 die Nummer 5. DMSP steht für Defense Meteorological Satellite Program, übersetzt etwa Militärisches Wettersatellitenprogramm.

Das jetzt gestartete Raumfahrzeug basiert wie zahlreiche Vorgänger auf dem Satellitenbus TIROS-N. Es war bereits in den 1990igern Jahren gebaut worden und dann lange bei Lockheed Martin Space Systems in Denver eingelagert. Vor dem Start wurden Teile von ihm und der Instrumentenausstattung erneuert bzw. ersetzt.

Das Hauptinstrument des über 518 Millionen US-Dollar teuren Satelliten ist eines von Northrop Grumman namens Operational Linescan System (OLS), das Wolkenbilder im Bereich des sichtbaren Lichts und im Infraroten anfertigen kann. Das Instrument wurde so ausgelegt, dass es in 12 Stunden den gesamten Erdball abtasten kann.

Mit einem ebenfalls von Northrop Grumman hergestellten Gerät mit der Bezeichnung Special Sensor Microwave Imager & Sounder (SSMIS) lässt sich die Intensität, die Schwere von Niederschlägen und Stürmen bestimmen und die Bodenfeuchte und -Temperatur messen.

Wie seine letzten drei Vorgänger trägt DMSP F19 außerdem Instrumente mit den Bezeichnungen Laser Threat Warning Sensor alias Special Sensor F (SSF), Precipitation Electron/Proton Spectrometer alias Special Sensor J5 (SSJ/5), Special Sensor Ionospheric Plasma Drift/Scintillation Monitor (SSI/ES-3), Special Sensor Magnetometer (SSM), Special Sensor Ultraviolet Limb Imager (SSULI) und Special Sensor Ultraviolet Spectrographic Image (SSUSI).

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NRO, NOAA, ULA, USAF)


» Kometensonde Rosetta hat ihr Ziel im Blick der Kamera
04.04.2014 - Die Raumsonde Rosetta befindet sich auch weiterhin in der Anflugphase zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Erst kürzlich fertigte die Hauptkamera von Rosetta mehrere Aufnahmen ihres zukünftigen Ziels an. Auch der mitgeführte Lander Philae wurde mittlerweile reaktiviert und liefert seitdem Telemetriewerte.
Bereits am 20. Januar 2014 beendete die von der Europäischen Weltraumagentur ESA betriebenen Raumsonde Rosetta ihren 957 Tage andauernden "Winterschlaf" und steht seitdem in einer regelmäßigen Verbindung mit ihrem Kontrollzentrum am ESOC in Darmstadt. Während der letzten Wochen erfolgte dabei die schrittweise Wiederinbetriebnahme der Raumsonde. Neben den verschiedenen Hardwarekomponenten wurden und werden dabei derzeit auch die verschiedenen Instrumente von Rosetta und des mitgeführten Kometenlanders Philae ausführlich getestet, kalibriert und anschließend aktiviert.

OSIRIS ist bereit

Als erstes wurden die damit verbundenen Arbeiten bei der OSIRIS-Kamera, der vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) entwickelten und betriebenen Hauptkamera der Raumsonde, beendet. Am 20. und 21. März fertigte diese Kamera dann auch die ersten Aufnahmen des Ziels der Mission seit dem "Wiedererwachen" an, wobei sowohl das Weitwinkel- als auch das Teleobjektiv von OSIRIS zum Einsatz kamen.

Aufgrund der immer noch großen Entfernung von etwa fünf Millionen Kilometern zu dem Kometen - dies entspricht in etwa dem 13fachen Abstand zwischen Erde und Mond - ist der Komet selbst auf dem Telefoto nur als ein lichtschwaches Pünktchen mit einer Ausdehnung von etwa einem Pixel erkennbar, welches vor dem mit Sternen übersättigten Hintergrund kaum auffällt. Um genügend Licht des noch fernen Schweifsterns, dessen Kern über einen Durchmesser von geschätzten lediglich vier Kilometern verfügen dürfte, einzusammeln, musste eine Fotoserie mit Belichtungszeiten zwischen 60 und 300 Sekunden durchgeführt werden.

Laut Holger Sierks, dem wissenschaftlicher Leiter des OSIRIS-Teams vom MPS in Göttingen, hat das Kamerasystem seine lange "Auszeit" jedoch offenbar gut überstanden und funktioniert wie erwartet.

"Nach zehnjähriger Anreise durchs All nun endlich unser Ziel vor uns zu sehen, ist ein unbeschreibliches Gefühl", so Holger Sierks. "Diese ersten Bilder, die aus einer solch riesigen Entfernung gelungen sind, zeigen uns, dass OSIRIS für das bevorstehende Abenteuer gerüstet ist. Schon bald werden wir verfolgen können, wie die Aktivität des Kometen erwacht."

Auch in den kommenden Wochen und Monaten wird die OSIRIS-Kamera zunehmend detailreicher ausfallende Einblicke in eine bisher vollkommen unbekannte und somit für die Menschheit neue Welt ermöglichen. Zunächst werden die Aufnahmen den beteiligten Wissenschaftlern dabei helfen, die aktuelle, immer weiter zunehmende Aktivität des Kometen anhand seiner Helligkeit abzuschätzen. Voraussichtlich ab Mitte Juli lassen die OSIRIS-Aufnahmen dann bereits die Form und Gestalt des Kometen erkennen. Im weiteren Verlauf der Mission wird das Kamerasystem erst nur grobe, schließlich auch feine Strukturen in der Koma des Kometen sichtbar machen sowie die Untersuchung der Topografie und der detaillierten Beschaffenheit seiner Oberfläche ermöglichen.

Auch der Lander Philae ist reaktiviert

Bei seinem ersten Blick auf die kürzlich angefertigten Aufnahmen des Zielkometen wagte Matt Taylor vom ESTEC im niederländischen Noordwijk, der Projektwissenschaftler der Rosetta-Mission, auch gleichzeitig einen kurzen Blick in die Zukunft: "Ein toller Start für die Inbetriebnahme unserer Instrumente. Bis zur Ankunft am Kometen sind es nur noch wenige Monate und wir freuen uns darauf, bald wieder alle elf Instrumente und den Philae-Lander einsatzbereit zu haben."

Der Kometenlander Philae wurde im Rahmen der "Check-Out-Phase" von Rosetta bereits am 28. März erfolgreich reaktiviert. Ab dem Sommer wird die OSIRIS-Kamera dazu dienen, um das endgültige Landegebiet des Landers festzulegen, welcher sich sehr wahrscheinlich auf der südlichen Hemisphäre des Kometen befinden wird. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll die Landung von Philae am 11. November 2014 erfolgen. Die derzeit aktuellen Telemetriewerte von dem Lander können Sie auf der entsprechenden Internetseite des Lander-Kontrollzentrums MUSC (kurz für "Microgravity User Support Center") des DLR in Köln verfolgen.

Annäherung

Ab Mai wird die Spannung dann noch einmal weiter steigen, denn ab dann soll im Rahmen einer Reihe von mehreren kritische Kurskorrekturmanöver die Flugbahn von Rosetta soweit verändert werden, dass die Raumsonde auf einen korrekten Kurs für ein Rendezvous mit den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko gerät. Mit ihrem momentanen Kurs würde Rosetta den Kometen um etwa 50.000 Kilometer verfehlen und dessen Kern mit einer relativen Geschwindigkeit von 800 Metern pro Sekunde passieren.

Durch die vorgesehenen Schubmanöver soll nicht nur die Entfernung auf einen Wert von etwa 100 Kilometern sondern auch die Geschwindigkeit relativ zu dem Kometen auf einen Meter pro Sekunde gesenkt werden. Die entsprechenden Kommandosequenzen werden von dem Rosetta-Flugkontrollteam am Darmstädter ESOC-Zentrum ausgearbeitet und anschließend von den verschiedenen Kommunikationsstationen des ESTRACK der ESA und des Deep Space Network der NASA an die Raumsonde weitergeleitet.

Bis dahin werden voraussichtlich auch alle elf Instrumente der Raumsonde und die weiteren zehn Instrumente des Landers Philae voll einsatzfähig sein. Erst kürzlich wurde dem am 26. März reaktivierten Instrument MIDAS - einem hochauflösenden Rastersondenmikroskop, welches die Struktur kleiner Staubpartikel abbilden kann - ein neues Software-Upgrade übermittelt. Bereits in Kürze wird das jetzt mit einer aktualisierten Software ausgestattete Instrument seine ersten Messungen durchführen.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESA, DLR, FU Berlin)


» 2. indischer Navigationssatellit für IRNSS im All
04.04.2014 - Am 4. April 2014 brachte eine Trägerrakete vom Typ PSLV den indischen Navigationssatelliten IRNSS 1B von der Rampe Nummer 1 des Raumflugzentrums Satish Dhawan der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) auf der Insel Sriharikota an Indiens Südküste aus in den Weltraum.
Der Flug der beim Start 44,4 Meter hohen, rund 320 Tonen schweren Rakete mit der missionsbezogenen Bezeichnung PSLV-C24 begann um 17:14 Uhr Ortszeit (IST) bzw. um 13:44 Uhr MESZ. Die erste Stufe der PSLV-C24 wurde von sechs zusätzlichen, seitlich angebrachten Boostern unterstützt, die Rakete flog in der sogenannten XL-Version.

Nach dem Aufbrauchen des festen Treibstoffes in den seitlich angebrachten Boostern und der ersten Stufe sowie der Zündung der zweiten, mit den flüssigen Treibstoffen UH25 (75% Unsymmetrisches Dimethylhydrazin (UDMH) + 25% Hydrazinhydrat) und N2O4 (Distickstofftetroxid) betriebenen Raketenstufe wurde die Nutzlastverkleidung abgeworfen.

Anschließend trat die dritte Stufe in Aktion, die festen Treibstoff verbrannte. In der vierten und letzten Raketenstufe wurden wieder flüssige Treibstoffe, hier mit MMH als Brennstoff und eine Mischung aus Stickstoffoxiden (MON-3) als Oxidator, verwendet. Nachdem diese ihre Arbeit erledigt hatte, erfolgte nach einer kurzen Freiflugphase rund 19 Minuten nach dem Abheben die Abtrennung des Navigationssatelliten mit einer Masse von 1.432 Kilogramm (unbetankt 614 Kilogramm).

Nach dem Aussetzen von IRNSS 1B lief an Bord eine automatische, vorprogrammierte Sequenz ab, an deren Ende die erfolgreiche Entfaltung der beiden Solarzellenausleger des Satelliten stand. Den Einsatzbeginn der beiden zusammen maximal rund 1.660 Watt elektrischer Leistung bereitstellenden Solarzellenausleger konnte das MCF für Master Control Facility genannte Satellitenkontrollzentrum im indischen Hassan an Hand empfangener Telemetriedaten bestätigen.

Der geplante Transferorbit wurde nach Angaben der ISRO mit großer Exaktheit erreicht. IRNSS 1B gelangte auf eine Erdumlaufbahn mit einem Perigäum, dem der Erde nächstliegenden Bahnpunkt, von rund 283 Kilometern, und einem Apogäum, dem erdfernsten Bahnpunkt, von rund 20.630 Kilometern. Ihre Neigung gegen den Erdäquator beträgt rund 19,2 Grad.

Um die vorgesehene geosynchrone, zunächst 31, später 29 Grad gegen den Äquator geneigte annähernd kreisförmige Erdumlaufbahn in rund 35.786 Kilometern Höhe zu erreichen, wird ein sogenanntes Apogäumstriebwerk mit 440 Newton Schub an Bord von IRNSS 1B zum Einsatz kommen. Es soll in den kommenden Tagen vier der fünf zum Erreichen der Zielbahn nötigen Brennphasen absolvieren. Das fünfte Manöver können 22-Newton-Triebwerke erledigen, von denen der auf dem indischen Satellitenbus I-1K basierende IRNSS 1B 12 besitzt.

IRNSS 1B ist nach dem 1. Juli 2013 gestarteten IRNSS 1A der zweite Satellit des Indian Regional Navigation Satellite System (IRNSS), der auf einem 29 Grad gegen den Äquator geneigten Orbit den Äquator regelmäßig bei 55 Ost kreuzen wird.

