InSpace Magazin #512 vom 7. März 2014

InSpace Magazin
Raumfahrer.net

Inhalt

Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.

"InSpace" Magazin

Ausgabe #512
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> Mars Aktuell:
Curiosity: Zwei längere Fahrten im Rückwärtsgang

> ISS Aktuell:
ISS: Frachterverkehr und SPHERES-RINGS-Experimente

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

Intro von Simon Plasger

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

in der heutigen Ausgabe des InSpace-Magazins finden Sie alles wichtige, was in Raumfahrt und Astronomie in den letzen zwei Wochen passiert ist. Dies fängt an bei der ISS, auf welcher Logistik betrieben wurde, geht über die neuesten Entdeckungen von NEOWISE und endet beim Mars, auf dem die beiden Rover Curiosity und Opportunity unterwegs sind.

Viel Spaß bei der Lektüre dieser Ausgabe wünscht Ihnen

Simon Plasger

^ Nach oben


Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.

^ Nach oben  

News

• H-IIA startet Satellitenoktett «mehr» «online»
• TeLEOS 1 für Singapur fliegt auf indischer PSLV «mehr» «online»
• Sonnenobservatorium ADITYA (L)1 nicht vor 2017 im All «mehr» «online»
• Simon Marius für alle «mehr» «online»
• NEOWISE entdeckt Komet mit retrograder Umlaufbahn «mehr» «online»
• SES 10 bei Airbus Defence and Space bestellt «mehr» «online»
• Und sie bewegen sich doch! «mehr» «online»
• Navigationssatellit GPS 2F-5 im Weltraum «mehr» «online»
• VEGA für OPTSAT 3000 und VENµS gebucht «mehr» «online»
• Bisher größter beobachteter Einschlag auf dem Mond «mehr» «online»
• Proba V - Bildqualität übertrifft Erwartungen «mehr» «online»
• Kepler-Team präsentiert weitere 715 Exoplaneten «mehr» «online»


» H-IIA startet Satellitenoktett
01.03.2014 - Hauptnutzlast ist der in Zusammenarbeit mit der NASA entwickelte und gebaute Satellit GPM-Core zur weltweiten Erfassung von Niederschlägen. Dabei sind aber interessante Universitätsprojekte und Satelliten mit künstlerischem Anspruch.
Der Start auf einer Trägerrakete von Typ H-IIA erfolgte von Tanegashima aus am 27. Februar, gegen 19.37 Uhr MEZ. Etwa eine Viertelstunde später wurden die Nutzlasten nacheinander ausgesetzt.

GPM-Core hat eine Masse von etwa 4 Tonnen und soll entlang seiner Bahn Niederschläge in Form von Regen, Schnee oder Graupel für die Klimaforschung erfassen. GPM steht dabei für Global Precipitation Measurement (Globale Niederschlags-Messung). Sein Zweck liegt in der Weiterentwicklung des Verständnisses des irdischen Wasser- und Energiekreislaufs. Außerdem sollen Vorhersagemethoden für extreme Wetterereignisse geprüft und verfeinert werden. Der Satellit verfügt dafür über zwei Radargeräte, die im Ku- bzw. Ka-Band bei 13,6 bzw. 35,5 GHz arbeiten sowie eine abbildende Mikrowellenkamera.

Eine weitere Nutzlast ist Kukai 2 (STARS 2 = Space Tethered Autonomous Robotic Satellite 2; 10 kg) zum Abbremsen von ausgedienten Satelliten mittels Metalldraht. Dieser besteht aus Aluminium, hat ausgerollt eine Länge von 300 Metern und wird bei dieser Testmission zwischen zwei Satellitenteilen, die zunächst noch eine Einheit bilden, aufgespannt. Im Magnetfeld der Erde wirkt nun auf den stromdurchflossenen Leiter eine Lorentzkraft bremsend, so dass der Satellit statt im Verlaufe von Jahren bereits nach einigen Monaten in die Erdatmosphäre eintreten und verglühen soll. Damit hofft man, später in größerem Maßstab, an ausgedienten Satelliten anzudocken und diese abzubremsen. Neue Satelliten könnten von vorn herein mit einem derartigen System ausgestattet werden, welches lediglich etwa 5 kg Masse besitzt.

Ginrei (ShindaiSat; 35 kg) ist ein Testsatellit zur Kommunikation über Laserdioden im sichtbaren Licht über Entfernungen, die größer als 400 km sein sollen. Mit TeikyoSat 3 (20 kg) will man den Einfluss von Strahlung auf Mikroorganismen der Art Dictyostelium discoideum über längere Zeit erforschen. Da der Pilz einen relativ kurzen Lebenszyklus besitzt, kann man mehrere Generationen im Experiment erfassen, also auch genetische Veränderungen feststellen. Hayato 2 (KSAT 2; 1,5 kg) ist ein Technologiesatellit der Kagoshima-Universität zur Erfassung von Regengüssen und Tornados, zur Erdfotografie, Bahnverfolgung über ein sogenanntes LEO Positioning System und Radiointerferometrie sowie zur Erprobung eines faltbaren Pantograph-Mastes. OPUSat (1,4 kg) nennt sich ein Technologiesatellit der Osaka-Universität zur Erprobung von Lithium-Ionen-Kondensatoren und Batterien.

Schließlich befinden sich nun auch INVADER, ein interaktiver Satellit für Kunst und experimentelles Design (1,5 kg) sowie Yui 1 (ITF 1; 1 kg), ein Studentenprojekt der Universität Tsukuba zur Ausstrahlung von Telemetriedaten via Morsecode im All. Grundlage der zukünftigen Kunstwerke von INVADER sollen beispielsweise niedrig auflösende Bilder der Erdoberfläche (Pixelmuster) und Daten über die Temperaturen an Bord des kleinen Satelliten sein. Diese könnten dann in Töne umgesetzt, eine kosmische Melodie ergeben.

Die Bahnen aller Nutzlasten liegen im Bereich von 390 Kilometern Flughöhe bei einer Bahnneigung von etwa 65 Grad, also in etwa zwischen nördlichem und südlichem Polarkreis.

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, JAXA, Skyrocket, Raumcon)


» TeLEOS 1 für Singapur fliegt auf indischer PSLV
02.03.2014 - Der Erdbeobachtungssatellit TeLEOS 1 soll Ende 2015 auf einer indischen Trägerrakete des Typs PSLV vom Raumflugzentrum Satish Dhawan (SDSC) auf Sriharikota aus in den Weltraum transportiert werden.
Gelingen Start und Inbetriebnahme wie vorgesehen, wird TeLEOS 1 in einem annähernd äquatorialen Orbit (NEqO, Near Equatorial Orbit) mit einer Neigung zwischen 10 und 15 Grad gegen den Äquator in rund 550 Kilometern Flughöhe arbeiten und dabei für einen Erdumlauf rund 96 Minuten benötigen.

Sein elektroptisches Bilderfassungssystem wird TeLEOS 1 einsetzen, um Daten zu gewinnen, die Singapur in Bereichen wie Umwelt und Katastrophenmanagement, Stadtplanung, Grenzsicherung und Überwachung der Schifffahrt nutzen will.

TeLEOS 1 wird beispielsweise immer wieder für die Schifffahrt wichtige Nadelöhre wie den Panamakanal, den Golf von Aden und die Straße von Malakka überfliegen - außerdem viele international bedeutende Schifffahrtsrouten - und so zur Sicherheit in der Seeschifffahrt beitragen können.

Auf Grund der vorgesehenen Umlaufbahn ist eine günstige Wiederholrate zwischen 12 und 16 Stunden möglich, das bedeutet, die Instrumente an Bord von TeLEOS 1 haben in diesem Intervall Sicht auf die selbe Stelle der Erdoberfläche (sofern die Wetterbedingungen dem nicht entgegen stehen). Man rechnet also mit 12 bis 16 Aufnahmemöglichkeiten der selben Position pro Tag.

Der Satellit mit einer Masse von rund 400 Kilogramm wird bei vertikalem Blick nach unten laut Plan eine Bodenauflösung von rund einem Meter erreichen und mit einer Schwadbreite von 12 Kilometern arbeiten können. Die Auslegungsbetriebsdauer des dreiachsstabilisierten Raumfahrzeugs beträgt 5 Jahre.

TeLEOS 1 entsteht unter der Ägide von Singapore Technologies Electronics (ST Electronics), Partner sind die Technische Universität Nanyang (NTU), die Nationaluniversität Singapur (NUS) und Labore des Verteidigungsministeriums Singapurs. Entwurf und Entwicklung besorgt ST Electronics Satellite Systems. Die Abwicklung des Starts auf einer indischen PSLV ermöglicht der kommerzielle Arm der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) namens Antrix. Der geplante Starttermin Ende 2015 soll es ermöglichen, dass TeLEOS 1 ab einem Zeitpunkt in der ersten Hälfte 2016 nutzbringend eingesetzt werden kann.

Bildmaterial von TeLEOS 1, steht es erst einmal zur Verfügung, möchte man auch anderen Nutzern anbieten. Eine Vereinbarung über die künftige Vermarktung der Bilder traf ST Electronics mit der Satrec Initiative Company und SPOT Asia, letzteres mittlerweile ein Unternehmen des Luft- und Raumfahrtkonzerns Airbus Defence and Space.

Das Bodensegment stellt das Centre for Remote Imaging, Sensing and Processing (CRISP) der NUS bereit. Die Datenübertragung will man mit 150 Megabit pro Sekunde im X-Band abwickeln. Zur Zwischenspeicherung von Beobachtungsdaten erhält TeLEOS 1 nichtflüchtige Halbleiterspeicher.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Antrix, ISRO, ST Electronics)


» Sonnenobservatorium ADITYA (L)1 nicht vor 2017 im All
02.03.2014 - Nach zahlreichen Verzögerungen und Entwurfsänderungen wird das indische Sonnenobservatorium ADITYA 1 frühestens im Jahre 2017 ins All gebracht. Dass ein Start zwischen 2017 und 2020 stattfinden könne, teilte der Leiter der Indischen Raumfahrtforschungsorganisation (ISRO) K. Radhakrishnan am 28. Februar 2014 mit.
2008 hatte der damalige ISRO-Leiter G. Madhavan Nair einen Start im Jahre 2012 ins Visier genommen. Am 10. November 2008 war der Beschluss gefasst worden, das Projekt eines mit einem neuartigen Koronagraph auszustattenden Sonnenobservatoriums umzusetzen.

Ende Juli 2010 hatte ein Beraterkomitee aus Mitarbeitern der ISRO, des Indischen Astrophysikalischen Instituts (IIA), des Sonnenobservatoriums Udaipur, des Zentrums für Radioastronomie und des nationalen Zentrums für Radio-Astrophysik einen Entwurf für den Koronagraphen abgenommen. Im gleichen Jahr hatte nach ungenannten offiziellen Quellen dann auch eine angemessene Finanzierung des Projekts begonnen.

Im Jahr 2012 schließlich ging man davon aus, 2015 oder 2016 für einen Start bereit zu sein. Eine Priorisierung des Marsorbiters MOM alias Mangalyaan trug dann neben Problemen bei Entwurf, Entwicklung und Bau der wissenschaftlichen Ausrüstung zu einer weiteren Verzögerung bei.

