InSpace Magazin #508 vom 10. Januar 2014

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #508
ISSN 1684-7407


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Marsorbiter MRO fotografiert Curiositys Radspuren

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ISS bleibt vielleicht bis mindestens 2024 in Betrieb

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Intro von Simon Plasger

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

gestern ist die Mission Cygnus Orb-1 gestartet. Wenn am Sonntag das Docken erfolgreich verläuft, heißt dass, das sich bei der Versorgung der Internationalen Raumstation ein weiterer Anbieter etablieren konnte. Mehr über den Start der Mission und viele weitere Themen finden Sie in dieser Ausgabe.

Viel Freude bei der Lektüre wünscht Ihnen

Simon Plasger

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Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

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News

• Geheimnisvolle Exoplaneten «mehr» «online»
• LRO liefert Aufnahmen von Chang`e 3 «mehr» «online»
• Eutelsat hat Satmex übernommen «mehr» «online»
• Gaia aktiviert Messinstrumente «mehr» «online»
• Israels Amos 4 erreichte Einsatzposition «mehr» «online»
• Mondrover Yutu liefert erste wissenschaftliche Daten «mehr» «online»
• Europäisches De-Orbit-Segel – erster Test noch 2014? «mehr» «online»
• Indien startet Kommunikationssatellit «mehr» «online»
• Teleskopverbund ALMA beobachtet staubreiche Supernova «mehr» «online»
• Thaicom 6 von SpaceX erfolgreich ins All gebracht «mehr» «online»
• Gaia hat Zielorbit erreicht «mehr» «online»
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» Geheimnisvolle Exoplaneten
01.01.2014 - Beobachtungen des Weltraumteleskops Hubble zwischen September 2012 und August 2013 haben zu neuen Erkenntnisse über die atmosphärische Beschaffenheit der beiden Exoplaneten GJ 436b und GJ 1214b geführt. Beide scheinen noch deutlich interessantere Studienobjekte darzustellen, als auf den ersten Blick zu vermuten war.
GJ 436b und GJ 1214b befinden sich, mit einer Distanz von nur 36 bzw. 40 Lichtjahren zu unserem Sonnensystem, in kosmischer Nähe zur Erde innerhalb der Milchstraße.

GJ 436b wird dem Planetentyp „Hot Neptune“ zugerechnet, ist also ein kleiner Gasriese mit ähnlicher Aufbau wie der namensgebende äußerste Trabant unseres Sonnensystems, kreist jedoch in viel größerer Nähe um sein Zentralgestirn als Neptun. Nach seiner Entdeckung im Jahr 2004 stellte sich heraus, dass dieser Exoplaneten sogar einen Bahnradius von weniger als 0,028 AE aufweist. Dies entspricht nicht einmal 4,5 Millionen Kilometern, immerhin nur rund einem Zehntel des Abstands des innersten Planeten Merkur zu unserer eigenen Sonne. Die Temperatur innerhalb der Gasschichten beträgt entsprechend wohl über 500 Grad Celsius. GJ 436b umrundet seinen Stern, einen vergleichsweise strahlungsarmen Roten Zwerg, unter diesen Voraussetzungen in weniger als drei Tagen.

Wie auch GJ 1214b, eine sogenannte „Supererde“, ist der nun nochmals genauer unter die Lupe genommene Gasplanet ein Musterexemplar jener relativ häufigen Art von Exoplaneten, auf denen grundsätzlich lebensermöglichende Bedingungen vorzufinden sein könnten. GJ 1214b ist deutlich kleiner als GJ 436b, besitzt die sechs- bis siebenfache Masse der Erde und etwa den zweieinhalbfachen Durchmesser unseres Heimatplaneten. Er bewegt sich auf seinem Orbit in nur 0,014 AE Entfernung zum Zwergstern GJ 1214.

Beide Exoplaneten wurden bisher mehrfach mit der Transit-Methode beobachtet, also durch die Feststellung und Vermessung ihres Durchgangs vor dem jeweiligen Gestirn. Dies ist möglich, da die Umlaufbahnen beider Himmelskörper so orientiert sind, dass die Erde sich in ihrer Ekliptikebene befindet. Anhand der Frequenz, mit der die Sterne, von der Erde aus betrachtet im Hintergrund, regelmäßig durch den Schattenwurf der Planeten verdunkelt werden, lassen sich damit beispielsweise deren Bahndaten errechnen. Relevant ist diese Vorgehensweise im Fall von GJ 436b und GJ 1214b auch, da sie noch eine weitere Gelegenheit zu astronomischem Erkenntnisgewinn bietet: Sobald ein durchgehender Exoplanet von hinten durch seinen Stern angestrahlt wird, ist für erdnahe Teleskope seine Atmosphäre besonders gut sichtbar. Eine Spektralanalyse der Strahlung die dabei durch die Gashülle des Planeten dringt, offenbart deren individuelle Absorptionseigenschafen und damit zugleich die Element- und Molekülzusammensetzung.

Zunächst einmal schienen die zwei Exoplaneten GJ 436b und GJ 1214b nach ihrer Entdeckung in dieser Hinsicht wenig aufschlussreich: Die Zusammensetzung und der Aufbau ihrer Atmosphären ließ sich nicht abschließend bestimmen. Es existierten parallel mehrere plausible Interpretationsansätze zu den bis dahin vorhandenen spektroskopischen Daten.

Unter Zuhilfenahme des Hubble-Weltraumteleskops und dessen Beobachtung jeweils mehrerer Transits konnte die Auflösung bisheriger Messungen nun so deutlich übertroffen werden, dass erstmals wesentlich konkretere Aussagen möglich geworden sind.

Das scheinbar unspektakuläre Spektralmuster von GJ 436b etwa, lässt jetzt nur noch zwei mögliche Szenarien zu: Entweder besitzt der Planet eine hohe Wolkenschicht, die Strahlung aus der unteren Atmosphäre abschirmt, oder aber die gesamte Atmosphäre ist besonders reich an schweren Molekülen wie zum Beispiel Wasserdampf, Kohlenstoffmonoxid oder Kohlenstoffdioxid. In letzterem Fall wäre dort kaum Wasserstoff nachweisbar, was den Himmelskörper stark von seinem angenommenen Verwandten Neptun unterscheiden würde. Der achte Planet unserer Sonne hält in seiner äußeren Gasschicht immerhin rund 80 Prozent Wasserstoff.

Ganz ähnliche Befunde haben sich offenbar für GJ 1214b ergeben. Für diesen Planeten war bisher schon von einer hochgelegenen Wolkendecke ausgegangen worden, jedoch bestand auch die Möglichkeit sein Atmosphären-Spektrum alleine mit einer schweren molekularen Zusammensetzung zu erklären. Nun scheint klar: GJ 1214b besitzt auf jeden Fall eine relevante Wolkenschicht, der sich unterhalb womöglich zusätzlich die vermutete schwere Atmosphäre anschließt.

Beide Beispiele zeigen nach Ansicht der beteiligten Forscher, dass extrasolare Planeten in unserer Galaxie in Variationen vorkommen, die uns aus unserem eigenen Sonnensystem weitgehend unbekannt sind. Gasplaneten mit einer schweren Atmosphäre und geringer Entfernung zum Zentralstern, wie GJ 436b und GJ 1214b, bilden dabei offenbar einen bisher nicht befriedigend erforschten Typus planetarer Körper zwischen einerseits Gesteins- und Wasserplaneten etwas über Erdgröße und andererseits kleineren Gasriesen wie Neptun.

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(Autor: Michael Clormann - Quelle: NASA, Nature.com)


» LRO liefert Aufnahmen von Chang`e 3
02.01.2014 - In der letzten Woche gelang es dem US-amerikanischen Mondorbiter Lunar Reconnaissance Orbiter den chinesischen Mondlander Chang`e 3 und dessen Rover Yutu abzubilden.
Am 14. Dezember 2013 landete die chinesische Raumsonde Chang`e 3 im nördlichen Bereich des Mare Imbrium auf dem Mond (Raumfahrer.net berichtete). An diesem Tag waren auch die Instrumente des von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Mondorbiters LADEE auf den Mond ausgerichtet. Durch vergleichende Messungen unmittelbar vor und nach der Landung von Chang`e 3 versuchten die an der LADEE-Mission beteiligten Wissenschaftler Mondstaub zu detektieren, der durch den Landevorgang in die Höhe befördert wurde und der somit zu einer zeitweilig veränderten Zusammensetzung des extrem dünnen Mondatmosphäre führte. Allerdings waren diese Bemühungen leider erfolglos (Raumfahrer.net berichtete).

Ein zweiter Mondorbiter, der ebenfalls von der NASA betriebene und mit einer hochauflösenden Kamera zur Abbildung der Mondoberfläche ausgestattete Lunar Reconnaissance Orbiter (kurz "LRO") konnte die Landung an diesem Tag dagegen nicht direkt verfolgen, da sich das Landegebiet der chinesischen Mondsonde zu diesem Zeitpunkt außerhalb des Sichtfeldes des LRO befand. Zehn Tage später, am 24. Dezember 2013, gestaltete sich die Situation dagegen anders. Innerhalb von 36 Stunden - dies entspricht 19 LRO-Umläufen um den Mond - konnte die LROC-Kamera insgesamt sechs Aufnahmen von der Landezone anfertigen.

Das am höchsten aufgelöste Foto konnte dabei am 25. Dezember um 04:52:49 MEZ angefertigt werden. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der LRO fast genau senkrecht über Chang`e 3. Aus einer Überflughöhe von etwa 150 Kilometern erreichte die Narrow Angle Camera ( kurz "NAC") eine Auflösung von rund 150 Zentimetern pro Pixel und konnte damit sowohl die eigentliche Mondsonde als auch den ebenfalls zur Mondoberfläche transportierten Rover Yutu abbilden.

Der Rover Yutu (zu deutsch "Jadehase") verfügt über eine Länge von ebenfalls etwa 150 Zentimetern. Die erfolgreiche Abbildung des Rovers hat zwei Gründe. Zum einen befinden sich an den Seiten von Yutu zwei Solarpaneele, welche das Licht der Sonne sehr effizient reflektieren. Zum anderen führte der niedrige Stand der Sonne über dem Horizont zu einem relativ langen Schattenwurf. Aus diesen Gründen nimmt Yutu in den aktuellen Aufnahmen eine Fläche von etwa zwei Pixeln ein.

Durch den Vergleich mit einer vorher angefertigten Aufnahme der gleichen Region konnten die Koordinaten der Landestelle punktgenau festgelegt werden. Chang`e 3 befindet sich demzufolge bei 44,1214 Grad nördlicher Breite und 340,4884 östlicher Länge. Dieser Bereich der Mondoberfläche befindet sich 2.640 Meter unterhalb der durchschnittlichen Höhe der Mondoberfläche. Etwa 60 Meter weiter westlich befindet sich ein etwa 450 Meter durchmessender, rund 40 Meter tiefer und bisher unbenannter Impaktkrater.

