InSpace Magazin #500 vom 17. September 2013

InSpace Magazin
Raumfahrer.net

Inhalt

Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.

"InSpace" Magazin

Ausgabe #500
ISSN 1684-7407


> Updates:
Updates / Umfrage

> News:
Nachrichten der Woche

> Mars Aktuell:
Schwefelhaltige Sedimente im Marskrater Becquerel

> ISS Aktuell:
Besatzung von Sojus-TMA 08M zurück auf der Erde

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

Intro von Simon Plasger

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

diese Ausgabe ist eine Besondere, denn mit ihr erscheint das InSpace-Magazin zum 500. Mal. Seit der ersten Ausgabe vom 1. Dezember 2001 hat sich einiges getan, sowohl in der Raumfahrt als auch in der Astronomie. Wir von Raumfahrer.net bedanken uns für die Treue, die Sie uns in den letzten (fast) 12 Jahren gezeigt haben und wünschen uns, dass Sie auch in Zukunft die Freude am Magazin behalten.

Auf weitere 500 Ausgaben!

Simon Plasger

^ Nach oben


Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
Raumfahrer.net ist weiter auf der Suche nach neuen Mitarbeitern - hier erfahren Sie was Sie bei uns erwartet.

^ Nach oben  

News

• NuSTAR jagt erfolgreich Schwarze Löcher «mehr» «online»
• SpaceShip Two mit zweitem Überschall-Test «mehr» «online»
• Der EPSC-Kongress 2013 in London «mehr» «online»
• Hayabusa-2: Probenrückführung von einem Asteroiden «mehr» «online»
• Wasser auf Erde und Mond haben den gleichen Ursprung «mehr» «online»
• Radarbeobachtung des Asteroiden (214869) 2007 PA8 «mehr» «online»
• Ist der Asteroid Don Quixote eigentlich ein Komet? «mehr» «online»
• Die Geologie des Protoplaneten Vesta «mehr» «online»
• Rätselhafte Hangrinnen auf Vesta «mehr» «online»
• NASA hat Kontakt zu Deep Impact verloren «mehr» «online»
• Auch Mexsat 2 hat nun Träger - fliegt auf Atlas V «mehr» «online»
• Ein Atlas des Asteroiden (4) Vesta «mehr» «online»
• Drei Gonjez auf Rokot gestartet «mehr» «online»
• Kometensonde Rosetta: Vier Monate bis zum Erwachen «mehr» «online»
• SSTL arbeitet an Bus für Weltraumteleskop CHEOPS «mehr» «online»
• Neue japanische Rakete startet Forschungssatelliten «mehr» «online»
• Weltraumwetter-Observatorium DSCOVR soll 2015 starten «mehr» «online»


» NuSTAR jagt erfolgreich Schwarze Löcher
06.09.2013 - Das Röntgen-Weltraumteleskop der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde (NASA), vor gut einem Jahr gestartet, bleibt bei seiner wissenschaftlichen Mission auf Kurs. Seine bisher gesammelten Daten trugen nun bereits dazu bei, ein "altes" astronomisches Rätsel der Lösung ein Stück näher zu bringen.
Das Nuclear Spectroscopic Telescope Array (NuSTAR) ist ein gut zehn Meter langes Weltraumteleskop, das mit seinen wissenschaftlichen Instrumenten den Spektralbereich der energiereichen Röntgenstrahlung beobachtet. Seine ungewöhnliche Größe, bei einer Masse von nur rund 350 Kilogramm, wird bedingt durch den speziellen Aufbau: Nach dem Start war NuSTAR in der Lage, seine Brennweite durch das Ausfahren eines leichtgewichtigen Teleskop-Gestänges erheblich zur vergrößern. Diese Bauart liegt begründet in den Reflexionseigenschaften der Röntgenstrahlung, welche sich wegen ihrer großen Intensität nur unter sehr flachen Einfallwinkeln spiegeln lässt. Dies trifft für NuSTAR in noch stärkerem Maße zu als auf verwandte Teleskope, etwa XMM-Newton, da es mit relativ hohen Photonenenergien bis immerhin 80 keV arbeitet.

Besondere Aufgabe des Satelliten war in den letzten Monaten das Aufspüren und Messen von Röntgenemissionen, die von supermassiven Schwarzen Löchern ausgehen. Insgesamt zehn dieser unvorstellbar schweren Himmelskörper hat NuSTAR bisher im Details ins Visier genommen. Ihnen sollen Weitere in dreistelliger Anzahl folgen. Besonders massereiche, und für diese Mission interessante, Schwarze Löcher befinden sich im Zentrum vieler bekannter Galaxien. Durch Kombination mit den Beobachtungen von XMM-Newton und anderen Teleskopen im niederenergetischen Röntgenbereich, waren Forscher nun leichter als bisher in der Lage diese kosmischen Objekte ausfindig zu machen und ihre Eigenschaften einzuschätzen.

Unter anderem konnte der sogenannte kosmische Röntgenhintergrund mit der besonders massereichen Spezies Schwarzer Löchern in Verbindung gebracht werden. Obwohl die diffuse Hintergrundstrahlung im Röntgenbereich bereits vor über einem halben Jahrhundert mit den damaligen astronomischen Mitteln auffindbar war, entwickelte sich erst in den letzten Jahrzehnten das Wissen über ihre Ursprünge weiter. NuSTARs Messungen deuten nun an: Neben bestimmten (Doppel-)Sternen, Neutronensternen und kosmischen Staubwolken kommen besonders auch supermassive Schwarze Löcher als Quellen der Emissionen in Frage. Klar schien bisher schon, dass die Strahlung offenbar hauptsächlich von galaktischen Kernregionen ausgeht und der diffuse Charakter ihrer Verteilung Folge der Überlagerung vieler Emissionsquellen ist.

NuSTAR hat gegenwärtig schon gut ein Drittel seiner im Juni 2012 begonnenen, nominellen Dienstzeit im All absolviert. Erfahrungsgemäß sind jedoch erhebliche Verlängerungen des Betriebs, über die traditionell vorsichtig gesteckten Ziele für den minimalen Missionserfolg hinaus, möglich und auch wahrscheinlich. XMM-Newton etwa, mittlerweile seit fast 14 Jahren im Orbit und schon lange in sogenannter "extended mission", wird womöglich noch bis ins kommende Jahrzehnt weiter betrieben werden können.

Das Nuclear Spectroscopic Telescope Array ist, nach dem Interface Region Imaging Spectrograph (IRIS), der erst vor gut zwei Monaten gestartet wurde, der jüngste Spross des Small Explorer Programms (SMEX) der NASA. Es wurde ebenfalls mit dem Pegasus XL-Träger in einen niedrigen, äquatornahen Erdorbit von 550 Kilometer Höhe gebracht und ist damit bereits die elfte SMEX-Mission seit dem Erststart eines Forschungssatelliten 1992.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Michael Clormann - Quelle: NASA, JPL, Max-Planck-Institut für Astrophysik, Raumcon)


» SpaceShip Two mit zweitem Überschall-Test
06.09.2013 - Am 5. September führte SpaceShip Two der Firma Virgin Galactic seinen zweiten Testflug durch, bei dem der Antrieb gezündet wurde.
Unmittelbar nach dem Abwurf vom Trägerflugzeug WhiteKnight Two wurde der Antrieb für etwa 20 Sekunden aktiviert, wobei der Raumgleiter eine Geschwindigkeit erreichte, die dem 1,43-fachen der Schallgeschwindigkeit entspricht. Während der Antriebsphase ging das Fluggerät dabei nur in einen moderaten Steigflug über.

Anschließend setze man die gewonnen Geschwindigkeit in Höhe um und erreichte eine maximale Höhe von etwa 21 Kilometern. Danach wurden die schwenkbaren Flügel nach oben geklappt, so dass das Fahrzeug in den Federflugmodus überging. Auch hier blieb SpaceShip Two stabil, wie die bereits kurz nach dem Flug veröffentlichten Videoaufnahmen zeigen.

Richard Branson, Gründer von Virgin Galactic, kommentierte den Flug in einem Video. Man sei erneut einen großen Schritt weiter gekommen und er könne den ersten Raumflug kaum erwarten. Geplant ist dieser nach wie vor für Ende dieses Jahres. Dabei soll SpaceShip Two kurzzeitig eine Höhe von mehr als 100 Kilometern über dem Erdboden erreichen. Beim Flug herrscht dann für mehrere Minuten Schwerelosigkeit.

Mehr als 500 Personen haben bereits einen Flug bei Virguin Galactic gebucht. Erste Touristenflüge zahlender Kundschaft sollen im nächsten Jahr starten. Geplant ist anschließend die rasche Aufnahme eines Dauerbetriebes, bei dem mehrere Raumschiffe pro Tag gestartet werden können.

Verwandte Meldung:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Virgin Galactic)


» Der EPSC-Kongress 2013 in London
09.09.2013 - Vom 8. bis zum 13. September 2013 findet in London die mittlerweile achte European Planetary Science Conference statt. Es werden bis zu 800 Teilnehmer aus der weltweiten Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher erwartet, welche im Rahmen dieses internationalen Kongresses unter anderem den Vorträgen führender Projektwissenschaftler der ESA, der NASA und verschiedener in die planetare Forschung involvierter Institute und Universitäten folgen werden.
Diverse Raumsonden und Rover, welche mit hochauflösenden Kamerasystemen, hochmodernen Messinstrumenten, immer intelligenteren Sensoren und leistungsfähigeren Computersystemen und Softwareprogrammen ausgerüstet sind, dringen gegenwärtig immer tiefer in die Weiten unseres Sonnensystems vor. Sowohl verschiedene Weltraumteleskope wie zum Beispiel das Hubble Space Telescope oder das Spitzer-Teleskop als auch erdgestützte Groß-Teleskope liefern zudem ständig neue Fotoaufnahmen und Daten über die Planeten, Monde, Kometen und Asteroiden unseres heimatlichen Sonnensystems und erfassen mit ihren innovativen Aufnahmetechniken mittlerweile auch bereits die Exoplaneten, welche fremde und oftmals viele hunderte von Lichtjahren entfernt gelegene Sterne umkreisen. Mittlerweile vergeht dabei keine Woche mehr, in welcher nicht neue Forschungsdaten, atemberaubende Bilder und sensationelle Erkenntnisse aus dem weiten Forschungsfeld der Planetologie veröffentlicht werden, welche sowohl die in die Planetenforschung involvierten Experten als auch die interessierte Öffentlichkeit begeistern.

Aus diesen neu gewonnenen Daten, aber auch aus teilweise bereits mehrere Jahrzehnte alten Messergebnissen, leiten die Wissenschaftler weitere Erkenntnisse über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Planetensystems und des Universums sowie über die physikalischen, chemischen und geologischen Eigenschaften der einzelnen planetaren Objekte ab. Gleichzeitig ergeben sich dabei aber mit jeder erhaltenen Antwort fast automatisch auch immer wieder neue Fragestellungen, welche durch weitere Forschungen und durch zukünftige Raummissionen beantwortet werden sollen.

Vom 8. bis zum 13. September 2013 wird sich die weltweite Wissenschaftsgemeinde der Planetenforscher im Rahmen des diesjährigen "European Planetary Science Congress" (EPSC) neben der Präsentation weiterer neuer Forschungsergebnisse genau solchen neu aufgetretenen Fragen widmen und dabei nach Wegen suchen, um diese im Rahmen zukünftiger Forschungsprojekte und Weltraummissionen zu beantworten.

Durch den mittlerweile seit dem Herbst 2006 regelmäßig stattfindenden EPSC-Kongress ergibt sich die Gelegenheit, Fachkräfte aus den verschiedensten Bereichen der Planetenforschung - Wissenschaftler, Techniker und Ingenieure der einzelnen gegenwärtig aktiven und für die Zukunft geplanten interplanetaren Missionen, Fachleute für bodengebundene astronomische Beobachtungen und überwiegend in den verschiedensten theoretischen Arbeitsbereichen tätige Forscher - an einem Ort zu einem gegenseitigen Wissens- und Gedankenaustausch zusammenzuführen.

Der EPSC-Kongress ist der größte regelmäßig in Europa stattfindende Kongress der Planetenforscher. Für den EPSC-Kongress 2013, welcher in diesem Jahr auf dem Gelände des University College London stattfindet, haben sich rund 800 Teilnehmer aus Europa und den USA, aber zum Beispiel auch aus Russland und Japan angekündigt. Die von Montag bis Freitag stattfindende Fachtagung setzt sich aus 75 verschiedenen Sessions und verschiedenen, auf spezielle Themen ausgerichtete Splinter-Meetings und Workshops zusammen, welche ein umfassendes Themenspektrum abdecken.

Die darin enthaltenen fast 1.100 Beiträge, welche in Form kurzer mündlicher Vorträge oder im Rahmen einer Posterpräsentation dargebracht werden, reichen vom Themenbereich der Gasplaneten Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, deren Ringsystemen, Atmosphären und Monden über die sogenannten terrestrischen (erdähnlichen) Planeten Merkur, Venus und Mars und über unseren Erdmond bis hin zu den kleinsten Objekten unseres Sonnensystems, den Asteroiden, Kometen und Meteoren. Besondere Höhepunkte dürften dabei die Präsentationen der jüngsten Forschungsergebnisse der Raumsonde DAWN, welche sich bis Anfang September 2012 in einem Orbit um den Asteroiden Vesta befand, und des immer noch aktiven Merkurorbiters Messenger sein. Und auch von der neuesten Rovermission der NASA, von dem Marsrover Curiosity, sollen weitere Ergebnisse präsentiert werden.

Aber auch neueste Erkenntnisse aus dem Themenbereich der Exoplanetenforschung, aktuelle Forschungsergebnisse aus der Astrobiologie und diverse Feldforschungsstudien sollen vorgestellt und dabei im Rahmen der jeweiligen Vorträge kurz diskutiert werden. Ebenso werden auch die technischen Aspekte zukünftiger Raum-Missionen bei dem Kongress nicht außer Acht gelassen. Neben den technischen Erfahrungen der aktuellen Missionen wird im Rahmen mehrerer Workshops auch ein Austausch über zukünftige Raummissionen stattfinden. So werden die Wissenschaftler und Ingenieure zum Beispiel über die Zielsetzungen künftiger Missionen oder die technischen Möglichkeiten von Orbitern, Landern und Rovern bei der Erforschung fremder Planeten und Monde und die mit der Planung und Durchführung solcher Missionen verbundenen Probleme diskutieren. Neben der ExoMars-Mission der ESA, welche aus einem 2016 zu startenden Marsorbiter und einem Rover - voraussichtlicher Starttermin ist das Jahr 2018 - besteht, wird hierbei auch die zukünftige Jupitermission JUICE im Detail erörtert, welche im Juni 2022 zum größten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems aufbrechen soll.

Um die Gespräche und Diskussionen der Beteiligten in einer möglichst entspannten Atmosphäre zu ermöglichen, wurde für den diesjährigen Kongress - wie auch bereits in den Vorjahren - erneut ein vielfältiger Mix aus teilweise parallel stattfindenden Vorträgen, Workshops, Splinter-Meetings, Panels und Posterpräsentationen als Veranstaltungsform gewählt.

Sie sind gerade in London? Schauen Sie vorbei!

Ein spezieller Themenkomplex wird sich dabei erneut der Zusammenarbeit der professionellen Wissenschaftler mit der internationalen Gemeinde der Amateurastronomen und "Hobbyplanetologen" widmen. Diese Zusammenarbeit erwies sich in den vergangenen Jahren bereits als sehr erfolgreich und erstreckte sich dabei speziell auf die Beobachtung der Planeten Jupiter und Saturn, wo Amateurastronomen wertvolle Bilder über Kometen- und Asteroidenimpakte (Jupiter) oder das aktuelle Wettergeschehen (Saturn) liefern konnten, welche aufgrund der begrenzten Beobachtungszeiten in diesem Umfang nicht mit professionellen Instrumenten hätten angefertigt werden können. Aber auch bei der gezielten und regelmäßig erfolgenden Beobachtung des Mondes, der Venus, von Kometen oder von Meteoren und der Bestimmung von deren Fallraten sind Amateurastronomen gefragt und werden aktiv in aktuelle Beobachtungsprogramme der Wissenschaftler eingebunden.

Diese Zusammenarbeit geht Hand in Hand mit einem weiteren erklärten Ziel des Kongresses. Durch die Arbeit der Wissenschaftler soll unter anderem auch das sogenannte "Public Outreach", die Verbreitung der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse und die gleichzeitig erfolgende Einbindung der interessierten Öffentlichkeit in die damit verbundenen Arbeiten der beteiligten Wissenschaftler der verschiedenen europäischen Forschungsinstitute verbessert werden. Durch eine innovative Öffentlichkeitsarbeit, so das Ziel, sollen die Aktivitäten der Planetenforscher bei den Bürgern, bei der Industrie und nicht zuletzt auch bei den für die Vergabe der benötigten Finanzmitteln verantwortlichen politischen Entscheidungsträgern mehr Beachtung finden.