Der ursprüngliche Missionsentwurf sah nur ein zentrales Instrument vor. Zwischenzeitlich ist das Aufgabenfeld von ADITYA 1 deutlich erweitert worden, die Satellitenmasse merklich angestiegen.

Die von den Messungen von ADITYA 1 erhofften Daten sollen bei der Beantwortung der Fragen helfen, welche physikalischen Prozesse für die Aufheizung der Korona sorgen (Temperaturen zwischen ein und zwei Millionen Grad Celsius), den Sonnenwind auf bis zu 1000 km/s beschleunigen und die koronalen Masseauswürfe (coronal mass ejections, CMEs) verursachen.

Um die erforderlichen Messungen durchzuführen, erhält das Sonnenobservatorium einen Koronagraphen namens Enhanced Visible Emission Line Coronagraph (E-VELC). Er hat eine Masse von rund 130 Kilogramm und ist mit drei Detektoren ausgerüstet ist, die simultan eingesetzt werden können und für Wellen mit Längen von 5303 Ångström (Å), 7892 Å und 10747 Å empfindlich sind. 5303 Å entspricht der Emissions-Linie von 13-fach geladenem Fe XIV (Fe 13+-Ion) bei 530,3 Nanometern, 7892 Å der Fe XI-Line bei 789,2 Nanometern und 10747 Å der Fe XIII-Linie bei 1074,7 Nanometern.

Die Ausrüstung ist geeignet, Daten zu Dichteverhältnissen und magnetischen Strukturen in der Korona wie Magnetfeldbögen und Koronalöchern sowie der dreidimensionalen Struktur von CMEs zu liefern, ist die ISRO überzeugt. Pro Sekunde soll die Konstruktion drei Bilder liefern können

Zur erweiterten Instrumentierung gehört neben dem weiterentwickelten Koronagraphen ein UV-Teleskop (Solar Ultraviolet Imaging Telescope, SUIT) zur Beobachtung der vollständigen Sonnenscheibe für die Untersuchung von Sonnenstürmen, ein Detektor für harte bzw. hochenergetische Röntgenstrahlung, der CMEs auf kleinen Ausschnitten der Sonnenscheibe messen soll, ein Partikeldetektor zum Ermitteln von im Sonnenwind enthaltenen Teilchen und ein Spektrometer zum Erfassen weicher Röntgenstrahlung (Solar Low-energy X-ray Spectrometer, SoLEXS).

Aktuell spekuliert man auf einen Start 2017 oder 2018. Dann soll eine indische Rakete des Typs PSLV das auf dem Satellienbus Indian Mini Satellite 2 (IMS-2) aufgebaute Sonnenobservatorium vom Raumflugzentrum Satish Dhawan (SDSC) auf Sriharikota aus in den Weltraum transportieren. Nach Aussage von K. Radhakrishnan am 28. Februar 2014 beginnt dabei dann eine Mission in einer Erdumlaufbahn.

Als Arbeitsorbit für ADITYA 1 wurde ursprünglich ein polarer in rund 800 Kilometern über der Erde genannt. Neuere Quellen geben an, dass man das Sonnenobservatorium beim Lagrange Punkt L1 zwischen Sonne und Erde betreiben möchte. Im diesem Zusammenhang wird das Observatorium auch ADITYA L1 genannt.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: DNA, IIA, ISAC, ISRO, Mint, Times of India)


» Simon Marius für alle
03.03.2014 - Die Auftaktveranstaltung war ein Erfolg, und das Internetportal wurde während einer festlichen Veranstaltung freigeschaltet: Alle haben nun Zugang zu einem bedeutenden Wissensarchiv, das unzählige Arbeiten von und über den markgräflichen Hofastronomen Simon Marius enthält.
Am 10. Februar 2014 fand im Nicolaus Copernicus Planetarium Nürnberg die Auftaktveranstaltung anlässlich des "Simon-Marius-Jubiläum 2014", ausgerufen von der Nürnberger Astronomischen Gesellschaft (NAG), statt.

Ein interessiertes Publikum hat sich versammelt, um Initiatoren, Mitstreitern und Förderern zu lauschen. Anschließend hatten die Anwesenden das Vergnügen, dem Vortrag "Simon Marius und das Zeitalter der Teleskopastronomie" des versierten Prof. Dr. Hans-Ulrich Keller, u.a. als Autor der Kosmos-Buchreihe Himmelsjahr aktiv, zu folgen.

In einem anhaltenden Parforceritt beschrieb Keller das Zeitalter der Teleskopastronomie von der Entdeckung der Nützlichkeit von Fernrohren zur Himmelsbeobachtung bis zu aktuellen internationalen Großprojekten. Zu Beginn dieses Zeitalters lieferte der Franke Simon Marius (1573-1624) maßgebliche Beträge.

Simon Marius war ein Zeitgenosse von Galileo Galilei. Als zuverlässig betrachtete Aufzeichnungen belegen, dass Marius nur einen Tag nach Galileo Galilei ebenfalls die vier großen Jupitermonde entdeckte.

Da Marius mit seiner Entdeckung nicht unmittelbar an die Öffentlichkeit trat, sondern sie erst in der Veröffentlichung "Mundus Iovialis" (Die Welt des Jupiter) bekannt machte, blieb ihm zu Lebzeiten und auch viele Jahre später noch angemessene überregionale Anerkennung verwehrt. Das ganze Gegenteil war Fall: Galileo Galilei erhob Plagiatsvorwürfe.

Heute, 400 Jahre nach dem Erscheinen von "Mundus Iovialis" kann man die Arbeit Marius in einem anderen Licht betrachten. Zwar führten fehlende Erkenntnisse Marius nicht zu einem Weltbild mit einer Sonne, um die die Erde kreist, doch liegen seine Beobachtungen, Berechnungen, seine Genauigkeit auf hervorragendem Niveau.

Neben der Identifikation vier großen Jupitermonde ist Marius übrigens auch mitverantwortlich für die heute noch gängige Namensgebung für die Monde. Bei einem Besuch Marius in Regensburg besprach er mit Johannes Kepler offenbar die Namensgebung für die Monde. Die 1613 von beiden diskutierten, aber durchaus als provisorisch betrachteten Namen Io, Europa, Ganymed und Kallisto, die Kepler vorgeschlagen hatte, haben sich erhalten. Die von Galilei verwendeten Bezeichnungen nach Mitgliedern der Herrscherfamilie Medici gerieten dagegen in Vergessenheit.

Was man noch über Simon Marius und seine Arbeit weiß, wurde im Marius-Portal zusammengetragen. Herausgeber und Wissenschaftshistoriker Pierre Leich von der NAG freut sich, dass man damit Interessenten wie Forschern alles von und über Marius zur Verfügung stellen kann.

Das im Rahmen eines Festakts am 18. Februar 2014 im Beisein von Vertretern der Generaldirektionen der bayerischen Staatlichen Archive und der Staatsbibliothek sowie weiterer Archive und Bibliotheken aus Mittelfranken im Staatsarchiv Nürnberg offiziell freigeschaltete Marius-Portal bietet eine 24-sprachige Menüführung.

Gefördert wird das Portal-Projekt von der Staedtler Stiftung, den Städten Ansbach, Gunzenhausen und Nürnberg sowie dem Bezirk Mittelfranken und dem Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen, außerdem durch die Vereinigten Sparkassen Gunzenhausen, Leoni, N-Ergie, die Nürnberg Loge, Kaller & Kaller und NOSCC.

Anlässlich des "Simon-Marius-Jubiläum 2014" ist eine ganze Reihe weiterer Veranstaltungen vorgesehen:

Im Kinder- und Jugendmuseum Nürnberg gibt es an fünf Tagen unter dem Titel "Mit Simon-Marius ab ins All" eine interaktive Ausstellung für Kinder zum Thema Raumfahrt und Astronomie. Zu erleben ist das in Zusammenarbeit mit dem Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum in Feucht entwickelte Angebot vom 5. bis 9. März 2014 jeweils zwischen 15:00 und 17:00 Uhr.

Ab dem 10. März 2014 ist die Ausstellung "Zum Jupiter Aufblicken" in der Beruflichen Oberschule Ansbach geöffnet. Zugang zu den Ausstellungsexponaten besteht Mo. bis Do. jeweils zwischen 7:30 und 17:00 Uhr, Fr. 7:30 bis 13:00 Uhr.

Am 10. März 2014 berichtet Torsten Sommer in der Regiomontanus-Sternwarte Nürnberg über "Das astronomische Werk des Simon Marius". Der Vortrag beginnt um 19:30 Uhr. Zwei Wochen später leitet Sommer dort eine Sonderführung mit dem Beobachtungsschwerpunkt Jupiter und Galileische Monde. Beginn ist um 19:00 Uhr.

Ebenfalls dem Jupiter und den Galileischen Monden widmet sich ein Beobachtungsangebot der Sternwarte Ingolstadt am 5. April 2014. Anlässlich der Tage der Astronomie in Ingolstadt gibt es ab 19:00 Uhr eine Sonderführung mit Tanja Habermeier und Katharina Zitzelsberger, wenn es das Wetter zulässt.

Pierre Leich hat sich vorgenommen, am 14. Mai 2014 für die Stiftung Kohl´sche Einhorn-Apotheke im Gasthof Goldener Adler in Weißenburg zum Thema "Der markgräfliche Mathematiker, Arzt und Astronom Simon Marius im Zentrum des Weltbildstreits des 17. Jahrhunderts" vorzutragen. Veranstaltungsbeginn ist um 20:00 Uhr.

Eine weitere Veranstaltung mit Pierre Leich ist am 23. Mai 2014 geplant. Der Vortrag "Der Weltsystemstreit - Galilei, Marius und ihre teleskopischen Beobachtungen" startet um 20:00 Uhr in der Bayerischen Volkssternwarte München.

Mit der Nürnberg Loge e.V. kann man am 24. Mai 2014 um 10:00 Uhr zu einem Tagesausflug nach Guzenhausen aufbrechen. Der Trip steht unter dem Motto "Marius und mehr".

Weitere Veranstaltungstermine finden sich im Marius-Portal.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Marius-Portal, NAG, Veranstaltungsbesuch)


» NEOWISE entdeckt Komet mit retrograder Umlaufbahn
04.03.2014 - Bereits im Dezember 2013 hat das erst wenige Monate zuvor reaktivierte Weltraumteleskop NEOWISE seinen ersten Asteroiden entdeckt. Am 14. Februar gelang auch die Entdeckung eines zuvor unbekannten Kometen, welcher sich zudem auf einer retrograden Umlaufbahn um die Sonne bewegt.
Bereits im Dezember 2009 startete die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA das Weltraumteleskop WISE (kurz für Wide-field Infrared Survey Explorer). Das Ziel dieser Mission bestand in einer vollständigen Durchmusterung des Himmels im Infrarotbereich. Nachdem im Oktober 2010 das für die Kühlung der Detektoren benötigte Kühlmittel aufgebraucht war, wurde das Teleskop zunächst noch bis zum Januar 2011 unter der neuen Bezeichnung NEOWISE genutzt, um speziell nach erdnahen Asteroiden und Kometen zu suchen. Insgesamt konnten die an der NEOWISE-Mission beteiligten Wissenschaftler in diesem Zeitraum mehr als 34.000 zuvor unbekannte Asteroiden entdeckt und zudem von etwa 158.000 Asteroiden die Position und die ungefähre Größe bestimmen. Am 17. Februar 2011 wurde das Weltraumteleskop schließlich deaktiviert und in seiner Erdumlaufbahn in einen vorläufigen Ruhezustand versetzt.