Die hier befindliche Oberfläche des Mondes wird von vulkanischen Ablagerungen dominiert. Vorherige spektroskopische Analysen dieser Region führten zu dem Schluss, dass das Gelände, in dem sich Chang`e 3 befindet, über ein Alter von etwa drei Milliarden Jahren verfügt. Etwa zehn Kilometer weiter nördlich befindet sich eine Region, deren Alter auf etwa 3,5 Milliarden Jahre geschätzt wird.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL)


» Eutelsat hat Satmex übernommen
02.01.2014 - Der europäische Kommunikationssatellitenbetreiber Eutelsat Communications mit Hauptsitz in Paris gab am 2. Januar 2014 bekannt, nach Erhalt aller erforderlichen Genehmigungen die Übernahme des mexikanischen Kommunikationssatellitenbetreibers Satélites Mexicanos S.A. de C.V. (Satmex) abgeschlossen zu haben.
Das Geschäft von Satmex wird in das von Eutelsat mit Wirksamkeit zum 1. Januar 2014 integriert. Für die Übernahme investierte Eutelsat 831 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 609 Millionen Euro. Damit war es Eutelsat möglich, sich 100% des Aktienkapitals an Satmex zu sichern.

Die Übernahme von Satmex erlaubt es Eutelsat, die eigene Geschäftstätigkeit in Nord-, Mittel- und Südamerika deutlich auszubauen. Diesbezüglich setzt Eutelsat auch auf die Rechte an den Positionen im Geostationären Orbit, die man mit Satmex erhält.

Bei 113 Grad West ist derzeit Satmex 6 im Einsatz, der angeschlagene Satmex 5 befindet sich mit ansteigender Inklination im Bereich von 114,9 Grad West über der Erde, und der jüngste Erdtabant von Satmex, der seit dem 26. März 2013 im All befindliche Satmex 8, wird bei 116,8 Grad West betrieben.

Über die drei Satelliten von Satmex sind nach Angaben von Eutelsat rund 90% der Bevölkerung in Nord- Mittel- und Südamerika erreichbar. Im Jahr 2015 sollen die neuen Satelliten Satmex 7 und Satmex 9 in den Weltraum transportiert werden, und die Satmex-Kapazitäten im Geostationären Orbit mehr als verdoppeln.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Eutelsat, Raumfahrer.net, Satmex)


» Gaia aktiviert Messinstrumente
02.01.2014 - In diesen Stunden sollen die Detektoren in der Brennebene der Teleskope an Bord der Raumsonde Gaia erstmals aktiviert werden.
Dort befinden sich auf 106 Chips fast eine Milliarde CCDs, die auf verschiedene Lichtwellenlängen reagieren. Dazu gehören ein Radialgeschwindigkeitsspektrometer, Wellenfrontdetektoren, ein großes Astrometriefeld, ein Baisiswinkelmonitor, ein Weitfeldspektrometerbereich, eine Blau- und eine Rotlicht-Photometerzeile sowie ein Infrarot-Spektrometer. Zuvor wird das Licht von 2 Hauptspiegeln mit den Abmessungen 1,45 m x 0,50 m eingefangen, fokussiert und in das System geleitet. Hier wird es über mehrere Umlenkspiegel den entsprechenden Messkomplexen zugeführt und teilweise durch Prismen oder Gitter spektral zerlegt oder durch einen Lichtwegkorrektor geschickt. Die Brennweite der rechteckigen aber sphärischen Hauptspiegel liegt bei 35 Metern.

Nach dem Start am 19. Dezember waren zunächst die grundlegenden Systeme aktiviert worden. Anschließend entfaltete sich der Sonnenschutzschirm wie geplant. Die optisch empfindlichen Teile der Apparatur wurden aufgeheizt, um Verunreinigungen vorzubeugen bzw. zu beseitigen. Die Datenübertragung wurde mit hoher Geschwindigkeit getestet und am 23. Dezember ein spezielles System zur Lageregelung unter Druck gesetzt.

Mit 12 Kaltgaskleinsttriebwerken (2 Gruppen zu je 3 Einsatz- und 3 Reservetriebwerken) soll die Lageregelung mit höchster Präzision erfolgen. Dazu wird Stickstoff mit etwa 310 Bar Druck beaufschlagt und über piezoelektrisch betätigte Ventile in winzigen Portionen ausgestoßen. Die Technologie wurde komplett in Europa entwickelt und ermöglicht Kraftwirkungen pro Impuls zwischen 10 und 150 Mikronewton, bei einer Reaktionszeit von 40 Millisekunden. Die Ventile sollen 500 Millionen Ein-Ausschaltzyklen erlauben, das Messsystem einen Durchfluss mit einer Präzision von 1 Mikrogramm pro Sekunde feststellen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass der Messbetrieb ungestört von Vibrationen ablaufen kann.

Am 26. Dezember begann die aktive Abkühlungsphase der Messapparaturen. Am 27. Dezember wurde das Kaltgaslageregelungssystem erfolgreich getestet. Alle Triebwerke arbeiteten in allen Stufen exakt. Am 30. Dezember fand zudem ein erfolgreicher Test des Antriebssystems statt. Hier arbeitet man mit maximal 8 Triebwerken, von denen jedes einen Schub von 10 N bringen kann. Benötigt wird die Kraft am 7. Januar, um in den Zielorbit einzubremsen.

Mittlerweile haben die Messdetektoren die aktive Kühlungsphase abgeschlossen, so dass man bereit ist, diese für einen ersten Test, also ein erstes Bild zu aktivieren. In Astronomenkreisen nennt man dies first light.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: ESA)


» Israels Amos 4 erreichte Einsatzposition
03.01.2014 - Israels Kommunikationssatellit Amos 4 erreichte Ende Dezember 2013 seine endgültige Einsatzposition bei 65 Grad Ost im Geostationären Orbit, wo in Kürze der kommerzielle Betrieb des Satelliten durch die Space-Communications LTD (Spacecom) beginnen soll.
Das Raumfahrzeug mit einer Startmasse von rund 4.200 kg (laut SIS/LandLaunch 4.260 kg) war am 31. August 2013 auf einer Zenit-3SLB-Rakete von Baikonur aus in den Weltraum gelangt. Nachdem die Raketenoberstufe es auf einem Transferorbit abgesetzt hatte, strebte es aus eigener Kraft und unter Nutzung eines 420 Newton starken Triebwerk des Typs S400 von Astrium in Richtung einer vorläufigen Position bei 67,25 Ost im Geostationären Orbit.

Dort eingetroffen begann für den dreiachsstabilisierten, vom Technologiekonzern Israel Aircraft Industries (IAI) mit maßgeblicher Unterstützung durch den französisch-italienischen Luft- und Raumfahrtkonzern Thales Alenia Space (TAS) basierend auf einem Bus namens Amos4000 (auch AMOS-HP) gebauten Satelliten eine umfangreiche Test- und Inbetriebnahmephase. Die Systemtests vom Amos 4 im Orbit (IOT) hinsichtlich seiner Kommunikationsnutzlast waren vertragsgemäß von TAS abzuwickeln.

Die Kommunikationsnutzlast von Amos 4 mit einer Gesamtleistung über 4 kW umfasst 8 Ku-Band-Transponder mit einer Bandbreite von je 108 MHz und 4 Ka-Band-Transponder mit einer Bandbreite von 216 MHz, sowie 10 Kommunikationsantennen unterschiedlicher Größe und Richtbarkeit. An Bord des Satelliten untergebrachte Ka-Band-Antennentechnik von TAS soll mit Einrichtungen zum Schutz vor absichtlichen Störversuchen versehen worden sein.

Verschiedene Quellen unterstellen, dass Amos 4 neben seinen kommerziellen auch militärische Aufgaben besitzt und dafür mit speziellen Komponenten für das Militär Israels ausgestattet wurde. Danach ist mit Hilfe von Amos 4 die (nachrichtendienstliche) Informationsgewinnung aus abgehörten Funksignalen (SIGINT) möglich. Mit einer Eignung des Satelliten für Belange des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums warb Spacecom bereits im Jahre 2011.

Am 5. November 2013 gab Spacecom bekannt, dass man die gesamte Ku-Band-Kapazität von Amos 4 an einen nicht näher bezeichneten Datendienstanbieter aus Südostasien vermietet habe. Die gesamte Ka-Band-Kapazität von Amos 4 hatte die an der Börse in Hongkong notierte Neo Telemedia Limited von den Kaimaninseln nach eigenen Angaben mit einer Vereinbarung vom 15. April 2013 angemietet.

Institutionen und Organisationen aus Israel, die den Philippinen nach dem verheerenden Taifun Haiyan mit einem Feldlazarett zur Hilfe kamen, konnten laut Spacecom im November 2013 Amos 4 zur Übertragung von Telefongesprächen, Textnachrichten, Videobildern und Internetdatenströmen verwenden.

Am 22. Dezember 2013 wurde Amos 4 als Richtung Westen driftend beobachtet. Spätestens seit dem 28. Dezember 2013 steht der Satellit nun bei 65 Grad Ost.

Kommerziell will Spacecom Amos 4 ab Anfang Januar 2014 einsetzen. Mit dem Satelliten können Empfänger in Indien, dem Mittleren Osten und Russland mit direkt ausgestrahlten Rundfunk- und Fernsehprogrammen versorgt und ihnen Zugriff auf Breitband-Internet-, Video-Distributions- und VSAT-Kommunikationsdienste ermöglicht werden. Außerdem kann die Kommunikationsnutzlast auch Empfänger in Gebieten in China, Osteuropa, Südafrika, Südost- und Zentralasien adressieren.

Amos 4 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 39.237 und als COSPAR-Objekt 2013-045A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Institute for Defence Studies & Analyses (IDSA), israel21c.org, Spacecom, TAS)


» Mondrover Yutu liefert erste wissenschaftliche Daten
03.01.2014 - Das APX-Spektrometer des chinesischen Mondrovers Yutu wurde am 25. Dezember 2013 erstmals eingesetzt, um die chemische Zusammensetzung der Mondoberfläche zu bestimmen.
Am 14. Dezember 2013 landete die chinesische Raumsonde Chang`e 3 im nördlichen Bereich des Mare Imbrium auf dem Mond. Noch am selben Tag rollte der von der Sonde mitgeführte, rund 120 Kilogramm schwere Rover Yutu (zu deutsch "Jadehase") über eine Rampe auf die Mondoberfläche (Raumfahrer.net berichtete). Nach der Aktivierung der wissenschaftlichen Instrumente liefert der Rover seitdem Daten von der Mondoberfläche.