Das "Festival der Planeten" in London

Um deren Interesse an der Erforschung des Weltalls noch weiter voranzutreiben findet parallel zu dem EPSC ein von verschiedenen Partnerorganisationen des diesjährigen Kongresses (UCL, Bloomsbury Theatre, British Interplanetary Society, Baker Street Irregular Astronomers, Royal Observatory Greenwich, Natural History Museum, Royal Astronomical Society) organisiertes "Festival der Planeten" statt. Diese Veranstaltungen beinhalten unter anderem künstlerische Darbietungen, mehrere Filmvorführungen, eine "Star Party" und öffentliche Fachvorträge. Sollten Sie sich gegenwärtig gerade in London aufhalten, so schauen Sie doch einfach einmal vorbei und teilen Ihr Interesse an Astronomie und Raumfahrt mit anderen Menschen! Nähere Details zu den diversen Veranstaltungen finden Sie auf einer entsprechenden Internetseite. Aber auch ein direkter Besuch des Kongresses und eine Teilnahme an den diversen Vorträgen ist für Interessierte möglich.

Der European Planetary Science Congress 2014 findet im nächsten Jahr vom 7. bis zum 12. September am "Estoril Congress Center" in der Nähe von Lissabon/Portugal statt.

Verwandte Website:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: Europlanet, EPSC 2013)


» Hayabusa-2: Probenrückführung von einem Asteroiden
09.09.2013 - Im Dezember 2014, so der aktuelle Planungsstand, wird die japanische Raumfahrtagentur JAXA als Nachfolgemission für ihre in den Jahren 2003 bis 2010 aktiv gewesene Raumsonde Hayabusa eine weitere Mission zu einem Asteroiden starten. Mit an Bord wird sich ein größtenteils vom DLR entwickelter Lander befinden, der nach seiner Landung auf dem Asteroiden diverse Messungen an verschiedenen Orten auf der Oberfläche durchführen soll.
Als Ziel für die zukünftige Raumsonde Hayabusa-2 - so der Name der neuen Mission der JAXA - wurde der Asteroid 1999 JU3 ausgewählt. Bei diesem im Jahr 1999 im Rahmen des "LINEAR-Projektes entdeckten Asteroiden handelt es sich um einen Vertreter der sogenannten Apollo-Asteroiden, deren Umlaufbahnen in ihrem sonnennächsten Abschnitt die Umlaufbahn der Erde kreuzen und die somit eine potentielle Gefahr bezüglich einer Kollision mit der Erde darstellen.

Der etwa 900 Meter durchmessende Asteroid 1999 JU3 zählt zur Klasse der C-Asteroiden. Somit dürfte sich an seiner Oberfläche Material befinden, welches sich seit der Entstehung des Asteroiden vor etwa 4,5 Milliarden Jahren kaum verändert hat, und dessen eingehende Untersuchung den Wissenschaftlern einen Einblick in die Frühzeit unseres Sonnensystems liefern wird. Vermutlich handelt es sich bei dem Zielasteroiden um einen sogenannten Rubble Pile - eine aus einer Ansammlung von Lockermaterial bestehende "kosmische Schutthalde", welche lediglich durch Gravitationskräfte zusammengehalten wird.

Nach ihrer Ankunft im Jahr 2018 wird die Raumsonde Hayabusa-2 in eine Umlaufbahn um den Asteroiden eintreten, diesen zunächst auf seinem Flug durch das Sonnensystem begleiten und dabei mit verschiedenen Instrumenten dessen Oberfläche vermessen. Nach einer ersten Kartografierungsphase, bei der das Landegebiet eines von der Raumsonde mitgeführten, auf den Namen MASCOT (Kurzform für "Mobile Asteroid Surface Scout") getaufte Asteroidenlanders ermittelt werden soll, wird dieser schließlich zum Einsatz kommen.

Der etwa schuhkartongroße und lediglich rund zehn Kilogramm schwere Lander soll hierzu von der Raumsonde abgetrennt werden, die Asteroidenoberfläche aus etwa 100 Metern Höhe "im freien Fall" erreichen und sich anschließend anhand von Sensordaten mit einem speziellen "Push-up-Mechanismus" ausrichten. Für dieses Manöver ist der Lander mit einem stabilen und dennoch sehr leichtem Gehäuse versehen, welches die elektronischen Komponenten und die im Inneren befindlichen Instrumente vor den auftretenden Belastungen schützen soll.

Nach dem Erreichen der Oberfläche wird der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Kooperation mit der französischen Raumfahrtagentur CNES und der japanischen Raumfahrtagentur JAXA entwickelte Lander zunächst die Umgebung seines Landegebietes mit vier mitgeführten Instrumenten untersuchen und analysieren:

  • Ein vom DLR entwickeltes Radiometer ermittelt dabei die Temperatur der Asteroidenoberfläche
  • Ein von der TU Braunschweig beigesteuertes Magnetometer untersucht die Magnetisierung der Oberfläche
  • Das Infrarot-Spektrometer MicrOmega der französischen Raumfahrtagentur CNES dient der Analyse der Minerale und Gesteine
  • Eine ebenfalls vom DLR entwickelte Kamera bildet dagegen die Oberfläche im Landegebiet in hoher Auflösung ab

"Hüpfend" zum nächsten Ziel

Nach dem Abschluss dieser Untersuchungen an seiner Landestelle ist die Arbeit von MASCOT aber keineswegs beendet. Mittels eines vom DLR-Zentrum für Robotik und Mechatronik in Oberpaffenhofen entwickelten "Hopping-Mechanismus" wird sich der Lander anschließend vielmehr "hüpfend" über die Asteroidenfläche fortbewegen und seine Messungen an zwei weiteren Orten wiederholen.

Auf diese Weise erhalten die an der Mission beteiligten Wissenschaftler über einen Zeitraum von voraussichtlich etwa 16 Stunden, dies entspricht zwei vollständigen Tag-/Nachtzyklen auf dem Asteroiden, Daten von gleich drei verschiedenen Orten auf dem Asteroiden. Die Kontrolle über den Lander wird in diesem Zeitraum von dem in Köln beheimateten DLR-Kontrollzentrum des Nutzerzentrums für Weltraumexperimente (MUSC) aus erfolgen.

Parallel dazu wird auch der den Asteroiden umkreisende Orbiter Hayabusa-2 weiterhin seine Untersuchungen aus der Umlaufbahn heraus fortsetzen. Neben weiteren Messungen durch die Instrumente des Orbiters besteht das Ziel dabei in der Sammlung von Proben, welche durch eine Art Saugrüssel bei dichten Vorbeiflügen der Raumsonde an dem Asteroiden von dessen Oberfläche entnommen werden sollen. Diese Proben sollen anschließend zwecks einer ausführlichen Laboruntersuchung zur Erde transportiert werden.

MASCOT: Referenzdaten für die Analyse der zurückzuführenden Proben

Die von MASCOT "vor Ort" gesammelten Daten, so die beteiligten Wissenschaftler, werden dabei eine bedeutende Ergänzung der Daten des Asteroidenorbiters und der Ergebnisse der Laboranalysen darstellen und dabei als Referenzdaten dienen, mit denen sich die Daten der zurückgebrachten Proben - deren Eintreffen auf der Erde ist bei einem Start im Jahr 2014 für das Jahr 2020 vorgesehen - im richtigen Kontext interpretieren lassen können.

Durch die so von Hayabusa-2 und MASCOT gewonnenen Informationen und den Analysen der Materialproben von 1999 JU3 erhoffen sich die Planetenforscher weitere Erkenntnisse darüber, wie der seit 4,5 Milliarden Jahren fast unveränderte Asteroid beschaffen ist. Hierdurch ergeben sich dann auch weitere Rückschlüsse über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des gesamten Sonnensystems und somit auch über unseren Heimatplaneten.

Ein weiterer nicht zu vernachlässigender Punkt besteht in der von den erdnahen Asteroiden ausgehenden Gefahr einer Kollision mit der Erde. Da 1999 JU 3 zur Klasse der Apollo-Asteroiden gehört, welche den Großteil der erdnahen und potentiell gefährlichen Asteroiden bilden, können Aussagen über dessen Beschaffenheit und innere Zusammensetzung in Zukunft dann wichtig werden, wenn ein auf Kollisionskurs mit der Erde befindlicher Asteroid entdeckt wird.

Die hier kurz erläuterte Mission der Raumsonde Hayabusa-2 und deren Lander MASCOT wurde am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013, DLR)


» Wasser auf Erde und Mond haben den gleichen Ursprung
10.09.2013 - Das Wasser, welches in Mondgestein gefunden wurde, ist identisch mit dem Wasser auf der Erde. Eventuell könnten Teile der geringen Wasservorkommen auf dem Mond sogar von der jungen Protoerde stammen.
Vor etwa 4,5 Milliarden Jahren, so die allgemein anerkannte Theorie zur Entstehung des Erdmondes, kollidierte ein etwa marsgroßer, mit dem Namen Theia belegter Protoplanet mit der noch jungen Erde. Aus den Trümmern, welche bei diesem Ereignis in den Erdorbit geschleudert wurden, bildete sich kurz darauf unser Mond. Noch während der Apollo-Missionen wurde allgemein davon ausgegangen, das es sich bei dem Mond um einen staubtrockener Himmelskörper handelt, der aufgrund der unwirtlichen Umweltbedingungen - der Mond ist von einer nur äußerst dünnen Exosphäre umgeben und zwischen Tag und Nacht herrschen extreme Temperaturunterschiede - kein Wasser binden kann.

In den letzten Jahren zeigten jedoch sowohl die Untersuchungen der von den US-amerikanischen Astronauten vom Mond zurückgebrachten Bodenproben als auch die Analysen verschiedener Mondsonden, dass sich auf dem Mond sehr wohl Wasser befindet. Dieses ist teilweise in Form von Wassereis in verschiedenen tiefen Kratern abgelagert, welche sich in der Südpolregion des Mondes befinden, und die nicht vom Sonnenlicht erreicht werden. Eine weitere Quelle des Mondwassers befindet sich dagegen in dessen Inneren und ist dort in der Kristallstruktur des Mondgesteins gebunden.

Woher stammt dieses Wasser?

Ein Teil dieses Wassers wurde im Laufe der Jahrmilliarden sehr wahrscheinlich durch Asteroiden und Kometen zum Mond transportiert und dort bei den Einschlägen dieser Objekte freigesetzt. Eine neue Studie zeigt jetzt jedoch, dass zumindestens ein Teil des Mondwassers von der noch jungen Protoerde stammt, wo es sich bereits vor der Kollision mit Theia befunden hat. Für ihre Studien untersuchte ein von Jessica Barnes von der Open University in Großbritannien geleitetes Team den Wasseranteil in dem Mineral Apatit - einem Calciumphospatmineral - welches aus der Kruste des Mondes stammt.

"Dies sind einige der ältesten Gesteine, die uns vom Mond zur Verfügung stehen und sie sind deutlich älter als die ältesten irdischen Gesteine. Das hohe Alter macht diese Gesteinsproben zu den geeignetsten Objekten, um den Wasseranteil zu ergründen, über den der Mond unmittelbar vor seiner Bildung vor etwa 4,5 Milliarden Jahren verfügte", so Jessica Barnes.

Das Team stellte fest, dass das Mondgestein wesentlich größere Mengen an Wasser enthält als zuvor angenommen, und das dieses Wasser in der Kristallstruktur des Apatits gebunden ist. Durch die Analyse der Isotopensignaturen des Wassers konnten zudem dessen potentiellen Quellen identifiziert werden.

"Das in dem Apatit gebundene Wasser weist Isotopensignaturen auf, welche sehr stark den Signaturen des irdischen Wassers ähneln. Diese bemerkenswerten Gemeinsamkeiten deuten sehr darauf hin, dass das Wasser im Erde-Mond-System über einen gemeinsamen Ursprung verfügt", so Jessica Barnes weiter.

Die einfachste Erklärung für diese Gemeinsamkeit, so die Wissenschaftler, besteht darin, dass dieses Wasser bereits auf der Proto-Erde vorhanden war, als es zu der Kollision mit Theia kam. Trotz der dabei auftretenden hohen Temperaturen hat es sich nicht verflüchtigt, sondern blieb weiterhin in dem ins Weltall geschleuderten irdischen Gestein gebunden bis sich aus dieser Trümmerwolke schließlich der Mond formte.

Die hier kurz erläuterten Forschungsergebnisse von Jessica Barnes und ihren Kollegen wurden am gestrigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013)


» Radarbeobachtung des Asteroiden (214869) 2007 PA8
10.09.2013 - Wissenschaftler der NASA haben Radaraufnahmen des erdnahem Asteroiden (214869) 2007 PA8 ausgewertet. Der etwa 1,6 Kilometer durchmessende Asteroid weist demzufolge eine ungewöhnlich lange Rotationsperiode von vier Tagen auf. Für die nächsten mindestens 200 Jahre besteht kein Risiko einer Kollision mit der Erde.

Es ist unklar, wann genau der letzte wirklich große Einschlag eines Asteroiden oder Kometen auf der Erde erfolgte. Die Zeugnisse solcher Einschläge existieren jedoch überall auf der Welt. Prominente Beispiele hierfür sind das Nördlinger Ries in Bayern oder der Barringer-Krater im US-Bundesstaat Arizona.

Das Risiko von Asteroideneinschlägen auf der Erde

Ein weiteres Beispiel, diesmal aus der jüngeren Geschichte, findet sich in der Tunguska-Region in Sibirien, wo am 30. Juni 1908 durch die Explosion eines Asteroiden in der Erdatmosphäre Millionen von Bäumen entwurzelt wurden. Und erst am 15. Februar 2013 ging über der russischen Stadt Tscheljabinsk ein lediglich etwa 17 Meter durchmessender Asteroid nieder (Raumfahrer.net berichtete), der nicht nur enorme finanzielle Schäden verursachte. Durch die Auswirkungen der bei diesem Ereignis erzeugten Druckwelle wurden laut russischen Medienberichten weit über 1.000 Menschen verletzt.

Die in Arizona, Sibirien und dem Ural verursachten Schäden wurden durch relativ kleine Objekte mit lediglich wenigen Dutzend Metern Durchmesser hervorgerufen. Allerdings existieren in unserem Sonnensystem eine Vielzahl solcher der Erde potentiell gefährlich nahe kommende Objekte, welche teilweise über Durchmesser von mehreren hundert Metern, in einigen Fällen sogar von mehreren Kilometern verfügen. Sie werden als "Near Earth Objects" (kurz "NEO") bezeichnet. Bisher wurden von Amateur- und Berufsastronomen über 10.000 solcher NEOs entdeckt und jeden Monat kommen etwa 70 weitere Objekte hinzu.

Derzeit laufen weltweit mehrere Projekte, welche sich mit den Gefahren eines zukünftigen Asteroideneinschlages auf der Erde und möglichen Abwehrmaßnahmen beschäftigen. Eine zwingende Voraussetzung für die Erforschung möglicher Abwehrmethoden ist jedoch, dass die Wissenschaftler die physikalischen Eigenschaften der NEOs genau kennen. Neben astronomischen Untersuchungen durch Großteleskope und direkten Besuchen durch Raumsonden nutzen die Astronomen hierfür auch Radaraufnahmen, welche von Asteroiden angefertigt werden, die der Erde relativ nahe kommen. Hierbei wird ein Radiosignal in Richtung des betreffenden Asteroiden ausgestrahlt, dessen Reflexionen anschließend wieder aufgefangen und ausgewertet werden. Mit diesen Daten können die Größe und Form der Asteroiden, deren Oberflächenbeschaffenheit und deren Bahnparameter bestimmt werden.

Der Asteroid (214869) 2007 PA8

Der Asteroid (214869) 2007 PA8 wurde bereits am 9. August 2007 im Rahmen des automatischen Himmelsdurchmusterungsprogramms LINEAR entdeckt. Im Rahmen mehrerer Nachfolgebeobachtungen zu Bahnbestimmung stellte sich heraus, dass auch dieser Himmelskörper zur Gruppe der "Near Earth Objects" gehört und somit eine Kollision mit der Erde auf lange Sicht nicht ausgeschlossen werden kann. Der Asteroid gehört zur Klasse der sogenannten Apollo-Asteroiden, deren Umlaufbahnen in ihrem sonnennächsten Abschnitt die Umlaufbahn der Erde kreuzen. Am sonnenfernsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht 2007 PA8 dagegen eine Entfernung von 4,7 Astronomische Einheiten. Für einen kompletten Umlauf um die Sonne benötigt der Asteroid 5,2 Jahre.

Aus den Bahnberechnungen ergab sich, dass der Asteroid 2007 PA8 die Erde am 5. November 2012 in einem relativ geringen Abstand von lediglich 6,5 Millionen Kilometern - dies entspricht in etwa der 17-fachen Entfernung zwischen Erde und Mond - passieren würde, wobei eine Kollision jedoch ausgeschlossen war. Diese dichte Annäherung nutzten Wissenschaftler der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA für eine Radarbeobachtung des Erdbahnkreuzers. Hierfür setzten sie die 70-Meter-Antenne des Deep Space Networks (DSN) der NASA in Goldstone/Kalifornien ein, welche normalerweise für die Kommunikation mit Raumsonden genutzt wird.

Die entsprechenden Beobachtungen erfolgten an 16 Tagen zwischen dem 16. Oktober und dem 13. November 2012, wobei die Radarbilder abhängig von der Entfernung zwischen Erde und Asteroid Auflösungen zwischen 150 bis hin zu 3,75 Metern erreichten. Auf diesen Aufnahmen präsentierte sich 2007 PA8 als ein leicht längliches, irregulär geformtes Objekt mit einem Durchmesser von bis zu 1,6 Kilometern, auf dessen Oberfläche sich verschiedene Bergrücken und Kraterstrukturen befinden.

