InSpace Magazin #491 vom 15. Mai 2013

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #491
ISSN 1684-7407


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Updates / Umfrage

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Endlich wieder mehr Neuigkeiten vom Mars

> Saturn Aktuell:
Cassini: Der Saturnorbit Nummer 190 beginnt

> ISS Aktuell:
Cygnus-Demonstrationsflug zur ISS verschoben

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Intro von Simon Plasger

Sehr vereehrte Leserinnen und Leser,

In den letzten Tagen ging ein Video von Chris Hadfield, bis vor wenigen Tagen Kommandant der Internationalen Raumstation, durch die Presse. In diesem singt er das Lied Space Oddity von David Bowie. Da dies wirklich schön anzuhören und anzuschauen ist, habe ich es hier auch verlinkt: http://www.youtube.com/watch?v=KaOC9danxNo.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Freude bei der Lektüre dieser Ausgabe.

Simon Plasger

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Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
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News

• Weltraumteleskop Herschel: Mission beendet «mehr» «online»
• Astrophil Berlin 2013 «mehr» «online»
• Aktuell erforschen 27 Missionen das Sonnensystem «mehr» «online»
• China startet Fernsehsatelliten «mehr» «online»
• Das Chaos im Sternentstehungsgebiet NGC 6559 «mehr» «online»
• Soll die Suche nach Aliens ausgeweitet werden? «mehr» «online»
• Zweiter Vega-Start erfolgreich «mehr» «online»
• Ein Gammastrahlenausbruch bricht Rekorde «mehr» «online»
• Grasshopper startet zukünftig in New Mexico «mehr» «online»
• Hubble entdeckt interessante Galaxienform «mehr» «online»


» Weltraumteleskop Herschel: Mission beendet
01.05.2013 - Nach mehr als drei Jahren bahnbrechender Beobachtungen des kalten Universums hat das ESA-Weltraumteleskop Herschel am 29. April 2013 seinen Kühlmittelvorrat aufgebraucht.
Das Weltraumteleskop Herschel wurde am 14. Mai 2009 an Bord einer Rakete vom Typ Ariane 5 gestartet. Mit einem Hauptspiegel-Durchmesser von 3,5 Metern handelt es sich um das bisher größte und leistungsfähigste Infrarot-Weltraumteleskop. Seine beiden Kameras beziehungsweise abbildenden Spektrometer, die Instrumente PACS (kurz für "Photoconductor Array Camera and Spectrometer") und SPIRE (kurz für "Spectral and Photometric Imaging Receiver"), deckten Wellenlängen zwischen 55 und 670 Mikrometer ab. Ein drittes Instrument, das sehr hoch auflösende Spektrometer HIFI, deckte die Bandbreiten von 157 bis 212 Mikrometer und 240 bis 625 Mikrometer ab.

Alle drei Instrumente befanden sich in einem mit flüssigem Helium auf eine Temperatur von -271 Grad Celsius gekühlten Kryostat. Zu Missionsbeginn verfügte das Weltraumteleskop über einen Vorrat von 2.300 Liter Flüssighelium, welches sich seit der letzten Tankauffüllung einen Tag vor dem Missionsstart langsam, aber unaufhaltsam verflüchtigt hat. Die stetig erfolgende Verdunstung des Flüssigheliums war die Voraussetzung für die Kühlung der drei Instrumente auf Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt. Diese tiefen Temperaturen sind notwendig, damit die Detektoren der Instrumente das kalte Universum überhaupt im Bereich der Infrarotstrahlung beobachten können. Bei höheren Temperaturen würde die aus dem Weltall stammende Strahlung von der Eigenwärme und dem Rauschen der Instrumente überlagert.

Bei dem täglichen Funkkontakt zwischen dem Welktraumteleskop und der zuständigen Bodenstation in Westaustralien wurde am 29. April 2013 bei allen drei Instrumenten ein deutlicher Temperaturanstieg festgestellt. Dies, so die Europäische Weltraumagentur ESA, ist darauf zurückzuführen, dass der Kühlmittelvorrat jetzt endgültig aufgebraucht ist.

"Herschel hat alle Erwartungen übertroffen und uns eine unglaubliche Fülle an Daten beschert, mit deren Auswertung die Astronomen noch mehrere Jahre lang beschäftigt sein werden", so Prof. Alvaro Giménez, ESA-Direktor für Wissenschaft und robotische Exploration.

Während seiner Missionszeit hat das Weltraumteleskop Herschel über 35.000 wissenschaftliche Beobachtungen durchführen können und dabei mehr als 25.000 Stunden an wissenschaftlichen Daten aus mehr als 600 Beobachtungsprogrammen zusammengestellt. Hinzu kommen noch weitere 2.000 Stunden für Kalibrierungsbeobachtungen. Der im Rahmen dieser Beobachtungen gewonnene riesige Datensatz wird im Europäischen Weltraumastronomiezentrum (ESAC) bei Madrid verwaltet. Dieses Datenarchiv bildet das eigentliche Vermächtnis der Mission. Von der Auswertung versprechen sich die Wissenschaftler noch wesentlich mehr Entdeckungen, als dies in dem Einsatzzeitraum von Herschel möglich war.

"Herschel hat uns ein neues Bild des bisher verborgenen Teils des Universums präsentiert und bisher nicht beobachtbare Prozesse bei der Entstehung von Sternen und Galaxien aufgezeigt. Seine Daten ermöglichen uns auch die Untersuchung von Wasservorkommen im All, sei es in Molekülwolken oder neugeborenen Sternen und ihren protoplanetaren Scheiben und Kometengürteln", so Dr. Göran Pilbratt, ESA-Projektwissenschaftler für Herschel.

Blick auf die Geburt der Sterne

Herschels atemberaubende Bilder ineinander verwobener Staub- und Gasfilamente in unserer Milchstraße sind eine Art illustrierte Geschichte der Sternenentstehung. Diese einzigartigen Beobachtungen im langwelligen Infrarot haben den Astronomen eine neue Vorstellung davon gegeben, wie Turbulenzen Gas im interstellaren Raum aufwirbeln und so filament- und netzartige Strukturen innerhalb kalter Molekülwolken entstehen lassen. Bei entsprechenden Umgebungsbedingungen gewinnt dann die Schwerkraft die Überhand und zerteilt die Globulen in kompakte Kerne. Tief eingebettet darin befinden sich die Protosterne, die "Embryonen" neu entstehender Sonnen, welche den sie umgebenden Staub auf gerade einmal ein paar Grad über dem absoluten Nullpunkt "aufwärmen" und somit Herschels äußerst empfindlichen Instrumenten ihre Existenz verraten haben.

Auf den Spuren des Wassers

In den ersten Jahrmillionen im Leben neugeborener Sterne kann in der sie umgebenden dichten Gas- und Staubscheibe die Entstehung von Planeten beobachtet werden. Herschel hat dabei insbesondere nach Wasser geforscht, welches für die Entstehung von Leben in der uns bekannten Form von entscheidender Bedeutung ist, und dessen Vorkommen sowohl in den die Sternenembryos umgebenden Wolken als auch in protoplanetaren Scheiben erfasst. In diesen Scheiben konnte das Weltraumteleskop Wasserdampfvorkommen in der Größenordnung Tausender Erdozeane feststellen, wobei die Eisvorkommen auf Staubkörnern und Kometen noch um einiges höher ausfielen.

Innerhalb unseres Sonnensystems konnte Herschel außerdem die Zusammensetzung des Wassereises des Kometen Hartley-2 analysieren, dessen Isotopenverteilung praktisch dieselbe ist wie die des Wassers auf unserem Heimatplaneten. Diese Ergebnisse sind neuer Stoff für die Debatte, wie viel Wasser in der Frühzeit des Sonnensystems durch Kometeneinschläge auf die Erde verfrachtet wurde. Zusammen mit den Beobachtungen riesiger Kometengürtel anderer Sterne erhoffen sich die Astronomen nun eine Antwort auf die Frage, ob ein ähnlicher Prozess auch in anderen Planetensystemen stattfinden könnte.

Weit entfernte Galaxien

Herschel hat auch das Wissen der Menschheit über die Entstehung von Sternen erweitert, und zwar in Größenordnungen, welche tief in den kosmischen Raum hinein- und weit in die Zeit zurückreichenden. Bei der Beobachtung weit entfernter Galaxien konnte das Weltraumteleskop selbst in der Frühzeit des Universums vor 13,8 Milliarden Jahren vielerorts hohe "Sternentstehungsraten" feststellen. Dabei wurden jährlich Hunderte bis Tausende neuer Sterne von der Masse unserer Sonne beobachtet. Im Vergleich dazu kommt unsere Milchstraße im Schnitt lediglich auf einen neuen sonnenähnlichen Stern pro Jahr.

Die Frage, wie Galaxien in den ersten Jahrmilliarden des Universums Sterne in solch riesigen Mengen hervorbringen konnten, ist für Wissenschaftler, die sich mit der Entstehung und Entwicklung von Galaxien beschäftigen, weiterhin ein Rätsel. Die durch Herschel gewonnenen Daten lassen vermuten, dass den Galaxien in der Frühzeit des Universums größere Gasmengen zur Verfügung standen, was diese hohen Wachstumsraten selbst ohne Kollisionen zwischen Galaxien ermöglichte, welche normalerweise Voraussetzung für die Auslösung solch explosionsartiger Vermehrungen notwendig sind.

"Auch wenn Herschel keine Messungen mehr vornehmen kann, ist dies noch lange nicht das Ende der Mission: Uns steht noch eine Fülle an Entdeckungen bevor", so Dr. Pilbratt. "Wir werden unsere Arbeit jetzt darauf konzentrieren, die Daten in Form möglichst perfekter Karten, Spektren und verschiedener Kataloge zugänglich zu machen, um so die Astronomen bei ihren laufenden und künftigen Arbeiten zu unterstützen. Natürlich sind wir betrübt darüber, dass die Beobachtungen nun ein Ende haben. Deshalb möchte ich an dieser Stelle abschließend sagen: Danke, Herschel!"

"Herschels revolutionäre wissenschaftliche Ausbeute verdanken die Astronomen nicht zuletzt der hervorragenden Arbeit europäischer Unternehmen, Einrichtungen und Hochschulen bei Entwicklung, Bau und Betrieb dieses Weltraumobservatoriums und seiner Instrumente", so Dr. Thomas Passvogel, ESA-Projektleiter für die Weltraumteleskope Herschel und Planck. Die Mission brachte auch eine Reihe technologischer Fortschritte mit sich, die künftigen Weltraummissionen und einer möglichen Nutzung von Raumfahrttechnologien in raumfahrtfremden Bereichen zugute kommen können. Genannt seien hier die Entwicklung fortschrittlicher kryotechnischer Systeme, der Bau des bisher größten Weltraumteleskopspiegels und der Einsatz der empfindlichsten direkten Sensoren für Licht im langwelligen Infrarot bis in den Millimeterbereich. Die Herstellungsmethoden für Herschel kommen bereits bei der nächsten Generation von Weltraummissionen der ESA zum Einsatz, unter anderem bei der Mission GAIA.

Das Weltraumteleskop wird noch für einige Zeit mit seinen Bodenstationen in Funkkontakt bleiben, wobei noch eine Reihe technischer Tests durchgeführt werden sollen. Den Flugbetrieb gewährleisten die ESA-Teams am Europäischen Satellitenkontrollzentrum ESA/ESOC in Darmstadt. Nach einer abschließenden Testphase soll das Teleskop dann im Mai 2013 auf eine längerfristig stabile Umlaufbahn um die Sonne befördert werden.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESA)


» Astrophil Berlin 2013
01.05.2013 - Was macht man nach Möglichkeit als Raumfahrtfan am 12. April? Richtig, man besucht eine Raumfahrtveranstaltung, und zwar war es dieses Jahr die gemeinsame deutsch-russische Ausstellung der Weltraum-Philatelie "Astrophil 2013" in Berlin, die sich über das ganze Wochenende hinzog. Gastgeber mit seinen Räumlichkeiten war das Russische Haus der Kultur und Wissenschaft, organisiert haben es innerhalb von nur vier Monaten in hervorragender Zusammenarbeit sechs Personen von verschiedenen internationalen, nationalen und örtlichen Briefmarkensammlervereinen, die im Vorfeld der Ausstellung nicht einmal alle vor Ort in Berlin waren.
Das Thema der Veranstaltung war das 35-jährige Jubiläum des ersten Raumflugs eines Deutschen, Sigmund Jähn, und der 50. Jahrestag der ersten Frau im Weltraum, Valentina Tereschkowa. Ausgestellt waren aus ganz Europa fast 50 Sammlungen von Briefmarken, signierten Umschlägen und anderen Erinnerungsstücken mit raumfahrtbezogenen Themen.

Dabei waren sehr viele und auch sehr teure im Weltraum geflogene Umschläge, viele Original-Unterschriften von Astronauten und Kosmonauten, darunter wertvolle Autogramme von Juri Gagarin, der Apollo-11-Crew und der Mannschaft des verunglückten Space Shuttle Challenger (STS-51L). Auch waren Original-Zeitungsausschnitte und unbekannte Fotos zu historischen Raumfahrtereignissen dabei.

Anwesend waren Sammler aus 10 Nationen, die sich trafen zur Besichtigung der Ausstellung, zum Tausch und einfach, um Sammelfreunde wiederzusehen. Ehrengäste waren Sigmund Jähn (Sojus 29/31), der zusammen mit Waleri Bykowsky 1978 als erster Deutscher im Weltraum war, und sein Kosmonautenkollege Wladimir Wasiljewitsch Kowaljonok (Sojus 25, Sojus 31/29 und Sojus-T 4), der zusammen mit Alexander Iwantschenkow auf der Raumstation Jähn und Bykowsky willkommen hieß.

Beide gaben am Samstag nachmittag Interessantes zu Raumfahrtthemen preis. Sigmund Jähn hielt in seiner gewohnt bescheidenen Art einen Vortrag über seine Ausbildung und seinen Flug mit vielen Anekdoten, wobei er auch das Thema Astrophilatelie nicht zu kurz kommen ließ.

Kowaljonok als Rentner konnte seiner Privatmeinung über das eine oder andere freien Lauf lassen, was er dann auch tat. So sei der Grund, dass Russland so wenige Frauen im Weltraum gehabt habe, ganz einfach, dass der Weltraum nichts für Frauen sei und dass die amerikanischen Frauen für bestimmte Aufgaben während des Raumfluges ausgebildet, aber nicht für Langzeitmissionen geeignet seien. Auch mit der Rolle Russlands im ISS-Programm war er nicht zufrieden: Russland sei nur der Taxifahrer, Instandhalter und Hausmeister der ISS und die Experimente kämen von den anderen; es sei also besser, wenn Russland im Alleingang mit der Raumfahrt weitermache. Die Möglichkeit zum Marsflug bestehe. Außerdem solle Russland Baikonur aufgeben und sich auf den neue Startkomplex Wostotschny konzentrieren, der gerade im Aufbau ist.

Sigmund Jähn wusste seinen Kollegen dann aber zu beschwichtigen und dessen Worte zu relativieren.

