InSpace Magazin #447 vom 9. August 2011

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #447
ISSN 1684-7407


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Marsrover Opportunity: Endeavour-Krater Voraus!

> ISS Aktuell:
Russischer Außenbordeinsatz an der ISS beendet

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Intro von Simon Plasger

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

Nachdem Galileo 2003 im Jupiter verglüht war, ist es nun wieder soweit gewesen: Am 5.8 ist neue Sonde mit dem Namen Juno in Richtung des großen Gasplaneten in unserem Sonnensystem gestartet. Dort wird sie die wissenschaftlichen Untersuchungen fortsetzen und hoffentlich auch schöne Bilder liefern. Und weitere unbemannte Missionshighlights werden in diesem Jahr folgen: Curiosity, der neue Marsrover und Fobos-Grunt, eine russische Sonde, die den Marsmond Phobos untersuchen wird. Die Wissenschaft kommt also nicht zu kurz.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim lesen dieser Ausgabe,

Simon Plasger

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Updates / Umfrage

» InSound mobil: Der Podcast
Unser Podcast ist zurück - mit einer zusammenfassenden Sendung pro Woche. Hören Sie doch mal rein.

» Extrasolare Planeten
Extrasolare Planeten wurden das erste Mal 1995 entdeckt, ihre Erforschung ist eng mit der Frage verknüpft, ob es erdähnliche Planeten oder sogar extraterrestrisches Leben gibt.

» Mitarbeit bei Raumfahrer.net
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News

• Juno bereit für seine Fünfjahresreise zum Jupiter «mehr» «online»
• Inmarsat 5: Start der Satelliten auf Proton-M-Raketen «mehr» «online»
• Atlas V soll Boeings Kapsel CST-100 ins All tragen «mehr» «online»
• Feiner Ringnebel besonders fein «mehr» «online»
• Ariane 5: Start erneut verschoben «mehr» «online»
• Juno ist unterwegs zum Jupiter «mehr» «online»
• Aufatmen: Herschel findet Sauerstoffmoleküle «mehr» «online»
• Ariane 5 bringt BSat 3C und Astra 1N ins All «mehr» «online»
• VISTA enthüllt viele neue Offene Sternhaufen «mehr» «online»
• PAKSAT 1R vor dem Start «mehr» «online»
• IRVE/SIAD/HIAD: Entfaltbare Luftwiderstandsbremsen «mehr» «online»
• Details über Merlin-1D-Triebwerk von SpaceX «mehr» «online»
• Konzepte für Treibstoffdepots im All «mehr» «online»
• Orion-Testflug im Juli 2013 «mehr» «online»
• NIAC-Neuauflage «mehr» «online»
• Spektr R: Zweite Erprobungsphase beginnt «mehr» «online»
• Chinesischer Navsat Compass IGS4 im All «mehr» «online»
• Erster Erd-Trojaner entdeckt «mehr» «online»
• Chinesischer Satellit Shijian 11-02 gestartet «mehr» «online»
• Astrium baut Eutelsat 3B «mehr» «online»


» Juno bereit für seine Fünfjahresreise zum Jupiter
01.08.2011 - Die solarbetriebene Raumsonde Juno der NASA soll am Freitag, den 05.08. um 17:39 (MESZ) an Bord der Atlas V auf den Weg zum Jupiter gebracht werden. Am Ziel angekommen soll die 1,1 Milliarden Dollar teure Mission neue Erkenntnisse über den inneren Aufbau vom größten Planeten unseres Sonnensystems bringen.
Jupiter hat sich unter den Planeten höchstwahrscheinlich zuerst im Sonnensystem gebildet und vereint in sich mehr Masse als alle anderen Planeten zusammen. Wenn wir zurückschauen wollen, um zu verstehen, wie sich das Sonnensystem gebildet hat, dann ist der Jupiter der Schlüssel. Wenn die Raumsonde im Juli 2016 in einen polaren Orbit einschwenkt, wird sie die erste Jupitermission sein, welche sich auf moderne Solarzellen stützt. Das ist nur durch den polaren Orbit möglich, der sich größtenteils außerhalb des Strahlungsgürtels befindet. Eine Mission zu den galileischen Monden wäre mit aktueller Solartechnik aufgrund der Strahlung nicht möglich.

Am Freitag wird Juno an Bord einer Atlas V (551) auf den Weg gebracht. Die Atlas V zeichnet sich durch ihre 100%-ige Erfolgsquote aus. Die hier eingesetzte Version mit 5 Feststoffboostern zählt zur bislang stärksten geflogenen Variante der Atlas V. Die Sonde wird damit zunächst auf eine Bahn um die Sonne mit seinem entferntesten Punkt außerhalb der Erdbahn gebracht. Im Oktober 2013 kommt die Sonde durch ein zuvor im September 2012 erfolgtes Bahnmanövers für einen Swing-By wieder zurück zur Erde. Damit holt Juno für den Flug zum Jupiter genügend Schwung. Dort befördert sich die Sonde durch eine letzte große Triebwerkszündung in ihren polaren Orbit mit einem Periapsis von 5.000 km. Die Primärmission soll 32 Orbits um den Jupiter umfassen und damit etwa ein Jahr andauern.

Juno wird den Jupiter mit sieben Instrumenten untersuchen, um den Aufbau und auch die Zusammensetzung des Kerns entschlüsseln zu können.

  • Jovian Auroral Distributions Experiment (JADE)
    JADE wird die Aurora des Jupiters studieren, indem geladene Partikel, wie Elektronen und Ionen, entlang der Magnetfeldlinien des Planeten gemessen werden. Das Instrument wurde vom Southwest Research Institute (SwRI) gebaut.
  • Juno Ultraviolet Spectrograph (UVS)
    UVS wird Aufnahmen der Aurora im ultravioletten Licht machen und dabei zusammen mit JADE arbeiten. Das Instrument wurde vom Southwest Research Institute (SwRI) gebaut.
  • Magnetometer (MAG)
    Ein Magnetometer zum Studium der Magnetfeldes. Das Instrument wurde vom Goddard Space Flight Center und vom JPL gebaut.
  • Microwave Radiometer (MWR)
    Ein Mikrowellenspektrometer zur Messung des Ammoniak- und Wasseranteils in der Jupiteratmosphäre. Das Instrument wurde vom JPL gebaut.
  • Energetic Particle Detector (EPD)
    Der Partikeldetektor wurde vom Applied Physics Laboratory der Johns Hopkins University gebaut.
  • Waves
    Der Plasmawellendetektor Waves wurde von der Universität von Iowa entwickelt
  • JunoCam
    Eine kleinere Kamera, die Aufnahmen von Jupiters Wolkendecke im sichtbaren Licht machen soll.

Wer den Start am Freitag live anschauen möchte, kann NASA TV einschalten oder ab 17:00 Uhr den auf deutsch moderierten SpaceLivecast verfolgen.

Raumcon-Forum:


(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA, wikipedia, spaceflightnow)


» Inmarsat 5: Start der Satelliten auf Proton-M-Raketen
02.08.2011 - Die Inmarsat-5-Kommunikationssatelliten sollen laut einer am 1. August 2011 von International Launch Services (ILS) veröffentlichten Information für die Inmarsat SA in den Jahren 2013 und 2014 auf Proton-Raketen in den Weltraum transportiert werden.
Die Startmasse der drei von Boeing gebauten und auf dem Satellitenbus 702HP basierenden Inmarsat-5-Raumfahrzeuge beträgt voraussichtlich jeweils rund 5.900 Kilogramm. Sie sollen nach dem Start und entsprechenden, unter Zuhilfenahme ihrer 445-Newton-Apogäumsmotore vorzunehmenden Bahnanpassungen Positionen im Geostationären Orbit in rund 35.786 Kilometern Höhe über der Erde beziehen. Nach den derzeitigen Planungen gelangt der erste Satellit vom Typ Inmarsat 5 2013 von Baikonur aus ins All. Für den Transport der Satelliten sind von Chrunitschew in Russland hergestellte und von ILS vermarktete Proton-M-Raketen mit Bris-M-Oberstufen vorgesehen.

Die Inmarsat-5-Satelliten sollen das neue, Global Xpress genannte Kommunikationsnetzwerk von Inmarsat unterstützen. Kunden in den Bereichen Luft- und Seefahrt, Regierung, Energieerzeugung und aus anderen Gewerben könnten laut Inmarsat von mobilen Breitbandkommunikationsverbindungen mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 MBit/s profitieren. Die dafür an Bord der Satellliten untergebrachten Kommunikationsnutzlasten erhalten jeweils 89 Ka-Band-Transponder.

Entsprechend der Auslegungsbetriebszeit der Satelliten will Inmarsat diese mindestens 15 Jahre lang einsetzen. Einen resourcensparenden Betrieb der Satelliten werden unter anderem ihre elektrischen Lageregelungstriebwerke eines XIPS für xenon ion propulsion system genannten Antriebssystems ermöglichen. Zur Versorgung der Satelliten mit Strom werden je zwei Solarzellenausleger mit jeweils fünf Segmenten Verwendung finden, die zu Beginn der Mission der Satelliten pro Satellit maximal rund 15 Kilowatt elektrische Leistung bereitstellen und bei Missionsende immer noch rund 13,8 Kilowatt.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Boeing, ILS, Inmarsat)


» Atlas V soll Boeings Kapsel CST-100 ins All tragen
05.08.2011 - Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende finanzielle Förderung durch die NASA. Dann könnten 2015 drei Testflüge absolviert werden und ab 2016 der operationelle Betrieb beginnen.
Gewählt wurde die Atlas V mit einem seitlich angebrachten Booster. Die Rakete verfügt dann über ausreichend Schub, um das Raumschiff und die erforderliche Centaur-Oberstufe zu transportieren. Die Oberstufe soll mit zwei Triebwerken ausgerüstet sein. Dies ermöglicht eine Nutzlast von etwas mehr als 12 Tonnen in eine erdnahe Umlaufbahn (LEO = Low Earth Orbit).

Ausschlaggebend für die Entscheidung war nach Worten von John Elbon, Vizepräsident von Boeing und Programm-Manager für die bemannte kommerzielle Raumfahrt (CCDev), dass die Atlas V seit ihrem Jungfernflug 2002 insgesamt 26 ausnahmslos erfolgreiche Einsätze absolviert hat. Mit eine Rolle spielen könnte auch, dass Boeing an der United Launch Alliance, dem Betreiber der Atlas, einen Anteil von 50% hält.

Das in Entwicklung befindliche Raumschiff CST-100 soll aus zwei Sektionen bestehen, der Besatzungskabine (Crew Module), einer kegelförmigen Kapsel mit Hitzeschutz, die zur Erde zurückkehren kann, und dem Service Module mit Tanks, Triebwerken und Radiatoren zur Wärmeabführung. An der Basis hat die Kapsel einen Durchmesser von 4,56 m, die Höhe liegt bei etwa 2,40 m. Darin soll Platz für maximal 7 Personen sein. Geplant ist das Anfliegen einer Raumstation innerhalb von 8 Stunden. Ohne zusätzliche Versorgung soll die CST-100 zwei Tage im All bleiben können, mit Versorgung bis zu 210 Tage. Dafür soll das Raumschiff eine Leistung von nur etwa 1 kW beziehen.

Mögliche Ziele für das Raumschiff sind zum einen die Internationale Raumstation, zum zweiten eine in Planung befindliche kommerzielle Station von Bigelow Aerospace. Dazu wurden bereits erhebliche Vorarbeiten vorgenommen. Die meisten Stationsmodule von Bigelow sind entfaltbar. Das größte Modell erreicht ein höheres Volumen als alle gegenwärtigen Module der ISS zusammen. Testmodule umlaufen die Erde bereits seit mehreren Jahren.

