InSpace Magazin #444 vom 28. Juni 2011

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #444
ISSN 1684-7407


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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

die DARPA, eine Forschungsabteilung des US-Pentagons, hat in den Jahrzehnten ihres Bestehens schon viele innovative, um nicht zu sagen verwegene Forschungsprojekte auf Gebieten angestoßen, auf denen ihrer Meinung nach etwas geschehen sollte. Dabei sind immerhin später so erfolgreiche Dinge herausgekommen wie das heute wohl meistverwendete Netzwerkprotokoll TCP/IP und das ARPANET, aus dem sich nach mehreren weiteren Entwicklungsschritten das heutige Massenmedium namens "Internet" entwickelte.

In jüngerer Zeit befasste sich die DARPA laut ihrem Wikipedia-Eintrag vor Allem mit Projekten im Dunstkreis der Terrorismusbekämpfung, darunter dem als "DARPA Grand Challenge" bekannt gewordenen Wettbewerb von autonom steuernden Roboterautos.

Mit ihrem neuesten Projekt kehrt die DARPA, die ein Resultat des "Sputnik-Schocks" in den 1950er-Jahren war, gewissermaßen zu ihren Wurzeln zurück. Dieses Projekt ist die "100 Year Starship Study". Wer sich jetzt an Science-Fiction-Romane erinnert fühlt, in denen ein "Generationenraumschiff" länger unterwegs ist als ein Mensch lebt, um ferne Welten zu erreichen, liegt damit nur teilweise richtig: Das Ziel ist nicht unbedingt, lange unterwegs zu sein, sondern vor allem, ferne Welten zu erreichen. Der Flug darf also gerne auch kurz genug sein, dass die Menschen, die gestartet sind, die Ankunft noch miterleben. Natürlich braucht man dazu ein Raumschiff mit einem Antrieb von derzeit unvorstellbar großer Leistungsstärke. Es kann daher gut sein, dass es noch 100 Jahre dauern wird, bis die Menschheit entsprechende Technologien zur Verfügung hat - auch so herum, also auf die "study" bezogen und nicht auf das "starship", machen die "100 years" also Sinn.

Die DARPA hat mit dem Projekt nicht die Entwicklung einer konkreten Technik oder gar die Begleitung des gesamten Projekts über Jahrzehnte im Auge. Dafür würde das Budget von 500.000 Dollar auch gar nicht reichen. Zunächst einmal geht es der Agentur nur darum, Ideen und Vorschläge zu sammeln und überhaupt die Phantasie kreativer Köpfe zu inspirieren.

Raumfahrtexperten sind sich offenbar uneins, was hinter diesem Projekt steckt und was mal daraus werden könnte. Auch bei uns in der Redaktion waren wir skeptisch, ob das für uns ein berichtenswertes Thema ist. Bei weitergehendem Interesse an dem Thema verweisen wir daher auf die Homepage des Projekts und empfehlen Ihnen ansonsten, selbst mal nach dem Stichwort "100 year starship" zu suchen.

Axel Orth
Chefredakteur Raumfahrer.net

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Updates / Umfrage

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News

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» Endeavour beendet erfolgreich letzte Mission
01.06.2011 - Das Space Shuttle Endeavour landete unter der Kontrolle von Kommandant Mark Kelly sicher um 08:35 Uhr MESZ auf der Ladebahn 15 des Kennedy Space Center und beendete damit seine 25. und letzte Mission.
Die Besatzung wurde ein letztes Mal um 23:57 Uhr MESZ von der Bodenkontrolle in Houston mit dem Lied „Sunrise Number 1“ von der Band Stormy Mondays geweckt. Das Lied war der Gewinnertitel im Wettbewerb des Space Shuttle Programms. Das Lied wurde der gesamten Besatzung gewidmet.

Direkt nach dem Weckruf begannen für die Besatzung die Vorbereitungen auf die Landung. Nach eher weniger guten Wetterprognosen in den vergangenen Tagen, zeigte sich das Wetter in Florida heute von seiner guten Seite und Flugdirektor Tony Ceccacci, der für den Wiedereintritt verantwortlich war, konnte recht früh um 06:45 Uhr MESZ das grüne Licht für den Wiedereintritt geben. Um 07:29 Uhr MESZ zündeten die Steuerdüsen des Orbitalen Manöversystems für 2 ½ Minuten und brachten das Space Shuttle aus der Umlaufbahn.

Etwas mehr als eine Stunde später, um 08:35 Uhr MESZ, setzte die Endeavour sanft auf der Landebahn 15 des Kennedy Space Center auf und beendete damit eine über 10 Millionen Kilometer lange Reise. Nach STS 130 war es Endeavours zweite Landung in der Dunkelheit in Folge.

Während der vergangenen 16 Tage erfüllte die Besatzung eine Vielzahl von Aufgaben. Großes Highlight der Mission war die Installation des Alpha-Magnet-Spektrometers (AMS 2). Das Instrument soll den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse über den Aufbau des Universums liefern. Das Team rund um Dr. Ting konnte bereits eine Menge Daten sammeln, die von Wissenschaftlern aus insgesamt 16 Ländern ausgewertet werden. AMS 2 soll bis zur Ausmusterung der Internationalen Raumstation seinen Dienst verrichten.

Die Astronauten der Endeavour absolvierten auch die letzten vier Außenbordeinsätze der Shuttle-Ära. Während der Ausstiege bereiteten sie die Station auf ein Leben nach dem Space Shuttle vor. So hinterließen sie das Orbiter Boom Sensor System, dass nun als Enhanced ISS Boom Assembly (EIBA) verfügbar ist, um in Zukunft schwierige Reparaturen besser zu meistern. Die STS-134-Mission markierte auch nach 13 Jahren den Abschluss der Konstruktion am US-basierten Segment der Station.

Für die Endeavour endet nun nach nur 19 Jahren eine äußerst erfolgreiche Karriere. Die Raumfähre wurde aufgrund des Verlustes des Space Shuttles Challenger am 31. Juli 1987 in Auftrag gegeben. Endeavour wurde mit einer Reihe von neuen Sicherheitssystemen ausgestattet. So bekam der Orbiter als erstes der vier verbliebenen Raumfahrzeuge neben dem Bremsfallschirm auch die Möglichkeit zur Steuerung des Bugrades. Ihren Jungfernflug feierte die Endeavour am 7. Mai 1992 im Rahmen der STS-49-Mission. Während der neuntägigen Reise wurde der havarierte Satellit Intelsat VI in einem spektakulären Außenbordeinsatz eingefangen. Es war das erste und einzige Mal, dass drei Astronauten die Luftschleuse verließen.

Am 2. Dezember 1993 blickte die Welt erneut auf die Endeavour, als der Orbiter zum Weltraumteleskop Hubble startete, um die Probleme mit dem defekten Hauptspiegel zu beheben. Mit der Endeavour begann auch am 4. Dezember 1998 die lange Serie von Shuttleflügen zum Aufbau der Internationalen Raumstation. In der fast 12-tägigen Mission lieferte die Besatzung das Unity-Modul, befestigte es am russischen Sarja-Modul und betrat als erste Besatzung die neue Internationale Raumstation. Ein weiteres Highlight in der langen Geschichte der Endeavour war die Lieferung des Roboterarms der Raumstation Canadarm2. Ohne diesen Greifarm wären viele der Konstruktionsmissionen nicht möglich gewesen. Mit Lieferung des ersten und letzten Bauteils des US-basierten Segments schloss die Endeavour den Kreis und setzte einen beeindruckenden Schlusspunkt unter seine Dienstzeit.

