InSpace Magazin #469 vom 14. Juni 2012

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #469
ISSN 1684-7407


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Methan auf dem Mars stammt nicht von Leben

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Dragon im Wasser - SpaceX triumphiert

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Intro von Simon Plasger

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

in ungefähr 50 Tagen soll der Marsrover Curiosity auf dem roten Planeten und dort nach möglichem, früheren Leben suchen. Doch dabei könnte es ein Problem geben: Mit einem Bohrer soll der Marsboden untersucht werden, unter anderem will man Kohlenstoff nachweisen. Allerdings kann es passieren, dass das Bohrgestänge durch einen Konstruktionsfehler mit Teflon in Kontakt kommt, welches zu einem Großteil aus Kohlenstoff besteht. Dadurch ergibt sich das Problem, dass die Marsproben dadurch verunreinigt werden würden und eine Detektierung von martianischem Kohlenstoff nicht mehr möglich wäre.

Es gibt einen Lösungsansatz, bei dem durch eine geringere Drehzahl des Bohrers der Austritt von Teflon verhindert werden könnte, jedoch muss dies noch genauer geprüft werden.

In der Hoffnung, dass die Landung gelingt und die wissenschaftlichen Experimente erfolgreich arbeiten, wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen dieser Ausgabe.

Simon Plasger

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Updates / Umfrage

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News

• Zenit-3SL transportiert Intelsat 19 ins All «mehr» «online»
• Milchstraße steht Kollision mit Andromeda bevor «mehr» «online»
• USAF bereitet Landung für X-37B/OTV-2 vor «mehr» «online»
• Neu endeckte Gammastrahlenjets im Milchstraßenzentrum «mehr» «online»
• Artemis auch nach 11 Jahren kein bisschen leise «mehr» «online»
• Mars One - eine weitere private Vision «mehr» «online»
• Neue Satellitenstartanlage im Iran «mehr» «online»
• Sonnenaufgangszeiten für den 6. Juni «mehr» «online»
• NASA bekommt zwei Hubble-Weltraum-Teleskope geschenkt «mehr» «online»
• EpicNG: Intelsats neues Satellitenprogramm «mehr» «online»
• Chinas vierter bemannter Raumflug steht bevor «mehr» «online»
• Sherpa dirigiert Zusatznutzlasten der Falcon 9 «mehr» «online»
• Vulkane auf Jupitermond Io neu kartiert «mehr» «online»
• Ein Meer auf Triton? «mehr» «online»
• UEFA Euro 2012: Keine Übertragung ... «mehr» «online»


» Zenit-3SL transportiert Intelsat 19 ins All
01.06.2012 - Am 1. Juni 2012 brachte eine dreistufige Rakete vom Typ Zenit-3SL den Kommunikationssatelliten Intelsat 19 ins All. Der Start erfolgte um 7.23 Uhr MESZ von Sealaunchs Startplattform "Odyssey" im Pazifik aus.
Intelsat 19 mit einer Startmasse von rund 5.600 Kilogramm wurde von einer Zenit-3SL mit einer auf einer Entwicklung im Rahmen des sowjetischen Mondprogramms aufbauenden Oberstufe vom Typ Block-DM-SL in den Weltraum gebracht. Die erste Stufe mit RD-171-Triebwerk der von Juschnoje in der Ukraine gebauten und aus einem Flüssigkeitsbooster für die sowjetische Schwerlastrakete Energia entwickelten Trägerrakete wurde kurz vor dem Abheben gezündet und brannte nach rund zweieinhalb Minuten aus. Anschließend trug die zweite Stufe mit einem RD-120-Triebwerk und einer Lenktriebwerkseinheit vom Typ RD-8 den Block-DM-SL und die Nutzlast weiter in die Höhe. Während des Betriebs der zweiten Stufe wurde die Nutzlastverkleidung abgeworfen. Rund achteinhalb Minuten nach dem Start war auch die zweite Stufe ausgebrannt und abgetrennt.

Anschließend war es Aufgabe des Block-DM-SL, mit zwei Brennphasen seines RD-58M-Triebwerks, das wie die der Startstufen Kerosin mit flüssigem Sauerstoff verbrannte, die Nutzlast in den vorgesehenen Zielorbit zu bringen. Der neue Erdtrabant für den in Luxemburg ansässigen Kommunikationssatellitenbetreiber Intelsat ist nach dessen Informationen im richtigen Transferorbit angekommen, nachdem er sich von der Raketenoberstufe um 8.23 Uhr MESZ getrennt hatte. Laut Intelsat gelang es, direkt nach dem Aussetzen des Raumfahrzeugs erste Daten von ihm zu empfangen.

Die Orbitzirkularisierung wird Intelsat 19 mit einem eigenen Triebwerk des Typs R-4D-11 vornehmen. Der von Space Systems/Loral (SS/L) aus Palo Alto in den USA basierend auf der Plattform 1300E gebaute, dreiachsstabilisierte Satellit soll im Geostationären Orbit bei 166 Grad West positioniert werden. Dort wird er nach Angaben von Intelsat Nachfolger des von ebenfalls von SS/L hergestellten und am 4. November 1998 gestarteten Intelsat 8 alias PanAmSat 8 (PAS-8). Intelsat will den neuen Satelliten verwenden, um mit seinen 24 C-Band- und 34 Ku-Band-Transpondern den Westen Nordamerikas, Australien, Neuseeland und zahlreiche Inseln im Pazifik sowie Südostasien und Japan mit Bild- und Datendiensten zu versorgen. Die Lebenserwartung von Intelsat 19 liegt bei mindestens 18 Jahren. Am Ende der Auslegungsbetriebsdauer des Satelliten sollen seine beiden Solarzellenausleger eine elektrische Leistung von noch mindestens 15 Kilowatt bereitstellen können.

Intelsat 19 alias IS-19 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 38.356 und als COSPAR-Objekt 2012-030A.

Update:

Intelsat gab noch mit Datum vom 1. Juni 2012 bekannt, dass bisher nur einer der beiden Solarzellenausleger von Intelsat 19 entfaltet werden konnte. Warum der zweite Ausleger sich nicht so verhielt, wie es vorgesehen war, werde derzeit in Zusammenarbeit mit dem Hersteller des Satelliten untersucht. Intelsat 19 befindet sich laut Intelsat weiterhin auf seiner Transferbahn und in sicherem Zustand.

Ein dauerhafter Verzicht auf die Nutzbarkeit eines der beiden Solarzellenausleger würde erhebliche Einbußen bei der Leistungsfähigkeit des Satelliten bedeuten, seinen Betrieb verkomplizieren und die mögliche Einsatzzeit reduzieren.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Intelsat, Sealauch, Space Systems/Loral)


» Milchstraße steht Kollision mit Andromeda bevor
01.06.2012 - Schon länger wurde über dieses Ereignis spekuliert, jetzt hat das Hubble-Weltraumteleskop alle Zweifel beseitigt. In vier Milliarden Jahren wird es die Milchstraße, wie wir sie kennen, nicht mehr geben.
Auf unsere Heimatgalaxie rast die ähnlich große Andromeda-Galaxie mit mehr als 400.000 Stundenkilometern unaufhaltsam zu, um letztlich mit der Milchstraße zu einer komplett neuen Hybrid-Galaxie zu verschmelzen. Noch sind beide mehr als 2,5 Millionen Lichtjahre voneinander entfernt, doch das Schicksal unseres bekannten Sternenhimmels ist bereits besiegelt. Van der Marel und seine Kollegen vom Hubble-Weltraumteleskop haben über die letzten sieben Jahre wiederholt ausgesuchte Bereich der Andromeda beobachtet und präsentierten gestern ihre Ergebnisse. Sie waren erstmals in der Lage, die tangentiale Seitwärtsbewegung von Andromeda genau genug zu vermessen, um mit Sicherheit zu sagen, dass beide Galaxien definitiv kollidieren werden.

Eine große Schwierigkeit bei den Messungen war einerseits die große Entfernung zur Andromeda-Galaxie und andererseits die Tatsache, dass die Primärkamera von Hubble zwischen den beiden Aufnahmen bei STS-125 ausgetauscht wurde. Durch kleine Unterschiede gab es Veränderungen am Bild, welche die Wissenschaftler glauben ließen, Sterne hätten sich bewegt, wo tatsächlich aber keine Bewegung stattfand. Dadurch, dass sich Sternbewegungen immer geringer auf Bildern äußern, je weiter sie weg sind, konnte nur das Hubble-Weltraumteleskop mit seiner großen Auflösung Bildmaterial zur Verfügung stellen, welches für eine Messung ausreichend präzise ist.

Zwar kollidieren Galaxien im Universum öfter miteinander, aber meist sind das Kollisionen einer großen Galaxie mit einer kleinen. Die kleinere wird in diesem Fall von der größeren sozusagen assimiliert. Die Kollision zweier gleichgroßer Galaxien, wie Sie hier vorliegt, ist deutlich unwahrscheinlicher. Wird aber in vier Milliarden Jahren zur Realität für unsere Milchstraße. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass bei einer Kollision zweier Galaxien zahlreiche Sterne zusammenstoßen. In der Praxis sind Galaxien aber hauptsächlich leerer Raum, so dass die Wahrscheinlichkeit für solche direkten Zusammenstöße unglaublich gering ist. Unser Sonnensystem wird sich durch den kommenden Vorfall in ferner Zukunft also nicht verändern. Nur eine Milliarde Jahre nach dem Verschmelzen beider Galaxien geht unserer Sonne auch schon der Brennstoff. Sie wird sich zunächst zu einem roten Riesen aufblähen, der alle inneren Planeten unseres Sonnensystem verbrennen wird, bevor sie langsam in sich zusammenfällt und von unserer Sonne nichts weiter übrig bleibt als ein vergleichsweise kleiner weißer Zwerg.

Die Andromedagalaxie, auch Andromedanebel oder Großer Andromedanebel genannt, ist eine Spiralgalaxie und das fernste Objekt, das regelmäßig mit bloßem Auge gesehen werden kann. Sie beinhaltet mehrere Milliarden Sterne und besitzt einen Durchmesser von 140.000 Lichtjahren. Durch die Kollision mit unserer ähnlich großen Milchstraße wird eine völlig neue Galaxie entstehen und unser Sonnensystem durch die veränderte Gravitation an einen neuen Platz geschleudert. Während der Kollision wird sich auch der bekannte Nachthimmel völlig verändern. Sofern es die Menschheit dann noch gibt, müssen unsere klassischen Sternzeichen durch neue ausgetauscht werden. Auch zahlreiche neue Sternentstehungen sind durch die Kollision zu erwarten, indem aufgewirbelte Gas- und Staubwolken zünden.

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(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA)


» USAF bereitet Landung für X-37B/OTV-2 vor
01.06.2012 - Die US-amerikanische Luftwaffe (USAF) gab am 30. Mai 2012 bekannt, dass man an der Vorbereitung der Landung eines Mini-Shuttles vom Typ X-37B arbeite.
Auf der Luftwaffenbasis Vandenberg (VAFB, Vandenberg Air Force Base) im US-Bundesstaat Kalifornien habe man begonnen, sich auf die zweite Landung eines unbemannten, geflügelten Raumfahrzeugs vom Typ X-37B einzurichten. Der Tag der Landung und der exakte Zeitpunkt des Aufsetzens des Mini-Shuttles auf der Bahn mit der Nummer 12 hängt nach Angaben der USAF von den Wetterbedingungen und nicht näher spezifizierten technischen Aspekten ab. Man rechne mit einer Landung im Bereich von Anfang bis Mitte Juni 2012.

