InSpace Magazin #456 vom 14. Dezember 2011

InSpace Magazin
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"InSpace" Magazin

Ausgabe #456
ISSN 1684-7407


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Updates / Umfrage

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Nachrichten der Woche

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ESA-Unterstützung für Fobos-Grunt vorerst eingestellt

> Saturn Aktuell:
Cassinis Saturnorbit Nummer 159

> ISS Aktuell:
ISS bereit für Dragon-Demo-Flug

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

eine Rakete trägt ein Flugzeug in den Erdorbit... das klingt ja einigermaßen vertraut nach ca. 30 Jahren Space Shuttle. Es geht aber auch anders herum: Ein Flugzeug trägt eine Rakete... nein, nicht bis in den Erdorbit, aber immerhin bis in die Stratosphäre, von wo die Rakete dann bis in den Orbit aufsteigt. Mehr dazu können Sie in der Meldung "Paul Allen stellt Projekt Stratolaunch vor" in dieser Ausgabe von Inspace nachlesen.

Axel Orth
Redakteur Raumfahrer.net

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Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast erscheint mehrmals die Woche und behandelt tagesaktuelle Themen unserer Newsredaktion. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

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News

• Chinesischer Navsat Compass IGS5 gestartet «mehr» «online»
• Eutelsat benennt große Flottenteile um «mehr» «online»
• Nanosail-D2-Mission beendet «mehr» «online»
• NASA bestellt TDRS M «mehr» «online»
• AsiaSat 7 manövrierte wie geplant «mehr» «online»
• Kepler bestätigt Exoplanet in habitabler Zone «mehr» «online»
• INSAT 2E: Progammanbieter fürchten Außerdienstellung «mehr» «online»
• GloNaSS weltweit verfügbar «mehr» «online»
• Namen von chinesischen Astronauten entlarvt «mehr» «online»
• Startdatum für COTS 2/3 festgelegt «mehr» «online»
• NOAA beendet Einsatz von GOES 11 «mehr» «online»
• Lutsch 5A und Amos 5 im All «mehr» «online»
• Taurus II heißt nun Antares «mehr» «online»
• Japanischer Radaraufklärer gestartet «mehr» «online»
• Paul Allen stellt Projekt Stratolaunch vor «mehr» «online»
• Neues ESA-Geld für die ISS «mehr» «online»
• China: YaoGan 13 gestartet «mehr» «online»


» Chinesischer Navsat Compass IGS5 gestartet
01.12.2011 - Am 1. Dezember 2011 wurde der zehnte chinesische Navigationssatellit für das Satellitennavigationssystem Beidou 2 in den Weltraum transportiert. Sein Ziel ist ein inklinierter geosynchroner Orbit ca. 35.786 Kilometer über der Erde.
Der Start erfolgte um 22:07 Uhr MEZ von der Rampe Nr. 3 des Startgeländes Xichang (Xichang Satellite Launch Center, XSLC) in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Es handelte sich um einen Nachtstart, vor Ort war es zu diesem Zeitpunkt 5:07 Uhr und der 2. Dezember 2011 bereits angebrochen. Transportiert wurde der Satellit von einer dreistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 3A (Chang Zheng-3A, CZ-3A). Sie flog die 151. Weltraummission einer Rakete aus der Serie Langer Marsch. Das von ihr ins All gebrachte Raumfahrzeug wird entsprechend seiner Bezeichnung Compass IGS5 auf einer inklinierten geosynchronen Bahn um die Erde ziehen. Es basiert auf dem Satellitenbus DFH-3, hat eine Masse von rund 2.200 Kilogramm und soll eine Auslegungsbetriebsdauer von acht Jahren erreichen.

Das chinesische Satellitennavigationssystem Compass wird, wenn die aktuellen Planungen umgesetzt werden, in seiner endgültigen Ausbaustufe einmal aus 30 Satelliten bestehen. Im Jahr 2000 begann China mit dem Einsatz eigener Navigationssatelliten. Um dem Ziel der Unabhängigkeit vom US-amerikanischen GPS näher zu kommen, schickte man Ende 2000 zunächst zwei Satelliten zum Einsatz in einer Testkonstellation, Beidou genannt, ins All. 2003 und 2007 folgten zwei weitere Satelliten für das experimentelle System. Anschließend begann man mit dem Aufbau des Betriebsnetzes, das auch Beidou 2 genannt wird. Eine weltweite Abdeckung mit chinesischen Navigationssatelliten soll nach dem derzeitigem Planungsstand im Jahre 2020 erreicht sein.

Compass IGS5 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.948 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-073A.

Startvideo:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: CCTV, beidou.gov.cn, Xinhua)


» Eutelsat benennt große Flottenteile um
02.12.2011 - Der europäische Kommunikationssatellitenbetreiber Eutelsat hat sich entschlossen, einem Großteil der Satelliten der eigenen Flotte neue Bezeichnungen zu geben.
Eutelsat gab am 1. Dezember 2011 bekannt, dass alle eigenen Satelliten ab dem 1. Mai 2012 das Wort Eutelsat in ihrer Bezeichnung führen sollen, dem eine Zahl zur Kennzeichnung der Orbitalposition und ein Buchstabe zur Unterscheidung bei Kolokation folgen.

Aus Eutelsat W6 beispielsweise, der bei 21,5 Grad Ost im Geostationären Orbit positioniert ist, wird Eutelsat 21A. Eutelsat W6A, der ebenfalls bei 21,5 Grad Ost im Geostationären Orbit eingesetzt werden soll, wird zu Eutelsat 21B.

Laut Eutelsat sind Namensänderungen für bereits im All befindliche Satelliten wie folgt vorgesehen:

  • Atlantic Bird 1 bei 12,5 Grad West >> Eutelsat 12 West A
  • Atlantic Bird 2 bei 8 Grad West >> Eutelsat 8 West A
  • Atlantic Bird 7 bei 7 Grad West >> Eutelsat 7 West A
  • Atlantic Bird 3 bei 5 Grad West >> Eutelsat 5 West A
  • Eutelsat 3A bei 3 Grad Ost >> Eutelsat 3A
  • Eutelsat 3C bei 3 Grad Ost >> Eutelsat 3C
  • Eutelbird 4A bei 4 Grad Ost >> Eutelsat 4A
  • Eutelsat W3A bei 7 Grad Ost >> Eutelsat 7A
  • Eurobird 9A bei 9 Grad Ost >> Eutelsat 9A
  • KA-SAT bei 9 Grad Ost >> Eutelsat KA-SAT 9A
  • Eutelsat W2A bei 10 Grad Ost >> Eutelsat 10A
  • Hot Bird 6 bei 13 Grad Ost >> Eutelsat Hot Bird 13A
  • Hot Bird 8 bei 13 Grad Ost >> Eutelsat Hot Bird 13B
  • Hot Bird 9 bei 13 Grad Ost >> Eutelsat Hot Bird 13C
  • Eutelsat W3C bei 16 Grad Ost >> Eutelsat 16A
  • Eurobird 16 bei 16 Grad Ost >>Eutelsat 16B
  • SESAT 1 bei 16 Grad Ost >> Eutelsat 16C
  • Eutelsat W6 bei 21,5 Grad Ost >> Eutelsat 21A
  • Eurobird 2 bei 25,5 Grad Ost >> Eutelsat 25A
  • Eurobird 1 bei 28,5 Grad Ost >> Eutelsat 28A
  • Eurobird 3 bei 33 Grad Ost >> Eutelsat 33A
  • Eutelsat W4 bei 36 Grad Ost >> Eutelsat 36A
  • Eutelsat W7 bei 36 Grad Ost >> Eutelsat 36B
  • Eutelsat W48 bei 48 Grad Ost >> Eutelsat 48A
  • Eutelsat W5 bei 70,5 Grad Ost >> Eutelsat 70A


Geplante bzw. in Bau befindliche Satelliten will man wie folgt umbenennen:

  • Eutelsat 3B bei 3 Grad Ost >>Eutelsat 3B
  • Eutelsat W3D bei 7 Grad Ost >> Eutelsat 7B
  • Eurobird 9B bei 9 Grad Ost >> Eutelsat 9B
  • Eutelsat W6A bei 21,5 Grad Ost >> Eutelsat 21B
  • Eurobird 2A bei 25,5 Grad Ost >> Eutelsat 25B
  • Eutelsat W5A bei 70,5 Grad Ost >> Eutelsat 70B


Die Satelliten anderer Eigentümer, SESAT 2, TELECOM 2D und TELSTAR 12, erhalten keine neuen Bezeichnungen.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Eutelsat)


» Nanosail-D2-Mission beendet
02.12.2011 - Mit dem Verglühen des Nanosatelliten in den dichten Schichten der Erdatmosphäre geht ein erfolgreiches Experiment zur Erforschung der Bremswirkung von Sonnensegeln zu Ende.
Nanosail D2 war am 20. November 2010 gemeinsam mit 7 anderen Kleinsatelliten an der Spitze einer Minotaur 4 von Kodiak Island in Alaska (USA) aus ins All gestartet. Er befand sich im Inneren des Satelliten FASTSat, dessen Öffnungsmechanismus zunächst nicht funktionierte. Erst am 20. Januar wurde Nanosail-D2 etwas überraschend ausgeworfen und entfaltete sich anschließend planmäßig.

Monatelang konnte er sowohl von NASA-Wissenschaftlern als auch von Amateur-Satellitencracks rund um den Globus beobachtet und seine Bahn vermessen werden. Ende November trat der nur 4 kg schwere Satellit schließlich in die dichten Schichten der Erdatmosphäre ein und verglühte restlos.

Ziel der Mission unter Leitung des Marshall Space Flight Center der NASA war es, das Verhalten des Satelliten möglichst genau zu studieren und damit dessen Fähigkeit, Bahnabsenkungen durch Lichtdruck und Luftwiderstand zu beschleunigen zu verifizieren. Nanosatelliten mit großen Sonnensegeln gelten als eine Möglichkeit, Weltraumschrott aus Erdumlaufbahnen schneller abstürzen zu lassen.

Die Mission erbrachte eine Fülle von Daten über das Verhalten derart passiver Geräte mit großer Oberfläche und geringer Masse. Erste Auswertungen lassen vermuten, dass die zuvor geschaffenen theoretischen Modelle grundlegend korrekt waren. Die genauen Wechselwirkungen zwischen Satellit, oberer Erdatmosphäre und Sonne hängen aber sehr stark von der Sonnenaktivität, dem Anstellwinkel des Segels und der Dichte der oberen Atmosphäre ab. Diese wiederum wird ebenfalls durch die Sonnenaktivität beeinflusst.

Die NASA hatte auf www.nanosail.org zu einem Fotowettbewerb aufgerufen und dafür kleine Preise ausgelobt.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)


» NASA bestellt TDRS M
04.12.2011 - Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtagentur (NASA) gab am 30. November 2011 bekannt, dass sie vom US-amerikanischen Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing einen weiteren Bahnverfolgungs- und Relaissatelliten (TDRS) beziehen wird.
Damit nahm die NASA eine von zwei Möglichkeiten, einen bereits existenten Vertrag mit dem in El Segundo in Kalifornien ansässigen Unternehmen auszuweiten, wahr. Durch den zusätzlichen Satelliten namens TDRS M entstehen der NASA finanzielle Verpflichtungen gegenüber Boeing von rund 289 Millionen US-Dollar. Die Vertragslaufzeit verlängert sich auf Grund der eingelösten Vertragsoption bis April 2024. Nach Angaben der NASA kann Boeing dadurch rund dreihundert Arbeitsplätze in Amerika sichern.

Das TDRS K genannte Gesamt-Programm hatte die NASA mit Boeing im Dezember 2007 verbindlich verabredet. In dessen Rahmen war der Hersteller bislang für einen festgeschriebenen Preis verpflichtet, die Satelliten TDRS K und TDRS L zu entwerfen, zu entwickeln, zusammenzubauen und zu integrieren, zu testen, sie zum Startgelände zu transportieren und beim Start entsprechende Unterstützung bereitzustellen sowie die Tests der Satelliten im Orbit durchzuführen und fortgesetzte Ingenieurleistungen zu erbringen. Im Original-Vertrag gab es eine Option auf eine Ausdehnung auf maximal zwei zusätzliche Satelliten, TDRS M und TDRS N. Für einen Satelliten, nämlich TDRS M, nutzte die Auftraggeberin jetzt diese Möglichkeit. Wie wichtig zuverlässige Kapazitäten zur Bahnverfolgung von und der Kommunikation mit eigenen Raumfahrzeugen sind, hat sich aktuell sehr deutlich am Schicksal der russischen Marssonde Fobos-Grunt gezeigt.