Zwei weitere Äquatorkreuzer sind im Rahmen des IRNSS vorgesehen, sie werden den Äquator später regelmäßig zwischen 111,5 und 111,75 Grad Ost überfliegen. Außerdem soll es in der zunächst umzusetzenden Ausbaustufe des IRNSS drei Satelliten auf geostationären Positionen bei 32,5 (bzw. 34), 83 und 131,5 (bzw. 132) Grad Ost geben. IRNSS 1C und IRNSS 1D will man nach aktuellem Stand laut ISRO beide in der zweiten Hälfte des Jahres 2014 starten.

Dann hat IRNSS 1B laut Plan längst begonnen, Navigationssignale im L5- und im S-Band zu senden. Der der Allgemeinheit zugängliche Dienst unter der Bezeichnung SPS (für Standard Positioning Service) arbeitet mit Mittenfrequenzen von 1.176,45 MHz (L5-Band) und 2.492,028 MHz (S-Band). Geschlossenen Benutzergruppen wie staatliche Institutionen, dem Militär etc. stehen in den gleichen Frequenzbereichen spezielle Funktionen und Eigenschaften unter dem Titel RS für Restricted Service zur Verfügung.

Als Auslegungsbetriebsdauer von IRNSS 1B nennt die ISRO 10 Jahre.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO)


» Oxidatorvorrat erschöpft, INSAT 3E außer Betrieb
06.04.2014 - Der Einsatz des indischen geostationären Kommunikationssatelliten INSAT 3E ist beendet. Der Ausfall des Satelliten Ende März 2014 kam für Nutzer von auf dem Satelliten etablierten Diensten überraschend, die indische Weltraumforschungsorganisation (ISRO) scheint das bevorstehende Einsatzende nicht vorhergesehen zu haben.
INSAT 3E, der seit dem 27. September 2003 um die Erde kreist, hatte in der letzten Märzwoche 2014 an seiner Position bei 55 Grad Ost im Geostationären Orbit seine Ausrichtung zur Erde nicht mehr halten können, was zur Unterbrechung der via INSAT 3E aufbauten Kommunikationsverbindungen führte. Am 27. März 2014 wurde bekannt, dass die ISRO plant, einen Teil der ursprünglich auf INSAT 3E etablierten Dienste auf den Kommunikationssatelliten GSAT 14 zu verlegen. Ehemalige Nutzer von INSAT 3E müssen teilweise bis zu 2 Wochen warten, bis sie Verbindungen über GSAT 14 nutzen können.

Im September 2012 hatte der in Indien basierend auf dem Satellitenbus I-2K gebaute INSAT 3E mit einer Startmasse von rund 2.775 (2.750) Kilogramm schon einmal seine Orientierung Richtung Erde verloren. Eine Ursache dafür wurde damals nicht mitgeteilt. Für den aktuellen Verlust der Fähigkeit des dreiachstabilisierten Satelliten mit einer Spannweite von 15,44 Metern, eine stabile Lage im Raum richtig Richtung Erde orientiert zu halten, wurde zunächst ebenfalls kein konkreter Grund genannt.

Gegenüber indischen Pressevertretern hat der Leiter der ISRO, K. Radhakrishnan, geäußert, dass INSAT 3E außer Dienst gestellt wurde. The Hindu meldete am 2. April 2014, dem Satelliten mit einer Auslegungsbetriebsdauer von 15 Jahren sei nach rund 10,5 Jahren im All der Oxidator ausgegangen, der zusammen mit einem Brennstoff für den Betrieb der Lageregelungstriebwerke an Bord benötigt wird. Beim Start befanden sich 1.592 Kilogramm Treibstoffe in den Tanks des leer 1.218 Kilogramm schweren Raumfahrzeugs, das neben einem Apogäumsmotor 8 kleine Triebwerke mit je 10 Newton Schub und weitere 8 mit je 22 Newton Schub besitzt.

Angeblich arbeite das MCF für Master Control Facility genannte Satellitenkontrollzentrum im indischen Hassan daran, den Satelliten auf einen Friedhofsorbit bringen, berichtete The Hindu ebenfalls. Welcher Abstand zum Geostationären Orbit sich angesichts der übriggeblieben Betriebsstoffe an Bord tatsächlich erreichen lässt, ist nicht bekannt. Eine Bahnanhebung um einen ausreichenden Betrag ist wünschenswert, damit INSAT 3E anderen Satelliten nicht unmittelbar gefährlich werden kann.

Offizieller Ersatz für INSAT 3E soll GSAT 16 (Startmasse voraussichtlich 3.150 Kilogramm) werden, den die ISRO von Arianespace nach aktuellem Planungsstand Anfang 2016 in den Weltraum transportieren lassen will.

INSAT 3E ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 27.951 und als COSPAR-Objekt 2003-043E.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO, Raumfahrer.net, The Hindu)


» Thomas Pesquet hat eine Mission
20.03.2014 - Im November 2016 wird der derzeit jüngste ESA-Astronaut Thomas Pesquet zur ISS fliegen.
Am 17. März wurde es offiziell, was der ein oder andere bereits vermutete, und in Paris endlich offiziell bestätigt. Thomas Pesquet aus der "Shenanigans09" genannten Astronauten-Klasse war der bisher einzige ESA-Astronaut der Klasse von 2009 ohne eine Mission, nun endlich hat er sie.

Thomas Pesquet ist der derzeit jüngste Astronaut des Astronauten-Korps der ESA. Er wurde am 27. Februar 1978 in Rouen, Frankreich geboren. Bevor er Astronaut wurde, flog er Linienjets für die Air France. Außerdem hat er Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Erst jüngst gratulierten ihn viele seiner Follower auf Twitter zu seinem 36. Geburtstag, worauf er sich mit den Worten: "Since I’m an astronaut, haven’t been at home once for my bday. Hope the streak continues and I celebrate from ISS soon!" - zu Deutsch: "Seitdem ich ein Astronaut bin, war ich an meinem Geburtstag nicht zu Hause. Ich hoffe, dass diese Serie sich fortsetzt und ich bald meinen Geburtstag auf der ISS werde feiern können!"

Dieser Wunsch wird sich jetzt wohl erfüllen: Wenn Thomas Pesquet im November 2016 für sechs Monte zur ISS fliegt, wird er seinen 39. Geburtstag auf der Station feiern! Er wird der 10. Franzose sein, der ins All aufbricht.

Einige wurden von der Entscheidung über seine Mission zur ISS enttäuscht, hoffte man doch, dass Pesquet als erster Nicht-Chinese evtl. gemeinsam mit den Chinesen in einer Shenzhou zu Tiangong gelangen würde, da er als einziger eine chinesische Sprachausbildung absolviert hat und zu einem Arbeitsbesuch im Taikonauten-Trainingszentrum weilte.

Unbestätigten Quellen zu Folge kann Thomas Pesquet aber nicht in einer Shenzhou-Kapsel fliegen, da er für diese schlicht einen zu großen Körper besitzt. Hoffnungen bestehen nun für Samantha Cristoforetti. Sie müsste eigentlich mit ihrer geringeren Körpergröße in die Shenzhou passen. Allerdings ist sie bereits für einen Flug zur ISS im November diesen Jahres nominiert und muss diese Mission ersteinmal absolvieren, bevor man über eine Mission mit den Chinesen sprechen kann. Außerdem müsste sie erst einmal chinesisch lernen, eine Sprache, mit der Thomas Pesquet sich bereits beschäftigt hat.

Thomas Pesquet nimmt derzeit auch die Rolle als Backup Besatzungsmitglied für den 10-tägigen Flug von Andreas Mogensen im Sommer 2015 zur ISS wahr. Andreas Mogensen soll im Rahmen einer Kurzzeitmission 10 Tage zusammen mit der Weltraumtouristin Sarah Brightman die ISS besuchen. Er wird mit Sojus TMA-18M im September 2015 vom Weltraumbahnhof Baikonur aus starten und 10 Tage später wieder mit Sojus TMA-16M in der Steppe von Kasachstan landen.

Die Kurzzeitmission kam deshalb zu Stande, da im Frühjahr 2015 Scott Kelly (NASA) und Mikhail Korniyenko (Roskosmos) ihre Einjahresmission auf der ISS beginnen werden, die Sojus Kapsel, die sie zur Station bringt, allerdings nur 200 Tage im All bleiben darf. Deshalb ist ein Austausch der Sojus Kapsel nach der Hälfte der Einjahres-Mission notwendig.

Durch den Austausch gibt bzw. gab es in der neuen startenden und in der alten landenden Sojus Kapsel zwei freie Plätze, von denen einen Andreas Mogensen belegen wird. Da für die Kurzzeitmission nicht die Regel angewendet werden wird, dass die Backup Crew eine der kommenden ISS Langzeitbesatzungen sein kann, muss es für Andreas Mogensen ein Backup geben. Diese Rolle wird Thomas Pesquet inne haben.

Daher trainierten Mogensen und Pesquet bisher immer gemeinsam im Gagarin Cosmonaut Training Center (GCTC) im Sternenstädtchen, sowie am Johnson Space Center in Houston. Vom Training entstanden mehrere kurze Videos, die man sich auf Youtube anschauen kann.

von unserem Gastautor Ian Benecken

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: ESA)


» Sonnen-Sonde Solar Orbiter fliegt Atlas V
20.03.2014 - Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) teilte am 18. März 2014 mit, dass sie den Startanbieter United Launch Services LLC aus Centennial im US-amerikanischen Bundesstaat Colorado mit dem Start der Sonnensonde Solar Orbiter auf einer Atlas-V-Rakete in der Version 411 beauftragt hat.
Derzeit ist der Start der Sonde, die als Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) und der NASA realisiert wird, für Juli 2017 geplant. Abheben soll die Rakete mit ihrer Nutzlast unter einer Verkleidung mit 4 Metern Durchmesser an der Spitze von der Startanlage Nr. 41 (SLC41) der Luftwaffenbasis CCAFS im US-amerikanischen Bundesstaat Florida.

Inklusive der Vorbereitung der Sonde auf den Start, der Integration der Sonde auf der Trägerrakte, der Bahnverfolgung, dem Empfang von Telemetrie, und anderen unterstützenden Arbeiten kostet der Start die NASA rund 172,7 Millionen Dollar.

Der Solar Orbiter alias SolO ist dazu gedacht, die Sonne und ihrer äußeren Atmosphärenschichten zu untersuchen. Dazu sollen Beobachtungen von Strukturen in der Sonnenkorona mit optischen Systemen hoher Ortsauflösung erfolgen, die von parallel zu erledigenden Messungen von Weltraumwetter-Daten in der unmittelbaren Umgebung des Orbiters auf seiner Umlaufbahn begleitet werden. So hofft man, Abhängigkeiten und Verbindungen zwischen dem Zustand der Sonne und der vom Sonnenwind durchströmten Heliospähre bestimmen zu können.

Gespannt ist man ausserdem auf Bilder und Messdaten von den Polregionen der Sonne. Der Solar Orbiter wird konstruktiv so ausgelegt, dass er einen ausreichend langen Zeitraum die Sonne teilweise innerhalb der Merkur-Bahn umkreisen kann, und dort die insgesamt 10 wissenschaftlichen Instrumente mit einer Gesamtmasse von rund 180 Kilogramm an Bord gewinnbringend eingesetzt werden können.

Dorthin gelangt die Sonnensonde nach beschleunigenden Vorbeiflügen an Erde und Venus. Mit dem Erreichen eines ersten Arbeitsorbits rechnet man für 2020. Weitere Vorbeiflüge an der Venus könnten die Bahn der Sonde später so verändern, dass ihr auch Beobachtungen von Sonnenregionen im Bereich hoher Breitengrade möglich werden.

Man hofft, dass die Sonde mindestens 7 Jahre durchhält und legt das Raumfahrzeug mit einer Masse von rund 1.320 Kilogramm entsprechend aus. Eine Missionsverlängerung von rund zweieinhalb Jahren ist angedacht. Gebaut wird der Solar Orbiter von Airbus Defence and Space in einem Werk in Stevenage nördlich von London in Großbritannien. Die ESA hatte den Bau der Sonde 2012 (seinerzeit noch bei Astrium UK) beauftragt und dafür 300 Millionen Euro eingesetzt.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: CNES, ESA, NASA)


» Ariane 5 startet zwei Kommunikationssatelliten
22.03.2014 - Dabei handelt es sich um Astra 5B für die luxemburgische SES (Société Européenne des Satellites) sowie Amazonas 4A für die spanische Hispasat.
Der Start der 50,50 m hohen Rakete mit einem Startschub von 13 MN erfolgte vom Raumfahrtgelände Kourou in französisch Guayana aus gegen 23.04 MEZ an der Spitze einer zweistufigen Ariane 5 ECA. Die seitlich an der ersten Stufe angebrachten Feststoffraketen liefern 90% des Schubs in der ersten Flugphase, waren aber nach 2 Minuten und 24 Sekunden ausgebrannt und wurden abgetrennt. 59 Sekunden später wurde die Nutzlastverkleidung in einer Höhe von etwa 111 Kilometern abgeworfen. Die Zentralstufe wurde knapp 9 Minuten nach dem Zünden des Triebwerks auf der Erdoberfläche abgetrennt.