Am Sonntag gab es zwei Vorträge von führenden Astrophilatielie-Experten. Igor Rodin aus Moskau, Präsident der FIP-Sektion Astrophilatelie, beleuchtete sehr interessant die Geschichte und Entwicklung der sowjetischen und russischen Kosmischen Post. Hier ging es um Briefe, die bei verschiedenen Raumfahrtprogrammen an Kosmonauten in den Raumstationen geschickt und mit Bordstempel versehen worden waren.

Danach erzählte Walter Hopfenwieser aus Salzburg, Spezialist für Raketenpost und Kosmische Post, über Raketenstarts 1935 am Scharmützelsee mit Post an Bord, über die bis heute spekuliert wird, ob diese tatsächlich stattgefunden haben.

Insgesamt war es eine gelungene, abwechslungsreiche und hervorragend organisierte Veranstaltung, bei der man viele alte Bekannte aus dem Hobby getroffen und neue Leute kennengelernt hat. Schade war nur, dass – wie bei den meisten Raumfahrtveranstaltungen – das Durchschnittsalter der Teilnehmer wieder relativ hoch war und wenig junge Leute daran teilgenommen haben. Nächstes Mal komme ich gerne wieder – die Philatelieverbände denken darüber nach, in etwa fünf Jahren woanders in Europa etwas zu veranstalten.

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(Autor: Kirsten Müller - Quelle: Kirsten Müller)


» Aktuell erforschen 27 Missionen das Sonnensystem
01.05.2013 - Die US-amerikanische Planetary Society gibt regelmäßig einen Überblick über die laufenden Missionen zur Erforschung unseres Sonnensystems, ausgenommen die Erde. Inklusive der Sonden, die sich inzwischen jenseits der Pluto-Bahn bewegen, kommt man gegenwärtig auf 27 Forschungsroboter. Ein Ausblick zu anstehenden Ereignissen fehlt auch nicht.
Allein bei dem, was man zur Erforschung des Sonnensystems angekündigt, modifiziert, durchgeführt, verschoben oder verworfen hat, kann selbst der interessierte Laie und so mancher Profi schnell den Überblick verlieren. The Planetary Society veröffentlicht regelmäßig eine kompakte Visualisierung.

Raumfahrer.net bietet eine breite Abdeckung dieses Themenbereiches. Die Übersicht der Planetary Society verknüpft mit den jeweils aktuellsten Beiträgen bei Raumfahrer.net ergibt eine schnelle und in die Tiefe gehende, deutschsprachige Informationsmöglichkeit, nicht zuletzt auch wegen der weiterführenden Links. Bereits die Aufzählung der aktuellen und anstehenden Missionen in Richtung Sonne, Planeten, Monde, Kometen und Asteroiden ist beeindruckend:

Sonne

  • SOHO - Solar and Heliospheric Observatory
  • STEREO A und B - Solar Terrestrial Relations Observatory
  • SDO - Solar Dynamics Observatory
  • ACE - Advanced Composition Explorer

Merkur

  • MESSENGER - Mercury Surface, Space Environment, Geochemistry and Ranging

Venus

(Erd-)Mond

  • ARTEMIS P1 und P2 - Acceleration, Reconnection, Turbulence and Electrodynamics of the Moon’s Interaction with the Sun
  • LRO - Lunar Reconnaissance Orbiter

Mars

Asteroiden/Kometen

Jupiter

Saturn

Pluto und darüber hinaus

Geplante Starts


(Autor: Roland Rischer - Quelle: Olaf Frohn, The Planetary Society, APOD)


» China startet Fernsehsatelliten
03.05.2013 - Der Satellit Zhong Xing 11 ist der bisher schwerste Kommunikationssatellit aus dem Land der Mitte.
Der Start erfolgte am 1. Mai, gegen 18.06 Uhr MESZ, vom Startkomplex 2 bei Xichang, Träger war eine Rakete des Typs Langer Marsch 2B/E. Gegenwärtig befindet er sich auf einer elliptischen Bahn zwischen etwa 200 und 42.200 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche. In den nächsten Tagen soll er mit eigenem Triebwerk die Geostationäre Bahn erreichen.

Der Satellit beruht auf dem DFH-4-Bus und hat eine Gesamtmasse um 5.000 kg. Er ist mit 3 Empfangs- und 2 Sendeantennen ausgestattet und verfügt über insgesamt 46 Transponder zum Ausstrahlen von Rundfunkprogrammen oder Daten. 30 Transponder arbeiten im C-Band, 16 im hochfrequenteren Ku-Band. Möglicherweise ist ein Teil der Satellitenkapazität an Sri Lanka vermietet, die diese nutzen möchte, bis ein eigener Satellit namens SupremeSat 3 gestartet werden kann.

Betrieben wird Zhong Xing 11, alias Chinasat 11, von China Satcom, Hauptauftragnehmer war die Chinesische Akademie für Weltraumtechnologie (CAST). Die geplante Funktionsdauer liegt bei 15 Jahren.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Xinhua, Skyrocket, Spaceflight Now)


» Das Chaos im Sternentstehungsgebiet NGC 6559
04.05.2013 - Eine am 2. Mai 2013 von der Europäischen Südsternwarte veröffentlichte Aufnahme zeigt die im Sternbild Schütze gelegene Sternentstehungsregion NGC 6559. Die Aufnahme gewährt den Astronomen einen eindrucksvollen Einblick in die chaotische Entstehungsphase von Sternen in einer interstellaren Wolke aus Gas und Staub.
Bei dem Objekt NGC 6559 handelt es sich um eine interstellare Wolke aus Gas und Staub, welche sich in einer Entfernung von etwa 5.000 Lichtjahren zu unserem Sonnensystem im Sternbild Schütze (lateinischer Name "Sagittarius") befindet. NGC 6559 verfügt über einen vergleichsweise geringen Durchmesser von lediglich wenigen Lichtjahren und befindet sich nahe am Lagunennebel (NGC 6523 beziehungsweise Messier 8). NGC 6559 wird daher oftmals lediglich als ein "Anhängsel" des Lagunennebels wahrgenommen und häufig übersehen. Dennoch spielt diese relativ kleine Sternentstehungsregion in einer kürzlich von der Europäischen Südsternwarte (ESO) veröffentlichten Aufnahme die Hauptrolle.

Das Gas im Bereich von NGC 6559, welches den Grundstoff für die Entstehung von Sternen bildet, besteht größtenteils aus Wasserstoff. Sobald sich in einem abgegrenzten Bereich des Nebels genügend Materie ansammelt, beginnt diese unter ihrer eigenen Schwerkraft in sich zusammenzufallen. Bedingt durch das Kollabieren des Gases wird das Zentrum dieses Bereiches immer dichter und heißer. Schließlich wird dabei ein Punkt erreicht, an dem die thermonukleare Fusion von Wasserstoff zu Helium einsetzt und ein neuer Stern "geboren" wird. Die durch den Fusionsprozess freigesetzte Energie stoppt den Kollaps und lässt die neugeborenen Sterne leuchten.

Die hellen, jungen Sterne, welche sich im Rahmen dieses Prozesses innerhalb von NGC 6559 gebildet haben, führen dem verbliebenen Wasserstoffgas mehr und mehr Energie zu. Diese jungen Sonnen gehören üblicherweise zu den Sternen vom Spektraltyp "O" oder "B" und verfügen daher über Oberflächentemperaturen im Bereich von 10.000 bis 50.000 Kelvin. Sie strahlen große Mengen hochenergetischer UV-Strahlung in ihre Umgebung ab, welche in der Lage ist, Wasserstoffatome zu ionisieren. Das verbliebene Gas gibt diese zugeführte Energie wieder ab, wodurch das im zentralen Bildbereich erkennbare faserige rote Leuchten entsteht. Ein solches Objekt wird von den Astronomen auch als Emissionsnebel bezeichnet.

NGC 6559 setzt sich allerdings nicht nur aus Wasserstoffgas zusammen. Zusätzlich enthält diese Region feste Staubkörnchen, welche aus schwereren Elementen wie Kohlenstoff oder Silizium bestehen. Der bläuliche Bereich unmittelbar rechts neben dem rötlich leuchtenden Emissionsnebel kommt dadurch zustande, weil das Licht, welches von den gerade erst entstandenen Sternen ausgeht, an den dort befindlichen mikroskopisch kleinen Staubpartikeln gestreut - also in alle Richtungen reflektiert - wird.

Staubhaltige Regionen erscheinen in der Regel bläulich, da die Streuung für kürzere, bläuliche Wellenlängenbereiche des elektromagnetischen Spektrums deutlich effektiver ausfällt. Solche Nebel, welche nicht selbst leuchten, sondern lediglich das Licht von Sternen reflektieren, werden als Reflexionsnebel bezeichnet.

In Bereichen, in denen der Staub besonders stark konzentriert auftritt, blockiert dieser das Licht, welches von hinter den Staubkonzentrationen gelegenen Sternen ausgeht, vollständig, so wie in den dunklen Flecken und den gewundenen Filamenten unten links und rechts in der nebenstehenden Aufnahme. Um auch die hinter den Staubwolken gelegenen Bereiche untersuchen zu können, müssten die Astronomen den Nebel bei längeren, infraroten Wellenlängen beobachten, in denen der Staub das Licht von Hintergrundsternen nicht absorbiert.

Der Hintergrund der Aufnahme wird von unzähligen älteren, normalerweise gelblich leuchtenden Sternen gefüllt, welche sich ebenfalls in unserer Heimatgalaxie befinden. Einige dieser Sterne erscheinen allerdings rötlich und etwas lichtschwächer. Dieser Effekt entsteht, weil das von diesen Sternen ausgehende Licht auf dem Weg zur Erde zuerst den Staub von NGC 6559 durchqueren muss.

Die hier kurz vorgestellte Aufnahme des Emissionsnebels NGC 6559 dokumentiert die chaotischen Bedingungen, welche herrschen, wenn sich Sterne im Inneren einer interstellaren Molekülwolke bilden. Angefertigt wurde die Aufnahme mit dem "Danish Faint Object Spectrograph and Camera"-Instrument (kurz "DFOSC") am Danish-1,54-Meter-Teleskop, welches Bestandteil des La Silla-Observatoriums der ESO in den chilenischen Anden ist. Dieses Teleskop ist bereits seit dem Jahr 1979 in Betrieb und wurde erst kürzlich generalüberholt und dabei in ein fernsteuerbares Teleskop mit modernster Technik umgerüstet.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO)


» Soll die Suche nach Aliens ausgeweitet werden?
05.05.2013 - Sara Seager, Astronomin am Massachusetts Institute of Technology regt in einem neuen Artikel des Fachmagazins "Science" dazu an, sich bei der Suche nach Leben im Weltall nicht nur auf erdähnliche Planeten in habitablen Zonen zu beschränken.
Während zu Beginn der Entdeckungsgeschichte von Exoplaneten etwa in der Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts jedem neuen Exemplar noch verstärkte mediale Aufmerksamkeit gewidmet wurde, tauchen heute Meldungen über neu entdeckte Planetensysteme nur noch dann in Zeitungen oder im Fernsehen auf, wenn es sich dabei um in etwa erdgroße, felsige Planeten handelt, deren Umlaufbahnen sich in habitablen Zonen um ihre Heimatsterne befinden. Denn damit ist die Möglichkeit von Leben verbunden und mit solchen Meldungen lässt sich auch eine informationsübersättigte Bevölkerung vielleicht noch beeindrucken. Dieses Konzept ist auch jüngst bei einer Pressekonferenz anlässlich der Entdeckung einiger Planeten durch die Sonde Kepler aufgegangen, bei denen Neuentdeckungen im Sinne der oben genannten Merkmale verkündet wurden.

Die amerikanische Astronomin Sara Seager vom Massachusetts Institute of Technology hat nun in einem Aufsatz der Fachzeitschrift "Science" darauf hingewiesen, dass es durchaus ein Fehler sein könnte, wenn man bei der Suche nach potenziell Leben tragenden Planeten ausschließlich nach erdähnlichen Welten in habitablen Zonen Ausschau hält. Damit würde man sich künstlich viel zu sehr auf einen Typus beschränken und so vielleicht Planeten außer Acht lassen, die ebenso Träger von Leben sein könnten, obwohl man ihnen dies gar nicht zutraue.

Seager weist auch darauf hin, dass es den heute lebenden Astronomen nicht vergönnt sein werde, in ihrer Lebenszeit allzu viele Planeten und deren Atmosphären genau untersuchen zu können. Denn die heutigen Instrumente seien noch nicht in der Lage bei ihren Untersuchungen und Messungen über einen bestimmten, nach galaktischen Maßstäben recht kleinen Radius hinauszugehen. Daher, so Seager, sei man geradezu gezwungen, offener zu sein bei der Suche nach potenziell Leben tragenden Planeten.

Die Astronomin nennt auch Beispiele für Faktoren, die dafür verantwortlich sein können, dass Planeten inner- oder außerhalb der habitablen Zone um einen Stern Leben tragen könnten. Dazu gehören zum einen die Treibhausgase, die auf Planeten weit draußen für lebensfreundliche Temperaturen sorgen können. Umgekehrt können sehr trockene Planeten auch dann Leben beherbergen, wenn sie nah an ihrem Stern kreisen. Man müsse das Potenzial für Leben bei jedem Planeten einzeln untersuchen, so Seager. Je mehr Planeten man einzeln auf die Möglichkeit von Leben prüfe, je höher sei die Wahrscheinlichkeit, welches zu finden.

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(Autor: Hans Lammersen - Quelle: space.com, MIT, Science)


» Zweiter Vega-Start erfolgreich
07.05.2013 - Mit einigen Tagen Verspätung ist der zweite Vega-Start VV02 in der Nacht vom 6. auf den 7. Mai 2013 gelungen. Nach dem erfolgreichen Jungfernflug VV01 vor etwas über einem Jahr demonstriert die ESA erneut, dass sie auch kleinere Mehrfachnutzlasten kostengünstig in unterschiedlichen, diesmal sonnensynchronen Umlaufbahnen platzieren kann.
Irgendwie wird es die Verantwortlichen schon geärgert haben. Da hätte man am 2. Mai 2013 in Kourou bei akzeptablem Wetter mit Vega VV02 abheben können, verschiebt den Start aber relativ kurzfristig um einen Tag. Warum? Für nichts Geringeres als einige Tests mit dem fahrbaren Montageturm und der fertigen Rakete. Und dann macht ab dem 3. Mai das Wetter für mehrere Tage einen Strich durch die Rechnung. Zu starker Wind erhöhte das Risiko. Zum Testen neuer Arbeitsabläufe mit dem Montageturm war nun genug Gelegenheit. Das Beruhigende und vielleicht auch eine Demonstration wert: Dem Start Vega VV02 hat das nicht geschadet. Sowohl Rakete als auch Nutzlast können laut ESA problemlos mehrere Tage im startbereiten Zustand auf der Rampe stehen, geschützt vom mobilen, geschlossenen Montageturm.