Endeavour wird nun vom Bodenteam am Kennedy Space Center während der kommenden Monate auf seine Zukunft im California Science Center als Museumsstück vorbereitet. Im Gegensatz zu den anderen beiden Space Shuttles wird der Roboterarm aus der Ladebucht entfernt, um ihn in einem kanadischen Museum auszustellen.

Die nächste Shuttlemission wird STS 135 sein und soll nach derzeitigem Plan im Juli starten. Es wird die letzte Mission des Space-Shuttle-Programms sein. Während der 12-tägigen Mission soll die Atlantis die Station, mithilfe eines Multi Purpose Logistics Moduls (MPLM) mit wichtigen Ersatzteilen versorgen, um so den Betrieb der Raumstation für die kommenden Jahre sicherzustellen. STS 135 wird auch einen Außenbordeinsatz beinhalten, der allerdings von der Besatzung der Raumstation durchgeführt werden wird. Um die Nutzlast der Atlantis zu maximieren, wird diese letzte Mission nur von vier Astronauten geflogen. Kommandant der Mission wird Christopher Ferguson sein. Unterstützt wird er von Pilot Douglas Hurley und den Missionsspezialisten Sandra Magnus und Rex Walheim.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: NASA)


» Spiralgalaxie hinter gewaltiger Lupe
01.06.2011 - Astronomen der Universität Hawaii beobachteten eine Spiralgalaxie im jungen Universum. Zur Vergrößerung nutzten sie einen massiven Galaxienhaufen.
Die Gravitation eines gigantischen Galaxienhaufens bündelt das Licht der 9,3 Milliarden Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie Sp 1149. Durch dieses Gravitationslinseneffekt genannte Phänomen wird die Spiralstruktur der Galaxie sichtbar und Astronomen können die einzelnen Spiralarme untersuchen. Normalerweise zerstört der Gravitationslinseneffekt die Struktur solch weit entfernter Objekte. Da bei Sp 1149 die feinen Strukturen erhalten sind, eignet sie sich besonders auch zur Überprüfung aktueller Entwicklungsmodelle.


Möglich wurde dieser unerwartete Blick in die weite Vergangenheit durch die Verwendung des 10-Meter-Teleskops Keck II auf Hawaii. Gravitationslinsen sind die größten natürlichen Lupen, die durch die kolossale Schwerkraft massiver Galaxiencluster das ausgesandte Licht von „dahinter“ liegenden Objekten bündeln und so wertvolle Informationen liefern können. Doch solche Linsen besitzen auch eine ganze Reihe von Nachteilen. Obwohl sie sehr weit entfernte Galaxien aus dem frühen Universum für Teleskope auf der Erde sichtbar machen, zerstören sie auf der anderen Seite aber auch einiges an Informationen. Die „gelinsten“ Bilder verlieren in der Regel ihre „Auflösung“ und es gehen Details wie die Spiralstruktur verloren.

Anders verhält sich der Fall allerdings bei Sp 1149. Sie wurde erst durch den verstärkenden Effekt der Gravitationslinse sichtbar. Der gewaltige Galaxienhaufen, der zwischen der Galaxie Sp 1149 und der Erde liegt, verstärkt das Licht der kleinen Sterninsel 22-fach und machte sie so erst für das Teleskop sichtbar.

Das Geheimnis um die Ausnahme, die Sp 1149 bildet, liegt in ihrer ganz speziellen Position direkt hinter dem Cluster. In dieser Position beugt die Gravitation des Clusters ihr Licht gleichmäßig in alle Richtungen und macht auf diese Art die Sichtung der Spiralarme, sowie die Trennung des Galaxienkerns von ihnen möglich.

Sp 1149 ist damit eines der wenigen bekannten Exemplare, die aus einer Zeit stammen, als das Universum erst ein Drittel seines heutigen Alters erreicht hatte, und die klar in Bulge und Arme aufgelöst werden können. Es lassen sich an ihr nicht nur existierende Galaxienentwicklungsmodelle überprüfen, sondern es gelang in der Studie auch, die Verteilung verschiedener Elemente in der Spiralgalaxie zu bestimmen.

Von allen gefundenen Elementen, ist der Sauerstoff das am breitesten dokumentierte. Die größten Vorkommen konzentrieren sich im Kern der Galaxie. Die dortigen Ansammlungen lassen eine erhöhte Sternentstehungsrate vermuten. Es bildet sich also wohl zunächst die Bulgepopulation in den Galaxien, bevor im Anschluss die Scheibensterne entstehen und sich letztlich die einzelnen Arme ausbilden. Insofern unterstützen die Erkenntnisse um Sp 1149 eine Idee, die als das „Inside-Out“-Modell er Galaxienentstehung bekannt ist.


(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: University of Hawaii)


» Vesta rückt näher: Ein erstes Video von DAWN
13.06.2011 - Im Juli 2011 wird die Raumsonde DAWN den Asteroiden Vesta erreichen und anschließend für etwa ein Jahr in einem Orbit um diesen Protoplaneten verbleiben. Ein heute vom DLR und der NASA veröffentlichtes Video zeigt einen Teil der Annäherungsphase an diesen ungemein interessanten Himmelskörper.
Der etwa 560 x 544 x 488 Kilometer durchmessende Asteroid (4) Vesta, welcher am 29. März 1807 von dem Astronomen Heinrich Olbers in Bremen entdeckt und nach der römischen Göttin von Heim und Herd benannt wurde, ist nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand der Wissenschaft ein einzigartiges Objekt in unserem Sonnensystem. Anders als alle anderen Kleinkörper, welche im sogenannten Asteroiden-Hauptgürtel zwischen den Umlaufbahnen der Planeten Mars und Jupiter um die Sonne kreisen, weist dieser Asteroid eine differenzierte innere Struktur auf. Eine Kruste aus erkalteter Lava überdeckt dabei eine tieferliegende Gesteinsschicht und einen darunter befindlichen Eisen-Nickel-Kern. Ein solcher innerer Aufbau ist vergleichbar mit der Struktur der sogenannten terrestrischen Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars. Kurz nach seiner Entstehung vor etwa 4,6 Milliarden Jahren muss der Asteroid vollkommen geschmolzen gewesen sein. In den folgenden 50 Millionen Jahren kühlte Vesta ab und die Gesteine trennten sich nach ihrer unterschiedlichen Dichte, wobei das schwerere Material nach innen wanderte und sich im Kern des Asteroiden ablagerte.

Im Juli dieses Jahres wird Vesta erstmals Besuch von der Erde erhalten. Nach einer Flugzeit von fast vier Jahren wird die Raumsonde DAWN den Asteroiden erreichen, am 16. Juli in eine Umlaufbahn eintreten, ihn anschließend etwa ein Jahr lang auf seinem Orbit um unsere Sonne begleiten und dabei mit drei Instrumenten ausführlich untersuchen. Die in diesem Zeitraum gewonnenen Daten sollen neue Erkenntnisse über die Oberflächengestalt, die innere Struktur und die chemische Zusammensetzung des Asteroiden liefern. Zu diesem Zweck wurden am 3. Mai 2011, die Raumsonde war zu diesem Zeitpunkt noch rund 1,21 Millionen Kilometer von Vesta entfernt, die wissenschaftlichen Instrumente von DAWN in Betrieb genommen. Die ab diesem Tag erfolgenden Messungen des Mapping Spectrometers (VIR) und des Gammastrahlen- und Neutronenspektrometers (GRAND) dienten der Kalibrierung dieser beiden Instrumente und der Gewinnung von Vergleichsdaten.