Die zweite Stufe zündete kurz darauf, 8:56,50 min nach dem Start und lief knapp 16 Minuten. Die Nutzlasten wurden rund 2 bzw. 9 Minuten nach Brennschluss im Zielorbit ausgesetzt, dessen erdnächster Bahnpunkt bei 250 und erdfernster Bahnpunkt bei etwa 35.740 Kilometern lag, bei einer Bahnneigung von ca. 3 Grad. Den Geostationären Orbit erreichen beide Satelliten in den nächsten Tagen mit eigenem Antrieb. Für Astra 5B, der als obere Nutzlast zuerst vom Doppelstartsystem ausgesetzt wurde, ist eine Position bei 31,5 Grad Ost geplant, Amazonas 4A soll über dem amerikanischen Kontinent bei 61 Grad West Stellung beziehen.

Astra 5B wurde von Astrium (jetzt Airbus Defense and Space) gebaut und von SES im November 2009 dort bestellt. Eigentlich sollte er bereits vor einigen Monaten gestartet werden. Probleme mit einem in der Masse zum Doppelstart geeigneten Satelliten verzögerten den Start allerdings. Astra 5B basiert auf dem dreiachsenstabilisierten Bus Eurostar E3000, hat eine Startmasse von 5.724 kg, verfügt über 40 Ku- und 3 Ka-Band-Transponder. In erster Linie soll er Fernsehprogramme für Osteuropa und Russland austrahlen.

Des Weiteren trägt er eine L-Band-Nutzlast des European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS). EGNOS dient der Erhöhung der Genauigkeit von Navigationssignalen der Systeme GPS, GloNaSS und Galileo, da diese Systeme keine eigenen Satelliten im Geostationären Orbit betreiben. EGNOS ist ein Gemeinschaftsprojekt von ESA, EU und der Flugsicherung EuroControl und soll Informationen über die Qualität und Zuverlässigkeit der Navigationsdaten bereit stellen.

Indien und Japan haben bereits entsprechende Satelliten in Position gebracht, die sich auf Geostationärer oder inklinierter geosynchroner Bahn befinden und Zusatzsignale für das Global Positioning System GPS liefern. Im chinesischen Navigationssatellitensystem Beidou sind ohnehin Satelliten in derartigen Bahnen vorhanden.

Amazonas 4A wurde von der Orbital Sciences Corporation auf Basis des GeoStar 2.4 für Hispasat gebaut, hat eine Masse von etwa 3 t und soll wie Astra 5B 15 Jahre lang im Einsatz bleiben. Der Satellit soll Kommunikationsdienste, vor allem die Ausstrahlung von Fernsehrprogrammen mittels 24 Ku-Band-Transponder für den südamerikanischen Kontinent von Venezuela und Kolumbien im Norden bis Chile und Argentinien im Süden anbieten. Fünf spanische Firmen haben wichtige Teile zur Satellitennutzlast entwickelt und zugeliefert. Betrieben wird der 11. Satellit der Hispasat-Gruppe von einer argentinischen Tochterfirma.

Verwandte Meldung:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Arianespace, Raumcon, Skyrocket)


» Weiterer GloNaSS-Satellit im Orbit
24.03.2014 - Kurz vor Mitternacht unserer Zeit startete eine Sojus-Trägerrakete mit einem Satelliten für das russische Navigationssystem vom Kosmodrom in Plesezk. Das Aussetzen des Satelliten im Zielorbit erfolgte heute gegen 3.26 Uhr MEZ.
Der Satellit wird wahlweise als Uragan-M 42, Kosmos 2491 oder Glonass-M 754 bezeichnet und soll in der dritten Bahnebene des Systems eingefügt werden. Diese liegt in einer Höhe von etwa 19.100 Kilometern bei einer Bahnneigung von 64,8 Grad.

Der dreiachsenstablisierte Satellit hat gegenüber den bisherigen Raumfahrzeugen der M-Generation eine Modifikation erfahren, welche eine Temperaturregelung für die Bordelektronik umfasst, wodurch Schwankungen in der Ganggenauigkeit der Atomuhren an Bord minimiert und damit die Präzision der Navigationssignale erhöht und stabilisiert wird.

Die Navigationsnutzlast verwendet L-Band-Signale in 25 Kanälen, die jeweils 562,5 kHz auseinander liegen und in zwei Frequenzbändern 1602,5625 - 1615,5000 MHz sowie 1240 - 1260 MHz ausgestrahlt werden. Die Signale sind zirkular polarisiert.

In diesem Jahr sollen vier weitere GloNaSS-Satelliten gestartet werden, drei davon mit einer Proton und ein weiterer mit einer Sojus-Trägerrakete. Der gestrige Start der Sojus-Trägerrakete vom Typ 2.1B war übrigens der fünfhundertste vom Platz 43 in Plesezk.

Verwandte Meldung:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, Raumcon, Skyrocket)


» Eine Verdunkelung für Sterne
26.03.2014 - Das Jet Propulsion Laboratory arbeitet an einer Sonde, die in der Lage ist, bei der Suche nach erdähnlichen Exoplaneten zu helfen, indem sie das Licht der Muttergestirne abschirmt und so eine genauere Untersuchung der Planeten ermöglicht.
Das „starshade“ genannte Gefährt wird zusammen mit einem Teleskop operieren und bei Bedarf das Licht des Muttersterns eines Exoplaneten so weit abschirmen, dass die Astronomen Bilder oder Spektren gewinnen können. Bisher ist die Fotografie eines Exoplaneten eine große Herausforderung, weil das Licht des Sterns, um den der Planet kreist, um Größenklassen heller ist, als der Planet selber und ihn daher überstrahlt. Das neue Projekt des JPL dient dazu, genau dies zu verhindern.

Die Verdunkelung wird zwischen dem Stern und dem Teleskop platziert, so dass ein dunkler Schatten erzeugt wird. Eventuelle Exoplaneten werden dabei selbstverständlich nicht abgedeckt.

Die Entwicklung eines solchen Gerätes stellt die Ingenieure vor große Herausforderungen, sowohl im Hinblick auf die genaue Positionierung des Schirmes im All vor dem Teleskop als auch im Hinblick auf das millimetergenaue Ausfahren des Schirmes. Aber die Wissenschaftler sind optimistisch, dass ihre Entwicklung später einmal die Entdeckungen erdähnlicher und potenziell Leben tragender Planeten ermöglichen wird. Darüber hinaus können die benutzten Teleskope neben der Exoplanetenforschung auch noch anderen Zielen dienen, wenn das Starshade einfach nicht eingesetzt wird.

Jeremy Kasdin von der Universität Princeton, der Leiter des Starshade-Projekts, meint, dass die Mission Bilder ermögliche, die man von der Erde aus nicht machen könne: „Wir werden in der Lage sein, den Menschen einen Punkt zu zeigen und ihnen erklären zu können, dass das eine andere Erde ist."

Video zur Funktionsweise des Starshade:

Verwandte Themen bei Raumfahrer.net

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Hans Lammersen - Quelle: NASA,JPL)


» Das erste Ringsystem um einen Asteroiden
26.03.2014 - Astronomische Beobachtungen haben zu der überraschenden Entdeckung zweier schmaler Ringe geführt, welche den Asteroiden Chariklo umgeben. Dieses Mitglied des Kuiper-Gürtels ist somit nach den viel größeren Planeten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun das bei weitem kleinste Objekt, welches über ein bekanntes Ringsystem verfügt. Der Ursprung der dortigen Ringe bleibt derzeit allerdings noch ein Rätsel. Sie könnten die Folge einer kosmischen Kollision sein.
Jenseits der Umlaufbahn des Neptuns, des äußersten Planeten unseres Sonnensystem, erstreckt sich in einer Entfernung von etwa 30 bis 50 Astronomischen Einheiten zur Sonne - dies entspricht in etwa 4,5 bis 7,5 Milliarden Kilometern - der aus vermutlich mehreren zehntausend Objekten bestehende Kuipergürtel. Die vier größten der dort befindlichen Objekte wurden mittlerweile von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) offiziell als Zwergplaneten klassifiziert. Trotz ihrer relativ großen Durchmesser von jeweils deutlich über 1.500 Kilometern fällt es den Astronomen aufgrund der großen Entfernungen zur Erde jedoch sehr schwer, diese vier Zwergplaneten Pluto, Haumea, Makemake und Eris im Detail zu untersuchen.

Speziell im Fall von Makemake gestaltet sich die Gewinnung neuer Erkenntnisse als besonders kompliziert. Wenn Himmelskörper von einem oder mehreren relativ massereichen Monden umkreist werden - und dies ist bei den anderen drei Zwergplaneten und vielen weiteren Kuipergürtel-Objekten der Fall - so kann anhand des Verlaufes und der Veränderungen in den Umlaufbahnen dieser Monde die ungefähre Masse der beteiligten Objekte abgeleitet werden.

Manchmal kommt den Astronomen bei der Untersuchung der Asteroiden und Zwergplaneten des Kuipergürtels jedoch auch eine spezielle, als Sternbedeckung oder auch "Okkultation" bezeichnete astronomische Konstellation zu Hilfe. Hierbei zieht ein Planet oder Asteroid von der Erde aus betrachtet direkt vor einem Hintergrundstern vorbei und bedeckt diesen für einen kurzen Zeitraum. Aus dem Verlauf der sich dabei ergebenden Lichtkurven können die Astronomen verschiedene wichtige Daten wie zum Beispiel die Größe und Form eines Asteroiden oder die Existenz, die Ausdehnung und die Dichte einer eventuell vorhandenen Atmosphäre ableiten. Unter besonders günstigen Umständen lässt sich dabei sogar die Existenz eines den Asteroiden umkreisenden Mondes feststellen (Raumfahrer.net berichtete).

Die Sternbedeckung durch (10199) Chariklo im Jahr 2013

Am 3. Juni 2013 bedeckte der im Kuipergürtel beheimatete Zentaur (10199) Chariklo den Stern UCAC4 248-108672. Der bereits am 15. Februar 1995 entdeckte Asteroid verfügt über einen Durchmesser von etwa 258 Kilometern. In Kombination mit der während der Bedeckung gegebenen Entfernung zwischen (10199) Chariklo und der Erde konnten die Astronomen berechnen, dass diese Okkultation etwa 12 Sekunden andauern würde.

Diese sich im letzten Jahr ergebende Gelegenheit wurde deshalb von einem internationalen Astronomenteam für eine ausgedehnte Beobachtungskampagne genutzt. Die Astronomen beobachteten das nur von Südamerika aus sichtbare Ereignis mit sieben verschiedenen in Chile und Brasilien befindlichen Teleskopen. Zwei der dabei eingesetzten Teleskope, das 1,54-Meter-Danish-Telescope und das Teleskop TRAPPIST (kurz für "TRAnsiting Planets and PlanetesImals Small Telescope"), befinden sich an dem Standort La Silla der Europäischen Südsternwarte (ESO) in den chilenischen Anden.

Ein Ringsystem um Chariklo

Bei der Auswertung der dabei gewonnenen Daten zeigten sich mehrfach deutlich erkennbare "Ausschläge" in der während der Bedeckung gewonnenen Lichtkurve, welche sich einige Sekunden vor und nach der eigentlichen "Hauptbedeckung" ereigneten. Die gewonnenen Daten werden dahingehend interpretiert, dass der Asteroid von einem aus zwei Einzelringen bestehenden Ringsystem umgeben ist.

Durch den Vergleich der von verschiedenen Beobachtungsstandorten aus gewonnenen Beobachtungsdaten konnte das Team nicht nur die Form und Ausdehnung der Objekte, sondern auch die Struktur, die Breite und Ausrichtung sowie weitere Eigenschaften der neu entdeckten Ringe rekonstruieren. Der innere Ring befindet sich demzufolge im Mittel etwa 391 Kilometer von der Asteroidenoberfläche entfernt und verfügt über eine Ausdehnung von sieben Kilometern. Der äußere, lediglich drei Kilometer breite Ring, ist dagegen 405 Kilometer von der Oberfläche platziert. Zwischen den beiden Ringen befindet sich eine deutlich ausgeprägte Lücke mit einer Ausdehnung von etwa acht Kilometern.