Bei einem der dabei zum Einsatz kommenden Instrumenten handelt es sich um ein Röntgen-Spektrometer, das so genannte "Active Particle-induced X-ray Spectrometer" (kurz "APXS"), mit dessen Hilfe die prozentuale chemische Zusammensetzung von Gesteinen und Mond-Regolith ermittelt werden soll. Das APXS macht sich dabei das Prinzip der Röntgenfluoresenzspektroskopie und der Partikel-induzierten Röntgenemission (PIXE) zunutze.

Das Instrument besteht aus einer im Inneren des Rovers befindlichen Elektronik-Einheit und einem an einen Instrumentenarm montierten Sensorkopf, welcher eine Isotopenquelle beherbergt. Im Vorfeld einer durchzuführenden Messung wird dieser Sensorkopf unmittelbar über den zu untersuchenden Bereich der Mondoberfläche dirigiert. Die Isotopenquelle sendet anschließend aus einer Entfernung von wenigen Zentimetern zur Oberfläche eine Alphastrahlung aus.

Sobald die Partikel dieser Stahlung in der zu untersuchenden Bodenformation auf andere Atomkerne treffen, wird die Alphastrahlung dabei abhängig von der Atommasse der getroffenen Atome auf eine charakteristische Art und Weise reflektiert und gestreut. Die reflektierte Strahlung wird anschließend von einem im Inneren des Kopfstückes befindlichen Detektor aufgefangen und vermessen. Durch die Ermittlung des Winkels der erfolgten Ablenkung und der dabei auftretenden Energie ergeben sich genaue Daten über die Masse der für die Ablenkung verantwortlichen Atomkerne, woraus sich wiederum auch die dafür verantwortlichen chemischen Elemente bestimmen lassen.

Erstmals aktiviert wurde das APXS von Yutu bereits am 23. Dezember. Im Rahmen dieser Arbeiten wurde allerdings lediglich die Funktionalität des Instruments an einer mitgeführten Kalibrierungsprobe überprüft. Zwei Tage später und somit unmittelbar vor dem Beginn einer durch die 14 Tage andauernden "Mondnacht" bedingten Ruhephase (Raumfahrer.net berichtete) führte das Instrument schließlich die erste direkte Messung auf der Mondoberfläche durch. Erste Auswertungen der dabei gewonnenen Spektren des APXS zeigen, dass sich die dabei untersuchte Probe in erster Linie aus den acht hauptsächlich gesteinsbildenden chemischen Elementen Magnesium, Aluminium, Silicium, Kalium, Calcium, Titan, Chrom und Eisen zusammensetzt. Des weiteren konnten bei dieser Messung Strontium, Yttrium und Zirkonium nachgewiesen werden.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: Institute of High Energy Physics/Chinese Academy of Sciences)


» Europäisches De-Orbit-Segel – erster Test noch 2014?
04.01.2014 - Die „Weltraumabteilung“ der University of Surrey hat ein extrem kompaktes Segel für den beschleunigten De-Orbit außer Dienst gestellter Satelliten zur Testreife entwickelt. Spätestens gegen Ende 2014 soll laut ESA ein Praxistest unter Weltraumbedingungen erfolgen.
Die Segeltechnik dient im All grundsätzlich zwei Zielen. Einerseits möchte man den Sonnenwind nutzen, um mit weniger Treibstoff an Bord eines Satelliten auch entferntere Ziele im Sonnensystem zu erreichen. Da kann so ein Segel nicht groß genug sein. Andererseits kann man mit einem Segel den Widerstand der Restatmosphäre in bis zu 600 Kilometer für einen schnelleren Absturz eines ausgedienten Satelliten nutzen. Weil ein solches Segel zwar der Weltraumhygiene, aber nicht dem eigentlichen Missionsziel dient, darf es nicht zu viel Masse und - im verpackten Zustand - Volumen mitbringen. Es soll ferner möglichst kostengünstig und vor allem robust sein, weil das Entpacken ja erst nach, sagen wir mal, 15 Jahren funktionieren muss.

Mit Mitteln aus dem Advanced Research in Telecommunications Systems Programm (ARTS) der Europäischen Weltraum-Agentur ESA hat das Zentrum für Weltraumwissenschaften der University of Surrey ein De-Orbit-Segel entwickelt, welches nun Reif für einen Praxistest erscheint. Es ist ein sogenanntes Gossamer-Segel, welches sich über vier Karbon-Ausleger zu einer quadratischen Segelfläche aufspannt. Im verpackten Zustand hat das Segelmodul Außenmaße von 15 mal 15 mal 25 Zentimeter und wiegt 2 Kilogramm. Würde man die Satelliten mit dem Bordtriebwerk abbremsen wollen, würde der zusätzliche benötigte Treibstoff die zehnfache Masse des Segel-Moduls ausmachen. Innerhalb einer Minute soll ein Segel von 5 mal 5 Metern aufgespannt werden, ausreichend, um Satelliten mit bis zu 700 Kilogramm Masse nennenswert abzubremsen und so schneller aus ihrer Umlaufbahn in Richtung Erde zu lenken. Die Segelfläche besteht aus wenigen Mikrometer starkem, aluminiumbeschichtetem Kapton, eine Hochleistungskunststofffolie von DuPont.

Die Segel-Technologie ist eine der Optionen, mit der die Europäische Weltraum-Agentur ESA ihrer Selbstverpflichtung aus dem Jahr 2008 nachkommen möchte, stillgelegte Satelliten bis in 750 Kilometer Höhe innerhalb von 25 Jahren aus ihrer Umlaufbahn zu holen. Mit einem solchen Zeitbedarf muss man laut ESA beim Segel-De-Orbit durchaus rechnen. Ohne Segel blieben Satelliten in 750 Kilometer Höhe mitunter jedoch über 100 Jahre eine Gefahr.

In Surrey hofft man jetzt auf eine Mitflug-Gelegenheit eines Demonstrationssatelliten in den Weltraum bis Ende 2014. Im Orbit wird man nach erfolgreichem Aufspannen zunächst zwei bis drei Wochen die Nutzung als Sonnenwind-Segel testen. Danach wird der Demonstrationssatellit gedreht, um den Atmosphären-Widerstand zu maximieren. Innerhalb von zwei bis zwölf Monaten soll das Objekt dann in die dichtere Erdatmosphäre eintreten und verglühen. Sonnenwind ist eine Möglichkeit, ausgediente Satelliten aus höheren Flugbahnen zunächst in niedrigere zu holen und dann mit Hilfe der Restatmosphäre ab etwa 600 Kilometer Höhe weiter abzubremsen.

Bleibt zu ergänzen, dass man auch bei Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt zusammen mit der ESA an Weltraumsegeln arbeitet, hier aber primär mit Zielrichtung Fernmissionen. Das Projekt „DLR-ESA Gossamer“ sieht 2015 (Stand April 2013) den Start von Gossamer-1 mit Entfaltung eines 5 mal 5 Meter großen Segels in einer Erdumlaufbahn von 320 Kilometern vor. Erfolg vorausgesetzt, ist 2017 Gossamer-2 zur Demonstration eines 20 mal 20 Meter messenden Sonnensegels in einer Höhe von 500 Kilometer Höhe geplant. Die Mission Gossamer-3 wird noch anspruchsvoller und 2019 ein Segel von 50 mal 50 Metern in einer Höhe von über 10.000 Kilometern entfalten. Der zugehörige Segelcontainer wird eine Masse von rund 80 Kilogramm und ein Volumen von 100 mal 100 mal 100 Zentimetern haben.

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(Autor: Roland Rischer - Quelle: ESA, University of Surrey, DLR)


» Indien startet Kommunikationssatellit
05.01.2014 - Mit einer weiterentwickelten Trägerrakete des Typs GSLV Mark II (Geosynchronous Satellite Launch Vehicle) wurde der Satellit GSAT 14 des indischen Betreibers Insat in einen Geo-Transferorbit transportiert.
Von hier aus soll er in den nächsten Tagen die Geostationäre Bahn erreichen. GSAT 14 ist mit je 6 Transpondern für das Ku-Band bzw. das erweiterte C-Band ausgestattet, über welche in der Hauptsache Fernsehprogramme ausgestrahlt werden sollen. Außerdem befinden sich zwei Ka-Band-Baken an Bord, mit denen man den Einfluss von Regen und anderen atmosphärischen Phänomenen auf den Empfang derartiger Funkwellen untersuchen möchte.

Experimentell ist auch die Verwendung eines Glasfaser-Gyroskops, eines neuartigen Sonnensensors, eines bolometrischen Strahlungssensors sowie Erdsensoren und Temperatursteuerung über im Feld programmierbare Logik-Gatter-Anordnungen (FPGA), wobei es sich praktisch um umprogrammierbare Prozessoren handelt. GSAT 14 hat eine Startmasse von 1.980 kg, verwendet Solarzellen zur Generierung elektrischer Energie mit einer Leistung von etwa 2,6 kW und soll 12 Jahre lang im All seinen Dienst versehen.

Zum Start kam eine weiterentwickelte Rakete des indischen Typs Geosynchronous Satellite Launch Vehicle (GSLV) mit der Zusatzbezeichnung Mark II zum Einsatz. Diese Rakete verfügt in der ersten Stufe über ein Feststoffsystem, welches durch 4 seitlich angebrachte Flüssigkeitsbooster ergänzt wird. Die zweite Stufe besitzt ebenfalls ein mit Hydrazin (UDMH) und Distickstofftetraoxid arbeitendes Flüssigkeitstriebwerk, während die dritte Stufe die kryogenen Triebstoffkomponenten flüssiger Wasserstoff und flüssiger Sauerstoff verwendet.

Mit dieser Rakete möchte man in Zukunft größere Nutzlasten in den Geostationären Orbit und darüber hinaus befördern können. Außerdem soll eine weitere Entwicklung mit der Zusatzbezeichnung Mark III in der geplanten bemannten Raumfahrt Indiens zum Einsatz kommen.

Pläne dafür gibt es seit einigen Jahren. Diese wurden jedoch durch zwei Fehlstarts der GSLV im April und Dezember 2010 behindert. Geplant ist auch, in den nächsten Jahren einen Marslander zu unserem äußeren Nachbarplaneten zu schicken, wie vor wenigen Tagen bekannt wurde.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: ISRO, Raumcon, Skyrocket)


» Teleskopverbund ALMA beobachtet staubreiche Supernova
06.01.2014 - Neue Aufnahmen des Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) zeigen zum ersten Mal die Überreste einer Supernova, welche großen Mengen an kosmischen Staub enthält. Durch diese Entdeckung erhoffen sich die Astronomen neue Einblicke in die Prozesse, welche bei der Entstehung von Galaxien ablaufen.
Viele Galaxien sind von großen Mengen an interstellarem Staub durchsetzt. Dieser Staub besteht hauptsächlich aus Silizium- und Graphitpartikeln - Mineralien, welche auch auf der Erde zu finden sind. Der Ruß einer Kerze ist dem kosmischen Staub sehr ähnlich. Allerdings verfügen Rußpartikel typischerweise über die zehnfache Größe der kosmischen Staubpartikel.

