InSpace Magazin #483 vom 7. Januar 2013

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #483
ISSN 1684-7407


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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

auf der Edwards Air Force Base in Kalifornien befindet sich ein NASA-Luftfahrt-Forschungszentrum, das "Hugh L. Dryden Flight Research Center", benannt nach einem früheren Forschungsleiter und stellvertretenden NASA-Administrator. Das US-Repräsentantenhaus hat nun einen Gesetzentwurf beschlossen, dass dieses Zentrum anlässlich des Todes von Neil Armstrong im August 2012 in "Neil A. Armstrong Flight Research Center" umbenannt werden soll.

Obwohl Armstrong praktisch ausschließlich als "erster Mann auf dem Mond" weltweit bekannt wurde, erscheint die Wahl eines NASA-Luftfahrt-Zentrums statt eines Raumfahrt-Zentrums nur konsequent, da Armstrong selbst sich mehr mit der Fliegerei als der Raumfahrt identifizieren konnte und gerade auf der späteren Dryden Base nicht nur Testflüge durchführte, lange bevor sie so genannt wurde, sondern dort bis kurz vor seinem Tod noch ein und aus ging.

Axel Orth

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Updates / Umfrage

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News

• Satmex 5 muss weiter standhaft bleiben «mehr» «online»
• Was steckt hinter Nordkoreas Rakete? «mehr» «online»
• ALMA sieht Planeten beim Wachsen zu «mehr» «online»
• Vestas dunkle Oberfläche «mehr» «online»
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• Yamal-402-Start: Oberstufenantrieb mit Lagerdefekt «mehr» «online»
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» Satmex 5 muss weiter standhaft bleiben
01.01.2013 - Satmex 5 vom mexikanischen Kommunikationssatellitenbetreiber Satélites Mexicanos S.A. de C.V. (Satmex) muss noch einige Monate auf Ablösung warten. Der Termin für den Start von Satmex 8 ist erneut offen.
Satmex 8, von Space Systems/Loral (SS/L) gebaut und am 28. November 2012 in Baikonur eingetroffen, soll Satmex 5, eine Konstruktion von Boeing bzw. Hughes, im Geostationären Orbit an einer Position von 116,8 Grad West ablösen, und durch eine umfassendere Transponderausstattung die Kapazitäten seines Betreibers erweitern. Für den Start von Satmex 8 ist eine Rakete des Typs Proton-M mit Breeze-M-Oberstufe gebucht.

Wegen unlängst zum wiederholten Male aufgetretener Probleme mit einer Breeze-M-Oberstufe ist erneut kein konkreter Starttermin in Sicht. Ersatz für Satmex 5, der sich seit dem 6. Dezember 1998 im All befindet, zu schaffen ist zwischenzeitlich zu einer dringenden Angelegenheit geworden. Üblicherweise wartet man mit der Bereitstellung eines Nachfolger-Satellits nicht, bis die Auslegungsbetriebsdauer des zu ersetzenden Kommunikationssatelliten - im Fall von Satmex 5 15 Jahre - überschritten ist oder seine Treibstoffreserven bedrohlich zur Neige gehen.

Der übrig gebliebene Treibstoff an Bord von Satmex 5, der für das Halten der Position des Satelliten, die Lageregelung und schließlich auch für eine "sichere Entsorgung" des Satelliten in einem sogenannten Friedhofsorbit benötigt wird, gibt Anlass zur Sorge. Darüber hinaus war am 27. Januar 2010 ein XIPS genanntes elektrisches Triebwerkssystem an Bord von Satmex 5 endgültig ausgefallen. XIPS steht für Xenon Ion Propulsion System, übersetzt Xenonionenantriebssystem, es wurde mit 4 XIPS-13-Triebwerken an Bord des Satelliten insbesondere zum Positionshalten des Raumfahrzeugs verwendet.

Satmex nahm die prekäre Situation zwischenzeitlich zum Anlass, von COMSAT Technical Services (CTS) die vermutlich verbleibende mögliche Betriebsdauer von Satmex 5 untersuchen zu lassen. Nach Angaben von Satmex habe CTS im September 2012 den Treibstoffverbrauch des Satelliten und die Messverfahren für Treibstoffmengen an Bord detailliert betrachtet und sei dabei zu dem Schluss gekommen, dass Satmex 5 noch einige Monate seine Position wird halten können.

Am 12. Dezember 2012 habe CTS laut einer Veröffentlichung von Satmex vom gleichen Tage seine Analysen abgeschlossen: Im schlechtesten Fall wird Satmex 5 noch bis zum 5. Oktober 2013 in der Lage sein, die für einen kommerziellen Einsatz nötige Lage im Raum zu halten.

Befürchtungen, Satmex 5 werde schon ab Ende Februar 2013 ohne Korrekturmanöver in Nord-Süd-Richtung nicht mehr im Geostationären Orbit an fixer Position über dem Äquator stehen, sondern auf einer inklinierten Bahn unterwegs sein, sind also möglicherweise unberechtigt.

In wie weit bei dem fortgesetzten Einsatz von Satmex 5 berücksichtigt wird, dass der Satellit schließlich doch so außer Dienst gestellt werden sollte, dass er für andere Erdtrabanten keine unmittelbare Gefahr darstellt, wurde von Satmex im Kontext mit den Untersuchungen von CTS nicht mitgeteilt.

Nach einer hoffentlich noch möglichen Bahnanhebung sollte die Deaktivierung von Satmex 5 schließlich getreu der internationalen Vereinbarungen zur Reduzierung von Gefahren durch Weltraumschrott erfolgen. Üblicherweise werden dabei übrig gebliebene Treibstoffreste und Gase zum Druckaufbau in den Treibstofftanks abgelassen und die Akkumulatoren zur Stromspeicherung entladen.

Satmex 5 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 25.558 bzw. als COSPAR-Objekt 1998-070A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Raumcon, Satmex)


» Was steckt hinter Nordkoreas Rakete?
02.01.2013 - Nach dem Start einer nordkoreanischen Unha-3-Rakete konnten südkoreanische Schiffe Teile der Rakete bergen und damit einen Einblick in Pjöngjangs Raketenprogramm erhalten.
Nach dem erfolgreichen Start einer Unha-3 mit dem zweiten Modell des Satelliten Kwangmyongsong 3 Mitte Dezember (Raumfahrer.net berichtete) gelang es Einheiten der südkoreanischen Marine, Teile der im Gelben Meer nahe der südkoreanischen Küste niedergegangenen ersten Stufe der Rakete zu bergen und zu untersuchen. Damit bietet sich den westlichen Staaten ein einmaliger Einblick in den Entwicklungsstand des nordkoreanischen Raketen- und Raumfahrtprogramms.

Bei der Bergungsaktion fand die südkoreanische Marine anscheinend vier große Trümmerteile, welche nahe beieinander gefunden wurden. Die Nähe der Bruchstücke zueinander und der Aufschlagort sprechen dafür, dass es sich dabei um Teile der ersten Stufe der Trägerrakete vom Typ Unha 3 handelt. Bisher ging man davon aus, dass vier Triebwerke einer verbesserten Version der Nodong-Kurzstreckenrakete (welche auf der russischen Scud-Rakete basiert) die Haupttriebwerke der Erststufe bildeten. Dies scheint sich nun zu bestätigen, wenn man sich die Bilder vom Start ansieht, bei dem vier einzelne Abgasstrahlen erkennbar sind, sowie der Fund eines Triebwerks, welches dem Triebwerk der Scud-Rakete ähnelt, aber doch größer dimensioniert ist. Das spricht dafür, dass man in Nordkorea auf Basis der ehemals sowjetischen Rakete eigene Lenksysteme, basierend auf Reverse Engineering, entwickelt hat.

Weitere interessante Einblicke finden sich in Form des größten Fundstückes, einem gut erhaltenen Tank der Erststufe. Es handelt sich dabei um den Oxidatortank der Stufe. So ist etwa seine Außenwand sehr dünn, was darauf hindeutet, dass er keine hohen Drücke aushalten muss, wie es bei einem Triebwerk mit Druckbeaufschlagung nötig ist. Stattdessen verwendet das Triebwerk eine Turbopumpe, wodurch die Treibstoffweiterleitung mittels Druck nicht notwendig ist. An den Tankinnenwänden findet man darüber hinaus Spuren von chemischer Korrosion, was auf einen aggressiven Oxidator hindeutet. Das Material der Tankaußenhaut ist zudem eine leichtgewichtige Aluminium-Magnesium-Legierung, welche die Nutzlast der Rakete steigert. Weitere Untersuchungen ergaben, dass es sich bei dem Oxidator um sogenannte rotrauchende Salpetersäure (kurz RFNA) handelt, welche aus 84 % Salpetersäure, 13 % Distickstofftetroxid und 3 % Wasser besteht. Dieser Treibstoff wurde in der Frühzeit der Raumfahrt in Oberstufen (etwa der Agena oder der Delta in den USA) oder in militärischen Raketen (etwa der Scud) eingesetzt und wird heutzutage fast nicht mehr verwendet, da es sich um einen sehr ineffizienten Treibstoff handelt.

Zudem wurden Teile des Brennstofftanks der Rakete gefunden. So wurde früher spekuliert, ob die Rakete Unsymmetrisches Dimethylhydrazin (UDMH) benutzt, welches auch heute noch in vielen Raketen Verwendung findet, etwa vielen russischen Interkontinentalraketen oder der Proton, in chinesischen Raketen des Typs Langer Marsch oder auch in vielen Oberstufen und Satelliten. Doch man fand im Tank keine Spuren von UDMH, weswegen man nun annimmt, dass man als Treibstoff Kerosin nimmt. Die Kombination aus Kerosin und RFNA wurde schon von der Scud verwendet und deutet weiter auf eine Entwicklung aus der russischen Rakete.

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(Autor: Daniel Maurat - Quelle: allthingsnuclear.org)


» ALMA sieht Planeten beim Wachsen zu
02.01.2013 - Das Atacama Large Millimeter/Submillimeter Array (ALMA) wird nach und nach vervollständigt. Bereits rund ein Viertel des 66 Antennen umfassenden Komplexes war in der Lage, das Wachstum von Gasplaneten direkt zu beobachten. Bis jetzt konnte das Wachstum durch das Aufsaugen von Gasströmen nur in Modellen berechnet werden.
Ein internationales Astronomenteam hat den jungen Stern HD 142527 untersucht. Dieser Stern ist rund 450 Lichtjahre von der Erde entfernt. Durch sein geringes Alter ist er noch von Resten der Staub- und Gasscheibe umgeben, aus der er entstanden ist. Diese Scheibe hat allerdings eine besondere Zusammensetzung, die auch schon länger bekannt war: Im Bereich direkt um den Stern herum gibt es eine dünne Scheibe mit einem Radius von 10 AE (Astronomische Einheit, entspricht dem Radius der Erdumlaufbahn). Darauf folgt eine große Lücke und erst weit außen gibt es einen weiteren Ring aus Gas und Staub, der bei einem Radius von 140 AE beginnt. Die neuen Beobachtungen haben dabei sogar belegt, dass es sich nicht um eine durchgehenden Ring, sondern mehr um eine Hufeisenstruktur handelt.