Werden von der NASA im Rahmen des Programms CCDev (Commercial Crew Development, kommerzielle bemannte Raumfahrtentwicklung) Fördermittel in ausreichender Höhe zur Verfügung gestellt, so könne man die Entwicklungs- und Erprobungsphase bis 2015 abschließen. Zum Erprobungsprogramm gehören ein unbemannter orbitaler Flug (Uncrewed Orbital Flight Test), ein Aufstiegsabbruchtest (Ascent Abort Test) und ein bemannter Test mit Boeing-Personal (Two-Crew Fligt Test). Zuvor müssen aber noch andere sogenannte Meilensteine erreicht werden.

Als einigermaßen ausreichend sieht Boeing die vom Weißen Haus angesetzten 850 Millionen US-Dollar pro Jahr. Die Förderung ist allerdings zwischen den demokratischen Entscheidungsgremien der USA äußerst umstritten und so wird man zunächst diese schwierige Entscheidung abwarten müssen. Neben Boeing bewerben sich aber mehrere Konkurrenten um die geplanten Mittel.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Boeing, Raumcon)


» Feiner Ringnebel besonders fein
05.08.2011 - Zu Beginn des Monats hat die Europäische Südsternwarte ESO eine Reihe neuer Bilder von bereits bekannten kosmischen Objekten veröffentlicht. Dazu gehört auch eine Aufnahme vom Fine Ring Nebula.
Dieser gehört zu den Planetarischen Nebeln. Diese Bezeichnung ist etwas irreführend. Der Nebel erscheint in einem einfachen Teleskop etwa so "nebulös" wie der Planet Neptun. Aus ihm entstehen aber keine Planeten.

Vielmehr entstand der Nebel durch das Abstoßen von Schichten eines Roten Riesensterns. Ein solcher entsteht, wenn ein in Klasse und Masse der Sonne ähnlicher Stern dem Ende seiner Existenz entgegengeht. Dabei verdichtet sich der Kern zu einem weißen Zwerg, während massenhaft Partikelstrahlung und Gasmassen abgestoßen werden. Diese bilden dann einen sich langsam ausbreitenden Ring.

Im Falle des Fine Ring Nebula (ESO 225-2), der verschiedene andere Bezeichnungen trägt, erkennen wir im Zentrum den Zwergstern, der eine Helligkeit von etwa 14 mag besitzt. Dies ist erst mit größeren Amateurteleskopen optisch wahrnehmbar. Der farbige Ring ist dabei nur schwarzweiß und noch schwächer zu sehen. Sammelt man das Licht aber mir einem großen Spiegel und über längere Zeit, so treffen ausreichend Photonen ein, um ein derartiges Bild zu gewinnen.

Dieses stammt von Spektrograph und Kamera für schwache Objekte (Faint Object Spectrograph and Camera) am New Technology Telescope des La-Silla-Observatoriums der ESO in Chile. Im Detail wurde nun erkennbar, dass der Stern im Inneren in Wirklichkeit einen Begleitstern besitzt, also Teil eines binären Systems ist. Beide Sterne umlaufen den gemeinsamen Schwerpunkt mit einer Umlaufzeit von 2,9 Erdtagen. Möglicherweise ist dadurch die besonders schöne Feinstruktur des etwa 2.500 Lichtjahre von uns entfernten Nebels im Sternbild Norma (Winkelmaß) entstanden.

Für die Aufnahme wurden mehrere Filter verwendet, darunter Blau, O-III, Grün, Orange und H-Alpha (rot). Das gesammte Bild stellt einen Ausschnitt des Himmels dar, der nur etwa 200 Bogensekunden breit bzw. hoch ist. Das ist etwa ein Zwanzigstel Grad. Das New Technology Telescope ist seit 1989 in Betrieb, verfügt über einen 3,58 m durchmessenden Hauptspiegel und steht 2.375 Metern Höhe über dem Meeresspiegel.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: ESO)


» Ariane 5: Start erneut verschoben
05.08.2011 - Arianespace teilte am Abend mit, dass der für heute geplante Start der Ariane 5 auf unbestimmte Zeit verschoben wurde.
Dies teilte Arianespace auf seiner Website mit. Grund dafür ist das Wetter in Kourou, das für einen Start nicht geeignet ist. Einen neuen Starttermin hat man noch nicht bekanntgegeben.

Als Nutzlast sollen beim Flug VA-203 die zwei Fernseh- und Kommunikationssatelliten Astra 1N und BSAT 3c gestartet werden. Astra 1N soll dabei vor allem Frankreich, Spanien und Deutschland mit Fernsehsignalen, in erster Linie für HD-Kanäle, versorgen, während BSAT 3c Fernseh- und Telekommunikationsdienste in Japan anbietet.

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Raumcon:


(Autor: Daniel Maurat - Quelle: Arianespace)


» Juno ist unterwegs zum Jupiter
05.08.2011 - Die NASA-Raumsonde wurde an der Spitze einer Atlas-V-Trägerrakete gestartet und soll im August 2016 in eine polare Umlaufbahn um den größten Planeten unseres Sonnensystems eintreten.
Bis dahin wird die Raumsonde zunächst auf einer Bahn fliegen, die ein gutes Stück über die Marsbahn hinausreicht. Nach einem Bahnmanöver kehrt die Sonde zur Erde zurück, um hier Schwung zu holen. Dabei bekommt sie durch die Gravitation unseres Heimatplaneten einen Geschwindigkeitsschub, der ausreicht, auf eine Bahn zum Jupiter zu gelangen. Mit diesem Manöver wird es möglich, eine massereichere Sonde zum Jupiter zu schicken als durch eine direkte Flugbahn, allerdings dauert der Hinflug dadurch bedeutend länger.

Der Start der Sonde erfolgte heute gegen 18:25 Uhr MESZ vom Startplatz 41 auf dem Gelände der Air Force Station in Cape Canaveral. Die Kraft der Atlas-V-Zentralstufe wurde durch 5 Feststoffhilfsraketen verstärkt und brachte die beim Start unter der Nutzlastverkleidung verborgene Nutzlast nebst Oberstufe in den Weltraum. Durch die erste Zündung der Centaur-Oberstufe erreichte das Gespann zunächst eine stabile Erdumlaufbahn. Wenige Minuten später sorgte eine zweite Antriebsphase der Centaur dafür, dass die Sonde auf Fluchtgeschwindigkeit und damit auf eine Umlaufbahn um die Sonne gelangte. Bereits 50 Minuten nach dem Start wurde dieses Manöver beendet und die Sonde trennte sich kurz darauf von der Oberstufe. Mittlerweile wurde bestätigt, dass die drei Solarzellenpaneele zur Energieversorgung ausgefahren wurden und die ersten Signale der Sonde sind auf der Erde eingetroffen.

Juno ist die zweite Sonde, die in einen Orbit um den Planeten Jupiter einschwenken soll. Das beim Start 3.625 kg schwere Raumfahrzeug verfügt über mehrere moderne Messeinrichtungen, um vor allem Atmosphäre und Umfeld des Gasplaneten zu erforschen. Der erste Jupiterorbiter war Galileo, der vor fast 22 Jahren zum Jupiter aufbrach und diesen fast 8 Jahre lang erforschte. Juno soll 2016 in einen polaren, elliptischen Orbit einschwenken. Damit überfliegt die Sonde praktisch jede Region des Gasplaneten und kommt diesem auch unterschiedlich nahe, was für die Erforschung der Umgebung des Planeten günstig ist. Eine bedeutende Neuheit ist auch die Verwendung von Solarzellen zur Energieversorgung. Durch höhere Effektivität, die Wahl der Umlaufbahn außerhalb der Strahlungsgürtel und eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen die harte Strahlung im Umfeld des Gasriesen wurde diese Wahl möglich.

Hauptziele der Mission sind die Bestimmung der Zusammensetzung der dichten Jupiteratmosphäre, insbesondere Konzentration und Verteilung von Ammoniak, Methan und Wasser, die Erforschung von Konvektionsbewegungen in der Atmosphäre sowie die Erstellung von Windprofilen, die Überprüfung, ob Jupiter wie vermutet einen festen Kern besitzt sowie die Ermittlung von Quelle und Struktur des Magnetfeldes des Riesenplaneten. Dazu verfügt Juno über Spekrographen, Magnetometer, Radiometer und weitere Sensoren. Die Sonde soll nach ihrer Ankunft am Ziel mindestens 1 Jahr lang vielfältige Daten sammeln und zur Erde übermitteln. Hier erfolgt an verschiedenen Instituten dann deren Auswertung.

Näheres wurde bereits in unserer Vorstartmeldung beschrieben.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, Raumcon)


» Aufatmen: Herschel findet Sauerstoffmoleküle
06.08.2011 - In einem Zentrum der Sternentstehung, dem Orionnebel, hat das am 14. Mai 2009 gestartete europäische Weltraumteleskop Herschel Sauerstoffmoleküle gefunden. Zum ersten Mal gelang ein vermutlich zweifelsfreier Nachweis von Sauerstoffmolekülen in den Tiefen des Alls.
Dass atomarer Sauerstoff in wärmeren Regionen im Weltraum vorkommt, weiß man schon länger. Die Suche nach Sauerstoffmolekülen blieb bis zu Herschels jüngster Entdeckung im Wesentlichen erfolglos.

Bereits der Submillimetre Wave Astronomy Satellite der US-amerikanischen Weltraumbehörde (NASA) und der schwedische Satellit Odin hatten nach molekularem Sauerstoff gesucht und mussten ein dramatisch geringeres Auftreten der Moleküle als erwartet feststellen.

Für Modellrechnungen wirft in ungewöhnlich geringeren Mengen vorliegender molekularer Sauerstoff Probleme auf. Es stellt sich daher die Frage, auf welche Weise sich die unterstellten Mengen Sauerstoff in kalten Wolken verbergen. Ein Erklärungsversuch besagt, dass Sauerstoffatome auf kleinsten Staubpartikeln festfrieren, und schließlich als Teil von Wassereis für die Messtechnik, die auf der Suche nach Sauerstoff eingesetzt wird, nicht mehr sichtbar ist. Sollte sich diese Erklärung als zutreffend erweisen, müsste es in wärmeren Regionen des Kosmos wieder zur Freisetzung von nachweisbarem molekularen Sauerstoff kommen, wenn das Eis sich verflüchtigt.

Nach dem freigesetzten Sauerstoff zu suchen, setzte sich Dr. Paul Goldsmith, ein Herschel-Projektwissenschaftler von NASAs Jet Propulsion Laboratory (JPL) im kalifornischen Pasadena, zusammen mit einer internationalen Wissenschaftlergruppe zum Ziel. Sie benutzen Herschels im fernen Infrarotbereich arbeitendes Instrument HIFI (Heterodyne Instrument for the Far Infrared), um den Orion-Nebel zu durchmustern, da sie annahmen, dass bei der Sternentstehung Gas und Staub in der Umgebung aufgewärmt werden müsste.

Unter Einsatz der drei unterschiedlichen Arbeitsfrequenzen von HIFI gelang es, im untersuchten Gebiet einen Anteil von molekularem Sauerstoff von einem Molekül auf eine Millionen Wasserstoffmoleküle zu ermitteln. Dr. Paul Goldsmith teilte mit, dass nun nachvollziehbar ist, warum zumindest ein Teil des unterstellten molekularen Sauerstoffs nicht unmittelbar sichtbar ist, auch wenn man keine sehr großen Mengen der Moleküle gefunden habe, und berichtete, dass man die speziellen Eigenheiten der Stellen, an denen molekularer Sauerstoff messbar ist, noch nicht genau kenne.