Bereits im Vorfeld der Radar-Beobachtungskampagne ergab sich aufgrund visueller Beobachtungen durch verschiedene optische Teleskope für die Rotationsperiode des Asteroiden ein ungewöhnlich hoher Wert von 95,1 Stunden mit einem Unsicherheitsfaktor von +/- 3,4 Stunden. Dieser Wert konnte durch die Radaraufnahmen bestätigt werden, da etwa alle vier Tage die gleichen Oberflächenstrukturen von dem Radar erfasst wurden.

Ungewissheit bestand bisher dagegen über den Ursprung von 2007 PA8, der zwar als Asteroid bezeichnet wird, dessen Bahnverlauf aber eher an einen Kometen der Jupiter-Familie erinnert. Allerdings wurden bei 2007 PA8 bisher keine Anzeichen der für einen Kometen typischen Aktivität beobachtet. Aufgrund der Resultate der Radarbeobachtungen gehen die beteiligten Wissenschaftler davon aus, dass es sich bei diesem Objekt wirklich um einen Asteroiden und nicht etwa um einen mittlerweile inaktiven kurzperiodischen Kometen handeln muss.

Keine Gefahr während der nächsten 200 Jahre

Definitiv ausgeschlossen werden kann dagegen zumindestens für die nähere Zukunft das Risiko einer Kollision zwischen der Erde und diesem Asteroiden. Erst in etwa 200 Jahren, so die Auswertung der Dank der Radarbeobachtung nochmals verfeinerten Bahndaten, wird sich 2007 PA8 der Erde wieder ähnlich dicht annähern wie im November 2012. Für die absehbare Zukunft stellt dieser NEO somit keine potentielle Gefahr für unseren Heimatplaneten dar. Trotzdem wird 2007 PA8 auch in Zukunft im Rahmen der verschiedenen astronomischen Forschungsprogramme weiterhin beobachtet werden.

Die hier kurz vorgestellte Studie wurde am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013)


» Ist der Asteroid Don Quixote eigentlich ein Komet?
10.09.2013 - Beobachtungen mit dem Spitzer-Weltraumteleskop haben gezeigt, dass der erdnahe Asteroid (3552) Don Quixote im Jahr 2009 einen schwachen Schweif ausgebildet hat. Sehr wahrscheinlich handelt es sich bei diesem Objekt somit nicht um einen Asteroiden, sondern vielmehr um einen immer noch aktiven Kometen.
Schon seit längerem wird vermutet, dass es sich bei etwa fünf Prozent der derzeit etwa 10.000 bekannten erdnahen Objekte (engl. "Near Earth Objects, kurz "NEOs"), nicht um ursprüngliche Asteroiden, sondern vielmehr um die mittlerweile inaktiven Kerne von Kometen handelt. Der vielversprechendste Kandidat für einen solchen "erloschenen" Kometen ist der am 26. September 1983 entdeckte Asteroid (3552) Don Quixote, welcher sich nicht nur auf einer für einen kurzperiodischen Kometen typischen Umlaufbahn um die Sonne bewegt, sondern der auch eine für einen Kometenkern typische niedrige Albedo von lediglich 0,03 aufweist. Mit einem Durchmesser von durchschnittlich etwa 18,7 Kilometern wird (3552) Don Quixote als der drittgrößte derzeit bekannte erdnahe Asteroid geführt.

Am 22. August 2009 - und somit lediglich 18 Tage vor seiner dichtesten Annäherung an die Sonne während seines Umlaufs um das Zentralgestirn unseres Sonnensystems - wurde (3552) Don Quixote im Rahmen des "ExploreNEOs-Programms" mehrfach mit der Infrared Array Camera (IRAC) der Weltraumteleskops Spitzer in den Wellenlängenbereichen bei 3,6 und 4,5 Mikrometern abgebildet. Eine erste Auswertung der angefertigten Aufnahmen zeigte, dass der Asteroid auf einigen der Bilder deutlich heller erschien als eigentlich erwartet.

Die Aufnahmen fanden zunächst keine weitere Beachtung. Erst bei einer später erfolgenden eingehenden Begutachtung offenbarten sich unerwartete Einzelheiten: Die im Bereich von 4,5 Mikrometern angefertigten Bilder zeigten, dass der Asteroid anscheinend von einer "Wolke" umgeben war. Im Bereich von 3,6 Mikrometern war diese Struktur dagegen nicht erkennbar.

Durch verschiedene sorgfältige Überprüfungen ihrer Daten konnten die an der Auswertung der Aufnahmen beteiligten Wissenschaftler schließlich sicherstellen, dass es sich bei der beobachteten Struktur nicht etwa um einen Abbildungsfehler der IRAC-Kamera, um Bildartefakte oder um die Einflüsse von Streulicht handelt, welches von einem nahe gelegenen Hintergrundstern ausgeht.

Nach dem Ausschluss dieser potentiellen Fehlerquellen und weiteren Überprüfungen sind sich die Wissenschaftler sicher, dass es sich hier vielmehr um eine Struktur handelt, welche wirklich in einem direkten Zusammenhang mit dem Objekt (3552) Don Quixote steht. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um die Emissionen von Kohlendioxid, welches aufgrund der Sonnennähe und der damit verbundenen erhöhten Umgebungstemperaturen zum Beobachtungszeitpunkt von Don Quixote freigesetzt wurde. Das freigesetzte Kohlendioxid bildete dabei eine schwache Koma und sogar einen kaum erkennbaren Schweif aus. Gestützt wird diese Vermutung dadurch, dass die Emissionen des Kohlendioxids lediglich im Wellenlängenbereich von 4,5 Mikrometern nachgewiesen werden konnten.

Die würde bedeuten, dass es sich bei dem bisher als Asteroid klassifizierten Objekt (3552) Don Quixote nicht etwa um einen mittlerweile inaktiven, sondern vielmehr um einen immer noch - wenn auch nur schwach - aktiven Kometen handelt. Laut der Einschätzung der beteiligten Wissenschaftler müsste der Himmelskörper demzufolge über beträchtliche Mengen an Kohlendioxidablagerungen und sehr wahrscheinlich auch Wassereis verfügen.

"Diese Entdeckung konnte nur mit dem empfindlichen Infrarot-Teleskop Spitzer erreicht werden. Teleskope auf der Erde reichen dafür nicht aus", so Michael Mommert von der Northern Arizona University (NAU), welcher die entsprechende Forschungsarbeit als Doktorand am Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) durchführte.

Ähnlich wie Don Quixote könnten auch weitere vermeintlich tote erdnahe Kometen noch Kohlendioxid und Wassereis mit sich tragen. "Mit den Beobachtungen im Infrarotbereich wissen wir jetzt, dass es sich lohnt, weitere Objekte im Weltraum mit dieser Methode zu untersuchen", so der Asteroidenforscher Prof. Alan Harris vom DLR, der ebenfalls an dieser Studie beteiligt war.

Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse wurde am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013, DLR)


» Die Geologie des Protoplaneten Vesta
11.09.2013 - Derzeit sind die Planetenforscher immer noch damit beschäftigt, die Daten auszuwerten, welche vor über einem Jahr durch die Raumsonde DAWN von dem Asteroiden Vesta gesammelt wurden. Am heutigen Tag im Rahmen des gegenwärtig in London stattfindenden European Planetary Science Congress präsentierte Ergebnisse bestätigen allerdings, dass dieser Asteroid eher den erdähnlichen Planeten innerhalb unseres Sonnensystems als den Asteroiden ähnelt.
Die am 27. September 2007 gestartete Raumsonde DAWN schwenkte am 16. Juli 2011 in eine Umlaufbahn um den Asteroiden (4) Vesta ein. In den folgenden Monaten wurde dieser drittgrößte Körper im Bereich des Haupt-Asteroidengürtel unseres Sonnensystems bis zum September 2012 mit drei wissenschaftlichen Instrumenten, darunter ein unter der Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau entwickeltes und gebautes Kamerasystem, intensiv erforscht.

Mit einem Durchmesser von durchschnittlich 525 Kilometern und einer unregelmäßigen Form ist Vesta weder ein Zwergplanet, noch - streng wissenschaftlich betrachtet - ein Asteroid. Stattdessen wird Vesta von den Planetologen mittlerweile als "Protoplanet" eingestuft, eine Art "Vorplanet", welcher vor etwa 4,5 Milliarden Jahren in einer frühen Phase seiner Entwicklung hin zu einem "vollwertigen" Planeten stecken geblieben ist. Vesta ist somit eine regelrechte Zeitkapsel aus einer sehr frühen Entwicklungsphase unseres Sonnensystems, durch deren Untersuchung sich weitere wertvolle Erkenntnisse über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Sonnensystems ableiten lassen können.

Obwohl die Auswertung der in den Jahren 2011 und 2012 gesammelten Daten - neben über 28.000 Aufnahmen, welche die Framing Camera von der Asteroidenoberfläche anfertigte, wurden auch durch die beiden anderen Instrumente der Raumsonde, dem im visuellen und infraroten Spektralbereich arbeitenden VIR-Spektrometer und dem Gamma- und Neutronenspektrometer GRAND, eine Vielzahl von Spektraldaten gewonnen - die Gemeinde der Planetenforscher noch viele Jahre lang beschäftigen wird, lassen sich bereits jetzt allgemeine Aussagen über die Geologie von Vesta tätigen.

Auf der Oberfläche des Asteroiden befinden sich eine Vielzahl von in ihrem Alter, ihrem Durchmesser und ihrer Form variierende Impaktkrater, welche unterschiedlichste Stadien der Verwitterung aufweisen. Diese Krater sind teilweise von deutlich ausgeprägten Ejektadecken umgeben, deren Material bei den zugrundeliegenden Impakten zunächst in die Höhe geschleudert wurde und anschließend wieder auf der Oberfläche niederging. Jünger Krater weisen dabei erwartungsgemäß besser erhaltene Ejektadecken auf als ältere Krater. Durch die Vielzahl der Impakte wurde die Oberfläche von Vesta geradezu umgepflügt und in mehreren Schichten mit Auswurfmaterial überzogen. Im Inneren von einigen der Krater lassen sich sogenannte Hangrinnen beobachten. Einige dieser Rinnen deuten darauf hin, dass sich auf der Oberfläche von Vesta in der Vergangenheit kurzfristig flüssiges Wasser befunden haben muss.

Zudem sind diverse Sedimentbecken und partielle Ablagerungen von dunklem Material erkennbar. Die bisherige Analyse der Daten liefert zudem eindeutige Beweise für Materialbewegungen auf der Oberfläche und für in der Vergangenheit abgelaufene Prozesse, welche zu einer Veränderung der ursprünglichen Oberfläche führten. Diese sehr komplexen Strukturen, die Diversität der verschiedenen Formationen und das relativ junge Alter der Oberfläche war für die Wissenschaftler eine der größten Überraschungen im bisherigen Missionsverlauf.

Eine spezielle Besonderheit der Oberfläche von Vesta besteht darin, dass die nördliche Hemisphäre des Asteroiden mit erheblich mehr Kratern bedeckt ist als dessen Südhälfte. Besonders auffällig ist dabei ein deutlich erkennbarer Mangel an kleineren Impaktstrukturen auf der südlichen Hemisphäre, welche über ein deutlich geringeres geologisches Alter als die restliche Oberfläche verfügt. Hierfür verantwortlich sind zwei sich überlagernde Impaktbassins - das vor etwa einer Milliarde Jahren entstandene, etwa 460 Kilometer durchmessende Becken Rheasilvia und das ältere, etwa 2,1 Milliarden Jahre alte Veneneia-Bassin. Bei beiden Impakten wurde die ursprünglich zutage liegende Oberfläche der Südhemisphäre weiträumig von aufgewirbelten Impaktmaterial bedeckt.

Die bisherigen Erkenntnisse der DAWN-Mission lassen sich in folgenden Punkten zusammenfassen:

  • Vestas Oberfläche wurde durch diverse Prozesse, speziell Impaktereignisse und die daraus hervorgehenden Massebewegungen, geprägt.
  • DAWN konnte die Existenz eines bereits zuvor vermuteten Impaktbassins am Südpol von Vesta bestätigen und zudem ein zweites, älteres Bassin nachweisen, welches allerdings von der jüngeren Impaktstruktur größtenteils überlagert wird.
  • Im Bereich der Äquatorregion auftretende Rillensysteme stehen in einem direkten Zusammenhang mit diesen beiden Bassins und haben sich aufgrund der Schockwellen gebildet, welche das Innere von Vesta infolge der jeweiligen Impakte durchliefen.
  • Vesta Impaktkrater bildeten sich über längere Zeiträume hinweg und unterliegen, vergleichbar mit den Kratern auf dem Erdmond, unterschiedlichen Stufen der Verwitterung. Sie spiegeln die intensive Geschichte der Kraterbildung innerhalb unseres Sonnensystems und helfen den Wissenschaftlern, die einstmaligen Bedingungen in dessen Frühgeschichte noch besser zu verstehen.
  • Die Krater weisen Charakteristiken auf, welche sich sowohl auf verschiedenen kleineren Asteroiden als auch auf größeren Objekten des Sonnensystems wie zum Beispiel dem Mond oder dem Mars finden lassen. Auch dies lässt Vesta als einen Himmelskörper erscheinen, welcher eine Übergangsform zwischen den kleinen Objekten im Sonnensystem und den Planeten darstellt.
  • Die Oberfläche von Vesta ist durchgehend von einer 100 Meter bis zu mehreren Kilometer dicken Schicht aus Regolith bedeckt, welche unter anderem durch die Vielzahl der in der Vergangenheit erfolgten Impakte erzeugt wurde.
  • Die Höhenunterschiede auf der Oberfläche von Vesta betragen etwa 41 Kilometer, was relativ zum Radius des mittleren Durchmessers einem Wert von 15 Prozent entspricht. Das ist zwar deutlich mehr als bei den terrestrischen Planeten unseres Sonnensystems wie Erde (0,3 Prozent), Mars oder Mond (jeweils ein Prozent), aber zugleich auch deutlich weniger als bei einigen der zuvor durch andere Raumsonden untersuchten Asteroiden (zum Beispiel 40 Prozent bei Lutetia). Auch dies ist ein Indiz dafür, dass es sich bei Vesta um einen Protoplaneten handelt.
  • Die Topografie der Oberfläche weist stellenweise große Hangneigungen im Bereich der Krater auf. Verschiedene Impaktereignisse lösten dabei im Bereich dieser Krater Hangrutschungen aus, welche die Oberfläche noch weiter veränderten. Die Form einiger der dabei entstandenen Hangrinnen deutet darauf hin, dass im Rahmen dieser Prozesse zuvor im Untergrund gebundenes Wasser freigesetzt wurde.
  • Diese Schlussfolgerung deckt sich mit der Entdeckung von "dunklen Materialablagerungen" auf der Oberfläche von Vesta, welche teilweise mit der die Oberfläche bedeckenden Regolithschicht vermischt sind. Diese Ablagerungen wurden durch die Deposition von kohlenstoffhaltigen Materialien erzeugt. Hierfür verantwortlich war wahrscheinlich der Impakt, welcher zur Entstehung des Veneneia-Bassins führte.
  • Im Gegensatz zu früher erstellten Modellen und den allgemeinen Erwartungen konnte im Rahmen der bisherigen Datenauswertung bis zum jetzigen Zeitpunkt kein in der Vergangenheit auf Vesta erfolgter Vulkanismus nachgewiesen werden. Eventuell erfolgte eine vulkanische Aktivität - sofern überhaupt vorhanden - nur in lokal begrenzten Bereichen und über einen kurzen Zeitraum hinweg. Sollte dies zutreffen, so könnten die Auswirkungen dieser Aktivitäten durch später erfolgte Impakte regelrecht "verwischt" worden sein.
  • Generell kann gesagt werden, dass die Oberfläche von Vesta eher denen der terrestrischen Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars sowie dem irdischen Mond gleicht als den Oberflächen der bisher näher untersuchten Asteroiden.

Diverse sich auf die Untersuchung von Vesta beziehende Studien werden derzeit auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen bei Vesta im Jahr 2012 setzte die Raumsonde ihre Reise durch unser Sonnensystem fort. Im Jahr 2015 wird DAWN ihr zweites Reiseziel, den Zwergplaneten Ceres, erreichen und auch dieses größte und zugleich massereichste Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel aus einem Orbit heraus über mehrere Monate hinweg analysieren.

Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Betrieb der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013)


» Rätselhafte Hangrinnen auf Vesta
11.09.2013 - Während der fast 14monatigen Erkundung des Asteroiden Vesta durch die Raumsonde DAWN entdeckten Wissenschaftler im Bereich mehrerer Krater Hangrinnen, deren Form und Struktur auf das zeitweilige Auftreten von flüssigem Wasser hindeuten. Dieses Wasser ist offenbar in Form von Eis und hydratisierten Mineralen im Untergrund von Vesta gebunden.
Die Raumsonde DAWN startete am 27. September 2007 und schwenkte am 16. Juli 2011 in eine Umlaufbahn um den Asteroiden (4) Vesta ein. Bis zum September 2012 wurde dieser drittgrößte Körper im Haupt-Asteroidengürtel des Sonnensystems mit drei wissenschaftlichen Instrumenten, darunter ein unter der Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau entwickeltes und gebautes Kamerasystem, intensiv erforscht.