"Wir haben nicht nach einem Ring gesucht und haben es nicht einmal für möglich gehalten, dass solch kleine Himmelskörper wie Chariklo Ringe besitzen könnten. Somit war ihre Entdeckung - und die verblüffende Menge an Details, die wir in dem Ringsystem sehen - für uns eine vollkommene Überraschung", so Felipe Braga-Ribas vom Observatório Nacional/MCTI im brasilianischen Rio de Janeiro, der die Beobachtungskampagne vorbereitet hat und auch Erstautor eines entsprechenden Fachartikels ist.

Die bisherigen Untersuchungen des Ringsystems führten zu dem Schluss, dass es sich bei dem Material, aus dem sich die Ringe zusammensetzen, zumindestens teilweise um Wassereis handelt. Entsprechende Signaturen, so Dr. Colin Snodgras vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Göttingen, konnten nachgewiesen werden. Unklarheit besteht dagegen noch darüber, ob solche Ringsysteme um Asteroiden im Bereich des Kuipergürtels die Regel sind oder doch eher die Ausnahme darstellen. Auch der Entstehungsprozess konnte bisher nicht zweifelsfrei nachvollzogen werden.

"Wir können derzeit nicht sagen, ob Ringe um kleine Objekte aus einem generischen, bisher unbekannten Prozess herrühren, oder ob es sich dabei um außergewöhnliche Einzelfälle handelt", so Dr. Colin Snodgras weiter.

Am wahrscheinlichsten ist derzeit allerdings, dass die den Asteroiden Chariklo umgebenden Ringe aus einer "kosmischen Kollision" hervorgegangen sind. Ein anderer Kleinkörper des Sonnensystems kollidierte demnach mit Chariklo, wobei ein Teil des auf der Asteroidenoberfläche abgelagerten Wassereises in den umgebenden Weltraum befördert wurde. Das so freigelegte Material wurde anschließend - zusammen mit dem Material des verursachenden Impaktors - durch die gravitativen Einflüsse von einem oder mehreren massereicheren Objekten, welche sich in der unmittelbaren Nähe von Chariklo bewegen, zu Ringen "geformt".

"Deshalb ist es sehr wahrscheinlich, dass Chariklo nicht nur über die Ringe, sondern auch mindestens über einen kleinen Mond verfügt, der derzeit noch auf seine Entdeckung wartet", so Felipe Braga-Ribas weiter.

Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse werden am heutigen Tag unter dem Titel "A ring system detected around the Centaur (10199) Chariklo" von Felipe Braga-Ribas et al. in der Fachzeitschrift "Nature" publiziert.

In diesem Zusammenhang erwähnenswert ist, dass auch das den Planeten Uranus umgebende Ringsystem durch die Beobachtung einer am 10. März 1977 erfolgten Sternbedeckung entdeckt wurde.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO)


» ESA-Station für Galileo auf den Azoren eingeweiht
29.03.2014 - Eine Sensorstation der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) auf der portugiesischen Azoreninsel Santa Maria für den Einsatz im Bodensegment des Europäischen Satellitennavigationssystems Galileo wurde am 26. März 2014 offiziell in Betrieb gesetzt.
Die jüngste Ergänzung des umfassenden Netzwerks von sensorbewehrten Galileo-Stationen (Galileo Sensor Stations, GSS) wurde während einer feierlichen Zeremonie unter Leitung des Sekretärs für Tourismus und Transport der Azoren, Vitor Fraga, und dem ESA-Leiter für Beschaffung im Bereich des Galileo-Bodensegments, Syvain Loddo offiziell eröffnet.

Auf der rund 1.500 Kilometer vom Festland entfernten, gebirgigen Insel liegt die neue Galileo-Station in Nachbarschaft zu einer auf dem sogenannten Blumenhügel (Montes das Flores) bereits länger bestehenden Bahnverfolgungsstation des ESTRACK-Netzes der ESA, die unter anderem bei Starts vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou auf Französisch Guayana zum Einsatz kommt.

Die Galileo-Station wurde auf der Insel, die seit 1439 besiedelt ist und auf der Christopher Columbus nach der Entdeckung Amerikas mit seinem Flaggschiff Niña im Februar 1493 an landete, auf einem flachen Gelände erreichtet, das sich im Besitz der Region Azoren befindet. Der Bau erfolgte unter Ägide des portugiesischen Unternehmens Edisoft, das zuvor auch mit dem Bau der ESTARCK-Station beauftragt war und zur Thales Gruppe gehört. Edisoft kümmert sich jetzt vor Ort um Wartung und Betrieb beider Stationen.

Die Galileo-Station besitzt eine zentrale Rundstrahlantenne mit einer Baulänge von rund einem halben Meter, ein Paar Kommunikationsantennen zur Datenübertragung über ein VSAT-Netzwerk, eine Stromversorgungsanlage und eine Wachstation. Die Standortwahl im Bereich flachen Geländes weit weg von bebautem Gebiet erlaubt der Funktechnik der Station unbeeinträchtigte Verbindungen in alle Himmelsrichtungen.

Im Verbund mit solchen in Arktis und Antarktis kann die sensorbewehrte Station Daten für exakte Bahnbeobachtungen liefern und jede Art von Abweichung und Drift, die die Genauigkeit von Navigationssignalen beeinträchtigen könnten, zuverlässig identifizieren. Gewonnene Informationen werden an die Galileo-Kontrollzentren (Galileo Control Centres, GCC) im italienischen Fucino und in Oberpfaffenhofen weitergeleitet.

Später im Jahr 2014 soll die Galileo-Station auf den Azoren um eine Referenz-Bake für das in Galileo integrierte Such- und Rettungssystem ergänzt werden. Letzteres will man als Teil des internationalen Such- und Rettungssystems COSPAS-SARSAT betreiben.

COSPAS ist ein russisches Akronym, es steht für "Cosmitscheskaja Sistema Poiska Awarinitsch Sudow" und bedeutet sinngemäß "weltraumgestütztes System für die Suche von Schiffen in Not"; SARSAT steht für "Search and Rescue Satellite-Aided Tracking", auf Deutsch "Satellitenortungssystem für den Such- und Rettungsdienst".

Mit COSPAS-SARSAT-Transpondern zum Betrieb auf einer mittleren Erdumlaufbahn (Medium Earth Orbit, MEO) ausgerüstete Galileo-Satelliten können künftig UHF-Signale erfasst werden, die im Notfall von an Bord von Schiffen und Flugzeugen installierten oder von Individuen mitgeführten Sendern ausgestrahlt werden.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Edisoft, ESA, Thales)


» Wettersatelliten-Konstellation CYGNSS fliegt Pegasus
29.03.2014 - Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) gab am 28. März 2014 bekannt, dass sie die Orbital Sciences Corporation (OSC) aus Dulles im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia mit dem Start der acht Satelliten der Konstellation CYGNSS zur Verfolgung von tropischen Wirbelstürmen beauftragt hat.
Geplant ist der Start aller acht Satelliten an Bord einer einzigen Pegasus-XL-Rakete derzeit für Oktober 2016. Die geflügelte Rakete wird dabei nicht selbständig vom Boden abheben, sondern von einem dreistrahligen Stargazer genannten Trägerflugzeug vom Typ Lockheed L-1011 Tristar zur Startposition für den Luftstart gebracht.

Für den Start will die NASA einen Festpreis von rund 55 Millionen US-Dollar zahlen. Neben dem eigentlichen Start deckt die genannte Summe auch Arbeiten wie die Vorbereitung der Nutzlast, ihre Integration auf der Rakete, Bahnverfolgung sowie Telemetriedatenempfang und -Verarbeitung im Zusammenhang mit dem Start ab.

Die CYGNSS-Satelliten mit einer Masse von voraussichtlich jeweils 18 Kilogramm sind dazu gedacht, mit als Delay Doppler Mapping Instrument (DDMI) bezeichneten Geräten von einer rund 35 Grad gegen den Erdäquator geneigten Bahn in rund 500 Kilometern über der Erde aus Windgeschwindigkeiten in Wirbelstürmen an der Wasseroberfläche zu messen. Die Messungen sollen über die gesamte Lebensdauer eines Sturmes möglich sein, die gewonnenen Daten zur Verbesserungen bei der Wettervorhersage führen.

Für die Vorhersage von Entwicklung und Weg tropischer Wirbelstürme erhofft man sich fundamentale Fortschritte. Um dieses Ziel zu erreichen, will man insbesondere die Interaktion zwischen Luft und Wasserflächen in der Nähe der Zentren von Wirbelstürmen untersuchen. Sie spielt bei der Bildung und Intensivierung von Hurrikans eine zentrale Rolle.

Die Region zwischen der Wand des Auges eines Sturms und es umgebenden intensiven Regenbändern hält man für besonders interessant. Bisher war es nicht möglich, sie vom Weltraum aus zu untersuchen.

Für übliche bisher eingesetzte Erdbeobachtungssatelliten sind große Teile der Wasseroberfläche im Zentrum eines aktiven Wirbelsturms wegen seiner Zonen mit heftigen Niederschlägen nicht sichtbar. Das kontinuierliche Verfolgen der dynamischen Prozesse in Wirbelstürmen bei deren Entstehung und Intensivierung ist üblichen Wettersatelliten mit weit-winkliger Instrumentenausstattung auf polaren Umlaufbahnen nicht möglich.

Das unter der Ägide der Universität Michigan entwickelte Missionskonzept sieht vor, entsprechend seiner Namensgebung Cyclone Global Navigation Satellite System von der Meeresoberfläche reflektierte Strahlung zu nutzen, die ihre Quelle in Signalen der US-amerikanischen Navigationssatelliten des Satellitennavigationssystem GPS hat. Die CYGNSS-Satelliten werden in der Lage sein, sowohl von der Oberfläche reflektierte als auch von GPS-Satelliten direkt ausgestrahlte Signale zu erfassen.

Die direkt von den GPS-Satelliten auf höheren Umlaufbahnen empfangenen Signale will man zur exakten Positionsbestimmung der CYGNSS-Satelliten verwenden. Die von Wasserflächen reflektierten Signale geben Auskunft über die Rauheit der Wasseroberfläche, aus der sich die lokale Windgeschwindigkeit ableiten lässt.

Surrey Satellite Technology, Colorado, Tochter des Satellitenbauers Surrey Satellite Technology Limited (SSTL) aus Großbritannien wird die erforderlichen GPS-Empfänger liefern. SSTL ist Hersteller des Kleinsatelliten UK-DMC 1 alias BNSCSat 1, mit dessen Hilfe unter anderem das für die CYGNSS-Satelliten vorgesehene Messverfahren evaluiert worden ist.

Jeder der acht Satelliten, die das Southwest Research Institute aus Texas baut, soll vier Reflektionszonen gleichzeitig beobachten können. Alle Satelliten zusammen werden daher laut Plan 32 Windgeschwindigkeitsmessungen aus Gebieten rund um die Erde gleichzeitig liefern können, und das, wenn alles funktioniert wie vorgesehen, pro Sekunde.

CYGNSS ist das erste weltraumgestütze Projekt, das im Rahmen eines Earth Venture genannten NASA-Programms für zügig zu entwickelnde, kostengünstig umzusetzende erdwissenschaftliche Missionen realisiert wird.

Das NASA-Forschungszentrum Langley in Hampton im US-amerikanischen Bundesstaat Virginia managt das Projekt, um die Organisation des Starts kümmert sich das Kennedy Raumflugzentrum in Florida.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA)


» Dragon-CRS 3 verschiebt sich weiter
30.03.2014 - Nachdem ein Feuer eine Radaranlage zur Bahnverfolgung in Cape Canaveral beschädigt hat, werden nun Alternativen gesucht.
Durch die Beschädigung einer Anlage ist die vorgeschriebene Redundanz nicht mehr vorhanden, so dass Startvorgänge untersagt sind. Betroffen davon sind der Start einer Atlas 5 mit einem militärischen Satelliten sowie der nächste Flug einer Dragon-Kapsel zur Internationalen Raumstation.