Vermutlich 2015 wird der Einsatz des letzten US-amerikanischen Raumfahrzeugs der ersten von TRW (heute Teil von Northrop Grumman) gebauten TDRS-Generation enden, weshalb die NASA an der Erneuerung der Flotte ihrer Bahnverfolgungs- und Relaissatelliten arbeitet. Die Bestellung von TDRS M als dem dritten Satelliten der dritten Generation ist der erste Schritt der Raumfahrtagentur, das Vorhandensein von missionskritischen Kommunikations- und Überwachungsfähigkeiten für wissenschaftliche Missionen und die bemannte Erkundung des Weltraums sowie für Programme anderer US-Regierungsbehörden ab 2017 sicherzustellen. Der Start von TDRS K, der wie seine Nachfolger auf dem Satellitenbus Boeing 601 (BSS-601) basiert, an der Spitze einer Atlas-V-Rakete ist derzeit für den 12. Juni 2012 geplant. TDRS L soll im Februar 2013 folgen.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Boeing, NASA)


» AsiaSat 7 manövrierte wie geplant
04.12.2011 - Space Systems/Loral (SS/L) aus Palo Alto in Kalifornien berichtete am 28. November 2011, dass der am 25. November 2011 in den Weltraum transportierte Kommunikationssatellit AsiaSat 7 geplante Manöver bis dahin wie vorgesehen erfolgreich ausgeführt hat.
Das Ausfalten der beiden Solarzellenausleger von AsiaSat 7 erfolgte bereits kurz nach dem Aussetzen im All. Zwischenzeitlich hat der 67. von SS/L basierend auf der 1300-er Plattform gebaute und im All befindliche Satellit Brennphasen seines Apogäumsmotors hinter sich gebracht, welche für einen Anhebung seiner Bahn sorgten.

Weitere Brennphasen des Apogäumsmotors und der Einsatz der Lageregelungstriebwerke von AsiaSat 7 werden schließlich eine Positionierung des Satelliten bei 105,5 Grad Ost im geostationären Orbit bewirken.

Ist der Satellit erst einmal wie geplant stationiert, wird er der Ausstrahlung von zahlreichen Fernsehprogrammen dienen. Darüber hinaus ist er als Ersatz für AsiaSat 3S gedacht, der voraussichtlich Ende 2014 seine Arbeit einstellen muss, und sich seit 1997 im All befindet.

Von AsiaSat 7 mit seiner Startmasse von rund 3.813 Kilogramm erhofft sich die in Hong Kong ansässige Asia Satellite Telecommunications Co. Ltd. (Asiasat) eine Lebensdauer von 15 Jahren.

AsiaSat 7 (als Backup für AsiaSat 5 noch AsiaSat 5C genannt) ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.933 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-069A.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: AsiaSat, SS/L)


» Kepler bestätigt Exoplanet in habitabler Zone
06.12.2011 - In der Nacht zum 6. Dezember 2011 gab die US-Weltraumbehörde NASA bekannt, dass das Weltraumteleskop Kepler mit seiner 95-Megapixel-Kamera bestätigen konnte, dass der Planet Kepler-22b tatsächlich existiert und sich in einer habitablen Zone befindet.
Die Suche nach dem extrasolaren Planeten hat bereits im Jahr 2009 begonnen. Nunmehr konnten die Astronomen Kepler-22b das dritte Mal dabei beobachten, wie er vor seinem Zentralgestirn vorbeizog. Damit gilt der 600 Lichtjahre von uns entfernte Planet als bestätigt. Er umkreist den Stern Kepler-22 (GSC-3546-2301) in 290 Tagen. Der Stern ist wie auch unsere Sonne ein Stern der Klasse G. Keppler-22 leuchtet etwas schwächer (sog. G5-Stern) als unsere Sonne (sog. G2-Stern). In Kombination mit der etwas geringeren Entfernung des Planeten zum Stern, liegt er in der habitablen Zone. Damit bezeichnet man den Abstandsbereich, in dem sich ein Planet von seinem Heimatstern aufhalten muss, damit gewisse Eigenschaften auf dem Planeten wie flüssiges Wasser, angemessene Temperatur und UV-Strahlung vorliegen.

Erforderlich ist, dass Wasser dauerhaft in flüssiger Form als Voraussetzung für erdähnliches Leben auf der Oberfläche vorliegen kann, was bei zu nahen oder zu weit entfernten Umlaufbahnen nicht möglich ist. Bei sonnenähnlichen Sternen liegt die habitable Zone zwischen 0,95 und 1,4 Astronomischen Einheiten (1 AE = Abstand zwischen Sonne und Erde). Allerdings ist damit nicht gesagt dass der Planet auch erdähnlich ist oder gar einen „Zwillingsplanet“ darstellt wie die Boulevardmedien behaupten.

Kepler-22b hat den 2,4-fachen Radius der Erde. Unklar ist die Zusammensetzung des Planeten. Es könnte sich um ein Gesteinsplaneten oder auch um einen Gasplaneten handeln. Seine Dichte ist derzeit noch nicht bestimmt worden. Dies soll erst nächstes Jahr erfolgen. Hat er eine erdähnliche Dichte (5,515 g/cm3), so hätte er 13 Erdenmassen und die 2,4-fache Gravitation der Erde. Hat er eine wasserartige Dichte (1 g/cm3) so hätte er nur 2,5 Erdmassen und die Hälfte der Erdgravitation.

Das Bild rechts zeigt die Abhängigkeit der Zusammensetzung eines Planeten von Radius und Masse. Die Möglichkeiten für Keppler-22b sind im grünen Bereich eingezeichnet. Dieser befindet sich über der Erde. Damit ist vielmehr von einem kleinen Gasplaneten auszugehen. Die Annahme von „Der Spiegel“, wonach von einem Gesteinsplaneten mit Wasserbedeckung auszugehen sei, ist nicht hinreichend belegt. Fraglich ist auch, ob tatsächlich von „angenehmen 22 Grad Celsius“ auszugehen ist. Diese Aussage beruht auf der Annahme, dass der Planet eine bestimmte Atmosphäre besitzt und es so zu einem Treibhauseffekt kommt. Dabei handelt es sich jedoch um ein theoretisches Modell. Ohne eine solche Atmosphäre dürfte die Temperatur auf dem Planeten bei -11 Grad Celsius liegen.

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(Autor: Ralf Mark Stockfisch - Quelle: NASA, NewScientist)


» INSAT 2E: Progammanbieter fürchten Außerdienstellung
06.12.2011 - Die erwartete Lebensdauer des indischen Kommunikationssatelliten INSAT 2E ist überschritten. Programmanbieter, deren Programme über den Satelliten verbreitet werden, rechnen mit einer baldigen Außerdiensstellung und befürchten Ausfälle beim Empfang ihrer Programme.
INSAT 2E gelangte am 2. April 1999 auf einer Ariane-4-Rakete in den Weltraum. Er basiert auf dem Satellitenbus I-2K und sollte sich 12 Jahre lang einsetzen lassen. Positioniert ist INSAT 2E im geostationären Orbit bei 83 Grad Ost. Im Falle einer kurzfristigen Abschaltung von INSAT 2E müssten Zuseher von Aakash Bangla, Asianet, DD National, NE TV, Raj TV, Star Vijay, TV 9, UTV Bloomberg und anderen in Bundesstaaten im Nordosten und Süden Indiens Programmausfälle hinnehmen, wenn es den Programmanbietern nicht gelingt, sehr schnell geeignete Transponder auf anderen an passender Position im geostationären Orbit befindlichen Satelliten zu belegen.

Auf Satelliten von AsiaSat, Eutelsat, Intelsat, SES und Thaicom beispielsweise könnten freie Kapazitäten genutzt werden. Indische Anbieter von Satellitenprogrammen benötigen eine Freigabe der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO), wenn sie Dienste auf einen ausländischen Satelliten transferieren möchten. Angesichts knapper Kapazitäten an Bord indischer Kommunikationssatelliten hat die ISRO unbestätigten Berichten zufolge Anbieter, deren Programme bisher über INSAT 2E ausgestrahlt werden, aufgefordert, sich selbständig um Kapazitäten auf anderen Satelliten zu bemühen und entsprechende Transfers durchzuführen.

Nach Fehlstarts indischer Trägerraketen mit indischen Kommunikationssatelliten (mit INSAT 4C im Juli 2006, mit GSAT 4 im April 2010, mit GSAT 5P im Dezember 2010) und einer Reihe von Problemen mit im geostationären Orbit eingesetzten indischen Raumfahrzeugen (INSAT 4B z.B. nur noch mit halber Kapazität seit Juli 2010), sind nutzbare Transponder an Bord indischer Satelliten knapp. Ein Stellungnahme zur aktuellen Situation seitens der ISRO gibt es bis dato nicht.

INSAT 2E ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 25.666 bzw. als COSPAR-Objekt 1999-016A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: MALDAVIN DIGITAL, RapidTVNew)


» GloNaSS weltweit verfügbar
08.12.2011 - Seit heute morgen 6 Uhr MEZ sind 24 Navigationssatelliten des russischen Systems in Betrieb und sorgen damit für eine weltweite Abdeckung mit Ortungssignalen.
Insgesamt befinden sich 31 funktionsfähige Satelliten in 3 verschiedenen Umlaufbahnen. Einige davon werden gegenwärtig auf den regulären Betrieb vorbereitet, andere dienen als Reserve oder sind in einem Wartungsmodus. Mit 24 aktiven Satelliten aber können rund um die Uhr und rund um den Globus Signale von jeweils mindestens 4 Satelliten empfangen werden. Dies ist erforderlich für die genaue Bestimmung der Position zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Das GloNaSS-Projekt startete 1972 in der Sowjetunion, die ersten Satelliten gelangten 1982 ins All. Die erste Generation hatte lediglich eine projektierte Funktionsdauer von etwa 3 Jahren, kam allerdings auf eine durchschnittliche Betriebszeit von 4,5 Jahren. Während der Wendezeit wurde der Betrieb des 1993 für vollständig erklärten Systems immer lückenhafter. Erst im neuen Jahrtausend wurde durch eine besondere Initiative die Erneuerung des Systems als nationales Ziel Russlands konsequent in Angriff genommen. Seit 2001 wurden 37 Satelliten des verbesserten Typs Uragan-M gestartet, zuletzt am 28. November 2011. Allerdings gelangten 3 Satelliten am 5. Dezember 2010 wegen eines Fehlers bei der Betankung der Oberstufe nicht auf Umlaufbahnen.

Der erste Vorläufer eines weiter verbesserten Typs, Uragan-K, wurde ebenfalls in diesem Jahr auf eine Umlaufbahn geschickt. Er dient vor allem Testzwecken. Ab 2013 sollen dann langlebige Satelliten dieses Typs zum Einsatz kommen. Sie bieten mit 10 Jahren eine längere Einsatzdauer, mit einer Zeitstabilität von 10-14 eine höhere Genauigkeit und mit insgesamt 8 Signalen in verschiedenen Frequenzbändern eine bessere Empfangbarkeit der Signale.

In Russland werden seit Jahren speziell auf GloNaSS zugeschnittene Navigationsgeräte, Smartphones, Tablets u.ä. angeboten. Außerdem existiert eine weltweite Kooperation der Navigationssatellitensysteme aus den USA, aus Russland, China und der EU. Mit der Fertigstellung der Systeme Beidou (Kompass) aus China und dem Europäischen Galileo wird um 2020 gerechnet.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, RIA Nowosti, Wikipedia, Skyrocket)


» Namen von chinesischen Astronauten entlarvt
09.12.2011 - Die Namen der zwei Frauen, die in der engeren Auswahl für den Flug mit Shenzhou 9 im Jahr 2012 sind, sind nun an die Raumfahrtcommunity gekommen.
Ihre Namen lauten Major Liu Yang und Hauptmann Wang Yaping. Beide sind erfahrene Pilotinnen der Luftwaffe der Volksbefreiungsarmee und fliegen vor allem Frachtflugzeuge. Ihre Namen waren seit 18 Monaten streng geheim, da China die Namen seiner Raumfahrer erst kurz vor dem Start bekanntgibt. Doch dieses Mal standen ihre Namen auf einem Briefumschlag, der von einer Website für Weltraumbriefmarkensammler angeboten wurde. Dieser stammt offensichtlich aus einem Büro des bemannten chinesischen Weltraumprogramms. Auf diesem haben fünf Männer und zwei Frauen unterschrieben, welche nun als die Gruppe gelten, die zurzeit für die Flüge Shenzhou 9 und Shenzhou 10 trainiert werden. Dass zwei Frauen auch zum chinesischen Astronautenkader gehören, ist schon länger bekannt und bekräftigte China Anfang November nochmals (Raumfahrer.net berichtete).