Hangrinnen auf Vesta

Bei der Durchsicht der über 28.000 Aufnahmen, welche die Framing Camera von der Asteroidenoberfläche anfertigte, entdeckten die an der Mission beteiligten Wissenschaftler an den Innenseiten mehrerer geologisch noch relativ junger Krater zwei verschiedene Arten sogenannter Hangrinnen (engl. Bezeichnung "gullies").

Bei insgesamt 48 Kratern verlaufen diese Rinnen relativ geradlinig vom oberen Rand des Kraters zu dessen unteren Bereichen. Laut den an der Auswertung dieser Aufnahmen beteiligten Wissenschaftlern lassen sich diese auch als "L-Typ-Rinnen" bezeichneten Hangrinnen relativ einfach durch den Fluss von trockenem Material wie etwa Sand, Staub oder Regolith erklären, welches durch Erschütterungen losgelöst wurde und sich anschließend wie eine Lawine an der Kraterwand in die Tiefe ergoss. Die Prozesse, welche zur Bildung dieser L-Typ-Rinnen führen, sind mittlerweile gut untersucht. Ähnliche Formationen sind zum Beispiel vom Erdmond oder anderen Asteroiden her bekannt und wurden im Vorfeld der Mission auch bei Vesta erwartet.

Deutlich rätselhafter präsentiert sich dagegen der zweite Hangrinnen-Typ ("C-Typ"), welcher bei 11 Kratern beobachtet wurde, die sich wiederum in zwei Bereichen auf der Vesta-Oberfläche konzentrieren. Diese Rinnen, welche anfangs schmaler ausfallen als die geradlinig verlaufenden Hangrinnen, gehen in der Regel von V-förmigen Abbruchregionen aus und vereinen sich im weiteren Verlauf mit anderen Rinnen, wobei die Breite der jetzt vereinten Rinnen zunimmt. Dabei folgen sie einem eher geschlängelten Verlauf und enden teilweise in fächerförmigen Ablagerungen. Auf der Erde, so die Wissenschaftler, entstehen vergleichbare Strukuren durch den Einfluss von Wasser. Und auch auf dem Mars, wo Hangrinnen vom C-Typ erstmals im Jahr 2000 von dem Orbiter Mars Global Surveyor nachgewiesen wurden, wird deren Entstehung mit dem Einfluss von schmelzenden Wassereis in Zusammenhang gebracht. Bisher konnte kein Mechanismus gefunden werden, welcher die Entstehung von geschlängelten Hangrinnen durch einen ausschließlich "trockenen" Prozess erklärt.

Ein verborgenes "Wasserreservoir" im Untergrund

Wo jedoch könnte sich auf einem lediglich durchschnittlich 525 Kilometer durchmessenden Himmelskörper dieses Wasser verbergen? Die Wissenschaftler vermuten dessen Ursprung im Untergrund des Asteroiden. Durch frühere Einschläge von Asteroiden oder Kometen könnte sich Wassereis auf der Oberfläche von Vesta abgelagert haben, welches anschließend von Regolith bedeckt und so vor einem Verdampfen aufgrund der von der Sonne ausgehenden Strahlung geschützt wurde. Durch eine spätere partielle Erhitzung des Asteroiden, eventuell durch weitere Impakte verursacht, wurde dieses Eis dann aufgeschmolzen, trat in Form von Wasser an die Oberfläche und führte noch vor dessen Verdampfung zur Entstehung der C-Typ-Rinnen.

Dieser vorgeschlagene Entstehungsprozess für einige der auf Vesta beobachteten Hangrinnen deckt sich mit früheren Forschungsarbeiten, bei denen sich zeigte, dass sich im Untergrund des Asteroiden größere Mengen an Wasserstoff befinden, welche hier in Form von hydratisierten Mineralen gebunden sind (Raumfahrer.net berichtete).

Die hier kurz vorgestellte Studie wurde am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen bei Vesta im Jahr 2012 setzte die Raumsonde ihre Reise durch unser Sonnensystem fort. Im Jahr 2015 wird DAWN ihr zweites Reiseziel, den Zwergplaneten Ceres, erreichen und auch dieses größte und zugleich massereichste Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel aus einem Orbit heraus über mehrere Monate hinweg untersuchen.

Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Betrieb der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013)


» NASA hat Kontakt zu Deep Impact verloren
11.09.2013 - Vermutlich auf Grund einer Boot-Schleife hat die NASA den Funkkontakt zum Kometen-Jäger Deep Impact verloren. Da mit zunehmender Dauer des Computerproblems die genaue Ausrichtung der Antenne in Richtung Erde verloren geht, werden die Versuche zur Wiederherstellung der Kommunikation immer schwieriger.
Seit 08. August 2013 hat die Missionskontrolle den Kontakt zur Sonde Deep Impact verloren. Die Sonde ist als erfolgreicher Kometen-Jäger bekannt und wurde im Januar 2005 gestartet. Nach gelungener Primär-Mission, dem Anflug an den Kometen Temple 1 und dem Abschuss eines Kupfer-Aluminium-Projektils (Impactor) auf den Kometen zur Analyse der daraus entstehenden Staubwolke, wurden Folgemissionen unter dem Namen EPOXI aufgesetzt. Die inzwischen achteinhalbjährige Lebensdauer geht weit über die Planungen der Konstrukteure hinaus und könnte eine der Ursachen sein. Laut NASA führte höchstwahrscheinlich eine Anomalie in der Software dazu, dass sich der Bordcomputer ständig neu hochfährt. Ursache für diese Boot-Schleife könnte die lange Nutzung sein. Daraus resultierende Probleme mit der Bordzeit generieren einen ständigen Neustart. Dies vermutet Michael A’Hearn, Forschungsleiter der Mission an der University of Maryland, gegenüber Spaceflight Now.

Unmittelbare Folge davon ist wiederum, dass keine automatische Lageregelung mehr stattfindet. Es sind zwar nur kleine Veränderungen, die durch kurze Triebwerkszündungen korrigiert werden müssten. Aber nach nunmehr vier Wochen gibt es erste Befürchtungen, dass ohne diese Korrekturen bei der Wiederherstellung der Kommunikation die Zeit davon läuft. Die zunehmend ungenaue Ausrichtung der Antennen auf die Erde wird die Kontaktaufnahme immer schwieriger machen. Zusätzlich könnte mangels optimaler Lage eine ausreichende Stromversorgung durch die Solarzellen in Frage gestellt werden.

Deep Impact hat seit seinem Start 7,6 Milliarden Kilometer im All zurückgelegt. Nach dem Anflug an Temple 1 im Juli 2005 und dem Beschluss zur Missionsverlängerung wurde im November 2010 der Komet Hartley 2 besucht. Im Januar 2012 folgten aus einiger Distanz Aufnahmen des Kometen C/2009 P1 (Garradd) und zuletzt Anfang 2013 des Kometen C/2012 S1 (ISON).

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Roland Rischer - Quelle: NASA, Spaceflight Now)


» Auch Mexsat 2 hat nun Träger - fliegt auf Atlas V
12.09.2013 - Am 9. September 2013 gab Lockheed Martin Commercial Launch Services (LMCLS) bekannt, vom mexikanischen Ministerium für Kommunikation und Transport (Secretara de Comunicaciones y Transportes, SCT) beauftragt worden zu sein, den Kommunikationssatelliten Morelos 3 alias Mexsat 2 auf einer Atlas-V-Rakete in den Weltraum zu transportieren.
Mexsat 2 wird eine Startmasse von rund 5.800 Kilogramm haben. Hat er seine vorgesehene Position im Geostationären Orbit erreicht und den Betrieb aufgenommen, wird seine Masse noch rund 3.200 Kilogramm betragen. Das Raumfahrzeug ist eine Konstruktion des US-amerikanischen, in El Segundo im Bundesstaat Kalifornien ansässigen Satellitenherstellers Boeing Space and Intelligence Systems (BSS) und basiert auf der Plattform 702 HP.

Die Kommunikationsnutzlast von Mexsat 2 soll mit Transpondern für das Ku- und das L-Band ausgerüstet werden. Für Verbindungen im Ku-Band erhält Mexsat 2 eine Antenne mit einem Reflektordurchmesser von rund 2 Metern, für im L-Band-Bereich abzuwickelnde Mobilfunkkommunikation eine Antenne mit einem Reflektordurchmesser von ca. 22 Metern.

Die beiden mit je 5 Segmenten ausgestatteten Solarzellenausleger des Satelliten mit UTJ-Galliumarsenid-Zellen werden nach Angaben von Boeing in der Lage sein, die Satellitensysteme und die Kommunikationsnutzlast mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 14 Kilowatt zu versorgen, am Ende der Auslegungsbetriebsdauer sollen immer noch 13 Kilowatt zur Verfügung stehen.

Unterstützen sollen das Stromversorgungssystem an Bord von Mexsat 2 Lithium-Ionen-Akkumulatoren des Herstellers Saft, die aus Zellen vom Typ VES140S aufgebaut sind. Die Akkumulatoren haben insbesondere in zwei jeweils rund 45 Tage dauernden Betriebsphasen pro Jahr, während derer die Solarzellenausleger nicht oder nicht ausreichend von der Sonne beschienen werden, die Aufgabe, den Strom für einen ununterbrochenen Betrieb aller Bordsysteme zu liefern.

Mexikos Regierung will Mexsat 2 einsetzten, um Mexiko und die umliegenden Regionen mit einer großen Bandbreite von Telekommunikationsdiensten zu versorgen. Stationieren möchte man Mexsat 2 bei 116,8 Grad West im Geostationären Orbit. 15 Jahre lang soll sich der Satellit dann dort betreiben lassen.

Der Start von Mexsat 2 von der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) im US-amerikanischen Bundesstaat Florida aus ist derzeit für das Jahr 2015 geplant und soll darin möglichst früh stattfinden. Gelingen Start und Inbetriebnahme des Satelliten wie gewünscht, wird er Teil einer von Boeing entwickelten Satellitenkonstellation namens Mexican Satellite System (MEXSAT), die einmal neben den von BSS konstruierten Satelliten Mexsat 1 und Mexsat 2 auch den von der Orbital Sciences Corporation (OSC) gebauten Mexsat 3 alias Bicentenario umfassen wird. Letzterer befindet sich seit seinem Start auf einer Ariane-5-Rakete am 19. Dezember 2012 im Weltraum und wurde im März 2013 vom SCT abgenommen.

Alle Satelliten der neuen Konstellation zusammen werden nach Angaben des SCT 122 Ausleuchtzonen bedienen können. Mit dem zugehörigen Bodensegment bilden sie das Mexsat Communications Network (ESPECIMEN). Für Raum- und Bodensegment fungiert BSS als Hauptaufragnehmer. SCT und BSS hatten am 17. Dezember 2010 laut SCT einen Preis von 1,0318 Milliarden US-Dollar für die nötigen Lieferungen und Leistungen vereinbart.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: BSS, LMCLS, SCT)


» Ein Atlas des Asteroiden (4) Vesta
12.09.2013 - Ein neu erstelltes Kartenwerk, welches auf Aufnahmen der Raumsonde DAWN basiert, zeigt die Oberfläche des Asteroiden (4) Vesta in hoher Auflösung.
Die am 27. September 2007 gestartete Raumsonde DAWN schwenkte am 16. Juli 2011 in eine Umlaufbahn um den Asteroiden (4) Vesta ein und untersuchte diesen drittgrößten Himmelskörper im Bereich des Haupt-Asteroidengürtel unseres Sonnensystems anschließend bis zum September 2012 ausführlich mit den drei an Bord der Raumsonde befindlichen wissenschaftlichen Instrumenten. Neben dem im visuellen und infraroten Spektralbereich arbeitenden VIR-Spektrometer und dem Gamma- und Neutronenspektrometer GRAND kam dabei auch ein unter der Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau entwickeltes und gebautes Kamerasystem, die aus zwei identischen Optiken bestehende Framing Camera, zum Einsatz.

Zwecks der eingehenden wissenschaftlichen Untersuchung von Vesta umrundete die Raumsonde ihr Ziel dabei in drei verschiedenen Höhen: Dem "Survey Orbit" (rund 2.700 Kilometer Höhe), dem "High Altitude Mapping Orbit" (kurz "HAMO", 700 Kilometer Höhe) und schließlich dem "Low Altitude Mapping Orbit" (kurz "LAMO", 210 Kilometer Höhe). Jede dieser Orbithöhen war dabei für bestimmte wissenschaftliche Aktivitäten optimiert. Eines der Missionsziele bestand darin, die Oberfläche des Asteroiden umfassend und in hoher Auflösung abzubilden, wofür sich speziell der niedrigste dieser drei Orbits eignete.

Zwischen dem Dezember 2011 und Ende April 2012 fertigte die Framing Camera aus dem LAMO heraus knapp 10.000 Aufnahmen an, die über eine Auflösung von bis zu 20 Metern pro Pixel verfügen und welche die Asteroidenoberfläche aus unterschiedlichen Blickwinkeln und unter verschiedenen Beleuchtungsverhältnissen wiedergeben. Aus diesen Aufnahmen wählten die Mitarbeiter eines von Dr. Thomas Roatsch vom Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof geleiteten Teams etwa 8.000 Aufnahmen aus, aus denen anschließend eine globale Karte der Vesta-Oberfläche erstellt wurde.

Um diese Aufnahmen zu einem auch wissenschaftlich aussagekräftigen Werk zusammenfügen zu können, mussten die einzelnen Fotos zuerst aufwendig bearbeitet werden. Nach verschiedenen Kalibrierungen und der Korrektur von geometrischen Verzerrungen wurden die Bilder zu einer Mercator-Projektion zusammengesetzt, aus welcher sich einzelne Kartenblätter erstellen lassen. Die dabei erzeugten 30 Kartenblätter geben die Oberfläche von Vesta in einem Maßstab von 1:200.000 wieder und sind auf einer entsprechenden Internetseite des DLR im PDF-Format abrufbar. Die einzelnen Kartenblätter finden Sie hier. Lediglich die Nordpolregion des Asteroiden, welche während des Besuchs durch DAWN im Schatten verborgen blieb, konnte nicht fotografisch abgebildet werden.

Die auf diesen Karten vermerkten Namen von einzelnen Oberflächenstrukturen wurden von den an der DAWN-Mission beteiligten Wissenschaftlern vorgeschlagen und anschließend von der Internationalen Astronomischen Union (IAU), welche für die Namensvergabe für Oberflächenformationen auf extraterrestrischen Himmelskörpern verantwortlich ist, übernommen. Die vergebenen Namen stehen entweder in einer Verbindung zu historischen römischen Persönlichkeiten oder aber in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der römischen Mythologie und Religion bezüglich der Göttin Vesta, nach der dieser Asteroid benannt wurde.

Der neu erstellte Atlas von Vesta wird im Rahmen des European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt. Diese Karten werden den Planetologen dabei behilflich sein, die Oberfläche dieses Asteroiden noch besser zu beschreiben und dadurch weitere Erkenntnisse über die diversen Prozesse zu gewinnen, welche zur Bildung von dessen vielfältig gestalteten Oberfläche geführt haben. Weitere, bereits im Rahmen der Survey- und HAMO-Phase angefertigte Atlanten finden Sie hier.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen bei Vesta im Jahr 2012 setzte die Raumsonde ihre Reise durch unser Sonnensystem fort. Im Februar 2015 wird DAWN ihr zweites Reiseziel, den Zwergplaneten Ceres, erreichen und auch dieses größte und zugleich massereichste Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel aus einem Orbit heraus über mehrere Monate hinweg erkunden.

Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Betrieb der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013)


» Drei Gonjez auf Rokot gestartet
12.09.2013 - In der Nacht ist eine Trägerrakete des Typs Rokot-KM gestartet und hat drei Datenrelaissatelliten des Typs Gonjez ins All transportiert.
Die drei Gonjez-M (auf deutsch: Bote) mit den Nummern 5, 6 und 7 gehören zu einer im Aufbau befindlichen Konstellation für multifunktionale persönliche Satellitenkommunikation. Dazu zählen Sprach- und Datendienste wie Email, Fax und Telex. Die Satelliten können aber auch Daten von Einbruchs- und Brandmeldeanlagen sowie Umweltsensoren entgegennehmen und weiterleiten. Gefunkt wird im A- bzw. B-Band (UHF/VHF) mit bis zu 64 kBit/s. Der Speicher an Bord jedes etwa 280 kg schweren Satelliten liegt bei 8 MByte, die Sendeleistung bei 10 W.

Vorversuche mit dem zivilen System wurden ab 1992 angestellt, die ersten funktionsfähigen Satelliten gelangten 1996 ins All. Die Gonjez-M-Serie gibt es seit 2005, da die geplante Funktionsdauer bei 5 bis 7 Jahren liegt, ist das Netz, das zunächst auf 36, später auf 12 Satelliten ausgelegt war, nach wie vor unvollständig. Ab 2014 sollen Satelliten der verbesserten Serie Gonjez-M1 folgen. Die Raumfahrzeuge werden bei Reschetnjow gefertigt.

Der Start erfolgte gegen 1.37 Uhr MESZ vom Kosmodrom Plesezk aus.