Diese sollte ursprünglich am 11. November vergangenen Jahres starten, verzögerte sich jedoch aus unterschiedlichen Gründen mehrfach. Zunächst gab es einen erhöhten Arbeitsaufwand bei der Umrüstung der Dragon-Kapsel, die im Auftrag der NASA vorgenommen wurde. Die NASA benötigt vor allem für den Rücktransport von medizinisch-biologischen und physikalischen Proben von der ISS mehr Kühlgeräte, welche die Bereitstellung einer erhöhten elektrischen Leistung innerhalb der Kapsel erfoderlich machen. Anschließend wurde der erste Flug einer Cygnus-Kapsel im Rahmen der Commercial Resupply Services durch Orbital Sciences vor gezogen.

Mitte März wurde bekannt, dass die innere Auskleidung des Raumschiffrumpfes geringe Verunreinigungen mit Öl aufweist, die durch die Verwendung älterer Nähmaschinen verursacht wurde. Später stellte sich allerdings heraus, dass diese keinen Einfluss auf die im Torso zu transportierenden Außennutzlasten haben würde. Dazu gehören eine Installation mit vier HD-Kameras, die von Schülern, Studenten oder kommerziellen Unternehmen verwendet werden können, um Bilder von der Erdoberfläche zu gewinnen sowie eine Laser-Kommunikationseinrichtung, mit der man die Datenübertragung per Lichtstrahl testen möchte.

Der Brand in der Radarstation führt nun zu einer weiteren, mehrwöchigen Verzögerungen, auch in der Startplanung der Firma Space Exploration Technologies (SpaceX). Trotz voller Auftragsbücher und verfügbarer Raketen konnte in diesem Jahr bisher nur ein einiger Start ausgeführt werden.

Während eine Reparatur der Radarstation offenbar mindestens 6 Wochen Zeit in Anspruch nehmen würde, überlegt man sich gegenwärtig Alternativen. So wird erwogen, eine inaktive Anlage in kürzerer Zeit betriebsbereit zu machen. Allerdings würde ohnehin eine Modernisierung der Anlagen notwendig, wenn man die vonseiten SpaceX gewünschte hohe Startfrequenz einhalten wolle.

Für die Raumfahrer an Bord der ISS stellt die Verzögerung indessen kein wirkliches Problem dar. Die Vorräte an Luft, Wasser, Nahrungsmitteln und sonstigen Verbrauchsgütern sind für mehrere Monate ausreichend. Zudem stehen mit mehrere Alternativen praktisch in den Startlöchern. Progress-M 23M soll im April zur ISS fliegen, Cygnus 3 im Mai und das ATV 5 Ende Juli. Man wartet allerdings auf die neuen Experimente, für welche die aktuelle Besatzung speziell ausgebildet wurde.

Der letzte Dragon-Versorgungsflug liegt mittlerweile mehr als ein Jahr zurück.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, Raumcon)



^ Nach oben

Mars Aktuell: Eine neue Hangrinne auf dem Mars von Redaktion



• Eine neue Hangrinne auf dem Mars «mehr» «online»
• Testanlage in UK bereit für ExoMars-Rover «mehr» «online»
• Marsrover Curiosity gehackt [Aprilscherz] «mehr» «online»
• Der Rover Opportunity hat den Marswinter überstanden «mehr» «online»


» Eine neue Hangrinne auf dem Mars
24.03.2014 - Auf den Aufnahmen der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter konnten Wissenschaftler eine Hangrinne identifizieren, welche sich erst kürzlich im Inneren eines Kraters gebildet hat. Sehr wahrscheinlich spielte gefrorenes Kohlenstoffdioxid eine entscheidende Rolle bei der Bildung dieser Struktur.
Bereits seit dem März 2006 umkreist die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene und mit sechs wissenschaftlichen Instrumenten ausgestattete Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (kurz "MRO") den Mars und liefert den an dieser Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem fast täglich neue und immer wieder faszinierende Detailaufnahmen von der Oberfläche und der Atmosphäre unseres äußeren Nachbarplaneten.

Die Hauptkamera an Bord des MRO, die von der University of Arizona betriebene HiRISE-Kamera, erreicht dabei mit ihren Aufnahmen unter optimalen Bedingungen eine Auflösung der Planetenoberfläche von bis zu 25 Zentimetern pro Pixel. Eine zweite Kamera an Bord des Orbiters, die CTX-Kamera, erreicht zwar lediglich eine Auflösung von etwa sechs Metern pro Pixel. Durch das bei den CTX-Aufnahmen erreichte größere Gesichtsfeld kann das durch die HiRISE abgebildete Gebiet jedoch in einen räumlich weiter ausgedehnten Kontext versetzt werden.

Im Rahmen ihrer Aktivitäten bilden diese beiden Kameras bei passenden Gelegenheiten auch immer wieder die gleichen Abschnitte der Marsoberfläche ab und dokumentieren dabei Veränderungen, welche sich dort erst in jüngster Vergangenheit ergeben haben. Durch den Vergleich mit älteren Aufnahmen zeigte sich dabei mehrfach, dass der Mars im geologischen Sinn keinesfalls eine "tote Welt" ist, sondern dass die Oberfläche unseres Nachbarplaneten einem permanent ablaufenden Veränderungsprozess unterliegt. Durch aeolische Prozesse herbeigeführte Veränderungen von Sanddünen, der Wechsel der Jahreszeiten und immer wieder erfolgende Meteoriteneinschläge führen auch in der Gegenwart dazu, dass die Marsoberfläche immer wieder neu gestaltet wird.

Eine neue Hangrinne

Erst kürzlich konnten die Marsforscher bei der Auswertung der Aufnahmen des MRO eine erst in der jüngeren Vergangenheit neu entstandene Struktur entdecken. Bei dem Vergleich von zwei Aufnahmen, welche die HiRISE-Kamera am 5. November 2010 und am 25. Mai 2013 angefertigt hat, entdeckten die für die Bildanalyse verantwortlichen Wissenschaftler an der Innenwand eines in der Region Terra Sirenum gelegenen Impaktkraters eine neu entstandene Hangrinne. Derartige rinnenartige Landschaftsformen - auch unter der englischen Bezeichnung "gullies" bekannt - finden sich in vielen Kratern in den mittleren Breitengraden und auf den südlichen Hochländern des Mars.

Im Jahr 2006 konnten die Marsforscher bei der Auswertung von Aufnahmen des mittlerweile nicht mehr aktiven Marsorbiters Mars Global Surveyor (MGS) auch erstmals erst kürzlich erfolgte Veränderungen an diesen Hangrinnen beobachten. Daraufhin erhielt das Studium dieser Landschaftsformen durch die HiRISE-Kamera oberste Priorität, denn es ist bis heute nicht vollständig geklärt, welche Prozesse zu der Bildung dieser Hangrinnen führen. Neben dem Abgang von Staublawinen wird dabei auch immer wieder die These ins Feld geführt, dass hierfür aus unterirdischen Reservoirs austretendes flüssiges Wasser verantwortlich sein könnte.

Erst in der jüngeren Vergangenheit erfolgte Rinnenbildungen, so die Ergebnisse der bisherigen Auswertungen der Orbiteraufnahmen, scheinen allerdings in erster Linie während des Winters und im Vorfrühling zu erfolgen. Dies legt jedoch nahe, dass nicht flüssiges Wasser sondern vielmehr sublimierendes Trockeneis der Auslöser für die Entstehung der Rinnen ist.

Aufgrund der während der Wintermonate auf dem Mars herrschenden niedrigen Lufttemperaturen von bis zu minus 130 Grad Celsius friert das in der Marsatmosphäre befindliche Kohlenstoffdioxid in einem großen Umfang aus der Atmosphäre aus und lagert sich in Form von Trockeneis auf der Planetenoberfläche ab. Mit dem einsetzenden Frühling erhöht sich die Lufttemperatur wieder und das zuvor im festen Zustand abgelagerte Kohlendioxid geht - bedingt durch diesen Temperaturanstieg - wieder in den gasförmigen Zustand über. Im Rahmen dieses Prozesses, so die Vermutung der Wissenschaftler, destabilisiert sich der an den Innenwänden der Krater abgelagerte Sand. Dies führt zu Lawinenabgängen, in deren Rahmen sich die neuen Hangrinnen bilden.

Bei der jetzt neu entdeckten Hangrinne scheint das Material, welches an der Kraterwand abgerutscht ist, aus einer bereits vorher vorhandenen Rinne ausgebrochen zu sein und hat dabei eine neue Rinne geformt. Da zwischen den beiden Aufnahmen mehr als ein volles Marsjahr vergangen ist, lässt sich die Jahreszeit, in welcher die neue Rinne gebildet hat, leider nicht ermitteln.

Weitere mit dieser neuen Hangrinne in Zusammenhang stehende Bildprodukte finden Sie hier. Neben dieser Aufnahme der HiRISE-Kamera sind auf den Internetseiten der University of Arizona derzeit mehr als 32.100 weitere HiRISE-Aufnahmen einsehbar.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: University of Arizona, JPL)


» Testanlage in UK bereit für ExoMars-Rover
29.03.2014 - Eine überarbeitete Testanlage in Großbritannien, in der die Bedingungen auf der Marsoberfläche für im Rahmen des ExoMars-Projekts auszuprobierende Marsvehikel nachgestellt werden können, wurde diese Woche offiziell in Betrieb genommen.
ExoMars ist aktuell ein Gemeinschaftsprojekt der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) und der russischen Raumfahrbehörde Roskosmos. In seinem Rahmen sollen 2016 und 2018 unbemannte Missionen zum Mars aufbrechen. Vereinbart ist ein Transport ins All auf russischen Proton-Raketen.

Ein Orbiter zur Spurengasuntersuchung, der Trace Gas Orbiter (TGO), und der Landedemonstrator Schiaparelli sind für einen Start 2016 vorgesehen, 2018 ist der Start des Rovers samt Überflugeinheit und russischer Landeplattform geplant. Orbiter und Rover haben unter anderem die Aufgabe, gemeinsam nach Anzeichen von vergangenem und vielleicht derzeit vorhandenem Leben auf dem Mars zu suchen.

Im Rahmen des Programms soll vor allem auch demonstriert werden, dass die erforderlichen Techniken für einen Eintritt in die Marsatmosphäre, einen sicheren Abstieg und eine weiche Landung sowie das Bohren in den Marsboden beherrscht werden. Auf der Marsoberfläche soll der projektierte Rover täglich 70 Meter zurücklegen können, und dabei autonom navigieren.

Um Konstruktionen vorab sinnvoll und nachhaltig prüfen und ggf. missionsbegleitende Nachstellungen durchführen zu können, wurden auf einer Fläche von 30 x 13 Metern rund 300 Tonnen Sand verteilt. Um eine möglichst realistische Optik zu erreichen, wurden alle Wand- und Deckenflächen sowie Türen etc. in der Halle auf dem Gelände von Airbus Defence and Space in Stevenage rund 50 Kilometer nördlich von London in rot-brauen Farbtönen angelegt.

Aus Anlass des Abschluss der erfolgten Renovierungsarbeiten waren Öffentlichkeit und Presse eingeladen, der neuerlichen Inbetriebnahme beizuwohnen. John Vincent Cable, Minister für Unternehmen, Innovation und Qualifikationen in Großbritannien, Alvaro Giménez, wissenschaftlicher Direktor bei der Europäischen Raumfahrtorganisation, Andrew Stroomer, England-Chef der Sparten Erdbeobachtung, Navigation und Forschung von Airbus Defence and Space und David Parker, Leiter der Raumfahrtagentur Großbritanniens, drückten gemeinsam symbolisch einen großen Knopf.

Auf dem mit zahlreichen möglichst realistisch geformten Objekten im Sand ausgestatteten nachempfunden Marsoberfläche kann das für den ExoMars-Rover vorgesehene hochentwickelte Navigationssystem jetzt intensiv getestet werden.

Nicht nur auf das Navigationssystem ist man in England stolz. Neuerungen im Bereich von Schweißverfahren und dabei zum Einsatz kommenden Materialien werden als beispielhaft für hochwertige Arbeit aus Großbritannien betrachtet.

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Airbus Defence and Space, ESA)


» Marsrover Curiosity gehackt [Aprilscherz]
01.04.2014 - Die NASA hat offenbar die Kontrolle über ihren Marsrover Curiosity verloren. Dies gab die US-Raumfahrtorganisation am Morgen bekannt. Gleichzeitig wurde über andere Quellen bekannt, dass man weiterhin Bilder empfange, wonach sich der Rover im Verlaufe des letzten Marstages um einige Meter bewegt haben müsse. Zudem habe er seinen Arm dazu benutzt, Zeichen in den vor ihm befindlichen Sand zu schreiben.
Dadurch entsteht der Verdacht, dass die Kontrolle über das Marsfahrzeug von anderer Stelle übernommen wurde. Mittlerweile haben FBI, NSA und CIA Untersuchungen eingeleitet. Es werde in alle Richtungen ermittelt, gab ein Vertreter der US-Geheimdienste bekannt. In der Presse werden vor allem chinesische Hacker oder die internationale Gruppe Anonymous für die „feindliche Übernahme“ verantwortlich gemacht.