Am selben Tag hat auch das Kamerasystem an Bord der Raumsonde, die aus zwei baugleichen Kameras bestehende "Framing Camera", eine erste Aufnahme des Zielasteroiden angefertigt. Der auf diesem Foto als heller, runder Fleck erkennbare Protoplanet setzte sich in der Bildmitte deutlich erkennbar von dem Sternenhintergrund ab, erschien ansonsten aber recht unspektakulär (Raumfahrer.net berichtete). Während der gegenwärtigen Anflugsphase dienen die seitdem regelmäßig von Vesta angefertigten Aufnahmen in erster Linie der Navigation der Raumsonde. Auf den Bildern der Framing Camera wird der Protoplanet dabei lediglich als verwaschen erscheinender Fleck gezeigt. Die Aufnahmen weisen Bildartefakte wie Schlieren und Halos auf, welche durch eine Überbelichtung der Bilder hervorgerufen werden.

Aufgrund der schlechten Qualität dieser Aufnahmen hatte sich das DAWN-Team eigentlich dazu entschlossen, keine weiteren Bilder aus der Annäherungsphase für eine Veröffentlichung freizugeben. Entgegen dieses ursprünglichen Beschlusses, welcher in der internationalen Community der "Weltraum-Enthusiasten" sehr bedauert wurde, wurde am heutigen Tag schließlich doch ein erstes "Annäherungs-Video" veröffentlicht, welches die Rotation von Vesta zeigt. Für das Video, auf dem Vesta als ein unförmiger Körper wiedergegeben wird, verwendeten die Wissenschaftler 20 Einzelaufnahmen der Framing Camera, welche am 1. Juni 2011 innerhalb von 30 Minuten aus einer Distanz von rund 481.000 Kilometern erstellt wurden und einen Bereich von 30 Grad der Oberfläche von Vesta zeigen.

Und trotz dieser immer noch gewaltigen Distanz - der Erdmond ist zum Vergleich im Mittel etwa 384.000 Kilometer von unserem Heimatplaneten entfernt - deutet sich bereits hier an, über welch eine komplexe Oberfläche Vesta offensichtlich verfügt. Auf dem Video sind deutlich die Unterschiede zwischen helleren und dunkleren Oberflächenbereichen erkennbar. Ein dunkler Fleck nahe des Äquators "wandert" auf den Aufnahmen von links nach rechts durch das Bild, während Vesta vor der Linse der Kamera rotiert. Auch der bereits auf Aufnahmen der Weltraumteleskops Hubble erkennbare gewaltige Krater am Südpol des Protoplaneten ist im rechten unteren Bildabschnitt zu erahnen. Die verwendeten Aufnahmen verfügen über eine Auflösung von etwa 45 Kilometern pro Pixel. Somit nähert sich die Qualität der Framing Camera-Aufnahmen langsam der Bildauflösung an, mit der das Weltraumteleskops Hubble Vesta in bester Auflösung darstellen kann.

"Wie Fremde in einen fremden Land suchen wir nach uns vertraut erscheinenden Landmarken", so Jian-Yang Li, eine an der DAWN-Mission beteiligte Wissenschaftlerin von der University of Maryland/ USA. "Der "dunkel Fleck" ist ein solche Punkt. Es scheint so, als ob es sich dabei um eine Oberflächenstruktur handelt, welche bereits durch das Hubble Space Telescope beobachtet werden konnte und mit der Bezeichnung "Feature B" belegt wurde."

Bis zur endgültigen Ankunft von DAWN bei Vesta soll das Kamerasystem den Asteroiden auch weiterhin abbilden. Im Rahmen dieser Annäherungsphase erwarten die Wissenschaftler noch deutlich detailreichere Aufnahmen von der Oberfläche des Asteroiden. Am 16. Juli 2011, so die aktuellen Berechnungen, wird Vestas Anziehungskraft die Sonde in eine Umlaufbahn um den Asteroiden ziehen. Ab Anfang August 2011 soll die Framing Camera die Oberfläche von Vesta zuerst aus einer Höhe von 2.400 Kilometern vermessen.

"Dann schrauben wir uns langsam auf eine Höhe von 660 Kilometern hinunter", erläutert der DLR-Wissenschaftler Dr. Thomas Roatsch, der für die Planung und Prozessierung der Vesta-Aufnahmen zuständig ist, die weitere Vorgehensweise. "Von dort aus können wir noch detailliertere Bilder mit einer Auflösung von 60 Metern pro Bildpunkt aufnehmen." Zum Ende ihres Besuchs bei Vesta umrundet DAWN den Asteroiden dann in nur noch 200 Kilometern Entfernung zur Oberfläche. Während dieser Phase der Mission bestimmt der Gammastrahlen- und Neutronendetektor die chemische Zusammensetzung des Himmelkörpers. Parallel dazu wird das Schwerefeld von Vesta vermessen, um die innere Struktur des Asteroiden zu entschlüsseln.

Aber bereits jetzt hat die "heiße Phase" des Besuches von DAWN bei Vesta begonnen. Mit der immer größer werdenden Nähe zu dem Asteroiden werden die an der Mission beteiligten Wissenschaftler unter anderem die Herkunft des schwarzen Flecks, welcher über einen Durchmesser von etwa 100 Kilometern verfügt, erforschen können, den die Kamera am 1. Juni abgebildet hat.

Nach dem Abschluss der Untersuchungen bei Vesta im Juli 2012 ist die lange Reise der Raumsonde allerdings noch nicht beendet. Vielmehr wird DAWN anschließend den rund 975 Kilometer durchmessenden Zwergplaneten Ceres ansteuern, welcher nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand einen kompletten Gegensatz zu Vesta darstellt. Dieses größte Objekt im Asteroidenhauptgürtel ist bis zu 450 Millionen Kilometer - und somit deutlich weiter als Vesta - von der Sonne entfernt und besteht unter seiner Kruste, so die bisherigen Annahmen der Wissenschaftler, sehr wahrscheinlich aus Gasen und zu 25 Prozent aus gefrorenem Wasser.

Eventuell könnte Ceres sogar über eine extrem dünne Atmosphäre, eine sogenannte Exosphäre verfügen, wie sie auch in der unmittelbaren Umgebung des innersten Planeten unseres Sonnensystems, dem Merkur, zu finden ist. Über die Oberflächenstruktur von Ceres kann bisher noch keine Aussage getätigt werden. "Mit der Dawn-Mission werden wir uns ein Bild davon machen, was in den ersten Millionen Jahren nach der Entstehung der Planeten geschah", so Prof. Ralf Jaumann. "Wir fliegen sozusagen in die Morgendämmerung des Sonnensystems."

Die DAWN-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. Das JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena/Kalifornien. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Bereich der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin-Adlershof und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kameraprojekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und der NASA (JPL) unterstützt.

Spätestens nach dem Einschwenken von DAWN in den Vesta-Orbit, so die Ankündigung der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, sollen in regelmäßigen Abständen weitere Bilder des Protoplaneten für eine Veröffentlichung freigegeben werden. Bis dahin können Sie das gerade veröffentlichte Video auf den jeweiligen Internetseiten des DLR, des JPL und der NASA in verschiedenen Auflösungen betrachten.