Die Namen der fünf Männer lauten Zhang Lu, Chen Dong, Cai Xuzhe, Tang Hongbo und Yi Guangfu. Sie gehören höchstwahrscheinlich zur neusten Astronautengruppe Chinas und werden wohl auch neben den Flügen Shenzhou 9 und Shenzhou 10, welche beide die Raumstation Tiangong 1 zum Ziel haben werden, auch die beiden Nachfolgestationen, Tiangong 2 und Tiangong 3, besuchen. Diese werden gegenüber Tiangong 1 modifiziert sein und dienen als Übergang von den ersten, einfachen Raumstationen zur geplanten modularen Raumstation, die China um das Jahr 2020 starten will.

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Raumcon:

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(Autor: Daniel Maurat - Quelle: NASASpaceFlight.com)


» Startdatum für COTS 2/3 festgelegt
10.12.2011 - Gestern gab die NASA bekannt, dass der zweite Start einer von SpaceX gebauten Dragon-Kapsel auf einer Rakete vom Typ Falcon 9 am 7. Februar 2012 stattfinden soll.
Bei diesem dritten Flug einer Falcon 9 und dem zweiten Flug einer Dragon-Kapsel, wobei diese erstmals voll funktionsfähig sein wird, ist das Ziel die Internationale Raumstation ISS, wobei erstmals ein Dockingmanöver durchgeführt werden soll. Diese Mission mit dem Namen COTS 2/3 besteht eigentlich aus zwei separaten Missionen, nämlich COTS 2 und COTS 3. Bei COTS 2 sollte eine Dragon-Kapsel ein Annäherungsmanöver an die ISS durchführen, um die Kommunikation zwischen Raumschiff und Station zu testen. Auch sollte im All über mehrere Tage getestet werden, ob die Kapsel den Weltraumbedingungen standhalten würde. Bei der Mission COTS 3 wäre es schließlich zur Kopplung gekommen. Diese zwei Missionen werden nun nach einem Jahr Diskussionen und Verhandlungen in einem Flug durchgeführt.

Der Start der Kapsel soll am 7. Februar 2011 von der Startanlage 40 der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) in Florida aus stattfinden. Als Träger wird wie bereits erwähnt eine Falcon 9, wie die Dragon ebenfalls von SpaceX gebaut, genutzt. Am 9. Februar, also zwei Tage nach dem Start, soll sich die Dragon erstmals der ISS annähern, um eine Reihe von Sensoren und Systeme zu testen, so etwa die Bedienungskonsole CUCU (Commertial orbital transport services Ultra-high frequency Communication Unit). Am 11. Februar schließlich soll die Kapsel vom Stationsroboterarm Canadarm 2 genommen und am Modul Harmony angekoppelt werden, ähnlich wie das japanische HTV.

Nach der Kopplung können erstmals Astronauten in die Dragon-Kapsel steigen, welche noch keinen Nachschub dabeihaben wird. Dies wird erst bei späteren Missionen der Fall sein. Nachdem die Luken zwischen Dragon und Station geschlossen wurden und die Kapsel wieder abgekoppelt worden ist, wird sie nach 22-tägigem Flug voraussichtlich am 29. Februar 2012 auf der Erde wassern, genauer gesagt im Pazifik.

Geplant war zunächst, zusätzlich zur Dragon-Kapsel zwei Orbcomm-Kommunikationskleinsatelliten in den Orbit mitzunehmen. Da aber die NASA Bedenken bezüglich der Sicherheit der ISS bei einem eventuellen Fehlschlag hat, wird nur ein Kleinsatellit mit der Dragon gestartet.

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(Autor: Daniel Maurat - Quelle: NASASpaceFlight.com, SpaceFlightNow.com, AviationWeek)


» NOAA beendet Einsatz von GOES 11
11.12.2011 - Rund 12 Jahre lieferte der Wettersatellit GOES 11 für die US-amerikanische Wetterbehörde National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) aus dem Geostationären Orbit Beobachtungsdaten. Am 6. Dezember 2011 begann die NOAA mit den Arbeiten zur Außerdienststellung des Erdtrabanten.
Der seit dem 5. März 2010 im All befindliche GOES 15 hat die GOES West (135 Grad West) genannte Position von GOES 11 über dem Pazifik, die ungefähr in der Mitte einer gedachten Linie zwischen Hawai und der Westküst der USA liegt, übernommen. GOES 15, eine weiterentwickelte Konstruktion von Boeing, liefert Daten von höherer Auflösung und mit besserer Bildstabilität.

GOES Ost (75 Grad West) ist derzeit von GOES 13 besetzt. Den Dienst an einer weitere Position, GOES-South America, erledigt derzeit GOES 12. GOES 14 fungiert aktuell als Reservesatellit im Bedarfsfall.

Unter dem Eindruck der zur Neige gehenden Treibstoffvorräte an Bord von GOES 11 hatte die NOAA sich in den vergangenen Monaten auf die Beendigung des Einsatzes von GOES 11 vorbereitet und die erforderlichen Planungen vorgenommen. Der Transfer der Wetterdatenbereitstellung von GOES 11 auf GOES 15 erfolgte am 6. Dezember 2011.

Am 15. Dezember 2011 will die NOAA die Bahn von GOES 11 unter Einsatz von Triebwerken an Bord des Satelliten anheben. Vorgesehen ist eine Steigerung der Flughöhe von GOES 11 um rund 300 Kilometer, so dass er künftig in ausreichend großem Sicherheitsabstand zu den im Geostationären Orbit aktiven Raumfahrzeugen um die Erde ziehen kann.

Der am 3. Mai 2000 gestartete GOES 11 besaß eine Auslegungslebensdauer von 5 Jahren, die er deutlich übertraf. Die Standfestigkeit des Satelliten und seine lange Einsatzdauer sind ein deutliches Zeichen für die gute Arbeit seines Herstellers Space Systems/Loral (SS/L), der Luft- und Raumfahrtagentur NASA und der NOAA mit ihren Partnern, die am Betrieb des Satelliten beteiligt waren.

Eine neue Generation geostationärer Wettersatelliten wird folgen. Der erste Satellit des GOES-R genannten Programms soll den derzeitigen Planungen zufolge im Jahr 2015 ins All gelangen. Von ihm erwartet man die Lieferung von Bildern in kürzeren Abständen mit noch einmal gesteigerte Qualität. Außerdem soll er Aufgaben bei der Erdbeobachtung und Ozeanüberwachung erfüllen und regelmäßig Daten zum Zustand der Erdatmosphäre und der Sonne liefern.

GOES 11 alias GOES L ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 26.352 und als COSPAR-Objekt 2000-022A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NOAA)


» Lutsch 5A und Amos 5 im All
12.12.2011 - Gestern mittag wurden beide Satelliten an der Spitze einer Proton-M-Trägerrakete in eine Erdumlaufbahn transportiert, von der aus sie mit eigenem Antrieb in den Geostationären Orbit gelangen sollen.
Der Start erfolgte gegen 12.17 Uhr MEZ vom Kosmodrom Baikonur aus. Booster und erste Stufe wurden nach wenigen Minuten abgeworfen, die Antriebsphase der zweiten Stufe war nach etwa 9 Minuten beendet. Die Oberstufe vom Typ Bris-M zündete in der Folgezeit insgesamt 7 Mal. Nach der vierten Brennphase wurde der Satellit Lutsch 5A ausgesetzt, nach der fünften folgte ihm Amos 5. Die beiden letzten Antriebsphasen dienen dazu, die Oberstufe in eine niedrigere Umlaufbahn zu bringen, von der aus sie schneller in die dichten Schichten der Erdatmosphäre eintritt und verglüht.

Lutsch 5A ist ein Relaissatellit zur Übertragung von Daten zwischen Orbit und Bodenstationen oder zwischen verschiedenen Orbits. Zusammen mit Lutsch 5B und Lutsch 4, die in den nächsten Monaten starten sollen, wird sich ein die Erde umspannendes Netz ergeben. Damit wird es prinzipiell möglich, von jedem Erdorbit aus und jederzeit Kontakt zu Bodenstationen aufzunehmen. Dazu verfügen Relaissatelliten vom Typ Lutsch über mehrere nachführbare Antennen sowie eine Reihe von Transpondern zum Empfangen und Weiterleiten von Daten, auch Audio und Video von und zur Internationalen Raumstation.

Versuchssatelliten im Lutsch-Programm gab es bereits seit 1985. Insgesamt wurden bis 1995 fünf derartige Satelliten gestartet, die aber nur relativ kurz funktionierten. Der letzte Satellit dieser Serie, Lutsch 2, fiel bereits 1998 aus. Datenintensive Kommunikation zwischen ISS und Bodenstationen lief seitdem immer über entsprechende Einrichtungen im US-basierten Teil der Station.

Die USA verfügen seit den 1980er Jahren über ein erdumspannendes Netz aus Datenrelaissatelliten des Typs TDRS (Tracking and Data Relay Satellites). Das erste derartige Raumfahrzeug startete 1983, insgesamt wurden 10 TDRS gestartet, davon 7 der ersten und 3 der zweiten Generation. Drei neue Satelliten sind für die nächsten Jahre geplant. Auch China besitzt ein Datenrelaissatellitennetz (Tianlian), das gegenwärtig aus 2 Raumfahrzeugen besteht. Für eine Gesamtabdeckung ist ein weiterer Satellit erforderlich und geplant.

Die beiden Satelliten der Serie Lutsch 5 basieren auf dem Satellitenbus Ekspress 1000A von Reschentnjow und haben Massen von nur etwa 1,1 t. Kommunikation erfolgt mit 5 MBit/s im S- und etwa 150 MBit/s im Ku-Band. Die Satelliten sollen 10 Jahre lang funktionieren. Beide Satelliten können auch Signale des Systems COSPAS/SARSAT empfangen und weiterleiten. Dieses System dient dazu, die Positionen in Not geratener Flugzeuge und Schiffe weiterzugeben.

Amos 5 basiert ebenfalls auf einem Satellitenbus von Reschetnjow und verfügt über Antennen, 18 Transponder im C-Band sowie 18 im Ku-Band von Thales Alenia Space. Er soll 15 Jahre lang im Geostationären Orbit betrieben werden und dient vor allem der Ausstrahlung von Fernseh- und Radioprogrammen im Auftrag der israelischen Spacecom Ltd.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Chrunitschew, Reschetnjow, Raumcon, Skyrocket)


» Taurus II heißt nun Antares
12.12.2011 - Die US-amerikanische Fima Orbital Sciences Corporation (OSC) gab heute bekannt, dass man die sich kurz vor ihrem Jungfernflug befindliche Rakete Taurus II nun in Antares umbenannt hat.
Grund für die Namensänderung waren vor allem, eine Verwechslung mit der auch von Orbital vertriebenen Rakete vom Typ Taurus zu verhindern und so die Unterschiede zwischen den beiden Trägern hervorzuheben. Als Namensgeber entschied man sich für einen der hellsten Sterne auf der Nordhalbkugel, den Stern Antares im Sternbild Skorpion.

Die Antares-Rakete hat vor allem zum Ziel, den Frachttransporter Cygnus zur Internationalen Raumstation ISS zu starten sowie mittelschwere Nutzlasten ins All zu tragen. Die Erststufe stammt dabei aus der Ukraine und nutzt Triebwerke aus dem ehemaligen sowjetischen Mondprogramm. Die Zweitstufe ist eine Eigenentwicklung von Orbital und basiert auf der Erststufe der Träger Athena, Taurus und Minotaur 3/4/5. Mit dem Erststart ist im ersten Halbjahr 2012 zu rechnen.

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Raumcon


(Autor: Daniel Maurat - Quelle: OSC)


» Japanischer Radaraufklärer gestartet
13.12.2011 - Am 12. Dezember 2011 wurde ein neuer japanischer Erdbeobachtungssatellit mit einer Radaranlage an Bord ins All gebracht.
Der Start erfolgte am 12. Dezember 2011 um 2:21 Uhr MEZ bei milden Temperaturen um die 14 Grad Celsius und Windgeschwindigkeiten um 3,7 m/s aus nördlicher Richtung von der Startrampe 1 des Yoshinobu-Startkomplexes (YLP-1) an der Südküste der japanischen Insel Tanegashima. Die beim Start rund 285 Tonnen schwere H-IIA-Rakete von Mitsubishi Heavy Industries (MHI) setzte den von Mitsubishi Electric (MELCO) gebauten Satelliten mit der Bezeichnung IGS 7 nach rund zwanzig Minuten Flug im Weltraum ab. Das Raumfahrzeug kreist nun zwischen 487 und 490 Kilometern über der Erde auf einer um rund 97,7 Grad gegen den Äquator geneigten Bahn.

Es war der zwanzigste Flug einer H-IIA-Rakete, der vierzehnte erfolgreiche dieses Raketentyps hintereinander, und der dritte Flug, bei dem ein Radarsatellit aus der Reihe der IGS-Raumfahrzeuge ins All transportiert wurde. IGS steht für Information Gathering Satellite, übersetzt: Satellit zum Sammeln von Informationen. Die Raumfahrzeuge, auf japanisch als joho shushu eisei bezeichnet, gibt es in Ausführungen mit optischen Bilderfassungsystemen und als Radarsatelliten.