Sauerstoff in seinen unterschiedlichen Formen ist das dritthäufigste Element im Universum und ein maßgeblicher Bestandteil unseres Planeten. Er befindet sich in der Atmosphäre der Erde, in Ozeanen und im Gestein, und ist existentiell für unser Leben, da wir ihn in molekularer Form zum Atmen benötigen.

Auch wenn die Suche nach molekularem Sauerstoff im Weltraum weitergehe, stellen die von Herschel gelieferten Ergebnisse einen Durchbruch dar, glaubt der Herschel-Projektwissenschaftler Göran Pilbratt von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Seiner Meinung nach ist Herschel im Verlauf seiner weiteren Mission aufgrund seiner außerordentlichen Fähigkeiten in der Lage, Antworten auf noch offene Fragen zu liefern.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Ariane 5 bringt BSat 3C und Astra 1N ins All
07.08.2011 - Eine europäische Trägerrakete des Typs Ariane 5 ECA hob am frühen Morgen Mitteleuropäischer Sommerzeit vom Startgelände bei Kourou ab und brachte zwei Kommunikationssatelliten auf Geotransferbahnen. Auf die geplante Geostationäre Bahn gelangen beide Satelliten mit eigenem Antrieb.
Der Start erfolgte heute Nacht gegen 0:54 Uhr MESZ (22:54 Uhr UTC am 6. August). Dabei handelte es sich um den 203. Start einer Ariane-Rakete, den 59. einer Ariane 5 und den 32. der ECA-Version. Der Start war zunächst für den 1. Juli geplant, musste aber wegen eines vereisten Ventils im System für den flüssigen Wasserstoff verschoben werden. Nach dem Austausch des Ventils gab es noch eine kleine Verzögerung wegen ungünstigen Wetters.

Die Nutzlast besteht aus zwei Kommunikationssatelliten, die im Geostationären Orbit (GEO) in etwa 35.800 Kilometern Höhe über dem Äquator ihren Dienst versehen sollen. BSat 3C/JCSat 110R basiert auf dem Satellitenbus A2100A und wurde von Lockheed Martin gebaut. Der Satellit gehört der Broadcasting Satellite System Corporation (B-SAT) sowie der SKY Perfect JSAT Corporation aus Japan und soll das fernöstliche Land mit Fernsehprogrammen und weiteren Telekommunikationsdiensten versorgen. Dazu ist es mit zweimal 12 Ku-Band-Transpondern ausgerüstet. BSat 3C soll bei 110 Grad östlicher Länge stationiert werden und 15 Jahre lang funktionieren. Zur Energieversorgung ist der beim Start 2.910 kg schwere Satellit mit zwei Solarzellenauslegern ausgrüstet.

Zuerst ausgesetzt wurde aber Astra 1N der SES Astra Luxemburg. Aufgabe des Satelliten ist die Ausstrahlung von Fernsehprogrammen für Deutschland, Frankreich und Spanien. Dazu wird der beim Start 5.350 kg schwere Satellit bei 19,2 Grad Ost im GEO positioniert. Astra 1N verfügt über 55 Ku-Band-Transponder und ist ebenfalls mit zwei Solarzellenpaneelen ausgerüstet. Er basiert auf dem Eurostar-3000-Bus von Astrium und hat eine angestrebte Nutzungsdauer von 15 Jahren.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Arianespace, Raumcon, Skyrocket)


» VISTA enthüllt viele neue Offene Sternhaufen
07.08.2011 - Mit Hilfe des Infrarot-Durchmusterungsteleskops der Europäischen Südsternwarte wurden in der Milchstraße 96 bisher unbekannte Offene Sternhaufen entdeckt.
Sie waren bisher unsichtbar, weil sie vor unseren Blicken durch Staubwolken verborgen werden. Diese schlucken mehr als 99,99% des sichtbaren Lichts, das in unsere Richtung ausgestrahlt wird. In verschiedenen Bereichen des infraroten Lichtes sind diese Wolken jedoch durchlässiger. So konnten die 96 Offenen Sternhaufen enthüllt werden.

Die Entdeckung ist Ergebnis des Programms VISTA Variables in the Via Lactea (VVV, etwa: VISTA-Programm zur Untersuchung veränderlicher Sterne in der Milchstraße) im ersten Einsatzjahr des VISTA-Teleskops in den chilenischen Anden und der Anwendung raffiniert konfigurierter Computerprogramme, mit denen Sterne im Vordergrund herausgerechnet werden konnten. Die Aufnahmen wurden mit Hilfe dreier Infrarotfilter gemacht und anschließend in den sichtbaren Bereich umgerechnet.

"Diese Entdeckung verdeutlicht das Potenzial von VISTA und der VVV-Himmelsdurchmusterung, Sternhaufen zu finden, speziell solche in staubreichen Sternentstehungsgebieten der Milchstraße. VVV geht viel tiefer als andere Durchmusterungsprojekte", sagte Jura Borissova, Leiterin der Studie dazu.

Die Mehrheit der Sterne in der Größenordnung unserer Sonne ordnet sich in Offenen Sternhaufen an. Diese bilden Grundbausteine unserer Milchstraße und bestimmen ihre Form und Entwicklung mit. Bisher sind etwa 2.500 Offene Sternhaufen (OSH) in unserer Galaxie bekannt. Astronomen glauben aber, dass uns viele bisher durch Staubwolken verborgen geblieben sind und schätzen ihre Gesamtzahl auf 30.000. Die jetzt gefundenen gehören zu den kleinsten ihrer Art, bestehen oft nur aus 10 bis 20 Sternen. Bekannte Offene Sternhaufen sind die Krippe (Preasepe, M 44) im Sternbild Krebs oder h & chi Persei im Perseus.

VISTA steht für Visible and Infrared Survey Telescope for Astronomy. Dabei handelt es sich, wie der Name schin sagt, um ein astronomisches Teleskop für sichtbares Licht und infrarote Strahlung zur Himmelsdurchmusterung. Dementsprechend hat das in Großbritannien erdachte und entwickelte Teleskop ein vergleichsweise großes Blickfeld, das etwa der Fläche von 10 Vollmonden entspricht. VISTA verfügt über einen 4,10 m durchmessenden Hauptspiegel und eine etwa 3 Tonnen schwere elektronische Spezialkamera, die mit 16 Detektoren und insgesamt 67 Megapixeln ausgerüstet ist. Diese arbeiten weitgehend im Infrarotbereich und werden auf etwa -200 °C gekühlt. Dadurch lassen sich auch relativ kalte Objekte im Weltraum abbilden.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: ESO)


» PAKSAT 1R vor dem Start
07.08.2011 - Nach derzeitigen Planungen wird Mitte August 2011 vom Xichang-Satellitenstartzentrum (XSLC) in der südwestchinesischen Provinz Sichuan aus der pakistanische Kommunikationssatellit PAKSAT 1R auf einer chinesischen Trägerrakete in den Weltraum transportiert.
PAKSAT 1R ist entsprechend des R für Replacement in seinem Namen als Ersatz für den seit dem 1. Februar 1996 im All befindlichen und ursprünglich von der PT Satellit Palapa aus Indonesien als Palapa C1 benutzen Kommunikationssatelliten PAKSAT 1 gedacht. Den Transport des neuen Satelliten ins All hatte die pakistanische Luft- und Raumfahrtforschungsorganisation SUPARCO (Space and Upper Atmosphere Research Commission) im Oktober 2008 bei der CGWIC (China Great Wall Industry Corporation) in Auftrag gegeben.

Das auf dem chinesischen Satellitenbus DFH 4 basierende und von der CAST (China Academy of Space Technology) zusammen mit Spezialisten der SUPARCO gebaute Raumfahrzeug besitzt eine Auslegungsbetriebsdauer von 15 Jahren und soll im Geostationären Orbit eine Position bei 38 Grad Ost beziehen. Von dort können die 18 Ku- und 12 C-Band-Transponder an Bord des Satelliten Kunden in Pakistan sowie Afganistan, Bangladesch, Indien, dem Iran, in Nepal, dem Oman, in Sri Lanka, den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Teilen Chinas, Europas, Tadschikistans, Turkmenistans und des mittleren Ostens sowie in Küstenregionen Afrikas mit einer Vielzahl unterschiedlicher Kommunikationsdienste versorgen. Zwei vollständig redundante Bodenstationen, SGCS für Satellite Ground Control Stations genannt, Karachi und Lahore sollen PAKSAT 1R überwachen und steuern.

Voraussichtlich am 14. August 2011 wird eine Rakete vom Typ Langer Marsch 3B mit dem Satelliten an der Spitze von der Rampe Nummer 2 des XSLC abheben. Eine mit touristischen Aktivitäten in Xichang befasste Stelle rechnet derzeit allerdings mit einem Start am 11. August 2011 nach 16:00 Uhr UTC.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: CGWIC, NSF, raumfahrer.net, SUPRACO)


» IRVE/SIAD/HIAD: Entfaltbare Luftwiderstandsbremsen
08.08.2011 - Zu Beginn des nächsten Jahres soll ein weiterentwickelter entfaltbarer Bremsschild erprobt werden. Dies sieht ein Vertrag zwischen ILC Dover und dem Jet Propulsion Laboratory der NASA vor.
Derzeit sind entfaltbare Strukturen recht populär. Meist sieht man sie heute zur Vergrößerung des zur Verfügung stehenden Volumens bei Raumstationsmodulen oder einer Mondbasis. Sie können aber viel mehr. Seit vielen Jahren im Einsatz sind entfaltbare Abdeckungen, Antennen, Radiatoren, Solarzellenausleger oder Airbags. Letztere wurden bei den Landungen der Marsrover Spirit und Opportunity im Jahre 2004 auf dem Roten Planeten verwendet. ILC Dover kann also als erfahrener Partner angesehen werden.

In Zukunft will man weitaus größere Massen auf dem Mars landen, insbesondere dann, wenn man einen bemannten Flug ins Auge fasst. Die Rede ist von bis zu 40 Tonnen! Bisherige Bremsmanöver beim Eintritt in die Atmosphäre wurden durch starre Hitzeschilde und später durch Fallschirme eingeleitet bzw. fortgeführt. Mit entfaltbaren Hitzeschilden könnten aber viel größere Massen effektiv abgebremst werden. Fallschirme sind hingegen erst ab bestimmten Geschwindigkeiten verwendbar.

Mit IRVE-2 (Inflatable Reentry Vehicle Experiment 2, dt. etwa Experiment mit entfaltbarem Wiedereintrittsfahrzeug) fand am 17. August 2009 der erste erfolgreiche Weltraumtest einer entfaltbaren Bremseinrichtung statt. Mit einer Black Brant IX wurde das Experiment auf eine Höhe von 211 Kilometern gebracht. Bei einem ballistischen Flug geschah der Wiedereintritt mit fünffacher Schallgeschwindigkeit (Mach 5). Der dreilagige Bremsschild hatte gepackt einen Durchmesser von 40 cm, entfaltet war er 3 Meter groß. Hersteller war ILC Dover.

Das aktuelle Projekt nennt sich Supersonic Inflatable Aerodynamic Decelerator (SIAD, dt. etwa entfaltbare aerodynamische Überschall-Bremseinrichtung), der Vertrag wurde am 21. Juli unterzeichnet. Der erste Test wird ein Ballonabwurf, bei dem zunächst hauptsächlich die mechanische Stabilität des Systems überprüft wird. Später soll auch SIAD ins All fliegen.