Wenn das rund 8,9 m lange Raumfahrzeug mit einer Flügelspannweite von rund 4,5 m auf der Piste in Vandenberg niedergangen ist, wird es die zweite OTV-2 für Orbital Test Vehicle mission 2 genannte Mission eines solchen Gerätes beendet haben. Ursprünglich hatte man laut USAF einen rund neun Monate dauernden Flug geplant, man habe die Mission aber umständehalber verlängern können.

Der Flug von OTV-2 begann mit einem Start von der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) im US-Bundesstaat Florida auf einer Atlas-V-Rakete am 5. März 2011. Seit dem Start wurde das Personal der Basis Vandenberg in Vorbereitung der Landung wiederholt intensiv trainiert, berichtete die UASF weiter. Gelingt die Landung und befindet sich das Vehikel dann noch in grundsätzlich benutzbarem Zustand, wird das konkrete X-37B dasjenige wiederverwendbare Raumfahrzeug sein, welches sich bis dato am längsten im Weltraum aufgehalten hat.

Die Aufgabe der Mini-Shuttles vom Typ X-37B ist es laut Informationen aus US-amerikanischen Militärkreisen, neue Technologien zu erproben und militärische Experimente abzuwickeln. Im All erfolgt die Versorgung der raumflugtechnischen Geräte und der Nutzlast an Bord mit elektrischer Energie durch einen Solarzellenausleger, der bei Start und Landung in der Nutzlastbucht des Flugkörpers untergebracht ist. Zur Lageregelung und für Bahnmanöver im Weltraum stehen chemische Triebwerke zur Verfügung. Bei den Bestrebungen, den Einsatz der Triebwerke möglichst treibstoffsparend zu gestalten, hat die USAF offenbar einigen Erfolg erzielen können.

X-37B/OTV-2 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.375 und als COSPAR-Objekt 2011-010A. Zusätzlich trägt es die Tarnbezeichnung USA 226.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: raumfahrer.net, USAF)


» Neu endeckte Gammastrahlenjets im Milchstraßenzentrum
02.06.2012 - Astronomen vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge (USA) haben mit Daten des US-Weltraumteleskops Fermi zwei Jets nachweisen können, die vom Zentrum der Milchstraße ausgehen und offenbar weit in den Raum hinaus wirken.
Diese schwachen Jets werden als geisterhaft bezeichnet und sind eine Nachwirkung von Ereignissen die Jahrmillionen zurückliegen. Sie untermauern Argumente für einen aktiven galaktischen Kern in der relativ jüngeren Vergangenheit der Milchstraße. Die beiden Strahlen, oder Jets, erstrecken sich vom galaktischen Zentrum aus bis in eine Entfernung von 27.000 Lichtjahren oberhalb und unterhalb der galaktischen Ebene. Sie sind die ersten derartigen Gamma-Ray-Jets die jemals gefunden wurden, und die einzigen, die nahe genug sind, um mit Fermi erkannt zu werden.

Die neu entdeckten Strahlen sind Strukturen innerhalb der mysteriösen Gammastrahlen-Blasen, die Fermi im Jahr 2010 erkannt hatte. Diese Blasen dehnen sich auch etwa 27.000 Lichtjahre vom Zentrum der Milchstraße aus, allerdings genau senkrecht zur galaktischen Ebene. Die Gammastrahlen-Jets sind dagegen in einem Winkel von 15 Grad gegen diese Senkrechte geneigt. Dies könnte mit einer Neigung der Akkretionsscheibe um das Supermassive Schwarze Loch (SSL) im Zentrum unserer Galaxie zusammenhängen.

Die beiden Strukturen sind unterschiedlich geformt. Die Jets wurden produziert und verstärkt, wenn Plasma aus dem galaktischen Zentrum spritzte. Sie werden von einem Korkenzieher-ähnliches Magnetfeld eng fokussiert. Die Gammastrahlen-Blasen hingegen wurden wahrscheinlich von einem "Wind" aus heißer Materie, der von der Akkretionsscheibe ausgeht, also aus der Umgebung des Supermassiven Schwarzen Loches gespeist. Deshalb sind sie viel breiter als die schmalen Strahlen. Beide aber legen nahe, dass unser galaktisches Zentrum in der Vergangenheit sehr viel aktiver als heute war.

Sowohl Jets als auch Blasen werden von inverser Compton-Streuung im Gammastrahlungsbereich illuminiert und dadurch für Fermi sichtbar. Bei diesem Prozess treffen schnelle Elektronen, die sich fast mit Lichtgeschwindigkeit bewegen, auf energiearme Strahlung wie Radiowellen oder infrarotes Licht. Dabei übernehmen die Strahlungs-Photonen Energie von den Elektronen und werden dadurch zu Gamma-Quanten.

Die Entdeckung lässt allerdings offen, wann das SSL zuletzt aktiv war. Douglas Finkbeiner, Co-Autor unter Meng Su, sagte dazu: "Diese Jets flackerten wahrscheinlich immer wieder auf, wenn das Schwarze Loch Materie portionsweise aufnahm". Für eine erneute aktive Phase des Kerns unserer Galaxie wäre seiner Meinung nach Material von etwa 10.000 Sonnenmassen erforderlich.

Das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA) ist ein gemeinsames Projekt von Smithsonian Astrophysical Observatory und Harvard College Observatory mit Hauptsitz in Cambridge (Massachussetts, USA). Die Wissenschaftler arbeiten auf unterschiedlichen Gebieten der Astronomie und erforschen Ursprung, Entwicklung und das Schicksal des Universums (ultimate fate of the universe).

Das Gammastrahlenteleskop Fermi (ehemals GLAST für Gamma-ray Large Area Space Telescope) wurde am 11. Juni 2008 gestartet und verfügt über zwei Hauptinstrumente zur großflächigen Erfassung kosmischer Gammastrahlung sowie zur Detektion kurzzeitiger Gammastrahlenausbrüche (Gamma Ray Bursts). Am Teleskop beteiligt sind Organisationen aus den USA, aus Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Schweden.

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(Autor: Gertrud Felber - Quelle: Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics)


» Artemis auch nach 11 Jahren kein bisschen leise
02.06.2012 - Obgleich der europäische experimentelle Kommunikationssatellit Artemis seine Mission offiziell bereits erfüllt hat, macht er sich weiter nützlich. Nach einer abenteuerlichen Reise in den Geostationären Orbit und rund 11 Jahren im All kommuniziert der Satellit noch immer mit anderen Raumfahrzeugen und irdischen Bodenstationen.
Nach rund 11 Jahren im Weltraum ist die eigentliche Mission von Artemis erfolgreich abgeschlossen. Um die betrieblichen Bedürfnisse einiger permanenter Nutzer des Satelliten zu befriedigen, hat die Europäischen Raumfahrtagentur ESA (European Space Agency) beschlossen, den Satelliten bis zu seiner derzeit für 2014 geplanten endgültigen Außerbetriebnahme weiter einzusetzen.

Ausgestattet mit einer Bandbreite fortschrittlicher Kommunikationseinrichtungen war es Artemis möglich, eine Reihe von Erstleistungen im Kommunikationssatellitensektor zu erzielen. Entsprechend erfolgte die Namensgebung des Satelliten: Artemis steht für "Advanced Relay and Technology Mission" und heißt so viel wie fortgeschrittene Relais- und Technologiemission. Weiter im Einsatz verdingt sich Artemis unter anderem als Vorläufer für die kommende Generation europäischer Bahnverfolgungs- und Datenrelaissatelliten des entsprechend bezeichneten Kommunikationsnetzwerkes "European Data Relay System".

Mit Artemis wurde die Umsetzbarkeit zahlreicher neuer Technologien demonstriert, welche in der Folge bei zahlreichen Kommunikationssatellitenmissionen Anwendung fanden. Gleichzeitig war es mit dem Satelliten möglich, weitergehende Kommunikationsleistungen zu erbringen, als es die ursprünglichen Entwurfsziele vorgesehen hatten.

Via Artemis wurden zum ersten Mal überhaupt Laserkommunikationsverbindungen zwischen Raumfahrzeugen auf unterschiedlichen Erdumlaufbahnen hergestellt. Artemis ist der erste Kommunikationsatellit, dessen Bordrechner im All einer extensiven Neuprogrammierung unterzogen wurden. Und Artemis ist der Satellit, der auf Grund eines Trägerraketenfehles auf einer deutlich zu niedrigen Bahn ausgesetzt nach einer Drift in Rekordlänge als erster mit Hilfe von Ionentriebwerken einen geosynchronen Orbit erreichte.

Zu Artemis’ aktuellen Aufgaben gehört, Missionen von unbemannten europäischen automatischen Raumtransportern (ATV, Automated Transfer Vehicle) zu unterstützen. Artemis kann mit einem ATV kommunizieren, wenn es von der Trägerrakete abgetrennt wurde, während des Anflugs der Internationalen Raumstation (ISS, International Space Station) und der Kopplung, beim Abflug und schließlich auch beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre.

Die Navigationsnutzlast an Bord von Artemis ist zur Zeit ein wesentlicher Bestandteil eines europäischen Systems zur Erhöhung der Genauigkeit von Satellitennavigation (EGNOS, European Geostationary Overlay System). Es bietet dem Schiffs- und Luftverkehr verbesserte Navigationsinformationen. Seit 2003 liefert Artemis entsprechende Daten.

In den Jahren 2006 und 2007 gelang es, zwischen Artemis und einem über der Südküste Frankreichs fliegenden Luftfahrzeug bidirektionale Verbindungen zu etablieren und einen vom Flugzeug gesendeten Bilddatenstrom mit 50 Mbit/s zu empfangen.

Darüber hinaus konnte man im Jahr 2007 via Artemis Telemetrie und Steuerkommandos mit einer Überschalldrohne austauschen. Die Drohne, die schneller als Mach 1 flog, war in rund 21 Kilometern Höhe vor der Küste Sardiniens von einem Flugzeug abgeworfen worden.

Artemis ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 26.863 bzw. als COSPAR-Objekt 2001-029A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Mars One - eine weitere private Vision
02.06.2012 - Die Zeit ist offenbar gut für die Ankündigung großer Projekte in der Raumfahrt. Eine Vision zur stufenweisen Besiedlung des Roten Planeten reiht sich hier ein. (Newsimage: SpaceX)
Allerdings stehen hier im Gegensatz zu Stratolaunch oder Planetary Resources noch keine gesicherten Gelder hinter dem Projekt, sondern nur Absichtsbekundungen. Ein Team weitgehend unbekannter niederländischer Raumfahrtenthusiasten unter Leitung von Bas Lansdrop ist um die (westliche) Welt gereist und hat nach Unterstützung für eine Idee gesucht, die verschiedene frühere Konzepte in sich vereint und rein privat, z.T. über Medienkonzerne finanziert werden soll.