Im Regelbetrieb sollen jeweils ein optischer und ein Radaraufklärer auf gleicher Umlaufbahn hintereinanderfliegend Gebiete anderer Staaten, wo für Japan möglicherweise gefährliche Aktivitäten stattfinden könnten, wie zum Beispiel Nordkorea, überfliegen, um Informationen über die jeweilige Situation zu erfassen und weiterzuleiten. Neben der militärischen Nutzung wie der Feststellung gegnerischer Raketenstarts sollen die Satelliten auch für die zivile Fernerkundung eingesetzt werden. Sie bewegen sich auf annähernd polaren Umlaufbahnen in Höhen zwischen 480 und 500 Kilometern über der Erdoberfläche.

Das erste Satellitenpaar aus IGS 1A und IGS 1B war am 28. März 2003 in den Weltraum gelangt. Im selben Jahr, am 29. November, ging ein zusätzliches Satellitenpaar aus IGS 2A und IGS 2B bei der fehlgeschlagenen Mission der H-IIA mit der Flugnummer F6 verloren, weil sich ein ausgebrannter Feststoffbooster nicht wie vorgesehen von der Rakete löste. Die Rakete kam dadurch soweit von der vorgesehenen Flugbahn ab, dass sie zerstört werden musste. Die Düse des von Nissan gebauten Boosters war durchgebrannt, und eine für die Boostertrennung benötigte Einrichtung beschädigt worden. Am 11. September 2006 gelang der Start des optischen Aufklärungssatelliten IGS 3A, und am 24. Februar 2007 konnten IGS 4A und IGS 4B ins All gebracht werden. IGS 5, ein optischer Aufklärungssatellit mit einem verbesserten Bilderfassungssystem, erreichte am 28. November 2009 eine Umlaufbahn um die Erde, ein weiterer solcher am 22. September 2011.

Gelingt die Inbetriebnahme des neuen Satelliten wie geplant, steht dem japanischen Militär wieder ein Radaraufklärer im All zur Verfügung. Die zwei Vorgängersatelliten mit Radaranlagen an Bord waren beide wegen Problemen mit ihren Stromversorgungsanlagen ausgefallen, zuletzt der im Jahr 2007 gestartete Radarsatellit IGS 4A im August 2010 (raumfahrer.net berichtete). Verläuft alles nach Plan, wird IGS 7 in etwa einem halben Jahr regelmäßig Bilder in einer Auflösung im Bereich von einem Meter liefern. Für Entwicklung und Bau des Satelliten gab der Japanische Staat rund 39.800.000.000 Yen aus, für den Start noch einmal 10.300.000.000 Yen.

IGS 7, auch IGS Radar 3 genannt, ist katalogisiert als COSPAR-Objekt 2011-075A.

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: 373news.com, asahi.com, JAXA, NHK, Raumfahrer.net, sacj.org)


» Paul Allen stellt Projekt Stratolaunch vor
13.12.2011 - Dabei soll eine von SpaceX entwickelte Rakete von einem großen Flugzeug in die Luft getragen und ausgeklinkt werden. Diese zündet im Fallen ihre Triebwerke und soll eine Nutzlast in einen Erdorbit transportieren. (Newsbild: Stratolaunchsystems.com)
Paul Allen, Microsoft-Mitgründer und Multimilliardär, verfolgt seit einigen Jahren das Ziel, neue Entwicklungen in der kommerziellen Raumfahrt anzustoßen und zu fördern. In Zusammenarbeit mit Scaled Composites wurden bereits SpaceShipOne und dessen Trägerflugzeug WhiteKnight entwickelt und erprobt, mit dem man 2004 den Ansari X-Prize gewann. Daraus resultierte auch die Entwicklung des SpaceShipTwo und dessen Trägerflugzeug, mit dem gegenwärtig Erprobungsflüge absolviert werden. Allerdings können beide Raumschiffe lediglich ballistische Raumflüge mit einigen Minuten Schwerelosigkeit ausführen.

Das neue Projekt hat den Orbit als Ziel. Entsprechend größer sind die Dimensionen. Das Trägerflugzeug soll eine Spannweite von etwa 117 Metern haben, um 540 t wiegen und über 6 große Motoren verfügen, wie sie auch bei Boeings 747 verwendet werden. Zwischen beiden Rümpfen des von Scaled Composites zu entwickelnden Trägerflugzeugs mit einer Reichweite von 2.400 km und einer Abwurfhöhe von etwa 9.000 m soll eine ca. 220 t schwere und mehr als 36 m lange Rakete montiert werden, die von SpaceX aus der Falcon 9 abgeleitet wird. Damit soll sich eine Nutzlast von mehr als 6 t in einen erdnahen Orbit transportieren lassen.

Für die Verbindung zwischen Träger und Rakete sorgt Dynetics. Die Montage- und Integrationseinheit stellt mechanische und elektrische Verbindungen bereit, sorgt für die thermale Kontrolle und versorgt die Rakete bis zum Ausklinken mit allen notwendigen Flüssigkeiten und Gasen.

Den ersten Test des Systems möchte man in etwa 5 Jahren absolvieren können. Die Operationen zu Vorbereitung und Start sollen im Vergleich zu heutigen Systemen wesentlich vereinfacht werden. Damit will man der kommerziellen und staatlichen Raumfahrt ein bezahlbares und zuverlässiges System zur Verfügung stellen, mit dem letztlich auch bemannte Missionen möglich werden sollen.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: stratolaunchsystems.com)


» Neues ESA-Geld für die ISS
13.12.2011 - Heute unterzeichneten die Europäische Weltraumorganisation ESA und EADS Astrium in Bremen einen Dienstleistungsvertrag über 240 Millionen Euro.
Ziel dieses Zweijahresvertrages ist es, die europäischen Komponenten der Internationalen Raumstation mit dieser ersten Zahlung zu einem Festpreis für die Jahre 2011/2012 und weiterführend bis zum Jahr 2020 zu betreiben. Astrium als Gesamtdienstleister und industrieller Partner der ESA soll mit diesem Vertrag die verschiedenen Aufgaben wie Betrieb der Missionskontrollzentren, Ausbildung von Astronauten, ESA-Wartungs- und Logistikanteile, Weiterführung und Neuentwicklung von Experimenten sowie Kommunikations- & Datenaustausch mit den Bodenstationen durchführen.

ESA-Direktor Thomas Reiter äußerte sich bei der Vertragsunterzeichnung sinngemäß, man habe mit Astrium einen zuverlässigen Partner mit ausreichend Erfahrung in der bemannten Raumfahrt und der Unterhaltung der europäischen ISS-Anteile. Gleichzeitig betonte er die Verabredung von Maßnahmen zur Kosteneinsparung, welche das Budget des Programmes bis 2016 um rund 30 Prozent senken sollen.

Raumcon:


(Autor: Ralf Möllenbeck - Quelle: Astrium, ESA)


» China: YaoGan 13 gestartet
30.11.2011 - China hat erneut einen Satelliten in den Weltraum gebracht, welcher der Fernerkundung dienen soll.
YaoGan 13 gelangte am 29. November 2011 auf einer Trägerrakete vom Typ Langer Marsch 2C (Chang Zheng 2C) in eine Erdumlaufbahn. Gegen 19:50 Uhr MEZ (2:50 Uhr Pekinger Zeit am 30. November) hob die Rakete mit dem Satelliten an der Spitze vom Taiyuan Raumfahrtzentrum in der nordchinesischen Provinz Shanxi ab. Es war der 150. Start einer Rakete des Typs Langer Marsch zu einer Weltraummission, und der 14. erfolgreiche von 15 chinesischen Trägerstarts im Jahr 2011.

Nach offiziellen chinesischen Angaben dient der von der Akademie für Raumflugtechnik Shanghai (SAST, Shanghai Academy of Spaceflight Technology) entwickelte YaoGan 13 wissenschaftlichen Untersuchungen, der Landvermessung, der Erstellung von Erntevorhersagen sowie der Erfassung und Vermeidung von Schäden durch Naturkatastrophen. Kenner chinesischer Raumfahrtprogramme glauben, dass der neue Satellit mit einer Radaranlage mit synthetischer Apertur (SAR) mit einer Auflösung im Bereich von 1,5 Metern ausgestattet ist und künftig möglicherweise als Nachfolger von YaoGan 6 zum Einsatz kommen wird. Das erste Raumfahrzeug der Reihe YaoGan, der von westlichen Beobachtern militärischen Aufgaben unterstellt wird, war im Jahr 2006 ins All transportiert worden. YaoGan bedeutet Fernerkundung.

YaoGan 13 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.941 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-072A.

Startvideo:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: CALT, CCTV, CRI, Xinhua)



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Mars Aktuell: ESA-Unterstützung für Fobos-Grunt vorerst eingestellt von Redaktion



• ESA-Unterstützung für Fobos-Grunt vorerst eingestellt «mehr» «online»
• Curiosity: Kurskorrekturmanöver vorerst verschoben «mehr» «online»
• Mars Express: Bilder der Phlegra Montes «mehr» «online»
• Phobos-Grunt zeigt Auflösungserscheinungen «mehr» «online»
• Rover Opportunity entdeckt Gipsadern im Marsboden «mehr» «online»


» ESA-Unterstützung für Fobos-Grunt vorerst eingestellt
02.12.2011 - Die Arbeitsgruppen der Europäischen Weltraumagentur (ESA), die der russischen Raumfahrtbehörde (Roskosmos) bei der Bahnverfolgung und den Kommunikationsversuchen mit der im Erdorbit gestrandeten russischen Marssonde Fobos-Grunt geholfen haben, beenden ihre Arbeit für die russischen Kollegen.
Die ESA teilte am 2. Dezember 2011 mit, dass in Absprache mit den russischen Missionsmanagern von Fobos-Grunt und ihrem Einverständnis die Ingenieure der ESA ihre Unterstützung bei der Bahnverfolgung der Sonde mit Ablauf des Tages beenden.

Bemühungen in der vergangenen Woche, Kommandos an die Marssonde zu schicken und mit Bodenstationen der ESA Daten von der Sonde zu empfangen, führten zu keinem Erfolg. Eine Reaktion von Fobos-Grunt auf die Befehle vom Boden konnte nicht festgestellt werden.

Die bis jetzt mit der Bahnverfolgung und den Kontaktversuchen befassten ESA-Arbeitsgruppen sind zu neuer Unterstützung bereit, sollte sich die Situation von Fobos-Grunt in irgendeiner Weise so ändern, dass die ESA ihre Expertise sinnvoll einbringen kann.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Curiosity: Kurskorrekturmanöver vorerst verschoben
02.12.2011 - Die NASA gab am 1. Dezember 2011 in einer Pressemitteilung bekannt, dass ein ursprünglich für den 10. Dezember vorgesehenes erstes Kurskorrekturmanöver für die Marsrovermission Curiosity um mehrere Wochen verschoben wird.
Während des 254 Tage dauernden Fluges zum Mars sind für Curiosity insgesamt sechs Kurskorrekturmanöver vorgesehen. Das Ziel dieser "Trajectory Correction Maneuver" (kurz TCM) besteht darin, die Raumsonde auf ihrem 567 Millionen Kilometer langen Flug auf einen genauen Kurs zum Mars zu bringen, diesen Kurs gegebenenfalls zu korrigieren und zudem das geplante Ankunftsdatum am 6. August 2012 zu gewährleisten. Speziell die ersten beiden Kurskorrekturen, welche laut der ursprünglichen Missionsplanung 15 beziehungsweise 120 Tage nach dem Start erfolgen sollen, dienen dazu, den Rover auch wirklich exakt in Richtung Mars zu dirigieren.

Der anfängliche Kurs einer interplanetaren Raumsonde zeigt unmittelbar nach dem Start von der Erde zunächst immer um mehrere zehntausend Kilometer neben das eigentlich angepeilte Ziel. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass die auf den gleichen Bahnen wie die Raumsonden fliegenden Oberstufen der Trägerraketen ebenfalls auf die angesteuerten Ziele treffen und diese eventuell mit irdischen Mikroben kontaminieren. Im Falle der Curiosity-Mission wollen die Mitarbeiter der NASA auf diese Weise ausschließen, dass die Centaur-Oberstufe der Atlas V-Trägerrakete den Mars trifft. Ohne Kurskorrekturmanöver würde Curiosity den Mars auf der gegenwärtigen Flugbahn um etwa 61.200 Kilometer verfehlen.