Die NASA geht mit ihren Forschungen schon einen Schritt weiter: Der Hypersonic Inflatable Aerodynamic Decelerator (HIAD) soll in den Bereich jenseits der fünffachen Schallgeschwindigkeit vorstoßen. Diesen nennt man auch Hyperschall. Berichtet wird darüber unter anderem im NASA-Vodcast "Edge". HIAD wird speziell für Planeten und Monde mit dünner Atmosphäre geeignet sein. Man will das System modifiziert aber auch für die Rückführung von Materialien aus nahen Umlaufbahnen zur Erde einsetzen. Auf atmosphärenlosen Himmelskörpern hingegen ist man auch weiterhin auf Bremstriebwerke angewiesen, die ihre Verbrennungsabgase entgegen der Flugrichtung ausstoßen und damit den Flug verlangsamen.

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, ILC Dover)


» Details über Merlin-1D-Triebwerk von SpaceX
08.08.2011 - Auf einer Konferenz des American Institute of Aeronautics and Astronautics zu Antriebssystemen in der letzten Woche wurden auch Details über ein neues Triebwerk für die Falcon-Raketenfamilie von Space Exploration Technologies (SpaceX) genannt.
Das neue Triebwerk beitzt einen Schub von 680 kN und arbeitet mit einem Brennkammerdruck von 97 bar (ca. 9,7 MPa). Das Schub-Gewichtsverhältnis liegt bei 160 und der spezifische Impuls bei etwa 3.040 m/s (310 s). Das Expansionsverhältnis wurde von 14,5 beim Merlin 1C auf 16 beim 1D erhöht.

Die Triebwerksleistung des Merlin 1D soll sich zwischen 70 und 100 Prozent regeln lassen. Damit wird es möglich, den Schub der zu entwickelnden Schwerlast-Trägerrakete Falcon Heavy kurz vor Brennschluss geregelt zurückzufahren, anstatt wie bisher geplant zwei der 9 Triebwerke einer Stufe einfach abzuschalten.

Gleich mitentwickelt wird eine spezielle Vakuumversion des Merlin 1D für Oberstufen. Das Testtriebwerk, das gegenwärtig verwendet wird, läuft nach Angaben von Tom Mueller von SpaceX besser als erwartet, das Design ist einfacher als beim Merlin 1C, was dem Triebwerk eine höhere Lebensdauer ermöglicht.

Gleichzeitig wurden weitere Zahlen von SpaceX bekannt. Bisher hat man 60 Merlin-Triebwerke gebaut, für das nächste Jahr sind 100 geplant. In den kommenden Jahren will man weitere 400 erzeugen und zum größten Hersteller für Raumfahrtträgerraketen werden. Gleichzeitig arbeitet man an den Notfall- und Landetriebwerken Super-Draco für die Raumkapsel Dragon. Deren zweiter Testflug im Rahmen des Commercial Orbital Transportation Service (COTS) ist für Ende des Jahres geplant. Dabei sollen die Aufgaben des 2. und 3. Testfluges zusammengelegt, also erstmals an der Internationalen Raumstation angekoppelt werden.

Weitere Zukunftspläne gibt SpaceX großzügig bekannt: Schwerlastrakete Falcon Heavy, Dragon als bemanntes Raumfahrzeug oder DragonLab als kommerziell nutzbare Experimentierplattform, selbst den Mars hat man bereits im Visier. So gibt es eine Arbeitsgruppe mit der NASA, die die Landung einer Dragon-Kapsel auf dem Roten Planeten vorschlägt (Projekt RedDragon).

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Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Hobbyspace, Raumcon)


» Konzepte für Treibstoffdepots im All
08.08.2011 - Die NASA hat 4 US-Firmen ausgewählt, die Konzepte für zukünftige Depots kryogener Treibstoffkomponenten im All erarbeiten sollen.
Dies soll späteren Missionen dienen, die über die Erdumlaufbahn hinausgehen. Beispielsweise könnten Raumschiffe entwickelt werden, die zwischen Erde und Mars hin und her pendeln, ohne auf den Planeten zu landen. Diese könnten ihre Treibstoffe aus speziellen Tankstellen im All beziehen.

Insbesondere geht es um die Treibstoffkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff, die beide in flüssiger Form bei sehr tiefen Temperaturen aufbewahrt werden sollen. Um den Aufwand für die Kühlung niedrig zu halten, wird man einen Teil davon kontrolliert verdampfen lassen. Dies funktioniert so ähnlich, wie das Schwitzen beim Menschen. Während ein Teil des Wassers verdunstet, wird der Körper gekühlt.

Die zu erarbeitenden Konzepte sollen dazu führen, eine Demonstrationsmission vorzubereiten. Dazu stehen insgesamt 2,4 Millionen US-Dollar zur Verfügung, wobei jedes Team maximal 600.000 US-Dollar nutzen kann. Neben Ball Aerospace, Boeing und Lockheed Martin ist auch Analytical Mechanics Associates am Start.


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: SpaceRef)


» Orion-Testflug im Juli 2013
09.08.2011 - NASA und Lockheed Martin planen einen ersten mehrstündigen unbemannten Testflug des neuen Mehrzweck-Raumschiffs Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV).
Dabei soll ein drittes Testmodell der Orion mehrere Erdumrundungen absolvieren und anschließend im Pazifik wassern. Da bis dahin keine spezielle Trägerrakete für das Raumfahrzeug zur Verfügung steht, soll der Flug auf einer Delta IV Heavy starten. Orion wird dabei noch nicht über Solarzellenpaneele verfügen.

Gegenwärtig werden sowohl Vorbereitungen für den Bau des Raumschiffs als auch für die Schaffung einer Managementstruktur für den Flug vorgenommen. Das Mission Operations Directorate (MOD) der NASA will bis Oktober entsprechende Posten in Denver, Houston und Florida eingerichtet haben.

Bisher verfügt Lockheed Martin über zwei Testmodelle der Orion-Kapsel. Das erste hat gerade Wasserungstests in Langley absolviert, das zweite befindet sich zu Vibrations- und Belastungstests in Denver. Hier sind demnächst Akkustiktests des Gespanns aus Kapsel und Rettungssystems (LAS = Launch Abort System) vorgesehen. Alle Erfahrungen sollen in den Bau des dritten Modells, das für den Orion Test Flight 1 geplant ist, einfließen.

Dessen Rohbau beginnt mit ersten Schweißarbeiten am 22. August und soll bis März 2012 weitgehend abgeschlossen sein. Dann wird das Raumschiff ans Kennedy Space Center in Florida transportiert, getestet, fertiggestellt und auf die Mission vorbereitet.

Noch diskutiert wird, ob man bei diesem ersten Testflug bereits das LAS aufsetzt. Darin sieht Lockheed Martin eine Möglichkeit, am Entwicklungsstand der Dragon-Kapsel von SpaceX vorbeizuziehen.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, NasaSpaceflight, Raumcon)


» NIAC-Neuauflage
09.08.2011 - Im Rahmen des Programms NASA Innovative Advanced Concepts, kurz NIAC, werden mit dem Fiskaljahr 2011 erneut besonders zukunftsweisende Ideen unterstützt. [Newsimage: Ein biomimetisches Fluggerät erweitert den Erkundungsbereich eines Marsrovers. (Bild: NASA/Anthony Colozza, Ohio Aerospace Institute)]
Dies gab die NASA gestern bekannt. Die Vorschläge umfassen ein weites Feld ideenreicher und kreativer Art. Dazu gehören beispielsweise neue Möglichkeiten zur Bahnänderung von Weltraumschrott, lagestabilisierte Raumanzüge, 3-D-Drucker zur Herstellung von Teilen für Bodenstationen aus dort vorhandenen Materialien sowie eine Vielzahl innovativer Ideen für neuartige Antriebe.

Genannt seien hier noch einige Beispiele:

  • Variabel einstellbare Raumanzüge für das Leben und Arbeiten im All
  • Flexibel konfigurierbare Fahrzeuge für planetare Erkundungen (Baukastensystem)
  • Einschätzung des Potenzials von Plasmawellenantrieben
  • Effizientere Radioisotopengeneratoren
  • Verwendung von Hochtemperatursupraleitern zum Entfalten und Stabilisieren von Strukturen in Raumfahrzeugen
  • Kleinstroboter mit einer Energieversorgung, die ähnlich biologischer Prozesse funktioniert
  • Metallischer Wasserstoff als neuartige Treibstoffkomponente
  • Strahlenschutzschilde unter Verwendung von Hochtemperatursupraleitern
  • Nichtradioaktive Energiequellen für Bereiche ohne Sonnenlicht

Von 1998 bis 2007 existierte mit dem NASA Institute for Advanced Concepts (NIAC) ein eigenes Institut zur Koordinierung und Bewertung neuartiger Konzepte für die Raumfahrt. 2009 wurde daher eine Neuauflage des Programms beschlossen. Aus einer Vielzahl eingereichter Vorschläge wurden nun 30 ausgewählt und eine Fördersumme von 3 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Eine frühe Investition in und Partnerschaft mit kreativen US-Wissenschaftlern, Ingenieuren und Erfindern wird nach Meinung der NASA eine hohe technologische Dividende erbringen und dabei helfen, die führende Rolle der USA in den Bereichen Technik und Wirtschaft zu sichern.

Raumcon:

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)


» Spektr R: Zweite Erprobungsphase beginnt
09.08.2011 - Die Bordsysteme des russischen Radioteleskops wurde nach dem Start überprüft und Teile der wissenschaftlichen Nutzlast aktiviert.
Nun steht die Aktivierung der wissenschaftlichen Hauptnutzlast, also des Radioteleskops und seiner Sensoren unmittelbar bevor. Bisher hatte man die Steuerungssysteme und die Thermalkontrolle überwacht. Außerdem wurden der Detektorblock Plasma F zur Untersuchung solarer Plasmen, das wissenschaftliche Kommunikationssystem sowie ein Teilchendetektor in Betrieb genommen.

Täglich zweimal werden Telemetriedaten empfangen und Kommandos zum Raumfahrzeug gesendet. Dafür stehen auf der Erde eine 70-Meter-Antenne bei Ussurisk, eine 64-Meter-Antenne bei Medweschi Osora und eine kleinere Funkstation beim Hersteller Lawotschkin zur Verfügung.

Das Radioteleskop Spektr R umläuft die Erde gegenwärtig auf einer stark elliptischen Bahn zwischen 4.578 und 338.303 Kilometern Höhe bei einer Neigung von 55,8 Grad gegen den Äquator. Fünf Jahre lang sollen verschiedene Objekte des Weltalls im Radiofrequenzbereich des elektromagnetischen Spektrums erforscht werden. Dazu gehören Galaxien und Quasare, Neutronensterne, Pulsare und Schwarze Löcher sowie interstellare Plasmen. Ziele sind u.a. die Erfassung der Struktur des Raumes im Umfeld von Schwarzen Löchern, genauere Entfernungs- und Geschwindigkeitsbestimmungen bei Pulsaren sowie das Ergründen der Entwicklungsgeschichte kollabierender Strukturen.

Radioastron, wie das Teleskop ebenfalls genannt wird, startete am 18. Juli, 04:31 Uhr MESZ an der Spitze einer Trägerrakete vom Typ Zenit 3F vom Kosmodrom in Baikonur.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, Lawotschkin)


» Chinesischer Navsat Compass IGS4 im All
28.07.2011 - Am 26. Juli 2011 wurde der neunte chinesische Navigationssatellit für das Satellitennavigationssystem Beidou 2 in den Weltraum transportiert. Sein Ziel ist ein inklinierter geosynchroner Orbit ca. 35.786 Kilometer über der Erde.
Der Start erfolgte um 23:44 Uhr MESZ von der Rampe LA-3 des Startgeländes Xichang (Xichang Satellite Launch Center, XSLC) in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Es handelte sich um einen Nachtstart, vor Ort war es zu diesem Zeitpunkt 5:44 Uhr und der 27. Juli 2011 bereits angebrochen. Transportiert wurde der Satellit von einer dreistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 3A (Chang Zheng-3A, CZ-3A). Sie flog die 139. Weltraummission einer Rakete aus der Serie Langer Marsch. Das von ihr ins All gebrachte Raumfahrzeug wird entsprechend seiner Bezeichnung Compass IGS4 auf einer inklinierten geosynchronen Bahn um die Erde ziehen. Es basiert auf dem Satellitenbus DFH-3, hat eine Masse von rund 2.200 Kilogramm und soll eine Auslegungsbetriebsdauer von acht Jahren erreichen.