Immerhin hat man auf der Reise eine Reihe von raumfahrterfahrenen Firmen gefunden, welche die Idee mit Rat und Tat unterstützen wollen und können. Diese präsentiert man nun unmittelbar nach einem großen und weltweit beachteten Erfolg eines dieser Unterstützer. Trägerrakete, Raumschiff, Lander und Habitatgrundlage könnten nämlich von SpaceX (USA) entwickelt und gebaut werden. ILC Dover (USA) hat Erfahrungen mit Landesystemen sowie entfaltbaren Strukturen. Auch diese werden, vor allem für den Lebensraum der Marsfahrer benötigt. Die MDA Corporation (USA) ist Spezialist auf den Gebieten Kommunikation und Robotik im Weltraum und auf fremden Himmelskörpern. Paragon Space Development (USA) verfügt über umfangreiche Erfahrungen auf dem Gebiet der Lebenserhaltungssysteme. Surrey Satellite Technology (GB) ist weltweit führend bei der Entwicklung von Kleinsatelliten. Den Reigen komplettiert Thales Alenia Space (Fr/It), die sich bestens auf die Fertigung großer Druckmodule für den Weltraum verstehen. Die Hüllen mehrerer Module der Internationalen Raumstation stammen von TAS, ebenso die der ESA-Versorgungsraumschiffe vom Typ ATV und der in Zukunft eingesetzten Cygnus-Frachter der Orbital Sciences Corporation.

Insgesamt hat man für jeden wichtigen Bereich der Mission einen erfahrenen und kompetenten Partner für Entwicklung, Fertigung und Betrieb gewinnen können. Ungesichert ist hingegen die Finanzierung, da die erwähnten Firmen diese Mission nicht bezahlen wollen und können. Vor allem in den USA gibt es aber eine Reihe schwerreicher Enthusiasten, die immense Miittel in derartige Projekte stecken. Ob man mit Mars One zur rechten Zeit angetreten ist, wird sich zeigen.



Die Planung sieht vor, dass 2016 zunächst ein Kommunikationssatellit zum Mars aufbricht. Er soll als Mittler zwischen den beiden Planeten dienen. Wenn alles funktioniert, soll ihm 2018 ein unbemanntes Erkundungsfahrzeug folgen, mit dem eine geeignete Stelle für die künftige Besiedlung ausfindig gemacht würde. Noch einmal 2 Jahre später, also 2020 sollen dann die ersten Komponenten der Siedlung zum Mars starten. Monate später landen sie in kurzen Abständen im gleichen Gebiet und werden zu einem Versorgungskomplex verbunden. Grundlage für jedes Modul ist eine SpaceX-Kapsel a la Red Dragon. Einige Module sollen der Versorgung dienen, andere beherbergen Lebenserhaltungssysteme. Um die Module herum wird von Rovern eine Infrastrastruktur aus Energiegewinnungs- und Kommunikationsanlagen aufgebaut.

Im September 2022 könnte dann die erste vierköpfige Besatzung zum Roten Planeten aufbrechen und im April 2023 im Siedlungsgebiet landen. Nach dem Transport des Wohnmoduls zum Komplex und dem Anschluss an dessen Versorgung sollen entfaltbare Strukturen den Lebens- und Arbeitsraum stückweise erweitern. Im Abstand von jeweils reichlich 2 Jahren, wenn also Erde und Mars für einen Überflug günstig zueinander stehen, sollen weitere Raumschiffe mit 4 Manschen an Bord folgen. Auf diese Weise ließe sich eine langfristige menschliche Siedlung auf dem Mars aufbauen, die sich später auch selbst versorgen können soll. Eine Rückkehr der Raumfahrer auf die Erde ist dabei (zunächst) nicht vorgesehen.

Damit folgt der Plan verschiedenen bereits in den letzten Jahrzehnten entwickelten Ideen. Den direkten Weg zum Mars hat man von Mars Direct (Robert Zubrin und Richard Wagner), ebenso die vorbereitenden unbemannten Missionen, die eine Infrastruktur schaffen, noch bevor sich Menschen auf den Weg zum Mars machen. Auch der Flug ohne Wiederkehr, One Way Mars (Dirk Schulze-Makuch und Paul Davies) wird seit einiger Zeit in verschiedenen Kreisen diskutiert. Dafür hatten sich 2010/11 bereits mehrere Hundert US-Amerikaner nach einer Veröffentlichung in der Zeitschrift "Journal of Cosmology" gemeldet.

Angesichts der Tatsache, dass in den zurückliegenden Monaten eine Vielzahl privat finanzierter oder unterstützter Raumfahrtprojekte angekündigt oder in die Wege geleitet worden sind, bleibt abzuwarten, ob der "Commercial Space"-Hype auch kommerzielle Erfolge verbuchen kann und nicht wie die IT-Blase der 1990er zerplatzt. Interessant für den begeisterten Laien sind sie aber allemal. Wir bleiben weiter dran und halten Sie auf dem Laufenden.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Mars One, NASA, Welt Online, SpaceX)


» Neue Satellitenstartanlage im Iran
03.06.2012 - Ein in der Islamischen Republik Iran in Bau befindliches Raumfahrtzentrum werde es nach Angaben des iranischen Verteidigungsministers demnächst erlauben, mehr im Iran konstruierte Satelliten in den Weltraum zu transportieren.
Wo genau im Iran sich das neue, angeblich nach dem Gründer der Islamischen Republik Ajatollah Ruhollah Musavi Chomeini benannte Raumfahrtzentrum liege, teilte Brigadegeneral Ahmad Vahidi nicht mit. Genannt wurde bereits ein Standort in der Provinz Sistan und Belutschistan im Südosten des Iran. Vahid kündigte an, der erste Satellit, den man von dort starten wolle, sei Tolo, den eine leichte Trägerrakete vom Typ Simorgh (bei ihrem Jungfernflug als Satellitenträger) in den Weltraum transportieren soll.

Bei der Simorgh handelt es sich nicht um eine Eigenentwicklung des Irans, sondern um einen Träger, dessen Ursprünge in Nordkorea liegen. Eine entsprechende zweistufige Rakete bildet dort die Grundlage der Satellitenträger Unha-2 und Unha-3, welche in den letzten Jahren für Aufsehen sorgten, vor allem mit ihren Fehlstarts und den internationalen Protesten gegen Entwicklung und Tests nordkoreanischer Raketen.

Simorgh soll eine Höhe von etwa 26,70 m haben, einen Durchmesser an der Basis von 2,40 m und ein Startgewicht von etwa 87 t. Die erste Stufe basiert auf der nordkoreanischen Nodong und nutzt vier der für diese Rakete gebauten Triebwerke. Die Zweitstufe nutzt zwei Triebwerke vom Typ LRE-15. Die Triebwerke beider Stufen verwenden UDMH als Brennstoff und AK-270, einen in der Sowjetunion entwickelten Oxidator aus Distickstofftetroxid und Salpetersäure, welcher vor allem bei der Scud, einer der bekanntesten Kurzstreckenraketen der UdSSR, Verwendung findet. Letztere Rakete bildete die Grundlage der Raketenentwicklung Nordkoreas und somit auch der des Iran.

Der Simorgh-Rakete wird eine Nutzlast von 60 Kilogramm für eine 500-Kilometer-Kreisbahn zugeschrieben. Bei dem Satelliten Tolo, auch Toloo genannt (der Name bedeutet "Morgendämmerung"), soll es sich um ein Gerät zur elektronischen und photographischen Aufklärung mit einer Masse von rund 80 Kilogramm handeln, das von der staatlichen iranischen Organisation Iran Electronics Industries (IEI) gebaut wurde. Geplant ist, es auf einer Erdumlaufbahn in rund 400 Kilometern Höhe einzusetzen, wo man es drei Jahre lang betreiben möchte.

Derzeit existiert eine bekannte Satellitenstartanlage rund 125 Kilometer östlich der Hauptstadt Teheran im Norden der Dasht-e-Kavir-Wüste in der Nähe einer Provinzhauptstadt namens Semnan. Ein Kontrollzentrum (Station Alborz) gibt es außerhalb von Mahdasht, einem Vorort der Stadt Karadsch, rund 70 Kilometer westlich von Teheran in der Provinz Alborz (dt. Elburs). Das Kontrollzentrum hatten die iranischen Behörden Ende Februar 2012 ausländischen Journalisten zugänglich gemacht.

Hinsichtlich der neuen Startanlage berichtete Vahidi außerdem, sie sei zu rund 80 Prozent fertiggestellt. Wenn man sie erst einmal in Betrieb genommen habe, könne man von dort nicht nur eigene Satelliten, sondern auch solche in den Anrainerstaaten und in der übrigen Islamischen Welt gebaute starten.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: FARS, IINS, ISNA, IRNA, Norbert Brügge)


» Sonnenaufgangszeiten für den 6. Juni
05.06.2012 - Hier eine kurze Zusammenstellung von Sonnenaufgangszeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (Newsimage: NASA)
Bereits mit Sonnenaufgang sind etwa zwei Drittel der Transitphase absolviert. Gegen 6.35 Uhr MESZ beginnt bereits der Austritt aus dem Bereich der Sonnenscheibe. Dabei ist ein interessanter Effekt zu beobachten: Zwischen Sonnenrand und Venusscheibe scheint sich eine dunkle Verbindung zu bilden, so dass die Form des Planeten einem Tropfen ähnelt. Wenige Minuten später sieht man in einem guten und gegen Sonnenlicht abgeschirmten Teleskop einen kleinen Lichtsaum um einen Teil der Venus. Dieser wird durch deren Atmosphäre verursacht.


Weltweit werden Hunderttausende Amateuraustronomen versuchen, einen Blick auf das Spektakel zu erhaschen. In Mitteleuropa kann leider nue etwa das letzte Drittel des Transits beobachtet werden. Je weiter nördlich und östlich der Standort ist, umso günstiger.

Hoffen wir auf passendes Wetter, wo wir doch größtenteils bei der letzten Sonnenfinsternis und den letzten beiden Mondfinsternissen in weiten Teilen Mitteleuropas durch mehr oder weniger dichte Wolken an einer Beobachtung gehindert wurden.

Auch das Hubble Space Telescope beteiligt sich an der Beobachtungskampagne. Allerdings kann man das Teleskop nicht direkt auf die Sonne ausrichten, die Sensoren würden diese Lichtflut nicht überstehen. Stattdessen visiert man eine bestimmte Region auf dem Mond an, um aus dem reflektierten Licht Daten über die Venusatmosphäre zu gewinnen. Beim Transit durchdringt etwa ein Hunderttausendstel des Sonnenlichtes, das in unsere Richtung abgestrahlt wird, die Venusatmosphäre. Das Licht trifft auch auf den Mond und wird von diesem teilweise reflektiert. Mit Hubble wird 7 Stunden lang das reflektierte Licht aus der Region um den Krater Tycho spektroskopisch erfasst. Da man dann das Licht vor, während und nach dem Venustransit untersucht hat, kann man recht genaue Aussagen über dessen Veränderung durch die Venusatmosphäre machen.