Der Start lief, soweit man das aus der Übertragung und der begleitenden Berichterstattung beurteilen kann, perfekt - trotz tropischen Regens, der offenbar ein geringeres Risiko als Wind darstellt. Vega VV02 hob am 6. Mai 2013 um 23.06 Uhr Ortszeit Kourou (4.06 Uhr MESZ des 7. Mai) ab. Die drei unteren Feststoff-Stufen P80, Zefiro 23 und Zefiro 9 trennten sich ebenso wie die Nutzlastverkleidung tadellos. Die flüssigtreibstoff-betriebene Oberstufe AVUM (Attitude and Vernier Upper Module) zündete knapp sieben Minuten nach dem Start erstmals und begann mit der exakten Auslieferung der drei Nutzlasten.

An Bord befanden sich als Primärnutzlast der europäische Erdbeobachtungsatellit Proba V und als mitreisende Sekundärnutzlasten der vietnamesische Beobachtungssatellit VNREDSat 1A sowie der estnische Nanosatellit ESTCube 1 mit einem Experiment zur Nutzung des Coulomb-Effektes.

Rund 55 Minuten nach dem Start wurde Proba V in 820 km Höhe und Inklination 98,7 Grad ausgesetzt. Eine weitere Stunde später (1:57 Stunden nach dem Abheben) hatten VNREDsat 1A und nach weiteren drei Minuten ESTCube 1 ihre Ziele in 704 km Höhe bei einer Inklination von 98,1 Grad erreicht. Die Oberstufe wird nun durch ein Bremsmanöver kontrolliert zum Absturz gebracht.

Sofort nach dem Aussetzen der Satelliten erfolgt die Inbetriebnahme und Auswertung erster Telemetriedaten. Bei Proba V steht nach Abschluss der frühen Inbetriebnahmephase (Launch and Early Operation Phase LEOP) die eigentliche Inbetriebnahme und Tests über drei Monate sowie die Kalibrierungsphase über weitere drei Monate an. Die Federführung liegt hierbei beim belgischen Satellitenhersteller QinetiQ.

Proba V ist in gewisser Weise ein Novum. Der Proba-Bus dient eigentlich der Erprobung innovativer Technologien unter Weltraumbedingungen. Mit diesem Ziel wurden zunächst zwei Proba-Satelliten gestartet. Proba 1 wurde später in eine operative Erdbeobachtungsmission umgewidmet, Proba 2 in eine Wissenschaftsmission. Proba V dient zwar auch als Demonstrations-Plattform für neue Anwendungen, ist aber von vornherein und hauptsächlich für eine mittelfristige operative Mission entwickelt worden. Er wird im Tagesrhythmus die Entwicklung der Vegetation auf der Erde erfassen. Damit schreibt er die 15-jährige Beobachtungsdatenreihe der französischen Spot-Satelliten fort. Diskutiert wird, mit diesem und weiteren Proba-V-Satelliten die Landbeobachtung der Spot-Satelliten bis 2020 fortzusetzen. Der eigentlich als Spot-Nachfolger vorgesehene GMES Sentinel 3, vorgesehener Start 2014/15, könnte sich dann auf die Meeresüberwachung konzentrieren.

Der zweite Vega-Start ist der erste im Rahmen des VERTA-Förderprogramms (Vega Research and Technology Accompaniment). Damit sichert die ESA die Markteinführung der Rakete ab. VERTA garantiert fünf Starts in den Jahren 2013 und 2014. Das soll für den Nachweis genügen, dass ein Start mit Vega erheblich sicherer als bei der billigeren Konkurrenz ist. Auf diesem Weg ist die ESA nun einen Schritt weiter. Unter VERTA werden nach Proba V unter anderem die Satelliten ADM-Aeolus und LISA Pathfinder sowie das Intermediate Experimental Vehicle IXV als Primärnutzlasten starten. Bereits im Dezember 2011 wurden die ersten rein kommerziellen Starts vertraglich vereinbart. In den Jahren 2014 bis 2016 sollen Sentinel 2 und Sentinel 3 auf einer Vega abheben.

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(Autor: Roland Rischer - Quelle: ESA, Arianespace, QinetiQ, Raumcon)


» Ein Gammastrahlenausbruch bricht Rekorde
10.05.2013 - Astronomen konnten am 27. April 2013 mit dem Weltraumteleskop Fermi einen Gammastrahlenausbruch beobachten, welcher alle zuvor mit Fermi beobachteten Ereignisse dieser Art übertrifft. Mit einer Energie von mindestens 94 Milliarden Elektronenvolt war die Energie der Gammastrahlung von GRB 130427A bis zu dreimal höher als bei dem bisherigen Rekordhalter. Der im Sternbild Löwe lokalisierte Gamma-Ausbruch dauerte zudem nahezu einen Tag lang an und konnte deshalb auch mit weiteren Teleskopen beobachtet werden.
Ein ungewöhnlich stark ausfallender Gammastrahlenausbruch (kurz "GRB") versetzte vor knapp zwei Wochen Astronomen auf der ganzen Welt in Erstaunen. In den Vormittagsstunden des 27. April 2013 registrierte eines der Instrumente des auf die Gammastrahlenastronomie spezialisierten Weltraumteleskops Fermi, der Gamma-ray Burst Monitor (kurz "GBM"), einen ungewöhnlich starken Gammablitz. Hierbei handelte es sich um das stärkste Signal eines Gammablitz, welches seit Jahrzehnten gemessen werden konnte. Der Gammastrahlenausbruch konnte nahezu zeitgleich auch mit anderen Instrumenten, darunter auch das Hauptinstrument von Fermi, das Large Area Telescope (kurz "LAT"), nachgewiesen werden.

"Beim Frühstück am Samstag kam plötzlich eine automatische Nachricht von Fermi", so Dr. Andreas von Kienlin vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching, dem an diesem Tag für das GMB-Instrument verantwortlichen Wissenschaftler. "Als ich die vom Satelliten gesendeten Daten zum ersten Mal sah, konnte ich kaum meinen Augen trauen. Dieser Gammastrahlenausbruch war so unglaublich hell, dass er sogar alle unsere Detektoren gesättigt hat. Die GRB-Wissenschaftlergemeinde hat ein derart helles Ereignis seit etwa dreißig Jahren nicht mehr gesehen. Es ist das hellste Ereignis, das der GBM jemals gemessen hat."

Unverzüglich wurden weitere Wissenschafter über die Entdeckung in Kenntnis gesetzt und dazu aufgerufen, mit erdgebundenen Teleskopen kurzfristig anzusetzende Nachbeobachtungen dieses Gammastrahlenausbruches durchzuführen. Das "Nachglühen" des GRB’s konnte - nicht zuletzt dank der schnellen und genauen Positionsinformation des Weltraumteleskops Swift, welches ebenfalls auf dieses Ereignis triggerte - dann auch erfolgreich bei optischen, infraroten und Radiowellenlängen durch bodengebundene Observatorien nachgewiesen werden. Ebenfalls entscheidend für diesen Erfolg war die ungewöhnlich lange Dauer des Ausbruches, welcher fast einen Tag lang beobachtet werden konnte. Durch die parallel erfolgenden Beobachtungen in möglichst vielen Wellenlängenbereichen erhoffen sich die Astronomen Erkenntnisse darüber, welches Ereignis die gewaltige Explosion ausgelöst haben könnte.

Die an den Untersuchungen beteiligten Astronomen gelangten schnell zu der Erkenntnis, dass der im Sternbild Löwe lokalisierte GRB sich in einer Entfernung von etwa 3,6 Milliarden Lichtjahren zu unserem Sonnensystem ereignet hat, was für einen GRB eine relativ geringe Entfernung darstellt. "Dass diese Explosion, Milliarden von Lichtjahren entfernt, dennoch unsere Detektoren saturiert hat, zeigt wie unglaublich energiereich dieses Ereignis war", so Dr. Andreas von Kienlin.

Gammastrahlenblitze stellen die hellsten und energiereichsten jemals beobachteten Explosionen im Weltall dar. Für den Großteil dieser Ereignisse ist vermutlich der "Tod" eines massereichen Sterns verantwortlich, welcher seinen für die Kernfusion benötigten nuklearen Brennstoff aufgebraucht hat. Sobald ein Stern, welcher über mindestens 20 Sonnenmassen verfügt, seinen Brennstoff aufgebraucht hat, kollabiert dieser unter seiner eigenen Masse zu einem schwarzen Loch. Dabei bilden sich Plasma-Jets aus, welche mit nahezu Lichtgeschwindigkeit nach außen schießen.

Diese Jets bahnen sich zunächst ihren Weg durch den kollabierten Stern und treffen dann mit dem zuvor ausgeworfenen Gas des Sterns zusammen. Dabei werden Schockfronten und ein auch im sichtbaren Lichtspektrum zu erkennendes helles Nachleuchten erzeugt, welches sich mit der Zeit abschwächt. Sofern sich der GRB nahe genug zu unserem Sonnensystem befindet, können Astronomen nach dem Ausbruch normalerweise auch die Signaturen einer Supernova beobachten.

"Da dieser GRB vergleichsweise nahe bei uns stattfand, suchen wir jetzt mit all unseren Teleskopen nach einer mit dem Ereignis verbundenen Supernova", erklärt Dr. von Kienlin. Es wird allgemein erwartet, dass diese Supernova bis Mitte Mai 2013 entdeckt werden wird.

Dank des sehr breiten Energiebereichs, welcher durch den Gamma-ray Burst Monitor und das LAT-Instrument auf Fermi abgedeckt wird, war es möglich, das Emissionsspektrum des Gammastrahlenausbruchs GRB 130427A - die Ziffern in dieser Bezeichnung stehen für den Tag, an dem der Gammablitz nachgewiesen werden konnte - über einen beispiellos großen Energiebereich von acht keV bis hin zu etwa 100 GeV zu vermessen.

Das LAT-Instrument wies dabei sogar ein Gammaquant mit einer Energie von mindestens 94 Milliarden Elektronenvolt nach. Dies ist ungefähr 35 Milliarden Mal stärker als die Energie des sichtbaren Lichts beziehungsweise drei Mal stärker als der bisherige Rekord eines GRB-Signals. Die Emission im GeV-Bereich dauerte mehrere Stunden an und blieb für das LAT fast einen ganzen Tag nachweisbar. Diese Beobachtung setzt somit eine neue Rekordmarke bezüglich der längsten Gammastrahlenemission eines GRBs.

"Wir mussten lange auf einen Gamma-Ausbruch mit einer solchen hohen Energie warten", so die Fermi-Projektwissenschaftlerin Julie McEnery vom Goddard Space Flight Center der NASA in Greenbelt/USA. "Der Ausbruch dauerte so lange an, dass er von einer Rekord-Anzahl an Teleskopen auf der Erde ins Visier genommen werden konnte."

"Wir können besonders stolz auf diese Detektion sein, da alle 14 Gammastrahlungsdetektoren und auch die Stromversorgungseinheit des GBM-Instruments von unserem Institut entwickelt, gebaut und getestet wurden“, so Dr. Andreas von Kienlin.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, NASA)


» Grasshopper startet zukünftig in New Mexico
12.05.2013 - Der von Space Exploration Technologies zur Erprobung wiederverwendbarer Raketenerststufen entwickelte Grasshopper soll demnächst vom Spaceport America in New Mexico abheben ...
... und dort auch wieder landen. Dazu wurde in dieser Woche eine vertragliche Vereinbarung für die nächsten drei Jahre unterzeichnet. Diese sieht eine monatliche Miete von 6.600 US-Dollar vor sowie pro Einsatz einen Betrag von 25.000 US-Dollar.

Gegenwärtig werden die neu entwickelten, ausklappbaren Landebeine getestet und sollen demnächst an eine Erststufe montiert werden. Beides zusammen ergibt dann einen neuen Grasshopper, der dann bereits weitgehend der zur Wiederverwendung geplanten Erststufe der Falcon-9-Trägerrakete ähnelt.

Bei einem echten Start befindet sich jedes der vier Beine direkt an der Hülle der Stufe und wird kurz vor der Landung durch eine hydraulische Stütze ausgeklappt. Ein Bein solle eine Masse von nur etwa 500 kg besitzen und damit die Nutzlast nur in geringem Maße schmälern. Eine Rückkehr der Erststufe zum Startplatz hatte Elon Musk, CEO von SpaceX, übrigens vor ein paar Wochen zur Diskussion gestellt.

Mit dem Flug des Grasshoppers in etwa 250 Meter Höhe bei anschließender weicher Landung ist am 19. April offenbar Phase 2 des Testprogramms abgeschlossen worden. Diese sah mehrere Testflüge mit einer Dauer von bis zu 45 Sekunden und einer Höhe bis etwa 200 Meter vor. In der sich nun anschließenden Phase 3 soll die Flughöhe schrittweise auf bis zu 3,5 km und die Flugdauer auf etwa 160 s ausgedehnt werden. Als Zwischenschritte wurden im ursprünglichen Testplan aus dem Jahre 2011 350, 750, 1.500 und 2.200 Meter Gipfelhöhe angegeben.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Spaceport America, Raumcon, Los Angeles Times)


» Hubble entdeckt interessante Galaxienform
14.05.2013 - Mit Sensoren des Hubble-Weltraumteleskops konnte eine ungewöhnlich geformte Galaxie abgelichtet werden.
Die Galaxie 2MASX J05210136-2521450 ist eine sehr hell leuchtende Infrarot-Galaxie, die enorme Mengen infraroter Wellen aussendet. Daraus schließen die Wissenschaftler auf eine intensive Sternentstehungsaktivität. Die Kollision zwischen zwei wechselwirkenden Galaxien hat im Verlaufe des Verschmelzungsprozesses deutliche Spuren hinterlassen.

2MASX J05210136-2521450 präsentiert einen einzigen hellen Kern und eine spektakuläre äußere Struktur, die eine einseitige Verlängerung des inneren Arms umfasst. Durch die einwirkenden Gravitationskräfte bei der Verschmelzung bewegt sich ein Arm in die entgegengesetzte Richtung. Das Foto ist ein Composit von Bildern der Advanced Camera for Surveys des Hubble Space Telescope im Nah-Infrarot-Bereich und im sichtbaren Licht.

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(Autor: Gertrud Felber - Quelle: ESA/NASA)



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Mars Aktuell: Endlich wieder mehr Neuigkeiten vom Mars von Redaktion



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» Endlich wieder mehr Neuigkeiten vom Mars
01.05.2013 - Der Planet hat seine Sonnenkonjunktion beendet, so dass von der Erde aus wieder Kontakt zu den Marssatelliten und -rovern aufgenommen werden kann.
Ungefähr alle 26 Monate befindet sich der Mars in der sogenannten Sonnenkonjunktion, welche zuletzt im Februar 2011 stattfand. Dabei handelt es sich um eine regelmäßig vorkommende Planetenkonstellation, wo sich die Sonne zwischen Erde und Mars befindet und sich dieser weniger als fünf Grad (von der Erde aus gesehen) an der Sonne vorbei bewegt. Bei der diesjährigen Konjunktion befand sich der Mars am 17. April 2013 nur 0,4 Grad unter der Sonne und der gesamte Konjunktionszeitraum wurde auf den 5. April bis zum 26. April datiert. Neben der Unbeobachtbarkeit des Roten Planeten für die meisten Astronomen von der Erde aus, sorgt diese Planetenkonstellation auch bei den Forschungsmissionen rund um den Mars für Einschränkungen. Erst wenn der Planet knapp zwei Grad von der Sonne entfernt ist, kann der normale Betrieb wieder aufgenommen werden. Während der Marsrover Opportunity (MER) und die Sonden Mars Odyssey (MO) sowie der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) im Zeitraum vom 4. bis 26. April von der eingeschränkten Funkkommunikation betroffen waren, ging man bei Curiosity auf Nummer sicher und wartete dort noch bis zum heutigen 1. Mai.