Die innere Scheibe sollte eigentlich innerhalb kurzer Zeit vom Stern verschluckt werden. Es muss also einen Mechanismus geben, der Gas vom äußeren Hufeisen in die innere Scheibe transportiert. Die ALMA-Ergebnisse zeigen nun erstmals zwei Gasströme, die die beiden Scheiben verbinden. Das Auflösungsvermögen von ALMA ist das höchste derzeit technisch mögliche und macht solche Erkenntnisse erst möglich. Die beobachteten Gasströme werden offenbar von zwei Gasplaneten verursacht. Diese ziehen Material aus der äußeren Scheibe an. Einen Teil dieses Materials nehmen sie selbst auf und wachsen dadurch weiter an, aber ein Teil des Gases fließt auch an den Planeten vorbei und füllt somit die innere Scheibe auf. Die beobachteten Gasströme scheinen genau in der Lage zu sein, die Menge die der Stern verschlingt konstant nachzufüllen.

Als klar war, dass diese Planeten existieren müssen, um die Gasströme zu verursachen, wurde versucht, die Planeten direkt zu beobachten. Dazu wurden Infrarotteleskope verwendet. Diese waren allerdings nicht in der Lage, ein Signal zu detektieren. Offenbar sind die Gasströme zu dicht und undurchsichtig, so dass die Planeten selbst nicht sichtbar sind. Aufgrund der beobachteten Dynamik lässt sich aber abschätzen, dass die Planeten höchstens viermal so schwer sind wie der Jupiter. Sie bewegen sich in einem Abstand von etwa 90 AU zum Stern. Vermutlich sorgt ihre Gravitation auch für die Hufeisenform der äußeren Gas- und Staubscheibe.

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(Autor: Stefan Heykes - Quelle: ESO)


» Vestas dunkle Oberfläche
05.01.2013 - Gewaltige Einschläge von Asteroiden könnten vor Jahrmilliarden kohlenstoffhaltige Materialien auf den Protoplaneten Vesta befördert und Teile seiner Oberfläche mit einer dunklen Schicht überzogen haben. Zu diesem Ergebnis gelangte eine Forschergruppe unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung.
Mit einem Durchmesser von durchschnittlich 525 Kilometern und einer unregelmäßigen Form ist Vesta weder ein Zwergplanet, noch - streng betrachtet - ein Asteroid. Stattdessen wird Vesta von den Wissenschaftlern als ein "Protoplanet" bezeichnet, eine Art "Vorplanet", welcher vor etwa 4,5 Milliarden Jahren in einer frühen Phase seiner Entwicklung hin zu einem "vollwertigen" Planeten stecken geblieben ist. Vesta ist somit eine regelrechte Zeitkapsel aus einer sehr frühen Entwicklungsphase unseres Sonnensystems.

Am 16. Juli 2011 schwenkte die knapp vier Jahre zuvor gestartete Raumsonde DAWN in eine Umlaufbahn um Vesta ein. In den folgenden 13 Monaten wurde dieses drittgrößte Objekt im Haupt-Asteroidengürtel des Sonnensystems mit den drei wissenschaftlichen Instrumenten der Raumsonde, darunter ein unter der Leitung von Mitarbeitern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau entwickeltes und gebautes Kamerasystem, intensiv erforscht.

Die Aufnahmen dieser "Framing Camera" zeigten, dass Vesta über eine bewegte Vergangenheit verfügt. Neben einer Vielzahl von Asteroideneinschlägen, bei denen sich im Laufe der Jahrmilliarden unzählige Impaktkrater unterschiedlicher Größe und unterschiedlichen Alters bildeten, wurde die Südpolregion von Vesta in der Vergangenheit von zwei gewaltigen Einschlägen erschüttert, wobei sich zwei sich teilweise überlagernde Impaktbassins mit Durchmessern von jeweils mehreren hundert Kilometern bildeten. Der Zentralberg im Inneren des jüngeren Impaktbassins erreicht dabei eine Höhe von rund 20 Kilometern und gehört somit zu den höchsten Bergen im derzeit bekannten Sonnensystem.

Doch diese gigantischen Einschläge haben anscheinend nicht nur die Form der Oberfläche, sondern auch die mineralogische Komposition von Vesta dauerhaft verändert, denn die Aufnahmen der Raumsonde zeigen ausgeprägte Unterschiede in Helligkeit und Zusammensetzung der Oberfläche. Es gibt auf Vesta Ablagerungen eines sehr helles Materials, welches ein ähnliches Rückstrahlvermögen (Albedo) wie Schnee aufweist, und dunkle Bereiche, die so schwarz wie Kohle erscheinen. Speziell die Untersuchung dieses rätselhaften, dunklen Materials könnte den Planetenforschern weiteren Erkenntnisse über die Entwicklungsgeschichte von Vesta - und somit des gesamten Sonnensystems - liefern.

Eine Forschergruppe unter der Leitung des MPS konnte jetzt nachweisen, dass dieses Material nicht ursprünglich von Vesta stammt, sondern vielmehr erst nach der Formung des Protoplaneten durch die Einschläge von Asteroiden auf die Oberfläche von Vesta verfrachtet wurde.

"Vieles spricht dafür, dass das dunkle Material sehr reich an Kohlenstoff ist", so Prof. Dr. Vishnu Reddy vom MPS und der Universität von North Dakota in den USA und Erstautor einer neuen Studie. In der Fachzeitschrift "Icarus" haben er und seine Kollegen die bisher umfassendste Analyse dieses Materials vorgelegt. Die detaillierten Untersuchungen legen einen Zusammenhang zwischen dem dunklen Material und den beiden Asteroideneinschlägen nahe, welche die Südpolregion von Vesta prägten.

"In einem ersten Schritt haben wir eine genaue Übersichtskarte erstellt, welche die Verteilung des dunklen Materials zeigt", erläutert Dr. Lucille Le Corre vom MPS. "Dabei haben wir etwas Erstaunliches entdeckt."

Das auf den Aufnahmen der Framing Camera erkennbare dunkle Material gruppiert sich laut diesen Analysen in erster Linie um die Ränder der beiden großen Impaktkrater auf der Südhemisphäre. Genauere Untersuchungen zeigten, dass dieses dunkle Gestein wahrscheinlich mit dem ersten der beiden Einschläge, welcher vor etwa zwei bis drei Milliarden Jahren das Veneneia-Becken bildete, auf den Protoplaneten gelangte. Der zweite Einschlag, in dessen Folge vor rund einer Milliarde Jahren das rund 505 Kilometer durchmessende Rheasilvia-Becken entstand, hat dann einen Teil dieses Materials überdeckt.

Umfangreiche Modellrechnungen der MPS-Wissenschaftler unterstützen diese Theorie der zwei Einschläge und erlauben zudem einen genaueren Aufschluss über deren Verlauf. So konnten die Wissenschaftler in Computersimulationen ermitteln, welche Aufprallgeschwindigkeiten mit den gefundenen Konzentrationen des dunklen Materials vereinbar sind. "Alles spricht für einen vergleichsweise langsamen Zusammenstoß mit Geschwindigkeiten von weniger als zwei Kilometern pro Sekunde", so Vishnu Reddy.

Nähere Informationen über das dunkle Material lieferten auch die so genannten HED-Meteoriten, welche laut einer allgemein anerkannten Theorie von Vesta stammen. Das Kürzel "HED" steht dabei für die Gesteinsarten Howardit, Eucrit und Diogenit, aus denen sich diese Meteoriten in erster Linie zusammensetzen. Einige dieser auf der Erde aufgefundenen Meteoriten zeigen dunkle Einschlüsse, welche ebenfalls reich an Kohlenstoff sind. "Durch genaue Analysen des dunklen Materials auf der Vesta und Vergleichen mit Laboruntersuchungen dieser Meteoriten konnten wir nun den ersten direkten Beweis liefern, dass die HED-Meteoriten tatsächlich Bruchstücke von Vesta sind", so Lucille Le Corre.

"Bei unseren Analysen geht es längst nicht nur darum, die genaue Entwicklungsgeschichte der Vesta zu rekonstruieren", so Dr. Holger Sierks, Co-Investigator der DAWN-Mission am MPS. Vielmehr wollen die Planetologen die Bedingungen verstehen, welche in der Vergangenheit in unserem Sonnensystem herrschten und die zur Bildung von Planeten und letztendlich zu der Entstehung von Leben führten. Ähnliche Ereignisse wie die Impakte auf Vesta könnten in der Frühzeit unseres Sonnensystems auch die inneren Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars mit Kohlenstoff, einem Grundbaustein organischer Verbindungen, versorgt haben. Als Quellen kommen hierfür die Asteroiden des C-Typs und kohlige Chondriten in Frage.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen bei Vesta im Sommer 2012 setzte die Raumsonde ihre Reise durch unser Sonnensystem fort. Im Jahr 2015 wird DAWN ihr zweites Reiseziel, den Zwergplaneten Ceres - das größte und massereichste Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel - erreichen und aus einem Orbit heraus über mehrere Monate hinweg untersuchen.

Gegenwärtig befindet sich DAWN in einer Entfernung von rund 2,7 Millionen Kilometern zu Vesta und 57 Millionen Kilometern zu Ceres. Die Entfernung zur Erde beträgt rund 247 Millionen Kilometer, was in etwa 1,65 Astronomischen Einheiten entspricht. Die gegenwärtige Signallaufzeit zwischen der Raumsonde und dem Kontrollzentrum auf der Erde beträgt 27 Minuten.

Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Bereich der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.

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Technische Beschreibung der Framing Camera:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung, JPL, DAWN-Journal)


» Vorhaben neuer kommerzieller US-Raketendienstleister
05.01.2013 - Während die etablierten US-Startanbieter Boeing und Lockheed mit ihren Trägern Delta und Atlas in den letzten Jahren jeweils 4 bis 6 Starts größtenteils mit US-Regierungsnutzlasten ausgeführt haben, will der "neue" Anbieter SpaceX mit niedrigeren Preisen vor allem auch den Markt der kommerziellen Nutzlasten erobern.
Dazu hat sich Space Exploration Technologies (SpaceX) für 2013 einen sehr umfangreichen und vielseitigen Arbeitsplan aufgestellt. Zum einen gehören dazu zwei Frachtmissionen je eines Dragon-Raumschiffes zur Internationalen Raumstation mit anschließender Wasserung inklusive Rückfracht. Außerdem will man im April mit CASSIOPE die erste kommerzielle Primärnutzlast in einen elliptischen aber erdnahen Orbit transportieren und dies zudem vom neuen Startkomplex in Vandenberg aus. Zum zweiten soll nach derzeitigen Planungen im Juni mit SES 8 ein geostationärer Kommunikationssatellit mit einer neuen Version der Trägerrakete Falcon 9, die mit den deutlich schubstärkeren Merlin-1D-Triebwerken ausgestattet wird, gestartet werden.