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, Raumcon)


» Kometensonde Rosetta: Vier Monate bis zum Erwachen
13.09.2013 - Am 20. Januar 2014 wird die Raumsonde Rosetta ihren derzeitigen Tiefschlaf beenden und mit der Erforschung des Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko beginnen. Über die zu erwartenden Resultate wurde heute auf dem diesjährigen European Planetary Science Congress berichtet.
Am 2. März 2004 begann die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Kometensonde Rosetta nach zwei Startverschiebungen ihre rund 10 Jahre dauernde Reise zu dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko. Das Hauptziel der Mission, so die beteiligten Wissenschaftler, besteht darin, ein noch besseres Verständnis über die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte unseres Sonnensystems zu erlangen.

Die zu ermittelnden chemischen und physikalischen Eigenschaften von 67P/Tschurjumow-Gerasimenko werden den Planetologen dabei wichtige Hinweise auf die Zusammensetzung des prä-solaren Nebels liefern, aus dem sich vor rund 4,55 Milliarden Jahren unser Sonnensystem entwickelt hat. Außerdem sollen Daten darüber gesammelt werden, wie sich die Aktivität eines Kometen beim Erreichen des inneren Sonnesystems verändert.

Während des Fluges zu dem Zielkometen hat die Raumsonde Rosetta dreimal die Erde und einmal den Mars passiert und dabei im Rahmen dieser Swing-by-Manöver Schwung für die weitere Reise genommen. Außerdem wurden bei zwei nahen Vorbeiflügen, welche am 5. September 2008 und am 10. Juli 2010 erfolgten, die beiden Asteroiden (2867) Steins und (21) Lutetia mit verschiedenen Instrumenten näher untersucht. Am 8. Juni 20011 wurde die Raumsonde schließlich in einen rund 31 Monate andauernden, energiesparenden Tiefschlafmodus versetzt, welcher noch bis zum 20. Januar 2014 anhalten wird (Raumfahrer.net berichtete).

Nach dem "Aufwachen" aus dem Tiefschlafmodus wird sich Rosetta dem Kometen weiter langsam annähern und damit beginnen, ihr Ziel mit den 11 Instrumenten, welche sich an Bord der Raumsonde befinden, eingehend untersuchen. Im August 2014 wird Rosetta schließlich ihr Ziel erreichen. In den folgenden Monaten soll neben weiteren Analysen eine globale Kartierung der Kometenoberfläche erfolgen.

Die dabei zu gewinnenden Daten sollen unter anderem dazu verwendet werden, um ein Landegebiet für den von Rosetta mitgeführten Kometenlander Philae zu bestimmen. Dieser etwa 100 Kilogramm schwere Lander soll am 11. November 2014 voraussichtlich im Bereich der südlichen Hemisphäre auf dem Kometen aufsetzen (Raumfahrer.net berichtete) und das Landegebiet anschließend über einen Zeitraum von mindesten 60 Stunden mit insgesamt 10 Instrumenten noch eingehender erforschen.

Erforschung der zunehmenden Kometenaktivität

Im Rahmen der Untersuchungen soll Rosetta 67P/Tschurjumow-Gerasimenko auf dessen Weg in das innere Sonnensystem begleiten und dabei bis mindestens zum Dezember 2015 weitere Daten sammeln, mit denen unter anderem die zunehmende Aktivität und die dadurch bedingte Entwicklung der Koma und des Schweifes dieses Kometen dokumentiert werden sollen.

Den Großteil ihrer Existenz fristen Kometen fernab der Sonne als kalte, nahezu unveränderliche Brocken aus Eis, Staub und gefrorenen Gasen. Erst wenn sich ein Komet der Sonne nähert, setzt eine Verwandlung ein. Aufgrund der steigenden Temperaturen verdampfen die leichtflüchtigen Bestandteile des Kometenkerns und reißen dabei regelrechte Fontänen aus Staub mit sich. Diese Teilchen formen zunächst eine sogenannte Koma, welche den Kometenkern vollständig einhüllt. Aus dieser Kometenkoma entwickelt sich aufgrund des von der Sonne ausgehenden Strahlungsdrucks anschließend auch ein "Schweif", welcher den Kometen ihr charakteristisches Aussehen verleiht.

Allerdings sind die dabei ablaufenden Prozesse längst noch nicht bis ins letzte Detail verstanden. Welche Faktoren setzen dieses Ausstoß von Gas und Staub in Gang? Wie entwickelt sich die Aktivität? Und welche Prozesse auf der Oberfläche und im Kern des Kometen spielen dabei welche Rolle? Die Rosetta-Mission bietet den Planetenforschern die bisher einzigartige Möglichkeit, alle Phasen der einsetzenden Kometenaktivität aus der unmittelbaren Nähe zu beobachten.

Was erwartet Rosetta?

Obwohl sich Rosetta während der letzen zwei Jahre in einem Tiefschlafmodus befunden hat, waren die an der Mission beteiligten Wissenschaftler in der Zwischenzeit nicht untätig. Vielmehr wurden verschiedene Studien durchgeführt, welche sich unter anderem mit den physikalischen Parametern des Kometen, den vermutlichen Oberflächeneigenschaften, der zu erwartenden Ausgasungsrate, der Staubentwicklung in der sich bildenden Koma sowie den Eigenschaften dieses Staubes auseinandersetzen, die durch die verschiedenen Instrumente des Orbiters und des Landers ermittelt werden können. Einige dieser Arbeiten wurden am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

"Auf diesem Meeting haben wir alles mögliche diskutiert", so Matt Taylor, der für diese Mission verantwortliche Projektwissenschaftler der ESA. "Von der Beschaffenheit der den Kometenkern bedeckenden Oberfläche über die zu erwartende Staubproduktionsrate bis hin zu der Größe und Geschwindigkeit dieser Teilchen und deren Interaktion mit dem Magnetfeld der Sonne... Es gibt eine Menge Dinge, die wir wissen und verstehen müssen."

Weitere Studien beschäftigten sich mit der zu erwartenden Aktivität des Kometen, welche sich auf dessen Weg in das innere Sonnensystem verändern wird und mit eventuell damit verbundenen Veränderungen in der Roationsgeschwindigkeit oder der Ausrichtung der Rotationsachse. Außerdem wurde diskutiert, inwieweit die sich verändernde Oberflächentemperatur des Kometenkerns dessen Ausgasungsrate beeinflusst.

Der Komet wird früher aktiv als ursprünglich erwartet

Neue Ergebnisse deuten außerdem darauf hin, dass 67P/Tschurjumow-Gerasimenko bereits im März 2014 - und somit deutlich früher als ursprünglich angenommen - damit beginnen wird, eine Koma auszubilden. Die Wissenschaftler stützen ihre Vorhersagen auf insgesamt 31 Datensätze, welche von verschiedenen Forschungsgruppen im Zeitraum zwischen 1995 und 2010 mit verschiedenen Teleskopen gewonnen wurden. Die Aufnahmen zeigen den Kometen an verschiedenen Stellen seiner Umlaufbahn um die Sonne und somit in verschiedenen Phasen seiner Aktivität.

"Es ist uns gelungen, Daten aus dem kompletten Aktivitätszyklus von Tschurjumow-Gerasimenko mit ein und derselbe Methode auszuwerten und somit vergleichbar zu machen", so Dr. Colin Snodgrass vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung im niedersächsischen Katlenburg-Lindau (MPS). "Wir erhalten dadurch erstmals ein umfassendes Bild, wie sich die Aktivität des Kometen auf seinem Weg um die Sonne entwickelt", ergänzt seine Kollegin Dr. Cecilia Tubiana. Einen besonders genauen Blick richteten die Wissenschaftler dabei auf die vorherige Anflugphase dieses Kometen auf die Sonne, welche in den Jahren 2007 und 2008 erfolgte - für einen kompletten Umlauf um die Sonne benötigt dieser Komet sechs Jahre und 203 Tage.

Als die ESA den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko zum Ziel der Rosetta-Mission erklärte, hatte dies eine Vielzahl von Beobachtungskampagnen zur Folge. "Allerdings haben die meisten der Daten aus dem Jahr 2007, als der Komet noch weit weg von der Sonne war, einen entscheidenden Schwachpunkt", so Cecilia Tubiana. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Komet von der Erde aus betrachtet vor dem Hintergrund des Galaktischen Zentrums - dem Massenzentrum unserer Milchstraße. Deshalb hob sich der zu diesem Zeitpunkt vergleichsweise lichtschwache Komet kaum von den unzähligen in dieser Himmelsregion befindlichen Hintergrundsternen ab.

In ihrer neuen Studie konnten die Forscher nun viele der Aufnahmen, welche bisher unbrauchbar waren, trotzdem auswerten. Der Schlüssel hierfür war eine spezielle Methode der Bildauswertung. Dabei werden Aufnahmen, welche in kurzen Zeitabständen angefertigt wurden, voneinander abgezogen. Auf diese Weise "verschwindet" der unübersichtliche Sternenhintergrund und nur Objekte, welche in diesem Zeitraum ihre Position verändert haben, kommen zum Vorschein. Hierdurch lässt sich die sich stetig verändernde Helligkeit des Kometen genau bestimmen. Aus dem gesamten Helligkeitsverlauf während eines Sonnenumlaufs lässt sich so rekonstruieren, wie aktiv der Komet zu welchem Zeitpunkt war.

Die aufwändigen Berechnungen lieferten unerwartete Resultate. Zur Überraschung der beteiligten Wissenschaftler zeigte 67P/Tschurjumow-Gerasimenko im Jahr 2007 bereits in einem Abstand von 4,3 Astronomischen Einheiten zur Sonne, dies entspricht einer Entfernung von etwa 643 Millionen Kilometern, einen deutlichen Helligkeitsanstieg. Bis dahin galt als Faustformel, dass Kometen erst ab einem Abstand von etwa drei Astronomischen Einheiten (etwa 450 Millionen Kilometern) damit beginnen, Gas und Staub in deutlich erkennbaren Mengen freizusetzen, denn erst in dieser Entfernung erwärmt die Sonne die Kometenoberfläche so stark, dass zum Beispiel dort befindliches gefrorenes Wasser in den gasförmigen Zustand übergeht. Sehr wahrscheinlich, so die beteiligten Forscher, ist für das "verfrühte" Einsetzen der Aktivität somit ein anderes Gas verantwortlich.

"Da sich Tschurjumow-Gerasimenko von Umlauf zu Umlauf recht ähnlich verhält, können wir die Ereignisse im nächsten Jahr gut vorhersagen", so Dr. Hermann Böhnhardt vom MPS, welcher ebenfalls an dieser Studie beteiligt war. Derzeit wird davon ausgegangen, dass 67P/Tschurjumow-Gerasimenko nach dem im März 2014 erfolgenden "Auftakt" den Höhepunkt seiner Aktivität etwa zur Mitte des Jahres 2015 erreicht - etwa einen Monat nachdem er in seinem geringsten Abstand an der Sonne vorbeigeflogen ist.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013, DLR, Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung)


» SSTL arbeitet an Bus für Weltraumteleskop CHEOPS
15.09.2013 - Der Satellitenbauer Surrey Satellite Technology Limited (SSTL) aus Großbritannien ist von der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) mit der Untersuchung von Entwürfen für die raumflugtechnische Plattform für das Weltraumteleskop CHEOPS beauftragt worden, gab er am 11. September 2013 bekannt.
CHEOPS steht für CHaracterising ExOPlanets Satellite, übersetzt Satellit zum Studium von Exoplaneten. Nach derzeitigem Planungsstand soll das Teleskop im Jahr 2017 auf einer VEGA-Rakete gestartet werden, um dann im All u.a. Durchmesser und Umlaufbahnen von Exoplaneten zu bestimmen, und Wissenschaftler in die Lage zu versetzen, auf die Bewohnbarkeit der Planeten zu schließen.

Von CHEOPS, das sich laut Plan auf einer niedrigen, sonnensynchronen Bahn zwischen 620 und 800 km über der Erde bewegen wird, erwartet man außerdem Daten, die für das Planung befindliche European Extremely Large Telescope (E-ELT) und das in Bau befindliche James Webb Space Telescope (JWST) wertvolle Informationen zu Einzelzielen für lohnenswerte Detailstudien enthalten.

Aus einer Reihe von 26 eingereichten Vorschlägen für kleine Wissenschaftsmissionen, sogenannten S-class-Missionen, hatte die ESA 2012 CHEOPS mit einer voraussichtlich Gesamtstartmasse im Bereich von 200 Kilogramm und einer Auslegungsbetriebsdauer von 3,5 Jahren ausgewählt. Eine Reihe von ESA-Mitgliedsstaaten werden maßgebliche Beiträge zu Programm und Mission leisten. Die Programmführung obliegt dem ESA-Gründungsmitglied Schweiz, aus dem auch Teleskoptechnik für CHEOPS kommt.

Die Aufgabe von SSTL besteht jetzt darin, in den kommenden 10 Monaten einen tragfähigen Entwurf für die Satellitenplattform, auf der die Beobachtungsnutzlast mit dem schweizerischen Teleskopsystem und einer Masse im Bereich von 60 Kilogramm betrieben werden kann, zu erarbeiten. Die Satellitenplattform muss nach derzeitigem Stand in der Lage sein, maximal rund 70 Watt elektrische Leistung an die Beobachtungsnutzlast zu liefern. Der kontinuierliche Leistungsbedarf der Beobachtungsnutzlast wird aktuell auf rund 50 Watt veranschlagt.

Um Ansprüchen hinsichtlich einer kurzfristigen Umsetzung und niedrigem finanziellen Budget gerecht zu werden, hatte die ESA nach einem auf bereits existierenden, im Weltraum bewährten Konstruktionen für Flughardware basierenden Entwurf gefragt. SSTL selbst will daher mit einer Variante der hauseigenen Plattform SSTL-150 arbeiten, die beispielsweise auch als Grundlage für die 5 Erdbeobachtungssatelliten der RapidEye-Konstellation und den Weltraumüberwachungssatelliten Sapphire diente und in diesen Satelliten aktiv ist.

2010 nannte SSTL für den durch Reaktionsräder und Magnettorquer ausrichtbaren Bus SSTL-150 eine Auslegungsbetriebsdauer von 7 Jahren, an deren Ende er seine Nutzlast noch mit 50 Watt kontinuierlicher und 100 Watt Spitzenleistung versorgen kann. Der Bus hat laut SSTL eine Trockenmasse von 103 Kilogramm und kann eine maximale zusätzliche Nutzlastmasse von 50 Kilogramm tragen - missionsspezifische Modifikationen sind also erforderlich.

Entscheidende Anforderungen an eine Plattform für CEHOPS existieren insbesondere in den Bereichen Thermalmanagement und Genauigkeit bei der Ausrichtung. Deshalb müssen Verwendbarkeit und Modifizierbarkeit vorhandener Systeme sorgfältig geprüft werden. Hinsichtlich der Ausrichtung des dreiachsstabilisierten Raumfahrzeugs überlegt man, Daten, die die wissenschaftliche Nutzlast liefert, auch für die Lageregelung des Satelliten heranzuziehen.

Eine konkrete Beauftragung für die Herstellung der Satellitenplattform für das neue Weltraumteleskop wird voraussichtlich im Jahr 2014 erfolgen.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA, SSTL, Universität Genf)


» Neue japanische Rakete startet Forschungssatelliten
15.09.2013 - Gestern erlebte die japanische Epsilon-Rakete ihren erfolgreichen Jungfernflug. Als Nutzlast startete sie dabei ein UV-Observatorium zur Untersuchung von Planeten unseres Sonnensystems.
Der Start erfolgte gestern, am 14. September, um Punkt 14.00 Uhr JST (entspricht 7.00 Uhr MESZ) vom Uchinoura Space Center, ehemals Kagoshima Space Center, an der Südspitze der Insel Kyushu. Nach dem Ausbrennen der Erststufe, einem Feststoffbooster der H-IIA-Familie, nach 1:54 min flog die gesamte Rakete bis 2:45 min nach dem Liftoff antriebslos weiter, wobei in dieser Zeit auch die Nutzlastverkleidung abgetrennt wurde, bis es zur Abtrennung der Erst- und zur Zündung der Zweitstufe kam. Solch eine Freiflugphase wiederholte sich auch nach dem Ausbrennen und Abtrennen der Zweitstufe nach 4:24 min, wobei die Freiflugphase mit fast 6 Minuten ungleich länger war. Schließlich wurde nach dem Ausbrennen der Drittstufe noch die so genannte Post Boost Stage (PBS), auch bekannt als Compact Liquid Propulsion Stage (CLPS) gezündet, welche die Umlaufbahn der Nutzlast korrigierte. Nach 61:39 Min wurde sie schließlich ausgesetzt und die Mission konnte aus Sicht der Trägerrakete als erfolgreicher Jungfernflug verbucht werden.

Bei der Nutzlast handelt es sich um das Spectroscopic Planet Observatory for Recognition of Interaction of Atmosphäre (SPRINT-A für spektroskopisches Planetenobservatorium für die Erfassung von Atmosphäreninteraktionen), einem kleinen UV-Weltraumteleskop, welches vor allem die Planeten Venus, Mars und Jupiter beobachten soll. Bei Venus und Mars soll vordergründig das Wegtragen ihrer Atmosphären in den interplanetaren Raum und die Interaktion zwischen Sonnenwind und Atmosphäre untersucht werden, während der Schwerpunkt bei Jupiter sein Mond Io ist. Hier soll der Energietransfer im Plasma in seiner Umgebung durch die Beobachtung von Schwefelionen, die bei Vulkanausbrüchen auf Io in den Weltraum geschleudert werden, untersucht werden.