Weltweit gäbe es allerdings nur eine Hand voll Antennen, welche eine Sendeleistung und Ausrichtgenauigkeit entwickeln könnten, den Rover mit ihren Signalen zu erreichen. Die US-Regierung hat nun offizielle Anfragen formuliert, die sie den betreffenden Instituten bzw. Regierungen übermittelt. Man erwarte möglichst schnelle Antworten, damit man Gegenmaßnahmen treffen bzw. den Tätern auf die Spur kommen könne. Offenbar ist es ohne die Täter unmöglich, die Kontrolle über den modernsten Marsrover wieder zu erlangen. Auch eine Fahrt des Rovers Opportunity in das Landegebiet von Curiosity wurde erwogen, wird nun allerdings als unmöglich angesehen.

Offenbar haben die Täter zumindest Teile des Betriebssystems des Rovers ausgetauscht, so dass dieser nun Kommandos der NASA, die normalerweise über den Mars Reconnaissance Orbiter als Relaisstation weiter gegeben werden, nicht mehr akzeptiert und ausführt. Wie dies gelungen sei, ist bisher unklar. Die Kommandos an den Rover seien in bestimmter Weise verschlüsselt, der Code zur Programmierung des Fahrzeugs nicht öffentlich zugänglich.

Die Organisation Internationaler UFOlogen (OIU) äußerte vor wenigen Minuten beim Sender Florida Home den Verdacht, der Rover könne von einer außerirdischen Zivilisation übernommen worden sein. Man solle nicht nach Schuldigen auf der Erde suchen, sondern vielmehr Sprachwissenschaftler damit beauftragen, die Bedeutung der Sandzeichnungen zu ergründen.

Sprachforscher der Agency of Progressive Research of Intergalactic Languages beantragten eine Sondersitzung der UNO zu diesem außergewöhnlichen Vorfall. Der Leiter von APRIL, William J. Shertz, erklärte auf einer Pressekonferenz in New York: „Wir stehen offenbar am Beginn einer neuen Epoche in der Menschheitsgeschichte.“ Die Organisation sehe in den Symbolen, welche der Marsrover im roten Sand hinterlassen habe, eine Botschaft einer fremden Intelligenz. Der Gebrauch von maschinellen Hilfsmitteln sei möglicherweise eine wichtige Gemeinsamkeit, die unsere Zivilisationen miteinander verbindet und könnte als Verständigungsbrücke dienen.

Curiosity ist ein von der NASA entwickelter und gebauter Marsrover, der Anfang August 2012 auf dem Roten Planeten landete. Er ist mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Geräte ausgerüstet, zu denen ein chemisches Labor, ein Laser, Spektrometer, ein Mikroskop sowie verschiedene Kameras gehören. Bisher hat er auf dem Mars mehr als 5 km zurück gelegt, mit mehreren technischen Einrichtungen verschiedene Bodenproben physikalisch und chemisch untersucht sowie mittels Laserspektroskopie die Zusammensetzung von Gestein ermittelt.

Update 1 (8.17 Uhr MESZ)
Wie die NASA soeben meldet, ist Curiosity mittlerweile dazu über gegangen, mittels Laser binäre Muster in einen nahe gelegenen Stein zu schießen. Diese ähneln unseren Morsezeichen, konnten bisher aber noch nicht entschlüsselt werden. Bei den Sandmustern wurden ebenfalls noch keine Fortschritte gemacht. Die Ähnlichkeiten zu chinesischen Schriftzeichen seien offenbar zufällig und ließen keine Rückschlüsse auf die Urheber zu, so ein Sprecher der US-Behörde.

Update 2 (10.11 Uhr MESZ)
Mitarbeiter der NSA äußerten die Vermutung, Curiosity könne aufgrund der erhöhten Strahlung, der geringen Schwerkraft auf dem Mars und der wiederholt angefertigten Selbstportraits des Rovers ein eigenes Bewusstsein entwickelt haben. Mit Hilfe ihres Quantencomputers habe man einen Teil der gemorsten Botschaft entschlüsseln können. Demnach finden sich im Gestein Codes für die Worte „help“, „alone“, „cold“ und „puncture“. Den genauen Zusammenhang untersuche man allerdings noch. Dazu werde man ein Sonderbudget beim US-Senat beantragen. Bei ausreichender Finanzierung könne man bereits im Jahre 2021 ein bemanntes Raumschiff zum Roten Planeten entsenden, um Curiosity vor Ort eingehend zu untersuchen.

Update 3 (11.22 Uhr MESZ)
Wie sich offenbar im Augenblick abzeichnet, haben wohl Mitarbeiter der NSA selbst die Kontrolle über Curiosity übernommen. Man wolle der Welt zeigen, dass man nicht nur alle Menschen auf der Erde überwache, sondern diese Tätigkeit auf das gesamte Sonnensystem ausdehnen. Insgeheim würden zudem Pläne geschmiedet, auch die vom NASA-Teleskop Kepler entdeckten, fernen Welten in ein galaktisches Überwachungsnetz einzubinden. "Wenn es irgend etwas gibt, was es lohnt, über E.T. zu wissen, dann werden wir es herausfinden", sagte ein NSA-Sprecher gegenüber Spy News. Deutschland und Brasilien bereiten mittlerweile eine Protestnote vor, die vor der UNO eingebracht werden soll.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, OIU, Agency of Progressive Research of Intergalactic Languages)


» Der Rover Opportunity hat den Marswinter überstanden
05.04.2014 - Der Marsrover Opportunity hat auch seinen mittlerweile sechsten Winter auf dem Mars ohne gravierende Probleme überstanden. Dank eines stetigen leichten Windzuges, welcher an seinem derzeitigen Standort die Solarpaneele von Staubablagerungen reinigt, kann auch die aktuelle Energiesituation als exzellent bezeichnet werden. Bereits in Kürze wird der Rover seine Fahrt in die südliche Richtung fortsetzen und anschließend eine Region erkunden, wo sich Tonminerale abgelagert haben.
Im Gegensatz zu dem zweiten derzeit aktiven Marsrover der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, dem durch einen Radioisotopengenerator mit Strom versorgten Rover Curiosity, ist der mit Solarpaneelen ausgestattete Rover Opportunity bezüglich seiner Energieversorgung ausschließlich auf die Sonnenenergie angewiesen. Aufgrund des Fortschreitens der Jahreszeiten - bereits am 31. Juli 2013 begann auf der südlichen Hemisphäre des Mars der Herbst und Opportunitys Operationsgebiet befindet sich knapp südlich des Äquators - erreichte die Sonne bis vor Kurzem eine immer niedrigere Höhe über dem nördlichen Horizont, was letztendlich zumindestens theoretisch zu einer immer geringeren täglichen Energieausbeute der Solarzellen führen sollte.

Während des vorherigen Marswinters wurde dieses Manko teilweise dadurch ausgeglichen, dass die für die Kontrolle des Rovers verantwortlichen Mitarbeiter des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien den Rover für die Zeit der Wintermonate zu einem in die nördliche Richtung geneigten Hang dirigierten, wo Opportunity während der ’dunklen Jahreszeit’ stationär verweilte. Dadurch wurden die Solarpaneele automatisch in Richtung auf die Sonne ausgerichtet, was eine höhere tägliche Energieausbeute zur Folge hatte.

Auch für seinen mittlerweile sechsten Marswinter wurde für Opportunity ein solches ’Winterquartier’ ausgewählt. Die nach Norden zeigenden Hänge des "Solander Point" - ein rund 60 Meter hoher Bergrücken am Westrand des Endeavour-Kraters - weisen teilweise Neigungen von mehr als 15 Grad auf und bereits eine Veränderung des Einfallswinkels des Sonnenlichtes von lediglich zwei bis drei Grad kann zu einer um zehn Prozent veränderten Energieausbeute führen. Deshalb, so die Erwartungen der an der Rovermission beteiligten Wissenschaftler, sollte Opportunity diesmal sogar in der Lage sein, seinen Standort auch während der Wintermonate um einige Meter zu verändern und in regelmäßigen Abständen neue Forschungsziele anzusteuern und zu untersuchen. Erst nach der Wintersonnenwende auf der Südhemisphäre des Mars, welche am 14. Februar 2014 erfolgte, sollte sich die Energiesituation wieder verbessern.

Der Wind - ein diesmal unterschätzter Faktor

Bereits in unserem letzten ausführlichen Bericht über den aktuellen Verlauf der Opportunity-Mission deutete sich allerdings an, dass die Planetenforscher bei ihren Berechnungen über die zu erwartende Entwicklung der Energiesituation während des diesjährigen Marswinters einen entscheidenden Faktor unterschätzt hatten.

Die Marsoberfläche ist weitläufig von großen Mengen an Staub bedeckt, welcher durch auftretende Stürme regelmäßig in die Atmosphäre befördert wird, sich dort zunächst verteilt und letztendlich wieder auf der Planetenoberfläche ablagert. Dabei bleibt es nicht aus, dass ein Teil dieses Staubes auch die Solarpaneele des Rovers bedeckt. Dieser Effekt einer kontinuierlich zunehmenden ’Staubbedeckung’ der Paneele führt dazu, dass der Rover im Laufe der Zeit - unabhängig vom aktuellen Stand der Sonne - immer weniger Energie generieren kann.

Teilweise aufgehoben wird dieses Manko allerdings durch sogenannte ’Dust Cleaning Events’. Die auf dem Mars wehenden Winde ’fegen’ dabei von Zeit zu Zeit über die Solarpaneele des Rovers und ’reinigen’ diese teilweise von dem zuvor dort abgelagertem Staub. Normalerweise handelt es sich hierbei um sporadische Ereignisse, welche bestenfalls alle paar Wochen auftreten und jeweils lediglich wenige Stunden bis maximal zwei Tage andauern. Seit dem Februar 2014 erfolgen diese Ereignisse jedoch fast täglich und führen zu einer kontinuierlich zunehmenden Energiemenge.

"Wir scheinen uns gegenwärtig in einer Art ’Windkanal’ zu befinden", so Bill Nelson, der leitende Ingenieur der Mars Exploration Rover-Mission vom JPL. "Wir vermuten, dass es sich um eine Kombination aus dem aktuellen Standort des Rovers am Rand des Kraters und der Art und Weise handelt, wie der Wind durch den Endeavour-Krater strömt." Die Beantwortung dieser Frage wird die auf die Marsatmosphäre spezialisierten Wissenschaftler wohl noch einige Zeit beschäftigen und von daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der Effekt des die Solarpaneele reinigenden Windes in diesem Winter unterschätzt wurde.

Trotz aller in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten durchgeführten Missionen zu dem ’Roten Planeten’ stellt der Mars immer noch eine fremde Welt dar, welche noch weiter erforscht werden muss, um deren Rätsel zu entschlüsseln.

In den vergangenen Wochen hat sich dieser Wind-Effekt sogar noch weiter verstärkt. Alleine ein einziges ’Dust Cleaning Event’, welches sich am 16. und 17. März ereignete, sorgte für einen sprunghaften Anstieg der täglichen Energieproduktion um fast 15 Prozent im Vergleich zu den Vortagen. Im Vergleich zu den Energiewerten, welche zwei Monate vorher erreicht wurden, lag der Anstieg sogar bei über 70 Prozent. Auch in den letzten beiden Wochen sorgte diese anscheinend fast kontinuierlich wehende Windbrise für immer staubfreiere Solarzellen.

Hier ein Überblick über die Entwicklung der Energiewerte von Opportunity während der letzten Wochen. Der Tau-Wert steht dabei für die Durchsetzung der Marsatmosphäre mit Staub und Wassereiskristallen. Je mehr Staub sich in der Atmosphäre des Planeten befindet, desto höher fällt dieser Wert aus. Der Wert für die Lichtdurchlässigkeit der Solarzellen gibt dagegen an, wie viel Sonnenlicht die Solarpaneele des Rovers trotz einer bedeckenden Staubschicht erreicht und letztendlich zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Bei komplett staubfreien Paneelen würde dieser Wert 100 Prozent betragen. Je niedriger der Tau-Wert und je höher der Faktor für die Lichtdurchlässigkeit ausfällt, desto besser ist dies für den Energiehaushalt des ausschließlich mittels Sonnenenergie betriebenen Rovers.