Vor wenigen Tagen konkretisierten Orbcomm und SpaceX zudem einen Startvertrag für insgesamt 18 Kleinsatelliten bei zwei Starts der Falcon 9 1.1, deren erster im August über die Bühne gehen soll. Bis zum Ende des Jahres will SpaceX Produktion der Raketen und Ausführung der Starts im Einmonatsabstand ausführen, um ihre bisher eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen erfüllen zu können. Ebenfalls bis zum Jahresende möchte man eine erste Falcon Heavy in Vandenberg zum Testen bereitstellen, erstmals Überschallgeschwindigkeit mit dem Grasshopper und daraus eine sichere Landung erreichen sowie die für 2013 geplanten Meilensteine im Rahmen des CCiCap-Vertrages (Commercial Crew-integrated Capability) mit der NASA erfüllen. Darunter befindet sich auch ein erster Startabbruchtest mittels der in der Dragon-Kapsel integrierten Triebwerke.

Gegenwärtig wird in der Gerüchteküche über weitere Start- oder Landeplätze in Texas bzw. Cape Canaveral diskutiert. Dazu würde die NASA in Florida ein Gelände nördlich der bisherigen Startkomplexe zur Verfügung stellen, bei dem man zwar die Bodeneinrichtungen der Cape Canaveral Air Force Station weiterhin nutzen könnte, aber nicht den strengen militärischen Regeln im Bodenmanagement unterläge.

Des Weiteren arbeitet man ohne große öffentliche Ankündigungen auch am Projekt einer weiteren Schwerlastrakete (MCT), die mit stärkeren Raptor-Triebwerken ausgerüstet werden soll, mit Methan als Brennstoff arbeitet und für Marsflüge gedacht ist.

Bei Orbital Sciences hingegen sehen die Ziele weit bescheidener aus. Zunächst möchte man einen ersten Bodentest der Antares-Rakete durchführen und anschließend eine Masseattrappe starten. Falls dies erfolgreich abläuft, läge ein erster Start des Cygnus genannten Frachtraumschiffes mit anschließender Kopplung an der Internationalen Raumstation im April im Bereich des Möglichen. Für 2013 hat man zwar noch keinen regulären Flug im Rahmen der Commercial Resupply Services (CRS) zur ISS vorgesehen, man möchte dies aber auch nicht ausschließen.

Die Sierra Nevada Corporation plant für dieses Jahr einen Abwurftest ihres im Rahmen von CCiCap geförderten Raumgleiters Dream Chaser.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: New Space Watch, Raumcon, SpaceX, NASA)


» Golden Spike erteilt erste Aufträge
06.01.2013 - Das vor kurzem ins Licht der Öffentlichkeit getretene US-amerikanische Unternehmen Golden Spike, welches bis zum Ende der Dekade Flüge zum und Landungen auf dem Mond verwirklichen möchte, hat seinen ersten Auftragnehmer vorgestellt - die Firma Northrop Grumman soll eine Studie für ein Mondlandegerät erstellen.
Dabei hofft Golden Spike nach den Worten von Chairman Gerry Griffin auf die Erfahrung von Northrop Grumman als dem bisher einzigen Unternehmen, welches jemals ein Landefahrzeug gebaut hat, das Menschen auf einen anderen Himmelskörper transportierte.

Aufgabe von Northrop Grumman ist es nun, eine Reihe von Landerkonzepten zu erstellen, damit daraus dasjenige ausgewählt werden kann, welches am erschwinglichsten und funktionalsten ist. Ob das Unternehmen den Lander hinterher auch wirklich baut, hat sich Golden Spike offen gelassen. Der Auftrag ist einer unter mehreren, den das Unternehmen zur Entwicklung eines Mondlandegerätes vergeben will.

Northrop Grumman ist nicht unbekannt. War es doch dieses Unternehmen, welches noch unter dem damaligen Namen Grumman für das Apollo-Programm in den 1960er Jahren die Mondlandefähre entwickelte und insgesamt 16 Stück davon baute. Später fusionierte Grumman mit dem Unternehmen Northrop und ist heute unter dem neuen Namen hauptsächlich in der Rüstungstechnik tätig, entwickelt aber auch Sortiermaschinen für Briefe.

Diese Firma ist also nun von Golden Spike damit beauftragt worden, Studien für einen Mondlander herzustellen, der eines Tages Menschen und Material auf die Mondoberfläche transportieren soll. Golden Spike zielt dabei auf Touristen, staatliche Raumfahrtunternehmen oder Privatunternehmen ab, die bereit sind, die 750 Millionen Dollar pro Person zu zahlen, die ein derartiger Flug laut Planung kosten soll.

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(Autor: Hans Lammersen - Quelle: space.com)


» MSG-3 als Meteosat-10 im Einsatz
25.12.2012 - Am 18. Dezember 2012 gab der europäische Wettersatellitenbetreiber EUMETSAT die Betriebsbereitschaft des geostationären Wettersatelliten MSG-3 und seine Umzeichnung in Meteosat-10 bekannt.
Nach erfolgreichem Abschluss der Tests im Orbit des von Thales Alenia Space gebauten und am 7. Juli 2012 gestarteten Satelliten attestierte EUMETSAT am 12. Dezember 2012 die Fähigkeit des Satelliten, für das Diensteangebot von EUMETSAT zuverlässige Daten liefern zu können. Damit einher ging die übliche Umbenennung für Satelliten, die aktiv ins Betriebsnetz von EUMETSAT eingebunden sind. MSG-3 heißt jetzt Meteosat-10.

Seit dem 18. Dezember 2012 werden Daten des SEVIRI für Spinning Enhanced Visible and InfraRed Imager genannten, von Astrium gebauten Hauptinstruments von Meteosat-10 und weitere meteorologische Produkte über einen EUMETCast-Europe genannten Dienst an ein große Nutzergruppe verteilt. Er dient als Ergänzung zu den nationalen meteorologischen Diensten der Mitglieder und Kooperationspartner von EUMETSAT und dem europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF, European Centre for Medium-Range Weather Forecasts).

Nutzer von EUMETCast in Afrika benötigen ein Update ihrer Datenempfangsstationen, am dem bereits gearbeitet wird. Die Verteilung des Updates soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden und sicherstellen, dass Interessierte in Afrika ab Januar 2013 auf Daten von Meteosat-10 zugreifen können.

In den kommenden zwei Monaten werden Meteosat-10 und Meteosat-9 parallel Aufnahmen mit vollständigen Erdansichten und weitere meteorologische Produkte liefern. Geplant ist, dass Meteosat-10 ab dem 21. Januar 2013 als primäre Datenquelle dient, wenn er im geostationären Orbit die Position von 0 Grad über dem Erdäquator erreicht hat. Der Parallelbetrieb soll die Nutzer der von den Satelliten generierten Daten in die Lage versetzen, ihre Systeme sicher auf den Satellitenwechsel vorzubereiten.

MSG-3 ist katalogisiert mit der NORAD Nr. 38.552 bzw. als COSPAR-Objekt Nr. 2012-035B.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: EUMETSAT)


» Yamal-402-Start: Oberstufenantrieb mit Lagerdefekt
25.12.2012 - Die Ursache für die vorzeitige Beendigung der letzten Brennphase der Breeze-M-Oberstufe, die am 8. Dezember 2012 den Kommunikationssatelliten Yamal 402 nicht auf der vorgesehenen Bahn absetzen konnte, ist nach Informationen aus Russland gefunden.
Ein von Chrunitschew in Russland gebauter Proton-M-Träger mit drei Raketenstufen hatte am 8. Dezember 2012 die Orbitaleinheit, bestehend aus der Oberstufe Breeze-M und dem Satelliten Yamal 402, ins All transportiert. Eine erste Zündung der wie die Proton von Chrunitschew hergestellten Breeze-M-Oberstufe brachte die Orbitaleinheit in einen Parkorbit. Nach weiteren Brennphasen, von denen die vierte und letzte von der Breeze-M-Oberstufe 240 Sekunden zu früh beendet wurde, kam es zum Aussetzen von Yamal 402 rund 9 Stunden nach dem Abheben. Nach Angaben der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos erfolgte das Aussetzen rund vier Minuten vor dem geplanten Zeitpunkt.

Für die russische Raumfahrtindustrie bedeuten die neuerlichen Probleme mit einer Breeze-M-Oberstufe einen weiteren bitteren Rückschlag. Allein die Nachlässigkeiten bei der Herstellung und Vorbereitung von Breeze-Oberstufen sorgten in den letzten beiden Jahren für eine unansehnliche Reihe von Fehlschlägen:
Am 6. August 2012 waren die Kommunikationssatelliten Express-MD 2 und Telkom 3 in unbrauchbaren Umlaufbahnen gestrandet, nachdem eine Raketenoberstufe des Typs Breeze-M wegen Verschmutzung einer Treibstoffleitung, die man auf einen Fehler bei der Herstellung zurückführt, ihren Betrieb vorzeitig eingestellt hatte. Ein Problem mit der Flugsteuerung ist mutmaßlich für das Versagen einer Breeze-M im August 2011 verantwortlich - es führte dazu, dass der Kommunikationssatellit Express-AM 4 auf eine unbrauchbare Bahn gelangte. Ein russischer militärischer Erdvermessungssatellit vom Typ GEO-IK-2 erreichte im Februar 2011 nicht den vorgesehenen Orbit, weil eine Breeze-KM-Oberstufe nicht funktionierte wie geplant.

Die russische Onlinezeitung vz.ru meldete hinsichtlich des Versagens der Breeze-M beim Flug mit Yamal 402 mit Datum vom 25. Dezember 2012 jetzt, dass in einem Lager des Turbopumpensystems des Triebwerks der Oberstufe ein Defekt aufgetreten sei. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung des stellvertretenden Roskosmos-Chefs Alexander P. Lopatin habe sämtliche vorliegenden Telemetriedaten untersucht. Dabei sei ein Problem mit dem Antrieb der Oberstufe ermittelt worden. Als ursächlich für das vorzeitige Abschalten der Oberstufe betrachte man eine mechanische Zerstörung eines Lagers im Turbopumpensatz. Das automatischen Kontrollsystem der Stufe reagierte unmittelbar auf den Schaden und initiierte den Brennschluss des Antriebssystems, das in Folge dessen vier Minuten weniger als vorgesehen zum Einsatz kam.

Eine offizielle Bekanntgabe von Untersuchungsergebnissen will Roskosmos angeblich Ende des Jahres vornehmen. In nächster Zeit sollen Spezialisten eine ganze Reihe bereits gebauter Turbopumpensätze untersuchen, um herauszufinden, ob der Lagerschaden auf ein Konstruktions- oder ein Herstellungsproblem zurückzuführen ist. Für Kunden, die ausstehende Trägerraketeneinsätze mit Breeze-Oberstufen gebucht haben, ist der Status quo sicherlich keine befriedigende Situation.

Der russische Kommunikationssatellitenbetreiber Gazprom Space Systems (GSS) ist aktuell der einzige Kunde, der nach einem der letzten Breeze-Fehlschläge trotz allem Anlass zur Hoffnung auf eine Nutzungsmöglichkeit seines ins All transportierten Satelliten im annähernd ursprünglich geplanten Rahmen haben darf. Yamal 402 hatte ausreichend Treibstoff an Bord, um mit seinem eigenen Antriebssystem die Fehlleistung der Breeze-M-Oberstufe zu kompensieren, und hat noch genügend Reserven für die Lageregelung während eines jahrelangen Einsatzes im geostationären Orbit. Die ursprünglich erwartete Lebensdauer des von Thales Alenia Space (TAS) für GSS gebauten und auf dem Satellitenbus Spacebus 4000C3 basierenden Satelliten lag bei 15 oder mehr Jahren. Die zusätzlich erforderlichen Brennphasen seines Apogäumsmotors reduzierten die mögliche Einsatzdauer von Yamal 402 auf geschätzte 11 Jahre. Die Übergabe des betriebsbereiten Satelliten an GSS ist derzeit für Januar 2013 geplant.