Wieso sind diese Einschränkungen wichtig und müssen ernst genommen werden?

Der entscheidende Faktor, warum es bei dieser Konstellation zu Einschränkungen kommt, ist die Sonne. Diese sendet ununterbrochen Sonnenwind ins Weltall und ist besonders in ihrer aktiven Phase sowie durch koronale Massenauswürfe, eine große Gefahr für die Missionen in unserem Sonnensystem. Die Kommunikation zwischen Erde und Sonde bzw. Rover erfolgt über Radiosignale, welche unter anderem vom Deep Space Network (DSN) der NASA gewährleistet wird. Hierbei handelt es sich um ein Netzwerk von Parabolantennen, die strategisch auf der Erde platziert sind. Eine der größten Antenne befindet sich im Goldstone Deep Space Communication Complex (GDSCC) in Kalifornien und hat einen Durchmesser von 70 Metern.

Während einer aktiven Sonnenphase schleudert die Sonne verstärkt Magnetfelder und Teilchenströme ins All, welche die Radiosignale, die von der Erde in Richtung Mars geschickt werden, stören können. Bei der Sonnenkonjunktion müssen die Signale direkt in Richtung Sonne gesendet werden, wodurch die Wahrscheinlichkeit, dass gestörte Radiosignale die Rover und Sonden erreichen werden, sehr hoch ist. Solche Fehlmeldungen könnten dann natürlich im schlimmsten Fall besonders bei den Rovern sogar die ganze Mission gefährden und die Fahrzeuge beschädigen.

Damit so etwas nicht passiert, wurden vor der Sonnenkonjunktion Programme zusammengestellt und an die Fahrzeuge auf dem Mars übermittelt, welche dann während der unterbrochenen Funkkommunikation ausgeführt wurden. Dabei handelte es sich meist um Standortprogramme, da eine Bewegung der Fahrzeuge in dieser Zeit aufgrund der eingeschränkten und vor allem unzuverlässigen Kommunikation zu gefährlich wäre. Dieses Programm bezeichnet man auch als autonomen Modus.

Auch die den Mars umlaufenden Sonden werden in einen autonomen Modus versetzt, arbeiteten in dieser Zeit aber weiter, wenn auch etwas eingeschränkter als im Normalmodus. Neue Kommandos von der Erde erfolgen in dem Zeitraum der Konjunktion nicht. Während die Marsfahrzeuge also weiterhin Daten an ihrem Standort aufzeichnen, das können Bilder oder eben auch Messdaten sein, werden diese hauptsächlich an den Mars Reconnaissance Orbiter (MRO), aber auch an Mars Odyssey (MO) übertragen und dort vorerst gespeichert. Ende April, Anfang Mai werden diese Daten dann zur Erde geschickt und vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) ausgewertet. Missionsmanager Reid Thomas rechnet damit, dass die Sonde bis dahin 50 Gigabit (dies entspricht etwa 6,4 GB) wissenschaftliches Material gesammelt hat. Es wird sicher einige Zeit dauern, bis das gesamte Material bearbeitet sein wird.

Da die Sonnenkonjunktionen regelmäßig vorkommen, haben die Verantwortlichen schon viele Erfahrungen sammeln können, die ihnen weiterhelfen. Der Mars Rover Opportunity (MER) erlebte nun schon die fünfte Konjunktion und die Sonde Mars Odyssey (MO) bereits die sechste. Auch wenn es regelmäßig zu derartigen Konjunktionen kommt, ist natürlich trotzdem nicht immer alles gleich.

Die diesjährige Konjunktion war schon alleine deshalb sehr besonders, da man seit dem 6. August 2012 den knapp eine Tonne schweren Marsrover Curiosity auf dem Mars zur Erforschung des Planeten einsetzt. Aufgrund der Wichtigkeit des Rovers wird dieser wie bereits eingangs erwähnt erst etwas später seine ersten Kommandos von der Erde erhalten. Zudem war geplant, dass der Rover täglich einen Piepton in Richtung Kontrollzentrum auf der Erde schicken sollte.

Zum ersten Mal wurden auch die ganze Zeit Daten von Mars Odyssey zur Erde gesendet, auch wenn man sich bewusst war, dass es auch zu Ausfällen und fehlerhaften Daten kommen konnte. Mit den Sonden bietet sich eine Möglichkeit, die Sonnenkonjunktion um vielleicht ein paar Tage zu umgehen. Da der Rover Daten zu ihnen schickt, könnten die Sonden in Abhängigkeit von ihrer orbitalen Position diese schon etwas früher zu den Empfangsantennen des DSN senden, von wo sie dann in das Missions-Kontrollzentrum weitergeleitet werden.

NASA - Missionsstatusbericht vom 29.04.2013

Am 29. April veröffentlichte die NASA in einem Statusbericht zur Opportunity-Mission, dass sich dieser während des autonomen Modus’ in eine Art Standby versetzt hatte. Das Kontrollzentrum des Rovers erfuhr dies, nachdem die Verantwortlichen am 27. April erstmals wieder Daten des Rovers empfingen. Derzeit geht man davon aus, dass dieser am 22. April seine Flugsoftware neugestartet hatte, da die Mastkamera bei einer Routineuntersuchung der Atmosphäre die Sonne abbildete, so Projektleiter John Callas (NASA, JPL). In seinem Standby-Modus behält der Rover sein Energiegleichgewicht und seinen Kommunikationsplan bei, allerdings wartend auf neue Kommandos aus dem Kontrollzentrum.

Auch vom Marsrover Curiosity, dessen Kommunikationsunterbrechung heute endet, erreichte das Kontrollzentrum bereits die Information, dass dieser die Sonnenkonjunktion mit voller Gesundheit überstanden habe. In den kommenden Tagen und Wochen werden dann erste Auswertungen der im April gewonnenen Daten erwartet.

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(Autor: Frank Rinas - Quelle: NASA/JPL)


» Opportunity: Die Sonnenkonjunktion ist beendet
05.05.2013 - Der Marsrover Opportunity hat die mehrere Wochen andauernde Phase der Sonnenkonjunktion gut überstanden und konnte seine Arbeit mittlerweile wieder aufnehmen. Bereits in wenigen Tagen soll der Rover seinen aktuellen Standort verlassen, sich in die südliche Richtung bewegen und dabei eine etwa zwei Kilometer entfernt gelegene Geländeerhebung namens Solander Point ansteuern.
Während der letzten Wochen war aufgrund der erst kürzlich beendeten Konjunktionsstellung des Mars - hierbei handelt es sich um eine etwa alle 26 Monate auftretenden Planetenstellung, bei der sich der Mars von der Erde aus gesehen direkt neben der Sonne befindet - keine direkte Kommunikation mit dem auf der Marsoberfläche operierenden Rover Opportunity möglich (Raumfahrer.net berichtete über diese Konjunktion).

Um den Empfang von unvollständigen und damit eventuell fehlerhaften Kommandosequenzen durch Opportunity zu vermeiden, wurde dem Rover im Vorfeld der Konjunktion für den Zeitraum zwischen dem 9. und dem 28. April 2013 eine Reihe von Kommandos für den Einsatz der wissenschaftlichen Instrumente übermittelt, welche Opportunity anschließend autonom durchführte, ohne dabei weitere Instruktionen von der Erde zu erhalten.

Neben der Langzeit-Untersuchung einer mit dem Namen "Esperance-3" belegten Gesteinsformation durch das vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz entwickelte und betriebene APX-Spektrometer waren dabei auch verschiedene Aufnahmen des Marshimmels durch die Panoramakamera des Rovers vorgesehen, durch deren Auswertung die an der Mission beteiligten Wissenschaftler den Staubgehalt in der Marsatmosphäre ermitteln wollen. Die während dieser Phase gewonnenen Daten wurden zuerst im Computersystem des Marsrovers abgelegt beziehungsweise an die beiden im Marsorbit operierenden NASA-Raumsonden Mars Odyssey und Mars Reconnaissance übertragen und erst nach dem Ende der Konjunktion am 27. April an das auf der Erde befindliche Deep Space Network (DSN) gesendet.

Bei der Auswertung der Telemetriedaten des Rovers zeigte sich, dass sich Opportunity wenige Tage zuvor am 22. April, dem Sol 3.286 seiner Mission, in einen speziellen Standby-Modus versetzt hatte.

"Wir fanden den Rover in einem "Automodus" genannten Standby-Modus vor, im dem er lediglich passiv auf weitere Kommandos von der Erde wartet, ohne eigene Aktivitäten durchzuführen", so John Callas, der Projektmanager der Mars Exploration Rover-Mission des für die Kontrolle des Rovers verantwortlichen Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien.

Als Ursache für den Übertritt in den Automodus wird ein unerwarteter Reboot des Computersystems angenommen, welcher durch einen Fehler im Flash-Speicher des Bordcomputers ausgelöst wurde. Vermutlich sind aufgrund der langjährigen Einsatzdauer des Rovers, welcher eigentlich lediglich 90 Tage auf der Marsoberfläche aktiv sein sollte, einige der dortigen Speicherzellen ausgefallen. Vergleichbare Ereignisse traten in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrfach auf, stellten bisher allerdings kein größeres Problem dar. Sollten sich diese Ausfälle jedoch häufen, so muss der Flash-Speicher eventuell formatiert werden. Hierdurch konnte ein vergleichbares Problem, welches bei dem mittlerweile nicht mehr aktiven Marsrover Spirit auftrat, erfolgreich umgangen werden.

Trotz dieser kurzen Schrecksekunde am 27. April verfiel das technische Team der Opportunity-Mission aufgrund der mittlerweile langjährigen Erfahrung mit dem Rover jedoch keineswegs in Panik. Ein Übertritt in den Automodus ist bei einem unerwarteten Neustart des Computersystems üblich.

"Wir verfügen über verschiedene Gefahrenstufen und damit verbundene automatische Vorgehensweisen, um den Rover im Falle von auftretenden Störungen vor deren Auswirkungen zu schützen und der Automodus ist dabei die niedrigste Stufe", so Bill Nelson, der Chefingenieur der Mission. "Im Automodus wird der Rover in der Regel für einen Zeitraum von etwa 90 Minuten aktiv, um in dieser Zeit eventuell von der Erde eingehende Kommandos aufzufangen und umzusetzen. Sollten in diesem Zeitraum keine Kommandos eingehen, so schaltet er sich wieder ab, geht über Nacht in einen Schlaf-Modus und wird erst am nächsten Tag wieder aktiv." Die entsprechenden Zeitfenster für eventuelle Kommunikationen sind im Bordcomputer des Rovers hinterlegt.

Obwohl Opportunity nach dem Auftreten dieses Problems über mehrere Tage hinweg keine Hilfestellung von seinem Kontrollzentrum erhalten konnte hat der Rover diese Situation ohne jegliche weitere Probleme überstanden. Mittels einer am 1. Mai übermittelten Kommandosequenz gelang es dem für die Opportunity-Mission verantwortlichen Team des JPL, den Rover wieder in den normalen Betriebsmodus zu versetzen.

Bereits einen Tag später, am Sol 3296 seiner Mission, führte der Rover seine erste, allerdings nur minimal ausfallende Positionsveränderung seit über vier Wochen durch. Im Rahmen dieser "Fahrt" - der zuständige Roverdriver des JPL sprach von der kürzesten Fahrt, welche er jemals auf der Marsoberfläche durchgeführt hat - absolvierte Opportunity eine Drehung um lediglich 0,507 Grad um die eigene Achse.

Durch diese leichte Drehung gelangte allerdings - wie beabsichtigt - ein neues Bodenziel in die Reichweite des an der Vorderseite des Rovers befestigten Instrumentenarmes, welches während der vergangenen Tage mit dem APX-Spektrometer und dem Mikroskop des Rovers untersucht wurde. Eventuell soll die jetzt untersuchte Formation in den kommenden Tagen noch einmal mit einem Gesteinsschleifer bearbeitet und so von Staubablagerungen befreit werden. Durch eine Wiederholung der vorherigen Messungen könnten die beteiligten Instrumente dann einen nicht durch Umwelteinflüsse erodierten Bereich dieser Gesteinsformation analysieren.

Nach dem erfolgreichen Abschluss dieser Messkampagne wird Opportunity jedoch seine bereits seit dem 9. August 2011 andauernde Untersuchung des Cape York abschließen und sich, dem Randbereich des Endeavour-Kraters folgend, in die südliche Richtung orientieren. Diese Weiterfahrt ist für die nächsten Tage vorgesehen und soll nach dem aktuellen Planungsstand spätestens am kommenden Wochenende beginnen.

Als nächstes Ziel des Rovers wurde eine weitere Erhöhung am westlichen Rand des Endeavour-Kraters ausgewählt, welche Opportunity noch im August dieses Jahres erreichen soll. An der Nordseite dieser etwa 80 Meter hohen und rund zwei Kilometer vom aktuellen Standort entfernten Geländeerhebung namens "Solander Point" soll Opportunity dann den kommenden Marswinter verbringen.

Aufgrund der relativ kurzen Zeit, welche dem Rover für diese Fahrt über zwar ebenes, aber bisher nicht im Detail bekanntes Gelände zur Verfügung steht, wird es voraussichtlich nur wenige Gelegenheiten für längere Fahrtunterbrechungen und damit verbundene weitere Untersuchungen der Marsoberfläche geben.

"Wir haben eine schnelle Transitroute ausgearbeitet, auf der wir noch vor dem Einsetzen des Winters Solander Point erreichen werden", so Ray Arvidson von der Washington University in St.Louis/USA, der stellvertretende Chefwissenschaftler der Mission. Basierend auf der aktuellen Energiesituation des ausschließlich mit Sonnenenergie betriebenen Rovers und der Vorhersage der weiteren Entwicklung soll Opportunity sein nächstes Winterquartier optimalerweise noch Anfang August erreichen. Sollte sich die Energiesituation zwischenzeitlich allerdings besser entwickeln als vorhergesagt, so stünde eventuell etwas mehr Zeit für weitere kurze wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung.

"Einige Sols in Reserve, welche für wissenschaftliche Entdeckungen genutzt werden können, sind eine gute Sache. Allerdings wissen wir nicht, was uns auf dieser Fahrt erwartet, bis wir den Weg angetreten haben. Aktuell verfügen wir noch über eine gewisse Reserve und wir werden sehr genau überlegen, wie und wo wir diese Zeit verbringen werden", so Steve Squyres von der Cornell University, der leitende Wissenschaftler der Opportunity-Mission.