Das chinesische Satellitennavigationssystem Compass wird, wenn die aktuellen Planungen umgesetzt werden, in seiner endgültigen Ausbaustufe einmal aus 35 Satelliten bestehen. Vorgesehen ist, dass 27 Satelliten auf Umlaufbahnen in mittlerer Höhe (ca. 21.500 km) in drei Ebenen um die Erde kreisen, fünf Raumfahrzeuge sollen auf Positionen im Geostationären Orbit arbeiten, und drei Trabanten will man auf inklinierten geosynchronen Bahnen, die bei 118 Grad östlicher Länge den Äquator kreuzen, einsetzen.

Im Jahr 2000 begann China mit dem Einsatz eigener Navigationssatelliten. Um dem Ziel der Unabhängigkeit vom US-amerikanischen GPS näher zu kommen, schickte man Ende 2000 zunächst zwei Satelliten zum Einsatz in einer Testkonstellation, Beidou genannt, ins All. 2003 und 2007 folgten zwei weitere Satelliten für das experimentelle System. Anschließend begann man mit dem Aufbau des Betriebsnetzes, das auch Beidou 2 genannt wird. Eine weltweite Abdeckung mit chinesischen Navigationssatelliten soll nach dem derzeitigem Planungsstand im Jahre 2020 erreicht sein.

Compass IGS4 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.763 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-38A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Calt, Xinhua)


» Erster Erd-Trojaner entdeckt
28.07.2011 - Mithilfe des NASA-Weltraumteleskops WISE (Wide-field Infrared Survey Explorer) konnten Astronomen erstmals einen sogenannten Trojaner der Erde entdecken. Der circa 300 Meter große Asteroid mit der Bezeichnung 2010 TK7 eilt der Erde auf ihrer Umlaufbahn etwa 60° voraus.
Als Trojaner bezeichnet man Objekte, die einem Planeten auf dessen Bahn vorrauslaufen oder nachfolgen. Trojaner halten sich ungefähr 60° vor oder hinter dem Planeten auf, an den sogenannten Lagrange-Punkten L4 und L5, wo sich die Anziehung von Planet und Sonne aufheben und somit ein ziemlich stabiler Orbit um diese Punkte möglich ist.

Bei Jupiter wurden schon über 4.000 Trojaner entdeckt, ebenso konnte man bei Neptun und Mars einige Begleiter finden. Zwar ging man lange Zeit davon aus, dass die Erde auch Trojaner-Asteroiden besitzen müsse, nachweisen konnte man bis jetzt allerdings keine. Das ist mitunter der Tatsache geschuldet, dass die L4- und L5-Punkte der Erde schlecht beobachtbar sind, da diese aus unserem Blickwinkel immer verhältnismäßig nahe an der Sonne stehen und man so kaum eine Möglichkeit hat, die lichtschwachen Objekte aufzuspüren.

Da der entdeckte Trojaner aber eine um fast 21° gegenüber der Ekliptik geneigte Bahn hat, entfernt er sich etwas weiter von der Sonne und gab dem Infrarotteleskop WISE so die Gelegenheit ihn zu entdecken. Entdeckt wurde das Objekt zwar schon im Oktober 2010, da es aber so schwer zu beobachten ist, konnte erst im April mithilfe des Canada-France-Hawaii-Teleskops bestätigt werden, dass es sich um einen Trojaner handelt.

Auch wenn sich 2010 TK7 am L4-Punkt aufhält, ist der Asteroid kein potentielles Ziel für zukünftige bemannte Missionen. Durch seine gegenüber der Erdbahn gekippte Umlaufbahn pendelt der Asteroid ober- und unterhalb der Erdbahn und ist somit nur mit hohem Treibstoffeinsatz erreichbar.

Raumcon-Forum:


(Autor: Johannes Amann - Quelle: NASA)


» Chinesischer Satellit Shijian 11-02 gestartet
30.07.2011 - Am 29. Juli 2011 wurde der chinesische Experimentalsatellit Shijian 11-02 gestartet. Die Mission begann vom Startgelände Jiuquan in der Provinz Gansu aus.
Befördert wurde der von der China Space Co. Ltd unter Ägide der China Aerospace Science and Technology Corporation (CASTC) entwickelte Satellit von einer zweistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 2C. Es war die 140. Weltraummission einer Rakete aus der Serie Langer Marsch und die 4. im Monat Juli 2011. Der Start erfolgte am 29. Juli 2011 um 9:42 Uhr MESZ bzw. um 15:42 Uhr Ortszeit.

Der Satellit gelangte auf eine annähernd kreisförmige Erdumlaufbahn in rund 700 Kilometern Höhe. Er soll experimentellen wissenschaftlichen und ingenieurtechnischen Zwecken dienen und dabei sowie Mess- und Kommunikationsaufgaben erledigen. Dementsprechend erfolgte die Namensgebung des Satelliten: Shijian bedeutet auf Deutsch etwa soviel wie Übung. Westliche Beobachter halten das neue Raumfahrzeug für einen experimentellen Frühwarnsatelliten.

Shijian 11-02 alias SJ-11-02 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.765 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-039A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: CALT, Xinhua)


» Astrium baut Eutelsat 3B
30.07.2011 - Der Satellitenhersteller Astrium wurde ausgewählt, den Kommunikationssatelliten Eutelsat 3B für den Betreiber Eutelsat Communications mit Sitz in Paris zu bauen.
Den neuen auf Astriums Plattform Eurostar E3000 basierenden Satelliten möchte Eutelsat bei 3 Grad Ost im Geostationären Orbit zur Versorgung von Kunden in Europa, Afrika, dem nahen Osten, in Zentralasien und Teilen von Südamerika mit Daten-, Internet-, Telekommunikations- und Videodiensten einsetzen. Den derzeitigen Planungen zufolge soll Eutelsat 3B Anfang 2014 in den Weltraum transportiert werden.

Eutelsat 3B mit einer Startmasse von rund 6 Tonnen ist das 20. von Eutelsat bei Astrium bestellte Raumfahrzeug. Ausgerüstet wird es mit 10 unterschiedlich großen Kommunikationsantennen und 51 Transpondern, die im C-, Ku- und Ka-Band arbeiten. Die elektrische Leistung des Satelliten gibt Astrium mit 12 Kilowatt an. Mindestens 15 Jahre lang soll sich der Satellit im All betreiben lassen.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Astrium)



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Mars Aktuell: Marsrover Opportunity: Endeavour-Krater Voraus! von Redaktion



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» Marsrover Opportunity: Endeavour-Krater Voraus!
28.07.2011 - Nach einer zurückgelegten Strecke von über 20 Kilometern seit dem Verlassen der Region um den Viktoria-Krater und einer Fahrzeit von fast drei Jahren befindet sich der Marsrover Opportunity jetzt unmittelbar vor seinem nächsten Ziel. Der Endeavour-Krater ist nur noch rund 500 Meter entfernt.
Nach dem Abschluss der Untersuchungen des Viktoria-Kraters auf der Hochebene "Meridiani Planum" im Jahr 2008 trafen die für die Opportunity-Mission verantwortlichen Mitarbeiter des Jet Propulsion Laboratory (JPL) den Entschluss, den Marsrover Opportunity zu einem neuen Ziel zu manövrieren. Hierfür wählte die Missionsleitung den knapp 22 Kilometer durchmessenden und etwa 12 Kilometer vom Viktoria-Krater entfernten Endeavour-Krater aus. Seit dem Verlassen des Viktoria-Kraters am 17. Oktober 2008 legte Opportunity mittlerweile über 20 Kilometer auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurück. Neben der Entdeckung und Untersuchung mehrerer Meteoriten und der Erkundung verschiedener kleinerer Krater stand dabei die ausführliche Analyse der chemischen Zusammensetzung der passierten Böden und Gesteine auf dem Arbeitsprogramm des Robotergeologen. Nach einer Reise von fast drei Jahren steht der Rover jetzt kurz vor seinem Ziel. Der Westrand des Endeavour-Kraters befindet sich in der unmittelbaren Reichweite und wird aller Voraussicht nach in wenigen Tagen erreicht werden.

Seit dem letzten ausführlichen Statusbericht konnte sich der Rover auch weiterhin erfolgreich auf sein nächstes Ziel zubewegen. Die dabei durchgeführten Fahrten absolvierte der Rover ausschließlich in einer Rückwärtsbewegung. Nach dem Auftreten von Problemen mit dem rechten Vorderrad - dieses wies während der Fahrten einen erhöhten Stromverbrauch auf - waren die für die Steuerung von Opportunity verantwortlichen Marsrover-Driver bereits vor längerer Zeit dazu übergegangen, das Fahrzeug nur noch im "Rückwärtsgang" über die Ebene des Meridiani Planum zu dirigieren. Am 3. Juni 2011, dem Sol 2.616 der Mission, konnte dabei eine Distanz von 165,67 Metern zurückgelegt werden. Dies stellte einen neuen Entfernungsrekord für eine Fahrt in einer ausschließlichen Rückwärtsbewegung dar.

Im Verlauf der nächsten Fahrt am 9. Juni, dem Sol 2.621, wurde ein weiterer kleiner Krater, er wurde auf den Namen "Gemini 5" getauft, umfahren und mit den Kameras abgebildet. Anschließend änderte Opportunity den Kurs. In den zurückliegenden Monaten führte dieser in die grob ost-südöstliche Richtung. Ab jetzt wurde der Rover in die süd-südöstliche Richtung dirigiert, womit der Kurs direkt auf den südlichen Bereich des Cape York, einer nur wenige Meter hohen Erhebung im westlichen Wall des Endeavour-Kraters, zielte.

Diese Gegend, in der zuvor anhand der durch die beiden von der NASA betriebenen Marsorbiter Mars Odyssey und Mars Reconnaissance Orbiter gesammelten Messdaten Schichtsilikate und Tonminerale nachgewiesen werden konnten, wird das erste Ziel des Rovers bei seiner anstehenden Untersuchung des Endeavour-Kraters darstellen. Anlässlich der offiziellen Beendigung der Mission des Marsrovers Spirit (Raumfahrer.net berichtete) wurde dieser vorgesehene Ankunftspunkt Anfang Juni 2011 von der NASA offiziell mit dem Namen "Spirit Point" belegt.

In den folgenden 10 Tagen überbrückte Opportunity im Verlauf von sieben Einzelfahrten insgesamt weitere 800 Meter und überwand dabei am 18. Juni 2011, dem Sol 2.630 der Mission, die Marke von 31 auf der Marsoberfläche zurückgelegten Kilometern. In der folgenden Woche konnten durch vier weitere Fahrten zusätzliche 360 Meter überbrückt werden. Diese häufigen Fahrten und die dabei zurückgelegten relativ weiten Entfernungen waren unter anderem deshalb möglich, weil sich die Energiesituation des ausschließlich solarbetriebenen Rovers infolge eines sogenannten "Cleaning Events" zwischenzeitlich verbessert hatte. Bei diesen Cleaning Events wehen kurze Windstöße den Staub von den Solarpaneelen des Rovers, welcher sich dort im Laufe der Zeit ablagert. Dadurch gelangt mehr Sonnenstrahlung auf die Oberflächen der Solarzellen, welche anschließend in Energie umgewandelt werden kann.