Verwandte Meldungen:

Raumcon-Forum:

Verwandte Internetseite:

Technische Beschreibung der Framing Camera:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: DLR, JPL, NASA)


» CoRoT entdeckt weitere Exoplaneten
15.06.2011 - Mit Hilfe des Weltraumteleskops CoRoT wurden zehn weitere Planeten bei fremden Sternen bestätigt oder entdeckt. Zudem existieren mehr als 100 Kandidaten.
CoRoT (Convection, Rotation and planetary Transits) verfügt über einen 27 cm großen Primärspiegel, der das Licht beobachteter Sterne einfängt und fokussiert. Die Lichtstärke wird nun über einen längeren Zeitraum gemessen. Ergeben sich periodisch geringe Verdunklungen, so kann man annehmen, dass diese durch ein von uns aus gesehen vor dem Stern immer wieder vorbeiziehendes dunkles Objekt verursacht werden, das den Stern umläuft. Dies ist ein typisches Merkmal eines Planeten.

Die zehn jetzt genannten, gewöhnlich mit erdgestützten Großteleskopen bestätigten Planeten sind teilweise recht unterschiedlich. Mit dabei ist einerseits ein Gasgigant, der nur ein Zehntel der Dichte unseres Heimatplaneten hat, andererseits ein Planet mit der anderthalbfachen Dichte der Erde. Bemerkenswert auch ein System, in dem zwei etwa neptungroße Planeten entdeckt wurden.

Mittlerweile hat CoRoT 25 Planeten bei 24 verschiedenen Sternen gemessen. Eine ganze Reihe unbestätigter Kandidaten hat man aber in der Hinterhand. CoRoT wurde am 27. Dezember 2006 gestartet und soll nach gegenwärtiger Planung bis Ende März 2013 weitersuchen. Eine weitere Aufgabe des Weltraumteleskops ist, aus geringfügigen Helligkeitsschwankungen auf Veränderungen in der inneren Struktur der beobachteten Sterne schließen zu können. An der Mission, die unter Leitung der französischen Weltraumagentur CNES stattfindet, sind auch Institute der ESA sowie aus Österreich, Deutschland, Belgien, Brasilien und Spanien beteiligt.

Verwandte Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: CNES)


» Vor 25 Jahren: Die Halley-Armada im Anflug
15.06.2011 - Im Jahr 1986 flog eine zuvor ungekannte Sondenflotte einem Kometen entgegen. Die Hauptrolle unter ihnen spielte Giotto, deren Erfolg Europas Aufbruch ins Sonnensystem begründete.
Der Halley‘sche Komet zieht bedächtig seine exzentrische Bahn um die Sonne. Lange Zeit verbringt er in der Düsternis des Alls, sein äußerlich pechschwarzer Nukleus ist dann völlig unsichtbar für viele Teleskope. Meist nur einmal in der Lebensspanne eines Menschen kommt er der wärmenden Sonne so nah, dass der Komet einen hellen Schweif aus Gas und Staub hinter sich her zieht.

Eine solche Chance tat sich zuletzt vor 25 Jahren auf. Entsprechend wollten auch die Forscher bei der nur wenige Jahre jungen europäischen Raumfahrtagentur mit dabei sein. Über die Mission zum Kometen Halley wurde 1980 entschieden. Lange war ein Doppelstart geplant gewesen - eine größere Sonde sollte die NASA beitragen, während die ESA mit einer kleineren mitfliegen durfte. Da jedoch die Raumfahrzeuge mit dem Space Shuttle starten sollten, dessen Entwicklung sich über mehrere Jahre verzögerte, sattelten die noch unerfahrenen Europäer kurzerhand um. „Nicht aus Wut, aber mit einer eigenen Vision“, beteuert Roger Bonnet, damals Wissenschaftsdirektor der ESA. Am 2. Juli 1985 startet schließlich Giotto an Bord einer Ariane-1-Rakete.

Die Jahrhundertgelegenheit nutzt eine ganze Flotte von Raumsonden, die als „Halley Armada" in die NASA-Historie eingeht. Die USA sind dabei die einzige Raumfahrtnation, die sich nicht direkt beteiligt. Denn die eigene ambitionierte Mission wurde schließlich gestrichen. So flogen im März 1986 fünf Sonden dem ausladenden Kometenkoma von Halley entgegen: Voran die japanischen Suisei und Sakigake und zwei sowjetische Vegasonden, welche ein Jahr zuvor noch Lander auf der Venus abgesetzt hatten und das Gravitationsfeld der Venus als Sprungbrett nutzten. Nur anhand der international ausgetauschten Messwerte der Erstkommer ließ sich die Bahn von Giotto nun genau einstellen. Denn die europäische Sonde verfolgte beinahe eine Kamikazemission: Die Spezialisten versuchten, dem Kometennukleus so nah wie nur möglich zu kommen.


Heute wäre ein solcher Präzisionsanflug problemlos möglich, weil sich die Flugbahn mit den Bordkameras und aufwendigen Simulationen am Boden extrem verbessern lässt. Damals jedoch gab es diese Methode der optischen Navigation noch nicht. Giotto musste anhand der dürftigen Daten also möglichst genau auf den Punkt gelenkt werden, andem die Forscher anhand der dürftigen Daten den Kern errieten.

Das ungenaue Zielen geriet überraschend genau: Giotto flog am 14. März 1986 nur 596 Kilometer entfernt am Nukleus vorbei. Eine völlig fremde Welt eröffnete sich vor den Kameras: Der Kometenkern zeigte starke Höhenunterschiede, aus dessen kartoffelförmiger Oberfläche an mehreren Stellen lange Strahlen Gas- und Staub mit mehr als 30 Tonnen pro Sekunde in die Umgebung verströmten. Spektrometer an Bord der Sonde wiesen unter anderem Wasser, Kohlenmon- und -dioxid, aber auch Methan oder Cyanwasserstoff nach, die als Grundbausteine des Lebens gelten.

Seine letzte Ruhe sollte Giotto eigentlich genau hier finden: Die Umgebung des aktiven Kometenkerns hielten die Planer für so gewalttätig, dass die Sonde im Schweif vermutlich verloren gehen dürfte. Zwar hatte man die Sonde in Flugrichtung mit einem Schild ausgestattet, der in den dichten Staubwolken des Kometenkomas einen gewissen Schutz bildete. Doch bei einer Relativgeschwindigkeit von fast 70 Kilometern pro Sekunde waren bereits kleinste Geschosse missionsgefährdend. Tatsächlich wurde Giotto nach erfolgreicher Datensammlung von etwas getroffen, wodurch die Kamera und mehrere Instrumente ausfielen und der Kontakt zur Erde kurz abbrach. Doch der Rest des Raumfahrzeugs blieb intakt, so dass die Sonde vier Jahre später nach langer Ruhephase in einem energiesparenden Hibernation-Modus erneut an einem Kometen vorbeiflog. Auch von hier konnte sie noch spärliche wissenschaftliche Daten übertragen.

Für die europäische Raumfahrt war Giotto der Aufbruch ins Sonnensystem. Nach ihr folgten Sonden zu Titan, Mars oder Venus. Bis heute gelang es keiner zweiten Raumsonde, auf einer Mission zwei Kometen zu besuchen (Halley und Grigg-Skjellerup). Seither macht bei der direkten Erforschung von Kometen vor allem die ESA von sich reden. Mit ihrer Flaggschiffmission Rosetta wird sie ab 2014 erneut einen Kometen besuchen und dort einen Lander absetzen. Erst letzte Woche hat sie die Sonde dafür in einen mehrjährigen Ruhemodus versetzt - die nötigen Erfahrungen für so einen Schritt sammelten die Ingenieure mit Giotto.