Im September 2013 wurde das Weltraumteleskop dann nach einer 31 Monate andauernden Hibernationsphase wieder in Betrieb genommen und ab dem Dezember 2013 erneut zur Suche nach erdnahen Objekten eingesetzt (Raumfahrer.net berichtete). In den ersten 25 Tagen nach seiner Reaktivierung konnte NEOWISE insgesamt 857 kleinere Objekte in unserem Sonnensystem beobachten. Darunter befanden sich auch 22 erdnahe Asteroiden und vier Kometen. Bei drei der im Rahmen dieser Arbeiten abgebildeten erdnahen Asteroiden handelte es sich um "Erstentdeckungen".

Am 14. Februar 2014 entdeckte das Weltraumteleskop zudem auch einen bislang unbekannten Kometen, welcher die offizielle Bezeichnung C/2014 C3 (NEOWISE) erhielt. Zum Zeitpunkt dieser Entdeckung war der Komet rund 230 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, weshalb er auf den entsprechenden Aufnahmen auch nur als verwaschener, leicht länglicher Fleck zu erkennen ist.

Der exakte Bahnverlauf von C/2014 C3 (NEOWISE) konnte bisher noch nicht bestimmt werden. Erste Auswertungen sprechen jedoch dafür, dass es sich hierbei um einen Kometen handelt, dessen am weitesten von der Sonne entfernt gelegener Punkt seiner Umlaufbahn sich im Bereich des Planeten Neptun befindet.

Ungewöhnlich an diesem Kometen ist, dass er über eine retrograde Umlaufbahn verfügt und sich somit gegenläufig der Bewegungsrichtung der Planeten unseres Sonnensystems um die Sonne bewegt.

"Wir sind sehr erfreut darüber, diesen gefrorenen Besucher aus den äußersten Regionen unseres Sonnensystems entdeckt zu haben", so Amy Mainzer vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, die für die NEOWISE-Mission verantwortliche Wissenschaftlerin.

Die NEOWISE-Mission soll voraussichtlich noch bis zum Ende des Jahres 2016 fortgesetzt werden und den Astronomen bis dahin weitere Daten über Asteroiden und Kometen liefern. Ein spezielles Augenmerk soll dabei auf Objekte gerichtet werden, welche augrund des Verlaufes ihrer Umlaufbahnen ein zukünftiges potentielles Risiko für die Erde darstellen könnten.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL)


» SES 10 bei Airbus Defence and Space bestellt
22.02.2014 - Der europäische Kommunikationssatellitenbetreiber SES hat beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus Defence and Space mit SES 10 einen weiteren Satelliten geordert, gaben die Unternehmen am 20. bzw. 21. Februar 2014 bekannt.
Bei SES 10 handelt es sich um den 10. Satelliten, den SES bei Airbus Defence and Space - ehemals EADS Astrium - beauftragt hat. Konkret bestellt hat SES 10 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von SES, die SES Satellite Leasing. Betreiben möchte SES den neuen Satelliten zum Ausbau der Kapazitäten in Lateinamerika und dem karibischen Raum an einer Position von 67 Grad West im Geostationären Orbit in Kolokation mit den dort bereits im Einsatz befindlichen Satelliten AMC 3 und AMC 4.

Verbreiten will SES über SES 10 direkt empfangbare Fernsehprogramme und eine Reihe von Breitband-Kommunikationsdiensten, die an Empfänger in Mexiko, in Mittel- und Südamerika sowie dem karibischen Raum gerichtet sind. Die erforderliche Positionierung im Geostationären Orbit und den Betrieb des Satelliten im Rahmen des Satellitennetzwerks Simon Bolivar 2 hat SES mit der so genannten Andengemeinschaft aus Bolivien, Ecuador, Kolumbien und Peru vereinbart. 15 Jahre lang soll SES 10 seinen Aufgaben nachkommen können.

An Bord des auf der Plattform Eurostar E3000 basierenden Satelliten werden sich nach derzeitigem Planungsstand 50 Ku-Band-Transponder befinden. Die elektrische Leistung des Satelliten mit einer Startmasse von voraussichtlich rund 5.300 Kilogramm beziffert man aktuell auf 13 Kilowatt.

Der Hersteller von SES 10 will das Raumfahrzeug als zehntes aus der eigenen Produktion mit einem elektrischen Triebwerkssystem ausrüsten, das insbesondere zum Positionshalten des Raumfahrzeugs verwendet werden kann. Zum Erreichen der für seinen Einsatz vorgesehenen Umlaufbahn erhält SES 10 ein separates Flüssigkeitstriebwerk.

Der Start von SES 10 ist aktuell für das Jahr 2016 vorgesehen und soll an Bord einer Falcon-9-Rakete des US-amerikanischen Raumfahrtunternehmens SpaceX erfolgen.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Airbus Defence and Space, SES)


» Und sie bewegen sich doch!
22.02.2014 - Ein amerikanisches Wissenschaftlerteam hat durch eine siebenjährige Beobachtungsreihe erstmals nachgewiesen, wie eine andere Galaxis rotiert. Die Beobachtungen wurden an der Großen Magellanschen Wolke durchgeführt.
Die 170 000 Lichtjahre entfernte Große Magellansche Wolke (engl.: Large Magellanic Cloud = LMC) ist eine der beiden Satellitengalaxien unserer Milchstraße. Sie ist, so wie ihr kleinerer Pendant, die Kleine Magellansche Wolke (engl.: Small Magellanic Cloud = SMC), von Mitteleuropa aus nicht zu beobachten, weil sie am Südhimmel steht. Es handelt sich bei beiden um irreguläre Zwerggalaxien, wobei die LMC mit 15 Milliarden Sternen dreimal mehr Sterne enthält als die SMC.

Nach den Analysen der Wissenschaftler brauchen die Sterne der LMC 250 Millionen Jahre, um das Zentrum zu umrunden. Die Erde braucht für eine Umkreisung des Kerns der Milchstraße in etwa die gleiche Zeit.

Bisher wurden die Rotationsgeschwindigkeiten von Galaxien durch Messung des Dopplereffekts auf zwei gegenüberliegenden Seiten einer ausgewählten Galaxie bestimmt. Die Sterne auf der einen Seite kommen uns scheinbar entgegen, und daher ist ihr Spektrum ins Blaue verschoben, während die Sterne auf der anderen Seite sich durch die Rotation scheinbar von uns entfernen, wodurch ihr Spektrum ins Rote verschoben ist. Nun kann man diese Messungen ergänzen durch die Seitwärtsbewegungen der Sterne und erreicht damit eine höhere Genauigkeit.

Das Team beobachtete für die Studie Sterne in 22 Bereichen und nutzte zwei Kameras des Hubble-Teleskops: Die Wide Field Camera 3 und die Advanced Camera für Surveys. Jedes der beobachteten Felder enthielt nicht nur dutzende von Sternen, sondern auch einen Quasar im Hintergrund, den die Astronomen benötigten um einen Fixpunkt zu haben, an dem sie die Bewegung der Vordergrundsterne der LMC messen konnten. Denn diese Bewegung ist extrem klein und daher schwer zu erkennen, so dass man schon das Hubble-Teleskop nehmen musste um überhaupt Erkenntnisse gewinnen zu können.

Obwohl die Große Magellansche Wolke 170.000 Lichtjahre entfernt ist, nimmt sie am südlichen Himmel einen Raum vom 20-fachen Vollmonddurchmesser ein. Sie umkreist auch als Ganzes unsere Milchstraße, allerdings nach den neuen Erkenntnissen schneller als bisher angenommen. Die Ergebnisse dieser langjährigen Studie sind wichtig, um weitere Einblicke in die Entwicklung der Sterne und Galaxien zu bekommen.

Verwandte Themen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Hans Lammersen - Quelle: sciendedaily.com)


» Navigationssatellit GPS 2F-5 im Weltraum
23.02.2014 - Am 21. Februar 2014 wurde der US-amerikanische Navigationssatellit GPS 2F-5 auf einer Delta-IV-Rakete in Medium+ 4,2-Konfiguration ins All gebracht.
Der Start der Delta-Rakete mit der Nummer D365 erfolgte um 2:59 Uhr MEZ von der Rampe SLC-37B der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) in Florida. Die Delta-IV-Rakete der United Launch Alliance (ULA) flog in Medium+ 4,2-Konfiguration, es wurden zwei Feststoffbooster verwendet, und die Nutzlast, der Navigationssatellit, war unter einer Nutzlastverkleidung aus Kompositmaterial mit vier Metern Durchmesser untergebracht.

Nach einer Minute und 40 Sekunden Flug wurden die beiden beim Start gezündeten, von ATK gebauten Feststoffbooster des Typs GEM-60 abgeworfen. Die common booster core (CBC) genannte Zentralstufe brannte weiter, bis ihr Haupttriebwerk des Typs RS-68 von Pratt & Whitney Rocketdyne 246 Sekunden nach dem Start seine Aufgabe beim 25. Flug einer Delta-IV erfüllt hatte.

Die Stufentrennung zwischen erster und zweiter Stufe erfolgte rund sieben Sekunden später, und die als Delta cryogenic second stage (DCSS) bezeichnete zweite Stufe der Rakete zündete zur einer rund acht Minuten langen ersten Brennphase. An deren Ende kurz nach der 12. Flugminute war eine Parkbahn mit einem Perigäum, also einem der Erde nächsten Bahnpunkt, von rund 186 Kilometern über der Erde und einem Apogäum, dem der Erde fernsten Bahnpunkt, von etwa 402 Kilometern über der Erde erreicht, deren Bahnneigung gegen der Erdäquator bei 41,6 Grad lag.

Eine weitere Brennphase der zweiten Stufe begann 21 Minuten und 19 Sekunden nach dem Abheben. Das RL10B-2-Triebwerk von Pratt & Whitney Rocketdyne in der zweiten Stufe arbeitete dabei etwa drei Minuten und 17 Sekunden. Nach der zweiten Brennphase war eine 239 x 20.386 km-Bahn mit einer Bahnneigung gegen den Erdäquator von 43,3 Grad erreicht. Eine rund drei Stunden dauernde Freiflugphase schloss sich an.

Nach dem Ende einer dritten, eine Minute und 37 Sekunden dauernden Brennphase der zweiten Stufe wurde das Ensemble zum Zwecke der Spinstabilisierung in Drehung versetzt. Der GPS-Satellit mit einer Startmasse von 1.630 kg und einer Lebenserwartung zwischen zwölf und fünfzehn Jahren wurde dann rund drei Stunden und 33 Minuten nach dem Start auf einer Bahn ausgesetzt, die im wesentlichen seinem Arbeitsorbit entspricht. Er gelangte auf eine annähernd kreisförmige Bahn in rund 20.460 km über der Erdoberfläche mit einer Neigung von 55 Grad gegen den Äquator.

Auf Grund des direkten Bahneinschuss war es nicht erforderlich, einen Apogäumsmotor für das Raumfahrzeug vorzusehen, was sich in dessen vergleichsweise geringen Masse widerspiegelt (zum Vergleich: die Startmasse der Satelliten der Vorgängergeneration GPS 2R betrug 2.032 kg). Für Bahnmanöver können insgesamt 16 kleine Hydrazin-Triebwerke eingesetzt werden, für die der auf dem Bus AS-4000 basierende Satellit 145 Kilogramm Treibstoff mitführt.