"Das Event erfolgte am späten Nachmittag des Sol 2.627 [15. Juni 2011] und so machte sich der Anstieg der zur Verfügung stehenden Energiemenge erst am Sol 2.628 bemerkbar", so Bill Nelson, der Chef-Ingenieur der Mars Exploration Rover-Mission am JPL.

Die jetzt zusätzlich zur Verfügung stehende Energie ermöglichte es auch, dass Opportunity seine Tagesaktivitäten an einzelnen Tagen früher als gewohnt aufnahm und im Rahmen einer zusätzlich eingerichteten Kommunikationsgelegenheit mittels seiner UHF-Antenne Daten an den Orbiter Mars Odyssey übermittelte. Dieser Marsorbiter dient als Kommunikationsrelais zwischen dem Rover und seinem Kontrollzentrum und hat in der Vergangenheit den überwiegenden Teil der Daten, welche im Rahmen der Mars Exploration Rover-Mission gesammelt wurden, an das Deep Space Network (DSN) der NASA übermittelt. Durch die zusätzlichen Übertragungen konnte vermieden werden, dass sich der Flash-Speicher des Rovers zu sehr mit Daten füllt, was eine Weiterfahrt verzögert hätte.

In der letzten Woche des Juni erfolgten keine weitere Fahrt. Der Grund hierfür war eine starke Auslastung des DSN sowie der zwischenzeitliche durch ein technisches Problem bedingte Ausfall einer der DSN-Stationen, welche ursprünglich für die Übertragung der Kommandos für die Fahrten vorgesehen war. Außerdem war sowieso vorgesehen, die Aktivitäten Opportunitys aufgrund des am 4. Juli gefeierten Unabhängigkeitstages der USA und des damit verbundenen verlängerten Wochenendes erst einmal einzuschränken.

Aus diesem Grund wurde dem Rover ein Arbeitsplan übermittelt, welcher die vorgesehenen Aktivitäten für mehrere Tage im Voraus festlegte. Im Rahmen dieser Agenda fertigten die Panorama- und Navigationskameras des Rovers diverse Bilder von der Umgebung an. Zusätzlich wurde das APXS-Spektrometer, eines der wissenschaftlichen Instrumente des Rovers, dazu eingesetzt, um den Argon-Gehalt in der Marsatmosphäre zu ermitteln.

Die nächste Fahrt erfolgte dann schließlich am 3. Juli und führte über eine Distanz von 162 Metern in die südöstliche Richtung. Bis zum 16. Juli konnte Opportunity mit fünf weiteren Fahrten zusätzliche 578 Meter überwinden. Der Grund für die jetzt wieder in größeren Zeitabständen stattfindenden Fahrten liegt in der Zeitverschiebung zwischen dem Mars und der Erde begründet.

Aufgrund der um etwa 40 Minuten länger ausfallenden Rotationsdauer des Mars’ verschieben sich die Zeiträume, in denen Opportunity aktiv sein kann auch täglich um genau diese 40 Minuten. Im optimalen Fall herrscht auf dem Meridiani Planum, dem Operationsgebiet von Opportunity, gerade Nacht, während in Pasadena/ USA, wo sich das Kontrollzentrum des Rovers befindet, gerade der Vormittag anbricht.

In diesem Fall können die Roverdriver ihre Kommandos erstellen, überprüfen und anschließend zum Mars übermitteln, während der Rover noch nicht aktiv ist. Opportunity erhält diese Kommandos pünktlich zu "seinem" Tagesbeginn und kann die Befehle während des anstehenden Marstages ausführen. Die für die Planung der weiteren Aktivitäten relevanten Resultate dieser Fahrt - speziell handelt es sich hierbei um besondere Bildaufnahmen und Telemetriewerte - werden an das Kontrollzentrum übermittelt, während dort Nacht herrscht.

Pünktlich zum Beginn des nächsten Arbeitstages stehen diese Daten den Roverdrivern am JPL zur Verfügung und die Planung der nächsten Etappe kann beginnen. In einer solchen Phase kann Opportunity seine Fahrt im günstigsten Fall an fünf Tagen in der Woche fortsetzen, denn auch die Mitarbeiter des JPL legen nach einer Missionsdauer von mittlerweile über sieben Jahren verständlicherweise Wert auf ihre Wochenenden.

In einem ungünstigen Fall, und dieser war Anfang Juli gegeben, findet der Vormittag auf dem Mars und in Kalifornien annähernd zur gleichen Zeit statt. In einem solchen Fall gelangen die Daten vom Mars erst im späteren Verlauf des jeweiligen Arbeitstages zum JPL und die Roverdriver können ihre Sequenzen nicht schnell genug erstellen, um den Rover noch am gleichen Tag auf dem Mars fahren zu lassen. In dieser als "Restrictet Sols" bezeichneten Phase erfolgen die Fahrten deshalb in der Regel nur alle zwei Tage. Diese Einhaltung von festen Arbeitszeiten ist notwendig, da sich die Mitarbeiter der Mission, sollten sie permanent parallel zur Marszeit arbeiten, einem "Dauer-Jetlag" aussetzen würden (Raumfahrer.net berichtete bereits über die damit verbundenen Probleme).

Aber auch die Zeit der "Restrictet Sols" ging zu Ende und zwischen dem 19. und dem 23. Juli konnte Opportunity an fünf aufeinander folgenden Tagen weitere 550 Meter überwinden. Hierbei zeigte sich, dass sich das umgebende Gelände nach dem Abschluss der letzten Fahrt offensichtlich verändert hatte. Die im Verlauf der letzten Monate immer wieder zu beobachtenden Dünen waren nicht mehr erkennbar und wurden stattdessen von einem extrem ebenen Untergrund abgelöst.

Dabei näherte sich Opportunity bereits am 21. Juli, dem Sol 2.662 der Mission, einem weiteren Krater. Dieser als "Mariner 9" bezeichnete Krater nahm in Bezug auf die von dem Rover angefertigten Fotoaufnahmen eine Schlüsselfunktion ein. Aufgrund der Topografie des umliegenden Geländes war es zuvor nicht möglich, die Region des Cape York auf den Opportunity-Bildern direkt auszumachen. Der Grund hierfür war, dass sich der Rover während der letzten paar hundert Meter permanent auf einem leicht ansteigenden Gelände fortbewegte und sich das Cape York deshalb unterhalb des Horizonts befunden hat. Erst nach der Passage dieses Kraters würde das Gelände wieder abfallen und so einen Blick auf das tiefer gelegene voraus liegende Gelände ermöglichen.

Die internationale "Fangemeinde" aus interessierten Hobby-Marsforschern und Amateurplanetologen fieberte daher jedem neuen Bild des Marsrovers entgegen. Diese Aufnahmen sind auf der Internetseite von Exploratorium.edu bereits kurz nach ihrer Übermittlung an das Kontrollzentrum für die interessierte Öffentlichkeit einsehbar. Die Frage war, wer das Cape York zuerst erkennt. Und tatsächlich gelang es dem User "fredk" vom Internet-Forum Unmanned Spaceflight (UMSF), am 21. Juli erste Strukturen des Cape York auszumachen.

In den folgenden Tagen näherte sich Opportunity dem Cape York im Verlauf von vier weiteren Fahrten noch weiter an. Dabei konnte der Rover bis zum 27. Juli, dem Sol 2.668, insgesamt 460 Meter zurücklegen. Mit der letzten Fahrt erreichte Opportunity eine Stelle, an der sich offen zutage tretendes Mars-Grundgestein befand. Die an der Rovermission beteiligten Wissenschaftler nutzten diese Gelegenheit für eine weitere Untersuchung der Oberfläche.

Dabei wurde der vorausliegende Bereich der Marsoberfläche am heutigen Tag, dem Sol 2.669, zuerst mit der Panoramakamera des Rovers abgebildet. Anschließend fertigte das am Instrumentenarm des Rovers montierte Mikroskop diverse Detailaufnahmen der Oberfläche an. Für die kommende Nacht ist eine mehrstündige Messung mit dem APXS-Spektrometer vorgesehen. Mit den Messdaten dieses am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz entwickelten Spektrometers soll die Zusammensetzung des untersuchten Gesteins ermittelt werden. Nach dem Abschluss dieser Untersuchungen wird der Marsrover seine Fahrt zum "Spirit Point wahrscheinlich noch am kommenden Wochenende fortsetzen. Sollten keine unerwarteten Probleme auftreten, so könnte diese jetzt noch etwas weniger als 500 Meter entfernt gelegene Region bereits gegen Ende der kommenden Woche erreicht werden.

Momentan deuten die Telemetriedaten bezüglich des "Gesundheitszustandes" des Rovers auf keine nennenswerten technischen Anomalien hin und somit steht einer zügigen Weiterfahrt in Richtung Cape York nichts im Weg. Neben dem allgemeinen technischen Zustand muss dabei allerdings auch immer ein Auge auf die aktuelle Wettersituation auf dem Mars geworfen werden. Da der Rover ausschließlich mittels seiner Solarpaneele durch Sonnenenergie betrieben wird, ist für dessen aktuelle Energiesituation allein das Wetter auf dem Mars verantwortlich.

In den vergangenen Wochen zeigte sich in der Atmosphäre des Mars eine deutlich erhöhte Staubaktivität. Dabei fiel besonders die Region des Acidalia Planitia auf, welche Dank der seit mehreren Jahren erfolgenden regelmäßigen Beobachtungen durch die Marsorbiter bereits seit geraumer Zeit als der Ausgangspunkt für den sogenannten "Acidalia Storm Track" bekannt ist.

Diese "Sturmgasse" hat ihren Ausgangspunkt in der auf der nördlichen Marshemisphäre gelegenen Tiefebene Acidalia Planitia, wo sich während der dortigen Wintermonate immer wieder Staubstürme bilden und welche deshalb als eine der typischen "Geburtsstätten" von Staubstürmen auf unserem Nachbarplaneten charakterisiert wird. Von dort aus ziehen diese Stürme dann in südliche Richtung. Sie bewegen sich dabei zuerst über das Chryse Planitia, erreichen das Xanthe Terra und überqueren anschließend das am Marsäquator gelegene Valles Marineris. Von dort aus bewegen sie sich bis zu dem Impaktbecken Aryre Planitia und dem westlich davon gelegenen Aonia Terra auf der südlichen Hemisphäre.

Zu Beginn der vergangenen Woche haben sich zudem über der Region Kasei Valles - dieses Talsystem befindet sich unmittelbar westlich des Chryse Planitia - mehrere regional begrenzte Staubstürme gebildet. Diese entwickelten sich allerdings relativ schnell zu regionalen Staubstürmen, welche in der Mitte der Woche die angrenzenden Regionen Tempe Terra, Acidalia Planitia, Chryse Planitia und den nordöstlichen Teil des Valles Marineris mit Staub überzogen. Aufgrund dieser Entwicklung zeigte sich die Atmosphäre über den in den mittleren nördlichen Breiten des Mars gelegenen Gebieten Tempe Terra, Acidalia Planitia und der nördliche Bereich des Arabia Terra extrem staubig. Die etwas weiter südlich davon gelegenen Regionen Chryse Planitia und Xanthe Terra enthielten dagegen nur leichte Staubschleier. Ungeachtet dieser Entwicklung erschienen die südlichen mittleren Breiten bis hinunter zur Südpolregion des Mars relativ frei von Staub. Und auch der Himmel über dem Meridiani Planum, dem Operationsgebiet von Opportunity, war nur leicht getrübt.