Verwandte Links


(Autor: Karl Urban - Quelle: ESA)


» Rasad 1: Zweiter iranischer Erdsatellit im All
17.06.2011 - Iranische Nachrichtenagenturen berichten von einem Satellitenstart am 15. Juni 2011. Das dabei ins All transportierte Raumfahrzeug mit der Bezeichnung Rasad 1 wurde zwischenzeitlich vom US-amerikanischen Bahnverfolgungsnetzwerk erfasst und entsprechend der üblichen Konventionen katalogisiert.
Als Trägerrakete für Rasad 1 (Rasad steht für Beobachtung) wurde iranischen Angaben zufolge ein Projektil namens Safir benutzt (Safir steht für Botschafter). Geht man von einem Start vom schon zuvor verwendeten Startgelände aus, wird er am 15. Juni gegen 11:15 Uhr MESZ stattgefunden haben.

Bei dem von der iranischen Luft- und Raumfahrtagentur entwickelten Rasad 1 selbst soll es sich um einen Erdbeobachtungssatelliten handeln, dessen Aufgabe es ist, von einer Bahn in rund 260 Kilometern Höhe Bilder von der Erdoberfläche aufzunehmen. Als Masse des Satelliten wurden 15,3 Kilogramm angegeben.

Der Orbit des kleinen Satelliten ist etwa 55,6 Grad gegen den Erdäquator geneigt. Das Apogäum, der von der Erde am weitesten entfernte Bahnpunkt, liegt bei rund 297 Kilometern über der Erde, das Perigäum, der der Erde nächtsliegende Bahnpunkt, bei rund 236 Kilometern über der Erde.

Rasad 1 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.675 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-025A.

Verwandte Websites:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: FARSNEWS, IRNA)


» Galileo: Natalia weist den Weg
18.06.2011 - Die erste Gewinnerin eines Mal- und Zeichenwettbewerbs der Europäischen Kommission steht fest: Es ist die neunjährige Natalia aus Bulgarien. Der Gewinn: Der erste Satellit des Betriebsnetzes des europäischen Navigationssystems Galileo wird ihren Namen tragen.
Im Rahmen eines europaweit ausgetragenen Wettbewerbs werden die in den Mitgliedsstaaten der EU lebenden Kinder von der Europäischen Kommission aufgerufen, ihre Beiträge einzureichen. Der bulgarische Teil des Bewerbs, der wie der in Belgien vom 10. April bis zum 31. Mai 2011 lief, ist mit Natalias Sieg bereits entschieden. Das von dem Mädchen erstellte Werk überzeugte die Jury.

Zum Thema Raumfahrt und Weltraum sollen die vorgeschlagenen Arbeiten passen. In den meisten Mitgliedsstaaten der EU können sie zwischen dem 1. September und dem 15. November 2011 abgegeben werden. Junge Künstlerinnen und Künstler der Geburtsjahrgänge 2000 bis 2002, die in der Bundesrepublik Deutschland leben, können sich im Internet informieren, und passende Bilder im bereits genannten Zeitraum im Herbst hochladen.

Beginnend mit einem ersten Start am 20. Oktober 2011 erfolgt der Aufbau des Weltraumsegments des Satellitennavigationssystems Galileo. Aus den am 20. Oktober und bei einem weiteren Start in den Weltraum zu transportierenden zusammen vier Satelliten wird zunächst eine Testkonstellation gebildet.

Nach dem Start 14 weiterer Satelliten bis 2014 ist die Nutzung bestimmter Basisdienste durch die Allgemeinheit möglich, hoffen die Planer. Um alle angedachten Dienste und Anwendungen realisieren und genug mit Eigennamen versehbare Raumfahrzeuge im All einsetzen zu können, sind Bau und Start weiterer Satelliten erforderlich. 27 müssen noch benannt werden, folgt man der Liste der Staaten, in denen der Wettbewerb ausgetragen wird.

Verwandte Meldung:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Europäische Kommission)


» SDO weist superschnelle Wellen auf der Sonne nach
18.06.2011 - Diese bewegen sich mit bis zu 2.000 Kilometern pro Sekunde (7,2 Millionen Stundenkilometern) in der unteren Sonnenkorona und transportieren große Mengen Energie.
Damit sind sie möglicherweise Auslöser für verschiedene andere Phänomene auf der Sonne, so die Aufheizung der Korona auf mehrere Millionen Grad Celsius, die Beschleunigung des Sonnenwindes, weitere Eruptionen oder den Energieaustausch zwischen verschiedenen Regionen der Sonne.

Bekanntgegeben wurde die Entdeckung Mitte der Woche durch Dr. Wei Liu, der sowohl an der Stanford University als auch am Lockheed Martin Solar and Astrophysics Laboratory in Palo Alto forscht. Die Erkenntnisse beruhen auf der Auswertung der Beobachtungen, die im ersten Betriebsjahr mit dem Solar Dynamics Observatory der NASA gemacht wurden. Dieses wurde am 11. Februar 2010 gestartet und umläuft die Erde auf einer geosynchronen Bahn in etwa 35.800 Kilometern Höhe bei einer Bahnneigung von 27,9 Grad.

SDO ist mit 3 wissenschaftlichen Hauptinstrumenten ausgestattet. Die neuen Entdeckungen wurden in erster Linie mit der Atmospheric Imaging Assembly (AIA) gemacht. Diese untersucht die Sonnenatmosphäre in 9 verschiedenen UV-Wellenlängenbereichen zwischen 9,4 und 170 nm, also im extremen und nahen Ultraviolett-Bereich, sowie im sichtbaren Licht. Abgebildet werden die komplette Sonnenscheibe und der angrenzende Raum mit einer maximalen Auflösung von 0,6 Bogensekunden pro Pixel. Über die einzelnen Kanäle werden insbesondere UV-Emissionen spezieller Helium-, Kohlenstoff- und vor allem Eisen-Ionen aufgezeichnet. Diese lassen Rückschlüsse über die Temperaturverteilung in einzelnen Gebieten von Photosphäre, Chromosphäre, Übergangsregionen, Korona und in Eruptionsgebieten zu.

AIA bietet im Verbund mit den anderen Instrumenten eine um den Faktor 4 bessere räumliche sowie bis zum Faktor 720 bessere zeitliche Auflösung als sein NASA-Vorgänger SOHO. Gegenüber STEREO konnte die räumliche Auflösung verdoppelt und die zeitliche mehr als verhundertfacht werden. Dies ist auch der Grund, warum man die sich schnell fortpflanzenden Wellen bisher nicht entdecken konnten. Die Instrumente waren einfach nicht schnell und genau genug für die ungeheure Datenmenge. AIA erreicht ein Auflösungsvermögen von bis zu 1.100 Kilometern bei Bildern im 12-Sekunden-Abstand mit Belichtungszeiten zwischen 0,2 und 2 Sekunden im UV-Bereich. Damit konnten Bilderserien der Wellen gewonnen werden, die sich mit 1.000 bis 2.000 Kilometern pro Sekunde fortpflanzen und dabei Wellenlängen von 100.000 bis 200.000 Kilometern haben.