  • 01.04.2014: 0,661 kWh/Tag , Tau-Wert 0,430 , Lichtdurchlässigkeit 87,00 Prozent
  • 20.03.2014: 0,574 kWh/Tag , Tau-Wert 0,450 , Lichtdurchlässigkeit 77,70 Prozent
  • 12.03.2014: 0,498 kWh/Tag , Tau-Wert 0,446 , Lichtdurchlässigkeit 69,40 Prozent
  • 05.03.2014: 0,492 kWh/Tag , Tau-Wert 0,451 , Lichtdurchlässigkeit 69,90 Prozent
  • 26.02.2014: 0,464 kWh/Tag , Tau-Wert 0,498 , Lichtdurchlässigkeit 69,10 Prozent

Die nähere Zukunft

Die nächste Fahrt für den Rover ist bereits für den heutigen Missionstag vorgesehen und wird in etwa fünf Stunden beginnen. Gegenwärtig gehen die Planung dahin, dass Opportunity nach dem Abschluss seiner derzeitigen Untersuchungen zunächst den seinem Standort am nächsten gelegenen Hügel hinauf fahren wird. Von dort aus soll unter anderem das Innere des 22 Kilometer durchmessenden Endeavour-Kraters abgebildet werden. Anschließend soll der Rover die Erkundung der Randgebiete des Solander Point fortsetzen und sich dabei Schritt für Schritt an der westlichen, dem Krater abgewandten Hangseite des Solander Point noch weiter in die südliche Richtung bewegen.

Bei der dabei als zukünftiges Ziel angepeilten Region handelt es sich um eine ausgedehnte Formation von offen zutage tretenden Grundgestein, welche sich etwa 600 Meter von dem derzeitigern Standort entfernt befindet. In diesem Bereich, so Ray Arvidson von der Washington University in St. Louis/USA, konnte das CRISM-Spektrometer des Mars Reconnaissance Orbiter eindeutige Signaturen von Tonmineralen nachweisen.

Durch die eingehende Untersuchung der dort abgelagerten Minerale, welche sich nur unter dem langfristigen Einfluss von Wasser gebildet haben können, erhoffen sich die an der Opportunity-Mission beteiligten Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über die Vorgänge, welche zu der Bildung dieser Tonminerale führten und über die Umweltbedingungen, welche dabei vor Jahrmilliarden in diesem Bereich der Marsoberfläche vorherrschten.

Bis zum heutigen Tag, dem Sol 3625 seiner Mission, hat der Rover Opportunity mehr als 38.800 Meter auf der Oberfläche des Mars zurückgelegt und dabei über 190.500 Aufnahmen von der Oberfläche und der Atmosphäre des "Roten Planeten" aufgenommen und an sein Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien übermittelt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

Verwandte Seiten:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, The Planetary Society, Unmanned Spaceflight, New Mexico Museum of Natural History & Science)



 

^ Nach oben

Saturn Aktuell: Die Raumsonde Cassini und der Saturnorbit Nummer 204 von Redaktion



• Die Raumsonde Cassini und der Saturnorbit Nummer 204 «mehr» «online»


» Die Raumsonde Cassini und der Saturnorbit Nummer 204
24.03.2014 - Am heutigen Tag beginnt für die Raumsonde Cassini der mittlerweile 204. Umlauf um den Planeten Saturn. In den folgenden 35 Tagen werden sich erneut das Ringsystem und die Atmosphäre des Saturn im Fokus des wissenschaftlichen Interesses befinden. Den Höhepunkt dieses neuen Orbits bildet jedoch ein am 7. April erfolgender dichter Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan. Im Rahmen des Vorbeifluges soll in erster Linie dessen Atmosphäre untersucht werden.
Am 24. März 2014 wird die Raumsonde Cassini um 19:02 MEZ auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die Apoapsis, den Punkt ihrer größten Entfernung zu dem zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 2,96 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 204. Umlauf um den Ringplaneten. Aktuell weist die Flugbahn von Cassini eine Inklination von 45,5 Grad auf.

Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, sind während dieses 35 Tage andauernden Umlaufs, dessen offizielle Bezeichnung "Rev 203" lautet, insgesamt 44 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Wie üblich wird ein Großteil dieser Kampagnen erneut die Atmosphäre und das Ringsystem des Saturn zum Ziel haben. Den Höhepunkt der Beobachtungen stellt allerdings ein für den 7. April 2014 vorgesehener gesteuerter Vorbeiflug am größten der derzeit 62 bekannten Saturnmonde, dem 5.150 Kilometer durchmessenden Mond Titan, dar.

Titan und Saturn aus der Ferne

Die ersten Beobachtungen der ISS-Kamera während dieses neuen Orbits werden dann am 26. März auch den Titan zum Ziel haben. Aus Entfernungen von 3,96 Millionen Kilometern soll dabei die Atmosphäre des Mondes abgebildet werden. Durch die Dokumentation von kleineren Sturmgebieten und markanten Wolkenformationen in den Atmosphären des Titan lassen sich zum Beispiel Aussagen über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen. In Kombination mit früheren und zukünftigen Beobachtungen lässt sich dadurch auch die "Großwetterlage" auf dem Titan dokumentieren, welche sich aufgrund der Bewegung des Saturn um die Sonne in einem etwa 30 Jahre dauernden Rhythmus kontinuierlich verändert (Raumfahrer.net berichtete).

Auch in den folgenden 11 Tagen werden die Kameras der Raumsonde dazu eingesetzt, um den Titan sowie den Saturn aus größeren Entfernungen abzubilden. Neben der Dokumentation des dortigen aktuellen Wettergeschehens richtet sich das Interesse der an der Mission beteiligten Wissenschaftler dabei auf die Zusammensetzung der jeweiligen Atmosphären. Ergänzt werden diese Beobachtungen durch Messungen mit verschiedenen Spektrometern, welche dabei zum Beispiel nach Anzeichen für Polarlichter in der Saturnatmosphäre Ausschau halten sollen.

Der Titan-Vorbeiflug T-100

Am 7. April 2014 steht dann der Höhepunkt dieses 204. Umlaufs der Raumsonde Cassini um den Saturn an. Um 15:41 MESZ wird die Raumsonde den größten der Saturnmonde im Rahmen eines gerichteten Vorbeifluges mit einer Geschwindigkeit von 5,9 Kilometern pro Sekunde in einer Entfernung von lediglich 963 Kilometern passieren. Die mit diesem 101. Vorbeiflug am Titan - das Manöver trägt die Bezeichnung "T-100" - assoziierten Beobachtungen beginnen bereits mehrere Stunden zuvor mit Fotoaufnahmen durch die ISS-Kamera, welche dabei mit verschiedenen Spektralfiltern die Nordpolregion und die dem Saturn abgewandte nördliche Titanhemisphäre abbilden wird.

Parallel hierzu soll eines der Spektrometer des Saturnorbiters, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), dazu genutzt werden, um diverse Scans durchzuführen. Das Ziel dieser Messungen besteht darin, die zu diesem Zeitpunkt in der Stratosphäre der Titanatmosphäre vorherrschenden Temperaturen zu ermitteln. Mit fortschreitender Annäherung an den Saturnmond soll das CIRS durch weitere Abtastungen, welche im mittleren Infrarotbereich erfolgen, zudem die Verteilung von Aerosolen und verschiedener chemischer Verbindungen in den oberen Schichten der Titanatmosphäre bestimmen.

Etwa 90 Minuten vor der dichtesten Annäherung an den Titan wird ein weiteres Instrument, das Visual and Infrared Spectrometer (VIMS), zum Einsatz kommen und in Zusammenarbeit mit der ISS-Kamera dokumentieren, wie der Stern Antares, der rötlich leuchtende Hauptstern des Sternbildes Skorpion, erst von der ausgedehnten Atmosphäre des Titan und schließlich von dem Mond selbst verdeckt wird. Durch die Beobachtung dieser Sternbedeckung und des dabei erfolgenden Helligkeitsabfalls in der Lichtkurve von Antares erhoffen sich die an dieser Beobachtungskampagne beteiligten Wissenschaftler weitere Aufschlüsse über den Aufbau und die Struktur der oberen Atmosphärenschichten des Titan.

Während der Phase der dichtesten Annäherung von Cassini an den Mond wird ein weiteres Instrument die wissenschaftlichen Aktivitäten dominieren. Das Ion and Neutral Mass Spectrometer (INMS) soll dabei durch direkte Messungen die chemische Zusammensetzung der obersten Atmosphärenschicht ermitteln. Außerdem sollen Veränderungen der Titan-Ionosphäre registriert werden, welche sich durch örtliche und tageszeitliche Unterschiede sowie durch eine eventuelle Interaktion der Titanatmosphäre mit der Magnetosphäre des Saturn und durch Strahlungseinflüsse der Sonne ergeben. Neben der Wärmestrahlung der Sonne soll dabei in erster Linie der Einfluss des Sonnenwindes auf den Titan untersucht werden.

Nach der dichtesten Annäherung wird neben dem CIRS ein weiteres Spektrometer, das Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS), aktiv sein, um weitere Daten über die Struktur, Temperatur und Zusammensetzung der Titanatmosphäre zu gewinnen. Beide Instrumente sollen hierbei speziell die Südpolregion des Titan untersuchen.

Periapsis, Uranus, Ringe

Am 9. April wird Cassini um 18:06 MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses Orbits Nummer 204 erreichen und den Ringplaneten in einer Entfernung von etwa 686.000 Kilometern passieren. Unmittelbar danach wollen die Wissenschaftler versuchen, eventuell im Bereich des Saturn-Südpols auftretende Polarlichter zu beobachten. Neben der ISS-Kamera wird dazu erneut das VIMS-Spektrometer genutzt. Am 11. April wird die ISS-Kamera zudem den Planeten Uranus abbilden, welcher sich zu diesem Zeitpunkt von Cassini aus betrachtet unmittelbar neben dem F-Ring des Saturn befindet und der auf den geplanten Aufnahmen als kleiner, bläulich leuchtender Punkt zu erkennen sein wird.

Am darauf folgenden wird die ISS-Kamera Teilbereiche des äußeren A-Ringes des Saturn abbilden. Hierbei sollen unter anderem zum wiederholten Mal sogenannte "Propellerstrukturen" dokumentiert werden. Bei diesen lediglich etwa 15 bis 25 Kilometer großen Strukturen handelt es sich um kleine "Hohlräume" innerhalb des Ringsystems, welche durch die gravitativen Einflüsse von vermutlich lediglich wenige Dutzend Kilometer durchmessenden Mini-Monden - so genannten Moonlets - verursacht werden. Durch die anzufertigenden Aufnahmen des A-Ringes sollen die bisher bekannten Bahnparameter dieser Moonlets noch weiter verfeinert werden.

Am 14. April soll die Kamera dann verschiedene Teilbereiche des F-Ringes des Saturn abbilden. Bei dieser Beobachtungssequenz gilt das wissenschaftliche Interesse speziell den diversen Verästelungen der gewundenen Einzelringe sowie deren Interaktion mit den in der Nähe befindlichen Monden. Frühere Beobachtungen führten zu dem Schluss, dass vor allem gravitative Wechselwirkungen mit dem weiter innen liegenden A-Ring und den beiden den F-Ring begrenzenden Saturnmonden Prometheus und Pandora die Struktur des F-Ringes gestalten. Speziell die gravitativen Einflüsse dieser beiden als Schäfermonde fungierenden Monde sind für die Ausbildung der beobachteten Wellenstrukturen des F-Ringes verantwortlich.

Die Monde des Saturn

Noch am selben Tag wird sich das Interesse der Wissenschaftler wieder auf die Monde des Saturn richten, wobei zunächst einer der kleinen, äußeren Saturnmonde auf dem Beobachtungsprogramm der ISS-Kamera steht. Außer den Daten von dessen Umlaufbahn um den Saturn und seinem Durchmesser von lediglich rund sechs Kilometern ist über den erst im Jahr 2005 entdeckten Mond Fornjot bisher nur sehr wenig bekannt. Die ISS-Kamera soll Fornjot über einen Zeitraum von 36 Stunden aus einer Distanz von rund 19,5 Millionen Kilometern wiederholt abbilden. Anhand der Variationen in der sich bei dieser Beobachtungssequenz ergebenden Lichtkurve und einem Abgleich mit früheren Beobachtungen sollen die Helligkeitsvariationen auf dessen Oberfläche und die sich daraus ergebende Rotationsperiode dieses Mondes bestimmt werden.