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Sterne und Weltraum, Mondkalender-Online, NASA)


» NASA bekommt zwei Hubble-Weltraum-Teleskope geschenkt
05.06.2012 - Das US-amerikanische Verteidigungsministerium überlässt der NASA zwei zum Hubble quasi baugleiche Weltraumteleskope. Das unerwartete Geschenk könnte der NASA 250 Millionen Dollar sparen bei den angedachten Missionen zum Studieren dunkler Materie und extrasolarer Planeten.
Ganz unerwartet ist die Existenz von zum Hubble ähnlichen Teleskopen nicht, denn es stammt selbst aus einem Synergie-Projekt, basierend auf den amerikanischen KH-11-Spionagesatelliten. Der Spiegeldurchmesser der zwei überreichten Teleskope enspricht mit 2,4 Metern exakt dem des Hubble-Teleskops. Allerdings passt die Konstruktion in eine nur halb so lange Röhre. Damit einher geht ein deutlich kürzerer Fokus, was dem Teleskop ein etwa 100 Mal so großes Beobachtungsfeld gibt. Damit, und das bekräftigen Wissenschaftler, kann das Geschenk nicht das in Entwicklung befindliche Milliardenprojekt James Webb Space Telescope ersetzen.

Die Spiegel scheinen wie gemacht für eine großflächigere Beobachtung, um das Weltall nach Spuren dunkler Energie abzusuchen, einer mysteriösen Strahlung welche als Ursache für die beschleunigte Expansion des Universums gehandelt wird. Ein solches Teleskop könnte auch bei der Suche nach erdähnlichen Planeten behilflich sein oder Supernovae und andere astronomische Phänomene observieren. Vor einiger Zeit wurde eine zukünftige Strategie namens "New Worlds, New Horizons" vorgestellt, deren Ziele mit den nun zur Verfügung stehenden Teleskopen und mit entsprechenden Instrumenten überwiegend erreicht werden können. Die Kosten der Gesamtmission wurden ursprünglich auf 1,6 Milliarden US-Dollar geschätzt und könnten durch die Nutzung der nun vorhandenen Hardware um 250 Millionen Dollar geringer ausfallen. Die beiden Spiegel sind voll weltraumtauglich und bereit für die Integration in eine Raumsonde.

Trotzdem fehlt noch einiges an Equipment, um ein vollwertiges Weltraumteleskop zu erhalten. So fehlt beispielsweise eine Kamera und auch sämtliche wissenschaftlichen Instrumente. Mit den beiden Spiegeln ist es also nicht getan. Die überlassenen Apparaturen sehen aus wie mit glitzernder Folie überzogene Röhren. Das Foto wurde allerdings an vielen Stellen geschwärzt, da es sich um Bauteile handelt, die ursprünglich für geheime Spionagesatelliten des Verteidigungsministeriums gefertigt wurden. Die Idee für den Transfer kam im Januar 2011, als ein Offizier vom NRO (National Reconnaissance Office) der USA bei der NASA anrief und ein entsprechendes Angebot unterbreitete. Zuerst musste evaluiert werden, ob sich die vorhandene Hardware sinnvoll für wissenschaftliche Zwecke einsetzen ließe. Nach zahlreichen Diskussionen gab es schließlich die Freigabe, mit dem Transfer fortzufahren.

Pro Jahr schätzt man die Lager- und Instandhaltungskosten auf 100.000 Dollar. Noch hat die NASA nicht das Budget bekommen für den direkten Beginn der Umbauarbeiten und man schätzt zur Zeit noch die zu erwartenden Kosten. Die beiden Teleskope könnten frühestens 2020 einsatzbereit sein, wenn Geld keine Rolle spielt. Aus Kostengründen erwägt die NASA aber den Ausbau nur eines der beiden überreichten Teleskope. In Zeiten knapper Kassen scheint das auch die wahrscheinlichere Variante zu sein, wenn überhaupt.

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(Autor: Klaus Donath - Quelle: Cosmiclog msnbc, spacenews.com)


» EpicNG: Intelsats neues Satellitenprogramm
09.06.2012 - Der Kommunikationssatellitenbetreiber Intelsat plant, spezielle Satelliten für die Übertragung von großen Datenmengen zu beschaffen und einzusetzen.
In der kommenden Woche will Intelsat zunächst zwei jeweils für eine große Bandbreite von Frequenzen geeignete Satelliten bestellen. Die Raumfahrzeuge sollen helfen, die Übertragungskosten pro Megabyte zu senken, indem sie den hinsichtlich der Übertragungskosten günstigen Ka-Band-Bereich mit den vielerorts vorhandenen Bodenausrüstungen im C- und Ku-Band-Bereich gewissermaßen verheiraten.

Der Kommunikationssatellitenbetreiber mit Hauptquartieren in Luxemburg (offizieller Firmensitz) und Washington hat früher in diesem Jahr bei einer Anzahl Satellitenhersteller den Bau eines entsprechenden Satelliten angefragt. Die Vergabe eines ersten Auftrags ist vorbereitet und kann innerhalb eines Monats erfolgen. Ob es schon Kundenbestellungen für später von den ersten beiden neuartigen Satelliten ausgestrahlten Dienste gibt, teilte Intelsat nicht mit. In Unterlagen, die das EpicNG titulierte Satellitenprogramm beschreiben, werden die ersten beiden Satelliten Intelsat 29e und Intelsat 33e genannt.

Die Satelliten sollen sich durch einen Durchsatz zwischen 25 und 60 Gigabit pro Sekunde (Gbits/s) auszeichnen. Das ist zwar ein Vielfaches dessen, was ein Großteil der derzeit im Weltraum befindlichen Kommunikationssatelliten zu leisten im Stande sind, jedoch nur etwa der halbe Durchsatz, den die neuesten, reinrassigen Ka-Band-Satelliten erreichen, welche vor Kurzem in Betrieb genommen wurden oder in Kürze dem Endkundenmarkt für Breitbandanwendungen zur Verfügung stehen werden.

In der Vergangenheit hat sich Intelsat nicht sehr intensiv mit diesem Endkundenmarkt beschäftigt und es scheint auch nicht der Markt zu sein, auf den Intelsat mit dem EpicNG-Programm zielt. Intelsat betrachtet die neuen Satelliten als Ergänzung unter Nutzung von Vorteilen, die der Ka-Band-Bereich des Radiofrequenzspektrums bietet. Dabei können Frequenzen für neue Anwendungen wiederverwendet, höhere Übertragungsraten erzielt und mehr Ausleuchtzonen bedient werden - und das unter Nutzung von C- und Ku-Band-Installationen, die bei Industriekunden und staatlichen Institutionen reichlich vorhanden sind.

Kunden, die derzeit auf den Einsatz mehrerer Satelliten angewiesen sind, könnten insofern profitieren, weil der höhere Durchsatz der EpicNG-Satelliten es ermöglicht, die benötigten Dienste auf einem Satelliten zu konzentrieren. Kunden, deren Bodensegment es erlaubt, das volle Frequenzspektrum im C- oder Ku-Band-Bereich zu nutzen, sollen nach Angaben von Intelsats Vizepräsidentin, zuständig für Investorenkontakte und Kommunikation, Dianne J. VanBeber, Intelsats EpicNG-Satelliten voll nutzen können. Andere Kunden müssen möglicherweise neues Equipment beschaffen, so wie es für Kunden die Regel ist, die neue, durchsatzstarke Ka-Band-Satelliten für ihre Bedürfnisse einsetzen möchten. Die EpicNG-Satelliten sind nach Angaben in Unterlagen von Intelsat aber durchaus abwärtskompatibel und werden es Carriern, also Unternehmen, die Daten gewerbsmäßig weiterleiten, erlauben, Daten mit festen Übertragungsraten zu transportieren.

Intelsat ist Betreiber der weltweit durchschnittlich ältesten Satellitenflotte und ursprünglich eine Organisation, die von den Regierungen einiger Staaten, maßgeblich der der USA, als International Telecommunications Satellite Consortium aus der Taufe gehoben wurde. Der Betreiber hat Zugriff auf eine große Zahl von Positionen für C- und Ku-Band-Satelliten im Geostationären Orbit. Außerdem verfügt Intelsat über Nutzungsrechte für 25 GEO-Positionen für Ka-Band-Satelliten, die zur Zeit nicht wahrgenommen werden. Intelsat beabsichtigt, die Nutzung der Ka-Band-Positionen zusammen mit anderen Betreibern in Angriff zu nehmen.

Die beiden ersten EpicNG-Satelliten sollen jeweils in zwei Bandbereichen arbeiten können. Ihr Start könnte den derzeitigen Planungen zufolge 2015 und 2016 erfolgen. Zur Finanzierung des EpicNG-Progamms beabsichtigt Intelsat, an der New Yorker Börse Anteile im Wert von 1,75 Milliarden US-Dollar zu platzieren, sobald die Marktbedingungen günstig erscheinen.

Verwandte Meldungen bei Raumfahrer.net:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Intelsat General, Space News)


» Chinas vierter bemannter Raumflug steht bevor
09.06.2012 - Die Vorbereitungen sind bereits recht weit vorangeschritten, die fertig montierte Rakete mit dem Raumschiff und dem Rettungssystem an der Spitze wurde heute aus der Montagehalle zum Startplatz gefahren.
Vorgesehen ist ein Start in den nächsten Tagen. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua gibt Mitte Juni als Zeitpunkt an. An verschiedenen Stellen wird von einem Start am 15. oder 16. Juni ausgegangen. Ziel des bemannten Raumfluges mit dem Raumschiff Shenzhou 9 (sprich: Schin-dschou) ist die seit Ende September vergangenen Jahres im Weltraum befindliche Raumstation Tiangong 1 (sprich: Tjen-gung).

An Bord des Raumschiffes soll eine dreiköpfige Besatzung ins All gelangen, zu der wahrscheinlich auch eine Frau gehört. Die endgültige Entscheidung sei aber noch nicht getroffen worden, war heute bei Xinhuanet zu lesen. Einer der drei Raumfahrer wird zudem während der Mission im Raumschiff bleiben. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme, die im Notfall dafür sorgen solle, dass das Raumschiff sehr schnell von der kaum größeren Station ablegen kann.

Das Andocken wird wahrscheinlich nach einer Flugzeit von zwei Tagen geschehen und soll nicht durch die Automatik sondern durch einen Raumfahrer gesteuert werden. Damit will man nachweisen, dass man auch dieses Verfahren beherrscht. Im November 2011 hatte das unbemannte Raumschiff Shenzhou 8 zweimal im automatischen Modus an die Raumstation angekoppelt und anschließend wieder abgelegt. Während des gemeinsamen Fluges war auch die Stabilität des Komplexes getestet worden.

Nach mehrtägigem Flug soll die Besatzung von Shenzhou 9 dann noch im Juni zur Erde zurückkehren. Für Tiangong 1 ist mit Shenzhou 10, möglicherweise im Oktober oder November dieses Jahres, eine weitere bemannte Kopplungsmission vorgesehen. Nach Vollendung der Mission soll die weiterentwickelte Mini-Station Tiangong 2 in einen Erdorbit gelangen, mit der die chinesische Raumfahrt weitere Erfahrungen sammeln möchte.