Yamal 402 ist katalogisiert mit der NORAD Nr. 39.022 bzw. als COSPAR-Objekt Nr. 2012-070A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Raumcon, vz.ru)


» Mission von Landsat 5 abgeschlossen
25.12.2012 - Am 21. Dezember 2012 gab der Geologische Dienst der Vereinigten Staaten (United States Geological Survey, USGS) bekannt, dass sein bisher langlebigster Erdbeobachtungssatellit Landsat 5 in den kommenden Monaten außer Dienst gestellt wird.
Der USGS bezeichnet die Mission von Landsat 5 als in jeder Hinsicht außerordentlich erfolgreich. Landsat 5 lieferte einen beispiellosen Beitrag zur Erfassung von Veränderungen auf den Landmassen unseres Planeten. Im Verlauf seiner langen Einsatzzeit gelang es dem USGS mehrfach, den alternden Satelliten kritische Situationen überstehen zu lassen. Der zuletzt aufgetretene Fehler eines Gyroskops, also eines Trägheitsrades zur Stabilisierung des Satelliten, macht es jetzt allerdings erforderlich, die Außerdienststellung des beim Start rund 1.938 kg schweren Satelliten einzuleiten.

Landsat 5, der mittlerweile über 28 Jahre um die Erde kreist, überlebte seine ursprüngliche Auslegungsbetriebsdauer von drei Jahren um ein Vielfaches. Der von der US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtorganisation (NASA) entwickelte, am 1. März 1984 auf der Delta-Rakete D174, Typ 3920, gestartete Satellit hat die Erde mittlerweile über 150.000 mal umrundet und dabei über 2,5 Millionen Bilder des Zustands der über den Erdball verteilten Landmassen zu Empfangsstationen auf der Erde übertragen.

Jedes Ereignis seit 1984 auf den Landmassen der Erde, das Spuren hinterlassen hat, die eine größere Fläche als die eines Footballfeldes (rund 109,73 Meter x 48,46 Meter) einnehmen, wurde höchstwahrscheinlich von Landsat 5 erfasst. Solche Ereignisse sind beispielsweise Hurrikane, Tsunamis, Flächenbrände und Ölverschmutzungen.

Über ein viertel Jahrhundert hat Landsat 5 Veränderungen auf unserem Heimatplaneten erfasst. Er hielt die Folgen von Naturkatastrophen, der Schwankungen und Veränderungen des Klimas, unterschiedlicher Arten der Landnutzung, der Verstädterung, der Veränderung von Ökosystemen, des gestiegenen Wasser- und Energiebedarfs und der veränderten landwirtschaftlichen Bedürfnisse fest. Entscheidende Beobachtungen wie die des Ausbruchs des Vulkans Mount Saint Helens, der Brände der Ölquellen in Kuwait, der Katastrophe von Tschernobyl, der Vernichtung von Regenwald sowie der Ausdehnung und des anschließenden Zurückweichens von Eisschelfen halfen, das Bewusstsein und Verständnis für menschgemachte Einflüsse auf das die Erde bedeckende Land zu steigern.

Bei der USGS will man sich bemühen, das Landsat-Programm noch lange produktiv fortzusetzen, ist sich jedoch sicher, dass kein anderer Satellit Landsat 5 an Langlebigkeit übertreffen wird.

Vor kurzem haben die Satellitenkontrolleure des USGS damit begonnen, eine Absenkung des Orbits von Landsat 5 vorzubereiten. Eine erste Serie entsprechender Manöver soll im Januar 2013 erfolgen.

Bis zum Start von Landsat 8, auch als LDCM für Landsat Data Continuity Mission bezeichnet, wird Landsat 7, der 1999 in den Weltraum transportiert wurde, weiter Informationen über den Zustand der Landmassen an den USGS liefern. Allerdings arbeitet der Abtaster von Landsat 7 seit 2003 wegen einer Anomalie ohne Einsatz eines Korrekturgliedes, was zu einer reduzierten Bildqualität führt. Uneingeschränkt leistungsfähiger Ersatz wird dem USGS erst wieder zur Verfügung stehen, wenn Landsat 8 erfolgreich in Betrieb genommen wurde. Sein Start ist derzeit für Februar 2013 geplant.

Landsat 5 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 14.780 bzw. als COSPAR-Objekt 1984-021A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA, USGS)


» Grasshoppers dritter Sprung
25.12.2012 - Der von der US-amerikanischen Firma Space Exploration Technologies (SpaceX) entwickelte Erststufenlandedemonstrator Grasshopper absolvierte am 17. Dezember seinen dritten Testflug, wie SpaceX gestern bekannt gab.
Dabei erreichte er eine Höhe von etwa 40 Metern über dem Boden des Testgeländes in McGregor (USA). Dabei befand sich Grasshopper etwa 10 s im langsamen Steigflug, hielt anschließend die Höhe für etwa 8 Sekunden und setzte weitere 10 s später wieder auf.

Grasshopper besteht aus einer in Größe und Form korrekten Erststufenattrappe der Falcon-9-Trägerrakete, welche mit einer komplexen Steuerung, einem Merlin-1D-Triebwerk und einer entsprechenden Menge Treibstoff ausgestattet ist. Außerdem umgibt die Erststufe ein Stahlgerüst, an dem vier Landebeine mit Stoßdämpfern angebracht sind.

SpaceX verfolgt mit ihren Tests das Ziel, wertvolle Teile von Trägerraketen wieder zu verwenden. Dies könne nach Aussage des Firmengründers Elon Musk die Kosten eines Raumfluges drastisch senken. Erster Schritt wäre die Wiederverwendbarkeit der ersten Stufe. In dieser verbleibt nach dem Abtrennen der zweiten Stufe ein gewisser Treibstoffrest. Die Stufe stürzt gesteuert zurück in Richtung Erdboden, in einer bestimmten Höhe wird dann aber das mittlere Triebwerk erneut gezündet, bremst die Stufe ab und führt sie schließlich zu einer präzisen Landung auf den am Rumpf angebrachten Beinen.

Die gleiche Wiederverwendbarkeit strebt SpaceX auch für Nutzlast und Oberstufe an. Wie auf der Internetseite der Firma zu lesen ist, sollen die Tests auch in den nächsten Monaten fortgesetzt werden. Im September erreichte Grasshopper 1,8 Meter Flughöhe, im November waren es 5,4 Meter.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: SpaceX)


» In welchem Ausmaß altern Kugelsternhaufen?
26.12.2012 - Welchen Alterungsprozessen unterliegen Kugelsternhaufen? Dieser Frage ging kürzlich ein Astronomenteam nach.
Während sich einige Menschen auch im Alter von 90 Jahren noch in einer vergleichsweise guten Verfassung präsentieren, zeigen andere bereits die ersten Symptome eine Altersschwäche, bevor sie die 50 überschritten haben. Die Geschwindigkeit, mit welcher der Alterungsprozess eines Menschen voranschreitet, dürfte damit nur wenig von seinem tatsächlichen biologischen Alter abhängig sein, sondern vielmehr von anderen Umständen wie zum Beispiel seinem Lebensstil beeinflusst werden.

Eine neue Studie, welche ein internationales Astronomenteam mit dem MPG/ESO-2,2-Meter-Teleskop am La Silla-Observatorium der Europäischen Südsternwarte (kurz "ESO") und dem von den Weltraumagenturen NASA und ESA betriebenen Weltraumteleskop Hubble (kurz "HST") durchführte, hat nun ergeben, dass dies anscheinend auch für Sternhaufen zutrifft.

Bei einem Kugelsternhaufen handelt es sich um eine Ansammlung von Sternen, welche durch Gravitationskräfte auf engstem Raum aneinander gebunden sind. Diese kugelförmigen Sternansammlungen verfügen typischerweise über Durchmesser von mehreren Dutzend Lichtjahren und beherbergen teilweise deutlich mehr als 100.000 Sterne. Diese Sternhaufen sind dabei wiederum gravitativ an Galaxien gebunden, in deren Halo sie sich bewegen.

Bisher konnten Astronomen in der Umgebung unserer Heimatgalaxie mehr als 150 solcher Kugelsternhaufen entdecken, welche viele der ältesten bekannten Sterne unserer Heimatgalaxie beherbergen. Die meisten dieser die Milchstraße umkreisenden Kugelsternhaufen befinden sich von unserem Sonnensystem aus gesehen in Richtung der zentralen Verdickung der Milchstraßenscheibe.

Größere und entsprechend massereichere Galaxien können allerdings von noch deutlich mehr Kugelsternhaufen umkreist werden. Aus der Umgebung der Andromedagalaxie - auch bekannt unter der Bezeichnung Messier 31 - sind so zum Beispiel mehr als 500 dieser Sternhaufen bekannt. Die im Sternbild Jungfrau (lateinischer Name "Virgo") gelegenen Galaxie Messier 87 wird anscheinend sogar von bis zu 12.000 solcher Kugelsternhaufen umkreist.

Die Beobachtungen der Astronomen zeigen, dass sich die in einem Kugelsternhaufen konzentrierten Sterne alle zur gleichen Zeit und aus der gleichen Ansammlung von interstellaren Gaswolken gebildet haben. Allgemein geschah dies bereits vor üblicherweise etwa 12 bis 13 Milliarden Jahren. Dies datiert die Entstehungsphase dieser Sternhaufen in ein kosmisches Zeitalter, in dem seit dem Urknall, welcher vor etwa 13,7 Milliarden Jahren erfolgte, erst wenige hundert Millionen Jahre vergangen waren.

Obwohl sich die Kugelsternhaufen somit bereits in längst vergangenen Zeiten gebildet haben und ihre Sterne dementsprechend alt sind, haben Astronomen im Rahmen einer Studie jetzt festgestellt, dass einige dieser Sternhaufen "in ihrem Herzen" trotzdem "jung" geblieben sind.

"Obwohl diese Sternhaufen schon vor Milliarden von Jahren entstanden sind, haben wir uns doch gefragt, ob einige von ihnen vielleicht schneller oder langsamer altern als andere", so Francesco Ferraro von der Università di Bologna in Italien, der Leiter des Astronomenteams. "Durch die Untersuchung der Verteilung einer bestimmten Sorte blauer Sterne, die es in Kugelsternhaufen gibt, haben wir herausfinden können, dass einige Sternhaufen sich tatsächlich viel schneller entwickelt haben. Daraus haben wir eine Methode entwickelt, um die Alterungsrate zu bestimmen."

Kugelsternhaufen entstehen innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne, so dass alle in einem bestimmten Sternhaufen enthaltenen Sterne in etwa über das gleiche Alter verfügen. Da die in Kugelsternhaufen beheimateten hellen, massereichen Sterne ihren Brennstoff sehr schnell verbrauchen und Kugelsternhaufen sehr alt sind, sollten diese Sternhaufen eigentlich nur noch relativ massearme Sterne enthalten.