Astronomen gehen davon aus, dass insbesondere im frühen Universum Supernovae die Hauptquelle für diesen Staub darstellten. Allerdings war die Beweislage für die Staubproduktionsfähigkeit von Supernovae bisher eher dünn und konnte die großen Mengen an Staub, welche in jungen Galaxien beobachtet werden, nicht ausreichend erklären. Durch neue Beobachtungsergebnisse könnte sich dies jetzt allerdings ändern.

"Wir haben eine bemerkenswert große Staubmasse gefunden, die in der zentralen Region der Ausflüsse einer relativ jungen und nahen Supernova konzentriert ist", so der Astronom Remy Indebetouw von der University of Virginia/USA. "Damit sind wir erstmalig in der Lage, wirklich abzubilden, wo der Staub entsteht. Für das Verständnis der Entwicklung von Galaxien ist das enorm wichtig."

Für ihre Beobachtungen verwendeten die Astronomen das im März 2013 offiziell in Betrieb gestellte, in den chilenischen Anden befindliche Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (kurz "ALMA"). Der ALMA-Teleskopverbund ist eine internationale astronomische Forschungseinrichtung, welche gemeinsam von europäischen, nordamerikanischen und ostasiatischen Instituten in Zusammenarbeit mit der Republik Chile getragen wird. Im Betriebsmodus erreicht das ALMA ein Auflösungsvermögen, welches die Auflösung früherer Himmelsbeobachtungen um einen Faktor von mehr als 10 übersteigt.

Als Beobachtungsobjekt wählten die Wissenschaftler die Überreste der Supernova SN 1987A, welche sich in der Großen Magellanschen Wolke befindet. Seit ihrer Entdeckung am 24. Februar 1987 ist diese Supernova das Ziel diverser astronomischer Untersuchungen. Diese Arbeiten werden durch den Umstand begünstigt, dass es sich bei SN 1987A um die am nächsten gelegene beobachtete Supernovaexplosion seit der Entdeckung der Supernova von 1604 handelte, welche sich innerhalb unserer Heimatgalaxie ereignete. Zudem war SN 1987A die erste Supernova, bei der die Astronomen den Vorgängerstern identifizieren konnten.

Die Wissenschaftler hatten erwartet, dass sich das bei der "Explosion" freigesetzte Gas im Zentrum von SN 1987A abkühlt. Anschließend sollten sich Sauerstoff-, Kohlenstoff- und Siliziumatome in den kühlen Zentralregionen des Supernova-Überrests zusammenklumpen und so große Mengen an Staub bilden. Allerdings wurden bei früheren Beobachtungen mit Infrarotteleskopen während der ersten 500 Tage nach der Explosion von SN 1987A nur geringe Mengen "heißen" Staubs detektiert.

Mit der extrem hohen Auflösung und Empfindlichkeit des ALMA-Teleskopverbunds war das Wissenschaftlerteam um Remy Indebetouw jetzt jedoch in der Lage, Aufnahmen des viel häufiger auftretenden "kalten" Staubs anzufertigen, welcher im Millimeter- und Submillimeterbereich hell leuchtet. Die Astronomen schätzen, dass der Überrest nun etwa ein Viertel der Sonnenmasse in Form von neu entstandenem Staub enthält. Sie kamen außerdem zu dem Schluss, dass erhebliche Mengen an Kohlenstoffmonoxid und Siliziummonoxid entstanden sind.

"SN 1987A ist insofern besonders als dass sie sich nicht mit ihrer Umgebung vermischt hat. Somit ist das, was wir dort sehen, auch dort entstanden", so Remy Indebetouw. "Die neuen Ergebnisse von ALMA, die die ersten ihrer Art sind, zeigen einen Supernovaüberrest, der voll von Material ist, das einige Jahrzehnte zuvor noch nicht existiert hat."

Als sich die Schockwelle der Sternexplosion in den Weltraum ausdehnte, prallte diese auf die Gashülle, welche von dem Vorgängerstern bereits kurz vor dessen Lebensende abgestoßen wurde. Bedingt durch diese Kollision entstanden hell leuchtende Ringe, welche auch in früheren Aufnahmen mit dem von der NASA und der ESA betriebenen Hubble Space Telescope zu erkennen sind. Nach dem Auftreffen auf die Gashülle wurde ein Teil der freigesetzten Energiemengen zum Ursprungsort der Explosion zurück reflektiert.

"Irgendwann wird diese reflektierte Schockwelle auf die aufgebauschten Klumpen aus frisch hergestelltem Staub prallen", prognostiziert Indebetouw. "Wahrscheinlich wird dabei ein Teil des Staubs auseinandergesprengt werden. Es ist schwer vorherzusagen wie viel - vielleicht nur wenig, möglicherweise die Hälfte oder gar zwei Drittel." Sollte jedoch ein signifikanter Teil an Staub dieses Ereignis überstehen und aus der Umgebung von SN 1987A in den interstellaren Raum entweichen, so könnten Supernova-Explosionen die großen Mengen an Staub erklären, welche die Astronomen im frühen Universum beobachten.

"Sehr junge Galaxien sind unglaublich staubig, und dieser Staub spielt dann später eine große Rolle in ihrer Entwicklung", so Mikako Matsuura vom University College London in Großbritannien. "Heute wissen wir, dass Staub auf verschiedenen Wegen gebildet werden kann, aber im frühen Universum muss der Großteil von Supernovae stammen. Wir haben endlich direkte Hinweise gefunden, die diese Theorie stützen."

Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse werden demnächst unter dem Titel "Dust Production and Particle Acceleration in Supernova 1987A Revealed with ALMA" in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters" veröffentlicht.

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Fachartikel von Remy Indebetouw et al.:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO)


» Thaicom 6 von SpaceX erfolgreich ins All gebracht
07.01.2014 - Nur 34 Tage nach dem Start des Kommunikationssatelliten SES 8 hat SpaceX auf einer weiteren Falcon 9 v1.1 am 06. Januar 2014 um 23:06 MEZ (05:06 p.m. Uhr lokaler Zeit in Florida) einen thailändischen Kommunikationssatelliten vom Startplatz SLC-40 in Cape Canaveral aus problemlos in den Weltraum gebracht. Eine halbe Stunde nach dem Start wurde Thaicom 6 in einem hochelliptischen Transferorbit ausgesetzt, von dem aus die geplante geostationäre Umlaufbahn angesteuert wird.
Für den ersten Raketenstart des Jahres hat es nicht gelangt, aber falscher Ehrgeiz ist gerade in der Raumfahrt ein denkbar schlechter Ratgeber. Der am 06. Januar 2014 erfolgte Start von Thaicom 6 auf Falcon 9 v1.1 ist im Grunde eine Wiederholung des SES 8-Starts vor gut einem Monat. Er verlief nach bisherigen Erkenntnissen ohne besondere Probleme. Die erste Stufe feuerte knapp drei Minuten, bevor nach Trennung und insgesamt rund zehn Sekunden Antriebspause die zweite Stufe zum Weiterflug in den Transferorbit für fünfeinhalb Minuten gezündet wurde. Zu Beginn dieser Flugphase, also rund vier Minuten nach dem Start, wurde auch die Nutzlastverkleidung abgeworfen. Das Einschwenken in den geosynchronen Transferorbit erfolgte rund 27 Minuten nach dem Start und wurde durch eine zweite Triebwerkszündung von einer Minute dauer eingeleitet. Knapp 32 Minuten nach dem Start wurde der Satellit wie geplant ausgesetzt in einem Transferorbit von 295 mal 90.000 Kilometer und 22,5 Grad Inklination. Der Flug in den geostationären Orbit erfolgt mit Hilfe eines Bordtriebwerks des Satelliten.

Dem Start vorausgegangen war am 28. Dezember 2013 ein erfolgreicher Bodentest der Falcon-Triebwerke und der Startsysteme. Im Rahmen eines vollständigen Countdowns wurden die neun Merlin 1D-Triebwerke der Falcon 9 kurzzeitig gezündet. Die Testprozedur beinhaltete unter anderem die Tank-Sequenz bis hin zur Unterdrucksetzung der Tanks, die einen Countdown begleitenden Arbeitsschritte und letztendlich die kurzzeitige Zündung der Triebwerke der ersten Stufe. Zusätzlich wurde das Schubvektorsystem des Merlin VacD-Triebwerks der Oberstufe und das Flutungssystem der Startanlage überprüft. Auch wenn dies eigentlich gute Voraussetzungen für einen Start am zuletzt avisierten 03. Januar 2014 waren, kam es einen Tag davor doch noch zu einer Verschiebung. Laut NasaSpaceflight gab es im Launch Readiness Review nach dem 28. Dezember nicht näher spezifizierte Bedenken hinsichtlich der der Nutzlastverkleidung, die darauf hin nochmals einer gründlichen Prüfung unterzogen wurde. Damit gebührte dem indischen GSLV-Start am 05. Januar 2014 die gelungene Eröffnung der 2014er Raketenstart-Statistik.

Thaicom 6 wurde von der Orbital Sciences Corporation auf Basis der GeoStar-2-Busses für für Thaicom Public Company Limited gebaut. Der dreiachsstabilisierte Satellit wiegt einschließlich eigenem Treibstoff rund 3,3 Tonnen (Herstellerangabe) und wird ergänzend zum 2006 gestarteten Thaicom 5 auf 78,5 Grad östlicher Länge positioniert. Von dort aus deckt er mit acht Ku-Band-Transpondern die Länder Thailand, Laos, Kambodscha und Myanmar kommunikationstechnisch ab. Weitere 18 C-Band-Transponder dienen Kommunikationsdienstleistungsangeboten in ganz Südostasien, großen Teilen Afrikas einschließlich Madagaskars und Teilen Arabiens. Die beiden Solarzellenausleger liefern 3,7 Kilowatt Leistung. Die Lebensdauer von Thaicom 6 ist auf über 15 Jahre ausgelegt. Thaicom 5 wird voraussichtlich noch bis 2020 betrieben.