Die Testraumstation Tiangong 1 wurde am 29. September 2011 gestartet und umläuft die Erde gegenwärtig in einer Höhe zwischen 331 und 336 Kilometern bei einer Bahnneigung von 42,8 Grad. Er war in Vorbereitung des bemannten Starts etwas abgesenkt worden. Tiangong 1 ist etwa 9 m lang, hat einen Durchmesser von maximal 3,3 m und wog beim Start 8,4 Tonnen. Das Raumfahrzeug besitzt zwei Solarzellenpaneele mit einer Gesamtspannweite von 17 m. Es besteht aus zwei großen Sektionen, dem vorderen Orbitalmodul und dem Servicemodul. Das Orbitalmodul besitzt ein Raumvolumen von etwa 15 m3 und am vorderen Ende einen Kopplungsstutzen. Hier können Raumschiffe vom Typ Shenzhou ankoppeln.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Xinhua, Raumfahrer.net)


» Sherpa dirigiert Zusatznutzlasten der Falcon 9
09.06.2012 - Space Exploration Technologies (SpaceX) hat bereits mehrere Verträge abgeschlossen, die den Transport kleinerer Satelliten in verschiedene Erdumlaufbahnen vorsehen. Diese könnten ab 2014 als Sekundärnutzlasten bei Dragon-Missionen gestartet werden.
Einen entsprechenden Vertrag haben SpaceX und Spaceflight Inc. (beide USA) geschlossen. Dazu kommt zunächst mit dem Spaceflight Secondary Payload System (SSPS) ein ringförmiger Aufsatz für die zweite Stufe der Falcon 9 zum Einsatz. Dieser bleibt mit der Raketenstufe verbunden und versorgt die an ihm angebrachten Kleinsatelliten mit Energie und Datenleitungen. Im Zielorbit können die Satelliten dann nacheinander in unterschiedliche Richtungen abgestoßen werden.

Aus dem SSPS soll anschließend ein unabhängiges System namens Sherpa entwickelt werden und in zwei Versionen zum Einsatz kommen. Sherpa 400 ist für niedrige Erdumlaufbahnen (LEO für Low Earth Orbit) gedacht, soll mit eigenem Antriebssystem eine Geschwindigkeitsänderung von 400 m/s ermöglichen und damit die Nutzlasten in leicht veränderten Bahnen gegenüber Dragon absetzen können.

Sherpa 2200 soll gar eine Geschwindigkeitsänderung um 2,2 km/s schaffen, was den Transport von Nutzlasten aus einem Geosynchronen Transfer-Orbit (GTO) in die Geostationäre Erdumlaufbahn (GEO) ermöglichen soll. Der erste Test von Sherpa 400 ist gegenwärtig für einen Falcon-9-Start Anfang 2014 vorgesehen. Dabei kommt bereits die schubstärkere Falcon 9 v1.1 zum Einsatz. Ziel ist ein sonnensysnchroner Orbit mit einer Bahnneigung von mehr als 90 Grad. Der erste kommerzielle Satellitentransport wird für Ende 2014 eingeplant.

Die Möglichkeit, zusätzliche, kleine Nutzlasten bei Dragon-Missionen zu transportieren, wird von SpaceX bereits seit einiger Zeit diskutiert und vorbereitet. Auch bei der Mission COTS C2+ im Mai 2012 war eine kleine Zusatznutzlast an der zweiten Stufe der Trägerrakete montiert. Dabei handelt es sich um Celestis 11, eine Kapsel, die Asche von insgesamt 308 Verstorbenen enthielt. Zu ihnen gehörten der US-Astronaut Gordon Cooper und der Schauspieler James Doohan, der in der Fernsehserie Star Trek als Chefingenieur Montgomery Scott (Scotty) eine tragende Rolle spielte.

Für den ersten Einsatzflug einer Dragon zur ISS (CRS 1) im Sommer ist der Transport eines von 18 Orbcom-Satelliten vorgesehen. Jeder dieser Satelliten hat eine Masse von 155 kg. Bis zum Einsatz von SSPS oder Sherpa, könnten die sekundären Nutzlasten beim Start im Rumpfteil der Dragon befestigt sein und von dort aus abgesetzt werden.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Flightglobal, NASAspaceflight, Raumcon)


» Vulkane auf Jupitermond Io neu kartiert
10.06.2012 - Aufgrund von Wärmeabstrahlungen auf der Oberfläche des drittgrößten Mondes des Planeten Jupiter wurde an verschiedenen wissenschaftlichen Instituten in den USA eine neue Karte der Verteilung von Vulkanen erstellt und am 8. Juni 2012 veröffentlicht.
"Es handelt sich um die bisher umfassendste Studie thermischer Emissionen der Vulkane auf Io", sagte Glenn Veeder vom Bear Fight Institute in Winthrop (USA), Leiter des Forscherteams, dem auch Ashley Davies, Torrence Johnson und Dennis Matson vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena, Jani Radebaugh von der Brigham Young University in Provo und David Williams von der Arizona State University in Tempe angehören. Das Team wertete Daten aus, die in den vergangenen knapp 35 Jahren von den Raumsonden Voyager 1 und 2, Galileo sowie bodengestützten Teleskopen gesammelt wurden.

Davies: "Das faszinierende an der Verteilung des Wärmeflusses ist, dass diese sich nicht durch die Wirkung von Gezeitenkräften in geringer Tiefe erklären lässt, die auf Io zu vergleichsweise geringem Tidenhub führt. Die Hauptemission von Wärme erfolgt 40 Grad östlicher als erwartet", so Davies. "Das auftretende Muster verweist auf einen komplexen Aufheizungsprozess", ergänzte Dennis Matson.

Die Ergebnisse der Daten hunderter aktiver Vulkane deutet auf mehrschichtige Quellen hin, die sowohl in größeren Tiefen als auch oberflächennah zu finden sind. Die nun veröffentlichte Karte mit den „Hotspots“ zeigt die globale Verteilung vulkanischer Hitzequellen und klassifiziert diese. Ein Großteil der Vulkane auf Io stellt ihre "Altersgenossen" auf der Erde hinsichtlich Aktivität und abgestrahlter Energie in den Schatten.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die bisher bekannten und kartografierten aktiven Vulkane nur für etwa 60 Prozent der von Io abgestrahlten Wärme verantwortlich sind. Typischerweise sind dies Vulkane mit flachen Kratern, sogenannten Paterae. Rätselhaft ist noch die Herkunft der übrigen 40 Prozent.

"Wir untersuchen die Möglichkeit, dass es viele kleinere Vulkane geben könnte, die für uns schwer zu finden sind", sagte Veeder dazu. Allerdings herrscht noch etwas Verwirrung über das beobachtete Wärmeflussmuster. Es bleibt damit also Raum für weitere Untersuchungen.

Io, der mit 3.643 km Durchmesser viertgrößte Mond unseres Sonnensystems, wurde wahrscheinlich 1610 von Galileo Galilei entdeckt. Er umläuft den Gasplaneten Jupiter in reichlich 430.000 km Entfernung auf kreisähnlicher Bahn in gebundener Rotation. Das bedeutet, dass er wie der Edmond seinem Planeten immer dieselbe Seite zuwendet. Eine Rotation um seine Achse dauert genauso lange wie ein Umlauf um den Planeten, bei Io reichlich 1,7 Erdentage. Dabei bildet sich durch die gewaltige Gravitation des größten Planeten unseres Sonnensystems ein Flutberg auf der dem Jupiter zugewandten Seite und durch Fliehkräfte auch auf der entgegengesetzten. Die dadurch verursachten Reibungskräfte, Io wird ja ständig verformt, regelrecht durchgeknetet, sorgen für eine deutliche Erwärmung des gesamten Mondes. Deshalb ist das Innere des Trabanten noch immer flüssig und der Vulkanismus derart ausgeprägt.

Auch andere Monde im Sonnensystem erhalten durch diesen Effekt von ihren Planeten eine größere Energiemenge. Auf dem Saturnbmond Enceladus werden dadurch beispielsweise Eisgeysire gespeist.

Meldungen und Artikel zum Thema Jupiter bei Raumfahrer.net der vergangenen 10 Jahre:

Am 31. Mai 2002 wurde die erste Raumfahrtmeldung des Projekts "The Raumfahrer.net" veröffentlicht. Wir sind also seit 10 Jahren "auf Sendung". Archiviert sind mittlerweile mehr als 5.000 Meldungen und Artikel.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, Wikipedia)


» Ein Meer auf Triton?
11.06.2012 - Anzeichen sprechen für die Existenz eines Meeres auf Triton, einem Eismond, der um den Planeten Neptun kreist. Eine Flüssigkeitsansammlung auf einem Eismond? Wie ist das möglich?
Großflächige, ja sogar globale liquide Ozeane unter der Oberfläche weit entfernter Himmelskörper des äußeren Sonnensystems rücken in den letzten Jahren immer weiter in den Fokus der Wissenschaftsgemeinde. Was vor etwa 10 Jahren noch undenkbar schien, hat sich hinsichtlich einiger Einsmonde wie Enceladus oder Europa zur aktuellen Lehrmeinung verfestigt, oder ist im Falle des Titans Gegenstand aktueller Diskussionen. Nun scheint es, als könne die Grenze der möglichen unterirdischen Flüssigkeitsansammlungen in unserem Sonnensystem noch weiter nach Außen verschoben werden.

Langsam wird es ein wenig heller über dem Horizont und ein neuer Tag beginnt auf Triton, dem mit Abstand größten Mond des Neptuns. Es wird wieder ein kalter Tag auf dem 2.700 km großen Mond werden, genauso wie der vorherige. Und der davor. Genauso, wie jeder Tag, seit Triton seinen Orbit um den Gasriesen Neptun eingenommen hat. Sogar die Vulkane auf der Mondoberfläche speien gefrorene Gase anstelle heißer Magmen. Doch es gibt ernst zu nehmende Anzeichen dafür, dass sich unter der mit -235°C kältesten Oberfläche des Sonnensystems etwas Überraschendes verbergen könnte: Ein flüssiger Ozean.

Auf den ersten Blick unterscheidet Triton vermutlich nichts von vielen anderen Eismonden der kalten Außenbereiche des Sonnensystems. Eine strukturlose, öde Welt, die den äußersten Planeten umkreist. Doch Triton scheint anderes. Er umkreist Neptun auf einer retrograden, fast perfekt kreisförmigen, jedoch mit 156° stark gegenüber dem Äquator des Planeten geneigten Umlaufbahn, in einem mittleren Abstand von 354.759 Kilometern.

Als rechtläufig oder prograd (lat. pro für „vor“ oder „vorwärts“ und gradus für„Schritt“) bezeichnet man in der Astronomie Objekte, die in einem rotierenden System der Hauptrotationsrichtung folgen. Entgegengesetzt umlaufende bzw. rotierende Objekte bezeichnet man als rückläufig oder retrograd (lat. retro „zurück“, „rückwärts“). Im Sonnensystem gelten solche Objekte als rechtläufig, die, aus Richtung des Nordpols der Ekliptik gesehen, entgegen dem Uhrzeigersinn rotieren bzw. ihren Zentralkörper umlaufen.

Als Folge der Entstehung des Sonnensystems bewegen sich alle Planeten, Pluto und der Asteroidengürtel auf einem rechtläufigen Orbit. Die Rotation der meisten größeren Körper des Sonnensystems erfolgt ebenfalls in rechtläufigem Sinn. Triton ist der einzige große Mond des Sonnensystems mit retrograder Orientierung. Dieses ungewöhnliche Verhalten lässt sich nur damit erklären, dass Triton ursprünglich nicht um Neptun kreiste. Aus entstehungsdynamischen Gründen können sich Satelliten nicht in retrograden Orbits um ihre Mutterkörper bilden.