GPS 2F-5 ist der fünfte von Boeing gebaute in den Weltraum transportierte Navigationssatellit aus der 2F-Serie. Wie seine Serienvorgänger aus der Fabrik in El Segundo im US-amerikanischen Bundesstaat Kalifornien besitzt er zwei Rubidium- und eine Cäsium-Uhr. Nach Angaben von Boeing ist die Genauigkeit der von GPS 2F-Staelliten ausgestrahlten Navigationssignale doppelt so hoch wie die der Vorgängergeneration GPS 2R.

Das L5-Signal kann der Zivilluftfahrt robustere Signale liefern, und das Militär wird von M-Code genannten Signalen und an Störungsversuche anpassbarer Sendeleistung profitieren, glaubt der Hersteller des Satelliten. Ein weiterer Vorteil gegenüber älteren US-amerikanischen Navigationssatelliten soll auch die Möglichkeit des schnellen Änderns der auf den Rechnern an Bord des Satelliten laufenden Software sein.

In der Konstellation der GPS-Satelliten wird GPS 2F-5 als SVN64 / PRN30 künftig die Position 3 in der Ebene A besetzen, und dort den alternden GPS 2A-28 alias USA 135 ablösen, der seit dem 5. November 1997 um die Erde kreist. GPS 2A-28 will man dann für den Rest seiner möglichen Nutzungszeit als Reserve vorhalten.

GPS 2F-5 alias NAVSTAR 69 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 39.533 und als Objekt 2014-008A. Außerdem wird der Satellit auch unter der Tarnbezeichnung USA 248 geführt. Die zweite Stufe der Delta-IV-Rakete, die DCSS, ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 39.534 und als Objekt 2014-008B.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ATK, Boeing, ULA, USAF)


» VEGA für OPTSAT 3000 und VENµS gebucht
23.02.2014 - Der Trägerraketenbetreiber Arianespace hat am 19. Februar 2014 bekannt gegeben, vom italienischen Unternehmen CGS S.p.A. und der Raumfahrtagentur Israels mit dem Start der beiden in Israel gebauten Erdbeobachtungssatelliten OPTSAT 3000 und VENµS beauftragt worden zu sein.
Anfang 2016 soll Arianespace die beiden Satelliten auf einer VEGA-Rakete von Kourou in Französisch Guayana aus in den Weltraum transportieren. Beide Satelliten basieren auf Grundkonstruktionen aus Israel und sind jeweils mit einem elektrooptischen Bilderfassungssystem ausgerüstet.

OPTSAT 3000 ist ein Produkt des Technologiekonzerns Israel Aircraft Industries (IAI), das über ein Konsortium aus Compagnia Generale per lo Spazio (CGS S.p.A. - ein Unternehmen der OHB AG) und dem italienischen Unternehmen Telespazio (ein Jointventure von Finmeccanica (67%) und TAS (33%)) für das italienische Verteidigungsministerium (Ministero della Difesa) nutzbar gemacht wird.

Das dreiachsstabilisierte Raumfahrzeug mit einer voraussichtlichen Startmasse von rund 400 Kilogramm basiert auf dem Satellitenbus IMPS 2. IMPS steht für Improved Multi Purpose Satellite und bedeutet so viel wie verbesserter Mehrzwecksatellit. Für Italien erfüllt OPTSAT 3000 wahrscheinlich die Funktion eines Lückenfüllers, bis ein Zugriff auf Bilder anderer neuer Satelliten möglich ist.

Der geplante Einsatzorbit für OPTSAT 3000 ist ein sonnensynchroner in rund 600 Kilometern Höhe über der Erde. Bei vertikalem Blick nach unten ermöglicht das optische System an Bord dann die Erkennung von Objekten ab 50 Zentimetern Durchmesser.

Die Kamera mit der Bezeichnung JUPITER und einer Brennweite von 15,6 Metern kommt von der Electro-Optical Industries Ltd. (El-Op Ltd.) aus Haifa in Israel. Ihre Masse liegt bei 120 Kilogramm, ihr maximaler Stromverbrauch bei 200 Watt.

Personal von Telespazio wird den Start und die Inbetriebnahmephase von OPTSAT 3000 in einem Kontrollzentrum von IAI in Tel Aviv in Israel betreuen. Beim Abschluss der Inbetriebnahme und der Beendigung der Tests im All soll der Erdtrabant von einem Kontrollzentrum im italienischen Fucino überwacht und gesteuert werden. Die Auslegungsbetriebsdauer von OPTSAT 3000 liegt bei mindestens sechs Jahren.

VENµS (Vegetation and Environment monitoring on a New Micro Satellite) ist ebenfalls eine Konstruktion von IAI und entsteht auf Grundlage des Satellitenbus IMPS alias OPTSAT 2000. Der Start dieses dreiachsstabilisierten Satelliten war ursprünglich einmal auf einer Rakete des Typs Dnepr vorgesehen und für 2008 oder 2009 geplant. Später war die Nutzung einer indischen PSLV in Betracht gezogen worden, dann auch ein Start auf einer Falcon 1E sowie später eine Mitfluggelegenheit auf einer Falcon 9 oder einer Sojus-Rakete.

Betreiben wollen VENµS die beiden Raumfahrtagenturen aus Frankreich (Centre national d’études spatiales, CNES) und Israel (Israel Space Agency, ISA). Die Zusammenarbeit hinsichtlich VENµS hatte man mit einer Vereinbarung im April 2005 begonnen.

Die voraussichtliche Startmasse von VENµS liegt im Bereich von 300 Kilogramm (ältere Auslegungen 230 und 250 Kilogramm). Das näherungsweise zylinderförmige Raumfahrzeug ist rund 1,6 Meter hoch und besitzt einen Durchmesser von rund 1,2 Metern. Als Auslegungsbetriebsdauer finden sich Zeiträume von 3,5 bzw. 4,5 Jahren.

Eine erste zwei Jahre dauernde Einsatzperiode hat VENµS als Demonstrator für das europäische Programm GMES (Global Monitoring for Environment and Security) bei einer Bahnneigung von 98,27 Grad in einer Flughöhe von 720 Kilometern über der Erde zu absolvieren. Nach dieser wissenschaftlichen Aufgaben dienenden Betriebsphase ist eine weitere von einem Jahr vorgesehen, die technologischen Untersuchungen dient und in geringerer Flughöhe 420 Kilometer über der Erde zu erledigen ist.

Die erste Einsatzperiode gilt dem Betrieb einer Multispektralkamera für die Beobachtung der Erdoberfläche und der Atmosphäre. Sie besitzt 12 schmalbandige Abtastbereiche zwischen 400 und 920 Nanometern. Die Aufteilung in einzelne Frequenzbänder entspricht spezialisierten Beobachtungsaufgaben wie der Untersuchung der Vegetation und der Wasserqualität und umfasst auch Bandbereiche, die man zur Gewinnung von Korrekturdaten und der Überprüfung der Bildqualität nutzen will.

Die erwartete Auflösung der Kamera mit einer Masse von rund 43,5 Kilogramm liegt im Bereich von zehn Metern, für bessere Werte im Bereich von drei Metern könnten Mehrfachabtastung und Verwendung von Korrekturdaten sorgen.

In der zusätzlichen Einsatzperiode geht es um Tests eines in Israel von RAFAEL entworfenen elektrischen Antriebssystems, das auch die Bahnabsenkung durchführen muss. Sogenannte IHETs (Israeli Hall Effect Thruster) mit einem Schub von 15 Millinewton sollen auf ihre Weltraumtauglichkeit hinsichtlich der Fähigkeit zur effektiven Bahnkorrektur auf niedriger Umlaufbahn untersucht werden. Außerdem möchten man prüfen, in wie weit ihr Einsatz eine Mission zur Bilddatengewinnung in niedriger Umlaufbahn mit hohem Atmosphärenrestwiderstand realisierbar machen würde.

Das Arbeitsmedium für die IHETs vom Typ IHET-300W ist Xenon. Ein entsprechender Tank an Bord von VENµS wird 16 Kilo des Edelgases enthalten. Das Stromversorgungssystem von VENµS kann an beide IHETs zusammen maximal rund 600 Watt elektrische Energie liefern. Für alle Bordsysteme zusammen stehen maximal rund 800 Watt zur Verfügung, die zwei Solarzellenausleger liefern müssen.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Arianespace, CESBIO, CNES, Deagel, IAI, RAFAEL)


» Bisher größter beobachteter Einschlag auf dem Mond
25.02.2014 - In den aktuellen Monatsnotizen der britsichen Royal Astronomical Society wird von einem Asteroideneinschlag auf dem Mond berichtet, welcher der bisher hellste beobachtete war.
Der Einschlag geschah bereits am 11. September 2013 im Mare Nubium und wurde von einem Teleskop des Moon Impacts Detection and Analysis System erfasst. Dieses weltweite System betreibt eine Reihe von automatischen Teleskopen, welche den Mond im Blick haben und Lichtblitze registrieren.

Der Einschlag vom 11. September wurde von José M. Madiedo in den Daten von zwei Teleskopen festgestellt, die sich im Süden Spaniens befinden. Beim Aufschlag eines Asteroiden auf der Mondoberfläche entsteht eine derartige Hitze, dass das Gestein aufschmilzt, teilweise verdampft und die entstehenden Gase hell aufleuchten. Madiedo maß nun auf der Erde eine scheinbare Helligkeit von ca. 2,9 mag, was etwa der Helligkeit von Epsilon Leonis, dem "Kopf des Löwen", entspricht und auch mit bloßem Auge bereits gut zu sehen ist. Es war zudem ein Nachleuchten über etwa 8 Sekunden zu verzeichnen.

Daraus berechneten Astronomen einen mittleren Durchmesser von 0,6 bis 1,4 Metern, eine Masse von etwa 400 kg, eine Aufprallgeschwindigkeit von etwa 61.000 Kilometern pro Stunde, ein Sprengstoff-Äquivalent von 15 t TNT und einen vermutlichen Krater von etwa 40 Metern Durchmesser. Nach diesem wird nun mit der hoch auflösenden Kamera des Lunar Reconnaissance Orbiter der NASA gesucht. Mit diesem Instrument erreicht man eine maximale Auflösung um 1 Meter und hat auch in der Vergangenheit schon frische Einschlagskrater gefunden. LRO umläuft den Mond seit Juni 2009.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Oxford Journals (Monthly Notices of the Royal Astronomical Society), NASA/ASU)


» Proba V - Bildqualität übertrifft Erwartungen
26.02.2014 - Anfang Dezember letzten Jahres nahm der im Mai 2013 auf einer Vega-Rakete gestartete Proba V den Routinebetrieb als Erdbeobachtungssatellit auf. Die Bildqualität scheint so beeindruckend, dass man bei den belgischen Betreibern über eine Satelliten-Variante mit 100-Meter-Auflösung als Standard nachdenkt. Auch Vietnam, beim Start von Proba V mit der Sekundärnutzlast VNREDSAT 1A dabei, ist überzeugt und bestellte bei Spacebel ein Exemplar. (Newsimage: ESA - ATG Medialab)
Proba V liefert täglich ein 93-prozentiges Abbild der Erde, die fehlenden sieben Prozent in der Äquatorgegend werden am Folgetag abgedeckt. Alle zehn Tage wird eine synthetische Global-Ansicht zur Vegetationsentwicklung auf der Erde erstellt. Die tägliche, nahezu globale Erfassung erfolgt mit einer Auflösung von 333 Meter. In den zentralen 500 Kilometer des 2.250 Kilometer breiten Aufnahmestreifens sind mit dem Bildsensor von Proba V sogar 100 Meter Auflösung im sichtbaren bis nah-infraroten Wellenlängenbereich und 200 Meter im kurzwelligen Infrarotbereich möglich. Die Bilder werden bei VITO, dem Flämischen Institut für Technologieforschung in Belgien, verarbeitet. Dort wurde eine Prozesskette zur Erstellung synthetischer Bilder mit 100 Metern räumlicher Auflösung entwickelt. Die Bildqualität weckt Ambitionen. Sollte Bedarf an globalen Bildserien auf Tagesbasis mit 100 Metern Auflösung bestehen, wird eine Proba-Mission mit entsprechenden Kapazitäten für die Zukunft nicht ausgeschlossen. Zunächst möchte man jedoch die jetzt zur Verfügung stehende Datenqualität noch genauer analysieren und fordert interessierte Forschungsteams auf, sich daran zu beteiligen.