Laut der Pressemitteilung der NASA soll das erste, ursprünglich für den 10. Dezember 2011 vorgesehene Kurskorrekturmanöver jetzt erst Ende Dezember 2011 oder eventuell sogar erst im Januar 2012 erfolgen. "Der Start von Curiosity war einer der genauesten interplanetaren Injektionen, welche jemals durchgeführt wurden", so Louis D’Amario, der für die Steuerung der Curiosity-Mission verantwortliche Navigations-Manager des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena, Kalifornien.

Der Grund für die Verschiebung des Manövers dürfte allerdings nicht nur in der momentan nahezu perfekten Flugbahn der Raumsonde zu finden sein. Bereits am 29. November 2011 trat laut dem JPL bei Curiosity ein Computer-Reset auf, welcher durch einen Fehler in der Navigationssoftware der Raumsonde ausgelöst wurde. Zur Ermittlung der aktuellen Position und der Ausrichtung im Weltraum verfügt Curiosity über Sternsensoren, sogenannte Startracker, und Sonnensensoren. Erstere beobachten mehrere speziell ausgewählte Fixsterne, welche als Leitsterne für die Bestimmung der Orientierung dienen. Der Sonnensensor benutzt dagegen ausschließlich die Sonne als Referenzpunkt.

Der Computer-Reset stand im Zusammenhang mit einem nicht näher beschriebenen Problem mit der Startracker-Software und führte dazu, dass sich Curiosity automatisch in einen vorsorglichen Sicherheitsmodus versetzte. Die Raumsonde konnte von der Bodenkontrolle mittlerweile wieder in den normalen Operationsstatus versetzt werden und setzt den Flug planmäßig fort. Eine Lageregelung aufgrund der Daten des Sternsensors ist zur Zeit allerdings nicht möglich. Die Ingenieure des JPL arbeiten derzeit an einer Lösung des zugrunde liegenden Software-Problems.

Ebenfalls am 29. November wurden die Triebwerke der Cruise Stage von Curiosity kurz gezündet. Durch dieses Manöver wurde die Eigenrotation der Raumsonde von zuvor etwa 2,5 Umdrehungen pro Minute auf jetzt nur noch 2,05 Umdrehungen pro Minute reduziert. Die Kommunikation mit der Raumsonde ist stabil und erfolgt momentan mit einer Datenübertragungsrate von etwa 25 Kilobits pro Sekunde. Der Energieausstoß der Solarzellen, mit denen die Cruise Stage versehen ist, liegt bei 800 Watt.

Am heutigen 2. Dezember befindet sich die Raumsonde in einer Entfernung von rund 1,9 Millionen Kilometern zur Erde. Relativ zur Erde liegt ihre Geschwindigkeit momentan bei etwa 12.000 Kilometern pro Stunde, relativ zur Sonne bei etwa 118.700 Kilometern pro Stunde.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL)


» Mars Express: Bilder der Phlegra Montes
03.12.2011 - Am 2. Dezember 2011 veröffentlichte Bilder der von der ESA betriebenen Raumsonde Mars Express zeigen das Gebirgsmassiv Phlegra Montes auf dem Mars. Ungewöhnliche Fließstrukturen deuten auf die Existenz von Blockgletschern aus Wassereis hin. Auch die durch andere Marsmissionen gesammelten Radardaten lassen darauf schließen, dass sich in dieser Region größere Mengen von Wassereis unmittelbar unter der Oberfläche befinden.
Bei den Phlegra Montes handelt es sich um ein Gebirgsmassiv auf dem Mars, welches sich zwischen dem 30. und dem 50. nördlichen Breitengrad über eine Länge von mehr als 1.300 Kilometern vom nordöstlichen Bereich der Elysium-Vulkanregion bis weit in die nördliche Tiefebene unseres Nachbarplaneten erstreckt. Das Massiv stellt dabei eine natürliche Grenze zwischen den beiden in der nördlichen Tiefebene des Mars gelegenen Regionen Utopia Planitia und Arcadia Planitia dar.

Am 1. Juni 2011 überflog die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express während ihres Orbits Nummer 9.465 die südwestlichen Ausläufer der Phlegra Montes und bildete diese mit der High Resolution Stereo Camera (HRSC) ab. Aus einer Höhe von ca. 400 Kilometern erreichte die Kamera dabei eine Auflösung von etwa 16 Metern pro Pixel. Die am 2. Dezember 2011 veröffentlichten Aufnahmen zeigen einen Abschnitt der Phlegra Montes, welcher sich bei 33 Grad nördlicher Breite und 162 Grad östlicher Länge befindet. Die HRSC wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben und ist eines von sieben wissenschaftlichen Instrumenten an Bord der Raumsonde Mars Express.

Die gesamte Gebirgsgruppe der Phlegra Montes setzt sich aus einer Vielzahl von Hügeln und Bergrücken zusammen. Trotz der Nähe zu den drei in der Elysium-Region befindlichen Vulkanen Hecates Tholus, Elysium Mons und Albor Tholus sind die Phlegra Montes allerdings nicht direkt infolge vulkanischer Prozesse entstanden. Als Ursache für die Entstehung des Gebirgsmassivs werden von den Geologen vielmehr Spannungen in der Marskruste vermutet, welche tektonischen Ursprungs waren.

In den hier gezeigten aktuellen Aufnahmen vom südlichen Bereich der Phlegra Montes sticht vor allem ein großes Tal ins Auge, in dessen Innerem deutlich langgestreckte Fließstrukturen zu erkennen sind. Das Tal verfügt über eine Länge von fast 50 Kilometern und ist etwa 15 Kilometer breit. Die Fließstrukturen sind besonders gut im Bildausschnitt 1 in der nebenstehenden Nadiraufnahme sowie in zwei perspektivischen Schrägansichten zu erkennen.

Geologen bezeichnen solche Fließstrukturen als "lineated valley fill" (zu deutsch: streifenförmige Talfüllung). Bei einer genaueren Betrachtung ist zu sehen, dass nahezu alle Hügel von einem offensichtlich plastischen Material umschlossen sind und an ihren talseitigen Enden sogenannte "lobate debris aprons" (zu deutsch: lobenförmige Schuttfächer) ausbilden (Bildausschnitt 2). Generell entsteht der Eindruck, dass sich das Material von den Hügelketten in die hangabwärtige Richtung weg zu bewegen scheint.

Zudem fallen in den Aufnahmen einige von Material aufgefüllte Impaktkrater auf, in denen ganz ähnliche Fließstrukturen zu erkennen sind (Bildausschnitt 3). Diese Strukturen verfügen über ein lineares Muster und zeichnen zum Teil die kreisförmigen Kraterränder nach. Solche Formationen werden als "concentric crater fill" (zu deutsch: konzentrische Kraterfüllung) bezeichnet.

Die parallel ausgerichteten Fließstrukturen weisen eine starke Ähnlichkeit mit den sogenannten Blockgletschern auf der Erde auf. Diese von Felsblöcken und zerriebenem Lockermaterial durchsetzten Eisgletscher kommen auf der Erde vor allem in den Permafrostgebieten der Hochgebirgsregionen und in den polaren Breiten vor und gelten dort als ein typisches Landschaftselement.

Von den irdischen Blockgletschern ist bekannt, dass die eigentliche Eisschicht nicht offen an der Erdoberfläche liegt, sondern vielmehr unter einer Schicht aus oberflächlichem Gesteinsschutt, einer sogenannten Auftauschicht, verborgen ist. Der bedeckende Gesteinsschutt schützt den Blockgletscher so über lange Zeiträume vor einer direkten Einstrahlung von Sonnenlicht und somit auch vor dem Abschmelzen. Übertragen auf den Mars ist es gut denkbar, dass die dort zu beobachtenden Strukturen von langsam über die Marsoberfläche "fließenden" Blockgletschern gebildet wurden.

Ausschließlich auf der Grundlage von Aufnahmen, welche aus dem Marsorbit heraus aufgenommen wurden, lässt sich diese Vermutung jedoch nicht mit Sicherheit bestätigen. Allerdings deuten die Radar-Messungen, welche durch den von der amerikanischen Weltraumbehörde betriebenen Marsorbiter Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) durchgeführt wurden, darauf hin, dass in dieser Region des Mars größere Mengen von Wassereis unmittelbar unter der Planetenoberfläche verborgen sind. Das vom Radarinstrument des MRO registrierte Wassereis könnte sich laut der gesammelten Radardaten in einer Tiefe von lediglich 20 Metern unter der Oberfläche befinden.

Solche anscheinend relativ oberflächennahen Wassereisreservoirs, so die Wissenschaftler der ESA, könnten speziell bei der Durchführung zukünftiger bemannter Marsmissionen von großer Bedeutung sein. Neben ihrer rein wissenschaftlichen Bedeutung - unter anderem auch bezüglich der Frage, ob auf dem Mars einstmals Umweltbedingungen geherrscht haben, welche die Entstehung von Leben begünstigt haben könnten - stellen sie ein potentielles Frischwasserreservoir für die zukünftigen Marsbesucher dar.

Laut der momentan allgemein favorisierten Theorie haben sich solche Wassereisgletscher in den mittleren Breiten unseres äußeren Nachbarplaneten im Verlauf der letzten Milliarden bis mehrere hundert Millionen Jahre zu verschiedenen Zeiten gebildet. Durch ein in periodischen Intervallen erfolgendes "Kippen" der Rotationsachse des Mars werden dort laut dieser Theorie immer wieder Vereisungsperioden ausgelöst, welche mit den Eiszeiten auf der Erde vergleichbar sind. Dabei, so die Marsforscher, sollen Eisgletscher bis in die subtropischen Breiten vorgestoßen sein. Die in den letzten Jahren immer wieder beobachteten Bodeneisvorkommen werden als die glazialen Überreste solcher früheren "Mars-Eiszeiten" interpretiert.

Die hier gezeigten Farbansichten der Phlegra Montes wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- bzw. rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Bei dem Schwarzweißbild handelt es sich um eine Nadiraufnahme, welche von allen gewonnenen HRSC-Aufnahmen die höchste Auflösung erreicht. Das weiter unten zu sehende Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal abgeleitet. Des Weiteren können die Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wird, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten.

Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Sonde Mars Express wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 40 Co-Investigatoren von 33 Institutionen aus zehn Ländern.

Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten Mars Express-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

Weitere während des Orbits Nummer 9.465 durch die HRSC-Kamera angefertigte Aufnahmen der Phlegra Montes finden Sie auf der entsprechenden Internetseite der FU Berlin. Speziell in den dort verfügbaren hochaufgelösten Aufnahmen kommen die verschiedenen Strukturen der Marsoberfläche besonders zur Geltung.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESA, DLR, FU Berlin)


» Phobos-Grunt zeigt Auflösungserscheinungen
06.12.2011 - Nach Angaben der USA sind sowohl am 29. November als auch am 30. November Teile gesichtet worden, die sich von der havarierten Raumsonde Phobos-Grunt gelöst haben.
Die Objekte wurden von dem "Space Detection and Tracking System" (deutsch: Weltraumortungs- und Objektverfolgungssystem) erfasst und sind etwa 10cm groß bei einer geschätzten Masse von 500 Gramm. Die beiden Teile sind mit heutigem Datum bereits in die Erdatmosphäre eingetreten. Es ist weiterhin nicht klar, worum es sich bei den beiden Teilen gehandelt hat. Für Phobos-Grunt selbst wird der Wiedereintritt im Moment zwischen dem 6. und dem 18. Januar prognostiziert.

Zudem gibt es Meldungen, dass Phobos-Grunt angefangen hat unkontrolliert zu rotieren, nachdem bis zum Zeitpunkt der (wenigen) Kontakte ein stabile Fluglage erkennbar war. Die ESA teilte bereits am 2. Dezember 2011 mit, dass in Absprache mit den russischen Missionsmanagern ihre Unterstützung bei der Bahnverfolgung der Sonde beendet wurde.

Phobos-Grunt sollte zum gleichnamigen Mond Phobos fliegen, der den Mars umkreist. Dort sollte die Sonde landen und eine Bodenprobe wieder zurück zur Erde schicken. Das die Mission gescheitert ist, scheint vor allem an mangelnder Finanzierung zu liegen, welche kaum umfangreiche Tests der Systeme zuließ. Die Mission war von Anfang an riskant, dass sie aber schon im Erdorbit scheitert, ist für Russlands Raumfahrtprogramm eine weitere Blamage, nachdem auch in der Vergangenheit so gut wie alle Versuche den Mars zu erforschen gescheitert sind.