Triton muss sein Dasein also an einem anderen Ort begonnen haben, bevor er durch Neptun eingefangen und in seinen aktuellen Orbit gezwungen wurde. Wohl ähnlich wie Pluto ist Tritons Oberfläche zu 55 % mit gefrorenem Stickstoff, zu 15–35 % mit Wassereis und zu 10–20 % mit Trockeneis bedeckt. Zudem konnte ein 0,1 % Methan- und 0,05 % Kohlenmonoxideis-Anteil bestimmt werden. Die Ähnlichkeit legt hinsichtlich des Entstehungsgebietes eine gewisse Verwandtschaft mit Pluto nahe. Vermutlich handelt es sich bei Triton also auch um ein Objekt vom inneren Rand des Kuiper-Gürtels.

Der Ablauf der Einbindung Tritons als Mond war über die Jahre Thema unterschiedlicher Theorien. Heute nimmt man an, dass er während einer Begegnung von drei Objekten an Neptun gebunden wurde. In diesem Szenario war Triton das Objekt eines Doppelsystems, das die heftige Begegnung mit Neptun überstanden hatte. Ein solches Szenario ist durchaus vorstellbar, denn Binäre Objekte, also gravitative Verbindungen von zwei Körpern, sind unter transneptunischen Objekten oft anzutreffen. Es wird vermutet, dass diese Eigenschaften auf weit mehr als 10 % aller Objekte dort zutreffen. Die bekanntesten Vertreter der Paarkonstellationen bei Transneptunobjekten sind sicherlich Pluto und Charon.

Eingefangene Körper wie Triton starten ihre Existenz am neuen Ort in hoch elongierten (langgezogenen) bzw. exzentrischen Orbits. Durch gravitative Interaktionen und Gezeitenreibung mit ihrem assoziierten Planeten verlassen Objekte von Tritongröße allerdings in astronomisch kurzen Zeiträumen diese Bahnen und werden durch Energieverlust in einen zunehmend kreisrunden Orbit geschleppt. Und tatsächlich umkreist Triton Neptun auf einer fast perfekt kreisförmigen Umlaufbahn. Ein Einschleifungsprozess wie dieser setzt beträchtliche Energie frei, die den eingebremsten Körper aufheizt.

Modellrechnungen legen den Schluss nahe, dass das zu erwartende Energieniveau ausreichend gewesen sein muss, um Triton nicht nur oberflächennah, sondern tief bis in den Kernbereich des Mondes hinein zu erwärmen, bevor er wieder zu seinem jetzt beobachteten starren Stadium abkühlte. Darüber hinaus umläuft Triton seinen Planeten innerhalb eines kritischen Abstandes, wodurch er auch heute noch stark den Gezeitenkräften des Gasplaneten ausgesetzt ist. Da sich Triton Neptun weiter annähert, wird er nach Berechnungen in 100 Millionen Jahren die Roche-Grenze nach innen passieren und zerrissen werden, da die Gravitationskräfte, die den Mond zusammenhalten den dann immer höher anwachsenden Gezeitenkräften nicht mehr standhalten können. Seine Bestandteile werden schließlich ein größeres Ringsystem, ähnlich dem des Saturns, um Neptun bilden.

Weiter verfeinerte Modelle berücksichtigen die durch die Gezeitenreibung noch heute erzeugte Wärme, sowie die Zerfallsenergie, die beim radioaktiven Zerfall von instabilen Atomkernen im Kern des Mondes frei wird. Sie ist um einige Größenordnungen höher, als die Energie, die durch die Gezeitenkräfte beigesteuert wird. Alleine war sie aber nicht in der Lage, die äußeren Kernschichten des Mondes über die vergangenen 4,5 Mrd. Jahre vor dem Gefrieren zu bewahren.

Den kleinen aber entscheidenden Unterschied – so zeigen die verfeinerten Modelle – liefert dann tatsächlich die räumliche Nähe des Mondes zum Planeten, die erst die notwendige Gezeitenreibung ermöglicht und den Berechnungen zufolge so einen großen Teil des Eismantels in flüssigem Zustand hält. Der unterirdische Tritonozean benötigt für sein Überleben einen kreisrunden Orbit, der in einem Radius von etwa 350.000 km stabil bleibt.

Durch große Mengen Ammoniak, die im Ozean gelöst sind, wird der Gefrierpunkt des Wassers substantiell auf etwa -90°C herabgesetzt. Im Vergleich mit den doppelt so niedrigen Temperaturen der Kohlenwasserstoffseen auf Titan ein fast schon angenehmer Wert. Während die Gewässer auf Triton also die vermeintlich sonnenfernsten sind, sind sie doch noch längst nicht die kältesten.

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(Autor: Lars-C. Depka - Quelle: Department of Geology, University of Maryland, Center for Scientific Computation and Applied Mathematical Modeling, University of Maryland, Applied Physics Laboratory, Johns Hopkins University, Laurel)


» UEFA Euro 2012: Keine Übertragung ...
12.06.2012 - ... erfolgt durch den ukrainischen Kommunikationssatelliten Lybid. Und weil es der Ukraine zunächst nicht gelungen ist, sich für Lybid eine entsprechende Position im Geostationären Orbit zu sichern, wird der Start des Satelliten erneut verschoben.
Der Leiter der staatlichen ukrainischen Weltraumagentur (SSAU, State Space Agency of Ukraine) Juri Alexejew äußerte am 8. Juni 2012 nach einer Meldung der Presseagentur ITAR-TASS, die Ukraine habe es verpasst, sich die eigentlich vorgesehene Position für Lybid im Geostationären Orbit zu reservieren, sie werde nun von einem französischen Satelliten besetzt.

Die Abstimmungsarbeiten hinsichtlich der neuen Position bei 48 Grad Ost im Geostationären Orbit dauerten laut Alexejew sechs Monate. Gegenüber der ursprünglichen Position bei 38 Grad Ost erlaubt die neue Position nach Alexejews Angaben eine breitere Ausleuchtung. Der Satellit könne nun nicht nur die gesamte Ukraine, sondern auch die Nachbarländer, Nordafrika und Gebiete in Asien versorgen.

Man hatte einmal erwartet, dass via Lybid die Finalrunde der Europäischen Fußballmeisterschaft (Euro 2012) übertragen werden könnte. Später verständigte man sich darauf, dass die Übertragungen über französische Satelliten erfolgen sollen. Aktuell sind auf fünf Satelliten Kapazitäten für Übertragungen der Euro 2012 gebucht. Zum Einsatz kommen EUTELSAT 3A, EUTELSAT 3C, EUTELSAT 10A, EUTELSAT 16A und EUTELSAT 33A, die es Fernsehzuschauern zwischen dem 8. Juni und dem 1. Juli 2012 ermöglichen sollen, 31 Spiele aus 8 Stadien zu verfolgen. Die Signale der Satelliten des Kommunikationssatellitenbetreibers Eutelsat können in Europa, dem Mittleren Osten, Nordafrika, auf den Inseln im Indischen Ozean sowie in Zentralasien empfangen werden.

Der Ukraine will es Eutelsat ermöglichen, Lybid nach seinem Start bei 48 Grad Ost einzusetzen, meldete der Informationsdienst ukraine-nachrichten.de. Eutelsat setzt selbst auch Satelliten bei 48 Grad Ost ein, Störungen erwartet man offensichtlich nicht. Genau das war aber hinsichtlich einer exakten Position von Lybid bei 38,2 Grad Ost der Fall, so der Informationsdienst weiter.

Seit Anfang der 1990er arbeitet man in der Ukraine am Projekt eines eigenen Kommunikationssatelliten. Der Bau von Lybid begann schließlich im Jahr 2010. Die Satellitenplattform Express-1000NT stellt der Raumfahrtkonzern Reschetnjow aus dem russischen Schelesnogorsk bereit, die Kommunikationsnutzlast liefert das kanadische Unternehmen MacDonald Dettwiler and Associates (MDA) aus Richmond, welches im Dezember 2009 einen entsprechenden Auftrag aus der Ukraine erhielt. MDA wurden außerdem beauftragt, das Bodensegment für den Satelliten aufzubauen. Neben anderer Infrastruktur soll MDA zwei Kontrollzentren für den Satelliten liefern.

Der Herstellungsprozess des Satelliten hat sich zwischenzeitlich seinem Ende genähert. Unlängst betrachtete man einen Start des Satelliten gegen Ende des Jahres 2013 als realistisch. Am 8. Juni 2012 informierte der Generaldirekor von Reschetnjow, Nikolai Testoedow, laut Satellite TODAY jedoch darüber, dass es wegen der fast anderthalb Jahre lang dauernden Diskussion über die zukünftige Position des Satelliten nicht möglich sei, einen Start von Lybid wie geplant im Jahre 2013 durchzuführen. Der Kunde, also die staatliche ukrainische Weltraumagentur, hatte laut Testoedow Probleme bei der Registrierung der künftigen Position und der Frequenzen, auf welchen der Satellit aktiv werden könnte. Mit MDA habe man sich nach Angaben von Testoedow jüngst in Kanada getroffen, um neue Pläne zu machen.

Das Konstruktionsbüro Juschnoje (KB Juschnoje) im ukrainischen Dnipropetrowsk, 1951 in der Sowjetunion als Entwurfsabteilung der Maschinenfabrik Juschnoje (PO Juschmasch) gegründet, wird nach derzeitigem Stand die zum Transport von Lybid ins All benötigte Trägerrakete des Typs Zenit-3SLBF beisteuern. Das KB Juschnoje beschreibt Lybid als Raumfahrzeug mit einer Gesamtmasse von 1.200 kg, von denen 1.037 kg auf den Satellitenbus und 163 kg auf die Nutzlastabteilung mit der Kommunikationsnutzlast entfallen. Letzere soll mit 30 Ku-Band-Transpondern für Frequenzen von 11, 12 und 14 GHz ausgerüstet werden. Die Transponder der Kommunikationsnutzlast werden laut KB Juschnoje einen Stromverbrauch von 2.894 Watt haben. Dem von zwei Solarzellenauslegern mit Strom versorgten Satelliten spricht KB Juschnoje eine aktive Lebensdauer zwischen 12 und 15 Jahren zu.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Eutelsat, ITAR-TASS, KB Juschnoje, Satellite TODAY, ukraine-nachrichten.de)



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Mars Aktuell: Methan auf dem Mars stammt nicht von Leben von Redaktion



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» Methan auf dem Mars stammt nicht von Leben
02.06.2012 - Vor gut 9 Jahren galt die Entdeckung von Methan in der Marsatmosphäre noch als spektakuläre Entdeckung und Hinweis für Leben auf dem roten Planeten. Doch Wissenschaftler haben jetzt eine weit belanglosere Erklärung für die Existenz des Methans gefunden.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Chemie in Mainz und der Universitäten in Utrecht und Edinburgh haben mit einem Experiment harausgefunden, dass das Methan auf dem Mars von Meteoriten und nicht von Bakterien stammen könnte. Dafür bestrahlten sie Bruchstücke vom Murchison-Meteorit unter Mars-ähnlichen Bedingungen mit starkem ultraviolettem Licht. Dadurch wurden sehr schnell größere Mengen an Methan freigesetzt, welche hochgerechnet die in der Atmosphäre des Mars’ gemessenen Methanwerte erklären könnten. Es zeigte sich, dass durch Bestrahlung des Meteoritenmaterials mit dem UV-Licht durch Zersetzung bis zu 787 Tonnen Methan jährlich produziert werden könnten, so dass die Methanmenge auf dem Mars damit auch ohne lebende Organismen erklärt werden kann.