Mit Proba V wurde am 07. Mai 2013 neben ESTCube 1 auch der vietnamesische Erdbeobachtungssatellit VNREDSAT 1A als Sekundärnutzlast ins All transportiert. Es darf vermutet werden, dass sich die Ingenieure von der Vietnam Academy of Science and Technology (VAST) dabei nicht nur mit dem eigenen Satelliten, sondern nebenher auch mit Proba V befasst haben. Theoretische und seit Mitte 2013 vorliegende tatsächliche Leistungswerte müssen sie derart überzeugt haben, dass man am 20. Januar 2014 in Hanoi mit Spacebel einen Auftrag im Wert von 60 Mio. EUR unterzeichnete. Spacebel, Anbieter von Software zur Weltraum- und Erdüberwachung, führt ein Konsortium bestehend aus Qinetiq Space (Satellitenbau), AMOS (Opto-Mechanik), Deltatec (Hard- und Softwaredesign), CSL Centre Spatial de Liege und VITO. Der vietnamesische Auftrag beinhaltet zum einen die Lieferung eines auf dem Proba-V-Design aufbauenden Satelliten zur hochauflösenden, hyperspektralen und farbempfindlichen Erdbeobachtung aus 640 Kilometer Höhe. Zum anderen wird die notwendige Bodeninfrastruktur in Vietnam erstellt, der Satellitenbetrieb im ersten Missionsjahr gewährleistet und ein Ausbildungsprogramm zum Betrieb und der Datenauswertung angeboten. Der Start ist 2017 geplant. Die Missionsdauer ist auf fünf Jahre ausgelegt. Das Sichtfeld der Satellitenoptik wird 100 Kilometer betragen. Alle fünf Tage wird jeder Punkt auf der Erde abgedeckt. Der Satellit wird den Namen VNREDSAT 1B tragen. Das steht für Vietnam Natural Resources, Environment and Disaster Monitoring Satellite.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Roland Rischer - Quelle: ESA, VITO, CSL)


» Kepler-Team präsentiert weitere 715 Exoplaneten
27.02.2014 - Gestern gab das Kepler-Team die Entdeckung von 715 neuen Planeten bekannt, die in den vergangenen Monaten durch ein neues Verifizierungsverfahren bestätigt werden konnten.
Alle Planeten sind Bestandteile von Plnatensystemen, von denen ein oder mehrere Mitglieder bereits bekannt waren. Die Daten dieser Systeme wurden nun statistisch analysiert und dabei wurden Größen und Umlaufzeiten weiterer Planeten extrahiert. Ein wichtiges Kriterium dabei ist, Planeten von anderen möglichen Transitobjekten abzugrenzen. Dazu zählen Zwergsterne und sogenannte Braune Zwerge.

Der NASA-Satellit Kepler verwendet ein Teleskop als Objektiv für eine ganze Anordnung von lichtempfindlichen Sensorchips und beobachtete mehrere Jahre lang eine bestimmte Himmelsregion mit etwa 150.000 sonnenähnlichen Sternen. Bewegt sich ein Planet direkt zwischen Teleskop und Stern vorbei, so kann Kepler eine kurzzeitige Verdunklung feststellen. Die Stärke der Lichtdämpfung lässt eine Aussage über die Größe des Planeten im Vergleich zu seinem Stern zu, der Abstand sich wiederholender Verdunklungen eine Aussage über die Umlaufzeit. Daraus lässt sich der Abstand des Planeten von seinem Stern berechnen. Aus Größe und Temperatur des Sterns lassen sich zudem Angaben über die Temperatur auf der Oberfläche des Planeten schließen.

Von den gestern veröffentlichten Planeten sind fast 95% kleiner als Neptun, ein Großteil liegt sogar in der Größenordnung unseres Heimatplaneten. Die Anzahl der bekannten erdähnlichen Planeten (bis 125% Erddurchmesser) hat sich mit einem Schlag verfünffacht, die Anzahl der sogenannten Super-Erden (bis 200% Erddurchmesser) sogar versiebenfacht. Auch bei Planeten bis Neptungröße gibt es mit 200% noch einen ernormen Zuwachs. Lediglich bei Planeten, die mindstens 6 Mal so groß sind wie die Erde kamen nur 2% hinzu.

Alle 715 Planeten sind Bestandteile von Planetensystemen, genau handelt es sich dabei um 305. Systeme, in denen neben einem Stern ein weiterer, kleiner Stern oder ein massereicher Brauner Zwerg vorkämen, wären nicht stabil genug, um ihre Planeten über längere Zeit auf kreisähnlichen Bahnen zu behalten. Daher konnte ein Großteil der Kandidaten letztlich als Planeten bestätigt werden. Häufig liegen deren Bahnen um einen Stern in einer Ebene, ähnlich der Ekliptik in unserem Sonnensystem.

Die bekannt gegebenen Planeten beruhen auf Daten aus den Jahren 2009 bis 2011. Hinzu kommt eine Vielzahl von weiteren Kandidaten, die noch bestätigt oder ausgeschlossen werden müssen. Auch deren Zahl ist noch einmal auf über 3.600 gewachsen. Hier gibt es für die beteiligten Wissenschaftler aber auch für Astronomen weltweit noch viel zu tun. Zudem befindet sich mit Gaia ein weiteres Weltraumteleskop etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt in der Vorbereitungsphase, welches in den nächsten Jahren weitere Daten über Planetensysteme liefern kann.

Unter den neu entdeckten Planeten befinden sich auch vier, die ihren jeweiligen Stern in der habitablen Zone umlaufen. Dies ist ein Entfernungsbereich von einem Stern, in dem auf einem Planeten unter Umständen flüssiges Wasser existieren könnte. Dies ist nach gegenwärtiger Meinung eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Leben.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)



^ Nach oben

Mars Aktuell: Curiosity: Zwei längere Fahrten im Rückwärtsgang von Redaktion



• Curiosity: Zwei längere Fahrten im Rückwärtsgang «mehr» «online»
• Marsrover Opportunity überrascht die Wissenschaftler «mehr» «online»


» Curiosity: Zwei längere Fahrten im Rückwärtsgang
22.02.2014 - Nach dem Passieren einer Sanddüne bewegt sich der Marsrover Curiosity derzeit auf einem relativ leicht zu passierenden Gelände. Mitte der Woche wurden dabei im Rahmen von zwei Fahrten, welche diesmal im Rückwärtsgang absolviert wurden, weitere 200 Meter überbrückt.
Zur Fortbewegung über die Marsoberfläche ist der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Curiosity mit sechs Rädern ausgestattet. Jedes dieser Räder verfügt über einen Durchmesser von 51 Zentimetern und eine Breite von 40 Zentimetern. Die lediglich 0,75 Millimeter starken Laufflächen dieser Räder, auf denen das gesamte Gewicht des 899 Kilogramm schweren Rovers lastet, bestehen aus einer Aluminiumlegierung und sind mit verschiedenen Querrippen an den Oberseiten und Ringen an den Innenwänden verstärkt.

Bereits im Rahmen der ausführlichen Tests, welche im Vorfeld der Mission auf der Erde durchgeführt wurden, zeigte sich dass diese Räder bei ihrem Einsatz auf dem Mars nach einer gewissen Zeit verschiedene Beschädigungen wie zum Beispiel Dellen, aber auch Löcher und Risse aufweisen würden. Diese zu erwartenden Beschädigungen wurden von den für die Planung der Mission verantwortlichen Ingenieuren der NASA als für die Mission nicht bedrohlich eingeschätzt. Auch mit erheblich beschädigten Laufflächen, so zum Beispiel Matt Heverly, der Leiter des Roverdriver-Teams, welches für die Steuerung des Rovers verantwortlich ist, wird Curiosity auch weiterhin in der Lage sein, seine Fahrt fortzusetzen.

Und tatsächlich - schon nach wenigen Fahrten über die Marsoberfläche zeigten sich bereits im Jahr 2012 auf den Laufflächen der Räder einzelne Kratzer und Dellen. Während der letzten Monate bildeten sich zudem verschiedene Löcher und teilweise mehrere Zentimeter lange Risse. Diese zuletzt vermehrt auftretenden Abnutzungserscheinungen resultieren laut den Einschätzungen der in die Mission eingebundenen Techniker und Ingenieure daraus, dass Curiosity speziell im vierten Quartal des Jahres 2013 ein Gelände überquerte, auf dessen felsigen Untergrund sich eine Vielzahl zwar nur wenige Zentimeter großer, dafür aber scharfkantiger Steine befand. Beim Überfahren dieser Steine traten dann die Mehrzahl der jetzt zu beobachtenden Beschädigungen auf.

Ende Januar 2014 entschlossen sich die für die Durchführung der Mission verantwortlichen NASA-Mitarbeiter dazu, den Rover von seinem ursprünglich vorgesehenen Kurs abweichen zu lassen und stattdessen einer alternativen Route zu folgen. Auf der jetzt vorgesehenen Strecke befindet sich ein Gelände, auf dem sich laut den Daten des ebenfalls von der NASA betriebenen Marsorbiters Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) deutlich weniger Steine befinden sollen.

Zu Beginn der neuen Route musste der Rover allerdings zunächst eine in ihrem Zentrum etwa einen Meter hohe Sanddüne überqueren, welche die "Einfahrt" zu den jetzt vorgesehenen Strecke auf voller Breite versperrte und die eine potentielle Gefahr für den Rover dargestellte. Curiosity überquerte diese Düne schließlich am 6. Februar problemlos (Raumfahrer.net berichtete) und setzte seine Fahrt in den folgenden Tagen fort.

Die Aufnahmen der Umgebung, welche der Rover dabei regelmäßig mit seinen Kamerasystemen anfertigt, zeigen, dass sich die Erwartungen der NASA-Mitarbeiter erfüllt haben. Curiosity bewegt sich derzeit auf einem erheblich ebeneren Gelände, welches eine deutlich geringere Anzahl an scharfkantigen Steinen aufweist als auf den vorherigen Streckenabschnitten. An den meisten Stellen ist die zu passierende Oberfläche zudem mit einer Sandschicht überzogen, was die Räder noch weiter schonen wird.