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(Autor: Roland Rischer - Quelle: SpaceX, NasaSpaceflight, Orbital, Thaicom, Raumcon)


» Gaia hat Zielorbit erreicht
08.01.2014 - Gaia ist nun in einem weiten Lissajous-Orbit um den Lagrangepunkt L2 des Sonne-Erde-Systems angekommen, nachdem gestern Abend ein Bremsmanöver absolviert worden war. Zudem wurden die Detektorchips aktiviert und erstmals Sternenlicht auf diese gelenkt.
Dabei haben alle Ergebnisse den Erwartungen entsprochen. Der Orbit liegt in einem Bereich von 263.000 x 707.000 x 370.000 km um L2 in etwa 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde. In der nächsten Woche wird ein weiteres Korrekturmanöver durchgeführt, um die Position zu stabilisieren.

Zur Aktivierung der 7 Videosteuerungseinheiten und der 106 Detektorchips wurden mehr als 20.000 Einzelkommandos gegeben und die jeweiligen Resultate zwischenzeitlich ausgewertet. Die gesamte Prozedur nahm am 3. Januar vier bis 5 Stunden in Anspruch und war bis etwa 17 Uhr MEZ so weit abgeschlossen, dass Kalibrierungs- und Messdaten erzeugt wurden.

Zunächst stammten diese vom Basiswinkelsensor, mit dem der Winkel zwischen den beiden Hauptspiegeln mit großer Genauigkeit unter Zuhilfenahme eines durch einen Laser erzeugten sogenannten künstlichen Sterns, bestimmt wird. Über Veränderungen im Interferenzmuster des zuvor geteilten, über verschiedene Spiegel und Filter geleiteten und schließlich wieder vereinten Strahls lässt sich eine Winkelvarianz ermitteln, die einem Hunderttausendstel der Größe eines Pixels entspricht. Dies ist eine bisher unerreichte Präzision. Anschließend wurden auch erste Bilder übertragen, die aufgrund der noch fehlenden Rotation der Raumsonde aber nur Kalibrierungszwecken dienten und in erster Linie Störsignale durch auf die Sensoren auftreffende geladene Partikel zeigten. Diese müssen später aus den Daten herausgerechnet werden. Also ist auch deren genaue Kenntnis erforderlich.

Gaia soll im Laufe von gut 5 Jahren dem gesamten Himmel während einer langsamen Rotation 70 Mal abscannen und dabei die Positionen, Helligkeiten, Bewegungsrichtungen und -geschwindigkeiten sowie Spektren von etwa einer Milliarde Sternen unserer Galaxie mit höchter Präzision erfassen. Nebenprodukte sind dabei Asteroiden und Kometen in unserem Planetensystem sowie leuchtstarke Objekte außerhalb unserer Sterneninsel. Insgesamt verfügen die Sensoren des Weltraumteleskops über knapp 1 Milliarde Bildelemente (1 Gigapixel).

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: ESA)


» Dream Chaser mit europäischer Beteiligung?
08.01.2014 - Die jüngsten Erfolge bei Entwicklung und Erprobung eines Dream Chaser genannten Raumgleiters der US-Firma Sierra Nevada Corporation sowie die Verlängerung der Betriebsdauer der Internationalen Raumstation haben offenbar Gespräche zwischen der SNC und Vertretern der ESA bzw. europäischer Firmen über eine Kooperation in Gang gesetzt.
In diesem Jahr wird das fünfte und letzte Automated Transfer Vehicle (ATV) der ESA Fracht zur Internationalen Raumstation transportieren. Ursprünglich sollte deren Betrieb 2015 enden. Nun hat man die Betriebsdauer allerdings bis 2020 verlängert und eine weitere Expansion bis 2024 und darüber hinaus kündigt sich an. Die ESA als Miteigentümer ist auch zu Dienstleistungen wie Materialtransport verpflichtet. Da eine Eigenentwicklung in kurzer Zeit nicht in Frage kommt und obendrein zu teuer wäre, strebt man nun offenbar nach einer Beteiligung an einem anderen Projekt.

In den 1980er Jahren testete die Sowjetunion mehrere geometrische Prototypen eines kleinen Raumtransporters (BOR 4 bzw. BOR 6), dessen Form später zugunsten der des Buran (BOR 5) aufgegeben wurde. Untersuchungen der NASA zu dessen Flugeigenschaften bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten ergaben positive Eigenschaften und so wurde auf der Basis vorheriger Erfahrungen mit HL 20 ein ähnliches Projekt angestoßen. Es sollte zur Versorgung der geplanten US-Raumstation Freedom dienen. Studien und aerodynamische Untersuchungen liefen bei der NASA und beuaftragten Institutionen von Mitte der 1980er Jahre bis Ende 1991. Ende 2004 kündigte die Firma SpaceDev die Entwicklung eines Raumtransporters auf der Basis des HL-20-Konzepts an. Mit diesem Konzept beteiligte man sich an verschiedenen staatlichen Wettbewerben der USA um Material und Personentransport zur Internationalen Raumstation (COTS, CCDev, CCiCap) und erhielt auch Fördermittel in dreistelliger Millionenhöhe. Nach Übernahme von SpaceDev durch die Sierra Nevada Corporation wurden diese Bemühungen fortgesetzt und verstärkt.

Neben anderen Entwürfen für Transportraumschiffe im Kapseldesign genießt der Dream Chaser aufgrund seiner Form als flugzeugähnliches Vehikel und aufgrund seiner Vorgeschichte bei der NASA und der Raumfahrt-interessierten Öffentlichkeit große Sympatien. Im vergangenen Monat wurde nun bekannt, dass das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) eine Studie zur Verwendung des Dream Chasers für Materialtransport zur ISS in europäischem Auftrag oder unter europäischer Leitung.

Dream Chaser hat eine Leermasse von reichlich 11 t und eine Länge von 9 Metern. Mit diesen Abmessungen könnte er auch von einer europäischen Trägerrakete vom Typ Ariane 5 ins All transportiert werden. Ebenso könnten europäische Firmen Beiträge zur technischen Entwicklung des Raumfahrzeugs leisten. Insbesondere könnten hier Erfahrungen bei der Entwicklung eines Hitzeschutzes, eines Kopplungssystems und spezieller Inneneinrichtung genutzt werden.

Dream Chaser war bei seinem ersten Abwurftest beschädigt worden, da ein Rad des Hauptfahrwerks aufgrund einer Verunreinigung im Hydraulikmechanismus nicht ausgefahren worden war. Mittlerweile arbeitet man an der Reparatur der Hülle. Außerdem wird die Ausstattung ergänzt. Für 2014 sind dann zwei weitere Abwürfe geplant. Danach wird das Testmodell umgerüstet, um 2015 mit Besatzung zur Erde zu gleiten. Bis 2016 soll dann das erste Flugmodell gefertigt werden, welches nach einem ersten unbemannten Orbitalflug nach gegenwärtiger Planung und unter der Voraussetzung weiterer Finanzierungsbeihilfen Anfang 2017 einen ersten bemannten Flug zur Internationalen Raumstation absolvieren könnte.

Die nächste Etappe des Förderprogramms für die kommerzielle bemannte Raumfahrt in den USA wird aber wahrscheinlich nur noch ein oder zwei der drei konkurrierenden Projekte finanziell unterstützen. Es besteht hier die Möglichkeit, dass SNC keine weitere öffentlichen Mittel erhält. So kurz vor dem Ziel gibt sich SNC aber optimistisch und CEO Mark Sirangelo äußerte heute, man wolle das Projekt auch ohne NASA-Unterstützung weiter verfolgen. Man sieht drei Anwendungsfelder für den Dream Chaser: das Ausführen spezieller Arbeiten im All, wozu Experimente oder Wartungs- bzw. Reparaturarbeiten gehören, das Erlebnis Weltraum für den Tourismus zu ermöglichen und zivile Beobachtungen aus dem All zu unterstützen.

Man sieht dabei den Dream Chaser als Basis für unterschiedliche Konzepte und Anwendungsfälle, deren Möglichkeiten man nun gemeinsam mit ESA und DLR herausfinden möchte. Eine Vereinbarung zwischen Sierra Nevada und ESA läuft nach Auskunft von Elena Winters (Vorsitzende des Koordinationsbüros für bemannte Raumfahrt der europäischen Weltraumagentur ESA) in ihrer frühen Phase bis Anfang 2015. Damit zielt die Übereinkunft offenbar auch in Richtung Personentransport.

Ähnliche Kooperationsbemühungen hatte die ESA in der zurück liegenden Zeit mehrfach unternommen, war damit aber letztlich immer beim Aushandeln des europäischen Anteils an Entwicklung und Betrieb gescheitert. Erinnert sei an die Konzepte ACTS und Kliper mit Roskosmos sowie CRV mit der NASA. Vielleicht klappt es diesmal auf privatwirtschaftlicher Basis.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: ESA, SNC, NASA, Wikipedia)


» Jungfernflug mit neuer Rakete und Oberstufe
29.12.2013 - Gestern wurde vom Kosmodrom Plesezk erstmals eine Trägerrakete des Typs Sojus 2.1w gestartet. Als Oberstufe kam ebenfalls zum ersten Mal eine Wolga zum Einsatz.
Der Start erfolgte gegen 14.30 Uhr MEZ, die Nutzlast bestand aus einem Ballastkörper, an dem seitlich zwei Radarkalibrierungskugeln angebracht waren und auf dessen Oberseite der Satellit AIST 1 befestigt war. Alle Nutzlasten wurden erfolgreich ausgesetzt bzw. getrennt.

Während die Kalibrierungskugeln als Ziele zur Eichung von russischen Radar-Bahnverfolgungsanlagen auf der Erde dienen, hat AIST 1 einen wissenschaftlich-technischen Hintergrund. Der Satellit wurde an der Luft- und Raumfahrtuniverität Samara weitgehend von Studenten entwickelt und gebaut. Die Messeinrichtungen an Bord sollen das Erdmagnetfeld entlang der Bahn sehr genau vermessen. Außerdem wird mit AIST ein neuer Satellitenbus erprobt. Gleichzeitig sollen Methoden erarbeitet werden, wie man die Mikrogravitation bei einem derartigen Satelliten minimieren kann. Außerdem werden Mirkometeoriteneinschläge erfasst. Die Masse des Satelliten liegt bei lediglich 53 kg.

Die Sojus 2.1w (Союз-2.1в, wobei в der dritte Buchstabe des russischen Alphabets ist und "we" mit unbetrontem e ausgesprochen wird) ist eine auf der Basis des Zantralblocks der Sojus entwickelte neue Trägerrakete für kleinere Nutzlasten bis 2,8 t. Sie besteht nur aus zwei Stufen, wobei die erste gegenüber der zweiten Stufe des traditionellen Sojus verlängert und im Durchmesser vergrößert ist und ein NK 33 als Triebwerk verwendet. Dieses Einkammertriebwerk stammt von der russischen Rakete N1, die ursprünglich für Mondflüge vorgesehen war. Die zweite Stufe wurde von der Sojus 2.1b (russisch Б) übernommen.