Dies ist aber nicht immer der Fall, denn unter ganz bestimmten Bedingungen können Sterne zusätzliches "Lebenselixier" - also zusätzlichen Brennstoff für die im Inneren eines Stern erfolgende Kernfusion - aus ihrer Umgebung erhalten, welcher sie dann noch weiter wachsen und heller werden lässt.

Dieser Fall kann zum Beispiel dann eintreten, wenn ein massereicher Stern von einem masseärmeren Begleitstern Materie abzieht, wenn die beiden Komponenten eines Doppelsternsystems miteinander verschmelzen oder wenn zwei gravitativ nicht aneinander gebundene Sterne miteinander kollidieren. Die auf diese Weise neu erstarkten Sterne werden als sogenannte Blaue Nachzügler bezeichnet. Blaue Nachzügler sind, verglichen mit den typischen Sternen innerhalb eines Kugelsternhaufens, sowohl heller als auch massereicher.

Schwerere Sterne driften im Laufe der Zeit durch einen gravitativen Prozess, der dem Sedimentationsprozess von Schwebeteilchen in Wasser ähnelt, in das Zentrum eines Kugelsternhaufens ab. Aufgrund ihrer relativ hohen Massen werden die Blauen Nachzügler dabei besonders stark beeinflusst. Sie sind aber bei weitem nicht die einzigen massereichen oder leuchtkräftigen Sterne innerhalb eines Kugelsternhaufens.

Ein Beispiel hierfür sind die Roten Riesen. Rote Riesensterne sind noch einmal deutlich heller als die Blauen Nachzügler, verfügen jedoch über eine viel geringere Masse und werden daher von dem Sedimentationsprozess nicht so stark beeinflusst. Aufgrund ihrer roten Farbe sind sie leicht von Blauen Nachzüglern zu unterscheiden.

Die extrem dichten Zentralbereiche von Sternen, die deutlich massereicher waren als zum Beispiel unsrere Sonne und die bereits vor Milliarden von Jahren explodiert sind, sogenannte Neutronensterne, verfügen über eine ähnliche Masse wie die Blauen Nachzügler und sind ebenfalls von dem Sedimentationsprozess betroffen. Sie sind allerdings nur sehr schwer zu beobachten und geben daher für die Astronomen keine guten Studienobjekte ab. Blaue Nachzügler sind somit die einzigen Sterne im Inneren von Kugelsternhaufen, welche sowohl eine große Masse als auch eine große Helligkeiten miteinander kombinieren.

Um den erfolgenden Alterungsprozess von Kugelsternhaufen besser verstehen zu können, studierten die an der Untersuchung beteiligten Astronomen die Positionen von Blauen Nachzüglern in 21 Kugelsternhaufen mit vier verschiedenen Teleskopen. Von den 21 im Rahmen dieser Forschungsarbeit untersuchten Sternhaufen wurden 20 mit dem Hubble Space Telescope, 12 mit dem MPG/ESO-2,2-Meter-Teleskop der ESO, acht mit dem Canada-France-Hawaii-Teleskop und einer mit dem Subaru-Teleskop beobachtet. Das HST stellte dabei hochaufgelöste Aufnahmen der dicht bevölkerten Zentren von 20 der Kugelsternhaufen zur Verfügung, während die bodengebundenen Observatorien Bilder mit einem größeren Gesichtsfeld lieferten, welche auch die dünner besiedelten Außenbereiche der Sternhaufen darstellten.

Im Vorfeld der Studie gingen die Astronomen davon aus, dass das Alter eines Kugelsternhaufens durch die Verteilung der massereichen Sterne bestimmt werden kann. Die Erwartung war, dass solche Sterne in einem noch relativ jungen Haufen willkürlich verstreut sind, sich in einem alten Haufen jedoch infolge des erfolgenden Sedimentationsprozesses in dessen Zentrum konzentrieren sollten.

Bei einer systematisch erfolgten Auswertung der Aufnahmen stellten die Astronomen jedoch fest, dass einige der Kugelsternhaufen im Gegensatz zu dieser Annahme vergleichsweise jung erscheinen, da sich die Blauen Nachzügler über den gesamten Haufen verteilen. Der Großteil der untersuchten Sternhaufen erscheint dagegen deutlich älter, da die dortigen Blauen Nachzügler sich in der Mitte der Haufen konzentrieren. Eine dritte Gruppe von Kugelsternhaufen befindet sich dagegen offenbar mitten in einem gegenwärtig ablaufenden Alterungsprozess. Hier befinden sich die Blauen Nachzügler gegenwärtig noch außerhalb des Zentrums, wandern aber in Richtung der Mitte der Sternhaufen.

"Da all diese Kugelsternhaufen etwa gleich alt sind, zeigen uns die Untersuchungen, wie sehr sich die Entwicklungsgeschwindigkeit von Haufen zu Haufen unterscheidet", so Barbara Lanzoni von der Università di Bologna, eine der an der Studie beteiligten Astronomen. "Wir gehen davon aus, dass der Sedimentationsprozess bei den schnell alternden Haufen nach wenigen hundert Millionen Jahren abgeschlossen sein kann, während er bei den langsamsten Vertretern ein Vielfaches des gegenwärtigen Alters des Universums andauern wird."

Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse von F. R. Ferraro et al. wurden am 20. Dezember 2012 unter dem Titel "Dynamical age differences amongst coeval star clusters as revealed by blue stragglers" in der Fachzeitschrift Nature publiziert.

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Fachartikel von F. R. Ferraro et al.:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO)


» IS-19: Startanomalie aufgeklärt
28.12.2012 - Der Startanbieter Sea Launch AG und der Satellitenhersteller Space Systems/Loral (SSL) gaben am 19. Dezember 2012 den Abschluss der Untersuchung der Anomalie beim Start des Kommunikationssatelliten Intelsat 19 (IS-19) bekannt.
Nach dem Abheben der Trägerrakete des Typ Zenit-3SL mit dem von SS/L auf Basis des Satellitenbusses 1300E konstruierten Intelsat 19 an der Spitze trat am 1. Juni 2012 unter der Nutzlastverkleidung eine Anomalie auf.

Messdaten von der Aufstiegsphase hätten nach dem Abwurf der Nutzlastverkleidung von den zu diesem Zeitpunkt noch zusammengefalteten Solarzellenauslegern auf eine gewisse Spannung hinweisen müssen. Für einen der beiden beiden Ausleger war diese Spannung deutlich niedriger als erwartet.

Als der Satellit schließlich von der Raketenoberstufe ausgesetzt war, entfaltete sich zunächst nur einer der beiden Solarzellenausleger. Da die verfügbare elektrische Energie für eine Missionsfortsetzung ausreichte, entschied man sich, Intelsat 19 wie vorgesehen von seiner Transferbahn Richtung Geostationären Orbit zu schicken.

Nach vier Brennphasen seines Apogäumsmotors erreichte Intelsat 19 am 11. Juni 2012 die vorgesehene Kreisbahn. Am 12. Juni 2012 gelang es schließlich, auch den zweiten Solarzellenausleger zu entfalten. Aufgrund seiner Beschädigungen liefert dieser Ausleger jedoch nur etwa die Hälfte der erwarteten elektrischen Leistung.

Sea Launch und SS/L bildeten nach dem Start von Intelsat 19 eine als Independent Oversight Board, abgekürzt IOB, bezeichnete Untersuchungsgruppe. Die Arbeitsgruppe aus drei besonders erfahrenen Experten, die von Ingenieuren beider Unternehmen unterstützt wurde, kam zu dem Schluss, dass das seltene Zusammentreffen bestimmter Faktoren bei der Produktion der Solarzellenausleger für die Anomalie verantwortlich ist. Welche Besonderheiten bei der Herstellung konkret zu der Anomalie führten, wurde nicht mitgeteilt.

Gesichert ist, dass das elektrische System und die Struktur eines Solarzellenausleger beschädigt sind. Einigkeit herrscht nach Angaben von Sea Launch offenbar darüber, dass Konstruktion und Flug der Trägerrakte Zenit-3SL nicht Auslöser der Beschädigungen sind, und die Rakete keinen Anteil an dem Auftreten der Anomalie hatte. Unerwartete Interaktionen zwischen der Rakete und ihrer Nutzlast wurden nicht ermittelt.

Intelsat 19 befindet sich seit dem 13. August 2012 im kommerziellen Einsatz. Die Tests des Satelliten im Orbit waren im Juli 2012 abgeschlossen worden. Anschließend war eine Drift des Satelliten initiiert worden, die ihn schließlich zu seiner Einsatzposition bei 166 Grad Ost im Geostationären Orbit führte.

Intelsat 19 alias IS-19 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 38.356 und als COSPAR-Objekt 2012-030A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Intelsat, Sea Launch, SS/L)


» Puttkamer - Eine deutsche Raumfahrtlegende ist tot
28.12.2012 - Jesco Freiherr von Puttkamer, einer der großen deutschen Raumfahrtvisionäre, ist am 27. Dezember nach einer Grippe im Alter von 79 Jahren in Washington verstorben. Der bis dato dienstälteste NASA-Mitarbeiter war schon zu Apollo-Zeiten unter Werner von Braun für das Mondprogramm mitverantwortlich und arbeitete bis zu seinem Tod im ISS-Programm.
Von Puttkamer begann seine Raumfahrtkarriere nach einem Maschinenbau-Studium 1962, als er in die USA auswanderte, um in Huntsville bei der NASA am Apollo-Programm mitzuarbeiten. Auf persönliche Empfehlung durch Werner von Braun berechnete er Flugbahnen für das Mondprogramm. Später arbeitete er tatkräftig an der ersten amerikanischen Raumstation Skylab mit und verfasste bis zu seinem Tod den wöchentlichen ISS-Statusbericht.

Immer wieder förderte er die Kooperation zwischen den Raumfahrtbehörden der USA und Russlands. "Jesco war eine Institution bei der NASA", sagte William Gerstenmaier, NASA-Administrator für die bemannte Raumfahrt am Hauptquartier in Washington. Von Puttkamer war Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen der NASA, unter anderem bekam er 2004 den „Exceptional Service“-Orden. Doch er war nicht nur Ingenieur und tatkräftiger Mitarbeiter, er verfasste als Autor auch zahlreiche Science-Fiction-Romane und Sachliteratur. Auch bei der bekannten Star-Trek-Reihe arbeitete er als technischer Berater für den ersten Film von 1978 bis 1980 mit.

Jesco von Puttkamer pflegte seine deutschen Wurzeln bei zahlreichen Besuchen. So war er von 1983 bis 2000 Honorarprofessor an der FH Aachen und als Beiratsmitglied des Space Education Institute Germany engagierte er sich für die Nachwuchsförderung in seiner Geburtsstadt Leipzig. Zuletzt bezog Puttkamer vor einem Jahr im Spiegel-Interview an der FH Aachen Stellung zur Raumfahrt, von den Anfängen bis in die nahe Zukunft. Der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, nannte von Puttkamer einen "großen Kämpfer für die bemannte Raumfahrt". Er hinterlässt seine Ehefrau Ursula, mit der er seit 1961 verheiratet war.