Nach mehreren kürzeren Fahrten überbrückte Curiosity in den frühen Morgenstunden des 19. Februar (mitteleuropäische Zeit) schließlich innerhalb von knapp zwei Stunden eine Strecke von weiteren 100,3 Metern. Durch diese Fahrt erhöhte sich der Gesamtkilometerstand des Rovers auf einen Wert von 5,21 Kilometern, welche seit der Landung am 6. August 2012 auf der Marsoberfläche zurückgelegt wurden.

Rückwärtsgang

Diese Fahrt wurde komplett im "Rückwärtsgang" absolviert. Die Auswertungen der Aufnahmen, welche der Rover während der letzten Monate von seinen Rädern zur Erde übermittelt hatte, haben ergeben, dass vor allem die Laufflächen der vier vorderen und mittleren Räder die besagten Beschädigungen ausweisen. Die beiden hinteren Räder zeigen dagegen einen nur geringen Verschleiß. Durch Fahrten in der Rückwärtsbewegung, so die Erwartungen der Ingenieure der NASA, lassen sich die auftretenden Beschädigungen eventuell begrenzen.

Auch die nächste Fahrt, welche am 20. Februar ebenfalls über eine Distanz von rund 100 Metern führte, wurde deshalb im Rückwärtsgang zurückgelegt. Am darauf folgenden Tag wurden die sechs Räder des Rovers erneut intensiv mit den verschiedenen Kamerasystemen abgebildet. Diese Aufnahmen sollen jetzt ausgewertet werden. Hierbei wird sich zeigen, ob sich durch Fahrten im Rückwärtsgang der Verschleiß der Laufflächen wirklich begrenzen lässt.

Derzeit befindet sich Curiosity unmittelbar vor einer mit dem Namen "Bungle Bungle" belegten Felsformation aus offen zutage liegenden Grundgestein, welche während des jetzigen Wochenendes eingehender untersucht werden soll. Nach einer ersten Analyse mit der ChemCam wurde der Roboterarm des Rovers entfaltet und dabei zu der Formation dirigiert. Gegenwärtig sind zwei weitere der insgesamt zehn wissenschaftliche Instrumente, die an diesem Instrumentenarm montierte MAHLI-Kamera und das ebenfalls dort befindliche APX-Spektrometer, im Einsatz.

Kurs Richtung Aeolis Mons

Nach dem Abschluss dieser Untersuchungen soll der Rover eine Strecke von weiteren rund 22 Metern zurücklegen und dann mit seinen Kameras das vorausliegende Gelände abbilden. Diese Aufnahmen sind notwendig, um zu Beginn der kommenden Woche die nächste Fahrt zu planen. Der Rover soll seine Fahrt auch weiterhin möglichst zügig fortsetzten und sich dabei der Basis des im Inneren des Gale-Kraters gelegenen und etwa 5.500 Meter hohen Zentralberges Aeolis Mons nähern. Auf dem dabei zurückzulegenden Weg wird Curiosity jedoch zunächst eine mit dem Namen "KMS-9" belegte Region ansteuern, welche als einer der sogenannten "Waypoints" ausgewählt wurde.

Bei diesen "Waypoints" handelt es sich um Bereiche im Inneren des Gale-Kraters, wo Curiosity jeweils mehrtägige Stopps für ausführlichere wissenschaftliche Untersuchungen einlegen soll. Das wissenschaftliche Ziel dieser Analysen besteht darin, Informationen über die Geologie des Geländes zu sammeln, welches sich zwischen dem Landegebiet des Rovers und dem Aeolis Mons befindet. Diese Daten sollen den Wissenschaftlern dabei helfen, die zwischenzeitlich gewonnenen Informationen in einen Kontext zu den Erkenntnissen zu setzen, welche zukünftig bei den geschichteten Gesteinsablagerungen des Zentralberges erlangt werden sollen. Ein spezielles Augenmerk soll dabei auf geologische Strukturen gerichtet werden, welche offensichtlich durch fließendes Wasser erzeugt beziehungsweise verändert wurden.

Bis zum Erreichen von "Kimberley" - so wird der Waypoint "KMS-9" mittlerweile genannt - muss der Rover allerdings noch mehrere hundert Meter zurücklegen. Im Bereich von Kimberley zeigen die Orbitaufnahmen drei verschiedene Geländetypen und eine relativ staubfreie Oberfläche. Die dortigen Formationen sollen über mehrere Tage hinweg untersucht werden. Eventuell wird dabei in der Umgebung von Kimberley auch erneut das Bohrsystem des Rovers dazu eingesetzt, um eine weitere Bodenprobe zu entnehmen und anschließend mit den Analyseinstrumenten eingehender zu untersuchen.

Inzwischen ist das Curiosity-Team zudem damit beschäftigt, anhand von Aufnahmen der Marsorbiter die zukünftige Route zur Basis des Zentralberges auszuwählen. Das Team betrachtet die zukünftig zurückzulegende Strecke inzwischen mit anderen Augen und erwägt verschiedene potentielle Routen und unterschiedliche Einstiegspunkte zur anschließenden "Besteigung" des Aeolis Mons.

"Keine dieser Routen wird perfekt sein. Wir müssen jetzt zunächst herausfinden, welche unter diesen nicht perfekten Routen für uns optimal sein wird", so Jim Erickson, der Projektmanager der Curiosity-Mission.

Bis zum heutigen Tag, dem "Sol" 550 seiner Mission, hat der Marsrover Curiosity mit seinen Kamerasystemen 122.809 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:

Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, USGS)


» Marsrover Opportunity überrascht die Wissenschaftler
06.03.2014 - Der Marsrover Opportunity ist gegenwärtig immer noch mit der Untersuchung von Gesteinsformationen beschäftigt, welche sich am Westrand des Endeavour-Kraters befinden. Aktuell werden dabei im Rahmen gezielter Fahrmanöver kleinere Felsbrocken aufgespalten und anschließend analysiert. Zusätzlich sorgt derzeit die aktuelle Entwicklung der Energiesituation für Erstaunen.
Bereits seit dem Dezember 2013 ist der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Opportunity mit der Untersuchung eines mit dem Namen "Cook Haven" belegten Bereiches der Marsoberfläche beschäftigt, welche sich im Bereich des "Solander Point" - einer mehrere Kilometer langen und etwa 60 Meter hohen Geländeformation am Westrand des rund 22 Kilometer durchmessenden Endeavour-Kraters - befindet (Raumfahrer.net berichtete). Anfang Januar ergab sich dabei eine Situation, welche bei den an dieser Mission beteiligten Wissenschaftlern zunächst für eine gewisse Verwirrung sorgte.

Der Stein "Pinnacle Island"

In Anschluss an eine kurze Fahrt über eine Distanz von lediglich rund 50 Zentimetern bildeten die Kameras des Rovers am 8. Januar 2014 - dem Sol 3540 der Opportunity-Mission - einen kleinen, lediglich etwa vier Zentimeter durchmessenden Stein ab, welcher auf den nur 13 Tage zuvor angefertigten Aufnahmen des gleichen Oberflächenbereiches definitiv nicht zu erkennen war.

Wie war es möglich, dass dieser auffallend helle und etwas ungewöhnlich geformte Stein plötzlich und anscheinend aus dem Nichts heraus direkt neben dem Rover auftauchen konnte?

Einer der beiden zur Diskussion gestellten Erklärungsansätze ging davon aus, dass es sich bei dem kurz nach seiner Entdeckung mit dem Namen "Pinnacle Island" belegten Stein eventuell um Auswurfmaterial handeln könnte, welches im Rahmen eines erst während der letzten Tage erfolgten Meteoriteneinschlags auf dem Mars zunächst in die Höhe geschleudert wurde und anschließend wieder auf der Marsoberfläche niederging. Obwohl diese Erklärung von den in die Opportunity-Mission involvierten Wissenschaftlern aus statistischen Gründen als sehr unwahrscheinlich angesehen wurde setzte die NASA im Februar den Marsorbiter Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) dazu ein, um diese Theorie einer eingehenderen Überprüfung zu unterziehen.

Die Hauptkamera des MRO, die von der University of Arizona betriebene HiRISE-Kamera, ist unter optimalen Bedingungen in der Lage, die Marsoberfläche mit einer Auflösung von bis zu 25 Zentimetern pro Pixel abzubilden. Eine zweite Kamera an Bord dieses Orbiters, die CTX-Kamera, erreicht dagegen "lediglich" eine Auflösung von etwa sechs Metern pro Pixel, kann dabei allerdings im Rahmen einer Aufnahme auch ein größeres Gebiet als die HiRISE abbilden. Sollte sich in der letzten Zeit in der Nähe von Opportunity ein Impakt ereignet haben, so sollten dessen Spuren auf den Aufnahmen des MRO erkennbar sein. Auf den entsprechenden am 14. Februar 2014 angefertigten Aufnahmen des Rovers waren allerdings keine Anzeichen für einen erst kürzlich in der näheren Umgebung erfolgten Meteoriteneinschlag auszumachen.

Die zweite Erklärung hatte dagegen von vornherein mehr Zustimmung gefunden. Diese Theorie besagte, dass der 185 Kilogramm schwere Rover bei seiner vorherigen Fahrt über einen zu diesen Zeitpunkt noch an einem anderen Ort abgelagerten Stein gefahren ist und dieser Felsbrocken dabei aufgeschleudert und "weggeschnippt" wurde. Durch weiterführende Analysen und eine Vielzahl von Fotoaufnahmen stellte sich dann heraus, dass diese zweite Theorie im Prinzip zutrifft. Beim "Überfahren" eines Steins wurde ein Teil von diesem Felsbrocken durch die dabei auftretenden mechanischen Belastungen abgesprengt und weggeschleudert.

"Als wir nach dem Abschluss der Untersuchungen von Pinnacle Island mit Opportunity ein kurzes Stück weitergefahren sind, konnten wir hangaufwärts einen umgedrehten Stein erkennen, der ein ähnlich ungewöhnliches Aussehen aufweist", so Ray Arvidson von der Washington University of St. Louis, der stellvertretende wissenschaftliche Leiter der Opportunity-Mission. "Über diesen Stein sind wir gefahren. Die Spuren der Räder sind deutlich erkennbar. Von dort stammt Pinnacle Island."

Vor dieser Weiterfahrt wurde Pinnacle Island jedoch zunächst mit den Instrumenten und Kameras des Rovers über mehrere Wochen hinweg ausführlich untersucht und abgebildet. Im Rahmen dieser Analysen stellte sich anhand der Messungen des mit dem am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz entwickelten APX-Spektrometers heraus, dass Pinnacle Island neben einem hohen Gehalt an Mangan auch ein ungewöhnlich hoher Anteil an verschiedenen wasserlöslichen Stoffen wie Magnesium und Schwefel beherbergt. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine frühere Interaktion mit Wasser für diese signifikante Konzentration an wasserlöslichen Stoffen in dem Stein verantwortlich ist. Denkbar wäre dabei eine langsame Kristallisation von zuvor in Wasser gelösten Mineralen. Unklar ist derzeit allerdings noch, vor wie vielen Jahrmillionen beziehungsweise Jahrmilliarden sich dieser Prozess abspielte.