Nach Ansicht der Forscher entsteht Methan durch die Bestrahlung mit dem energiereichen UV-Licht aus unzähligen kleinen Mikro-Meteoriten und interplanetaren Staubteilchen, welche aus dem Weltall auf der Marsoberfläche auftrafen. Bis jetzt konnte keine der früheren Theorien vollständig die Freisetzung von 200 bis 300 Tonnen Methan pro Jahr erklären. Das Experiment der Forscher hat für die Suche nach Leben auf dem Mars und anderen Planeten natürlich erhebliche Konsequenzen. Es schwächt die Vermutung über noch heute existierende Mikroben im Untergrund des Mars’. Die ähnliche Atomzusammensetzung vom freiwerdenden Methangas aus biologischen wie geochemischen Quellen machen aber eine definitive Zuordnung schwierig.

Der 4,6 Milliarden Jahre alte Murchison-Meteorit schlug 1969 in der australischen Stadt Murchison ein. Nach den Aussagen der Wisssenschaftler enthält dieser Meteorit mehrere Prozent Kohlenstoff und hat eine ähnliche chemische Zusammensetzung wie die Hauptmenge des Meteoritengesteins, welches auf der Marsoberfläche zu finden ist. Da Mars über keine Ozonschicht verfügt, trifft die UV-Strahlung der Sonne fast ungefiltert auf die Oberfläche. Die Forscher setzten für das Experiment eine äquivalente Menge an UV-Strahlen ein. Dieser Mechanismus könnte auch erklären, warum die Marsatmosphäre am Äquator und in den wärmeren Bereichen besonders viel Methan enthält, denn die senkrecht zur Oberfläche einfallende Sonnenstrahlung ist pro Quadratzentimeter gemessen energiereicher als an den Polen.

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(Autor: Gertrud Felber - Quelle: Max-Planck-Gesellschaft, NASA)


» Mars Express: Yardangs auf dem Mars
07.06.2012 - Die heute veröffentlichten Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen den Danielson-Krater und die darin befindlichen Yardang-Felder. Diese Strukturen könnten Hinweise auf Klimaschwankungen liefern, denen der Mars aufgrund einer sich periodisch verändernden Neigung seiner Rotationsachse ausgesetzt ist.
Die auf der nördlichen Hemisphäre des Mars’ gelegene Region Arabia Terra bildet eine Übergangszone zwischen dem südlichen Marshochland und der rund um den Nordpol verlaufenden nördlichen Tiefebene. In diesem Gebiet existiert eine Vielzahl an unterschiedlich großen Impaktkratern, welche mit Ablagerungen aus verschiedenen Materialien gefüllt und die im Laufe der Zeit durch Umwelteinflüsse stark erodiert sind.

Am 19. März 2012 überflog die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express während ihres Marsorbits Nummer 10.468 den westlichen Bereich des Arabia Terra und bildete das Gebiet mit der High Resolution Stereo Camera (HRSC), einem der insgesamt sieben wissenschaftlichen Instrumente an Bord des Marsorbiters ab.

Dabei gerieten zwei dicht nebeneinander liegende, von ihrem äußeren Erscheinungsbild her jedoch sehr unterschiedliche Krater in das Blickfeld der HRSC-Kamera. Aus einer Überflughöhe von mehreren hundert Kilometern erreichte die Kamera dabei eine Auflösung von etwa 26 Metern pro Pixel. Der auf diesen Aufnahmen erkennbare, etwa 60 Kilometer durchmessende Danielson-Krater ist von zahlreichen sogenannten Yardangs geprägt. Der unmittelbar südlich des Danielson-Kraters gelegene und mit einem Durchmesser von rund 33 Kilometern nur etwa halb so große Kalocsa-Krater zeigt dagegen keine vergleichbaren Geländestrukturen.

Wie bei vielen anderen Kratern in der Region des Arabia Terra ist auch der Grund des Danielson-Kraters mit geschichteten Sedimentablagerungen bedeckt. Im Laufe der Zeit wurden diese Sedimentschichten jedoch durch die erosiven Kräfte des Windes beeinflusst und dabei teilweise wieder abgetragen. Die so entstandenen Geländeformen werden als Yardangs bezeichnet. Bei diesen auch von unserem Heimatplaneten her bekannten Strukturen handelt es sich um mehr oder weniger stromlinienförmig gestaltete Gesteinsrücken, welche durch die erosiven Kräfte des Windes gebildet wurden. Durch die meist parallele Anordnung der Gesteinsrücken lässt sich die Windrichtung nachvollziehen, die während des Erosionsprozesses vorgeherrscht haben muss.

Yardangs werden im Laufe der Zeit von den Sandkörnern, welche der Wind mit sich führt, wie mit einem Sandstrahlgebläse aus dem Gestein "herausgefräst". Wehen die Winde dabei über einen längeren Zeitraum in die gleiche Richtung, so können diese dabei regelrechte Windgassen bilden, durch welche der Prozess der Yardang-Bildung noch weiter beschleunigt wird. Der Name "Yardang" entstammt aus der uigurischen Sprache und bedeutet ins Deutsche übersetzt in etwa "steiler Sandwall". Geprägt wurde der Begriff durch den schwedischen Wissenschaftler und Forschungsreisenden Sven Hedin, welcher in der zentralasiatischen Wüste Lop Nor solche Gesteinsformationen beobachtete und im Jahr 1903 erstmals wissenschaftlich beschrieb.

Im Rahmen der Entstehung der Yardangs im Danielson-Krater muss der auf die Oberfläche einwirkende Wind vornehmlich aus der nord-nordöstlichen Richtung geweht haben. Die Planetologen vermuten, dass die Sedimente bei diesem Prozess zunächst durch den Wind in das Innere des Kraters transportiert wurden und dort mit Wasser in Kontakt traten. Dies hatte eine Verfestigung der Lockersedimente zur Folge. In einer zu einem späteren Zeitpunkt erfolgenden Trockenperiode der Marsgeschichte wurden die so entstandenen Gesteine dann wieder abgetragen. Manche Wissenschaftler vermuten, dass die erkennbaren Wechsellagen der einzelnen Sedimentschichten ein Hinweis auf Klimaschwankungen auf unserem Nachbarplaneten sein könnten, welche durch eine in periodischen Abständen erfolgende Verschiebung der Rotationsachse des Mars ausgelöst werden.

Die Einwirkung des Windes ist auch an einem 30 Kilometer langen Dünenfeld im Inneren des Kraters zu erkennen, welches sich allerdings erst in der jüngeren geologischen Vergangenheit gebildet hat. Die dunkle Färbung des Sandes rührt sehr wahrscheinlich von vulkanischem Material her. Hierbei könnte es sich entweder um Vulkanasche oder um zu Sand und Staub verwitterte Vulkangesteine handeln. Der dunkle Sand bildet dabei einen starken optischen Kontrast zu der ansonsten typischerweise ockerfarbenen Planetenoberfläche.

Der kleinere, lediglich 33 Kilometer durchmessende Kalocsa-Krater präsentiert sich dagegen in einem vollkommen anderen Erscheinungsbild. Hier sind keine geschichteten Sedimentablagerungen oder Yardangs zu erkennen. Möglicherweise ist die im Vergleich zum Danielson-Krater geringere Tiefe des Kalocsa-Kraters der Grund für das Fehlen dieser Strukturen. Der Danielson-Krater reicht etwa 1.000 Meter tiefer in den Untergrund der Marsoberfläche als der Kalocsa-Krater.

Somit könnte dort eventuell ein in der Vergangenheit in dieser Region vorhandenes tiefer gelegenes Grundwasserreservoir freigelegt worden sein, was zu der Sedimentverfestigung am Grund des Danielson-Kraters geführt haben könnte. Der höher gelegene Boden des Kalocsa-Kraters wurde dagegen nicht von dem Grundwasser erreicht. Eine andere Hypothese geht davon aus, dass der Kalocsa-Krater erst zu einem späteren Zeitpunkt entstand, als der Mars seine flüssigen Wasservorkommen aufgrund eines dramatischen Klimawandels bereits verloren hatte.

Ebenfalls auffallend ist eine mächtige Lavadecke im unteren Bildabschnitt (östlich der beiden Krater) und eine Geländestufe, welche den Übergang zu einem tiefer gelegenen Terrain im Bildabschnitt markiert (zu erkennen im oberen linken Teil des Bildes). Hier ragt ein Teil des Auswurfmaterials des kleineren Kalocsa-Kraters wie eine Landzunge in das tiefer gelegene Gebiet. Am Rand dieser Auswurfdecke ist ein kleiner, etwa fünf Kilometer durchmessender, aufgefüllter Krater zu sehen. Das legt die Vermutung nahe, dass sich die Auswurfdecke in der Vergangenheit weiter in das Vorland erstreckte. In dieser Region sind außerdem eine Vielzahl kleiner, noppenförmiger Hügel zu erkennen. Hierbei handelt es sich vermutlich um die Restberge eines ehemals weiter reichenden, höheren Oberflächenniveaus.

Die hier gezeigten Farbansicht des Arabia Terra wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- bzw. rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Das weiter unten zu sehende Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal der Kamera abgeleitet. Des Weiteren können die Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wird, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten.

Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Sonde Mars Express wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern.

Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten Mars Express-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

Weitere während des Orbits Nummer 10.468 durch die HRSC-Kamera angefertigte Aufnahmen des Danielson-Kraters finden Sie auf der entsprechenden Internetseite der FU Berlin. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders gut zur Geltung.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: FU Berlin, DLR, ESA)


» Mars Odyssey mit Reaktionsradproblem
09.06.2012 - Der Marsorbiter Mars Odyssey der US-amerikanischen Weltraumagentur (NASA) hat sich am 8. Juni 2012 in einen sogenannten Sicherheitsmodus versetzt, nachdem eines der Reaktionsräder zur Lageregelung ein auffälliges Verhalten gezeigt hatte.
An Bord von Mars Odyssey, der am 7. April 2001 gestartet wurde und seit dem 24. Oktober 2001 um den Mars kreist, finden sich vier Reaktionsräder. Drei von ihnen werden für das Standard-Lageregelungsverfahren benötigt, ein viertes steht als Reserve zur Verfügung.

Nach Angaben des Missionsmanagers Chris Potts vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) im kalifornischen Pasadena in den USA sieht es so aus, als beschränkten sich die Schwierigkeiten auf eines der Reaktionsräder. Das Raumfahrzeug befindet sich laut Potts in sicherem Zustand.

Man beabsichtigt jetzt, den Zustand der einzelnen Reaktionsräder genau zu analysieren und dann das weitere Vorgehen zu überlegen. In den kommenden Tagen will man einen Zeitplan zur vollständigen Wiederinbetriebnahme des Marsorbiters erarbeiten.