Für diese Aufgaben wurde SPRINT-A, nach dem Start auf den Namen Hisaki getauft, mit einem bildgebenden Spektrometer ausgerüstet, welcher vor allem im kurzwelligen, harten UV-Bereich arbeitet, sowie eine Führungskamera, um die richtige Ausrichtung des Satelliten sicherzustellen. Die wissenschaftliche Nutzlast befindet sich dabei in einem Satellitenbus vom Typ NEXTAR NX-300L, welcher alles bereitstellt, was ein Satellit sonst braucht: zwei ausfaltbare Solarzellenflächen, Kommunikation, Bordcomputer, Lageregelungssystem etc. Im Großen und Ganzen wiegt der gesamte Satellit so aber gerade einmal 350 kg. Dies ist aber typisch für Japans Weltraumprogramm, das früher mit der My-Serie, den Vorgängern der Epsilon, schon seit dem ersten Satelliten im Jahr 1970 auf kleine, relativ billige Forschungssatelliten setzte, um so die Erforschung des Weltraum voranzutreiben.

Der Start der Epsilon war der Jungfernflug dieser Trägerrakete sowie der dritte Start einer japanischen Rakete und der 52. Start einer Rakete überhaupt in diesem Jahr.

Verwandte Artikel:

Verwandte Websites:

Diskutieren sie mit:


(Autor: Daniel Maurat - Quelle: JAXA)


» Weltraumwetter-Observatorium DSCOVR soll 2015 starten
17.09.2013 - In der ersten Septemberwoche 2013 erreichte das Projekt für das US-amerikanische Weltraumwetter-Observatorium DSCOVR einen weiteren Meilenstein. Nach einem sogenannten Review stehen Finanzierungs- und Entwicklungspläne bis zum voraussichtlichen Betriebsende des Satelliten, dessen Start nun für Anfang 2015 vorgesehen ist.
DSCOVR steht für Deep Space Climate Observatory und bedeutet übersetzt sinngemäß Tiefraum-Klima-Observatorium. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtagentur (NASA), der US-amerikanischen Wetterbehörde (NOAA) sowie der US-amerikanischen Luftwaffe (USAF).

Betreiben wird den Satelliten die NOAA, den Transport ins All auf einer Falcon-9-Rakete von SpaceX organisiert die USAF. Die NASA entwickelt das Bodensegment, über den der Betrieb des Satelliten künftig abgewickelt werden wird, und überarbeitet unter Nutzung von durch die NOAA bereitgestellten Geldern einen ab November 2001 lange beim Goddard-Raumflugzentrum (GSFC) der NASA eingelagerten Satelliten, der nicht zum Start gebracht worden war.

Ursprünglich zum Transport durch ein Space Shuttle vorgesehen und Triana genannt war dem auf dem SMEX-Lite-Bus aufgebauten, primär für die Untersuchung von Klimaveränderungen auf der Erde und der Sensibilisierung einer breiteren Öffentlichkeit dafür gedachten Raumfahrzeug keine ausreichende politische Unterstützung zugebilligt worden.

2001 hatte man Tirana aus der Startplanung der Space Shuttle gestrichen, 2006 die Mission schließlich endgültig abgesagt. Jetzt ist der Start des Satelliten nach Änderungen von Missionszielen und Instrumentierung wieder in greifbare Nähe gerückt.

Triana hätte aus einem Bereich beim Lagrange-Punkt L1 in rund 1,5 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde, wo sich Gravitationskräfte von Sonne und Erde egalisieren, Richtung unseres Heimatplaneten schauen, regelmäßig Bilder von ihm aufzeichnen und zur Erde schicken sollen. Außerdem wollte man an Bord von Triana Geräte zur Messungen der Menge des von der Erde reflektierten Sonnenlichts und der Untersuchung der Erdatmosphäre einsetzen.

Als DSCOVR wird der Satellit von seiner Bahn um den Lagrange-Punkt L1 seinen Blick laut Plan auch zur Sonne richten. Auf diese Weise kann er den Sonnenwind untersuchen und Sonnenstürme erfassen, bevor diese die Erde erreichen.

Wenn die Sonne große Mengen energiereicher Protonen, Ionen, ultravioletter Strahlung und anderer energiereicher Partikel Richtung Erde sendet, kann das im Endeffekt Betriebsstörungen und Schäden zum Beispiel in Stromversorgungs- und Kommunikationsnetzen, in Navigationssystemen und Geräten im Luft- und Raumfahrteinsatz verursachen.

Nach Angaben der NASA schätzen Experten den finanziellen Schaden, der durch einen schweren Sonnensturm entstehen kann, auf 1 bis 2 Trillionen US-Dollar. Die NOAA erhofft sich von DSCOVR künftig verbesserte Warnmöglichkeiten. Die vom Satelliten erfassten Daten will die NOAA in das Real Time Solar Wind Network (RTSWnet) einspeisen.

Die Instrumentierung des Satelliten mit einer Auslegungsbetriebsdauer von fünf Jahren, für den die NOAA aktuell eine Trockenmasse von 307 und eine Startmasse von 440 Kilogramm nennt, besteht aus fünf Gerätekomplexen zur Erd- und Sonnenbeobachtung.

Im Bereich der Sonnenbeobachtung soll DSCOVR die Nachfolge des spinstabilisierten Advanced Composition Explorer (ACE) alias Explorer 71 antreten. Letzterer wurde am 25. August 1997 gestartet wurde und arbeitet bereits deutlich jenseits seiner Auslegungsbetriebsdauer.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA, NOAA)



^ Nach oben

Mars Aktuell: Schwefelhaltige Sedimente im Marskrater Becquerel von Redaktion



• Schwefelhaltige Sedimente im Marskrater Becquerel «mehr» «online»
• Schneefall und barokline Wellen auf dem Mars «mehr» «online»
• Marsmission InSight: Landezone eingegrenzt «mehr» «online»
• Curiosity: Immer noch kein Methan auf dem Mars «mehr» «online»
• Die Verteilung von Wasserstoff im Gale-Krater «mehr» «online»


» Schwefelhaltige Sedimente im Marskrater Becquerel
05.09.2013 - Heute veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen den Becquerel-Krater auf dem Mars. Ein im Inneren dieses Kraters gelegener Zentralberg besteht aus schwefelhaltigen Sedimentschichten und zeugt von der bewegten Klimageschichte unseres Nachbarplaneten.
Bereits seit dem Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express in einer Umlaufbahn um den Mars und liefert den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem regelmäßig eine Vielzahl an Daten über die Atmosphäre und die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten, durch deren Auswertung sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte ergeben.

Dabei überflog der Marsorbiter auch mehrmals den Becquerel-Krater und bildete diesen mit der High Resolution Stereo Camera (kurz "HRSC"), einem der insgesamt sieben wissenschaftlichen Instrumente an Bord der Raumsonde ab. Vier dieser Überflugaufnahmen, welche bereits vor mehreren Jahren während der Orbits 3253_1 (22. Juli 2006), 5332, 5350 und 5368 (26. Februar, 2. und 7. März 2008) angefertigt wurden, wurden jetzt von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern zu einem Bildmosaik zusammengefügt, welches in seiner finalen Fassung Strukturen von bis zu etwa 17 Metern Größe erkennen lässt.

Der Becquerel-Krater befindet sich in der nördlich des Marsäquators gelegenen Region Arabia Terra, welche eine Übergangszone zwischen dem Marshochland und der weite Teile der nördlichen Marshemisphäre umfassenden nördlichen Tiefebene bildet. Der Krater verfügt über einen Durchmesser von etwa 167 Kilometern und über eine Tiefe von bis zu 3.500 Metern. In seinem Inneren befindet sich ein weiterer, nochmals etwa 500 Meter tiefer reichender Krater. Unmittelbar südlich von diesem erhebt sich ein fast 1.000 Meter hoher Zentralberg, welcher sich aus mehreren hundert, jeweils nur wenige Meter dicken schwefelhaltigen Sedimentschichten zusammensetzt. Diese geschichteten Sedimentgesteine zeugen von der bewegten Klimageschichte unseres Nachbarplaneten.

Benannt wurde der Krater nach dem französischen Physiker Antoine Henri Becquerel (1852-1908), welcher im Jahr 1903 gemeinsam mit dem Ehepaar Marie und Pierre Curie für die Entdeckung der Radioaktivität mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde und nach dem die physikalische Einheit für die radioaktive Aktivität benannt ist.

Auf dem Boden des Becquerel-Kraters befinden sich ungewöhnliche Sedimentstrukturen. Hierbei handelt es sich um geschichtete, helle Ablagerungen, welche sich im südlichen Bereich des Kraters zu einem fast 1.000 Meter hoher Berg auftürmen, der über sanft geneigte Hänge und eine flache Kuppe verfügt. Ganz ähnliche Ablagerungen konnten von den Planetenforschern auch im Inneren des Gale-Krater nachgewiesen werden, wo am 6. August 2012 der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Curiosity gelandet ist. Nähere Untersuchungen führten zu dem Ergebnis, dass die hellen Ablagerungen in dieser Region aus sulfathaltigen Gesteinen bestehen, welche zum Teil Wasser enthalten. Bei den Sulfaten handelt es sich um Salze oder Ester der Schwefelsäure. Auf der Erde bilden sich Sulfate bei der Verdunstung von Wasser.

Die in der Region Arabia Terra relativ häufig anzutreffenden Sulfate lassen vermuten, dass vor etwa 3,5 bis 3,8 Milliarden Jahren ein einstmals großräumig aktiver Prozess für deren Entstehung verantwortlich war. Es wird angenommen, dass sich diese Sedimente durch ein Zusammenspiel von austretendem Grundwasser in tief liegenden Gebieten - zum Beispiel auf dem Grund von Einschlagskratern - und von Wind transportiertem Staub - möglicherweise in Kombination mit Ascheablagerungen - gebildet haben. Die deutlich erkennbare Abfolge der einzelnen Schichten wird auf jahreszeitlich bedingte Klimaschwankungen oder allgemeine Veränderungen des Marsklimas über größere Zeiträume hinweg zurückgeführt, welche zum Beispiel durch periodisch auftretende Schwankungen in der Ausrichtung der Rotationsachse des Mars ausgelöst werden können.

Diese und andere Theorien werden in der Fachwelt gegenwärtig immer noch intensiv diskutiert. Für eine abschließende Antwort fehlen derzeit immer noch wirklich stichhaltige Argumente und nähere wissenschaftliche Messergebnisse, welche direkt von der Marsoberfläche aus gesammelt werden müssen. In diesem Zusammenhang, so die Erwartung der Planetologen, wird auch der Marsrover Curiosity durch seine Untersuchung des Gale-Kraters wichtige Erkenntnisse liefern.

Auf den am heutigen Tag veröffentlichten Aufnahmen der Raumsonde Mars Express ist die Schichtung innerhalb des hellen Sedimentberges gut erkennbar. Vermutlich war einst der gesamte Boden des Becquerel-Kraters von diesen Sedimenten bedeckt. Sulfathaltige Gesteine sind relativ anfällig für Verwitterung, so dass im Laufe von möglicherweise mehr als drei Milliarden Jahren ein Großteil der geschichteten Sedimentablagerungen aufgrund der erosiven Kräfte von Wind und Wasser abgetragen wurde und ein abgeschliffener, an seinem Gipfel abgerundeter Berg zurückblieb.

Die dunklen Flächen in den Bildern, welche sich speziell im südlichen Bereich des Kraters konzentrieren, zeigen Oberflächenbereiche, welche von einer Schicht aus basaltischen Sanden und vulkanischer Asche bedeckt sind. Vergleichbare Ablagerungen bilden auf dem Mars vielerorts imposante Dünenfelder (Raumfahrer.net berichtete). Die Lage und Ausrichtung dieser dunklen Oberflächenbereiche gibt Aufschlüsse über die einstmals und gegenwärtig dominierenden Windrichtungen in diesem Bereich der Marsoberfläche.

Die weiter oben gezeigte Nadir-Farbansicht des Becquerel-Kraters wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Die perspektivischen Schrägansichten wurden aus den Aufnahmen der Stereokanäle der HRSC-Kamera berechnet. Das weiter unten zu sehende Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal der Kamera abgeleitet. Des Weiteren konnten die für die Bildauswertung zuständigen Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wurde, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten.

Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern.

Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten Mars Express-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

Die hier gezeigten Aufnahmen des Becquerel-Kraters finden Sie auch auf der entsprechenden Internetseite der FU Berlin. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:

Sonderseite des DLR:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: FU Berlin, DLR, ESA)


» Schneefall und barokline Wellen auf dem Mars
09.09.2013 - Planetenforscher aus Japan und Deutschland konnten jetzt einen Zusammenhang zwischen einem atmosphärischen Phänome auf dem Mars, der dortigen Wolkenbildung und dem daraus während der Wintermonate resultierenden Schneefälle herstellen. Neben einem besseren Verständnis von dessen Meteorologie verbessert sich durch diese Arbeit die Möglichkeit das zukünftige Wettergeschehen auf unserem Nachbarplaneten vorherzusagen.
Neben verschiedenen Spurengasen wie zum Beispiel Sauerstoff, Kohlenmonoxid und Wasserdampf, eventuell aber auch Methan besteht die Atmosphäre des Mars zum überwiegenden Teil aus Kohlendioxid, welches dabei mit einen Anteil von 95,32 Prozent vertreten ist. Zwei weitere Bestandteile der Marsatmosphäre sind Stickstoff (2,7 Prozent) sowie das mit einem Mengenanteil von 1,6 Prozent vorhandene Edelgas Argon. Diese Mengenanteile sind allerdings nicht konstant in der Marsatmosphäre enhalten. Vielmehr unterliegt deren Zusammensetzung einer bestimmten, jahreszeitlich bedingten Veränderung.

Wachsende und schrumpfende Polarkappen

Ähnlich wie die Polarregionen der Erde sind auch die Pole des Mars ganzjährlich von zwei geschlossenen Eiskappen aus Wassereis und gefrorenem Kohlenstoffdioxid bedeckt, welche sich während des Winters ausdehnen und während der Sommermonate wieder zurückziehen. Während des Marswinters gewinnen die Polarkappen dabei in erster Linie durch die Ablagerung von gefrorenem Kohlenstoffdioxid an Masse und Ausdehnung, welches aufgrund der zu dieser Jahreszeit auftretenden niedrigen Lufttemperaturen von zeitweise weniger als minus 130 Grad Celsius in einem großen Umfang aus der Atmosphäre ausfriert und sich in Form von Trockeneis im Bereich des jeweiligen Pols ablagert. Während des vergleichsweise warmen Marssommers sublimiert das Trockeneis wieder und wird erneut ein gasförmiger Bestandteil der Marsatmosphäre. Zurück bleibt eine von ihrem Umfang her jetzt deutlich kleiner ausfallende Polarkappe aus gefrorenem Wassereis.

Für die somit in erster Linie lediglich saisonal auftretenden Ablagerungen des Trockeneises im Bereich der Marspole existieren zwei Quellen. Ein Teil des in der Atmosphäre enthaltenen Kohlendioxids kondensiert demzufolge - ähnlich wie sich auf der Erde bei klarem, kalten Wetter eine Frostschicht auf dem Boden bildet - direkt an der Planetenoberfläche. Teile des restlichen Gases gefrieren dagegen bereits in der Atmosphäre zu winzigen Eiskristallen und bilden in der Folge dieses Prozesses Wolken. Unter entsprechenden Bedingungen können diese Kristalle dann aus den Wolken heraus als Schnee auf die Oberfläche niedergehen.

Schneefall auf dem Mars

Bereits im Jahr 2004 konnten Marsforscher anhand von Daten der von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express in der Atmosphäre unseres äußeren Nachbarplaneten solche aus Kohlendioxideispartikeln bestehende Wolken nachweisen (Raumfahrer.net berichtete). Ein aus solchen Wolken hervorgehender "Schneefall" konnte dann erstmals im September 2008 durch den von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marslander Phoenix im Bereich des marsianischen Nordpols nachgewiesen werden. Eines der Instrumente des Marslanders, ein LIDAR, konnte dabei in einer Höhe von etwa vier Kilometern über der Marsoberfläche Wolkenformationen ausmachen, aus denen Eiskristalle in Richtung Oberfläche abfielen.

Im Jahr 2012 zeigte sich anhand von Daten, welche durch den NASA-Orbiter Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) aufgezeichnet wurden, dass auch im Bereich des Südpols Wolken auftreten, in denen sich Trockeneiskristalle bilden, welche anschließend auf die Oberfläche abschneien. Aktuelle Berechnungen von Wissenschaftlern der Tohoku-Universität in Sendai/Japan und vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau führten jetzt zu dem Ergebnis, dass etwa 42 Prozent der saisonalen Eisablagerungen im Bereich der nördlichen Polarkappe durch einen solchen Schneefall verursacht wird.

Wie bilden sich diese Wolken?

Zusätzlich konnten die beteiligten Planetenforscher bei ihrer Studie eine direkte Verbindung zwischen der Bildung von Wolken aus Trockeneiskristallen und einem während der "kalten Jahreszeit" auftretenden Wetterphänomen, den sogenannten "baroklinen" Wellen, herstellen. Während des Marswinters erfolgt demzufolge eine periodisch auftretende Schwankung von Luftdruck, Temperatur, Windrichtung und Windsstärke, welche sich mit einer hohen Regelmäßigkeit wellenartig durch die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten ausbreitet.