Derart schnelle Wellen wurden theoretisch schon länger vermutet. Computersimulationen gaben auch Hinweise darauf, dass diese Wellen für eine Reihe beobachteter Phänomene verantwortlich sein müssten. Die Beobachtungsdaten von SDO zeigen gute Übereinstimmung mit den Computerwerten. Obwohl das vergangene Jahr für die Sonne eher ein ruhiges war, konnte man etwa ein Dutzend dieser Wellen identifizieren. Für die kommenden Monate erwartet man weitere dieser Ereignisse.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Lockheed Martin, NASA)


» Neue Hubble-Aufnahme von Centaurus A
18.06.2011 - Diese zeigt mehr Details in den Dunkelwolken des Zentralbereiches der Galaxie.
Dazu wurde das Licht von Cen A mit der Wide Field Camera des Hubble Space Telescope unter Verwendung von 9 Filtern etwa 4,8 Stunden lang aufgenommen. Dabei wurde auch ultraviolettes und infrarotes Licht berücksichtigt. Außerdem wurden H-alpha-, H-beta- und O-III-Schmalbandfilter verwendet, um beispielsweise Sternentstehungsgebiete deutlicher hervortreten zu lassen und die Bildkontraste zu verbessern, um den Wolken mehr Struktur zu geben.

Centaurus A ist eine aktive elliptische Galaxie, die von unserer etwa 14 Millionen Lichtjahre entfernt ist und im Sternbild Zentaur liegt. Sie wurde 1826 von James Dunlop entdeckt und trägt auch die Bezeichnung NGC 5128. Eine weitere Besonderheit von Cen A ist, dass sie starke Radiostrahlung aussendet. Sie ist die nächstgelegene Radiogalaxie und die dritthellste natürliche Radioquelle am Himmel.

Das Bild beruht auf Daten, die zwischen dem 6. und dem 17. Juli 2010 aufgezeichnet wurden und wurde am 16. Juni 2011 veröffentlicht.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Hubblesite, Wikipedia)


» Messenger offenbart erste Ergebnisse über Merkur
18.06.2011 - Seit fast 3 Monaten befindet sich die Merkursonde Messenger als erste überhaupt im Orbit des sonnennächsten Planeten Merkur. Jetzt veröffentlichte die NASA erste wissenschaftliche Ergebnisse, die einige Theorien über den Merkur bestätigen aber auch neue Rätsel aufgeben.
Seitdem Messenger am 18. März diesen Jahres am Merkur angekommen ist, sendete die Sonde bereits zahlreiche wissenschaftliche Daten über die Geometrie, Geophysik, geologische Historie, Atmosphäre und das Magnetfeld zur Erde, darunter auch zehntausende Bilder, bedeutend schärfer als die bis dato vorliegenden.

Dabei passierte die Sonde erst diese Woche wichtige Meilensteine. Dazu gehörten die erste Umrundung der Sonne zusammen mit dem Merkur, die erste solare Konjunktion und das erste Orbitmanöver zum Absenken der Umlaufbahn. Damit wird beispielsweise die Onboard-Kamera MIDS, welche Stereoaufnahmen speichern kann, bald noch detailliertere Fotos machen können. Bisher sind Aufnahmen mit durchschnittlich 250 Metern pro Pixel gelungen. Dabei lag der Fokus auf der, bei den früheren Vorbeiflügen von Mariner 10 und auch vom Messenger noch kaum erfassten Nordhalbkugel.

Zur Zeit verarbeitet das deutsche DLR-Institut für Planetenforschung diese Daten zusammen mit denen eines Laser-Höhenmessers, um ein präzises 3D-Modell vom Merkur zu erstellen. Die Aufnahmen zeigen sehr ausgedehnte, ebene Flächen am Nordpol. Zudem wird die These bestätigt, dass Vulkanismus bei der Formung der Oberfläche eine wichtige Rolle gespielt haben muss. Teilweise sei die Schicht der vulkanischen Ablagerungen mehrere Kilometer dick. Für den genauen Nachweis wird das Spektrometer MASCS noch eine größere Rolle spielen, um die genaue Zusammensetzung der Oberfläche zu bestimmen. Mitarbeiter des DLR arbeiten zudem schon an Vergleichswerten, indem Sie Basalte, Feldspate und schwefelhaltige Mineralien mit einem Spektrometer analysieren, um deren Spektrum zu erhalten. Das wird mit den dann gewonnenen Daten der Merkurmission verglichen, um Mineralien genau zuordnen zu können.

Erste Analysen des Höhenmodells ergeben einige tiefe Krater am Nordpol, in deren Tiefen niemals Sonnenlicht eintreffen kann. Möglicherweise konnten sich darin sonst flüchtige Stoffe wie Wassereis bis heute halten. Im Laufe der Mission wird dies noch genauer überprüft werden. Die bisher gemessenen maximalen Höhenunterschiede belaufen sich auf etwa 8 km, deutlich weniger als auf der Erde mit bis 20 km Höhendifferenz zwischen dem tiefsten- und höchsten Punkt.

Der Nachweis von großen Mengen an Schwefel lässt darauf schließen, dass das Ursprungsmaterial, aus dem sich der Merkur zusammensetzt, weniger stark oxidiert war als das der Planeten Erde und Mars und wäre eine mögliche Erklärung für den weit verbreiteten Vulkanismus.

Die auf manchen Fotos weiß erscheinenden Kraterrände lassen auf relativ junges Material schließen mit einem erhöhten Anteil flüchtiger Stoffe. Ähnliche Strukturen an Rändern von Kratern sind beispielsweise auf dem Erdmond nicht gefunden worden.

Es bleibt also weiter spannend. Im Laufe der nächsten Monate erhofft man sich noch weit mehr Erkenntnisse, denn die Auswertung der zahlreichen Daten hat grade erst begonnen.

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(Autor: Klaus Donath - Quelle: Johns Hopkins Universität, NASA)


» Sichtbarer Komet im Frühjahr 2013?
19.06.2011 - Astronomen der Universität Hawaii haben einen Kometen identifiziert, der sich im März 2013 der Sonne bis auf 45 Millionen Kilometer nähert.
Dabei könnte er einen so großen Schweif entwickeln, dass er mit bloßem Auge von der Erde aus sichtbar ist. Gegenwärtig befindet sich der Kleinkörper noch 1,2 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt. Er nähert sich auf beinahe parabolischer Bahn und wird nach seinem Kurzbesuch im inneren Sonnensystem wahrscheinlich für immer in den Tiefen des Alls verschwinden.

Identifiziert werden konnte der neue Komet, der die Bezeichnung C/2011 L4 und mittlerweile den Namen PANSTARRS trägt, auf mehreren im Rahmen des Programms Pan-STARRS nacheinander gemachten Aufnahmen. Pan-STARRS steht für Panoramic Survey Telescope And Rapid Response System (Panorama-Überblicksteleskop und schnelles Rücklaufsystem), mit dem der Nachthimmel routinemäßig nach potenziell gefährlichen Kleinkörpern abgesucht wird. Dabei handelt es sich um ein Projekt des Institute for Astronomy der Universität Hawaii.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: University of Hawaii (Pan-STARRS))


» Ulf Merbold wird 70
20.06.2011 - Ulf Merbold, der erste Westdeutsche im All, wird heute 70 Jahre alt. Er ist mit seinen drei Missionen einer der erfahrensten deutschen Astronauten.
Ulf Merbold wuchs in Thüringen auf, verließ jedoch 1960, zehn Monate vor dem Mauerbau, die DDR und siedelte nach West-Berlin über.
Hier und später in Stuttgart studierte er Physik und promovierte 1976. Anschließend arbeitete Merbold ca. ein Jahr am Max-Plack-Institut für Metallforschung, bevor er sich bei der damaligen Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt als Astronaut bewarb und schließlich einer der ersten drei ESA-Raumfahrer wurde.