Abgesehen von den bereits weiter oben erwähnten, von den an der Mission beteiligten Ingenieuren allerdings nicht als gravierend eingestuften Problemen mit dem Flash-Speicher des Bordcomputers befindet sich Opportunity trotz einer bereits mehrjährigen Überschreitung des ursprünglich garantierten Einsatzalters immer noch in einem aus technischer Sicht betrachteten guten Zustand.

Einer weiteren Erforschung der Marsoberfläche steht somit nichts im Weg und bereits in wenigen Tagen sollte der Robotergeologe seine überaus erfolgreiche Untersuchung der Marsoberfläche fortsetzten und dabei auch bisheriges Terra incognita, bisher nicht näher erkundete Bereiche der Marsoberfläche, überqueren und für die Blicke der Menschheit zugänglich machen.

Bis zum heutigen Tag, dem Sol 3299 seiner Mission, hat der Rover Opportunity insgesamt rund 35.650 Meter auf der Oberfläche des Mars zurückgelegt und dabei mehr als 179.100 Bilder von der Oberfläche und der Atmosphäre des "Roten Planeten" aufgenommen und an sein Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien übermittelt.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, The Planetary Society, Unmanned Spaceflight)


» Mars Express: Erdrutsche am Olympus Mons
07.05.2013 - Bereits am 2. Mai veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen die in der Nähe des Marsvulkans Olympus Mons gelegene Region Sulci Gordii, welche in der Vergangenheit durch die Auswirkungen von Lavaflüssen und gigantischen Bergrutschen geformt wurde.
Bereits seit dem Dezember 2003 befindet sich die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express in einer Umlaufbahn um den Mars und liefert den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern seitdem regelmäßig eine Vielzahl an Daten über die Atmosphäre und die Oberfläche unseres äußeren Nachbarplaneten, durch deren Auswertung sich für die Planetenforscher wertvolle Einblicke in dessen Entwicklungsgeschichte ergeben.

Am 23. Januar 2013 überflog Mars Express während des Orbits Nummer 11.531 die Region Sulci Gordii (lateinisch für "Gordische Gräben"), welche sich etwa 200 Kilometer östlich der Basis des Schildvulkans Olympus Mons befindet, und bildete dieses Gebiet mit der High Resolution Stereo Camera (kurz "HRSC"), einem der insgesamt sieben wissenschaftlichen Instrumente an Bord des Marsorbiters, ab. Aus einer Überflughöhe von mehreren hundert Kilometern erreichte die HRSC dabei eine Auflösung von ungefähr 31 Metern pro Pixel.

Mit einer Gipfelhöhe von über 22 Kilometern relativ zu dem umgebenden Gelände und einem Basisdurchmesser von rund 550 Kilometern handelt es sich bei dem Olympus Mons um den höchsten derzeit bekannten Vulkan in unserem Sonnensystem. Der Olympus Mons ist von einem "chaotischen Gelände" umgeben, welches sich über Distanzen von mehreren hundert Kilometern in die Umgebung erstreckt.

Bereits kurz nach der Entdeckung dieser Formationen äußerten die Planetologen die Vermutung, dass es sich bei den hier zu beobachtenden Geländestrukturen um die Ablagerungen von gewaltigen Felsstürzen und Erdrutschen handelt, welche in der Vergangenheit von den unteren Hängen des Olympus Mons abbrachen.

Ein Teilbereich dieser Aureole, welche den Olympus Mons umgibt, ist die Region Sulci Gordii. Die Landschaft des Sulci Gordii setzt sich aus einer chaotischen Abfolge von diversen Bergrücken zusammen, welche von kleinen Tälern durchschnitten werden. Nach der Entstehung der Region wurden diese kleinen Zwischentäler durch später erfolgende, vom Olympus Mons ausgehende Lavaflüsse teilweise aufgefüllt. Diese verfüllten Täler verfügen über sehr flache, ebene Talböden.

Die Planetologen vermuten, dass die den Olympus Mons umgebende Aureole sich bereits in der Frühzeit des Mars bildete. Durch den Ausstoß von Lava und die damit verbundenen Temperaturen wurden vermutlich auch große Mengen an Wassereis, welches sich dort im Untergrund befand, aufgeschmolzen. Die so freigesetzten Wassermassen führten in Verbindung mit der seismischen Aktivität dazu, dass die Randbereiche des Olympus Mons instabil wurden, was zur Auslösung von gewaltigen Gesteinslawinen und Bergstürzen führte.

Das von den Bergflanken losgelöste Material lagerte sich schließlich, transportiert von Lava und Wasser, in Entfernungen von bis zu mehreren hundert Kilometern im Umkreis um den Vulkan ab und wurde in der Folgezeit bei später erfolgenden Ausbrüchen teilweise von weiteren Lavamassen bedeckt. Zudem führte die äolische Verfrachtung von Vulkanasche, Staub und Sand dazu, dass sich in diesem Bereich über die Zeit hinweg eine Vielzahl von Sanddünen gebildet haben. Das Studium der Höhen und Ausrichtungen dieser Dünen erlaubt den Planetenforschern Einblicke in die in der Vergangenheit in dieser Region gegebenen Windbedingungen.

Vergleichbare Hangrutschungen, welche allerdings in einem sehr viel kleineren Maßstab auftreten, können auch auf unserem Heimatplaneten beobachtet werden. Ein Beispiel hierfür ist die Umgebung des Vulkans Mauna Loa auf Hawai’i. Durch die Untersuchung der diversen auf dem Mars auftretenden Landschaftsformen und vergleichende Studien mit auf der Erde zu beobachtenden vergleichbaren Formationen sind die Planetenforscher in der Lage, mehr über die vielfältigen geologischen Prozesse zu lernen, welche in der Frühzeit des Mars auftraten und die Oberfläche unseres Nachbarplaneten geformt haben.

Die weiter oben gezeigte Nadir-Farbansicht des Sulci Gordii wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- beziehungsweise rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Die perspektivischen Schrägansichten wurden aus den Aufnahmen der Stereokanäle der HRSC-Kamera berechnet. Das weiter unten zu sehende Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal der Kamera abgeleitet. Des Weiteren konnten die für die Bildauswertung zuständigen Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wurde, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten.

Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Raumsonde Mars Express wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern.

Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit mehreren industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten Mars Express-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

Die hier gezeigten, während des Orbits Nummer 11.531 durch die HRSC-Kamera angefertigte Aufnahmen des Sulci Gordii finden Sie auch auf der entsprechenden Internetseite der FU Berlin. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: FU Berlin, ESA)


» Wettervorhersagen für den Mars
09.05.2013 - Schneeschauer, welche während des Winters auf der nördlichen Hemisphäre des Mars niedergehen, könnten sich mehrere Wochen im Voraus vorhersagen lassen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der Tohoku-Universität im japanischen Sendai und des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau.
Neben verschiedenen Spurengasen wie zum Beispiel Sauerstoff, Kohlenmonoxid, Wasserdampf oder auch Methan besteht die Atmosphäre des Mars zum überwiegenden Teil aus Kohlendioxid, welches dabei mit einen Anteil von 95,32 Prozent vertreten ist. Zwei weitere bedeutende Bestandteile der Marsatmosphäre sind Stickstoff (2,7 Prozent) sowie das mit einem Mengenanteil von 1,6 Prozent vorhandene Edelgas Argon. Diese Mengenanteile sind jedoch nicht konstant, sondern sie verändern sich vielmehr in einem bestimmten, jahreszeitlich bedingten Rhythmus.

Ähnlich wie die Polarregionen der Erde sind auch der Nordpol und der Südpol des Mars von zwei geschlossenen Eiskappen bedeckt. Während des Marswinters speisen sich diese Polarkappen in erster Linie aus gefrorenem Kohlendioxid, welches aufgrund der in dieser Jahreszeit auftretenden niedrigen Lufttemperaturen von bis zu minus 130 Grad Celsius in einem großen Umfang aus der Atmosphäre ausfriert und sich in Form von Trockeneis im Bereich des jeweiligen Pols ablagert.

Die nördliche Polarkappe des Mars dehnt sich während des dortigen Winters bis zu einer nördlichen Breite von etwa 70 Grad aus. Während des vergleichsweise warmen Marssommers sublimiert das Trockeneis wieder und wird erneut ein Bestandteil der Marsatmosphäre. Zurück bleibt eine deutlich kleinere Polarkappe aus gefrorenem Wassereis.

Für die lediglich saisonal auftretenden Ablagerungen des Trockeneises im Bereich der Marspole existieren zwei Quellen. Ein Teil des in der Atmosphäre enthaltenen Kohlendioxids kondensiert - ähnlich wie sich auf der Erde bei klarem, kalten Wetter eine Frostschicht auf dem Boden bildet - direkt an der Planetenoberfläche. Teile des restlichen Gases gefrieren dagegen in der Atmosphäre zu winzigen Eiskristallen, aus denen sich Wolken bilden. Unter entsprechenden Bedingungen können diese Kristalle dann als Schnee auf die Oberfläche niedergehen. Die Berechnungen der Wissenschaftler legen nahe, dass insgesamt etwa die Hälfte des saisonalen Eises in Form von Schneekristallen auf die Oberfläche fällt.

Bereits im Jahr 2004 konnten Marsforscher anhand von Daten der von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express in der Atmosphäre unseres äußeren Nachbarplaneten aus Kohlendioxideis bestehende Wolken nachweisen (Raumfahrer.net berichtete). Ein aus den auf dem Mars auftretenden Wolken hervorgehender "Schneefall" konnte erstmals im September 2008 durch den von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebenen Marslander Phoenix im Bereich des marsianischen Nordpols nachgewiesen werden.

Eines der Instrumente des Marslanders, ein LIDAR, konnte dabei in einer Höhe von etwa vier Kilometern über der Marsoberfläche Wolkenformationen ausmachen, aus denen Eiskristalle in Richtung Oberfläche abfielen. Im Jahr 2012 zeigte sich anhand von Daten, welche durch den NASA-Orbiter Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) aufgezeichnet wurden, dass auch im Bereich des Südpols Wolken auftreten, in denen sich Trockeneiskristalle bilden, welche anschließend auf die Oberfläche abschneien.

In einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler von der Tohoku-Universität in Sendai/Japan und vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau jetzt erstmals eine Verbindung zwischen dem Auftreten solcher Eiswolken und einem periodisch auftretenden Wetterphänomen hergestellt. Während des Marswinters erfolgt eine periodisch auftretende Veränderung von Druck, Temperatur, Windrichtung und Windsstärke, welche sich dann mit einer großen Regelmäßigkeit wellenartig über den Planeten ausbreitet.

"Dieses Phänomen ist [in dieser Form] auf dem Mars einzigartig", so Dr. Alexander S. Medvedev vom MPS, einer der an dieser Arbeit beteiligten Planetenforscher. Diese sogenannten "planetaren Wellen" sind zwar ein auch in der irdischen Meteorologie auftretendes Phänomen. Allerdings fallen die damit verbundenen Druck- und Temperaturschwankungen in der unteren Erdatmosphäre deutlich schwächer aus als vergleichbare Ereignisse auf dem Mars. Zudem treten diese Wellen in der Erdatmosphäre weit weniger regelmäßig auf, so dass der Wellencharakter nicht so stark ausgeprägt erscheint.

"Auf der Nordhalbkugel des Mars treten diese Wellen in der Zeit von Herbst bis Frühling mit einer bemerkenswerten Verlässlichkeit auf", so Dr. Alexander Medvedev weiter. Sie breiten sich in die östliche Richtung aus und zeigen dabei eine regelmäßige Periode von fünf bis sechs Tagen. Nahe an der Oberfläche lassen sich zusätzlich Wellen mit einer höheren Frequenz beobachten.

Bedingt durch diese Schwankungen fällt die Temperatur in der Marsatmosphäre während der kalten Jahreszeit regelmäßig auf Werte unterhalb von minus 128 Grad Celsius. Dies ist die Temperatur, bei der gasförmiges Kohlendioxid auf dem Mars gefriert. Die Berechnungen der Wissenschaftler zeigen, dass sich überall dort, wo die Temperaturen entsprechend tief absinken, winzige Eiskristalle aus gefrorenem Kohlendioxid bilden und zu Eiswolken konzentrieren.

"Die Eiswolken treten nördlich von 70 Grad nördlicher Breite in allen Luftschichten bis zu 40 Kilometern Höhe auf", so Dr. Paul Hartogh vom MPS, ein weiterer an dieser Arbeit beteiligter Forscher. Unterhalb von 20 Kilometern Höhe fallen die Kristalle dann als Schnee auf die Planetenoberfläche. Nach Ansicht der an der Studie beteiligten Wissenschaftler könnten die neuen Erkenntnisse dabei helfen, Kohlendioxid-Schneeschauer auf dem Mars für einen Zeitraum von mehreren Wochen vorherzusagen.

"Aus eigener Erfahrung weiß jeder, dass auf der Erde verlässliche Wettervorhersagen nur für eine Zeitspanne von fünf bis maximal sieben Tagen möglich sind", so Dr. Medvedev. "Es ist schlicht unmöglich zu berechnen, ob es irgendwo auf der Erde in 20 oder 40 Tagen schneien wird."

Aufgrund der jetzt nachgewiesenen Regelmäßigkeit der in der Marsatmosphäre auftretenden planetaren Wellen gestaltet sich die Situation auf dem Mars jedoch anders. Die Berechnungen der an der Studie beteiligten Wissenschaftler zeigen, dass sich für bestimmte Regionen der nördlichen Hemisphäre des Mars die dort auftretenden Schneefälle weit im Voraus vorhersagen lassen können. Für ihre Simulationen nutzten die Wissenschaftler ein gängiges Klimamodell, welches an die speziellen Umweltbedingungen auf dem Mars angepasst wurde.

"Die Rechnungen müssen vor allem die große Menge an Staub berücksichtigen, der sich in der Atmosphäre des roten Planeten findet", so Dr. Takeshi Kuroda von der Tohoku-Universität in Sendai/Japan, der Erstautor der Studie. Vergleiche der berechneten Temperaturen und Eiskristalldichten mit entsprechenden Messdaten des Mars Reconnaissance Orbiter zeigten dabei gute Übereinstimmungen.

Die Studie, welche am 29. April 2013 unter dem Titel "Carbon dioxide ice clouds, snowfalls, and baroclinic waves in the northern winter polar atmosphere of Mars" in der Fachzeitschrift "Geophysical Research Letters" veröffentlicht wurde, könnte laut den beteiligten Wissenschaftlern besonders für zukünftige Marsmissionen von Bedeutung sein, mit denen die Nordhemisphäre des Mars und dessen Polarregion untersucht werden sollen. Durch entsprechend langfristige Vorhersagen von Schneeschauern könnten die Aktivitäten so geplant werden, dass diese den zu erwartenden Wetterbedingungen angepasst werden.