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(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA, wikipedia, Gerhard Kowalski)


» Chinas bemannte Pläne
30.12.2012 - Im Augenblick werden vielerorts Jahresbilanzen vorgestellt. Da will sich die chinesische Agentur für bemannte Raumfahrt (CMSA) auch nicht ausnehmen.
So hielt Yang Liwei, erster chinesischer Raumfahrer, Mitte November auf der chinesischen Luft- und Raumfahrtschau in Zhuhai einen Vortrag über die Ergebnisse der Missionen mit der Raumstation Tiangong 1 und Zukunftspläne über 2020 hinaus.

Zunächst ging er auf die erfolgreichen Missionen von Tiangong 1 (Start 2011) sowie Shenzhou 8 (unbemannt, 2011) und Shenzhou 9 (bemannt, 2012) ein. Die Technik habe sich bewährt, die Flugresultate zeigten, dass das Design-Konzept für Rendezvous und Kopplung richtig, der technische Ansatz vernünftig, die Bodensimulationen und -tests korrekt sowie die Überprüfungen ausreichend seien. In einigen Schlüsseltechnologien zum Betrieb einer Raumstation seien Durchbrüche gelungen.

Mit Tiangong 2 sollen in den Jahren 2014 bis 2016 weitere Erfahrungen gesammelt werden. Einerseits soll der Aufenthalt von Raumfahrern in der Station kontinuierlich ausgebaut werden, andererseits sei das Auftanken der Raumstation mittels eines Frachtraumschiffes vorgesehen.

Danach ist der Aufbau einer ständigen Raumstation geplant. Neben dem zentralen Steuerungs- und Kopplungsmodul soll es über zwei Forschungs- und Energiemodule verfügen und regelmäßig von Frachtern sowie bemannten Raumschiffen angeflogen werden. Dazu verfügt es nach dem Andocken der Forschungsmodule am Kopf noch über zwei Kopplungsstellen, am Heck über eine. Im operationellen Betrieb sollten bemannte Missionen etwa 6 Monate dauern und überlappend einander ablösen.

China plant im Zusammenhang mit der Raumstation auch die Ausweitung internationaler Kooperation. Deutschland ist in dieser Beziehung übrigens gar nicht schlecht aufgestellt, flog doch bereits bei der unbemannten Mission Shenzhou 8 ein deutsch-chinesisches Experiment mit.

Erforderlich für den Start der einzelnen Komponenten der Raumstation ist allerdings die Entwicklung neuer Triebwerke, Trägerraketen und Startanlagen. Dies hat China bereits vor einigen Jahren in die Wege geleitet. Gegenwärtig befinden sich 4 Triebwerke für Kerosin/Sauerstoff und drei für die Treibstoffkombination Wasserstoff/Sauerstoff in Entwicklung. Ebenso verhält es sich mit Trägerraketen der Typen Chang Zheng 5, 6 und 7 sowie mit neuen Startanlagen, beispielsweise auf der Insel Hainan.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: CMSA)


» Jahresrückblick der Raumfahrt 2012
30.12.2012 - Das Jahr 2012 ist vorbei und die Gelegenheit gekommen, unser Fazit zu ziehen. Wenn man sich über eine Sache nicht beklagen kann, ist es die Fülle an verschiedenen Erstleistungen. Dazu gesellt sich aber die allgemeine Sinnkrise im einst so prestigeträchtigen Raumfahrtsektor. Trotzdem haben wir bei Raumfahrer.net ein deutlich düstereres Bild für das erste Jahr ohne Shuttle-Flüge erwartet, als es dann tatsächlich kam. SpaceX und Curiosity sei Dank.
Das Event des Jahres: Curiosity

Kein anderes Event in der Geschichte von Raumfahrer.net zog mehr Zuschauer an als die frühmorgendliche Landung im Gale-Krater des Mars, nicht einmal der letzte Start des Space Shuttles. Am 6. August um 7.34 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit brach im Kontrollzentrum des JPL Jubel aus, nachdem die durchaus gewagte Landung mit dem Skycrane abgeschlossen war.

Die NASA-PR arbeitete zuvor auf Hochtouren, präsentierte uns umwerfende Echtzeitsimulationen und wahrscheinlich das Raumfahrtvideo des Jahres mit dem Titel „7 minutes of terror“. Social Media half bei der Verbreitung rund um den Globus. Überhaupt hat sich dieses neue Medium sowohl bei den Raumfahrtagenturen etabliert als auch bei uns. Mehr als 10.000 Zuschauer bei unserem Partner spacelivecast.de wären sonst kaum mit unserer üblichen Reichweite im deutschsprachigem Raum möglich gewesen. Wer das Ereignis nochmal nacherleben möchte, kann dies in unserem Liveticker oder Forum nachvollziehen. Die Aufzeichnung der deutschsprachigen Liveübertragung unseres Partners findet sich hier.

Der überwältigende Erfolg ging offenbar auch am Management der NASA nicht spurlos vorüber. Zur Überraschung der versammelten Journalisten gab NASA-Chef Charles Bolden am 4. Dezember bekannt, eine Nachfolgemission für Curiosity im Jahr 2020 zu starten. Der Rover soll von flugtauglich produzierten Ersatzteilen profitieren und damit deutlich günstiger werden als sein Vorgänger. Überraschend deswegen, weil die NASA zuvor aus dem ESA-Gemeinschaftsprojekt ExoMars ausgestiegen ist.

Kommerzielle Raumfahrt in den USA

Den Jubel im Marskontrollzentrum konnten die Mitarbeiter von SpaceX bestens nachvollziehen. Sie selbst schafften dieses Jahr das erste Docking einer privaten Raumkapsel mit der Internationalen Raumstation, eine kleine Sensation. Mit dem Drachen am Haken, symbolisch für das Greifen des Dragon-Raumschiffes mit Hilfe des Stationsarmes, begann das Zeitalter der kommerziellen Raumfahrt. Zwar hatte der Drachen mit dem einen oder anderen Schluckauf zu kämpfen, so wurde der erste Startversuch in wirklich letzter Sekunde abgebrochen, dennoch konnte SpaceX dieses Jahr beim zweiten Start zeigen, dass hier kein Zufallserfolg vorliegt. Ein wichtiger Schritt für die Vereinigten Staaten von Amerika zurück zur Normalität, die nach dem Ende des Shuttle-Programmes mit ihrem Selbstbewusstsein zu kämpfen hatte.

Doch auch SpaceX ist nicht vor Fehlschlägen sicher. Beim letzten Start fiel eines der neun Haupttriebwerke aus und beschädigte umliegende Teile, erkennbar durch eine kleine Trümmerwolke. Die Ursache scheint zwar so gut wie sicher zu sein, veröffentlicht wurde sie bislang aber nicht. Ob man die Falcon 9, die trotzdem ihr primäres Missionsziel erreichte, nun für besonders robust erklärt oder eher Zweifel bekommt, ob beim nächsten Mal nichts schlimmeres passiert, sei dem Leser überlassen.

Dennoch, der Erfolg von SpaceX ist umso höher zu bewerten, sieht man sich die Lage bei der Firma Orbital an, die ebenfalls noch dieses Jahr ihren unbemannten Frachter Cygnus zur Raumstation schicken wollte. Größere Probleme mit der nun Antares, vormals Taurus II, genannten Rakete verzögerten das Programm bis 2013. Aktuell ist der Start im Februar angedacht, wobei der Erststart lediglich eine Attrappe des Raumtransporters in die Umlaufbahn bringen wird. Nach diesem Demonstrationsflug soll die Antares dann am 5. April Cygnus 1 zur ISS bringen. Diese Zahlen sind aber mit größter Vorsicht zu genießen.

Tod zweier Raumfahrtlegenden

Überschattet wurde das Jahr vom Tod eines amerikanischen Raumfahrt-Helden: Neil Armstrong. Im Alter von 82 Jahren verstarb der erste Mensch auf dem Mond an den Folgen einer Herzoperation. Dies bringt uns wieder ins Gedächtnis, wie lange das Apollo-Programm jetzt schon her ist. Er durfte nicht mehr miterleben, wie die wildesten Fantasien nach der Mondlandung, wie beispielsweise eine Marslandung oder eine permanente Mondstation, Realität wurden. Umso erstaunlicher erscheint uns in der heutigen Zeit die damals vollbrachte Leistung.

Mit Jesco Freiherr von Puttkamer verließ uns kurz nach Weihnachten ein großer Raumfahrtvisionär mit deutschen Wurzeln, der selbst zwar nicht im All war, aber vom Apollo-Programm unter Werner von Braun bis zur ISS an allen relevanten Raumfahrtprogrammen der NASA maßgeblich beteiligt war (Raumfahrer.net berichtete).

Lesen Sie dazu auch: Puttkamer über das Space Shuttle. Weichenstellung für Europas Raumfahrt

Zwei Tage lang diskutierten die Mitgliedsländer der ESA im Kongresszentrum „Mostra d’Oltremare“ über die Zukunft der europäischen Raumfahrt. Herausgekommen ist ein Manifest ohne große Risiken, ohne großen Mut, aber solide. Ein typisch europäischer Kompromiss eben. Der europäische Raumtransporter ATV wird 2015 seinen letzten Flug absolvieren. Die Ariane V wird, entgegen den Vorstellungen Frankreichs, nun doch weiterentwickelt und bekommt eine neue Oberstufe. Damit ist die Ariane 6 aber noch nicht vom Tisch, sie soll von den Synergieeffekten der neuen Oberstufe der Ariane V ME profitieren und erst später kommen.

Die Betriebskosten für das europäische Raumlabor werden mit Hilfe der Konstruktion eines Service-Moduls abgedeckt, von dem die US-Amerikaner zwei Stück bekommen sollen, für ihr in Entwicklung befindliches Orion-Raumschiff. Auch mit Russland wird eine Zusammenarbeit stattfinden. Nach dem Ausstieg der USA aus dem Exomars-Programm springt Russland ein und wird neben der Trägerrakete auch den Lander zur Verfügung stellen. Die gesamte Finanzierung war nur möglich, weil der sonst eher zurückhaltende Partner Großbritannien in die Bresche sprang und nun als drittstärkster Geldgeber Italien beerbt.

Nicht ganz Raumfahrt - Felix Baumgartner erreicht Überschall

Mit seinem Sprung aus 39 km Höhe faszinierte Felix Baumgartner Millionen Menschen. Auch wenn er von der „Grenze zum All“ entgegen der Werbung noch ein gutes Stück entfernt war, erinnert uns der wagemutige Sprung, bei dem er als erster Mensch die Schallmauer durchbrach, an vergangene Pioniere. An Spannung war der stundenlange Aufstieg, gepaart mit technischen Problemen und der Ungewissheit über den Ausgang des Unterfangens, kaum zu überbieten. Einige Medien sprachen von der „Mondlandung unserer Zeit“. Das mag vielleicht etwas übertrieben sein, trifft aber den Kern: Das Entdecker-Gen ist noch aktiv.

Was bringt die Zukunft?

Die Raumfahrt ist auf der Suche nach dem "game changer". Die bisher eingesetzten Technologien sind und werden bis an den Rand der Perfektion optimiert und werden damit im Verhältnis zum Aufwand unverhältnismäßig teuer. Lohnt es sich wirklich für Milliarden von Euros, ein technisches Meisterwerk wie das neue Oberstufentriebwerk der Ariane V ME "Vinci" zu entwickeln oder ist der Weg von SpaceX der richtige? Sie setzen auf solide Kerosin/Sauerstoff-Triebwerke, handelsähnliche Computersysteme und komplette Zentralisierung der Produktion im Haus, statt Outsourcing.