"Dies könnte erst vor [in geologischen Zeiträumen betrachtet] vergleichsweise kurzer Zeit direkt unter der Oberfläche geschehen sein, oder aber bereits vor längerer Zeit tiefer im Untergrund, wobei der Stein dann allmählich durch Erosionsprozesse freigelegt wurde", so Ray Arvidson. Nach der "Entstehung" des Steins wurden die darüber liegenden Oberflächenschichten, so das letztere Szenario, durch erosive Prozesse - also die Einwirkung von Wasser beziehungsweise Wind - allmählich abgetragen, so dass das mineralhaltige Gestein schließlich die Oberfläche erreichte.

In den folgenden Wochen wurden neben dem "Ursprungsstein" Stuart Island auch diverse weitere in der unmittelbaren Umgebung befindliche Felsbrocken und Gesteinsformationen ausführlich untersucht. Durch den Abgleich der dabei auf einer Fläche von wenigen Quadratmetern gewonnenen Daten wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler versuchen, die geologische Entstehungsgeschichte dieser Region der Marsoberfläche und die Rolle, welche das Wasser dabei spielte, zu entschlüsseln.

Speziell die Untersuchungen von Pinnacle Island und Stuart Island stellten sich dabei als unvorhergesehene Glücksfälle heraus, da die dort analysierten Gesteinsoberflächen erst seit wenigen Tagen den auf dem Mars vorherrschenden Umweltbedingungen ausgesetzt sind. Mittlerweile sind die Wissenschaftler allerdings dazu übergegangen, diesem "Glück" etwas auf die Sprünge zu helfen...

Gezieltes "Zerbrechen" von Steinen

Wie auch sein "jüngerer Bruder", der ebenfalls von der NASA betriebene Marsrover Curiosity, ist auch Opportunity mit sechs Rädern ausgestattet. Im Bedarfsfall kann jedes dieser Räder einzeln angesteuert und unabhängig von den restlichen Rädern in eine Vorwärts- oder Rückwärtsbewegung versetzt werden.

Am 23. Februar 2014, dem Sol 3585 der Mission, wurde Opportunity so bewegt, dass dessen rechtes Vorderrad genau über einem mit dem Namen "Sledge Island" belegten Stein zum Stillstand kam. Im Anschluss an diese Fahrt absolvierte dieses Rad - während der Rover selbst seine Position nicht mehr veränderte - eine Vierteldrehung nach vorne und anschließend eine Vierteldrehung nach hinten. Dieses Manöver wurde anschließend noch drei mal wiederholt. Anschließend bewegte sich Opportunity etwas von Sledge Island weg und betrachtete das Resultat dieser Bewegungen mit seinen Kameras.

Dabei zeigte sich, dass auch dieser Stein durch das Gewicht des Rovers und die diesmal bewusst durchgeführten Bewegungen der Räder zerbrochen wurde. Während der letzten Tage wurden daraufhin auch die Bruchstücke von Sledge Island mit den Instrumenten des Rovers eingehend analysiert. Derzeit wird überlegt, ob ein ähnliches Manöver mit anschließenden Untersuchungen auch bei anderen Steinen durchgeführt werden soll. Außerdem ist für die nähere Zukunft vorgesehen, Opportunity noch weiter in die südliche Richtung zu manövrieren und dabei die Untersuchung der Randgebiete des "Solander Point" fortzusetzen. Bei der dabei angepeilten Region handelt es sich um eine größere Formation von offen zutage tretenden Grundgestein, welche sich knapp 600 Meter von dem derzeitigen Operationsgebiet des Rovers entfernt befindet. Auf dem dabei zurückzulegenden Weg sollen weitere Gesteinsformationen untersucht werden.

Die Energiesituation

Neben dem allgemeinen technischen Zustand des mittlerweile seit mehr als zehn Jahren auf der Marsoberfläche aktiven Rovers - während der letzten Wochen traten zum Beispiel erneut mehrfach Probleme mit dem Flash-Speicher des Bordcomputers von Opportunity auf - muss bei den Planungen der zukünftigen Aktivitäten jedoch auch immer ein Blick auf die aktuelle Energiesituation geworfen werden. Und diese entwickelt sich gegenwärtig zwar positiv, aber ... ungewöhnlich.

Im Gegensatz zu dem zweiten derzeit aktiven Marsrover der NASA, dem durch einen Radioisotopengenerator mit Strom versorgten Rover Curiosity, ist der mit Solarpaneelen ausgestattete Rover Opportunity bezüglich seiner Energieversorgung ausschließlich auf Sonnenenergie angewiesen. Aufgrund des Fortschreitens der Jahreszeiten - bereits am 31. Juli 2013 begann auf der südlichen Hemisphäre des Mars der Herbst und Opportunitys Operationsgebiet befindet sich knapp südlich des Äquators - erreichte die Sonne bis vor Kurzem eine immer niedrigere Höhe über dem Horizont, was letztendlich zumindestens theoretisch zu einer immer geringeren täglichen Energieausbeute der Solarzellen führen sollte.

Erst nach der Wintersonnenwende auf der Südhemisphäre des Mars, welche am 14. Februar 2014 erfolgte, sollte sich diese Situation wieder verbessern. In der Praxis gestaltete sich die Situation erfreulicherweise allerdings deutlich positiver.

Die Marsoberfläche ist weitläufig von großen Mengen an Staub bedeckt, welcher durch auftretende Stürme regelmäßig in die Atmosphäre befördert wird, sich dort zunächst verteilt und letztendlich wieder auf der Planetenoberfläche ablagert. Dabei bleibt es nicht aus, dass ein Teil dieses Staubes auch die Solarpaneele des Rovers bedeckt. Dieser Effekt einer kontinuierlich zunehmenden "Staubbedeckung" der Paneele führt dazu, dass der Rover im Laufe der Zeit immer weniger Energie generieren kann.

Teilweise aufgehoben wird dieses Manko durch sogenannte "Dust Cleaning Events". Die auf dem Mars wehenden Winde "fegen" dabei von Zeit zu Zeit über die Solarpaneele des Rovers und "reinigen" diese teilweise von dem zuvor dort abgelagertem Staub. Normalerweise handelt es sich bei diesen "Dust Cleaning Events" um Ereignisse, welche bestenfalls alle paar Wochen auftreten und dabei wenige Stunden bis maximal zwei Tage andauern. Seit dem Februar erfolgen diese Ereignisse jedoch fast täglich und führen zu einer kontinuierlich zunehmenden Energiemenge.

"Wir haben so etwas noch nie zuvor gesehen", so Bill Nelson, der Chefingenieur der Mars Exploration Rover-Mission. "Normalerweise ist eine solche Staubreinigung ein ein- oder zweitägiges Ereignis, welches zu einer [mehr oder weniger] sprunghaften Zunahme der zu Verfügung stehenden Energiemenge führt. Gegenwärtig registrieren wir jedoch über Wochen hinweg einen kontinuierlich erfolgenden Anstieg. Der Staub wird dabei von den Solarpaneelen weggeweht und auch die Kameras des Rovers haben von Tag zu Tag eine bessere Sicht auf die Umgebung." Dadurch bedingt, so der Projektmanager John Callas, steht Opportunity in diesem Winter mehr Energie zur Verfügung als in den vorhergegangenen Wintern.

Hier ein Überblick über die Entwicklung der Energiewerte von Opportunity während der letzten Wochen. Der Tau-Wert steht dabei für die Durchsetzung der Marsatmosphäre mit Staub und Wassereiskristallen. Je mehr Staub sich in der Atmosphäre des Planeten befindet, desto höher fällt dieser Wert aus. Der Wert für die Lichtdurchlässigkeit der Solarzellen gibt dagegen an, wie viel Sonnenlicht die Solarpaneele des Rovers trotz einer bedeckenden Staubschicht erreicht und letztendlich zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Je niedriger der Tau-Wert und je höher der Faktor für die Lichtdurchlässigkeit ausfällt, desto besser ist dies für den Energiehaushalt des ausschließlich mittels Sonnenenergie betriebenen Rovers.

  • 26.02.2014: 0,464 kWh/Tag , Tau-Wert 0,498 , Lichtdurchlässigkeit 69,10 Prozent
  • 18.02.2014: 0,409 kWh/Tag , Tau-Wert 0,480 , Lichtdurchlässigkeit 61,40 Prozent
  • 12.02.2014: 0,387 kWh/Tag , Tau-Wert 0,548 , Lichtdurchlässigkeit 61,00 Prozent
  • 28.01.2014: 0,361 kWh/Tag , Tau-Wert 0,572 , Lichtdurchlässigkeit 59,00 Prozent
  • 21.01.2014: 0,361 kWh/Tag , Tau-Wert 0,595 , Lichtdurchlässigkeit 59,40 Prozent
  • 15.01.2014: 0,353 kWh/Tag , Tau-Wert 0,617 , Lichtdurchlässigkeit 58,50 Prozent

Trotz des durch die Jahreszeit bedingten abnehmenden Sonnenstandes stieg die Energiemenge, welche Opportunity täglich generieren konnte, in den letzten Wochen immer weiter an. Bemerkenswert ist dabei der deutlich erkennbare Sprung Ende Februar. Anfang März stieg die täglich generierte Energiemenge dann sogar auf einen Wert von über 470 kWh pro Sol an. "Mehr Energie" ist natürlich eine gute Nachricht für die an der Opportunity-Mission beteiligten Wissenschaftler und Ingenieure. Gleichzeitig kommt dabei aber auch die wissenschaftliche Frage auf, warum diese "Dust Cleaning Events" gerade jetzt und an diesem Ort vermehrt auftreten. Neben der aktuellen Jahreszeit und der dadurch bedingten Wettersituation scheint dafür in erster Linie die aktuelle Position von Opportunity verantwortlich zu sein.

"Wir scheinen uns gegenwärtig in einer Art ’Windkanal’ zu befinden", so Bill Nelson. "Wir vermuten, dass es sich um eine Kombination aus dem aktuellen Standort des Rovers am Rand des Kraters und der Art und Weise handelt, wie der Wind durch den Endeavour-Krater strömt." Die Beantwortung dieser Frage wird die auf die Marsatmosphäre spezialisierten Wissenschaftler wohl noch einige Zeit beschäftigen.

Sollten auf dem Mars in näherer Zukunft keine signifikanten Staubstürme auftreten, so wird der derzeitige Staubbedeckungsgrad und der damit verbundene Energiewert eine Fortsetzung der Aktivitäten des Rovers während der kommenden Monate deutlich begünstigen. Hierfür spricht auch die gegenwärtige Wettersituation auf dem Mars.

Die meisten der in den vergangenen Woche durch den Mars Reconnaissance Orbiter beobachteten Staubsturmgebiete befanden sich über der nördlichen Hemisphäre und gingen hauptsächlich von den Randbereichen der nördlichen Polarkappe aus, von wo aus sie sich in die nördlichen Tiefebenen ausdehnten. Hiervon waren in der vergangenen Woche speziell das Acidalia Planitia und der nördliche Bereich des Tempe Terra betroffen. Weitere Sturmgebiete waren in den Bereichen Aonia Terra, Syria Planum und nördlich der Valles Marineris aktiv. Bei der Mehrzahl dieser Stürme handelte es sich um lokal begrenzte und nur wenige Tage andauernde Ereignisse.