Einen Überblick über die Entwicklung der Energiewerte von Opportunity während der letzten zwei Monate gibt die folgende Auflistung. Der Tau-Wert steht dabei für die Durchsetzung der Marsatmosphäre mit Staub und Wassereiskristallen. Je mehr Staub sich in der Atmosphäre des Planeten befindet, desto höher fällt dieser Wert aus. Der Wert für die Lichtdurchlässigkeit der Solarzellen gibt dagegen an, wie viel Sonnenlicht die Solarpaneele trotz einer bedeckenden Staubschicht erreicht und letztendlich zur Energiegewinnung genutzt werden kann. Je niedriger der Tau-Wert und je höher der Faktor für die Lichtdurchlässigkeit ausfällt, desto besser ist dies für den Energiehaushalt des Rovers.

  • 25.05.2011: 0,408 kWh/Tag , Tau-Wert 0,827 , Lichtdurchlässigkeit 53,50 Prozent
  • 01.06.2011: 0,408 kWh/Tag , Tau-Wert 0,860 , Lichtdurchlässigkeit 54,50 Prozent
  • 08.06.2011: 0,420 kWh/Tag , Tau-Wert 0,747 , Lichtdurchlässigkeit 56,20 Prozent
  • 16.06.2011: 0,528 kWh/Tag , Tau-Wert 0,782 , Lichtdurchlässigkeit 65,20 Prozent
  • 22.06.2011: 0,505 kWh/Tag , Tau-Wert 0,926 , Lichtdurchlässigkeit 64,00 Prozent
  • 28.06.2011: 0,476 kWh/Tag , Tau-Wert 1,110 , Lichtdurchlässigkeit 60,48 Prozent
  • 05.07.2011: 0,421 kWh/Tag , Tau-Wert 1,030 , Lichtdurchlässigkeit 59,60 Prozent
  • 13.07.2011: 0,435 kWh/Tag , Tau-Wert 0,996 , Lichtdurchlässigkeit 59,60 Prozent
  • 19.07.2011: 0,417 kWh/Tag , Tau-Wert 0,945 , Lichtdurchlässigkeit 57,40 Prozent
  • 27.07.2011: 0,413 kWh/Tag , Tau-Wert 1,010 , Lichtdurchlässigkeit 58,70 Prozent

Seit seiner Landung auf dem Mars im Januar 2004 hat der Rover Opportunity in den folgenden 7,5 Jahren bis zum heutigen Tag 32.973,44 Meter auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurückgelegt und fast 156.000 Aufnahmen sowie diverse Messdaten seiner Spektrometer an das Kontrollzentrum übermittelt. In Anbetracht der Anforderungen, welche ursprünglich an diese Mission gestellt wurden und die von einer Einsatzdauer von drei Monaten ausgingen, in denen der Rover etwa 700 Meter zurücklegen soll, ist dies eine fast unglaubliche technische Leistung.

Daraus resultierend werden die an der Mission beteiligten Wissenschaftler noch Jahre und Jahrzehnte damit verbringen, die gewonnenen Daten auszuwerten, in einen wissenschaftlichen Kontext zu versetzen und zu interpretieren. Bereits in wenigen Tagen wird Opportunity das Gebiet mit den als äußerst interessant anzusehenden Tonmineralen und Schichtsilikaten am Südrand des Cape York erreichen und mit deren Untersuchung beginnen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden das Wissen der Menschheit um den Wasserkreislauf des Mars erweitern und uns der Beantwortung einer der interessantesten Fragen der Marsforschung näher bringen: Herrschten auf unserem Nachbarplaneten eventuell einstmals "lebensfreundliche" Bedingungen, welche die Entstehung von extremophilen mikrobakteriellen Lebensformen ermöglicht haben könnten?

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, Planetary Society, Malin Space Science Systems, Unmanned Spaceflight)


» Indizien für fließendes Wasser auf dem Mars gefunden
04.08.2011 - Observationen mit dem Marsorbiter MRO (Mars Reconnaissance Orbiter) ergaben möglicherweise die Entdeckung von fließendem Wasser während der wärmsten Mars-Monate. Dies sei jedenfalls die beste Erklärung für die jetzt beobachteten Phänomene auf dem Mars.
"Das Explorationsprogramm der NASA zur Erforschung des Mars bringt uns der Lösung näher, ob auf dem Roten Planeten irgendeine Art von Leben existieren kann", so NASA-Administrator Charles Bolden. Weiterhin bestätige diese Entdeckung die Wichtigkeit einer bemannten Mars-Exploration in der Zukunft.

Dunkle, fingerartige Strukturen, die sich einen Abhang herunterbewegen, zu sehen von Ende Frühling, durch den Sommer hinweg bis zum frühen Winter, um dann im nächsten Frühling zurückzukehren. "Die Beste Erklärung für diese Erscheinungen ist flüssiges Wasser", so Alfred McEwen von der Universität Arizona.

Einige Aspekte bereiten immer noch Kopfzerbrechen, aber flüssiges Wasser scheint das Phänomen besser zu erklären als alle anderen Hypothesen. Salzhaltiges Wasser setzt die Temperatur hinunter, bei der Wasser gefriert, ähnlich dem Meereswasser unserer Ozeane, denn normales Wasser würde bei diesen Temperaturen auf dem Mars gefrieren. Die Strukturen sind nur wenige Meter breit aber mehrere Hundert Meter lang. Zwar wurden schon ähnliche Strukturen an anderen Hängen gefunden, diese hier aber sind sehr viel filigraner und von den Jahreszeiten abhängig.

Als Wissenschaftler mit Hilfe des Spektrometers (CRISM) die Oberfläche analysierten, konnten Sie zunächst keine Spuren von Wasser finden. Wahrscheinlich trocknet es auf der Oberfläche zu schnell ab. "Die Strömungen sind nicht dunkel, weil Sie nass sind, sondern aus einem noch unbekannten Grund", so McEwen.

Fließendes, salziges Wasser könnte die körnige Struktur neu anordnen oder aber die Oberflächenrauheit so verändern, dass sie dunkel erscheint. "Es ist noch ein Mysterium, aber eines was wir mit zukünftigen Beobachtungen und Experimenten lösen können", so McEwen. Diese Resultate sind die besten Indizien für die Suche nach flüssigem Wasser auf einem anderen Planeten, die es bisher gibt.

Erste Ideen, das Landegebiet für den im November geplanten Start des neuen Marovers (Curiosity) zu ändern, wurden zurückgewiesen. Die nähere Umgebung sei zu steil, als dass man da mit der aktuellen Technik landen könnte. Zudem liegt die Region zu weit südlich, um sie zu erreichen. Eventuelle Kontamination mit Leben von der Erde spielt auch eine Rolle. Die Entdeckung ist mit Sicherheit ein spannendes Ziel für zukünftige Mars-Expeditionen.

Raumcon:


(Autor: Klaus Donath - Quelle: NASA)


» Mars Express untersucht den Nordpol des Mars
07.08.2011 - Am Freitag veröffentlichte Aufnahmen der Raumsonde Mars Express zeigen die nördliche Polarkappe des Mars. Diese Region soll in den kommenden zwei Monaten durch das MARSIS-Radarinstrument an Bord der Raumsonde ausführlicher untersucht werden.
Am 17. Mai 2010 überflog die von der europäischen Weltraumagentur ESA betriebene Raumsonde Mars Express während ihres Orbits Nummer 8.160 den Nordpol unseres Nachbarplaneten und bildete dabei mit der High Resolution Stereo Camera (HRSC) einen Teil der dort erkennbaren Oberflächenstrukturen ab. Die HRSC-Kamera wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben und ist eines von sieben wissenschaftlichen Instrumenten an Bord der Raumsonde Mars Express.

Wie auch auf der Erde, sind die Polarregionen des Mars mit Polarkappen bedeckt, welche sich während der Wintermonate in Richtung Äquator ausdehnen. Die Stärke dieser Eisschichten und ihre jeweilige Ausdehnung in Richtung des Äquators unterliegt jahreszeitlichen Zyklen, welche sich von der Erde aus bereits mit kleineren Teleskopen beobachten lassen.

Die beiden Polarkappen des Mars setzen sich aus Wassereis zusammen und sind zusätzlich mit mehreren Schichten aus gefrorenem Kohlendioxid und Staub bedeckt. Bedingt durch den erfolgenden Temperaturanstieg sublimiert das im Bereich der nördlichen Polarkappe auf der Oberfläche niedergeschlagene Kohlendioxid während des dort herrschenden Sommers, da sich der Marsnordpol aufgrund der Achsneigung des Planeten der Sonne entgegen neigt und dabei ein Maximum an Sonnenenergie empfängt. Das Kohlendioxid tritt dabei vom festen Aggregatzustand direkt in den gasförmigen Zustand über und steigt in die Atmosphäre auf.

Zur gleichen Zeit wird es am Marssüdpol, welcher jetzt von der Sonne abgewandt ist, immer kälter. Durch die extremen Temperaturunterschiede zwischen den beiden Polen entsteht eine von Norden nach Süden gerichtete Windströmung, welche das Kohlendioxid in die südlichen Polarregionen transportiert. Nach dem Erreichen der südpolaren Regionen resublimiert das Kohlendioxid durch die hier vorherrschenden tieferen Temperaturen erneut und bildet am Südpol eine bis zu mehrere Meter dicke Schicht aus Kohlendioxideis.

Mit dem Wechsel der Jahreszeiten erfolgt der gleiche Vorgang - diesmal allerdings in die andere Richtung. Die Polarkappen können sich dabei bis zum 45. nördlichen beziehungsweise südlichen Breitengrad ausdehnen. Die im Mai 2010 angefertigten Bilder zeigen die nördliche Polarregion allerdings zur Zeit der dortigen Sommersonnenwende. Das dort während der Wintermonate abgelagerte Kohlendioxid hatte sich mittlerweile verflüchtigt, so dass ausschließlich Wassereis zurückblieb, welches in den Aufnahmen als weiße Flächen erkennbar ist. Auch das Wassereis begann zu sublimieren und stieg in Form von Wasserdampf in die Atmosphäre des Planeten auf. Dieser Vorgang machte sich zu diesem Zeitpunkt durch ein verstärktes Auftreten von Wolken aus Wassereiskristallen bemerkbar, welche speziell über der Äquatorregion des Mars beobachtet werden konnten.

Der abgebildete Bereich befindet sich bei 85 Grad nördlicher Breite und 336 Grad östlicher Länge und zeigt somit die Umgebung des Chasma Boreale. Dieser gewaltige Canyon in der Nähe des Nordpols verfügt über eine Länge von rund 600 Kilometern, ist bis zu 100 Kilometer breit und bis zu zwei Kilometer tief. Aus einer Überflughöhe von mehreren hundert Kilometern erreichte die HRSC-Kamera eine Auflösung von etwa 85 Metern pro Pixel.

Die Aufnahmen ermöglichen den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern einen hervorragenden Einblick in die stratigraphische Abfolge der dortigen Ablagerungen, welcher nicht durch Kohlendioxideis-Ablagerungen behindert wird. Auf dem Boden des Chasma Boreale sind vereinzelte Impaktkrater zu erkennen, welche stark mit Sand bedeckt sind beziehungsweise teilweise durch Winderosion freigelegt wurden (Bildausschnitt 1 in der nebenstehenden Nadiraufnahme). Des weiteren sind in den feinen und regelmäßigen Schichtungen helle und dunkle Ablagerungen zu erkennen (Bildausschnitt 2). Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die dunkleren Ablagerungen durch die jährlich auftretenden Staubstürme hervorgerufen wurden. Bedingt durch den Wechsel der Jahreszeiten werden so rhythmische Ablagerungen erzeugt, wie sie in der Abbildung zu erkennen sind.