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(Autor: Klaus Donath - Quelle: NovKos, Raumcon)


» Rover Opportunity entdeckt Gipsadern im Marsboden
11.12.2011 - Anfang November 2011 untersuchte der Rover Opportunity mit verschiedenen Instrumenten eine auffällige Struktur auf der Oberfläche des Mars. Mittlerweile hat sich gezeigt, dass es sich hierbei um eine Ablagerung von Gips handelt. Dieses Sulfatmineral konnte sich nur unter dem Einfluss von Wasser herausbilden.
Nach dem Abschluss der Untersuchungen des Viktoria-Kraters, welcher sich auf der auf dem Mars gelegenen Hochebene "Meridiani Planum" befindet, fassten die für die Opportunity-Mission verantwortlichen Mitarbeiter des Jet Propulsion Laboratory (JPL) den Entschluss, den Marsrover zu einem neuen Ziel zu manövrieren. Hierfür wählte die Missionsleitung den westlichen Rand des knapp 22 Kilometer durchmessenden und etwa 12 Kilometer vom Viktoria-Krater entfernt liegenden Endeavour-Krater aus. Auf dem Weg zu seinem neuen Ziel legte Opportunity in den vergangenen Jahren weitere über 20 Kilometer auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurück.

Nach einer Reisedauer von fast drei Jahren konnte der Rover sein Ziel schließlich am 9. August 2011, dem Sol 2.681 der Mission, erreichen (Raumfahrer.net berichtete). Opportunity befand sich jetzt direkt an der Südspitze des Cape York, einer mehrere hundert Meter langen und nur wenige Meter hohen Geländeerhebung, welche sich direkt am westlichen Rand des Endeavour-Kraters befindet.

Nach dem Abschluss erster Bodenanalysen in dieser Region (Raumfahrer.net berichtete) wurde die Fahrt am 1. September 2011, dem Sol 2.703 der Mission, fortgesetzt. Opportunity bewegte sich dabei zunächst im Rahmen mehrerer Etappen in die nördliche Richtung, wobei die Fahrt immer wieder kurz unterbrochen wurde, um verschiedene geologisch interessant erscheinende Bodenstrukturen näher zu untersuchen (Raumfahrer.net berichtete).

Die an der Mission beteiligten Wissenschaftler hielten auf den vom dem Rover übermittelten Aufnahmen der Marsoberfläche besonders nach geologischen Formationen Ausschau, welche bereits unmittelbar nach dem Erreichen des Odyssey-Kraters am Südrand des Cape York beobachtet werden konnten. Hierbei handelte es sich um feine, schmale Risse im Untergrund, welche an Venen erinnern. Hierbei, so eine erste Einschätzung, handelt es sich anscheinend um Frakturen im marsianischen Grundgestein, welche von zu diesem Zeitpunkt noch nicht näher bestimmten auffällig hellen Materialien ausgefüllt wurden.

Und tatsächlich stieß Opportunity auch im nordwestlichen Bereich des Cape York auf solche ungewöhnlich hell erscheinenden "Venen". Diese wurden erstmals auf den Bildern identifiziert, welche der Rover nach seiner Fahrt am 29. Oktober, dem Sol 2.760 der Mission, aufnahm. Die noch fehlenden 3,7 Meter bis zu der als "Homestake" bezeichneten Oberflächenformation konnten am 1. November erfolgreich überbrückt werden. Die Vene ragt leicht über das umgebende Material hinaus und scheint zudem etwas härter als dieses zu sein.

Bereits am darauf folgenden Tag wurde zuerst ein am Instrumentenarm des Rovers befindliches Mikroskop direkt über der "Vene" platziert, um detaillierte Bilder zu erhalten. Anschließend erfolgte eine mehrstündige Messung des APXS-Spektrometers, um deren mineralogische Zusammensetzung zu bestimmen.

Das APXS-Spektrometer verfügt an seinem Kopfende über ein Ringstück, welches über eine Isotopenquelle, es handelt sich hierbei um das radioaktiv strahlende Isotop Curium-244, verfügt. Bei den Messungen wird dieses Kopfstück direkt auf dem zu untersuchenden Objekt aufgesetzt. Die Isotopenquelle sendet bei der anschließenden Messung eine Alphastrahlung in Form von Heliumkernen aus, welche aus zwei Protonen und zwei Neutronen bestehen. Sobald die Heliumkerne in dem zu untersuchenden Objekt auf andere Atomkerne treffen, werden diese dabei abhängig von der Atommasse der getroffenen Atome auf eine charakteristische Art und Weise gestreut und abgelenkt.

Misst man dabei den Winkel der erfolgten Ablenkung und die dabei auftretende Energie, so erhält man genaue Daten über die Masse der für die Ablenkung verantwortlichen Atomkerne und kann so auch die dafür verantwortlichen Elemente bestimmen. Aus der sich so ergebenden Zusammensetzung der verschiedenen Elemente kann wiederum auf das zugrunde liegende Mineral und daraus auf die Zusammensetzung der untersuchten Bodenformation geschlossen werden. Mit dieser Methode lassen sich speziell leichte Elemente wie Natrium, Magnesium und Schwefel identifizieren und ihre Mengenanteile in der untersuchten Gesteinsprobe bestimmen. Die APXS-Spektrometer der Mars Exploration Rover-Mission wurden am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz entwickelt.

Die Zeit bis zum 7. November wurden durch weitere APXS-Messungen und Mikroskopaufnahmen von Homestake bestimmt, wobei verschiedene Abschnitte dieser etwa ein bis zwei Zentimeter breiten und etwa 45 Zentimeter langen Struktur studiert wurden. Anschließend wurden verschiedene Oberflächenbereiche unmittelbar neben Homestake auf die gleiche Weise untersucht. Diese Messungen dienten dazu, um die direkt von Homestake gesammelten Daten in einen geologischen und geochemischen Kontext zu versetzen.

Zusätzlich wurde die mit verschiedenen Farbfiltern ausgestattete Panoramakamera dazu eingesetzt, um die "Vene" abzubilden und dabei unter anderem auch Falschfarbenaufnahmen der Formation anzufertigen. Anhand dieser "False Color"-Bilder können die an der Mission beteiligten Wissenschaftler Unterschiede zwischen den vorhandenen Materialien besser sichtbar machen.

Mittlerweile ist die Auswertung der erst vor wenigen Wochen gesammelten Daten so weit fortgeschritten, dass erste Ergebnisse dieser Untersuchungen am vergangenen Mittwoch auf der jährlich in San Francisco/Kalifornien stattfindenden Herbstkonferenz der American Geophysical Union (AGU) vorgestellt werden konnten. Demzufolge belegt die Analyse mit dem APXS-Spektrometer die Anwesenheit relativ großer Mengen an Kalzium und Schwefel. Diese beiden Stoffe treten dabei in einem Verhältnis auf, welches sich am besten mit dem wasserhaltigen Mineral Calciumsulfat vereinbaren lässt.

Dieses Mineral kann sich nur durch die Einwirkung von flüssigem Wasser bilden und ablagern. In der Natur tritt es - abhängig von der in der Kristallstruktur eingebundenen Menge an Wasser - in unterschiedlichen Formen auf. Die Messungen des Marsrovers lassen die Wissenschaftler zu dem Schluss gelangen, dass es sich im Fall von Homestake um eine Ader aus Gips (chemische Formel CaSO4·2H2O) handelt. Die APXS-Messungen und die Mikroskopaufnahmen zeigen zudem, dass der Gips in nahezu reiner Form auftritt.

"Das zeigt uns eindeutig, dass hier einstmals Wasser durch Gesteinsspalten im Untergrund geflossen ist", so Dr. Steve Squyres von der Cornell University, der leitende Wissenschaftler der Mars Exploration Rover-Mission. "Das Material tritt in einer nahezu reinen chemischen Ablagerung auf, welche dort entstanden ist, wo wir sie jetzt sehen. Das lässt sich weder über andere Gips-Ablagerungen sagen, die zuvor schon auf dem Mars entdeckt wurde, noch über andere Minerale, welche Opportunity entdeckt hat und die ebenfalls mit Wasser in Verbindung gebracht werden. Auf der Erde ist das nichts Seltenes, doch auf dem Mars lässt so ein Fund Geologen vor Freude von ihren Stühlen aufspringen."

In der Vergangenheit konnten durch Orbitermessungen geringe Beimengungen von Gips im Marsboden nachgewiesen werden, welche speziell in einigen Dünengebieten rund um den Nordpol des Mars auftreten. Das Besondere an der jetzigen Entdeckung ist, dass derart reine Gipsablagerungen auf dem Mars bisher unbekannt waren. Die hohe Konzentration und die Art der erfolgten Ablagerung in Form der Venen ist zudem ein eindeutiger Hinweis darauf, dass das Material ursprünglich an diesem Ort entstand und nicht etwa durch Windverfrachtung von anderen Bereichen der Marsoberfläche zum Rand des Endeavour-Kraters transportiert wurde. Weitere Untersuchungen ähnlicher Ablagerungen ergeben somit prinzipiell die Gelegenheit, die Entstehungsgeschichte dieser Ablagerungen und somit auch den früher einmal vorherrschenden Wasserkreislauf in einen räumlichen und zeitlichen Kontext zu versetzen.

Die Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass sich das im Bereich von Homestake nachgewiesene Calciumsulfat im Zusammenspiel mit wässrigen Lösungen bildete, welche einstmals im Marsuntergrund zirkulierten und dabei im Laufe der Zeit Calcium aus dem Gestein herauswuschen. Die mit den Mineralen angereicherte Wasserlösung drang dabei auch in Gesteinsspalten ein, wo sich die Minerale an den Rändern der Hohlräume absetzten. Das Calcium und der ebenfalls nachgewiesene Schwefel, so die Annahme, wurde eventuell durch vulkanische Aktivitäten in den Untergrund verbracht. Die Gips-Ablagerungen wurden in einem Bereich der Marsoberfläche entdeckt, in dem die sulfatreichen Sedimentgesteine des Meridiani Planum von den am Rand des Endeavour-Kraters befindlichen älteren Gesteinsformationen abgelöst werden, welche vulkanischen Ursprungs sind.

Im Laufe der letzten acht Jahre konnte der Marsrover Opportunity in der Meridiani-Ebene verschiedene Gesteinstypen untersuchen, welche unter anderem aus Eisen- und Magnesiumsulfaten bestehen und deren Entstehung ebenfalls mit Wasser in Verbindung gebracht wird. Diese Ablagerungen deuteten allerdings immer darauf hin, dass das zugrunde liegende Wasser über einen relativ hohen Säuregehalt verfügte. Die in einem hohen Maß konzentrierten Calciumsulfat-Ablagerungen könnten sich dagegen in einer eher ph-neutralen Umgebung gebildet haben, so Benton Clark vom Space Science Institute in Boulder im US-Bundesstaat Colorado. Zugleich ist der Fund der bisher eindeutigste Beweis für das frühere Vorhandensein von fließendem Wasser im Bereich des Meridiani Planum, welchen Opportunity bisher erbringen konnte.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen von Homestake setzte Opportunity seine Fahrt am 12. November 2011, dem Sol 2.773 der Mission, fort und bewegte sich weiter in die nordöstliche Richtung, um einen geeigneten Platz für sein vorgesehenes "Winterquartier" während des anstehenden Marswinters zu erreichen. Der Rover soll die nächsten Monate bis zum Ende des Winters an einem nach Norden geneigten Hang verbringen, da so gewährleistet werden kann, dass dem ausschließlich mit Solarenergie betriebene Rover auch während der kommenden etwa fünf Monate genügend Energie zu Verfügung steht (Raumfahrer.net berichtete).

Als mögliche Winterquartiere konnte das für die Steuerung des Rovers zuständige Marsrover-Driverteam mittlerweile zwei potentielle Kandidaten ausmachen, welche seit dem 22. November näher untersucht werden. Der erste mögliche Überwinterungsort - Turkey Haven - wurde bis zum 29. November untersucht, wobei neben den verschiedenen Kameras erneut das Mikroskop und das APXS-Spektrometer eingesetzt wurden, um einzelne Ziele auf der Oberfläche einer kurzen Analyse zu unterziehen und dabei einen ersten Eindruck über deren wissenschaftliche Relevanz zu erlangen. Seit dem 4. Dezember wird eine zweite Region - die formelle Bezeichnung lautet "Saddleback" - auf die gleiche Weise untersucht.

Anhand der wissenschaftlichen Daten, welche an diesen beiden nur etwa 15 Meter voneinander entfernt gelegenen Stellen gesammelt werden, wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler das endgültige Winterquartier festlegen. Beide Regionen verfügen über Hänge, welche um bis zu 20 Grad in Richtung Sonne geneigt sind und die somit auch bei einer tief über dem Horizont stehenden Sonne eine optimale Bestrahlung der Solarzellen des Rovers für die Energieversorgung gewährleisten.

Einen Überblick über die Entwicklung der Energiewerte von Opportunity während der letzten Wochen gibt die folgende Auflistung. Der Tau-Wert steht dabei für die Durchsetzung der Marsatmosphäre mit Staub und Wassereiskristallen. Je mehr Staub sich in der Atmosphäre des Planeten befindet, desto höher fällt dieser Wert aus. Der Wert für die Lichtdurchlässigkeit der Solarzellen gibt dagegen an, wie viel Sonnenlicht die Solarpaneele trotz einer bedeckenden Staubschicht erreicht und letztendlich zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Je niedriger der Tau-Wert und je höher der Faktor für die Lichtdurchlässigkeit ausfällt, desto besser ist dies für den Energiehaushalt des Rovers.