Diese "planetaren Wellen" treten auf der nördlichen Marshemisphäre in der Zeit vom Herbst bis zum Frühling mit einer bemerkenswerten Verlässlichkeit auf. Sie breiten sich dabei in einer regelmäßigen Periode von fünf bis sechs Tagen in die östliche Richtung aus. Nahe an der Oberfläche lassen sich zusätzlich Wellen mit einer höheren Frequenz beobachten. Obwohl die durch das Auftreten dieser Wellen bedingten "Temperaturstürze" in der Atmosphäre lediglich wenige Grad Celsius betragen, führt dies trotzdem dazu, dass die Temperatur in der Marsatmosphäre während der kalten Jahreszeit regelmäßig auf Werte unterhalb von minus 128 Grad Celsius sinkt. Dies ist die Temperatur, bei der gasförmiges Kohlenstoffdioxid auf dem Mars gefriert.

Die Analysen der an der Studie beteiligten Wissenschaftler zeigen, dass sich überall dort, wo die Temperaturen entsprechend tief absinken, winzige Eiskristalle aus gefrorenem Kohlendioxid bilden und zu Eiswolken konzentrieren. Nördlich des 70. Breitengrades treten die Wolken dabei während der Winterzeit in allen Luftschichten bis zu einer Höhe von etwa 40 Kilometern Höhe auf. Unterhalb von 25 Kilometern Höhe sinken die Kristalle dabei als Schnee in Richtung Planetenoberfläche, wobei die Kristalle etwa drei Stunden benötigen, um aus diesen 25 Kilometern Höhe die Oberfläche zu erreichen. Voraussetzung für ein Erreichen der Oberfläche ist allerdings, dass die Trockeneispartikel auf dem Weg zur Oberfläche keine Zonen durchdringen müssen, in denen die Temperatur der Atmosphäre aufgrund horizontal ausgerichteter wärmerer Luftströmungen wieder höhere Temperaturwerte erreicht.

Sollte auf dem Weg zur Oberfläche eine wärmere Luftschicht durchquert werden, so sublimiert der Trockeneisschnee noch vor dem Erreichen der Oberfläche wieder und geht erneut in den gasförmigen Zustand über. Nach dem "Verlassen" der wärmeren Lufttasche werden aber erneut Trockeneispartikel gebildet, welche dann erneut zur Oberfläche niedergehen.

Laut den an der Studie beteiligten Wissenschaftler könnten die neuen Erkenntnisse aufgrund des regelmäßig erfolgenden Auftretens der baroklinen Wellen dabei helfen, zukünftig auf dem Mars auftretenden Schneefälle vorherzusagen. Die hier kurz vorgestellte Studie wurde bereits am 29. April 2013 unter dem Titel "Carbon dioxide ice clouds, snowfalls, and baroclinic waves in the northern winter polar atmosphere of Mars" in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" publiziert und am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

Verwandte Meldung bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

Fachartikel von Takeshi Kuroda et al.:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013)


» Marsmission InSight: Landezone eingegrenzt
10.09.2013 - Im Jahr 2016 wird die NASA mit der Raumsonde InSight eine weitere Marsmission starten, welche sich diesmal allerdings auf die Untersuchung des inneren Aufbaus unseres äußeren Nachbarplaneten konzentrieren wird. Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass InSight im Bereich des Elysium Planitia knapp nördlich des Marsäquators landen soll.
Am 20. August 2012 gab die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA bekannt, dass im Jahr 2016 eine weitere Mission zu unserem äußerem Nachbarplaneten starten soll. InSight - so der Name der Mission - steht als Abkürzung für "Interior Exploration using Seismic Investigations, Geodesy and Heat Transport". Es handelt sich hierbei um ein Gemeinschaftsprojekt des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA, von Lockheed Martin Space Systems, der französischen Weltraumagentur CNES, des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und verschiedener weiterer Institute.

Geleitet wird die Mission von Dr. Bruce Banerdt vom JPL - einem der renommiertesten US-amerikanischen Marsforscher. Das Design von InSight beruht auf dem Aufbau der Marslander-Mission Phoenix, welche im Jahr 2008 über einen Zeitraum von fünf Monaten auf unserem Nachbarplaneten aktiv war. Im Gegensatz dazu soll InSight allerdings über einen Zeitraum von 24 Monaten, dies entspricht in etwa einem kompletten Marsjahr, Daten sammeln. Der Marslander soll im Frühjahr 2016 zu unserem Nachbarplaneten aufbrechen und nach seiner Landung im September 2016 den inneren Aufbau des Mars untersuchen.

Das Ziel der Mission

Das wissenschaftliche Ziel der InSight-Mission besteht darin, zum ersten Mal überhaupt durch direkte Messungen einen Einblick in das Innere des Planeten Mars zu gewinnen. Der Mars dient hierbei allerdings lediglich als ein Vertreter der Klasse der terrestrischen Planeten. Durch das Studium der Struktur und der Zusammensetzung des Marsinneren erhoffen sich die Planetenforscher fundamentale Erkenntnisse über die Prozesse, welche bei der Entstehung und Entwicklung eines erdähnlichen Planeten ablaufen.

Die Auswahl der Landezone

Einer der vielen komplizierten Aspekte, welche bei der Planung einer Mission auf einem fremden Planeten berücksichtigt werden müssen, besteht in der Auswahl eines geeigneten Landeplatzes.

"Die Ziele der Mission stehen nicht mit einem speziellen Ort auf dem Mars in Zusammenhang, da wir den Planeten als Ganzes untersuchen wollen - bis hinunter zu seinem Kern", so Dr. Bruce Banerdt. "Die Sicherheit der Mission und ihr fortlaufender Betrieb haben daher bei der Auswahl der Landestelle höchste Priorität."

Da der Lander InSight ausschließlich mit Solarenergie betrieben werden wird, muss sich dessen Landeplatz in der Äquatorregion des Mars befinden. Nur hier besteht die Möglichkeit, dass die Solarpaneele des Landers auch während der Wintermonate auf dem Mars und dem damit verbundenen niedrigen Sonnenstand über dem Horizont genügend Energie generieren können, um den fortlaufenden Betrieb der wissenschaftlichen Instrumente und der an Bord befindlichen Hardware zu gewährleisten.

Des weiteren muss die auszuwählende Landezone auf einer Fläche von mehreren Dutzend Quadratkilometern über ein sehr ebenes Terrain verfügen, auf dem sich außerdem nur eine begrenzte Anzahl von größeren Steinen befinden darf. Um eine erfolgreiche Landung zu ermöglichen muss sich das ausgewählte Gelände zudem mindestens 2.500 Meter unterhalb des durchschnittlichen Höhenniveaus der Marsoberfläche befinden. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Lander bei seinem Abstieg durch die Marsatmosphäre ausreichend abgebremst wird.

Die hier angesprochenen Bedingungen finden sich prinzipiell lediglich in drei Bereichen auf dem Mars: In der Tiefebene Elysium Planitia, im südlichen Bereich des etwa 1.200 Kilometer durchmessenden Einschlagbecken Isidis Planitia und in Inneren des Valles Marineris, welches sich über eine Länge von fast 4.000 Kilometern parallel zum Marsäquator erstreckt.

Noch vier mögliche Landeplätze

Am 4. September 2013 hat die NASA offiziell bekannt gegeben, dass jetzt aus den zuvor in Betracht gezogenen 22 potentiellen Landeplätzen vier Landestellen ausgewählt wurden, welche in den kommenden Monaten eingehender auf ihre Eignung hin überprüft werden sollen. Alle vier Landestellen befinden sich im Bereich der Region Elysium Planitia - einer ausgedehnten Ebene im nördlichen Tiefland des Mars - und dort unmittelbar nördlich des Marsäquators. Jede der vier potentiellen Landestellen umfasst einen ellipsenförmigen Bereich, welcher in Ost-West-Richtung über eine Ausdehnung von 130 Kilometern und in Nord-Süd-Richtung über eine Ausdehnung von 27 Kilometern verfügt. Wenn man das Zentrum dieser Ellipse als vorgesehenen Landeplatz festlegt, so besteht nach den Berechnungen der Ingenieure eine Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent, dass InSight dann auch wirklich innerhalb dieser Ellipse aufsetzt.

"Wir haben die vier Stellen ausgesucht, die uns am sichersten erscheinen", so der Planetologe Matt Golombek vom JPL, der das für die Auswahl des endgültigen Landeplatzes von InSight verantwortliche Team leitet. "Alle Plätze weisen ein meist sehr ebenes Gelände mit nur wenigen Felsen und kaum Gefälle auf."

In den anderen zuvor in Betracht gezogenen Bereichen, das zeigen Aufnahmen der HiRISE-Kamera des Marsorbiters Mars Reconnaissance Orbiter (MRO), befinden sich dagegen zu viele größere Felsen, die ein erfolgreiches Aufsetzen des Marslanders auf der Oberfläche verhindern könnten. Außerdem herrschen hier in den verschiedenen Schichten der Marsatmosphäre oftmals zu starke Seitenwinde, welche das Landemanöver von InSight behindern könnten. Im schlimmsten Fall könnte der Lander seine vorgesehene Landeellipse verfehlen. Das Valles Marineris schied zudem deshalb aus, weil sich hier keine ausreichend große Fläche befindet, die über den benötigten ebenen Untergrund verfügt.

Weitere Analysen

In den nächsten Monaten sollen die jetzt noch verbliebenen vier Kandidaten mit den Kamerasystemen des MRO noch eingehender untersucht werden. Das Ziel der an der InSight-Mission beteiligten Wissenschaftler und Ingenieure besteht dabei darin, noch mehr Details über den Untergrund in Erfahrung zu bringen. Nach der Landung soll ein mit verschiedenen Messinstrumenten ausgerüsteten elektromechanischen "Maulwurf" zum Einsatz kommen, welcher vollautomatisch bis zu fünf Meter tief in den Marsboden vordringen soll. Mit seinen Sensoren soll das als "Heat Flow and Physical Properties Package" oder kurz "HP3" bezeichnete Instrument den Wärmefluss, die elektrische Leitfähigkeit, die Temperaturverteilung, die physikalischen Eigenschaften und den Wassergehalt Marsboden bestimmen (Raumfahrer.net berichtete ausführlich über die verschiedenen Instrumente des Marslanders).

Für ein möglichst tiefes Eindringen in den Marsuntergrund ist es jedoch wichtig, dass sich im Bereich der Landestelle möglichst nicht bereits wenige Zentimeter unter der aus einer Schicht aus Staub, Sand und Lockergestein bestehenden Oberfläche eine Schicht aus kompakten Felsgestein befindet. Ausführliche Tests haben gezeigt, dass der Hammermechanismus des HP3 lockeren Untergrund durchdringen kann. Unter der Oberfläche gelegene größeren Gesteinsbrocken oder massiver Fels würde den Einsatz des HP3 jedoch zumindestens beeinträchtigen.

"Für die Auswahl einer geeigneten Landestelle müssen wir diesmal auch unter die Oberfläche blicken", so Matt Golombek. Zwecks dessen analysieren die beteiligten Wissenschaftler derzeit diverse Aufnahmen der in Frage kommenden Landeplätze, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf dort befindliche Impaktkrater und das bei den zugrunde liegenden Asteroideneinschlägen freigelegte Material werfen. Durch eine Untersuchung der freigelegten Bereiche und des Auswurfmaterials lassen sich Rückschlüsse über die geologische Zusammensetzung der obersten Meter der Marsoberfläche tätigen.

Weitere Arbeiten

Aber auch die an den einzelnen Instrumenten beteiligten Wissenschaftler sind derzeit nicht untätig. Ein Team um Naomi Murdoch vom Institut Supèrieur de l’Aeronautique et de l’Espace in Frankreich hat jetzt eine Studie vorgestellt, welche sich speziell mit den Messungen des Seismometers auseinandersetzt. Dabei wird auf verschiedene umweltbedingte Störeinflüsse wie sich verändernder Atmosphärendruck oder abweichende Umgebungstemperaturen, thermoelastische Störungen oder Winde und deren Auswirkungen auf die Messungen des Seismometers eingegangen. Zugleich schildert Naomi Murdoch, welche Schutzmaßnahmen gegen diese Einflüsse getroffen wurden und inwieweit eventuell fehlerhafte Ergebnisse durch entsprechende Computerprogramme korrigiert werden können.

Diese hier lediglich kurz vorgestellte Studie wurde am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, präsentiert.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit im Raumcon-Forum:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, EPSC 2013)


» Curiosity: Immer noch kein Methan auf dem Mars
11.09.2013 - Trotz mehrerer Messungen mit einem speziellen Spektrometer konnte der Rover Curiosity bisher noch kein Methan in der Marsatmosphäre nachweisen. Wie jetzt auf einer Fachtagung berichtet wurde muss dies aber nicht bedeuten, dass dieses Gas grundsätzlich nicht in der Marsatmosphäre vorhanden ist.
Im Herbst des vergangenen Jahres wurde eines der Instrumente des von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marsrovers Curiosity, das Sample Analysis at Mars (kurz "SAM"), dazu genutzt, um in der Atmosphäre unseres Nachbarplaneten nach Methan zu suchen (Raumfahrer.net berichtete). Das SAM setzt sich aus drei Messinstrumenten zusammen, von denen eines - das Tunable Laser Spectrometer (kurz "TLS") - für die Ermittlung der chemischen Bestandteile der Marsatmosphäre und der Bestimmung von deren Mengenanteilen eingesetzt werden kann.

Bei drei Messungen, welche an den Missionstagen "Sol" 79, 81 und 106 erfolgten, konnte das TSL-Instrument jedoch keine Methankonzentrationen nachweisen, welche sich oberhalb der Nachweisgrenze von etwa drei ppb bewegt. Allerdings wurden alle drei Messungen aufgrund des relativ hohen Energieverbrauchs dieses Instruments während der Nacht durchgeführt.

Genau an diesem Punkt setzt Joop M. Houtkooper von der Justus-Liebig-Universität in Giessen an. Sofern das in der Marsatmosphäre festgestellte Methan zum Beispiel durch Mikroorganismen erzeugt wird, so könnte es sich bei diesen um photoautotrophe Bakterien handeln, welche nur am Tag aktiv sind und somit auch nur während des Marstages Methan produzieren. Während der Nacht wäre dieses Gas dagegen direkt auf der Oberfläche nicht mehr in ausreichenden Mengen vorhanden und somit auch nicht nachweisbar. Ebenfalls auf einen biologischen Methanursprung basiert ein weiterer Ansatz, welcher sich auf die gegenwärtige geringe Luftfeuchtigkeit im Inneren des Gale-Kraters bezieht. Eventuell vorhandene Mikroorganismen würden demzufolge für ihren Stoffwechsel eine gewisse Menge an Wasser benötigen, welches sie aus der Luft gewinnen, das dort aber gegenwärtig nicht in einem ausreichenden Umfang vorhanden ist.

Zusammenfassend kann somit gesagt werden, dass die Methankonzentrationen in der Marsatmosphäre eventuell einem tageszeitlich bedingten Zyklus unterliegen und zudem eventuell auch von der gegebenen Luftfeuchtigkeit abhängen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Methanmessungen auch während des Tages und gegebenenfalls auch zu verschiedenen Jahreszeiten durchzuführen. Diese hier lediglich kurz vorgestellte Studie wurde am gestrigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, unter dem Titel "Turnover of Methane in the Martian Atmosphere" präsentiert.

Die aktuelle Situation

Während der letzten Tage hat der Marsrover Curiosity auf seiner Fahrt in Richtung des Fußes des im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Berges Aeolis Mons weitere Fortschritte erzielt. Auf der vorgesehenen Route zum Rand des Aeolis Mons wurden von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern insgesamt fünf Punkte - die sogenannten "Waypoints" - ausgewählt, an denen der Rover jeweils mehrtägige Stopps für ausführlichere wissenschaftliche Untersuchungen einlegen soll.

Nach einer am 5. September 2013, dem Sol 385, erfolgten Fahrt über 141,5 Meter - dies ist übrigens die längsten Wegstrecke, die Curiosity bisher an einem einzigen Tag zurückgelegt hat - und einer weiteren, diesmal allerdings lediglich über 24,3 Meter führenden Fahrt am 8. September befand sich der Rover auf einer mit dem Namen "Panorama Point" belegten Geländeerhöhung, von der aus die Kameras des Rovers einen hervorragenden Blick auf den mit dem zusätzlichen Namen "Darwin" belegten "Waypoint-1" hatten. Nach der Auswahl eines geeigneten Untersuchungsziels absolvierte Curiosity die noch ausstehenden 75 Meter zu "Darwin" am gestrigen Tag. Jetzt wird der Rover zunächst eine für weitere Untersuchungen optimale Position einnehmen und anschließend mit seiner mehrtägigen Untersuchung der hier befindlichen Gesteinsaufschlüsse beginnen.