Dieses Jahr war erstmals die Rede von entscheidenden Entwicklungen, die erforderlich sein werden, um Menschen zum Mars zu bringen. Mit Hilfe von Stirlingmotoren in Kombination mit nuklearen Antrieben soll eine für ihr Gewicht hoch effektive Stromversorgung möglich werden. Der sogenannte "Small Reactor for Deep Space Exploration" wird gerade von der NASA getestet. Auch Russland verfolgt entsprechende Konzepte. Erst mit solchen Energiemengen lassen sich zum Beispiel Ionentriebwerke genug ausreizen, um Reisen zum Mars in deutlich kürzerer Zeit zu absolvieren. Denn welche Auswirkungen ein jahrelanger Aufenthalt im All auf den Menschen hat, ist bis heute noch nicht ausreichend erforscht. Alle bisherigen ISS-Expeditionen dauerten maximal ein halbes Jahr. Um hier neue Erkenntnisse zu gewinnen, entschieden sich die NASA und Roskosmos jeweils für einen ihrer Kandidaten, um eine Jahresmission zu absolvieren. 2015 sollen Scott Kelly und Michael Kornijenko ein volles Jahr auf der Station verbringen.

Russland schraubt derweil an seiner neuen Raumfahrtstrategie. Fest steht, dass das neue Kosmodrome in Wostotschny sowie die Fertigstellung der Angara-Rakete zusammen mit dem ISS-Programm die finanziellen Kapazitäten weitgehend bündeln wird. Um Gelder zu sparen, soll auf Herstellerseite durch Fusionen nur noch ein einzelner Trägeranbieter auftreten. Alles was darüber hinausgeht sind Konzepte, mit denen man in den 30er Jahren auf dem Mond landen möchte. Zeitnah dürfte man in Russland jedoch zunächst daran interessiert sein, die Ursachen für sich häufende Fehlfunktionen ausfindig zu machen. Putin selbst sieht den Ruf der zuverlässigen russischen Technik gefährdet, nach den Fehlschlägen von Bris- und Fregat-Oberstufen sowie der Marsmond-Sonde Phobos-Grunt.

In den USA wiederum weiß man noch nicht so ganz, was man mit der neuen Schwerlastrakete SLS anfangen soll. Bereits 2017 soll der Erstart zusammen mit dem neuen Orion-Raumschiff stattfinden. Stück für Stück soll dann die Leistungsfähigkeit weiter gesteigert werden, bis man 2030 einen Träger für ca. 130 Tonnen zur Verfügung hat. Eventuelle Ziele sind Mond, Lagrange-Punkte und erdnahe Objekte. Doch weder hat man ein Landemodul für den Mond in Entwicklung noch spezialisierte Module für die anderen angedachten Missionen. 2020 hat man im besten Fall also eine Schwerlastrakete mit Rückkehrkapsel. Nicht mehr und nicht weniger.

Und jetzt wünsche ich Ihnen, liebe Leser, ein frohes und gesundes neues Jahr im Namen von Raumfahrer.net. Bleiben Sie uns treu, auch im neuen Jahr.

Zum Schluss noch etwas ...

Statistik

Im Jahr 2012 wurden insgesamt 135 Satelliten in Erdumlaufbahnen gebracht. Dazu benötigte man 75 erfolgreiche Starts. Ein Startversuch schlug fehl, bei einigen weiteren gab es Oberstufenprobleme, so dass mehrere Satelliten in unbrauchbaren Orbits strandeten.

Russland brachte es wie in den letzten Jahren immer auf die meisten Starts, nämlich insgesamt 26. Auf den Plätzen folgen China mit 19, die USA mit 13, Arianespace mit 8, SeaLaunch mit 3, Indien und Japan mit je 2 sowie der Iran und Nordkorea mit je einem erfolgreichen Start. Bei den Satelliten liegen die USA mit 33 an der Spitze gefolgt von China (27), Russland (22), Japan (9), Italien (5) sowie Indien und Frankreich (je 3). Jeweils 2 Satelliten gehen auf das Konto von Eumetsat, EU, Eutelsat, Vietnam, Kanada und Großbritannien. In die Klasse der Satellitenbetreiber reihen sich zudem Rumänien, Ungarn, Spanien, Polen, die Niederlande, der Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Südkorea, Schweden, Weißrussland, Deutschland, Indonesien, Brasilien, die Türkei und Mexiko ein (je 1). Zudem gab es 2012 zwei Gemeinschaftsprojekte, eines von den USA mit Schweden, ein weiteres von den USA und Großbritannien.

Die meisten Starts erfolgten von Baikonur aus, es waren insgesamt 21. Weitere Startorte 2012 waren Kourou und Cape Canaveral mit jeweils 10, Xichang mit 9, Jiuquan mit 6, Taiyuan mit 4, Plesezk und die (fast russische) Odyssey-Plattform mit je 3 sowie Sriharikota, Tanegashima und Vandenberg mit je 2 erfolgreichen Trägerstarts. Jeweils einen Erfolg können Semnan und Sohae sowie eine Lockheed L-1011 verbuchen. Dabei handelt es sich um einen Luftstart.

Die am häufigsten eingesetzten Raketen waren die Sojus und die Proton mit jeweils 11 Starts. Zählt man die 3 Starts der Sojus 2 noch hinzu, dann macht der Nachfolger der R7 wieder einmal das Rennen. Auf den Plätzen folgen die verschiedenen Varianten chinesischer Raketen vom Typ Langer Marsch. Die Chang Zheng 3 wurde 9 Mal gestartet, die CZ 2 insgesamt 6 Mal und die CZ 4 kommt auf vier Einsätze. Dazwischen drängeln sich die Ariane 5 und die Atlas 5. Die Ariane 5 schaffte in diesem Jahr erstmals 7 Einsätze und transportierte dabei 13 vergleichsweise große Nutzlasten ins All. Die Atlas 5 stieg 6 Mal in den Himmel. Das Verfolgerfeld besteht aus Delta IV (4 Einsätze), Zenit 3 (3), Falcon 9 und PSLV mit je zwei Starts sowie Einzeleinsätze der Raketen Vega, Pegasus XL, H-2A, H-2B, Safir 1, Rokot und Unha 3.

Die meisten Satelliten, nämlich 85 landeten in niedrigen Erdumlaufbahnen, im sogenannten Low Earth Orbit (LEO). Die Geostationäre Bahn erreichten 38 Satelliten, zwei ebenfalls dafür vorgesehene Kommunikationssatelliten blieben unterwegs auf der Strecke. Sie wurden unfreiwillig in einer hochelliptischen Bahn abgesetzt. Mit Absicht in eine solche Bahn gelangten 3 Nutzlasten. Im Medium Earth Orbit, also Bahnen mittlerer Höhe, kommen seit diesem Jahr 7 neue Navigationssatelliten zum Einsatz. Das Gravitationsfeld unseres Heimatplaneten verlassen hat 2012 kein in diesem Jahr gestarteter künstlicher Himmelskörper. Zumindest machte sich die bereits 2010 gestartete chinesische Mondsonde Chang’e 2 im April auf den Weg zum Asteroiden Toutatis, den sie im Dezember passierte.

Bemannte Raumschiffe gelangten in diesem Jahr 5 in erdnahe Umlaufbahnen, 4 russische und 1 chinesisches. Als Ziele wurden die Internationale Raumstation sowie die chinesische Station Tiangong 1 angeflogen. Die ISS war auch das Ziel von 8 unbemannten Transportraumschiffen der Typen Progress, Dragon, ATV und HTV. Dabei wurden auch 6 Kleinsatelliten zur Station transportiert, die später aus einer speziellen Startvorrichtung herauskatapultiert oder abgeworfen wurden.

Zum Nachschlagen: Starttabelle 2012. Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:

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(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA, ESA, Roskosmos, SpaceX, wikipedia, Raumcon, RedBullStratos)



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Mars Aktuell: Wasserträger vom Mars - Meteorit NWA 7034 von Redaktion



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» Wasserträger vom Mars - Meteorit NWA 7034
04.01.2013 - Der bereits 2011 in der Sahara gefundene, etwa faustgroße Meteorit aus Basaltgestein lässt neue Schlüsse über die geologische Entwicklungsgeschichte des Mars zu. In dieser Woche wurden entsprechende Details bekanntgegeben.
Planetenforscher der NASA sowie verschiedener Partnerinstitute halten den Brocken aus Marsgestein für einen der aufschlussreichsten irdischen Funde von unserem Nachbarplaneten. Anders als bisher untersuchte Meteoriten, stammt der neueste Fund aus einer relativ frühen Periode der geologischen Entwicklung des Roten Planeten. Entstanden vor gut zwei Milliarden Jahren, stellt er ein Überbleibsel aus einer bisher nur wenig erforschten Zeit vulkanischer Aktivität dar.

Zusätzlich zu neuen Erkenntnissen über frühe Umformungsaktivitäten in der Marskruste, scheint der Meteorit eine weitere Überraschung bereitzuhalten: ungewöhnlich viel Wasser. Etwa 6.000 parts per million, also rund 0,6% seiner Masse, machen kleinste Wassereinschlüsse im umgebenden Gestein aus. Das ist, entsprechend den Vergleichen der Forscher, ein Vielfaches mehr als in jedem anderen bisher untersuchten Marsmaterial auf der Erde. Dieser Umstand könnte neue Ansatzpunkte für die wissenschaftliche Rekonstruktion vergangener Wasservorkommen auf dem vierten Planeten des Sonnensystems bieten.

NWA 7034 fügt sich somit als weiteres Teil in das Puzzle der Suche nach flüssigem Wasser auf dem Mars. Auch die aktiven Marsrover, etwa "Curiosity", könnten dank der neuen Erkenntnisse, so die Hoffnung, zukünftig noch zielgerichteter für diesen Zweck eingesetzt werden.

Unter anderem der europäische Orbiter "Mars Express" hatte in den letzten Jahren gefrorenes Wasser-Eis unter den Polregionen des Planeten nachgewiesen. Mit den hochauflösenden Kameras der Sonden "Mars Global Surveyor" und "Mars Reconnaissance Orbiter" gelang außerdem bereits eine vielversprechende Auswertung relativ junger Gletschertäler und Erosionsrinnen auf der Marsoberfläche. Ihre teilweise noch fortschreitende Umformung gilt mittlerweile als außerordentlich wahrscheinlicher Hinweis für die Existenz flüssigen Wassers. Als Salzlösung, oder aber unter einer "Schutzschicht" aus gefrorenem Kohlenstoffdioxid, kann flüssiges Wasser, so die Annahme, kurzzeitig auf der Marsoberfläche existieren. Unter gewöhnlichen Umständen ist der Atmosphärendruck des Roten Planeten dafür zu gering, sodass Wasser schnell in den gasförmigen Aggregatzustand übergeht.