Für den 18. April sind erneut diverse sogenannte "astrometrische Beobachtungen" von mehreren der kleineren, inneren Saturnmonde vorgesehen. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren Umlaufbahnen noch weiter zu präzisieren.

Auch der äußere Mond Kiviuq, welcher am 19. April lediglich etwa 10,8 Millionen Kilometer von dem Saturnorbiter entfernt sein wird, soll mehrfach mit der ISS-Kamera abgebildet werden. In Kombination mit den bereits zu früheren Zeitpunkten gewonnenen Daten soll die Ausrichtung von dessen Rotationsachse ermittelt werden. Außerdem sollen die neu anzufertigenden Aufnahmen, welche allerdings keine Oberflächendetails enthüllen werden, dazu dienen, die Form und Gestalt dieses lediglich rund 16 Kilometer durchmessenden Mondes zu bestimmen.

Am 27. April 2014 wird die Raumsonde Cassini schließlich um 15:47 MESZ in einer Entfernung von rund 3,4 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis ihrer Umlaufbahn erreichen und damit auch diesen 204. Umlauf um den Ringplaneten beenden. Für den damit beginnenden Orbit Nummer 205 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphäre des Saturn sowie der Saturnmonde vorgesehen. Den Höhepunkt dieses nächsten Orbits bildet dabei ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan, welcher von der Raumsonde am 17. Mai 2014 in einer Entfernung von 2.994 Kilometern erneut passiert werden wird.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll Cassini den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann nahezu komplett aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

Verwandte Internetseiten:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society)



 

^ Nach oben

ISS Aktuell: Sojus-TMA 12M gestartet (Update) von Redaktion



• Sojus-TMA 12M gestartet (Update) «mehr» «online»
• Sojus-TMA 12M an ISS gekoppelt «mehr» «online»


» Sojus-TMA 12M gestartet (Update)
25.03.2014 - Das russische Raumschiff Sojus-TMA 12M ist mit dreiköpfiger Besatzung zur Internationalen Raumstation gestartet und sollte innerhalb weniger Stunden ankoppeln. Wahrscheinlich aufgrund eines Softwareproblems war bei der dritten, für 24 s geplanten Brennphase des Haupttriebwerks die Ausrichtung des Raumschiffes nicht korrekt, so dass die Automatik die Antriebsphase nicht ausführte.
Dadurch kommt es zu Verzögerungen im Anflug auf die Internationale Raumstation. Mittlerweile ist man zum zweitägigen Anflugregime über gegangen, so dass die Kopplung wohl erst am 27. oder 28. März stattfinden kann.

An Bord des Raumschiffes befinden sich Alexander Skworzow, Oleg Artjemjew und Steven Swanson, welche die Besatzung der ISS-Expedition 39 komplettieren sollen. Der Start vom Kosmodrom Baikonur aus an der Spitze einer Sojus-FG-Trägerrakete erfolgte gegen 22.17 Uhr MEZ. Die Kopplung am Modul Poisk wurde ursprünglich gegen 4.04 Uhr erwartet.

Geplant ist, dass die drei Raumfahrer zunächst bis Anfang Mai mit Koichi Wakata, Michael Tjurin und Rick Mastracchio zusammen arbeiten. Später bilden sie bis zu ihrer Rückkehr zur Erde im September gemeinsam mit der Besatzung des Raumschiffes Sojus-TMA 13M die ISS-Expedition 40.

Im Mittelpunkt der Arbeiten an Bord stehen wissenschaftliche Forschungen auf den Gebieten Astronomie, Atmosphärenforschung, Biologie, Erderkundung, Medizin, Physik und Technik. Ein Großteil der Experimente läuft weitgehend automatisch ab und bedarf nur hin und wieder der Aufmerksamkeit der Raumfahrer. Einen größeren Betreuungsaufwand erfordern Untersuchungen im medizinisch-biologischen Bereich sowie bei der Erderkundung. Ein Großteil der Arbeitszeit wird für Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie für körperliche Betätigung zur Erhaltung der Gesundheit aufgewandt.

Während der nächsten 6 Monate werden zudem mehrere Frachtraumschiffe empfangen und entladen. Geplant sind Dragon 4 und Progress-M 23M im April, ein weiterer Test mit einem neuen Rendezvoussystem mit Progress-M 21M, ebenfalls im April, Cygnus 3 im Mai, Progress-M 24M im Juli, ATV 5 Ende Juli oder Anfang August sowie Dragon 5 im August. Außerdem sind drei Außenbordeinsätze geplant, an denen Swanson, Skworzow und Artjemjew beteiligt sein sollen.

Im Verlaufe der Expeditionen 39/40 werden eine Reihe neuer Experimente ins Programm aufgenommen. Unter anderem soll der erste Fabrikator (im Volksmund auch 3D-Drucker genannt) auf der Station zum Einsatz kommen. Mit VEGGIE soll das bisher größte Gewächshaus installiert und zunächst die Hardware auf Herz und Nieren getestet werden. Später sollen sich die Raumfahrer hier bei der "Gartenarbeit" auch entspannen können.

Außerdem testet man eine neue Art von Anleitung (Software auf einem Tablet), mit der man auch ohne ständigen Bodenkontakt einfache Reparaturen zügig und sachkundig ausführen können soll. Die Software bietet Explosionszeichnungen mit berührbaren Elementen, hinter denen dann genauere Beschreibungen und Anleitungen stehen. Dies geschieht im Hinblick auf zukünftige Tiefraummissionen, bei denen man auch nicht immer nachfragen kann bzw. mit teilweise erheblichen Wartezeiten rechnen muss. Dem dient ein zweites Experiment, bei dem man bestimmte Arbeiten ausführt, wobei im Kontakt mit der Bodenstation eine künstliche Wartezeit von 50 s eingefügt wird.

Zum Einsatz kommen sollen auch "Kraftschuhe" der Firma XSENS, die über ihre eingebauten Sensoren die Belastung der Raumfahrer beim Kraftsport (mit ARED) protokollieren und zur Auswertung bereit stellen. Außerdem werden an der Außenseite von Kibo im Auftrag der NASA vier HD-Kameras installiert, die von Schülern, Studenten oder kommerziellen Unternehmen genutzt werden können. Im Januar hatte man im Verlaufe eines Außenbordeinsatzes zwei Kameras der kanadischen Firma UrtheCast an der Außenseite des Moduls Swesda angebracht.

Die Rückkehr der Besatzung zur Erde ist für Mitte September vorgesehen.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, NASA, Raumcon)


» Sojus-TMA 12M an ISS gekoppelt
28.03.2014 - In der Nacht, gegen 0.54 Uhr MEZ, ist das Raumschiff Sojus-TMA 12M mit dem zweiten Teil der ISS-Expedition 39 an der Raumstation angekommen.
Kurz vor 4 Uhr erfolgte dann das Öffnen der Luken zwischen Raumschiff und Station sowie die Willkommenszeremonie. Vor der Besatzung, Alexander Skworzow, Oleg Artjemjew und Steven Swanson, liegen nun gut 5 Monate angestrengter Arbeit, die bis Mitte Mai mit den Raumfahrern Koichi Wakata, Michael Tjurin und Rick Mastracchio erfolgen wird. Dann steht der nächste Besatzungswechsel an.

Anflug und Kopplung am Kopplungs- und Ausstiegsmodul Poisk erfolgten im automatischen Modus unter strenger Kontrolle durch die Raumfahrer und die Bodenstation. Beim drritten Bahnanhebungsmanöver nach dem Start am Donnerstag morgen hatte es ein Problem gegeben, weswegen der schnelle Anflug abgebrochen wurde. Wahrschinlich handelte es sich dabei um einen Softwarefehler. Genaueres ist noch nicht bekannt.

Beim schnellen Anflug werden die ersten zwei Bahnmanöver vorprogrammiert ausgeführt. Danach wird die Bahn möglichst genau bestimmt und die folgenden Manöver berechnet. Aufgrund einer stärkeren Antriebsleistung der Sojus-Trägerrakete, mit der im allgemeinen gerechnet wird, wäre die dritte Bahnkorrektur nur sehr gering ausgefallen. Mit den Parametern des dritten Manövers kam offenbar die Software nicht zurecht, so dass die Steuerung des Raumschiffes den Vorgang abbrach.

Nach einer kurzen Analyse beschloss man, in das Regime des zweitägigen Anfluges zu wechseln. Anschließend liefen alle Manöver planmäßig ab und das Raumschiff erreichte die Internationale Raumstation zum neu geplanten Zeitpunkt.

Verwandte Meldung:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, NASA, Raumcon)



 

^ Nach oben


"InSpace" Magazin #514
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
7. April 2014
Auflage: 5027 Exemplare


Chefredaktion
Thomas Weyrauch

Redaktion InSpace Magazin:
Axel Orth
Simon Plasger

Redaktion:
Johannes Amann
Igor Bissing
Lars-C. Depka
Klaus Donath
Günther Glatzel
Sascha Haupt
Stefan Heykes
Oliver Karger
Hans J. Kemm
Timo Lange
Daniel Maurat
Kirsten Müller
Simon Plasger
Ralph-Mirko Richter
Peter Rittinger
Daniel Schiller
Ralf Mark Stockfisch
Karl Urban
Thomas Wehr
Thomas Weyrauch
Tobias Willerding
Hans Lammersen
Michael Clormann
Roland Rischer

Kontakt / Impressum / Disclaimer

Kontaktformular

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse:

Ihre Nachricht:

Bitte vor dem Absenden online gehen.



Herausgeber
Das "InSpace"-Magazin ist eine Publikation des Raumfahrer Net e.V., Petersburger Straße 5, 10249 Berlin vertreten durch die Vorsitzenden Karl Urban und Ralf Mark Stockfisch.
Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist Thomas Weyrauch (Anschrift wie Herausgeber).

Abmeldung
Eine sofortige Abmeldung vom Magazin ist jederzeit unter Magazin.Raumfahrer.net möglich. Bei Problemen hierbei können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an webmaster@raumfahrer.net wenden.

Newsletter-Archiv
Sämtliche bisher erschienenen Ausgaben des "InSpace" Magazins können Sie auf dessen Seite unter http://magazin.raumfahrer.net nachlesen.


TrekZone
Raumfahrer.net ist die Raumfahrtrubrik des TrekZone Networks. Es entsteht in enger inhaltlicher und redaktioneller Kooperation mit TrekZone.

Urheberrecht
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Newsübernahme
Die Übernahme von Newsmeldungen - sowohl in ganzer Form wie auch sinngemäß - ist nur für gedruckte Publikationen erlaubt. Wir bitten dabei ausdrücklich um die Nennung unseres Namens (Quellenangabe), "Raumfahrer.net", und einen Verweis auf unsere Webseiten unter http://www.raumfahrer.net.

Betreibern von Internet-Seiten ist die Übernahme von Newsmeldungen ohne schriftliche Genehmigung des Chefredakteurs (Nachricht an Thomas Weyrauch) streng untersagt. Das Umschreiben von Newsmeldungen stellt - wie die ganzheitliche Übernahme einer Meldung - eine Verletzung unserer Rechte dar. Wir behalten uns vor, gegen derartige Fälle rechtlich vorzugehen.

Links
Gemäß eines Urteiles des Landgerichts (LG) Hamburg vom 02. Juni 1998 - Aktenzeichen 312 0 85/98: "Haftung für Links" - distanzieren sich die Redaktion von Raumfahrer.net sowie sämtliche an der Produktion Beteiligte hiermit von Aussagen und Inhalten gelinkter Seiten. Jegliche rechtlichen und gesetzlichen Verstöße auf diesen waren zum Redaktionszeitpunkt nicht bekannt. Aus diesem Grund sind wir nicht verantwortlich bzw. haftbar für Probleme oder Schäden in jeglicher Form, die durch Existenz, Kenntnis, Besuch oder Nutzung gelinkter Seiten entstehen.

Weiterverwendung persönlicher Daten
Hiermit wird gemäß 28 Abs. 3 und 4 des Bundesdatenschutzgesetzes die Verwendung von persönlichen Daten dieser Publikation zu Werbezwecken sowie zur Markt- und Meinungsforschung ausdrücklich untersagt.

2014 by Raumfahrer.net.