Als Oberstufe kam die ebenfalls neu entwickelte Волга (Wolga) zum Einsatz, die ebenfalls für kleinere Nutzlasten geeignet ist, für die eine Fregat überdimensioniert wäre. Laut Roskosmos funktionierten alle Teile der Rakete einwandfrei und die Nutzlasten wurden gegen 16.10 Uhr MEZ auf Bahnen zwischen 600 und 626 km Höhe bei einer Neigung von 82,4 Grad gegen den Erdäquator ausgesetzt. Der Jungfernflug der Rakete war zuvor über Monate hinweg mehrmals verschoben worden.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, Raumcon, Skyrocket, Wikipedia)


» Eutelsat 33A: Umzug für Türksat
31.12.2013 - Die Kommunikationssatellitenbetreiber Eutelsat und Türksat haben im Dezember 2013 die Übernahme von Eutelsat 33A durch Türksat vereinbart. Türksat will den seit 2003 im Weltraum befindlichen Satelliten künftig bei 31 Grad Ost im Geostationären Orbit einsetzen, wo er im Mai 2014 eintreffen soll.
Eutelsat 33A war am 27. September 2003 an Bord einer Ariane-5G-Rakete als e-Bird ins All gelangt. Das von Boeing Satellite Systems auf Basis des Satellitenbus BSS-376HP gebaute Raumfahrzeug mit einer Leermasse von 1.300 kg und einer Startmasse von 1.530 kg kam seinen Aufgaben danach unter unterschiedlichen Bezeichnungen nach. Zuletzt war der auch als Eurobird 3 bezeichnete spinstabilisierte Satellit als Eutelsat 33A bei 33 Grad Ost im Geostationären Orbit im Einsatz.

Als Ersatz für Eutelsat 33A kann Eutelsat auf einen anderen eigenen Satelliten zurückgreifen, der bereits auf Position ist. Der ehemals als Eutelsat 25C bezeichnete Eutelsat 33B (früher auch Eutelsat 70A, Eutelsat W5) erreichte von 25,5 Grad Ost kommend bereits Mitte November 2013 33 Grad Ost.

Türksat hat bei 31 Grad Ost im Geostationären Orbit zur Zeit keinen eigenen Satelliten in Betrieb. Aktuell arbeiten Türksat 2A und Türksat 3A bei 42 Grad Ost. Für die alternden Satelliten wird es in Form von Türksat 4A im ersten Quartal 2014 Verstärkung bzw. Ersatz geben (aktuell geplantes Startdatum für Türksat 4A 10. Februar 2014).

Türksat 4B will man im zweiten Quartal 2014 in den Weltraum transportieren lassen, wo man ihn anschließend bei 50 Grad Ost nutzen möchte. 2017 sollen Türksat 5A und Türksat 6A Erdumlaufbahnen erreichen, 2019 Türksat 7 und Türksat 7B. Von den letztgenannten ist Türksat 5A alias TUSAT 1 und PEYKOM 1 für den Einsatz bei 31 Grad Ost im Geostationären Orbit gedacht.

Die Auslegungsbetriebsdauer von Eutelsat 33A von 10 Jahren ist bereits überschritten. Auf welche Art Türksat den alten Satelliten mit seinen 20 gleichzeitig benutzbaren Transpondern künftig konkret nutzen möchte, wurde nicht bekannt. Mitgeteilt wurde, dass man vereinbart habe, Türksat werde Eutelsat 33A ins das eigene Netzwerk integrieren und im Rahmen eigener Lizenzen betreiben.

Möglicherweise ist es für Türksat wichtig, die Nutzungsrechte für 31 Grad Ost nach den Regeln der International Telecommunications Union (ITU) nicht zu verlieren. Die Rechte für eine Position im Geostationären Orbit können neu vergeben werden, wenn sie durch das Land, das die Position für sich reserviert hatte, nicht genutzt wird.

Eutelsat 33A alias E33A, Eurobird 3 und e-Bird ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 27.948 und als COSPAR-Objekt 2003-043A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Eutelsat, Türksat)


» Jahresrückblick der Raumfahrt 2013
31.12.2013 - Das Jahr 2013 ist vorbei und die Gelegenheit gekommen, ein Fazit zu ziehen. Erneut ist viel passiert auf dem Gebiet der Raumfahrt. Eine ganze Reihe neuer Raketen wurde erprobt, die Marsforschung ist weiter sehr aktiv, private Firmen in den USA versuchen, einen Fuß in die Tür zu bekommen und aus dem Reich der Mitte kamen in diesem Jahr gleich zwei spannende Missionen.
Im Juni startete das Raumschiff Shenzhou 10 mit dreiköpfiger Besatzung zur Raumstation Tiangong 1 und man ließ die Öffentlichkeit via Fernsehen an diesem Ereignis teilhaben. Dazu gehörte auch eine Unterrichtsstunde für Millionen chinesische Schüler aus dem All. Gleichzeitig erfuhren wir, dass China in den kommenden Jahren noch viel vor hat. Dazu gehört die Vorbereitung einer größeren Raumstation mit regelmäßigen Besatzungen und die Entwicklung neuer Trägerraketen, deren Erprobung 2014 beginnen soll.

Über das gesamte Jahr 2013 hinweg kamen neu entwickelte Raketen zu ihren Ersteinsätzen. Im Januar brachte die südkoreanisch-russische Koproduktion Naro 1 im dritten Versuch eine Nutzlast in einen Erdorbit, im April schaffte dies die US-amerikanisch-russisch-ukrainische Koproduktion Antares. Im September gab es gleich 4 Premieren: Minotaur 5 aus den USA, Epsilon aus Japan, Kuaizhou aus China und Falcon 9 v1.1 aus den USA. Darunter befanden sich drei Raketen, bei denen Feststoffe zum Antrieb verwendet wurden. Kurz vor Jahresschluss hatte schließlich auch die kleine Sojus (Sojus 2.1W) ihren Jungfernflug.

Eigentlich sollte 2013 zum Jahr der Kometen werden. Es gab zwar auch eine ganze Reihe von Schweifsternen zu beobachten, eine prachtvolle Erscheinung wie Hyakutake war allerdings nicht dabei. Im Frühjahr erfreuten uns C/2012 L2 (Linear) und vor allem C/2011 K4 (PanSTARRS), im Herbst eher C/2013 R1 (Lovejoy) und 2/P Encke, während der angekündigte Star C/2012 S1 (ISON) bei seiner nahen Sonnenpassage "verpuffte". Zumindest aber konnte der Komet von der Südhalbkugel der Erde aus und mittels verschiedener Raumsonden genauer unter die Lupe genommen werden. Dass die Grenze zwischen verschmutzten Eiskörpern und vereisten Gesteinsbrocken fließend ist, bewies das Objekt P/2013 P5 im Asteroidengürtel, das man aufgrund seiner Ausgasungen zunächst für einen Kometen gehalten hatte.

Dafür sorgte bereits am 15. Februar eine andere Leuchterscheinung am Himmel über Tscheljabinsk für Diskussionen und Schlagzeilen in Breitenmedien: ein Bolide zerplatzte 50 km über der Millionenstadt und verursachte sichtbare Schäden und einige Verletzte. Am 22. Mai konnte zudem ein heller, von der Erde aus beobachtbarer Meteoroideneinschlag auf dem Mond registriert werden.

2013 wurde auch zum Jahr der Laserkommunikation in der Raumfahrt. Bei drei verschiedenen Gelegenheiten wurde diese Technologie erprobt. Zunächst wurde der Laser-Höhenmesser des Lunar Reconnaissance Orbiters dazu "missbraucht", Signale von einer Laserstation in den USA zu empfangen und zu einem Bild der Mona Lisa zusammenzusetzen, was wegen einer ausgeklügelten Fehlerkorrektur auch sehr gut gelang. Dann wurden Daten vom russischen Segment der ISS via Laser zu einer Empfangsstation im Ural und umgekehrt übertragen. Die erste reguläre Verwendung eines Laserkommunikationssystems wird seit wenigen Wochen zwischen der NASA-Mondsonde LADEE und einer Bodenstation in den USA erprobt. (Vorversuche hat es aber bereits seit 2001 gegeben, u.a. mit dem ESA-Satelliten Artemis.)

Die Radioastronomie hat in diesem Jahr auch zwei neue, großartige Systeme in Betrieb genommen. Zum einen liefert das Weltraumteleskop Spektr-R (Radioastron) nach langer Kalibrierungsphase nun Messwerte, die mit denen bodengestützter Radioteleskope abgestimmt werden und somit eine Auflösung ermöglichen, die aufgrund ihrer Basisbreite von mehr als 300.000 km bisher unerreicht war. Zudem ist nun auch das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) komplett und kann sowohl weiträumig als auch gezielt und mit hoher Genauigkeit Radioquellen im Universum anvisieren.

An dieser Stelle möchte sich die Redaktion bei unserem mehrjährigen Autor Stefan Heykes bedanken, der viele Meldungen zur russischen Raumfahrt und zur Astronomie, speziell der Radioastronomie akribisch recherchiert und ausführlich aufgearbeitet hat, wie Sie im Folgenden zum Teil noch einmal nachlesen können.

Auf dem Gebiet der Planetenforschung ist Ralph-Mirko Richter unser Spezialist, der zuverlässig, regelmäßig und sehr ausführlich über die Missionen der Merkursonde Messenger, aller aktiven Marssonden, des Saturn-Orbiters Cassini sowie über weitere Ereignisse im Zusammenhang mit Planeten, Asteroiden, Kometen oder Deep-Sky-Objekten berichtet. So hat Messenger mittlerweile den Planeten Merkur komplett in hoher Auflösung erfasst, Curiosity Bohrer und chemisches Labor in Betrieb genommen und Cassini den Saturn, seine Ringe sowie viele seiner Monde eingehend untersucht. Ein paar ausgewählte Meldungen seien hier noch einmal verlinkt.

Ein großes Thema 2013 waren auch die Exoplaneten. Mittlerweile ist die Zahl bestätigter Entdeckungen auf über 1.000 angestiegen, darunter befinden sich auch einige in Erdgröße. Leider ist das Hauptinstrument der Planetenjäger im Weltall, der NASA-Satellit Kepler, mittlerweile nur noch eingeschränkt einsetzbar. Mit Gaia ist bereits ein Nachfolger auf dem Weg zum Lagrangepunkt 2, der allerdings in erster Linie unsere Galaxie vermessen soll.