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Fachartikel von Takeshi Kuroda et al.:

Wöchentliche Wetterberichte vom Mars:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung)


» Marsrover Curiosity: Eine weitere Bohrung steht bevor
10.05.2013 - Auch der Marsrover Curiosity hat die erst kürzlich beendete Sonnenkonjunktion gut überstanden und konnte seine Arbeiten mittlerweile wieder aufnehmen. In den nächsten Tagen soll der Rover dabei eine zweite Bohrung auf der Marsoberfläche durchführen und die so gewonnenen Materialproben anschließend ausführlich untersuchen.
Aufgrund der erst kürzlich beendeten Konjunktionsstellung des Mars - hierbei handelt es sich um eine etwa alle 26 Monate auftretenden Planetenstellung, bei der sich der Mars von der Erde aus gesehen direkt neben der Sonne befindet - war im Zeitraum zwischen dem 4. April und dem 1. Mai 2013 keine direkte Kommunikation mit dem auf der Marsoberfläche operierenden Rover Curiosity möglich (Raumfahrer.net berichtete über diese Konjunktion).

Allerdings war Curiosity während der vierwöchigen Kommunikationsunterbrechung nicht untätig. Vielmehr nutzte der Rover mehrere seiner insgesamt zehn wissenschaftlichen Instrumente, um die Untersuchungen des Mars autonom fortzusetzen. Die dabei gesammelten Messwerte der Instrumente RAD, REMS und DAN wurden zunächst im Bordcomputer des Rovers abgelegt beziehungsweise an die beiden im Marsorbit befindlichen NASA-Orbiter Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter übermittelt und erst nach dem Ende der Konjunktion von dort aus an die Stationen des Deep Space Network (DSN) der NASA übertragen.

Bei der Auswertung der ebenfalls übermittelten Telemetriewerte des Rovers zeigte sich, dass Curiosity sich in einem guten Zustand befindet und die vierwöchige Phase der Sonnenkonjunktion ohne zwischenzeitlich aufgetretene Probleme überstanden hat. Bereits am 2. Mai konnte der Rover - mit neuen Kommandos von seinem Kontrollzentrum versehen - den wissenschaftlichen Betrieb fortsetzen, wobei unter anderem auch der Laser der ChemCam zum Einsatz kam.

Neue Software

In den folgenden Tagen wurde dem Rover eine neue, für den Einsatz und die Aktivitäten auf der Marsoberfläche optimierte Version seiner "Flugsoftware" überspielt. Während der letzten beiden Tage wurde die Funktionalität der Software überprüft, wobei ein besonderes Augenmerk auf die präzise Ausrichtung der verschiedenen Kameras gelegt wurde. Obwohl dabei bisher keine Probleme auftraten sind zunächst noch weitere Analysen und Tests vorgesehen, bevor der Rover seine ihm zur Verfügung stehenden Kapazitäten wieder voll ausschöpfen wird.

Eine weitere Bohrung ist geplant

Zeitgleich wählten die an der Mission beteiligten Wissenschaftler ein neues Bodenziel aus, welches in den kommenden Tagen mit dem am Kopfstück des Instrumentenarms montierten Gesteinsbohrer angebohrt werden soll.

Die für diese Bohrung ausgewählte Gesteinsformation "Cumberland" befindet sich lediglich 2,75 Meter westlich von der Formation "John Klein", an der Curiosity bereits am 2. Februar 2013 erstmals seinen Bohrer einsetzte (Raumfahrer.net berichtete) und die in den folgenden Monaten ausführlich untersucht wurde. Die entsprechenden Analysen führten zu dem Ergebnis, dass der Mars in diesem Bereich seiner Oberfläche in der Vergangenheit Bedingungen aufwies, welche die Existenz von primitiven Lebensformen prinzipiell begünstigt haben könnten (Raumfahrer.net berichtete).

Durch die jetzt geplante Untersuchung einer zweiten Bohrprobe, welche nur wenige Meter entfernt genommen wird, sollen die Ergebnisse der ersten Bohrung bestätigt werden. Sehr wahrscheinlich auftretende Kreuzkontaminationen durch das zuvor durch den Bohrer bei "John Klein" entnommene Material dürften unwesentlich sein, das beide Gesteinsformationen über eine vergleichbare Zusammensetzung verfügen.

Wesentliche Unterschiede scheinen darin zu liegen, dass die jetzt gewählte Formation "Cumberland" über eine körnigere Oberfläche verfügt, welche dem Gestein ein unebenes Aussehen verleihen. Bei diesen auch bei "John Klein" beobachteten Körnern handelt es sich um erosionsbeständige Mineral-Konktretionen, welche sich vor langer Zeit unter dem Einfluss von Wasser gebildet haben. Die Analyse einer Probe, welche mehr Material von diesen Konkretionen enthält, könnte laut den beteiligten Wissenschaftlern Informationen über die Variabilität innerhalb der Gesteinsschicht liefern, in der sich sowohl "John Klein" als auch "Cumberland" befinden.

Die weitere Vorgehensweise

Bereits in wenigen Tagen soll sich Curiosity in Bewegung setzen und die wenigen Meter bis zur Cumberland-Formation überbrücken. Nach der dortigen Entnahme der Bohrprobe, einer eingehenden Untersuchung dieser Probe durch die Analyseinstrumente CheMin und SAM und begleitenden Kameraaufnahmen soll der Rover noch verschiedene weitere Messungen im Bereich seines aktuellen Standortes durchführen. Derzeit wurde noch nicht entschieden, wie lange diese Untersuchungen im Detail andauern werden.

Nach dem Abschluss dieser Analysen soll Curiosity seine Fahrt durch den Gale-Krater jedoch fortsetzen und sich dabei in die Richtung des im Zentrum des 154 Kilometer durchmessenden Gale-Kraters gelegenen Zentralberges begeben. Mit dieser Fahrt zum Aeolis Mons, so der Name dieses Berges, wird der Rover dann den Rest dieses Jahres beschäftigt sein. Die Fahrt soll dabei lediglich für einige wenige Untersuchungen, durch welche das überbrückte Gelände weiter analysiert werden soll, kurz unterbrochen werden.

Bis zum heutigen Tag, dem "Sol" 270 seiner Mission, hat der Marsrover Curiosity eine Distanz von etwa 746 Metern auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt. In diesem Zeitraum haben die Kamerasysteme des Rovers bisher 51.896 Bilder aufgenommen und an das Roverkontrollzentrum des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien übermittelt. Diese Aufnahmen sind für die interessierte Öffentlichkeit auf einer speziellen Internetseite des JPL einsehbar.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, USGS)



 

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Saturn Aktuell: Cassini: Der Saturnorbit Nummer 190 beginnt von Redaktion



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» Cassini: Der Saturnorbit Nummer 190 beginnt
05.05.2013 - Am morgigen Tag beginnt der 190. Umlauf der Raumsonde Cassini um den Saturn. Während der folgenden neun Tagen sollen speziell die Atmosphäre des Saturn und dessen Ringsystem mit den wissenschaftlichen Instrumenten der Raumsonde eingehend untersucht werden.
Am 6. Mai 2013 wird die Raumsonde Cassini auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn um 12.49 Uhr MESZ erneut die Apoapsis, den Punkt ihrer größten Entfernung zum zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 1,3 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 190. Umlauf um den Ringplaneten. Aktuell verfügt Cassini auf ihrer Umlaufbahn um den Saturn über eine Inklination von 61,7 Grad.

Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, sind während des 9,6 Tage andauernden Orbits - dieser trägt die Bezeichnung "Rev 189" - insgesamt 24 Beobachtungskampagnen vorgesehen, mit denen größtenteils die Atmosphäre und das Ringsystem untersucht werden sollen.

Die erste dieser Beobachtungen wird bereits etwas über eine Stunde nach dem Beginn des neuen Orbits erfolgen und den Saturn zum Ziel haben. Mittels der hierbei geplanten Abbildungen der Saturnatmosphäre durch die WAC-Kamera, welche Bestandteil einer langfristig ausgelegten "Sturmbeobachtungskampagne" sind, sollen erneut aktuelle Daten über das dortige Wettergeschehen gesammelt werden.

Durch die Beobachtung von kleineren Sturmgebieten und markanten Wolkenformationen in der Atmosphäre des Ringplaneten lassen sich zum Beispiel Aussagen über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen. Für die folgenden neun Tage sind weitere 13 dieser jeweils lediglich wenige Minuten andauernden "Storm Watch"-Observationen geplant.

Unmittelbar nach dem Abschluss der ersten "Storm Watch"-Beobachtung wird sich die ISS-Kamera auf den F-Ring des Saturn richten, um dessen diverse Verästelungen und gewundene Einzelringe abzubilden. Frühere Beobachtungen zeigten, dass vor allem gravitative Wechselwirkungen mit dem weiter innen liegenden A-Ring und den beiden den F-Ring begrenzenden Saturnmonden Prometheus und Pandora den F-Ring gestalten. Speziell die gravitativen Einflüsse dieser beiden als "Schäfermonde" fungierenden Monde sind für die Ausbildung der beobachteten Wellenstrukturen des F-Ringes verantwortlich (Raumfahrer.net berichtete).

Für den 7. Mai sind dann neben vier weiteren Saturnbeobachtungen die Abbildungen von mehreren der kleinen inneren Saturnmonde vorgesehen, welche dabei im Rahmen sogenannter astrometrischer Beobachtungen abgebildet werden sollen. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Planeten und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu verfeinern.

Nach einer 12 Stunden andauernden Beobachtung des äußeren B-Ringes, welche bereits am 9. Mai erfolgt, wird Cassini schließlich am 11. Mai um 7.37 MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses Orbits Nummer 190 erreichen. Zu dieser Zeit wird sich die Raumsonde 316.230 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn befinden. Um diesen Zeitpunkt herum wird sich das Interesse der an der Mission beteiligten Wissenschaftler in erster Linie auf die Atmosphäre des Ringplaneten konzentrieren.

Bereits mehrere Stunden vor der dichtesten Annäherung an den Saturn wird dazu das "Radio Science Subsystem" (kurz "RSS") aktiviert. Dieses Instrument besteht aus drei Sende-Empfangsanlagen, welche die Veränderung von Radiowellen messen, sobald diese die Atmosphäre des Saturn (beziehungsweise bei alternativen Messkampagnen das Ringsystem des Saturn oder die dichte Atmosphäre des Titan, des größten Saturnmondes) durchdringen. Je nach Frequenzband werden die ausgestrahlten Radiosignale durch Cassini selbst oder durch die Empfangsanlagen des Deep Space Network (DSN) empfangen.

Im Bereich des S-Bandes sendet Cassini dazu eine hochstabile Trägerwelle in Richtung des DSN, ohne selbst Signale zu empfangen. Hierfür wird der Sender der Kommunikationsanlage der Raumsonde verwendet, welcher die Trägerwelle mit einer Sendeleistung von zehn Watt abstrahlt. Analog wird auch im X-Band gesendet, wobei auch vom DSN abgestrahlte Signale empfangen und ausgewertet werden können. Für Messungen bei Frequenzen von 32.028 MHz und 34.316 MHz (Ka-Band) verwendet das RSS einen eigenen Transmitter, welcher speziell für die Erfordernisse des Instruments konstruiert wurde. Dieser kann sowohl Signale zum DSN senden als auch empfangen.

Durch die Auswertung der im Rahmen dieser Kampagne ausgestrahlten Radiosignale wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler die Temperatur, Dichte und Zusammensetzung der oberen Schichten der Saturnatmosphäre ermitteln. Des weiteren soll ein vertikales Profil der Ionendichte in der Ionosphäre des Saturn gewonnen werden. Ergänzend zu diesen Messungen soll eines der Spektrometer der Raumsonde, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), den Heliumanteil in dem durch das RSS-Experiment untersuchten Bereich der Saturnatmosphäre bestimmen.

Nach dem Abschluss dieser Messungen wird sich das Interesse der Wissenschaftler auf das Ringsystem des Saturn richten. Zuerst soll dazu ein weiteres Spektrometer, das Visual and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS), eingesetzt werden, welches die zu diesem Zeitpunkt von der Sonne beleuchteten Bereiche verschiedener Ringe abbilden wird. Anschließend wird die ISS-Kamera eingesetzt, um den äußeren A-Ring abzubilden. Mit den entsprechenden Aufnahmen sollen zum wiederholten Mal sogenannte "Propellerstrukturen" in diesem Ring dokumentiert werden. Bei diesen entfernt an Flugzeugpropeller erinnernden, lediglich etwa 15 bis 25 Kilometer großen Strukturen handelt es sich um kleine "Hohlräume" innerhalb des A-Ringes, welche durch die gravitativen Einflüsse von vermutlich lediglich wenige Dutzend Kilometer durchmessenden Mini-Monden - so genannten Moonlets - verursacht werden. Durch die anzufertigenden Aufnahmen sollen die bisher bekannten Bahnparameter dieser Moonlets noch weiter verfeinert werden.

Am 12. Mai wird die ISS-Kamera zusammen mit dem VIMS-Spektrometer eine Sternokkultation dokumentieren. Hierbei wird der veränderliche Rote Riesenstern W Hydrae von Teilen den Ringsystems bedeckt. Durch die sich dabei ergebenden Helligkeitsschwankungen in der Lichtkurve von W Hydrae erhoffen sich die an der Kampagne beteiligten Wissenschaftler Aufschlüsse über den Aufbau, die Materialdichte und die Struktur der Ringbereiche, welche den Stern bei dieser Okkultation bedecken.

Für die folgenden Tage sind weitere Beobachtungen der Saturnringe vorgesehen. Zwei Beobachtungskampagnen werden zudem den größten Saturnmond, den 5.150 Kilometer durchmessenden Titan, zum Ziel haben. Hierbei soll aus Entfernungen von 2,37 beziehungsweise 2,49 Millionen Kilometern nach Wolkenstrukturen in dessen Atmosphäre Ausschau gehalten werden. Wie bei der Beobachtung der Saturnatmosphäre ergeben sich hierbei Informationen über das dortige aktuelle Wettergeschehen. Am 14. Mai wird die ISS-Kamera zudem zwei weitere Saturnmonde dokumentieren. Hierbei wird der lediglich 103 x 80 x 64 Kilometer große Mond Pandora aus der Sicht der Kamera am Südpol des etwa 396 Kilometer durchmessenden Mondes Mimas vorbeiziehen.

Am 16. Mai 2013 wird die Raumsonde Cassini schließlich um 2.30 MESZ in einer Entfernung von rund 1,3 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und damit auch diesen 190. Orbit um den Ringplaneten beenden. Für den dann beginnenden Orbit Nummer 191 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphäre des Saturn sowie verschiedener Saturnmonde vorgesehen. Außerdem wird die Raumsonde am 23. Mai den Mond Titan im Rahmen eines gesteuerten Vorbeifluges in einer Entfernung von 970 Kilometern passieren und mit verschiedenen Instrumenten untersuchen.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll Cassini den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann nahezu komplett aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society)


» Cassini: Saturnorbit Nummer 191 und Titan-Vorbeiflug
15.05.2013 - In wenigen Stunden beginnt ein neuer Umlauf der Raumsonde Cassini um den Saturn. Den Höhepunkt dieses neun Tage andauernden Orbits Nummer 191 bildet ein für den 23. Mai geplanter dichter Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan. Hierbei sollen mit einem Radar-Instrument speziell die Seen auf diesem Mond untersucht werden.
Am 16. Mai 2013 wird die Raumsonde Cassini auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn um 2.30 Uhr MESZ erneut die Apoapsis, den Punkt ihrer größten Entfernung zum zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 1,3 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 191. Umlauf um den Ringplaneten. Aktuell verfügt Cassini auf ihrer Umlaufbahn um den Saturn immer noch über eine Inklination von 61,7 Grad.

Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, sind während des erneut 9,6 Tage andauernden Orbits - dieser trägt die Bezeichnung "Rev 190" - insgesamt 26 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Die meisten dieser Kampagnen werden sich auf den größten der derzeit 62 bekannten Monde des Saturn, den 5.150 Kilometer durchmessenden Mond Titan, konzentrieren, welcher am 23. Mai im Rahmen eines gesteuerten Vorbeifluges von der Raumsonde passiert werden wird.

Die erste beiden Beobachtungen werden bereits mehrere Stunden nach dem Beginn des neuen Orbits erfolgen, wobei die ISS-Kamera zuerst den Saturn und dann den Mond Titan aus mehreren Millionen Kilometern Entfernung abbilden wird.

Mittels der hierbei geplanten Abbildungen der Atmosphären dieser beiden Himmelskörper durch die WAC-Kamera, welche Bestandteile von langfristig ausgelegten "Sturmbeobachtungskampagnen" sind, sollen erneut aktuelle Daten über das dortige Wettergeschehen gesammelt werden. Durch die Beobachtung von kleineren Sturmgebieten und markanten Wolkenformationen in den Atmosphären des Ringplaneten und des Titan lassen sich zum Beispiel Aussagen über die dort gegenwärtig vorherrschenden Windrichtungen und Windgeschwindigkeiten tätigen.

Als nächstes steht der G-Ring des Saturn auf dem Beobachtungsprogramm der ISS-Kamera, welcher in erster Linie durch Material gespeist wird, das von der Oberfläche des Mondes Anthe stammt.

Im Anschluss an diese Beobachtungskampagne sollen mehrere der kleineren inneren Saturnmonde im Rahmen sogenannter astrometrischer Beobachtungen abgebildet werden. Die Umlaufbahnen dieser kleinen und entsprechend massearmen Saturnmonde unterliegen einer permanenten gravitativen Beeinflussung durch den Saturn und dessen größeren Monden, was zu minimalen Veränderungen der jeweiligen Umlaufbahnen führen kann. Das wissenschaftliche Ziel der anzufertigenden Aufnahmen der Monde besteht darin, die derzeit verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu verfeinern.

Am 17. Mai wird die ISS-Kamera dann den äußeren Bereich des A-Ringes abbilden. Mit den entsprechenden Aufnahmen sollen zum wiederholten Mal sogenannte "Propellerstrukturen" in diesem Ring dokumentiert werden. Bei diesen entfernt an Flugzeugpropeller erinnernden, lediglich etwa 15 bis 25 Kilometer großen Strukturen handelt es sich um kleine "Hohlräume" innerhalb des A-Ringes, welche durch die gravitativen Einflüsse von vermutlich lediglich wenige Dutzend Kilometer durchmessenden Mini-Monden - so genannten Moonlets - verursacht werden (Raumfahrer.net berichtete über den bei der Entstehung solcher "Propellerstrukturen" zugrunde liegenden Prozess). Durch die anzufertigenden Aufnahmen sollen die bisher bekannten Bahnparameter dieser Moonlets noch weiter verfeinert werden.

Am 18. Mai wird sich die ISS-Kamera erneut auf den Saturn richten. In Zusammenarbeit mit einem der Spektrometer der Raumsonde, dem Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS), soll die ISS-Kamera hierbei die Südpolregion des Saturn abbilden. Neben der Suche nach Polarlichtern dienen diese Beobachtungen dazu, die Rotationsperiode des Saturn-Magnetfeldes näher zu bestimmen.

Am 20. Mai wird Cassini schließlich um 21.22 MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses Orbits Nummer 191 erreichen und den Planeten in einer Höhe von 316.000 Kilometer über dessen oberster Wolkenschicht passieren. Neben verschiedenen Abbildungen der Monde Titan und Mimas ist in dieser Phase des Orbits Nummer 191 die Dokumentation einer Sternokkultation vorgesehen.

Hierbei wird der Stern Theta Carinae von Teilen den Ringsystems bedeckt. Durch die sich dabei ergebenden Helligkeitsschwankungen in der Lichtkurve von Theta Carinae erhoffen sich die an dieser Kampagne beteiligten Wissenschaftler Aufschlüsse über den Aufbau, die Materialdichte und die Struktur der Ringbereiche, welche den Stern bei dieser Okkultation bedecken.

Drei Tage nach dem Passieren der Periapsis wird Cassini am 23. Mai 2013 schließlich den Saturnmond Titan mit einer Geschwindigkeit von 5,9 Kilometern pro Sekunde überfliegen. Dieser mittlerweile 92. gesteuerte Vorbeiflug der Raumsonde am Titan, das Manöver trägt die Bezeichnung "T-91", ist der dritte von insgesamt acht in diesem Jahr erfolgenden Vorbeiflügen am Titan. Die dichteste Annäherung an den Titan, welche diesmal 970 Kilometer betragen wird, soll die Raumsonde dabei um 19.33 MESZ erreichen.

Während der Anflugphase wird eines der Spektrometer der Raumsonde, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS), aktiv sein und die Nachtseite des Titan abtasten. Hierbei sollen Daten über die zu diesem Zeitpunkt auf der Oberfläche und in der Stratosphäre vorherrschenden Temperaturen gesammelt werden. Weitere Messungen des CIRS, welche im mittleren und Fern-Infrarotbereich erfolgen, dienen unter anderem dazu, um die Verteilung von Aerosolen und verschiedener chemischer Verbindungen in den oberen Schichten der Titanatmosphäre zu bestimmen.

Parallel zu diesen Messungen wird auch die ISS-Kamera aktiv sein, welche sowohl mit der WAC-Kamera als auch mit der NAC-Kamera diverse Aufnahmen der nördlichen Hemisphäre des Titan erstellen soll. Das "Zielgebiet" der NAC-Kamera wird einige der größten Methan-Seen in dieser Region - nämlich Bolsena Lacus, Neagh Lacus und Ladoga Lacus - beinhalten.

In der Phase der dichtesten Annäherung wird schließlich das RADAR-Instrument von Cassini die wissenschaftlichen Arbeiten der Raumsonde dominieren. Unmittelbar vor der dichtesten Annäherung soll das Instrument die südlichen und östlichen Bereiche des Kraken Mare, des mit einer Fläche von etwa 400.000 Quadratkilometer größten Methansees auf dem Titan im SAR-Modus abtasten. Kurz darauf wird das Ligeia Mare, ein weiterer mit Kohlenwasserstoffverbindungen gefüllter See, in den Aufnahmebereich des RADAR rücken.

Durch die Messungen, so die Erwartungen der Wissenschaftler der Cassini-Mission, können minimalste Höhenunterschiede auf der Oberfläche dieser Seen erkannt werden, welche sich im Millimeterbereich bewegen und die durch Wellenbewegungen ausgelöst werden, welche ihren Ursprung in Windeinflüssen, durch die Strömungen der diversen Zuflüsse von Kohlenwasserstoffverbindungen oder in Gezeitenbewegungen haben können. In der Abflugphase wird sich das RADAR dann unter anderem auf die Region Ardiri - hierbei handelt es sich um ein ausgedehntes Dünenfeld im Bereich des Äquators des Titan - richten.

Im Anschluss an diese Beobachtungen wird sich erneut die ISS-Kamera auf den Titan ausrichten und diesen bis zum 25. Mai mehrfach abbilden. Die dabei anzufertigenden Aufnahmen sollen genutzt werden, um eine bereits bestehende topografische Karte der Titanoberfläche noch weiter zu verfeinern. Zudem wird die ISS-Kamera einen über dem Südpol des Titan befindlichen Wolkenwirbel mit einer zuvor nicht erreichten Auflösung abbilden.

Am 26. Mai 2013 wird die Raumsonde Cassini schließlich um 9.38 MESZ in einer Entfernung von rund 1,3 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und damit auch diesen 191. Orbit um den Ringplaneten beenden. Für den dann beginnenden Orbit Nummer 192 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der Atmosphäre des Saturn sowie verschiedener Saturnmonde vorgesehen.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll Cassini den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann nahezu komplett aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society)



 

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ISS Aktuell: Cygnus-Demonstrationsflug zur ISS verschoben von Redaktion



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» Cygnus-Demonstrationsflug zur ISS verschoben
08.05.2013 - Der nach dem erfolgreichen Antares-Jungfernflug für spätestens Anfang Juli 2013 vorgesehene Demonstrationsflug eines vollwertigen Cygnus-Transporters auf Antares zur ISS muss verschoben werden. Ein Raketentriebwerk wird ausgetauscht. Es könnte September werden, wenn der für August vorgesehene japanische HTV-Frachter wiederum seinen Zeitplan einhält.
So schnell kann es gehen. Noch am 25. April 2013 kündigt das Management der Orbital Sciences Corporation (Orbital) auf der Jahreshauptversammlung seinen Aktionären an, im Sommer werde man den Testflug des Einweg-Frachters Cygnus zur ISS starten. Gemeint war damit ein Termin mit genügend Abstand zum Start des japanischen Versorgungsfrachters HTV am 4. August, also spätestens Anfang Juli. Nicht ganz zwei Wochen nach der Hauptversammlung wird die Cygnus-Premiere wahrscheinlich auf September verschoben. Der danach anstehende erste von acht Cygnus-Versorgungsflügen unter dem CRS-Programm (Commercial Resupply Service) ist weiterhin für das vierte Quartal 2013 vorgesehen.

Die Ursache für die Verschiebung des Testflugs ist nicht ganz zufällig, wäre also planbar gewesen. Bei Orbital hat man sich zum Austausch eines der beiden AJ26-Triebwerke an der vorgesehenen Antares-Rakete entschlossen. Man möchte überprüfen, ob eine Dichtung zweifelsfrei funktioniert. Beim Austausch-Aggregat ist dies bereits geschehen. Das verlängert die Phase bis zum Start um drei bis vier Wochen. Das Problem ist, dass man damit mit der HTV-Zeitplanung in Konflikt gerät. Kommt es beim HTV seinerseits nicht zu nennenswerten Verschiebungen, kann der Cygnus-Andocktest an die ISS erst im September absolviert werden. Sollte sich die HTV-Mission verzögern, käme auch Anfang August für Cygnus in Betracht.

Der zeitliche Abstand zwischen beiden Missionen ist notwendig, weil sowohl Cygnus als auch HTV das japanische Kommunikationssystem der ISS zur Feinsteuerung der Annäherungsphase an die Raumstation nutzen. Dieses muss speziell für jedes der beiden Raumschiffe konfiguriert werden. Dafür benötigt man mehrere Wochen.

Für das Antares-Cygnus-Projekt ist die Verschiebung ein kleiner Schönheitsfehler, aber immer noch besser, als ein Fehlstart. Vielleicht ist man bei Orbital nach dem vorzeitigen Abreißen eines letztendlich zu kurzen Versorgungskabels zwischen Startturm und Rakete, das den Start zum Antares-Jungfernflug im April um vier Tage verzögerte, vorsichtiger geworden. Der Jungfernflug selbst verlief nicht nur nach den ersten Eindrücken aus der Live-Übertragung, sondern auch aus Sicht der intensiven Analyse von Start- und Flugdaten in den folgenden Wochen optimal. Auch der im Orbit ausgesetzte Cygnus-Massesimulator wurde und wird noch eng überwacht. Die von dort gelieferten Daten zeigen, dass beispielsweise thermische und akustische Belastung, Vibrationen und Beschleunigungskräfte durchweg unkritisch für die Nutzlast waren. Laut Orbital kann der nächste Start ohne große Modifikationen an der Rakete erfolgen.

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(Autor: Roland Rischer - Quelle: Orbital, NASA, Spaceflight Now)


» Ammoniakleck führt zu ungeplantem Außenbordeinsatz
10.05.2013 - Am morgigen Samstag wird es einen außerplanmäßigen Außenbordeinsatz an der ISS geben, der nötig geworden ist, nachdem sich ein seit längerem bestehendes Ammoniakleck im Kühlkreislauf eines der Photovoltaiksysteme massiv verstärkt hat.
Die ISS besitzt 8 große Solarzellenausleger an der Gitterstruktur (jeweils zwei an den Elementen S4, S6, P4 und P6), die jeweils einen primären Stromkreislauf mit Energie versorgen. Jeder dieser Stromkreisläufe verfügt über ein eigenes Kühlsystem mit einem Radiator, mit dessen Hilfe entstehende Abwärme ins All abgestrahlt wird.

Die Stromkreisläufe 2B und 4B am P6-Element spielen eine gewisse Sonderrolle: P6 war vor seiner Installation am äußeren Backbordende der Station oben auf dem Z1-Gitterelement auf dem Unity-Knotenmodul installiert. Hier versorgte es die ISS in einer frühen Aufbauphase nicht nur mit Strom, sondern auch mit Kühlkapazität für die Module. Dazu verfügt P6 neben dem Radiator des Photovoltaiksystems über zwei weitere Radiatoren, die vor dem Umsetzen an seine heutige Position eingefahren wurden.

Schon sehr lange gibt es im Kühlsystem des Stromkreislaufes 2B ein kleines Ammoniakleck, das sich durch langsam, aber stetig abfallenden Druck bemerkbar gemacht hat. Aus diesem Grund wurde das System bei der Shuttlemission STS-134 mit Ammoniak aus dem zentralen Kühlsystem nachgefüllt.

Als wahrscheinlichste leckende Stelle galt der Radiator des Photovoltaiksystems (PVR), da dieser aufgrund seiner Größe leicht von Mikrometeoriten oder Weltraummüll (MMODs) getroffen werden kann. Deshalb hat man sich Ende letzten Jahres dazu entschlossen, einen der in der Frühphase verwendeten Radiatoren (den sogenannten TTCR) wieder auszufahren und den 2B-Kühlkreislauf daran anzuschließen. Diese Aufgabe wurde bei der letzten US-EVA (Extra Vehicular Activity, Außenbordeinsatz) am 1. November 2012 von Sunita Williams und Akihiko Hoshide erledigt. Wie sich jedoch in der Folgezeit zeigte, führte die Maßnahme nicht zum Erfolg: Offensichtlich liegt die leckende Stelle nicht im Radiator.

Gestern, am 09. Mai 2013, wurde nun ein signifikanter Anstieg der Leckrate festgestellt und die Crew berichtete von Ammoniakflocken, die aus dem Bereich der IEA (Integrated Equipment Assembly) an P6, in dem sich unter anderem Batterien und Komponenten des Kühlsystems für Stromkreislauf 2B befinden, strömten. Durch optische Inspektionen aus den Fenstern der Station geht man jetzt davon aus, dass sich das Leck in der PFCS (Pump/Flow Control Subassembly), einer Art Pumpe und Schaltstelle für das Ammoniak, befindet.