Die ESA hatte nach Astronauten für Missionen mit dem von ihr entwickelten Spacelab gesucht. Spacelab war ein begehbares Druckmodul, das in der Nutzlastbucht des Shuttles befestigt wurde und der Durchführung von Experimenten in den verschiedensten Forschungsdisziplinen diente. Dieses Druckmodul konnte durch eine oder mehrere Paletten für Außenexperimente ergänzt werden.

Als Gegenleistung für die Entwicklung des Systems und den Bau des ersten Druckmoduls – ein zweites wurde später von der NASA gekauft - wurde die ESA an der ersten Mission, STS-9, beteiligt, ohne dass sie Anteile der Flugkosten bezahlen musste. Sie stellte etwa die Hälfte der Experimente und eines der sechs Besatzungsmitglieder: Ulf Merbold, der damit nicht nur zum ersten Westdeutschen im All, sondern auch zum ersten Ausländer an Bord eines US Space-Shuttles wurde.
Zusammen mit seinen Mannschaftskameraden führte der ESA-Astronaut mehr als 70 vor allem physikalische Experimente durch.

Im Jahr 1992 konnte er im Rahmen der internationalen Spacelab-Mission STS-42 / IML-2 erneut ins All fliegen. Diese Mission diente vor allem der Biologie und Materialwissenschaft.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ergab sich für die ESA die Möglichkeit, neben den USA auch mit Russland bei Weltraummissionen zusammenzuarbeiten. So bezahlte die ESA für zwei Missionen ihrer Astronauten zur russischen Raumstation Mir. Im Rahmen der Euromir-24-Mission im Jahr 1994 arbeitete Merbold etwa einen Monat an Bord der Station und führte erneut zahlreiche Experimente durch. Dies sollte sein letzter Raumflug sein.

Neben seinen eigenen Missionen war Dr. Ulf Merbold auch an der Vorbereitung und Durchführung zahlreicher anderer Raumfahrtmissionen, etwa der beiden deutschen Spacelab-Flüge D-1 und D-2, beteiligt. Er blieb bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2004 bei der ESA tätig
(Autor: Sascha Haupt - Quelle: NASA)


» Chinasat 10 im All
20.06.2011 - Am 20. Juni 2011 wurde der chinesische Kommunikationssatellit Chinasat 10 in den Weltraum gebracht. Sein Ziel ist der Geostationäre Orbit ca. 35.786 Kilometer über dem Erdäquator.
Der Start erfolgte um 18:13 Uhr MESZ vom Startgelände Xichang (Xichang Satellite Launch Center, XSLC) in der südwestchinesischen Provinz Sichuan. Es handelte sich um einen Nachtstart, vor Ort war es zu diesem Zeitpunkt 0:13 Uhr und der 21. Juni 2011 bereits angebrochen. Transportiert wurde der Satellit von einer dreistufigen Rakete des Typs Langer Marsch 3B (Chang Zheng-3B, CZ-3B). Sie flog die 136. Weltraummission einer Rakete aus der Serie Langer Marsch.

Chinasat 10 alias SinoSat 5 soll eine Position bei 110,5 Grad Ost im geostationären Orbit beziehen. Dort will die China Direct Broadcast Satellite Corporation (CHINA DBSAT) ihn als Ersatz für den am 18. Juli 1998 ins All gebrachten Chinasat 5B alias SinoSat 1 betreiben. Rund 26 Minuten nach dem Start wurde Chinasat 10 von der letzten Raketenstufe abgetrennt. Derzeit bewegt sich der Satellit auf einem supersynchronen Transferorbit, d.h. das Apogäum, der erdfernste Punkt seiner Bahn, befindet sich über dem Geostationären Orbit. Es liegt aktuell im Bereich von 42.225 Kilometern über der Erdoberfläche. Das Perigäum, der der Erde nächste Bahnpunkt, liegt derzeit im Bereich von 207 Kilometern über der Erde. Die Ausbildung einer annähernden Kreisbahn und den Abbau der Inklination von noch rund 26,3 Grad muss der Satellit mit seinen eigenen Triebwerken bewerkstelligen.

Das von der Chinese Academy of Space Technology (CAST) unter Ägide der China Aerospace Science and Technology Corporation (CASTC) gebaute Raumfahrzeug basiert auf dem chinesischen Satellitenbus DFH-4. Seine Masse beträgt betankt rund 5.100 Kilogramm, seine Auslegungslebensdauer nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua 13,5 Jahre. An Bord befindet sich eine Kommunikationsnutzlast mit C- und Ku-Band-Transpondern, deren Ausstrahlungen für Nutzer im asiatischen und pazifischen Raum gedacht sind.

Chinasat 10 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.677 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-026A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: chinasatcom.com, tech.hexun.com, Xinhua)


» Progress-M 11M bringt ISS Nachschub
21.06.2011 - Ein russischer Transporter vom Typ Progress-M-M ist gegen 16:38 Uhr MESZ vom Kosmodrom Baikonur zur Internationalen Raumstation gestartet.
An Bord befinden sich 2.673 kg Fracht, das Ankoppeln am Heck der Station soll am Donnerstag gegen 18:39 Uhr nach rund 50 Stunden autonomem Flug erfolgen. Der Frachter startete auf einer Trägerrakete des Typs Sojus-U und gelangte auf eine Anfangsbahn zwischen 194 und 240 km Höhe bei einer Bahnneigung von 51,64° und einer Umlufzeit von gut 88 Minuten. Auf dieser niedrigen Bahn nähert sich das Raumschiff nun der Internationalen Raumstation, wobei mehrere Manöver zur Anhebung geplant sind. Dabei sinkt die Relativgeschwindigkeit zur Station, so dass man schließlich sanft anlegen kann.

Die Hauptfracht besteht aus Treibstoff, Lebensmitteln und Verbrauchsmaterialien. Mit dabei sind aber auch Wasser, Sauerstoff sowie Ausrüstung für die wissenschaftlichen Experimente "Kristallisator", "Relaksazija", "Biodegradazija" und "Matrjoschka-R".

Mit den Triebwerken des Frachtschiffes soll bereits am 29. Juni eine weitere Bahnkorrektur des Stationskomplexes durchgeführt werden. Damit wird die Bahn für die geplante Ankunft der Raumfähre Atlantis Anfang Juli optimiert.

Derweil hat gestern der ESA-Frachter "Johannes Kepler" (ATV 2) mit Abfällen beladen abgelegt und soll innerhalb der nächsten Stunden über dem Pazifik in dichte Schichten der Erdatmosphäre eindringen und weitgehend verglühen. Ein spezieller Messkomplex zeichnet die dabei auftretenden Beschleunigungswerte und Temperaturen auf und soll diese per Funk an eine Bodenstation übermitteln. ATV 2 war auf einer Ariane 5 am 16. Februar mit 7 Tonnen Fracht gestartet und hatte am 24. Februar am Modul Swesda angelegt. Mit den Triebwerken des Transportschiffes war die Bahn der Station in mehreren Schritten um mehr als 40 Kilometer angehoben worden. ATV ist ein Beitrag der ESA zum Betrieb der ISS.