Statistische Überlegungen auf Basis der Kepler-Entdeckungen ergaben, dass es mindestens 100 Milliarden Planeten in unserer Galaxie geben muss, darunter wohl mehrere Milliarden erdähnliche. Der nächste Planet mit Leben außerhalb unseres Planetensystems sollte mit hoher Wahrscheinlichkeit nur wenige Lichtjahre von uns entfernt sein. Dies ist u.a. ein Lieblingsthema unseres Redakteurs Hans Lammersen.

Neue Firmen versuchen, neue Ideen und Innovation in die Raumfahrttechnik zu bringen, aber auch ökonomisch zu punkten. Erfolge und Rückschläge sind hier an der Tagesordnung, letztlich überwiegen aber die positiven Zeichen. Mittlerweile wird die ISS von derartigen Neuentwicklungen beliefert, neue bemannte Raumschiffe zeichnen sich am Horizont ab und auch dem Thema Wiederverwendbarkeit widmet man sich. Der Weltraumtourismus auf ballistischen Bahnen steht noch immer vor der Tür, hat nun aber die Hand in Richtung Klinke ausgestreckt. Auf diesem Gebiet verdanken wir Roland Rischer einen guten Teil interessanter Meldungen, aber auch mein Herz schlägt für die Newcomer wie Falcon 9R, Spaceship Two oder Dream Chaser.

Die Internationale Raumstation nimmt einen großen Teil in unserer Berichterstattung ein, ist sie doch das Raumfahrzeug, in dem das Leben im All geprobt wird, in dem flexibel auf Anforderungen reagiert wird, das einen Großteil der Raumfahrtbudgets der beteiligten Länder und Organisationen in Anspruch nimmt und das am einfachsten mit bloßem Augen beim Überflug von der Erde aus zu sehen ist.

2013 wurden viele Außenbordarbeiten ausgeführt, die zum Teil der Erweiterung der Station, zum Teil der Installation oder Deinstallation von Experimenten (Materialwissenschaften, Kommunikation, Erderkundung, Atmosphärenforschung) oder der Reparatur einzelner Komponenten dienten. An Bord wird ebenfalls geforscht, hier vor allem zur Biologie, Medizin und Physik. Im Februar wurde ein Ergebnis präsentiert, dass für Millionen Menschen auf der Erde Linderung oder gar Heilung verschiedenster Autoimmunerkrankungen bedeuten könnte.

Während man auf der Erde Erfolge mit der Entdeckung des Higgs-Bosons feierte, konnten mit dem AMS, dem größten Teilchenenxperiment der Menschheit im All, bisher keine Teilchen der Dunklen oder Anti-Materie aus den Tiefen des Alls nachgewiesen werden.

2013 wurden auch Erweiterungen und Umbauten an der Internationalen Raumstation beschlossen. So wollen NASA und Roskosmos weitere, zum Teil entfaltbare Module hinzufügen und die Unterseite am US-basierten Teil soll für Frachtschiffe frei gemacht werden, da diese in Zukunft regelmäßig dort per Manipulatorarm anlegen werden.

Um Starts, Landungen, Verträge, Ausrüstungen und ein weites Spektrum an wissenschaftlichen und technischen Neuheiten aus Astronomie, Raumfahrt und Politik bemühten sich u.a. die Autoren Michael Clormann, Daniel Maurat, Thomas Weyrauch und ich.

Zuletzt erfreute uns noch die erstmalige Landung eines chinesischen Raumfahrzeugs auf einem anderen Himmelskörper, nämlich dem Mond. Dabei war auch ein kleines Fahrzeug mit dem Namen Yutu, das bereits die ersten Meter auf dem Erdtrabanten zurück gelegt hat. Nach der Inbetriebnahme- und Erprobungsphase erwarten wir durchaus einige neue wissenschaftliche Erkenntnisse, die mittels Kameras, Bodenradar, IR-Spetrometer, Alpha-Röntgen-Spektrometer, Mikroskop, Extrem-UV-Kamera und UV-Teleskop gewonnen werden. Gegenwärtig befinden sich Lander und Rover in einem Ruhezustand, in dem sie auch den Silvesterabend "verschlafen" werden.

Unser Dank gilt auch den Autoren, die sich bei besonderem Interesse und mit Freude hin und wieder den Luxus einer Meldung bei Raumfahrer.net leisteten: Kirsten Müller, Gertrud Felber, Frank Rinas, Oliver Karger, Sascha Haupt, Jan-Steffen Fischer, Andreas Weise, Daniel Schiller, Klaus Donath, Lars-Christian Depka und Thomas Brucksch.

Wir alle wünschen Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr, viel Erfolg und Gesundheit und uns, dass Sie uns treu bleiben und auch 2014 wieder recht oft bei Raumfahrer.net reinschauen.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Raumfahrer.net)


» Túpac Katari unter Kontrolle Boliviens
31.12.2013 - Steuerung und Überwachung des am 20. Dezember 2013 von China aus gestarteten Kommunikationssatelliten Túpac Katari wurden nach Angaben der Vermarkterin von Trägerraketen und Satelliten aus China, der China Great Wall Industry Corporation (CGWIC), an bolivianische Spezialisten übergeben.
Die Übertragung der entsprechenden Aufgaben erfolgte am 27. Dezember 2013, nachdem Túpac Katari die vorgesehene Position bei 87,2 Grad West im Geostationären Orbit erreicht hatte. Eine auf rund drei Monate angesetzte Test- und Inbetriebnahmephase kann nun beginnen.

Neben Bau und Start des Satelliten besorgte die chinesische Seite auch den Aufbau des notwendigen Bodensegments in Bolivien. Bodenstationen für Túpac Katari entstanden in Amachuma im Bezirk El Alto und in La Guarida im Bezirk Santa Cruz.

Die Ausbildung von Spezialisten aus dem südamerikanischen Staat war ebenfalls Vertragsgegenstand der am 13. Dezember 2010 getroffenen Vereinbarung zwischen der Raumfahrtagentur Boliviens (Agencia Boliviana Espacial, ABE) und der CGWIC. Um die 78 Bolivianer erfuhren nach Angaben aus China in China entsprechende Schulungen.

Túpac Katari alias TKSat 1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 39.481 und als COSPAR-Objekt 2013-075A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ABE, CGWIC, Xinhua)



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Mars Aktuell: Marsorbiter MRO fotografiert Curiositys Radspuren von Redaktion



• Marsorbiter MRO fotografiert Curiositys Radspuren «mehr» «online»


» Marsorbiter MRO fotografiert Curiositys Radspuren
10.01.2014 - Mit der HiRISE-Kamera des Mars Reconnaissance Orbiters ist es erneut gelungen, den Marsrover Curiosity auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten abzubilden.
Zwischen Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel hat der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marsrover Curiosity lediglich ein sehr stark eingeschränktes Arbeitsprogramm abgearbeitet. Abgesehen von einer kurzen Fahrt über rund 23 Meter, welche bereits am 26. Dezember 2013 erfolgte, wurden in diesem Zeitraum lediglich verschiedene Routinemessungen durchgeführt.

Am 3. Januar wurde der "wissenschaftliche Vollbetrieb" wieder aufgenommen. Neben der MastCam, der Hauptkamera des Rovers, kam dabei auch das ChemCam-Spektrometer zum Einsatz. Außerdem hat der in der ChemCam integrierte Remote Micro Imager (RMI) an diesem Tag mehrere Aufnahmen der Räder auf der rechten Seite des Rovers erstellt. Weitere am 26. Dezember angefertigte Aufnahmen stammten von den vorderen und hinteren Gefahrenerkennungskameras sowie von den Navigationskameras.

Die erste Fahrt des Jahres erfolgte schließlich am 5. Januar 2014 und führte über eine Distanz von knapp 25 Metern. Der nächste Tag wurde von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern in erster Linie dazu genutzt, um mit dem Tunable Laser Spectrometer, einem der drei Messinstrumente des SAM-Instrumentenkomplexes, eine erneute Analyse der Marsatmosphäre durchzuführen (Raumfahrer.net berichtete über frühere Messungen).

Am 7. Januar wurde zunächst ein mit dem Namen "Oneida" belegter Stein im Detail untersucht. Neben der MAHLI-Kamera kam dabei auch das APX-Spektrometer zum Einsatz. Nach dem Abschluss dieser Analysen setzte sich Curiosity erneut in Bewegung und überbrückte weitere 25 Meter. Kurze Zwischenstopps während dieser Fahrt wurden genutzt, um mit der MAHLI-Kamera Aufnahmen von den sechs Rädern anzufertigen und deren aktuellen Zustand zu dokumentieren. Die bisher letzte Fahrt erfolgte schließlich erst vor rund 14 Stunden und führte über eine Distanz von etwa zehn Metern.

Auf dem Weg zum Aeolis Mons

Der Rover Curiosity bewegt sich bei seinen Fahrten in die grob südwestliche Richtung, wo er laut den Planungen der für die Mission verantwortlichen Mitarbeiter der NASA im August 2014 die Basis des im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Zentralberges Aeolis Mons erreichen soll. Anschließend soll der Rover mit der schrittweise erfolgenden "Besteigung" dieses rund 5,5 Kilometer hohen Berges beginnen und dabei speziell die dort befindlichen geschichteten Gesteinsablagerungen erkunden. Durch deren Analyse wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler weitere Details der Entwicklungsgeschichte unseres Nachbarplaneten enthüllen und untersuchen, in welchem Umfang in dieser Region des Mars einstmals Bedingungen herrschten, welche die Entstehung von einfachen Lebensformen begünstigt haben könnten.

Allerdings schlägt der Rover dabei keinen direkten Kurs ein. Vielmehr sind die für die Steuerung von Curiosity verantwortlichen Roverdriver des Jet Propulsion Laboratory (JPL) bemüht, schwierige oder gar potentiell gefährliche Geländeabschnitte wie kleinere Krater, Höhenzüge oder Abhänge zu umfahren. Die dabei von dem Rover hinterlassenen Radspuren lassen sich sehr gut auf den Aufnahmen der HiRISE-Kamera, der Hauptkamera der ebenfalls von der US-amerikanischen Weltraumbehörde betriebene Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO), erkennen. Unter optimalen Bedingungen kann die HiRISE die Planetenoberfläche mit einer Auflösung von bis zu 25 Zentimetern pro Pixel abbilden.

Letztmals konnte der MRO den Rover und dessen Spuren am 11. Dezember 2013 aus einer Überflughöhe von rund 274 Kilometern fotografieren. Die entsprechenden Bildprodukte sind auf einer speziellen Internetseite abrufbar. Neben den hier gezeigten Aufnahmen der HiRISE-Kamera sind derzeit mehr als 31.000 weitere HiRISE-Bilder sowie Anaglyphenbilder und digitale Geländemodelle auf einer eigens eingerichteten Internetseite der University of Arizona einsehbar. Einige dieser Aufnahmen sind dabei auch mit kurzen Erläuterungen in deutscher Sprache versehen (Raumfahrer.net berichtete).