Die Eiskappe ist von einem gewaltigen Dünenfeld umgeben (Bildausschnitt 3), welches sich zum Teil bis zu 600 Kilometer in die südliche Richtung erstreckt. Das dort befindliche dunkle Material entstammt einer Schicht, welche sich unterhalb des Eises befindet. Es wird vermutlich durch die jahreszeitliche Migration der Eismassen freigesetzt und anschließend von Winden verfrachtet.

Mars Express, so die aktuellen Planungen, soll die Zusammensetzung der nördlichen Polarkappe des Mars sowie deren Struktur und Tiefe in den kommenden Wochen weiter untersuchen. Hierzu wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler das MARSIS-Instrument einsetzen. Dieses im niedrigen Frequenzbereich arbeitende Radarinstrument ist in der Lage, die Oberfläche in drei Dimensionen wiederzugeben und dabei den Marsboden bis zu einer Tiefe von fünf Kilometern zu analysieren.

Radiowellen werden normalerweise von einer festen Oberfläche reflektiert. Besonders langwellige Radarsignale dringen jedoch in Abhängigkeit von ihrer Wellenlänge in das Material ein. Sie werden dabei erst an den Grenzflächen zwischen zwei Schichten reflektiert, welche sich aus unterschiedlichen Material, zum Beispiel Felsgestein und Wassereis, zusammensetzen. Aus der Stärke eines zweiten Echos kann dabei die Art der reflektierenden Schicht abgeleitet werden.

MARSIS arbeitet mit insgesamt vier Frequenzen im Bereich von 1,9 MHz, 2,8 MHz, 3,8 MHz und 4,8 MHz. Die beiden niedrigeren Frequenzen, welche über eine größere Wellenlänge verfügen, eignen sich am besten für die Aufgabe. Allerdings können diese nur nachts eingesetzt werden, da die Signale während des Marstages durch Interferenzen in der Ionosphäre unseres Nachbarplaneten zu stark beeinträchtigt werden. Im August und September 2011 bietet sich jedoch eine exzellente Gelegenheit für entsprechende Messungen. Durch diese werden dann eventuell auch weitere Geheimnisse der Polarkappen gelöst.

Die weiter oben gezeigte Farbansicht wurde aus dem senkrecht auf die Planetenoberfläche blickenden Nadirkanal und den vor- und rückwärts blickenden Farbkanälen der HRSC-Stereokamera erstellt. Bei dem Schwarzweißbild handelt es sich um eine Nadiraufnahme, welche von allen gewonnenen HRSC-Aufnahmen die höchste Auflösung erreicht. Das nebenstehende Anaglyphenbild, welches bei der Verwendung einer Rot-Cyan- oder Rot-Grün-Brille einen dreidimensionalen Eindruck der Landschaft vermittelt, wurde aus dem Nadirkanal und einem Stereokanal abgeleitet. Des Weiteren können die Wissenschaftler aus einer höhenkodierten Bildkarte, welche aus den Nadir- und Stereokanälen der HRSC-Kamera errechnet wird, ein digitales Geländemodell der abgebildeten Marsoberfläche ableiten.

Das HRSC-Kameraexperiment an Bord der ESA-Sonde Mars Express wird vom Principal Investigator (PI) Prof. Dr. Gerhard Neukum von der Freien Universität Berlin geleitet. Dieser hat auch die technische Konzeption der hochauflösenden Stereokamera entworfen. Das für die HRSC-Kamera verantwortliche Wissenschaftlerteam besteht aus 45 Co-Investigatoren von 32 Institutionen aus zehn Ländern.

Die HRSC-Kamera wurde am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard Neukum entwickelt und in Kooperation mit industriellen Partnern (EADS Astrium, Lewicki Microelectronic GmbH und Jena-Optronik GmbH) gebaut. Sie wird vom DLR-Institut für Planetenforschung in Berlin-Adlershof betrieben. Die systematische Prozessierung der Bilddaten erfolgt am DLR. Die Darstellungen der hier gezeigten Mars Express-Bilder wurden von den Mitarbeitern des Instituts für Geologische Wissenschaften der FU Berlin in Zusammenarbeit mit dem DLR-Institut für Planetenforschung erstellt.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: FU Berlin, ESA)



 

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ISS Aktuell: Russischer Außenbordeinsatz an der ISS beendet von Redaktion



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» Russischer Außenbordeinsatz an der ISS beendet
04.08.2011 - Gestern wurde ein weiterer Außeneinsatz, der letzte geplante in diesem Jahr, am russischen Segment durchgeführt. Die Kosmonauten Alexander Samokutjajew und Sergej Wolkow verließen für mehr als sechs Stunden die schützende Raumstation und verrichteten Arbeiten zur weiteren Ausrüstung und dem Ausbau dieses Stationsteils. (Newsbild: Sergej Wolkow bei seinem ersten Ausstieg 2008 am STRELA-Arm)
Vorbereitend auf den Einsatz führten Alexander Samokutjajew und Sergej Wolkow am 1. August einen Test der russischen Orlan-MK-Raumanzüge durch. Unterstützt wurden sie dabei von Michael Fossum. Bei diesem Testlauf im Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs wurden etliche Funktionen, wie die der Kommunikationsanlagen, Dichtigkeit, Beweglichkeit, Überwachung der Biodatenübertragung sowie Funktionen der US-Kameras geprüft. Beide trugen, wie auch beim direkten Ausstieg, Raumanzüge mit blauen Streifen. Bereits in der letzten Woche wurden die Luken von Progress-M 10M geschlossen und der Raumfrachter zum Abdocken bereit gemacht. Das ist nötig, um das Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs während der Außenbordarbeit als Luftschleuse nutzen zu können. Progress-M 10M müsste die ISS zeitiger als geplant verlassen, sollte es nicht gelingen, Pirs nach dem Ausstieg wieder unter Druck zu setzen. Ein Zugang zum Raumfrachter wäre dann nicht mehr möglich und seine Mission somit erfüllt.

In Vorbereitung auf den Ausstieg begaben sich Kommandant Andrej Borisjenko und Flugingenieur Ronald Garan gestern in das Docking- und Schleusenmodul Poisk (MIM 2) und schlossen dort die Luken zum Transfertunnel von Swesda. Dies war notwendig, damit sie während des Außenbordeinsatzes Zugang zu ihrem Raumschiff Sojus-TMA 21 haben und der Transfertunnel von Swesda als Notluftschleuse genutzt werden kann. Gesetzt den Fall, dass das Schleusenmodul Pirs (DC 1) aus einem technischen Grund nicht wieder unter Druck gesetzt werden kann, wäre diese Notluftschleuse zum Einsatz gekommen. Diesmal blieb der Transfertunnel (wie bisher immer) jedoch druckbeaufschlagt. Michael Fossum und Satoshi Furukawa hingegen konnten im amerikanischen Segment der Station verbleiben, da sie von dort Zugang zu ihrem Rückkehrraumschiff Sojus-TMA 02M hatten.

Etwas später als geplant, um 16:50 Uhr unserer Zeit, öffnete sich die Ausstiegsluke von Pirs und die beiden Raumfahrer schwebten aus der Station. Sogleich wurde die erste Aufgabe begonnen, der Minisatellit „Kedr“ wurde aktiviert und sollte ausgesetzt werden. Da es einige Probleme mit einer Antenne des Satelliten gab, wurde diese Aufgabe vorläufig gestoppt und „Kedr“ an Pirs gesichert. Die zweite Aufgabe der beiden Außenarbeiter war es, eine Apparatur für Laser-basierte Hochleistungsübertragungen von bis zu 100 Megabytes pro Sekunde an Swesda zu montieren. Sie wurde auf einer universalen Arbeitsplattform hinter den Solarzellen montiert und soll zukünftig Daten russischer Wissenschaftsexperimente zur Erde übertragen. Pro Überflug könnten damit bis zu 3 GB ausgetauscht werden.

Die nächste Tätigkeit betraf eine Antenne, welche mit zu niedriger Leistung arbeitete. Davon wurden einige Fotos angefertigt, um den Ingenieuren am Boden die Suche nach einer Lösung des Problems zu erleichtern. Anschließend sollte eine Antenne des KURS-Systems demontiert werden, dies wurde jedoch aus Zeitgründen verschoben.

Nach Klärung der Probleme mit einer der beiden Antennen des Minisatelliten „Kedr“ wurde dieser um 20:42 Uhr MESZ ausgesetzt und entfernte sich nach hinten, unten von der ISS. Dieser kleine Satellit, auch als Earth Artificial Satellite (EAS) bezeichnet, wiegt 30 Kilogramm und hat die Abmaße 550 x 550 x 400 mm. Er wurde nach dem Funkrufzeichen Juri Gagarins benannt. Die anschließende Flugkontrolle wird ein Verbund von Funkamateurstationen durchführen, das Amateurfunk-Rufzeichen von „Kedr“ ist RS1S. Der im Rahmen eines UNESCO-Programms von Studenten entworfene Satellit soll auf der Amateurfunkfrequenz 145.95 MHz an die 25 Grußbotschaften in 15 Sprachen, etliche Fotos und wissenschaftliche Daten versenden. Die Hauptaufgabe des heutigen Einsatzes bestand darin, den ersten der beiden STRELA-Teleskoparme von Pirs nach Poisk zu versetzen. Dies wird nötig, da das Kopplungs- und Schleusenmodul Pirs im nächsten Jahr durch das neue russische Labormodul Naúka (sprich Na-u-ka) ersetzt werden soll. Da man zu diesem Zeitpunkt zu weit hinter dem Zeitplan lag, musste diese dreistündige Aktivität gestrichen und auf einen nächsten Einsatz verschoben werden.

Dafür kam die Demontage der KURS-Antenne erneut ins Programm, welche bei der Kopplung des Poisk-Moduls im November 2009 genutzt wurde. Diese Antenne wird nun nicht mehr benötigt und wurde in die ISS gebracht. Von dem russischen Materialexperiment SKK-1 wurden nun einige Fotos zu Dokumentationszwecken angefertigt, auch von einigen Außenpaneelen an Sarja wurden Bilder geschossen. Den Abschluss dieses Außeneinsatzes bildete die Montage des Experimentes BioRisk. Dabei werden drei Zylinder auf einer Plattform an einen Handlauf von Pirs befestigt. Damit sollen die Wirkungen von Mikroben auf Raumfahrzeugstrukturen mit dem Einfluss von Sonnenstrahlung auf diesen Prozess untersucht werden. Kurz vor dem Einschleusen fertigten die beiden Kosmonauten noch einige Fotos von freischwebenden Portraits der Raumfahrtgrößen Juri Gagarin, Sergej Koroljow und Konstantin Ziolkowski an. Nach 6 Stunden und 23 Minuten endete dieser 29. russische Außeneinsatz an der ISS um 23:13 Uhr MESZ. Beide Kosmonauten kehrten wohlbehalten, aber erschöpft, in die ISS zurück. Es war der erste Weltraumausstieg für Alexander Samokutjajew, Sergej Wolkow war zuvor bereits zweimal im freien Raum.

Mittlere Bahnhöhe der ISS am 02.08.2011:
386,8 km bei einem Höhenverlust von rund 40 Metern in den letzten 24 Stunden

Zukünftige Ereignisse:

  • 23. August, Progress-M 11M verlässt die ISS
  • 26. August, Progress-M 12M erreicht die ISS
  • 31. August, Bahnanhebung durch Progress-M 12M
  • 08. September, Sojus-TMA 21 verlässt die ISS

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Raumcon:


(Autor: Ralf Möllenbeck - Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos)



 

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"InSpace" Magazin #447
ISSN 1684-7407


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9. August 2011
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