Bis zum heutigen Tag, dem Sol 3596 seiner Mission, hat der Rover Opportunity mehr als 38.740 Meter auf der Oberfläche des Mars zurückgelegt und dabei über 189.000 Aufnahmen von der Oberfläche und der Atmosphäre des "Roten Planeten" aufgenommen und an sein Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien übermittelt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

Verwandte Seiten:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, The Planetary Society, Unmanned Spaceflight, Malin Space Science Systems)



 

^ Nach oben

ISS Aktuell: ISS: Frachterverkehr und SPHERES-RINGS-Experimente von Redaktion



• ISS: Frachterverkehr und SPHERES-RINGS-Experimente «mehr» «online»


» ISS: Frachterverkehr und SPHERES-RINGS-Experimente
24.02.2014 - 3 Frachter operierten im Verlaufe des Monats im Umfeld der ISS. Außerdem wurden bisher 18 Satelliten aus der Station ausgeschleust. Im Inneren laufen weiterhin wissenschaftliche und technische Experimente. Dazu gehört die Erprobung neuer Systeme für die Stationssatelliten SPHERES.
Am 27. Januar hatten Oleg Kotow und Sergej Rjasanski an der Außenseite der Station im Verlaufe eines etwa sechsstündigen Ausstiegs (6:08 h) zwei Kameras im Auftrag der kanadischen Firma UrtheCast installiert. Nach einem vergeblichen Versuch bei einem zurück liegenden Ausstieg konnte man nun Erfolg melden: beide Kameras funktionieren.

Am 3. Februar hatte der Frachter Progress-M 20M von der Station abgelegt. Mit ihm wurden mehrere Tage lang Untersuchungen zu gravitationssatbilisierten Fluglagen vorgenommen, bevor er am 11. Februar in dichten Atmosphärenschichten verglühte. Bereits am 5. Februar war ein weiterer Frachter, Progress-M 22M gestartet und hatte rund 6 Stunden später an der Station angedockt. Mit ihm gelangten rund 2,5 t Fracht an Bord.

Am 18. Februar wurde das Anfang Januar gestartete und an die Station angelegte Transportraumschiff Cygnus 2 (CRS-Orb-1) mit Müll beladen von der ISS getrennt und mittels Canadarm² in etwa 10 Metern Entfernung abgesetzt. Am 19. Februar erfolgten hier das finale Bremsmanöver und der zerstörerische Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Mittlerweile wurden 16 der insgesamt 28 vom Cygnus-Frachter gelieferten Flock-1-Satelliten mittels einer speziellen Startvorrichtung (SSOD = Small Satellite Orbital Deployer) dem All überlassen. Jeder der Satelliten besitzt Abmessungen von 10 x 10 x 30 Zentimetern und ist außen mit Solarzellen versehen. Zudem verfügt jeder Satellit über eine Kamera und Sendeeinrichtungen, mit denen Bilder der Erdoberfläche angefertigt und zur Erde übermittelt werden können. Flock, auf deutsch so viel wie Schar oder Schwarm, soll eine ganze Konstellation von Kleinsatelliten werden, die sich, zu unterschiedlichen Zeiten gestartet, über einen weiten Bereich des Orbits in etwa 400 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung von knapp 52 Grad verteilen werden. Damit kann man jeden Punkt der Erde zwischen 52 Grad nördlicher und südlicher Breite in regelmäßigen Abständen wiederholt fotografieren.

Die Flock-Konstellation wurde von der US-amerikanischen Firma Planet Labs initiiert und gebaut und soll weltweit Informationen über Veränderungen auf unserem Planeten zur Verfügung stellen. Jeder Satellit fertigt Bilder an, speichert diese und sendet die Daten zur Erde, sobald er eine Bodenstation des Systems überfliegt. Hier werden die Bilder aufbereitet und auf einem Server zur Verfügung gestellt.

Zu Beginn des Monats wurde auf der Erde das Projekt CATS (Cloud Aerosol Transport System) präsentiert. Es soll Ende 2014 zur Internationalen Raumstation gebracht und an der Experimentierplattform des japanischen Moduls Kibo installiert werden. Mit ihm sollen Konzentration und Verteilung von Schwebeteilchen in der Luft erfasst werden. Diese stammen von natürlichen Ereignissen wie Sandstürmen oder Vulkanausbrüchen, aber auch aus Industrie- und Verkehrsabgasen und beeinflussen Wetter, Klima, bio-geochemische Prozesse, die Flugsicherheit und die menschliche Gesundheit allgemein.

CATS erfasst die Partikel über ihre Rückstreuungseigenschaften und ist dazu mit 3 Lasern ausgestattet. Mit Wellenlängen von 1064, 532 und 355 Nanometern sowie Impulsraten von 5000 pro Sekunde kann man verschiedene Parameter in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung erfassen. Die Eigenarten der ISS-Bahn ermöglichen es zudem, die Partikeldichten über einem Gebiet zu unterschiedlichen Tageszeiten zu erfassen.

In der Station wurde derweil eine Vielzahl an biologischen, physikalischen, medizinischen und technischen Untersuchungen vorgenommen. Zu letzteren zählten unter anderem die Inbetriebnahme eines Multi-Gas-Monitors, der gleichzeitig und in Echtzeit die Konzentrationen an Sauerstoff, Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid und Ammoniak überwacht sowie Temperatur und Luftdruck erfasst. Das Messverfahren beruht auf der Anregung der Gase mit Laserlicht und der Erfassung der entstandenen stofftypischen Strahlung mittels zweier Fotosensoren.

Seit Jahren werden an Bord der ISS kleine Satelliten erprobt, die sich mittels 12 Druckgasdüsen im Inneren der Station bewegen und sich dabei autonom untereinander synchronisieren können (SPHERES = Synchronized Position Hold, Engage, Reorient, Experimental Satellites). So können sie beispielsweise ankoppeln oder sich im Formationsflug bewegen. In der nächsten Zeit sind mehrere Erweiterungsexperimente vorgesehen. Bei SPHERES-Inspire II geht es um zusätzliche Rechenkapazität und Sensorik. Dies begann bereits 2011 mit der Verbindung eines Satelliten mit einem Smartphone. Nun sollen Sensoren eine genaue Positionsbestimmung in der Station erlauben und 2 Kameras mit der entsprechenden Mustererkennung die Orientierung im Raum auf eine neue Stufe heben.

SPHERES-Rings läuft derzeit. Hier wurden die Satelliten mit Ringen voller zusätzlichem Equipment ausgestattet. An der Außenseite befinden sich große Spulen, mit denen es möglich werden soll, dass zwei Satelliten in Formation fliegen können, obwohl einer komplett passiv bleibt. Ein Satellit wird mittels Druckgas angetrieben, während die Kräfte mittels Magnetfeldern auf den zweiten übertragen werden. Außerdem will man dieselbe Apparatur dazu nutzen, kontaktfrei Energie über elektromagnetische Wechselfelder zu übertragen. In den letzten Tagen wurden dazu mehrere Versuchsreihen absolviert.

Schließlich soll bei SPHERES-Slosh herausgefunden werden, welche Steuerbefehle die günstigsten sind, wenn man einen flüssigkeitsgefüllten Tank transportiert. Dabei sollen entstehende Vibrationen und Trägheitsbewegungen so weit wie möglich minimiert werden.

Zusätzlich zu dem angeführten Forschungsprogramm wurden wiederholt Bilder bestimmter Regionen der Erdoberfläche angefertigt. Der nächste Frachter wird Anfang März erwartet, ein Teil der Besatzung soll aufgrund ungünstiger Wetter- und Bodenverhältnisse am geplanten Landeort bereits am 11. März, also einen Tag früher als ursprünglich geplant zur Erde zurück kehren und in einer anderen Landezone niedergehen. Die Ablösung startet Ende März mit dem Raumschiff Sojus-TMA 12M.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, NASA, Raumcon)



 

^ Nach oben


"InSpace" Magazin #512
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
7. März 2014
Auflage: 5014 Exemplare


Chefredaktion
Thomas Weyrauch

Redaktion InSpace Magazin:
Axel Orth
Simon Plasger

Redaktion:
Johannes Amann
Igor Bissing
Lars-C. Depka
Klaus Donath
Günther Glatzel
Sascha Haupt
Stefan Heykes
Oliver Karger
Hans J. Kemm
Timo Lange
Daniel Maurat
Kirsten Müller
Simon Plasger
Ralph-Mirko Richter
Peter Rittinger
Daniel Schiller
Ralf Mark Stockfisch
Karl Urban
Thomas Wehr
Thomas Weyrauch
Tobias Willerding
Hans Lammersen
Michael Clormann
Roland Rischer

Kontakt / Impressum / Disclaimer

Kontaktformular

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse:

Ihre Nachricht:

Bitte vor dem Absenden online gehen.



Herausgeber
Das "InSpace"-Magazin ist eine Publikation des Raumfahrer Net e.V., Petersburger Straße 5, 10249 Berlin vertreten durch die Vorsitzenden Karl Urban und Ralf Mark Stockfisch.
Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist Thomas Weyrauch (Anschrift wie Herausgeber).

Abmeldung
Eine sofortige Abmeldung vom Magazin ist jederzeit unter Magazin.Raumfahrer.net möglich. Bei Problemen hierbei können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an webmaster@raumfahrer.net wenden.

Newsletter-Archiv
Sämtliche bisher erschienenen Ausgaben des "InSpace" Magazins können Sie auf dessen Seite unter http://magazin.raumfahrer.net nachlesen.


TrekZone
Raumfahrer.net ist die Raumfahrtrubrik des TrekZone Networks. Es entsteht in enger inhaltlicher und redaktioneller Kooperation mit TrekZone.

Urheberrecht
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Newsübernahme
Die Übernahme von Newsmeldungen - sowohl in ganzer Form wie auch sinngemäß - ist nur für gedruckte Publikationen erlaubt. Wir bitten dabei ausdrücklich um die Nennung unseres Namens (Quellenangabe), "Raumfahrer.net", und einen Verweis auf unsere Webseiten unter http://www.raumfahrer.net.

Betreibern von Internet-Seiten ist die Übernahme von Newsmeldungen ohne schriftliche Genehmigung des Chefredakteurs (Nachricht an Thomas Weyrauch) streng untersagt. Das Umschreiben von Newsmeldungen stellt - wie die ganzheitliche Übernahme einer Meldung - eine Verletzung unserer Rechte dar. Wir behalten uns vor, gegen derartige Fälle rechtlich vorzugehen.

Links
Gemäß eines Urteiles des Landgerichts (LG) Hamburg vom 02. Juni 1998 - Aktenzeichen 312 0 85/98: "Haftung für Links" - distanzieren sich die Redaktion von Raumfahrer.net sowie sämtliche an der Produktion Beteiligte hiermit von Aussagen und Inhalten gelinkter Seiten. Jegliche rechtlichen und gesetzlichen Verstöße auf diesen waren zum Redaktionszeitpunkt nicht bekannt. Aus diesem Grund sind wir nicht verantwortlich bzw. haftbar für Probleme oder Schäden in jeglicher Form, die durch Existenz, Kenntnis, Besuch oder Nutzung gelinkter Seiten entstehen.

Weiterverwendung persönlicher Daten
Hiermit wird gemäß 28 Abs. 3 und 4 des Bundesdatenschutzgesetzes die Verwendung von persönlichen Daten dieser Publikation zu Werbezwecken sowie zur Markt- und Meinungsforschung ausdrücklich untersagt.

2014 by Raumfahrer.net.