Weil der Auslöser des Sicherheitsmodus’ das Fehlverhalten eines einzelnen Reaktionsrades war, hat sich das Computersystem von Mars Odyssey nicht neu gestartet, wie es in der Vergangenheit nach dem Auftreten verschiedener Probleme geschehen war. Ein Neustart war nicht erforderlich.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA/JPL)


» Marsrover Curiosity: Landezone verkleinert
12.06.2012 - Curiosity soll bei seiner Landung im Gale-Krater deutlich näher an dem dort befindlichen Zentralberg niedergehen als ursprünglich vorgesehen. Damit verkürzt sich auch der Zeitraum bis zum Beginn der eigentlichen Forschungsmission um voraussichtlich mehrere Monate.
Am 6. August 2012 wird der von der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA betriebene Marsrover Curiosity nach einem interplanetaren Flug über eine Distanz von rund 567 Millionen Kilometern unseren äußeren Nachbarplaneten erreichen und gegen 07:31 MESZ unmittelbar südlich des Mars-Äquators im Inneren des Gale-Kraters landen (Raumfahrer.net berichtete). Laut der ursprünglichen Planung der NASA sollte der Rover dabei in einer Landeellipse im nordwestlichen Bereich dieses 154 Kilometer durchmessenden Kraters niedergehen, welche über eine Ausdehnung von etwa 20 x 25 Kilometern verfügt.

Die während der letzten Monate erfolgten eingehenden Analysen des bei dieser Landung erstmals verwendeten "Sky Crane"-Landeverfahrens haben die Ingenieure des für die Durchführung der Curiosity-Mission verantwortlichen Jet Propulsion Laboratory (JPL) jetzt zu dem Entschluss kommen lassen, die ursprünglich vorgesehenen Landeellipse deutlich zu verkleinern. Aktuell ist mittlerweile eine Landung in einer Zone vorgesehen, welche lediglich noch über die Abmessungen von etwa 7 x 20 Kilometern verfügen soll.

Die Auswahl der neuen Landeellipse hat zur Folge, dass Curiosity voraussichtlich deutlich näher an einem im Inneren des Gale-Kraters gelegenen Zentralberges niedergehen wird als ursprünglich vorgesehen. Dieser von den NASA-Mitarbeitern mit dem inoffiziellen Namen "Mount Sharp" versehene Berg (die offizielle Bezeichnung dieses Berges des für die Vergabe von Namen auf Objekten des Sonnensystems verantwortlichen USGS lautet "Aeolis Mons") erreicht eine Höhe von bis zu 5,5 Kilometern über dem Bodenniveau und ragt somit noch mehrere hundert Meter über den bis zu 5.000 Meter hohen Kraterwall hinweg, welcher den Gale-Krater umschließt.

Ganz speziell diesem Zentralberg gilt das allgemeine Interesse der an dieser Mission beteiligten Wissenschaftler. Zuvor von diversen Marsorbitern gewonnene Daten zeigen, dass sich der Mount Sharp aus geschichteten Gesteinsablagerungen zusammensetzt, deren detaillierte Untersuchung weitere Aufschlüsse über die geologische und klimatologische Entwicklungsgeschichte des Mars ermöglichen wird. Außerdem konnten in der unmittelbaren Umgebung dieses Berges verschiedenen Tonminerale und Sulfate nachgewiesen werden, welche sich nur infolge einer früheren Interaktion der dortigen Marsoberfläche mit flüssigem Wasser gebildet haben können.

Zugleich bedeutet diese Neuauswahl des Landegebietes allerdings, dass einige als "Fans" bezeichnete Strukturen im Bereich des Gale-Kraters wohl außerhalb der Reichweite Curiositys liegen werden. Bei diesen Fächerstrukturen handelt es sich eventuell um die Überreste kleinerer Flussdeltas, welche eventuell durch die direkte Einwirkung von Wasser entstanden sein könnten.

"Wir haben die Strecke, welche der Rover nach seiner Landung [bis zum Erreichen des Berges] fahren muss, um fast die Hälfte reduziert", so Pete Theisinger, der Projektmanager der Curiosity-Mission vom JPL. Laut den aktuellen Planungen sollte es somit möglich sein, den Fuß des Zentralberges bereits innerhalb der ersten vier Monate der vorerst auf ein Marsjahr - dies entspricht in etwa 23 irdischen Monaten - ausgelegten Mission zu erreichen. Trotz der Verschmalerung des vorgesehenen Landestreifens besteht dabei laut der JPL-Mitarbeiter keine Gefahr, dass Curiosity in einem Gebiet niedergeht, wo die zu den Ausläufern des Mount Sharp gehörenden steilen Berghänge das erfolgreiche Landen des Rovers beeinträchtigen werden.

Allerdings wird Curiosity nicht bereits unmittelbar nach der erfolgreichen Landung "Vollgas" geben. Vielmehr werden die ersten Tage nach der Landung damit verbracht, alle Systeme des Rovers ausführlichen Systemchecks zu unterziehen. Erst anschließend wird Curiosity seine Fahrt antreten. Auch hierbei wird zumindestens in den ersten Wochen ein eher gemächliches Tempo angeschlagen werden. Niemals zuvor wurde ein vergleichbar schwerer Rover über die Oberfläche des Mars dirigiert. Insofern benötigen die für die Steuerung des Rovers verantwortlichen Mitarbeiter der Mission eine gewisse "Eingewöhnungsphase", um sich sowohl mit den speziellen Fahreigenschaften Curiositys als auch mit den Eigenschaften des Geländes näher vertraut zu machen.

Zwecks der Durchführung einer erfolgreichen Landung in der verkleinerten Landeellipse wurde der Rover in den vergangenen Wochen mit einer aktualisierten Lande-Software für dessen Sky Crane versehen. Auf dem 567 Millionen Kilometer langen Weg zum Mars hat Curiosity bis zum heutigen 12. Juni über 466 Millionen Kilometer zurückgelegt. Derzeit befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 176,3 Millionen Kilometern zur Erde. Die direkte Entfernung zum Mars beträgt dagegen rund 17 Millionen Kilometer.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL)



 

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ISS Aktuell: Dragon im Wasser - SpaceX triumphiert von Redaktion



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» Dragon im Wasser - SpaceX triumphiert
31.05.2012 - Mit der heutigen Wasserung der Dragonkapsel hat SpaceX sein Demonstrationsprogramm für die ISS-Versorgung erfüllt und die regulären Versorgungsflüge können ab Herbst beginnen.
Heute ist die erste ISS-Mission von SpaceX erfolgreich zu Ende gegangen. Um 17.42 Uhr MESZ wasserte die Dragonkapsel im Pazifik, ein paar hundert Kilometer westlich von Kalifornien. Bereits heute morgen wurde Sie mit dem Roboterarm von der ISS abgekoppelt und hatte mehrere Brennvorgänge für den Wiedereintritt eingeleitet. Mit an Bord bringt Dragon über 600 kg an Experimenten und anderen Dingen auf die Erde. Beim Wiedereintritt musste die Dragonkapsel Temperaturen von mehreren Tausend Grad überstehen. Dragon benutzt einen Hitzeschild namens PICA-X, eine von SpaceX weiterentwickelte Variante des Hitzeschilds der Stardustmission der NASA. Nach dem Wiedereintritt wurden erst zwei Bremsfallschirme ausgeworfen, bevor danach die drei Hauptfallschirme die Kapsel auf eine für eine Wasserung ausreichend kleine Geschwindigkeit abbremsten. Die Missiondauer betrug insgesamt 9 Tage, 7 Stunden und 58 Minuten.

Wie geht es weiter?

Nach der Wasserung wird die Kapsel nun schnell an Land gebracht, von wo sie sofort auf das Texasgelände von SpaceX gebracht werden soll. In der Kapsel befinden sich noch giftige hypergole Treibstoffe, die enttankt werden müssen, bevor man sich daran machen kann, die Kapsel auseinanderzunehmen und zu untersuchen.

Nachdem SpaceX mit diesem Erfolg das Commercial Orbital Transportation Services-Programm (COTS) erfolgreich beendet hat, stehen nun 12 ISS-Versorgungsflüge im Rahmen des ISS Commercial Resupply Services-Programms (CRS) an. Dabei bekommt SpaceX 1,6 Millarden Dollar insgesamt, also durchschnittlich 133 Millionen Dollar pro Flug. Für COTS hat SpaceX bereits 400 Millionen kassiert, zusätzlich kommen weitere 400 Millionen Dollar für die bereits im Bau befindliche CRS-Hardware.

Neben SpaceX gibt es noch eine weitere Firma, Orbital Sciences, im NASA-COTS-Programm. Diese plant den Jungfernflug ihrer Antares-Rakete für August 2012, und die erste ISS-Mission der Kapsel Cygnus ist für Dezember 2012 angesetzt.

Ein großer Erfolg für SpaceX und die NASA

Für SpaceX ist es eine beeindruckende Demonstration der eigenen Leistungsfähigkeit. Der Erfolg zeigt, dass man seit den drei Falcon-1-Fehlstarts zwischen 2006 und 2008 gereift ist. Der Auftrag für die Entwicklung der Falcon-9-Rakete und der Dragon-Kapsel hatte SpaceX erst 2006 bekommen. Das bedeutet, dass das gesamte Projekt in 6 Jahren durchgezogen wurde. Eine beachtlich kurze Zeit im heutigen Raumfahrtgeschäft. Das Ganze war auch besonders günstig, nur ca. 800 Millionen Dollar an NASA-Mitteln sind bisher an SpaceX geflossen. Für die Entwicklung einer neuen Rakete und eines Raumschiffes, wo es normalerweise um mehrere Milliarden geht, eine beeindruckend kleine Summe. So kostet allein die neue Ariane-5-ME-Oberstufe mit 1,4 Milliarden Euro (ca. 1,7 Milliarden Dollar) mehr als das Doppelte.

Für die NASA ist die Mission ebenfalls ein großer Erfolg. Die NASA, die in letzter Zeit durch massive Kostenanstiege in Milliardenhöhe beim inzwischen gestrichenen Constellationprogramm oder bei JWST Schlagzeilen gemacht hat, kann sich ebenfalls über das Ergebnis freuen. Obwohl es einen moderatoren Kostenanstieg von 300 Millionen Dollar beim COTS-Programm (Commercial Orbital Transportation Services) gegeben hat, ist der finanzielle Rahmen insgesamt immer noch sehr überschaubar in Bezug auf das gesamte NASA-Budget. Das COTS-Management-Modell soll jetzt auch auf den geplanten kommerziellen Crewtransport übertragen werden, wo die Ausschreibung gerade unterwegs ist und SpaceX mit diesem Erfolg sicher ein Top-Anwärter auf den Auftrag ist. Neben SpaceX gibt es noch andere aussichtsreiche Bewerber z.B. Boeing oder Sierra Nevada Corporation. Genau wie bei COTS sollen auch wieder zwei Konzepte finanziell gefördert werden.

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(Autor: Tobias Willerding - Quelle: SpaceX, NASA)



 

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"InSpace" Magazin #469
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
14. Juni 2012
Auflage: 4666 Exemplare


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