"Wir wollen in Erfahrung bringen, in welcher Weise das Gestein, das wir bei Yellowknife Bay untersucht haben, mit dem Gestein in Verbindung steht, welches wir am Mount Sharp erblicken werden", so John Grotzinger vom California Institute of Technology (CIT) in Pasadena/Kalifornien, der leitende Missions-Wissenschaftler. "Diese Informationen erhoffen wir uns von den Untersuchungen der einzelnen Wegpunkte." Auf diese Weise können die Wissenschaftler dann auch einordnen, welche Gesteinsschicht über welches ungefähre Alter verfügt und wie die einzelnen Bereiche in der geologischen Entwicklungsgeschichte dieser Region einzuordnen sind.

Bis zum heutigen Tag, dem Sol 391 seiner Mission, hat der Marsrover Curiosity eine Distanz von rund 2.800 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. Seit dem Erreichen des Mars haben die Kamerasysteme von Curiosity 81.894 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:

Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013, JPL)


» Die Verteilung von Wasserstoff im Gale-Krater
12.09.2013 - Die bisherigen Messungen des DAN-Instrumentes an Bord des Marsrovers Curiosity zeigen, dass sich im Untergrund des Gale-Kraters anscheinend weniger wasserstoffhaltige Minerale befinden als ursprünglich vermutet. Deren horizontale und vertikale Verteilung ist zudem stark von der Zusammensetzung des Untergrundes abhängig.
Bei einem der zehn wissenschaftlichen Instrumenten, mit denen der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Curiosity seit dem 6. August 2012 die Oberfläche unseres Nachbarplaneten erforscht, handelt es sich um das "Dynamic Albedo of Neutrons"-Instrument (kurz "DAN"). Die Aufgabe dieses Instrument besteht darin, die Menge und die Verteilung der im Marsboden befindlichen wasserstoffhaltigen Minerale zu ermitteln. Zu diesem Zwecks "beschießt" das Instrument die Oberfläche unseres Nachbarplaneten im Rahmen einer aktiv durchzuführenden Messung mit Neutronen und ermittelt anschließend das energetische Profil der von der Oberfläche zurückgestreuten Teilchen. Im passiven Modus misst das Instrument dagegen die Reflektionen der kosmischen Strahlung, welche den gleichen Effekt auf die oberste Schicht der Marsoberfläche ausübt.

Durch einen regelmäßig erfolgenden Einsatz kann das DAN auf diese Weise auf der von dem Rover befahrenen Strecke die Veränderungen in der Menge und in der vertikalen Verteilung von Wasserstoff bis zu einer Tiefe von maximal einem Meter unter der Oberfläche mit einer Genauigkeit von bis zu 0,1 Prozent bestimmen.

Zu früheren Zeitpunkten erfolgte Messungen mit dem HEND-Spektrometer an Bord des Marsorbiters Mars Odyssey - dieses Instrument ist vom Aufbau und von der Funktionsweise her mit dem DAN vergleichbar, führt seine Messungen jedoch aus einer Höhe von etwa 300 Kilometern über der Marsoberfläche durch - führten zu dem Schluss, dass sich im Untergrund des Gale-Kraters etwa vier bis sechs Prozent Wasser befinden sollten.

In der ersten Phase der Curiosity-Mission führte das DAN-Instrument in regelmäßigen räumlichen Abständen sowohl im aktiven Modus als auch im passiven Modus mehrere tausend Messungen durch. Die bisher ausgewerteten Daten des DAN zeigen, dass der bisher passierte Bereich der Marsoberfläche zumindestens bis zu einer Tiefe von etwa einem Meter deutlich "trockener" ausfällt als erwartet. Abhängig von den passierten Bereichen liegt der Anteil an Wasserstoff laut den bisher ausgewerteten Daten bei lediglich einem bis hin zu etwa drei Prozent. Im Durchschnitt liegt der gemessene Wasseranteil bei 2,3 Prozent, in den obersten Zentimetern des Bodens sogar bei lediglich 1,3 Prozent.

Diese Diskrepanz, so die beteiligten Wissenschaftler, könnte daraus resultieren, dass das HEND-Spektrometer an Bord von Mars Odyssey seine Daten nur in einem relativ großen Areal mit einer Abmessung von 300 x 300 Kilometern sammeln kann und somit keine effiziente Auflösung einzelner, räumlich relativ eng begrenzter Oberflächenbereiche erreicht. Im Gegensatz zu Curiositys DAN-Instrument beschreiben die Ergebnisse des HEND die Wasserstoffverteilung innerhalb mehrerer Tausend Quadratkilometer. Der Rover Curiosity hat dagegen bisher nur einen Bereich der Marsoberfläche durchquert, welcher über eine Ausdehnung von wenigen hundert Metern verfügt.

Dabei liefern die Messdaten des DAN den an dieser Mission beteiligten Wissenschaftlern allerdings interessante Einblicke in den Untergrund unseres Nachbarplaneten, denn bei den Messungen von Curiosity zeigen sich neben den horizontal variierenden Mengenanteilen auch deutliche Unterschiede in der vertikalen Verteilung des Wasserstoffs. Hieraus lassen sich unter anderem auch Rückschlüsse über die unterschiedliche mineralogische Zusammensetzung der obersten Schicht der Marsoberfläche ziehen.

Auf dem Weg von der Landestelle des Rovers zur Region "Yellowknife Bay" konnten verschiedene Bodenschichten mit unterschiedlichen Wasserstoffkonzentrationen ermittelt werden. In einigen Bereichen der passierten Oberfläche - speziell in der Umgebung der Landezone - tritt ein erhöhter Wasserstoffanteil direkt unterhalb der Oberfläche auf. In anderen Bereichen konnte Wasserstoff dagegen erst ab einer Tiefe unterhalb von 50 Zentimetern in nennenswerten Mengen nachgewiesen werden. Diese unterschiedliche Verteilung, so die bisherige Interpretation der beteiligten Wissenschaftler, könnte in der Zusammensetzung der obersten Schicht der Marsoberfläche begründet liegen, welche an manchen Stellen mehr, an anderen Orten dagegen weniger Lockermaterial beherbergt.

Besonders deutlich zeigte sich dies erstmals Anfang Oktober 2012. Mit dem Erreichen der Region "Glenelg" geriet der Rover in eine Zone, in der die Marsoberfläche offensichtlich andere Eigenschaften aufweist. Diese Veränderungen machten sich unter anderem durch eine erhöhte thermische Trägheit bemerkbar, welche offenbar durch eine unterschiedlich bedingte Zusammensetzung und Struktur der Marsoberfläche bedingt ist. Nach dem Überschreiten dieser "Grenzlinie" bei Glenelg detektierte ein anderes Instrument des Rovers, die Wetterstation REMS, deutlich erkennbare Veränderungen in der Oberflächentemperatur, welche sich nicht ausschließlich durch plötzlich veränderte meteorologische Umweltbedingungen erklären lässt.

Diese Veränderung der Bodenzusammensetzung wird dabei durch weitere Messungen des DAN bestätigt, welches ab hier wieder erhöhte Wasserstoffkonzentrationen in der obersten Bodenschicht nachweisen konnte. Nach dem Erreichen der Region "Yellowknife Bay", deren Oberfläche durch an der Oberfläche zutage tretende Gesteinsaufschlüsse dominiert wird, verlagerte sich die wasserhaltige Schicht dann wieder mehr in den Untergrund.

Allgemein kann somit gesagt werden, dass der bisher untersuchte Untergrund des Gale-Kraters weniger wasserhaltige Minerale enthält als bisher angenommen. Deren Verteilung in der obersten Bodenschicht ist offenbar stark von der Zusammensetzung und Struktur des Bodens abhängig.

Es kann dabei nicht ausgeschlossen werden, dass sich diese Konzentration von Wasserstoff in anderen Bereichen des Kraters, welche noch im Rahmen der zukünftigen Mission untersucht werden müssen, nochmals signifikant verändert. Weitere, stetig erfolgende Messungen des DAN-Instrumentes sind nötig, um letztendlich eine wissenschaftlich belastbare Aussage über die großflächige Verteilung von Wasserstoff im Untergrund des Gale-Kraters tätigen zu können. Eventuell könnten sich dabei im weiteren Missionsverlauf auch noch höhere Wasserstoffkonzentrationen zeigen.

Die hier kurz dargestellten Ergebnisse des DAN-Instrumentes wurden am heutigen Tag auf dem European Planetary Science Congress 2013, einer gegenwärtig in London stattfindenden Fachtagung der Planetenforscher, vorgestellt.

Die aktuelle Situation

Während der letzten Tage hat der Marsrover Curiosity auf seiner Fahrt in Richtung des Fußes des im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Berges Aeolis Mons weitere Fortschritte erzielt. Auf der vorgesehenen Route zum Rand des Aeolis Mons wurden von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern insgesamt fünf Punkte - die sogenannten "Waypoints" - ausgewählt, an denen der Rover jeweils mehrtägige Stopps für ausführlichere wissenschaftliche Untersuchungen einlegen soll.

Bereits am Dienstag gelangte Curiosity durch eine Fahrt über rund 75 in die unmittelbare Nähe des ersten diesen Wegpunkte (Raumfahrer.net berichtete). Jetzt wird der Rover zunächst eine für eingehendere Analysen optimale Position einnehmen und anschließend mit seiner mehrtägigen Untersuchung der hier befindlichen Gesteinsaufschlüsse beginnen. Dabei werden sich die an der Mission beteiligten Wissenschaftler unter anderen auf Klasten und Konglomerate konzentrieren, welche durch fließendes Wasser in diesen Bereich des Gale-Kraters transportiert wurden.

Bis zum heutigen Tag, dem "Sol" 392 seiner Mission, hat der Marsrover Curiosity eine Distanz von rund 2.800 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. Seit dem Erreichen des Mars haben die Kamerasysteme von Curiosity 81.948 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

Diskutieren Sie mit in Raumcon-Forum:

Verwandte Seiten bei Raumfahrer.net:

EPSC 2013:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: EPSC 2013)



 

^ Nach oben

ISS Aktuell: Besatzung von Sojus-TMA 08M zurück auf der Erde von Redaktion



• Besatzung von Sojus-TMA 08M zurück auf der Erde «mehr» «online»


» Besatzung von Sojus-TMA 08M zurück auf der Erde
11.09.2013 - Heute früh landete die Kommandokapsel des Raumschiffes Sojus-TMA 08M in der kasachischen Steppe.
Damit ging ein etwa 167-tägiger Raumflug erfolgreich zu Ende. An Bord befanden sich Pawel Winogradow, Alexander Misurkin und Chris Cassidy. Sie waren gemeinsam am 28. März zur ISS gestartet und hatten als erste nach nur knapp 6 Stunden am Modul Poisk angekoppelt. Bis dahin war ein zweitägiger Anflug praktiziert worden. Das neue Rendezvousverfahren war zuvor mit mehreren unbemannten Transportraumschiffen erprobt worden.

Während des Mission wurden mehr als 100 Experimente auf den Gebieten Astronomie, Biologie, Materialwissenschaft, Medizin, Physik und Technologie durchgeführt worden. Die drei Raumfahrer waren außerdem bei 5 Ausstiegen an der Außenseite der Raumstation tätig. Hier verlegten sie Energie- und Datenkabel, demontierten Experimentproben und technische Anlagen, bereiteten die Installation neuer vor und inspizierten verschiedene Bereiche der ISS auf der Suche nach Veränderungen oder Beschädigungen.

Einen relativ breiten Raum nahm auch die Robotik ein. Zum einen wurde Robonaut 2, ein von NASA und General Motors gemeinsam entwickelter Torso, mehrfach mit der Bedienung verschiedener Schaltpulte betraut. Des Weiteren wurde Canadarm2 dazu verwendet, ein Frachtraumschiff einzufangen und anzukoppeln bzw. vergangene Woche auch wieder von der Station zu lösen und zu entlassen. HTV 4 verglühte am 4. September weitgehend in dichten Schichten der Erdatmosphäre. Neu an Bord ist Kirobo, ein kleiner Roboter, der den Raumfahrern ein unterhaltsamer Gefährte sein soll. Chris Cassidy und seine weiter an Bord der ISS arbeitende Kollegin Karen Nyberg nahmen zudem an einem Telerobotik-Experiment Teil, in dessen Verlauf sie einen fahrenden Roboter auf der Erde fernsteuerten und Bilder sowie Sensorenwerte direkt von diesem übermittelt bekamen, so dass sie schnell reagieren konnten.

Am Montag Abend hatte Pawel Winogradow das Kommando über die ISS an seinen Kollegen Fjodor Jurtschichin abgegeben. Gestern wurden die Luken zwischen Raumstation und Raumschiff gegen 22.20 Uhr MESZ geschlossen. Das Schiff koppelte heute früh, gegen 1.37 Uhr MESZ vom Modul Poisk ab, entfernte sich langsam von der Station und zündete seine Bremstriebwerke abschließend gegen 4.05 Uhr MESZ. Kurz danach trat das Raumschiff in die oberen Schichten der Erdatmosphäre ein.

Geräteabteil und Orbitalteil wurden von der Landekapsel abgetrennt. Diese verfügt über einen Hitzeschild, der sie vor dem Verglühen bewahrt. Anschlßend verlangsamten Fallschirme und Bremstriebwerke den weiteren Abstieg bis zur Landung 6:58:30 Uhr MESZ südöstlich Dscheskasgan.

Mit dem Verlassen der ISS endete dort auch die Expedition 36. Im Verlaufe der Langzeitexpedition 37 sollen sich in etwa 2 Wochen drei weitere Raumfahrer auf den Weg zur Station begeben und dort etwa 6 Monate lang leben und arbeiten.

Verwandte Meldungen:

Diskutieren Sie mit:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, RN, Raumcon)



 

^ Nach oben


"InSpace" Magazin #500
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
17. September 2013
Auflage: 4939 Exemplare


Chefredaktion
Thomas Weyrauch

Redaktion InSpace Magazin:
Axel Orth
Simon Plasger

Redaktion:
Johannes Amann
Igor Bissing
Lars-C. Depka
Klaus Donath
Günther Glatzel
Sascha Haupt
Stefan Heykes
Oliver Karger
Hans J. Kemm
Timo Lange
Daniel Maurat
Kirsten Müller
Simon Plasger
Ralph-Mirko Richter
Peter Rittinger
Daniel Schiller
Ralf Mark Stockfisch
Karl Urban
Thomas Wehr
Thomas Weyrauch
Tobias Willerding
Hans Lammersen
Michael Clormann
Roland Rischer

Kontakt / Impressum / Disclaimer

Kontaktformular

Ihr Name:
Ihre E-Mail-Adresse:

Ihre Nachricht:

Bitte vor dem Absenden online gehen.



Herausgeber
Das "InSpace"-Magazin ist eine Publikation des Raumfahrer Net e.V., Petersburger Straße 5, 10249 Berlin vertreten durch die Vorsitzenden Karl Urban und David Langkamp.
Verantwortlich im Sinne des Presserechts ist Thomas Weyrauch (Anschrift wie Herausgeber).

Abmeldung
Eine sofortige Abmeldung vom Magazin ist jederzeit unter Magazin.Raumfahrer.net möglich. Bei Problemen hierbei können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an webmaster@raumfahrer.net wenden.

Newsletter-Archiv
Sämtliche bisher erschienenen Ausgaben des "InSpace" Magazins können Sie auf dessen Seite unter http://magazin.raumfahrer.net nachlesen.


TrekZone
Raumfahrer.net ist die Raumfahrtrubrik des TrekZone Networks. Es entsteht in enger inhaltlicher und redaktioneller Kooperation mit TrekZone.

Urheberrecht
Alle Berichte sind das geistige Eigentum der Autorinnen und Autoren. Jede unautorisierte Übernahme ist ein Verstoß gegen das Urheberrecht.

Newsübernahme
Die Übernahme von Newsmeldungen - sowohl in ganzer Form wie auch sinngemäß - ist nur für gedruckte Publikationen erlaubt. Wir bitten dabei ausdrücklich um die Nennung unseres Namens (Quellenangabe), "Raumfahrer.net", und einen Verweis auf unsere Webseiten unter http://www.raumfahrer.net.

Betreibern von Internet-Seiten ist die Übernahme von Newsmeldungen ohne schriftliche Genehmigung des Chefredakteurs (Nachricht an Thomas Weyrauch) streng untersagt. Das Umschreiben von Newsmeldungen stellt - wie die ganzheitliche Übernahme einer Meldung - eine Verletzung unserer Rechte dar. Wir behalten uns vor, gegen derartige Fälle rechtlich vorzugehen.

Links
Gemäß eines Urteiles des Landgerichts (LG) Hamburg vom 02. Juni 1998 - Aktenzeichen 312 0 85/98: "Haftung für Links" - distanzieren sich die Redaktion von Raumfahrer.net sowie sämtliche an der Produktion Beteiligte hiermit von Aussagen und Inhalten gelinkter Seiten. Jegliche rechtlichen und gesetzlichen Verstöße auf diesen waren zum Redaktionszeitpunkt nicht bekannt. Aus diesem Grund sind wir nicht verantwortlich bzw. haftbar für Probleme oder Schäden in jeglicher Form, die durch Existenz, Kenntnis, Besuch oder Nutzung gelinkter Seiten entstehen.

Weiterverwendung persönlicher Daten
Hiermit wird gemäß 28 Abs. 3 und 4 des Bundesdatenschutzgesetzes die Verwendung von persönlichen Daten dieser Publikation zu Werbezwecken sowie zur Markt- und Meinungsforschung ausdrücklich untersagt.

2012 by Raumfahrer.net.