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(Autor: Michael Clormann - Quelle: NASA, ESA, astronews.com)


» MRO entdeckt neu entstandene Krater auf dem Mars
26.12.2012 - Auf einer kürzlich veröffentlichten Aufnahme der Marssonde Mars Reconnaissance Orbiter ist eine Gruppe aus fünf erst kürzlich entstandenen Impaktkratern erkennbar.
Bereits seit dem März 2006 umkreist die von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Raumsonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) den Mars und liefert seitdem fast täglich neue und immer wieder faszinierende Detailaufnahmen von der Oberfläche und der Atmosphäre unseres äußeren Nachbarplaneten. Die wissenschaftliche Hauptkamera an Bord des MRO, die von der University of Arizona betriebene HiRISE-Kamera, erreicht dabei mit ihren Aufnahmen eine Auflösung der Planetenoberfläche von bis zu 25 Zentimetern pro Pixel.

Durch die Auswertung der von der HiRISE-Kamera angefertigten Bilder ist es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern unter anderem möglich, gegenwärtig stattfindende Veränderungen auf der Marsoberfläche oder kurzzeitig auftretende atmosphärische Phänomene zu beobachten und näher zu untersuchen.

Anhand der Aufnahmen der HiRISE-Kamera konnte so zum Beispiel belegt werden, dass jährlich bis zu 50 neue Krater auf dem Mars entstehen, welche über Durchmesser zwischen einem und 50 Metern verfügen. Ein Beispiel für solche erst kürzlich entstandene Krater wurde jetzt von der University of Arizona veröffentlicht.

Diese hier gezeigte Aufnahme wurde am 17. November 2012 um 15:33 lokaler Marszeit angefertigt und zeigt einen Ausschnitt der unmittelbar nördlich der Valles Marineris gelegenen Oberflächenregion Fortuna Fossae. Aus einer Überflughöhe von 264,8 Kilometern erreichte die HiRISE-Kamera dabei eine Auflösung von etwa 26,5 Zentimetern pro Pixel.

Auf dem Bild ist eine aus fünf Einzelkratern bestehende Impaktkratergruppe erkennbar. Die einzelnen, jeweils nur wenige Meter durchmessenden Krater sind dabei von einer Decke aus Auswurfmaterial umgeben, welches über eine dunklere Färbung verfügt als die restliche Planetenoberfläche in diesem Bereich des Mars. Vergleiche mit früheren Aufnahmen der Marsorbiter Mars Reconnaissance Orbiter und Mars Global Surveyor (MGS) haben ergeben, dass sich diese Krater erst kürzlich irgendwann im Zeitraum zwischen dem September 2005 und dem Mai 2008 gebildet haben können.

Die enge räumliche Anordnung der Krater zueinander und ihre Entstehung innerhalb eines offensichtlich sehr kurzen Zeitraumes legt nahe, dass alle fünf Krater aus einem einzigen Impaktereignis resultieren. Demzufolge trat ein nur wenige Meter durchmessender Asteroid in die Marsatmosphäre ein. Noch vor dem Erreichen der Marsoberfläche zerbrach dieser in mindestens fünf größere Teile, welche anschließend auf der Marsoberfläche einschlugen und wobei sich die jetzt zu beobachtenden Kraterstrukturen bildeten.

Höher aufgelöste Versionen der hier kurz vorgestellten Aufnahme finden Sie hier auf der entsprechenden Internetseite der University of Arizona. Neben dieser Aufnahme der HiRISE-Kamera sind derzeit auf den Internetseiten der University of Arizona mehr als 27.000 weitere HiRISE-Aufnahmen einsehbar.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: University of Arizona)



 

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Saturn Aktuell: Cassinis Saturnorbit Nummer 179 steht bevor von Redaktion



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» Cassinis Saturnorbit Nummer 179 steht bevor
29.12.2012 - In wenigen Stunden beginnt der mittlerweile 179. Umlauf der Raumsonde Cassini um den Saturn. Das Augenmerk der an der Mission beteiligten Wissenschaftler wird sich während der nächsten zwei Wochen hauptsächlich auf die Atmosphäre und das Ringsystem des Saturn richten.

In wenigen Stunden wird die Raumsonde Cassini auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn am 30. Dezember 2012 um 00:50 Uhr MEZ erneut die Apoapsis, den Punkt ihrer größten Entfernung zum zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird sich Cassini in einer Entfernung von rund 1,65 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn befinden und damit zugleich ihren mittlerweile 179. Umlauf um den Ringplaneten beginnen. Aktuell verfügt die Raumsonde auf ihrer Saturnumlaufbahn immer noch über eine Inklination von 53 Grad. Bis Mitte des Jahres 2013 soll die Neigung der Cassini-Umlaufbahn im Rahmen verschiedener naher Vorbeiflüge an dem größten und massereichsten Saturnmond, dem Titan, in mehreren Schritten allerdings noch auf fast 62 Grad erhöht werden.

Dieser geplante Flugverlauf wird es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern letztendlich bis zum März 2015 ermöglichen, speziell die Polarregionen des Saturn und des größten Mondes innerhalb des Saturnsystems, des etwa 5.150 Kilometer durchmessenden Mondes Titan, im Detail abzubilden und zu untersuchen. Zusätzlich wird auch das Ringsystem des Saturn von den abbildenden wissenschaftlichen Instrumenten der Raumsonde während der kommenden Monate auch wieder in seiner "Gesamtheit" besser erfasst werden können.

Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, einem der insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, sind während des 13 Tage andauernden Orbits Nummer 179 - dieser trägt die Bezeichnung "Rev 178" - insgesamt 15 Beobachtungskampagnen vorgesehen.

Die erste dieser Beobachtungskampagnen wird bereits 90 Minuten nach dem Beginn des neuen Orbits den Saturn zum Ziel haben. Durch die hierbei geplante Abbildung der Saturnatmosphäre durch die WAC-Kamera, welche Bestandteil einer langfristig ausgelegten "Sturmbeobachtungskampagne" sind, sollen aktuelle Daten über das dortige Wettergeschehen gesammelt werden. Durch die Beobachtung von markanten Wolkenformationen in der Atmosphäre des Ringplaneten lassen sich so zum Beispiel Aussagen über die gegenwärtig vorherrschenden Windrichtungen und -geschwindigkeiten tätigen. Eine vergleichbare Beobachtungssequenz des Saturn wird 12 Stunden später erfolgen.

Unmittelbar danach wird sich die ISS-Kamera auf die innerhalb der Saturnringe gelegenen Encke-Teilung richten. Diese etwa 325 Kilometer breite Lücke innerhalb des äußeren A-Ringes wird durch den kleinen, lediglich rund 28 Kilometer durchmessenden Saturnmond Pan verursacht. Dieser zieht seine Bahn um den Saturn innerhalb der Encke-Teilung, wobei er als ein so genannter Schäfermond agiert. Durch die von diesem Mond ausgehenden gravitativen Einflüsse wird dabei eine regelrechte Schneise in dem Ringsystem erzeugt.

Die nächste ISS-Kampagne, welche am 2. Januar 2013 erfolgt, wird ebenfalls das Ringsystem des Saturn zum Ziel haben. Durch die entsprechenden Aufnahmen sollen speziell die Speichenformationen im B-Ring des Saturn näher untersucht werden. Diese Formationen konnten erstmals auf den Aufnahmen der Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 ausgemacht werden, welche den Saturn bereits Anfang der 1980er Jahre passierten. Diese auf Fotoaufnahme in hellen Farben erkennbaren Speichen sind im Durchschnitt etwa 100 Kilometer breit und erstrecken sich radial über bis zu 20.000 Kilometer in das Ringsystem hinein.

Es handelt sich hierbei um lediglich vorübergehend auftretende Phänomene, welche jeweils innerhalb von einigen Stunden auftauchen und dann wieder verschwinden. Die Planetenforscher sind sich weitgehend sicher, dass diese Speichenstrukturen durch elektrisch aufgeladenen Staub verursacht werden, welcher durch elektrischen Abstoßungskräfte vorübergehend aus dem B-Ring herausgedrückt wird.

Auch für die Entstehung dieser elektrischen Aufladungen gibt es einen Erklärungsansatz. In der Saturnatmosphäre auftretende Gewitter ziehen demzufolge zumindestens zeitweise nach außen gerichtete elektrische Entladungen nach sich, welche dabei zehntausendfach stärker sind als die bei irdischen Gewittern auftretenden Blitze.

Zu solchen nach außen gerichteten Entladungen - so genannten Sprites - kommt es auch bei irdischen Gewittern. Während die meisten Blitze zu Entladungen zwischen Wolken und Erdboden führen, können aus dem Weltall einfallende, hochenergetische Partikel eine in die Höhe gerichtete Entladung auslösen. Dabei "schießen" Ströme von Elektronen in den Weltraum und laden die dort befindlichen Staubteilchen des A-Ringes elektrostatisch auf.

Im Rahmen der für den 2. Januar geplanten Aufnahmen sollten diese Speichenstrukturen, sofern zum Aufnahmezeitpunkt vorhanden, aufgrund der dabei gegebenen Beleuchtungsverhältnisse als deutlich hellere Strukturen innerhalb des B-Ringes erkennbar sein.

Für den 3. Januar ist die Abbildung der Südhemisphäre des Saturn vorgesehen. Hierbei wird sich das Augenmerk unmittelbar auf die Polarregion und die dort eventuell auftretenden Polarlichter richten. Die hierbei anzufertigenden Aufnahmen des Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS) dienen zudem der Bestimmung der Rotationsperiode des Magnetfeldes des Saturn. Eine weitere Abbildung der Südpol-Polarlichter ist für den 4. Januar vorgesehen. Beide Beobachtungskampagnen werden durch zusätzliche Aufnahmen des ISS-Kamerasystems begleitet.

Am 5. Januar 2013 wird Cassini um 16:10 MEZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während des Orbits Nummer 179, erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird sich die Raumsonde 388.080 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn befinden. Bei dieser Gelegenheit soll die ISS-Kamera eingesetzt werden, um speziell die oberen Schichten der Saturnatmosphäre im Detail zu studieren. Weitere Beobachtungen an diesem Tag werden zudem den größten der Saturnmonde, den 5.150 Kilometer durchmessenden Titan, zum Ziel haben, wobei auch dessen Atmosphäre näher untersucht werden soll.

Weitere für die darauf folgenden Tage geplante Beobachtungssequenzen beinhalten zwei Sternokkultationen durch den Saturn und diverse Beobachtungen von dessen nördlicher Hemisphäre. Am 12. Januar 2013 wird Cassini schließlich um 07:43 MEZ in einer Entfernung von rund 1,7 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und auch diesen 179. Orbit um den Ringplaneten beenden. Für den damit beginnenden Orbit Nummer 180 sind erneut diverse Beobachtungen des Ringsystems und der verschiedenen Atmosphärenschichten des Saturn vorgesehen.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission im Auftrag des Direktorats für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC. Nach dem derzeitigen Planungsstand soll Cassini den Saturn noch bis zum Jahr 2017 erkunden und am 15. September 2017 aufgrund des dann aufgebrauchten Treibstoffvorrates kontrolliert in der Atmosphäre des Ringplaneten zum Absturz gebracht werden.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS, JPL, The Planetary Society)



 

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"InSpace" Magazin #483
ISSN 1684-7407


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7. Januar 2013
Auflage: 4821 Exemplare


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