Bis zum heutigen Tag, dem "Sol" 509 seiner Mission, hat der Marsrover Curiosity eine Distanz von mehr als 4.600 Metern auf der Oberfläche des Mars zurückgelegt. Seit dem Erreichen unseres Nachbarplaneten haben die Kamerasysteme von Curiosity mehr als 110.000 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: USGS, JPL, University of Arizona)



 

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ISS Aktuell: ISS bleibt vielleicht bis mindestens 2024 in Betrieb von Redaktion



• ISS bleibt vielleicht bis mindestens 2024 in Betrieb «mehr» «online»
• Cygnus 2 auf dem Weg zur ISS «mehr» «online»
• UrtheCast muss warten «mehr» «online»


» ISS bleibt vielleicht bis mindestens 2024 in Betrieb
08.01.2014 - ... und damit 4 weitere Jahre länger als ursprünglich vorgesehen.
Ursprünglich war der Betrieb der Station von 1998 bis 2015 geplant. Nach Verzögerungen im Aufbau der Station, der in der ursprünglich geplanten Konfiguration noch immer nicht beendet ist, wurde der Zeitraum zuvor bereits einmal bis 2020 verlängert. Auch eine Nutzung über 2024 hinaus wird nicht ausgeschlossen.

Zunächst wurde die Zustimmung des US-Präsidenten gegeben, zuvor lagen aber bereits Absichtserklärungen weiterer ISS-Partner vor. Die Internationale Raumstation ist ein Gemeinschaftsprojekt von NASA, Roskosmos, JAXA, ESA und CSA, also der Raumfahrtorganisationen aus den USA, aus Russland, Japan, den Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumagentur und aus Kanada. Interesse an einer Beteiligung besteht zudem aus Indien und China.

Die ISS besteht gegenwärtig aus 15 Druckmodulen, in denen sich eine reguläre Stammbesatzung von 6 Personen aufhält sowie einer elfelementigen Gitterstruktur mit Solarzellenpaneelen, mehreren Kühlmittelkreisläufen mit Wärmeabstrahlern (Radiatoren), Batterien, einem Mobilen Transporter, mehreren Lager- und Experimentierplattformen, einer weiteren Gitterstruktur mit Lageregelungsgyroskopen und Kommunikationsantennen sowie einer Außenplattform, mehreren außen angebrachten Expeimenten und 4 Manipulatorarmen bzw. Kränen.

Innerhalb und außerhalb der Station laufen gegenwärtig etwa 200 Experimente. In der 15-jährigen Geschichte wurden insgesamt bereits etwa 1.500 Untersuchungen wissenschaftlicher oder technischer Art vorgenommen. Bisher lebten und arbeiteten 211 Raumfahrer verschiedener Nationalität an Bord der Station, davon 105 mehrfach.

In den kommenden Jahren sind Erweiterungen der Station geplant. Unter anderem sollen erstmals entfaltbare Module zum Einsatz kommen sowie mit einem leistungsstarken elektrischen Antriebssystem experimentiert werden. Zur weiteren Nutzung der Raumstation werden gegenwärtig vor allem in den USA mehrere bemannte Transportsysteme neu entwickelt, die ab etwa 2016 zum Einsatz kommen könnten. Dabei könnte auch die Stärke der Besatzung erhöht und die Forschungsarbeit intensiviert werden. Für die beteiligten Firmen wäre eine Verlängerung auch eine Sicherung ihrer Investitionen.

Die Verlängerung muss noch von den anderen Partnern der ISS bestätigt werden. Ein Ausfall kleinerer Partner wäre dabei allerdings kein wirkliches Hindernis. Gegenwärtig läuft die ISS-Expedition Nummer 38.

Derweil wurde der Start eines Frachters vom Typ Cygnus um einen Tag verschoben, da die Gefahr gesehen wird, dass die Steuerungselektronik an Bord der Trägerrakete durch die gegenwärtig hohe Sonnenaktivität und die damit verstärkt auftretenden elektromagnetischen Störungen gefährdet werden könnte.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Orlando Sentinel, NASA, Raumcon)


» Cygnus 2 auf dem Weg zur ISS
09.01.2014 - Pünktlich um 19.07 Uhr MEZ startete eine Antares-120-Trägerrakete vom Startplatz Wallops Island mit Cygnus 2, ISS-Fracht und 33 Kleinsatelliten an Bord.
Zehn Minuten später wurde das Raumschiff von der 2. Stufe gelöst und seine Solarzellenpaneele entfalteten sich. Der Endanflug auf die Internationale Raumstation ist für den 12. Januar vorgesehen.

Gestern war der Start wegen einer Risikoabschätzung in Bezug auf einen hohen Protonenfluss von der Sonne abgesagt worden. Man befürchtete Beeinträchtigungen der Steuerelektronik der Trägerrakete. Die Untersuchungen ergaben aber, dass die Werte innerhalb zulässiger Toleranzen lagen.

Der Flug von Cygnus 2 ist der erste reguläre Frachtflug der Orbital Sciences Corporation zur Internationalen Raumstation im Rahmen der Commercial Resupply Services (CRS). Im September 2013 war ein Demonstrationsflug ebenfalls erfolgreich verlaufen.

Mit Cygnus 2 gelangen insgesamt 1.466 kg Fracht zur ISS. Darunter befinden sich Nahrungsmittel, Ersatzteile u.a. für das Lebenserhaltungssystem der Station, Hygieneartikel, Ausrüstung für Ausstiegsmanöver und wissenschaftlich-technische Experimente. Mit dabei sind 23 Versuche, die von Studenten im Rahmen eines speziellen Förderprogramms entwickelt wurden. Diese reichen von der Untersuchung der Entwicklung von Stammzellen in der Schwerelosigkeit über die Suche nach einem Krebs-Heilmittel bis hin zur Erprobung einer Methode, Bier in der Schwerelosigkeit zu brauen.

Ein Teil der Fracht wird auch für das kommerzielle Unternehmen Nanoracks ins All transportiert. Darunter befinden sich insgesamt 33 Kleinstsatelliten, die im Verlaufe der kommenden Wochen mit einer speziell dafür entwickelten Startvorrichtung aus der Schleuse im japanischen Kibo-Modul ins All katapultiert werden. 28 standardisierte Satelliten (10 x 10 x 30 cm) hören auf den Namen Flock (deutsch: Schar oder Schwarm) und sollen Aufnahmen von bestimmten Regionen der Erde mit Auflösungen bis zu 3 Metern anfertigen. Sie bilden gemeinsam eine Beobachter-Konstellation der US-Firma Planet Labs. Des Weiteren befinden sich ArduSat 2, ScyCube, LituanicaSAT 1, LitSat 1, und UAPSat 1 an Bord. Zwei Satelliten stammen aus Litauen, einer aus Peru. Alle dienen der Erprobung bestimmter Techniken unter Weltraumbedingungen bzw. tragen die oben erwähnten Studentenexperimente.

Da die Satelliten über keinen eigenen Antrieb verfügen, wird ihre Funktionsdauer lediglich einige Monate betragen, bevor sie in dichten Schichten der Erdatmosphäre verglühen.

Die Mission des Cygnus-Frachters mit einer Gesamtmasse von etwa 4,1 t soll bis Anfang Februar andauern. Danach wird er mit Abfällen beladen und mittels Manipulatorarm von der Station abgekoppelt und entlassen. Nach einem Bremsmanöver wird das Raumfahrzeug verglühen. Für 2014 sind zwei weitere Cygnus-Frachtflüge zur ISS geplant. Ab 2015 soll dann eine größere Version zum Einsatz kommen, die auch mehr Fracht transportieren wird.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, Orbital Sciences Corporation, Raumcon, Skyrocket)


» UrtheCast muss warten
29.12.2013 - Am Freitag haben zwei Kosmonauten außerhalb der Internationalen Raumstation gearbeitet. Zu den Arbeiten gehörte auch die Installation zweier Kameras des kanadischen Unternehmens UrtheCast.
Der Ausstieg begann gegen 15 Uhr MEZ mit dem Verlassen des Schleusenmoduls Pirs, das an der Unterseite von Swesda installiert ist. Den Hauptteil der Zeit verschlang dabei die Installation und der Test zweier Kameras nebst Übertragungseinrichtungen der kanadischen Firma UrtheCast. Nach Angaben aus dem Kontrollzentrum empfing man nicht die erwarteten Telemetriedaten. Anderen Quellen zufolge funktionierte zwar die hochauflösende Kamera, die zweite mit mittlerer Auflösung versagte aber den Dienst.

Letztlich bekamen Oleg Kotow und Sergej Rjasanski die Anweisung, die Kameras wieder zu demontieren und in die Station zurück zu bringen. Außerdem sollten die elektrischen Anschlüsse auf der vor einigen Wochen installierten, um zwei Achsen beweglichen Plattform fotografiert werden, damit man die Ursache für das Versagen der Technik herausfinden kann.

Von den ursprünglichen Aufgaben blieben dann noch einige unerledigt. Man demontierte das Experiment Всплеск (Ausschlag [eines Seismometers, d. Red.]), mit dem man die Auswirkungen seismischer Aktivitäten auf der Erde auf geladene Teilchen in deren unmittelbarem Umfeld erfasst hatte und stieß die Apparatur ins All. Hier wird es rasch an Höhe verlieren und in einigen Wochen in dichten Atmosphärenschichten verglühen.

Statt dessen installierte man ein weiterentwickeltes Experiment mit dem Namen Сейсмопрогноз (Seismoprognose), mit dem man unter anderem Erdbebenvorhersagen aufgrund von Veränderungen im Plasmafeld der Erde gewinnen will.

Der Ausstieg dauerte 8 Stunden und 7 Minuten und wurde damit zum längsten Außenbordaufenthalt russischer Kosmonauten bisher.

Die Reparaturen an einem Kühlkreislauf, die bei zwei Ausstiegen US-amerikanischer Astronauten vor weinigen Tagen vorgenommen wurden, waren offenbar erfolgreich. Der Kühlkreislauf arbeitet wieder und die Veränderungen, die zuvor an den beiden Kreislaufen vorgenommen worden waren, konnten rückgängig gemacht werden. Allerdings zeigen Messinstrumente einen relativ niedrigen Durchfluss an. Hier vermutet man einen Fehler im Messsystem, da eine ausreichende Wärmeregulierung vorliegt.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, NASA, Raumcon)



 

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"InSpace" Magazin #508
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
10. Januar 2014
Auflage: 4989 Exemplare


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