  • 08.11.2011: 0,295 kWh/Tag , Tau-Wert 0,774 , Lichtdurchlässigkeit 48,90 Prozent
  • 16.11.2011: 0,298 kWh/Tag , Tau-Wert 0,696 , Lichtdurchlässigkeit 48,60 Prozent
  • 22.11.2011: 0,297 kWh/Tag , Tau-Wert 0,661 , Lichtdurchlässigkeit 46,30 Prozent
  • 29.11.2011: 0,292 kWh/Tag , Tau-Wert 0,770 , Lichtdurchlässigkeit 48,80 Prozent
  • 06.12.2011: 0,305 kWh/Tag , Tau-Wert 0,755 , Lichtdurchlässigkeit 48,70 Prozent

Der leichte Anstieg der derzeit zur Verfügung stehenden Energiemenge in den letzten Tagen ist unter anderem dadurch begründet, dass sich Opportunity gegenwärtig an einer Stelle befindet, welche eine Neigung von rund 15 Grad gegenüber der Sonne aufweist. Zugleich kam dem Rover auch das gegenwärtig auf dem Mars vorherrschende Wetter zugute, welche sich während der zurückliegenden Woche wieder etwas beruhigt hat. Zwei zuvor registrierte ausgedehntere Staubsturmgebiete über dem Arcadia Planitia und dem Tempe Terra verloren Ende November deutlich an Kraft. Auch andere, allerdings von vornherein lokal begrenzte Sturmgebiete, welche unter anderem über dem Terra Cimmeria und dem Aonia Terra auftraten, fielen in der vergangenen Woche relativ schwach aus. Dies hatte zur Folge, dass sich in den letzten Tagen nur relativ wenig Staub in der Marsatmosphäre befand.

Bis zum heutigen Tag hat Opportunity insgesamt 34.360,76 Meter auf der Oberfläche des Mars zurückgelegt und dabei fast 162.400 Bilder von der Oberfläche und der Atmosphäre des Roten Planeten aufgenommen und an sein Kontrollzentrum in Pasadena/Kalifornien übermittelt.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, Planetary Society, Malin Space Science Systems, Unmanned Spaceflight)



 

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Saturn Aktuell: Cassinis Saturnorbit Nummer 159 von Redaktion



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» Cassinis Saturnorbit Nummer 159
04.12.2011 - Am 3. Dezember 2011 begann die Raumsonde Cassini ihren 159. Orbit um den Planeten Saturn. Die Höhepunkte dieses 20 Tage dauernden Umlaufs bilden zwei nahe Vorbeiflüge an den Monden Dione und Titan, welche am 12. und 13. Dezember erfolgen werden.
Bereits am 3. Dezember erreichte die Raumsonde Cassini um 04:13 MEZ auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die Apoapsis, den Punkt ihrer größten Entfernung zum Saturn. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Cassini in einer Entfernung von rund 2,38 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und begann damit zugleich ihren mittlerweile 159. Umlauf um den Ringplaneten. Die Raumsonde wird sich auch in den kommenden fünf Monaten weiterhin auf einer Orbitbahn bewegen, welche fast genau auf einer Ebene mit der Ringebene des Saturn sowie den Umlaufbahnen mehrerer größerer Saturnmonde verläuft.

Diese äquatoriale Flugbahn der Raumsonde ermöglicht es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern unter anderem, die Kanten der Saturnringe abzubilden. Durch die Auswertung dieser Bilder ist es somit zum Beispiel möglich, deren vertikale Ausdehnung zu bestimmen. Zudem ist aus dieser Perspektive ein Blick auf die Wolkenschichten in der Saturnatmosphäre gegeben, welcher nur minimal durch das Ringsystem des Planeten oder einen von den Ringen auf den Saturn geworfenen Schatten beeinträchtigt ist. Außerdem ergibt sich bei dieser Bahn die Möglichkeit, sich im Rahmen eines einzigen Orbits gleich mehreren Saturnmonden zu nähern, deren Bahnen ebenfalls in der Äquatorebene liegen.

Wie bereits die vorherigen Umläufe wird auch der jetzt beginnende Orbit, er trägt die Bezeichnung "Rev 158", von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern in erster Linie dazu genutzt werden, den Ringplaneten und den größten seiner 62 bisher bekannten Monde, den etwa 5.150 Kilometer durchmessenden Titan, mit verschiedenen Instrumenten zu untersuchen und aus unterschiedlichen Entfernungen mit der ISS-Kamera der Raumsonde abzubilden.

Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, eines von insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, sind während des 20 Tage dauernden Orbits insgesamt 53 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Ein großer Teil dieser Beobachtungen wird dabei erneut das gewaltige Sturmgebiet zum Ziel haben, welches sich seit dem Dezember 2010 über der nördliche Hemisphäre des Saturn ausdehnt (Raumfahrer.net berichtete). Den Höhepunkt des gegenwärtigen Orbits bilden allerdings zwei am 12. und 13. Dezember erfolgende dichte Vorbeiflüge an den Monden Dione und Titan.

Die erste ISS-Kampagne begann bereits acht Stunden nach dem Beginn des neuen Umlaufs und hatte die nördliche Saturnhemisphäre und das dortige Sturmgebiet zum Ziel. Hierbei sollten durch die Kameraaufnahmen weitere Daten über die gegenwärtige Ausdehnung des Sturmgebietes und die dort vorherrschenden Windgeschwindigkeiten gesammelt werden. Bis zum 22. Dezember sind insgesamt 19 Beobachtungen der nördlichen Saturnhemisphäre vorgesehen.

Ebenfalls am 3. Dezember erfolgten sogenannte astrometrische Beobachtungen von mehreren kleineren Saturnmonden. Das wissenschaftliche Ziel der dabei angefertigten Aufnahmen der Monde Anthe, Pandora, Epimetheus, Calypso und Helene bestand darin, die bisher verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu verfeinern. Die entsprechenden Fotosequenzen wurden allerdings durchweg aus größeren Distanzen angefertigt, so dass im Rahmen dieser Beobachtungen keine Oberflächendetails der jeweiligen Monde aufgelöst werden konnten. Eine vergleichbare Kampagne ist für den 7. Dezember vorgesehen und wird die Monde Telesto, Prometheus, Epimetheus und Helene zum Ziel haben.

Für den 7., 9. und 10. Dezember sind zudem mehrere Beobachtungen des Titan vorgesehen. Dabei soll speziell das Wettergeschehen und die Struktur der oberen Atmosphärenschichten dieses Mondes untersucht werden. Die geplanten Fotoaufnahmen werden dabei aus Entfernungen zwischen 3,26 bis 2,01 Millionen Kilometern erfolgen.

Am 12. Dezember wird die Raumsonde schließlich um 03:00 Uhr MEZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn, während ihres 159. Orbits erreichen. Zu diesem Zeitpunkt wird sich Cassini 135.190 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn befinden.

Kurze Zeit später wird Cassini um 05:27 MEZ den Saturnmond Enceladus im Rahmen eines nicht gesteuerten Vorbeifluges mit einer Geschwindigkeit von 6,5 Kilometern pro Sekunde in einer Entfernung von 19.906 Kilometern passieren. Diese Gelegenheit soll genutzt werden, um mit der ISS-Kamera diverse Aufnahmen der Oberfläche dieses 504 Kilometer durchmessenden Mondes anzufertigen. Die ISS-Kamera soll während des Vorbeifluges zudem eingesetzt werden, um speziell die von der Südpolregion ausgehenden Fontänen aus Gas und feinen Wassereiskristallen abzubilden. Neben der Suche nach weiteren Plumes wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler dabei auch eine eventuell veränderte Aktivität der bisher bekannten Auswurfzonen untersuchen.

Anschließend wird sich das Augenmerk der verschiedenen wissenschaftlichen Instrumente der Raumsonde Cassini dem Mond Dione zuwenden, welcher um 10:39 MEZ im Rahmen eines gesteuerten Vorbeifluges mit einer Geschwindigkeit von 8,7 Kilometern pro Sekunde in einer Entfernung von lediglich 98,8 Kilometern passiert werden wird. Zur Vorbereitung dieses Vorbeifluges ist bereits für den 8. Dezember eine kurze Zündung der Triebwerke vorgesehen. Durch dieses Kurskorrekturmanöver wird die Flugbahn von Cassini korrigiert und auf den Rendezvouspunkt mit Dione ausgerichtet.

Die für den Dione-Vorbeiflug vorgesehenen Beobachtungen werden von dem Composite Infrared Spectrometer (CIRS), einem der Spektrometer an Bord der Raumsonde, eröffnet. Das Spektrometer soll dabei die Nachtseite des 1.123 Kilometer durchmessenden Mondes mit verschiedenen Instrumentenkanälen scannen. Das Ziel dieser Beobachtungen besteht darin, die Temperaturverteilung auf der Mondoberfläche zu ermitteln. Begleitet werden die Messungen durch verschiedene Aufnahmen der ISS-Kamera. Durch den Vergleich mit diesen Aufnahmen soll bei der Auswertung der gesammelten Daten die gemessene Temperatur einzelnen Oberflächenstrukturen zugeordnet werden.

In der Phase der dichtesten Annäherung an Dione wird das Radio Science Subsystem (RSS) eingesetzt werden. Während des Vorbeifluges an dem Mond wird die Raumsonde durch von Dione ausgehende gravitative Einflüsse minimal von der vorgesehenen Flugbahn abgelenkt werden. Diese Abweichungen machen sich in einem von Cassini ausgestrahlten Radiosignal durch eine Dopplerverschiebung bemerkbar. Durch die RSS-Messungen sollen Informationen über die innere Struktur des Mondes gewonnen werden. Speziell erhoffen sich die Wissenschaftler durch das RSS-Experiment Erkenntnisse über eventuell existierende Heterogenitäten und Massekonzentrationen im Inneren von Dione.

Während der erfolgenden RSS-Messungen muss die vier Meter durchmessende HG-Antenne der Raumsonde exakt auf die Erde ausgerichtet sein. Da die wissenschaftlichen Instrumente starr auf einer Instrumentenplattform montiert sind, ist es somit während der Hauptphase dieses Vorbeifluges nicht möglich, Aufnahmen des Mondes durch die ISS-Kamera zu gewinnen. Nach dem Abschluss des RSS-Experiments sind allerdings weitere Aufnahmen der Mondoberfläche vorgesehen. Zusätzlich ergeben sich die Möglichkeiten für Messungen mit zwei weiteren Spektrometern, dem Ion and Neutral Mass Spectrometer (INMS) und dem Visible and Infrared Mapping Spectrometer (VIMS).

Bereits einen Tag später findet am 13. Dezember die nächste gesteuerte Begegnung mit einem Saturnmond statt. Um 21:11 MEZ wird sich Cassini dem Titan zum 80. Mal nähern und den Mond im Rahmen des als "T-79" bezeichneten Vorbeifluges mit einer Geschwindigkeit von 5,8 Kilometern pro Sekunde in einer Distanz von 3.585 Kilometern passieren. Während der Annäherungsphase wird das CIRS-Spektrometer die Messungen bestimmen und mehrere Temperaturkarten von der Nachtseite des Titan erstellen. Zusätzlich soll CIRS die Aerosolverteilung über der Nordpolregion und in den mittleren südlichen Breiten messen.

Zum Zeitpunkt der dichtesten Annäherung wird das VIMS-Spektrometer übernehmen und hochaufgelöste Daten von der Äquatorregion des Mondes sammeln. Von besonderem Interesse sind hierbei die ausgedehnten Dünenfelder in den Regionen Belet und Adiri. Anschließend erfolgt eine weitere Temperaturmessung durch das CIRS, welcher diesmal die Tagseite des Mondes zum Ziel haben wird. All diese Messungen werden durch zusätzliche Aufnahmen der ISS-Kamera ergänzt. Auch in den folgenden Tagen wird sich die ISS-Kamera für jeweils mehrere Stunden auf den Titan richten und weitere Abbildungen von dessen Atmosphäre erstellen.

Für den 20. und 21. Dezember sind weitere astrometrische Beobachtungen vorgesehen, welche diesmal die Monde Janus, Polydeuces, Pandora, Atlas, Calypso, Pallene, Prometheus, Epimetheus und Helene zum Ziel haben werden. Am 21. Dezember steht erneut der Titan auf dem Beobachtungsprogramm. Aus einer Distanz von 3,84 Millionen Kilometern sollen erneut dessen Atmosphäre und speziell die zu diesem Zeitpunkt eventuell erkennbaren Wolkenstrukturen abgebildet werden.