Wegen der großen Leckrate musste Stromkreis 2B komplett heruntergefahren werden, was allerdings kein unmittelbares Problem darstellt: Zwar fehlen der ISS damit etwa 10% ihrer elektrischen Leistung, aber da die Station nicht so groß ist wie ursprünglich geplant, wird ohnehin nicht die komplette Leistung benötigt. Allerdings strömt weiter Ammoniak aus dem Kühlkreis, eine Situation, die man möglichst schnell beheben möchte. Ein Grund dafür ist auch, dass es, wenn der Kreislauf erst einmal komplett leer ist, sehr schwer sein würde, während einer EVA die genaue Postion des Lecks ausfindig zu machen.

Aus diesen Gründen werden nun schon morgen Chris Cassidy und Tom Marshburn die ISS zu einem Außenbordeinsatz verlassen, die leckende Stelle inspizieren und vermutlich die PFCS austauschen. Dabei können sie auf eine von zwei weiteren PFCSs zurückgreifen, die für den Einsatz in der frühen Aufbauphase der ISS an P6 installiert waren und jetzt nicht mehr benötigt werden.

Cassidy und Marshburn sind an das Arbeiten miteinander – auch im freien Weltraum – gewohnt: Sie waren Crewkameraden bei der Shuttlemission STS 127, bei der sie auch zwei gemeinsame EVAs durchgeführt haben. Bei einer davon haben die beiden auch an P6 gearbeitet, um 6 Batterien auszutauschen.

Da dieser Außenbordeinsatz sehr kurzfristig nötig geworden ist, waren nur begrenzte Vorbereitungen möglich. Die Astronauten waren heute hauptsächlich damit beschäftigt, ihre Raumanzüge und das Werkzeug vorzubereiten. Cassidy und Marshburn sollen die Station morgen etwa um 14.15 Unr oder 14.30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit verlassen, die EVA soll gegen 20.20 Uhr enden.

Nach ursprünglicher Planung sollte Tom Marshburn die Station am Dienstag zusammen mit Chris Hadfiled und Roman Romanjenko verlassen, um an Bord von Sojus-TMA 07M in der kasachischen Steppe zu landen. Ob dieser Zeitplan jetzt gehalten werden kann, ist noch nicht klar. Die Vorbereitungen auf die Landung der Sojus gehen aber weiter.

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(Autor: Sascha Haupt - Quelle: Raumcon, NASA, nasaspaceflight.com)


» Ausstieg zum Austausch einer Kühlmittelsteuerung
11.05.2013 - Soeben ist ein mehr als sechsstündiger Ausstieg zum Austausch einer Einheit zum Steuern des Kühlmittelflusses in einem Solarzellenmodul der Gitterstruktur beendet worden. Vor zwei Tagen hatte man einen Anstieg der Leckrate im Kreislauf 2B festgestellt.
Zudem hatte man Flocken des Kühlmittels davon fliegen sehen. Der Verlust des Kühlmittels verlief so rasch, dass man die Anlagen des Energiekreislaufes 2B am Gitterelement P6 abschalten musste. Zu diesen Anlagen gehören Batterien, Ladegeräte und Energieverteiler, die gekühlt werden müssen. Die entstehende Wärme wird vom flüssigen Kühlmittel Ammoniak aufgenommen und zu Radiatoren transportiert, die diese Wärme ins All abstrahlen.

Am Freitag entschloss man sich in Absprache mit den Partnern im ISS-Kontrollzentrum der NASA dazu, noch vor der Rückkehr eines Teils der gegenwärtigen ISS-Besatzung eine Reparatur durchzuführen. Zwei Ersatzeinheiten der sogenannten Pump/Flow Control Subassembly (Pump-/Flusssteuerungs-Untereinheit) sind an der Backbordseite der Gitterstruktur untergebracht.

Der Ausstieg von Chris Cassidy und Tom Marshburn begann 14.44 Uhr MESZ. Für den Austausch der Einheit benötigten die beiden Astronauten etwa zweieinhalb Stunden. Während der Demontage konnten sie aber keine Anzeichen für ein Leck entdecken. Anschließend verweilten sie in gebührender Entfernung und beobachteten die Systeme, während der Kühlmittelkreislauf wieder in Betrieb genommen wurde. Auch dabei konnten sie kein austretendes Kühlmittel erkennen.

Gegen 20.14 Uhr MESZ wurde die Außenluke des Ausstiegsmoduls Quest geschlossen und somit nach sechseinhalb Stunden der Außenbordeinsatz beendet. In der nächsten Zeit will man den Kühlmittelkreislauf eingehend mittels Kameras überwachen.

An den Plänen für die Rückkehr der Besatzung des Raumschiffs Sojus-TMA 07M auf die Erde am Dienstag hat sich durch den kurzfristigen Reparatureinsatz aber offenbar nichts geändert. Morgen wird Chris Hadfield das Kommando über die Station an Pawel Winogradow übergeben. Am Montagabend werden Chris Hadfield, Tom Marshburn und Roman Romanjenko ihr Raumschiff betreten und gegen 1.08 Uhr am Dienstag von der Station ablegen. Mit der Landung wenige Stunden später wird ihre Mission nach rund 146 Tagen im All zu Ende gehen.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)


» Mehr Linux im All!
12.05.2013 - An den vergangenen Tagen wurden mehrere Notebooks auf der Internationalen Raumstation von Microsoft Windows (siehe Newsimage) auf eine Linux-Distribution umgestellt.
Genauer gesagt, wurden die Rechner des sogenannten Operations-LAN mit einer Installation von Debian 6 versehen. In das Image intergriert waren zudem alle benötigten Applikationen. Die Rechner des OpsLAN werden für Verwaltungsoperationen sowie den persönlichen Kontakt zur Erde z.B. über das Internet und als Assistenten für die Besatzungsmitglieder verwendet. Außerdem können über diese Rechner die Bordkameras gesteuert werden. Missionskritische Anwendungen laufen nicht auf diesen Laptops.

Keith Chuvala, zuständiger leitender Mitarbeiter bei der United Space Alliance (USA), die für verschiedene Operationen im Zusammenhang mit der ISS im Auftrag der NASA verantwortlich ist, schrieb aus Anlass der Umstellung auf der Homepage der Linux Foundation: "Wir migrierten Schlüsselfunktionen von Windows nach Linux, weil wir ein stabiles und zuverlässiges Betriebssystem benötigen, das uns die innere Kontrolle ermöglicht. Wenn wir in Zukunft Fehler beheben, etwas anpassen oder verändern wollen, dann können wir dies nun."

An Bord der Internationalen Raumstation befinden sich Hunderte Rechner, darunter mehr als 140 Laptops. Von diesen sind aber nur etwa 20 im lokalen Ops-LAN vernetzt. Eine Vielzahl von Notebooks dient der Betreuung von Experimenten. Hier können verschiedene Programme ausgewählt, spezielle Parameter eingestellt und Messungen aufgezeichnet werden. Diese werden anschließend oft auf mobile Datenträger kopiert oder per Funk zur Erde übermittelt.

Bereits seit einiger Zeit werden Rechner mit Red Hat Linux und Scientific Linux an Bord der ISS verwendet, die nun nach und nach durch das modernere Debian 6 ersetzt werden können. Ebenso werden noch einige Rechner mit Windows-Betriebssystem genutzt.

Eine der nächsten Aufgaben für Chuvala und sein Team ist die Umstellung der Steuerung von Robonaut 2 auf Linux. Unter Linux kann der Roboter sowohl von den Astronauten an Bord der Station als auch von der Bodenkontrolle aktiviert und bedient werden. Die Linux Foundation bietet den NASA-Mitarbeitern hierfür zwei spezielle Fortbildungskurse mit dem neuen Betriebssystem an.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, Linux Foundation, Raumcon, heise.de)


» 34. Internationale ISS-Besatzung zurück auf der Erde
14.05.2013 - Heute früh, gegen 4.31 Uhr MESZ, setzte die Landekapsel des Raumschiffes Sojus-TMA 07M im vorgesehenen Landegebiet in der kasachischen Steppe auf dem Boden auf. Sie brachte den Kanadier Chris Hadfield, den US-Amerikaner Tom Marshburn und den Russen Roman Romanjenko zurück auf die Erde.
Begonnen hatte der Flug am 19. Dezember 2012 mit dem Start vom Kosmodrom Baikonur aus. Zwei Tage später erfolgte die Kopplung am ISS-Modul Rasswjet. Anschließend waren Romanjenko, Marshburn und Hadfield bis Mitte März Mitglieder der ISS-Expedition 34. Hauptaufgabe war neben der Instandhaltung der Raumstation die Durchführung verschiedener wissenschaftlicher und technischer Experimente in den Bereichen Astronomie, Biologie, Erderkundung, Medizin, Physik und Technik.

Neue Experimente betrafen Veränderungen der Oberflächenspannung in der Schwerelosigkeit durch Beimischung verschiedener Surfactants zu Wasser (ESA-Experiment FASTER) und die Erprobung eines Microflow genannten Durchfluss-Zytometers der kanadischen Weltraumagentur CSA, mit dem Zellen und komplexe Moleküle im Blutfluss durch mehrfarbiges Laserlicht identifiziert, gezählt und kategorisiert werden können. Damit soll auch die Eignung des Gerätes als medizinisches Instrument im Weltraum überprüft werden.

Mitte Januar 2013 fand außenbords ein weitgehend autonomes und von der Erde aus initiiertes automatisches Betankungsmanöver statt. Das dazu erforderliche Equipment der Robotic Refueling Mission war bereits im Sommer 2011 zur ISS gelangt. Während des mehrtägigen und mehrstufigen Versuchs wurden Sicherungsdrähte und Abdeckkappen entfernt, ein Einfüllstutzen ausgefahren und eine symbolische Menge Flüssigkeit übertragen. Dazu wurde die Erweiterung des kanadischen Manipulatorarms DEXTRE verwendet.

Ende Januar wurde erstmals eine direkte Kommunikation zwischen Raumstation und einer Empfangs- und Sendeeinheit am Boden mittels Laser durchgeführt. Dabei wurde Hardware verwendet, die 2011 im Verlaufe eines Außenbordeinsatzes an der Außenhaut des Moduls Swesda installiert wurde. Insgesamt wurden etwa 400 MByte mit Datenraten bis zu 125 MBit/s übertragen.

Am 9. Februar wurde der Frachter Progress-M 16M abgekoppelt und verglühte anschließend in der Atmosphäre. Am 11. Februar startete Progress-M 18M und koppelte nach nur etwa 4 Stunden Flugzeit automatisch am Ausstiegsmodul Pirs an. Dies war die letzte unbemannte Erprobung des neuen Annäherungsverfahrens vor dem Einsatz bei bemannten Sojus-Raumschiffen. Ein kleines Spektakel gab es am 14. Februar am Nachthimmel über Deutschland, als die dritte Stufe der Trägerrakete beim Verglühen eine deutliche Leuchtspur hinterließ.

Am 19. Februar kam es im Verlaufe einer Sofwareaktualisierung und einer Umschaltung auf ein Reservesystem zu einer etwa dreistündigen Unterbrechung aller Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Bodenstationen und dem US-basierten Segment der ISS. Einige Tage zuvor hatte ein Kabeltechniker in Russland unbedacht eine wichtige Leitung auf der Erde gekappt, über die vielfältige Informationen von russischen Satelliten zu Bodenstationen liefen. Am 22. Februar hingegen konnte theoretisch Jedermann im Rahmen eines Google-Hangout unter dem Motto "Was Sie schon immer über das ISS-Leben wissen wollten" mit den Besatzungsmitgliedern der Internationalen Raumstation kommunizieren, praktisch war dies jedoch nur wenigen vergönnt. Ganz allgemein haben insbesondere NASA und CSA ihre Öffentlichkeitsarbeit mit diesem und ähnlichen Kontakten speziell zu Bildungseinrichtungen intensiviert.

Am 1. März startete der zweite reguläre Dragon-Frachter auf einer Falcon-9-Trägerrakete zur ISS. Trotz eines Problems mit der Aktivierung der Steuertriebwerksgruppen verlief die Mission erfolgreich. Mehr als 1 Tonne Material konnte am 26. März auf die Erde zurück transportiert werden.

Zwischenzeitlich landete am 16. März die Besatzung des Raumschiffes Sojus-TMA 06M, die aus Oleg Nowizki, Kevin Ford und Jewgeni Tarelkin bestand. Am Tag zuvor hatte Ford das Kommando über die Station erstmals an einen Kanadier übergeben. Chris Hadfield machte seine Sache gut und brillierte obendrein als Entertainer aus dem All. Vor ein paar Tagen wurde ein Video zum David-Bowie-Klassiker "Space Oddity" veröffentlicht. Mit der Kommandoübernahme begann gleichzeitig die ISS-Expedition 35.

Am 28. März startete Sojus-TMA 08M, erstmals im "Expressmodus". Die Raumfahrer Pawel Winogradow, Christopher Cassidy und Alexander Misurkin verstärkten die Besatzung der ISS erneut auf 6 Personen.

Am 4. April wurden auf der Erde die Ergebnisse der ersten Auswertung der bis dahin 18-monatigen Messungen des Alpha Magnet Spektrometers AMS vorgestellt. Mit diesem komplexen Forschungsapparat sucht man nach Anti- und Dunkler Materie im All, hatte aber bis dato keine Erfolgsmeldung vorzuweisen.

Am 20. April absolvierten Pawel Winogradow und Roman Romanjenko den ersten Außenbordeinsatz des Jahres 2013. Dabei installierten sie zwei Messsonden, die der Plasmaforschung dienen. Außerdem wurden Experimentalproben geborgen und ein Laserreflektor gewechselt.

Am 21. April verglühte der bereits 6 Tage zuvor von der Station abgekoppelte Frachter Progress-M 17M. Dessen Nachfolger startete am 24. April, hatte jedoch ein Problem. Eine der Radarantennen, die bei der Annäherung an die Raumstation zur Ermittlung von Position und Geschwindigkeit verwendet werden, war nicht ausgeklappt. So übernahmen die Kosmonauten aus dem Inneren der Station den fernbedienten und besonders langsamen Anflug. Der Reflektor der Antenne weist im eingefalteten Zustand nur einen Abstand von wenigen Millimetern bis zum Kopplungsaggregat auf.

Am 9. Mai wurde ein Leck in einem Kühlsystem an der Außenseite der Raumstation entdeckt. Bei einem daraufhin durchgeführten Außenbordeinsatz von Chris Cassidy und Tom Marshburn am 11. Mai wurde eine Pump-und-Fluss-Steuerungseinheit ausgetauscht, was offenbar das Problem behob.

Am 12. Mai übergab Chris Hadfield das Kommando über die Station an seinen russischen Kollegen Pawel Winogradow. Gestern abend bestiegen Chris Hadfield, Tom Marshburn und Roman Romanjenko ihr Raumschiff und koppelten heute Nacht vom Modul Rasswjet ab. Mit der erfolgreichen Landung geht ihre Mission im All zu Ende. Allerdings steht nun noch eine Reihe von Tests an, mit denen vor allem die Wiederanpassung an die Schwerkraft begleitet wird.

Verwandte Meldungen wurden bereits im Text verlinkt.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, NASA, Raumfahrer.net, Raumcon)



 

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