Die letzte geplante Beobachtungssequenz während des Orbits Nummer 159 wird schließlich den kleinen, äußeren Saturnmond Suttungr zum Ziel haben, welcher am 23. Dezember von der ISS-Kamera über einen Zeitraum von rund 15 Stunden aus einer Entfernung von etwa 17 Millionen Kilometern abgebildet werden soll. Über diesen erst im Herbst 2000 entdeckten und etwa sieben Kilometer durchmessenden Mond ist bisher außer den Daten seiner Umlaufbahn nur sehr wenig bekannt. Seine im Vergleich zu anderen Saturnmonden relativ hohe Dichte von etwa 2,3 Gramm pro Kubikzentimeter deutet darauf hin, dass er sich vermutlich aus Wassereis und einem hohen Gesteinsanteil zusammensetzt.

Anhand der Variationen in der sich bei der Beobachtung am 23. Dezember ergebenden Lichtkurve soll die Rotationsperiode von Suttungr näher bestimmt werden. Diese Beobachtung ist Bestandteil einer langfristig angelegten Kampagne, in deren Verlauf mehrere der kleinen, äußeren Saturnmonde unter verschiedenen Beleuchtungsverhältnissen aus mehreren Millionen Kilometern Entfernung abgebildet werden.

Trotz der großen Distanz zwischen den Monden und der Raumsonde kann Cassini bei derartigen Beobachtungen neben den Rotationsgeschwindigkeiten der Monde wertvolle Daten über deren Ausdehnung, die sich daraus ergebende Gestalt und die Neigung der Rotationsachsen gewinnen. Entsprechende Ergebnisse wurden erst Anfang Oktober 2011 auf dem EPSC-DPS Joint Meeting 2011, einem internationalen Kongress über Planetenforschung, im französischen Nantes präsentiert.

Ebenfalls am 23. Dezember 2011 wird Cassini schließlich um 20:14 MEZ in einer Entfernung von rund 2,9 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und den 159. Orbit um den Ringplaneten beenden. Während des damit beginnenden Orbits Nummer 160 wird am 2. Januar 2012 ein weiterer gesteuerter Vorbeiflug an dem Mond Titan erfolgen. Außerdem wird sich das Augenmerk von Cassini erneut auf den Saturn richten, welcher dabei aus unterschiedlichen Entfernungen mit den verschiedenen Instrumenten untersucht werden soll.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission für das Direktorat für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS, JPL, Planetary Society)



 

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ISS Aktuell: ISS bereit für Dragon-Demo-Flug von Redaktion



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» ISS bereit für Dragon-Demo-Flug
02.12.2011 - Die dreiköpfige Besatzung der ISS startet ihre erste vollständige Woche mit verschiedensten Tätigkeiten. Die Höhepunkte waren hier der US-Feiertag Thanksgiving, die Vorbereitung auf den Dragon-Demo-Flug und eine Bahnanhebung. (Newsbild: Die jetzige ISS-Besatzung Anton Schkaplerow, Kommandant Daniel Burbank und Anatoli Iwanischin)
Ihre ersten Tage im All nach der Abreise von Sojus-TMA 02M am 22. November verliefen weitestgehend ruhig. Lediglich eine drohende, dann aber abgesagte Notevakuierung der Station sorgte für Aufregung. Grund dafür war ein Trümmerteil des chinesischen Wettersatelliten Fengyun 1C, welcher 2007 zerstört wurde. Es drohte in den 850 Meter-Schutzbereich der ISS zu gelangen.

Weitere Bahnverfolgungsdaten des Weltraumschrotts ergaben allerdings eine Entwarnung, so dass die Besatzung auf das Besteigen ihres Sojus-Raumschiffes verzichten konnte. Sie genoss einen freien Tag, um sich von den anstrengenden Übergabeaktivitäten der letzten Tage zu erholen, beging den US-Feiertag Thanksgiving mit einem traditionellen Truthahn-Gericht und nur leichten Arbeitsaktivitäten. ISS-Kommandant Dan Burbank nutzte diesen Tag, um zu den Feierlichkeiten mit dem Sender CBS News zu sprechen. Zwei Wochen lang haben die drei Besatzungsmitglieder pro Tag eine Stunde persönliche Zeit, um sich an die Station und die Bedingungen im All zu gewöhnen.

Während der gesamten vorangegangenen Woche fanden Treibstofftransfers im russischen Stationsteil in Vorbereitung auf das nächste Bahnanhebungsmanöver statt. Nacheinander wurden vom Sarja-Modul Treibstoff (UDMH/Unsymmetrical Dimethylhydrazine) zum BG-2 Tank und Oxidator (NTO/Dinitrogen Tetroxide) in den BO-2-Tank des Swesda-Moduls geleitet. Zum Ende der Woche hatte Dan Burbank noch einige Forschungsaufgaben durchzuführen. Gleich nach dem Aufstehen hielt er seine dritte Sitzung des fünf Minuten dauernden Reaction Self Test ab. Der RST wird nochmals vor dem Schlafen gehen absolviert und soll Besatzungsmitgliedern helfen, ihre Leistungsfähigkeit durch Verschiebungen im Schlafrhythmus selbst zu beurteilen. Im Columbus-Modul bereitete er die Ultraschall-Hardware für sein erstes Integrated-Cardiovascular-Experiment vor. Bei ICV werden Veränderungen am Herzmuskel untersucht, eine Schrumpfung des Muskels tritt häufig bei Langzeitmissionen auf.

Anatoli Iwanischin arbeitete währenddessen im Rasswjet-Modul. Dort tauschte er eine elektrische Pumpe des Thermalregelsystems. Anton Schkaplerow bereitete die BTKh-43-KONSTANTA-Nutzlast vor und führte hier eine erste Sitzung durch. Dort untersucht man mit dem Recomb-K Hybrid-Bioreaktor potenzielle Effekte der Raumumgebung auf Enzyme hinsichtlich eines spezifischen Substrats. Anatoli Iwanischin übernahm die Dokumentarfotografie während der Experiment-Reihe. Vorbereitend auf den Demonstrationsflug des neuen US-Versorgers, der Dragon-Kapsel von SpaceX, sammelte Dan Burbank Hardware der CUCU (COTS UHF Communications Unit) im Harmony-Modul. Für die Zusammenlegung der beiden Demo-Flüge 2+3 ist die Software des CUCU aktualisiert worden.

Die anschließenden Prüfungen der Updates sollen sicherstellen, dass eine Kontrolle der Dragon-Kapsel mit dem Kontrollpaneel CCP (Crew Command Panel) von der ISS funktioniert, wenn das Raumschiff 2,5 Kilometer unterhalb der Raumstation fliegt. Die neue Software, Version R.2, wurde von einer DVD in die CUCU geladen, welche bereits mit STS 135 zur ISS kam. Ein Firmware-Update der zwei CCP’s wurde aus Zeitgründen verschoben.

Am Anfang dieser Woche stand ein Trainingstag auf dem Programm. Dan Burbank absolvierte seine erste Sitzung des Treadmill-Kinematics-Programms auf dem Laufband T2/COLBERT. Diese Studie soll helfen, durch Vergleiche von Lauftrainings im All und auf der Erde ein optimales Fitnessprogramm zur Gesunderhaltung von Menschen bei Langzeitmissionen zu entwickeln. Mit der Hilfe von Anton Schkaplerow ermittelte er turnusmäßig seinen Gesundheitszustand. Beide bestimmten anschließend ihre individuellen Körpermassen. Anton Schkaplerow und Anatoli Iwanischin maßen weiterhin den Umfang ihrer Waden. Angeführt vom Kommandant Dan Burbank absolvierten beide ein zweistündiges Onboard-Notfalltraining. Dabei geht es hauptsächlich um den Fall eines schnellen Druckverlustes im amerikanischen oder russischen Segment. Aber auch andere Szenarien wie Feuer an Bord oder die schnelle Evakuierung der Station wurden geprobt und die Ergebnisse abschließend mit der Bodenstation ausgewertet.

Am 1. Dezember erfolgte eine weitere Bahnanhebung mit den Antriebssystemen des Swesda-Moduls. Um 00:11 Uhr MEZ feuerten zwei KD-Triebwerke des ODU-Systems (Integrated Propulsion System) für 1 Minute und 3 Sekunden. Die dabei erreichte Änderung der Geschwindigkeit von plus einem Meter pro Sekunde steigerte die Höhe der mittleren ISS-Umlaufbahn um rund 1,75 Kilometer auf insgesamt 392,1 Kilometer. Zusammen mit einem am 9. Dezember geplanten weiteren Manöver soll die Flugbahn der Internationalen Raumstation für das demnächst ankommende bemannte Raumschiff Sojus-TMA 03M optimiert werden. Vor der Triebwerkszündung wurden alle Schutzabdeckungen an den Fenstern des US-Segments geschlossen, um Verunreinigungen an diesen zu vermeiden. Auch der Experimentalschrank für Verbrennungsexperimente (CIR = Combustion Integrated Rack) im Destiny-Modul musste präpariert werden. Hier wurden drei Schutzmechanismen installiert, die das ARIS (Active Rack Isolation System) vor dynamischen Störungen bei der Triebwerkszündung schützen sollen.

Am gestrigen Tag arbeitete Dan Burbank an der Technologiedemonstration PACE (Preliminary Advanced Colloids Experiment). Mit PACE werden Flüssigkeitsteilchen in der Schwerelosigkeit untersucht. Ebenso bereitete er einen neuen Aufbau in einem Handschuhkasten (Glovebox) vor. Im russischen Stationsteil war Anatoli Iwanischin mit dem Ausladen der 147 Frachstücke aus Sojus-TMA 22 beschäftigt. Dann arbeitete er mit dem Strahlenforschungsexperiment Matrjoschka-R. Hier sind in einem vielschichtigen Torso mehrere Lagen verschiedener Detektoren für Teilchen- und elektromagnetische Strahlung eingearbeitet. Anton Schkaplerow betreute das Experiment TEKh-22 “Identifikazija” (Identifikation) im Rasswjet-Modul. Dabei werden strukturelle Daten der Station durch einen Mikrobeschleunigungssensor bei Kopplungs- und Bahnmanövern erfasst und ausgewertet. Im Anschluss führte er Wartungsarbeiten am Ventilationssystem des Swesda-Moduls durch und entlud weitere Fracht aus dem gekoppelten Progress-Transporter.

Mittlere Bahnhöhe der ISS am 01.12.2011:
392,1 km bei einer Höhenzunahme von rund 1.460 Metern in den letzten 24 Stunden

Zukünftige Ereignisse:

  • 09. Dezember, Bahnanhebung durch die Triebwerke von Swesda (TBD)
  • 23. Dezember, Sojus-TMA 03M erreicht die ISS
  • 25. Januar, Progress-M 13M verlässt die ISS

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(Autor: Ralf Möllenbeck - Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos)


» Kosmonautin für 2013 nominiert
08.12.2011 - Erstmals in diesem Jahrtausend soll wieder eine russische Frau in den Weltraum fliegen, ihr Ziel ist die ISS. (Newsbild: Jelena Serowa)
Sie heißt Jelena Serowa, ist 35 Jahre alt, Mutter einer neunjährigen Tochter und mit dem Kosmonauten Mark Serow verheiratet. Roskosmos-Chef Wladimir Popowkin teilte heute mit, sie sei nominiert 2013 an einer Langzeitmission von rund 170 Tagen auf der Internationalen Raumstation teilzunehmen. Dem Flug vorgeschaltet wird eine mehrjährige Ausbildung, das Grundwissen zum Testkosmonaut erwarb sie seit ihrer Auswahl 2006 in der Kosmonauten-Trainingsgruppe RKKE-16.

Die in dem Dorf Wosdwishenka nahe der Stadt Ussurijsk im Gebiet Primorje geborene ausgebildete Ingenieurin wäre somit die vierte russische Frau im Weltraum. Zuvor erhielten die Russinnen Walentina Tereschkowa im Jahr 1963, Swetlana Sawizkaja 1982/84 und Jelena Kondakowa 1994/97 die Möglichkeit mit Raumschiffen zu fliegen. Auf US-Seite waren in diesem Zeitraum 46 Frauen in der Umlaufbahn. Jelena Serowa äußerte sich zu ihrer Auswahl: „Sie habe immer davon geträumt, einen Raumflug zu absolvieren und hätte die volle Unterstützung ihrer Familie“. Eine Entscheidung mit welchem Sojus-Raumschiff sie fliegen wird und welcher Langzeitbesatzung sie angehören soll, wird noch in diesem Monat erwartet.

Raumcon:


(Autor: Ralf Möllenbeck - Quelle: TV Roskosmos, RIA Nowosti)



 

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"InSpace" Magazin #456
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
14. Dezember 2011
Auflage: 4567 Exemplare


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