Mit an Bord von Progress-M 11M ist der 40 kg schwere Mikrosatellit Tschibis-M. Er soll nach dem Ablegen des Raumschiffes zum Ende der Mission ausgestoßen werden und dient der Plasma- und Atmosphärenforschung. Damit sollen u. a. Fluktuationen elektrischer und magnetischer Felder in der Hochatmosphäre sowie mehrere Parameter des umgebenden Plasmas unter verschiedenen helio- und geomagnetischen Bedingungen gemessen werden.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Roskosmos, Skyrocket, Raumcon)


» E-ELT schrumpft etwas ...
22.06.2011 - Das zukünftige Teleskop E-ELT (European Extremely Large Telescope) der europäischen Südsternwarte ESO bekommt einen geringfügig kleineren Hauptspiegel als ursprünglich geplant.
Der Grund für die Designänderung des Teleskops, welches sich momentan in der sogenannten detaillierten Designphase befindet, liegt in der Abwägung zwischen wissenschaftlicher Leistungsfähigkeit und einer größtmöglichen Kosteneffizienz. Dies gab die europäische Südsternwarte ESO vergangene Woche bekannt.

Konkret soll der Hauptspiegel von ursprünglich 42 Metern Durchmesser auf 39,3 Meter verkleinert werden. Hierdurch kann die komplexe Konstruktion der Spiegelhalterung strukturell vereinfacht werden. Weiterhin ist es dadurch möglich, den Sekundärspiegel, welcher das gesammelte Licht zu den Diagnostiken führen soll, ebenfalls zu verkleinern.

Diese Maßnahmen senken zwar die maximal erreichbare Auflösung des Teleskops um etwa neun Prozent, im Gegenzug wird das Öffnungsverhältnis jedoch erhöht.

Des Weiteren können die Kosten von bisher knapp 1,3 Milliarden Euro auf momentan 1,05 Milliarden Euro gesenkt werden. Innerhalb dieses Finanzrahmens sind bereits die Entwicklungskosten der Instrumente sowie eine Finzanzreserve für unerwartete technische Probleme enthalten.

Der Baubeginn auf dem Cerro Armazones in Sichtweite zum Cerro Paranal, auf welchem sich das VLT befindet, ist momentan für Januar 2012 vorgesehen. Der Wissenschaftsbetrieb soll Anfang der 2020er augenommen werden.

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(Autor: Oliver Karger - Quelle: ESO)


» ATV 2: Mission Accomplished
22.06.2011 - Das unbemannte europäische Transportschiff ATV 2 trat am 21. Juni 2011 wieder in die Erdatmosphäre ein und wurde dabei wie vorgesehen zerstört. Der Kontakt mit dem Johannes Kepler genannten Schiff brach um 22:41 Uhr und 39 Sekunden MESZ in einer Höhe von rund 80 Kilometern über dem südlichen Pazifik ab.
Nach dem störungsfreien Abkoppeln von der Internationalen Raumstation (ISS) um 16:46 Uhr MESZ am 20. Juni wurde Johannes Kepler im Soloflug vom ATV-CC genannten Kontrollzentrum im französischen Toulouse überwacht und auf sein feuriges Ende vorbereitet.

Eine ungeplantes Manöver musste das Transportschiff noch ausführen: Es galt, ausreichend Sicherheitsabstand zu einem Stück Weltraumschrott zu gewinnen. Einer Warnung der US-amerikanischen Raumfahrtagentur NASA zufolge würde das Stück sich auf weniger als 50 Meter Abstand an das ATV 2 annähern. Der Kurs des Transportschiffs wurde deshalb mit einer Treibwerkszündung angepasst.

In den Treibstofftanks des ATV 2 war mit rund einer Tonne noch ausreichend Treibstoff verfügbar für die bei einem gezielten Wiedereintritt erforderlichen Manöver und eventuell zusätzlich notwendige Triebwerkseinsätze. Die kurzfristige Bahnänderung im Alleinflug nach dem Abdocken bewies erneut die Fähigkeit des Transportschiffstyps, sich an sich verändernde Bedingungen anpassen zu können.

Eingeleitet wurde der Wiedereintritt des ATV 2 am 21. Juni schließlich mit einer um 19:07 Uhr MESZ begonnen, 10 Minuten und 9 Sekunden dauernden Brennphase der Bordtriebwerke. Sie wandelte die Flugbahn in einen Richtung Erde zeigenden Ellipsenabschnitt, in deren Verlauf eine weitere Brennphase von 14 Minuten und 9 Sekunden ab 22:04 Uhr MESZ zur exakten Ansteuerung des Wiedereintrittsfensters folgte.

Wenige Momente bevor das Transportschiff auf dichtere Schichten der Atmosphäre traf, wurde es auf Kommando ins Taumeln versetzt. Dadurch sollte sichergestellt werden, dass das Schiff beim Wiedereintritt möglichst vollständig zerstört wird.

An Bord des ATV 2 befand sich ein Datenrekorder-Prototyp, dessen Aufgabe es war, während des Wiedereintritts Daten zum Rollen, Gieren und Nicken, zu Verzögerungen und Beschleunigungen, Temperaturen und Position aufzuzeichnen. Das vom US Center for Orbital and Reentry Debris Studies beigesteuerte Gerät ist mit einem mit Hitzeschild versehenen Gehäuse ausgestattet. So geschützt setzte es seinen Kurs Richtung Ozean nach dem Auseinanderbrechen des Transporters fort.

Die erfassten Daten waren vor dem Auftreffen auf die Wasseroberfläche des Pazifik über das Iridium-Satellitentelefonnetz zu senden. Sie werden helfen, zu beurteilen, was geschieht, wenn Raumfahrt-Hardware wieder in die Erdatmosphäre eintritt und aerodynamischen Lasten und Aufheizung ausgesetzt wird. Künftige Raumfahrzeuge will man so entwerfen, dass bei ihrem Wiedereintritt weniger potentiell gefährliche Bruchstücke entstehen.

Einige Bauteile von Johannes Kepler, die konstruiert wurden, um besondere mechanische Belastungen auszuhalten, wie der Dockingadapter, oder im Betrieb hohe Temperaturen aushalten müssen, wie die vier Haupttriebwerke, sind vermutlich nicht vollständig verbrannt. Sie, beziehungsweise das, was von ihnen noch übrig war, stürzten am 21. Juni gegen 23:00 Uhr MESZ in den Pazifik.

Der zerstörerische Wiedereintritt erfolgte genau wie geplant über einem von Menschen nicht bewohnten Pazifikgebiet rund 2.500 Kilometer östlich von Neuseeland, 6.000 Kilometer westlich von Chile und 2.500 Kilometer von Französisch-Polynesien.

Nico Dettmann, der Leiter des ATV-Programms der Europäische Weltraumorganisation (ESA) sagte, dass die Mission des ATV 2 sehr reibungslos verlaufen ist und es im Verlauf der letzten vier Monate nur wenige unbedeutende Dinge gab, die von den die Mission betreuenden Arbeitsgruppen jeweils kurzfristig geregelt werden konnten. Für Nico Dettman haben sich die außerordentlichen Fähigkeiten des ISS-Versorgers erneut bewiesen. Den Start des nächsten solchen Transportschiffs, ATV 3 alias Edoardo Amaldi, erwartet Nico Dettmann Anfang 2012, die Ankunft des Schiffes am europäischen Weltraumbahnhof Kourou im August diesen Jahres.

Alberto Novelli, der Leiter des ATV-Missionsbetriebs, freut sich, dass es gelungen ist mit dem ATV 2 zahlreiche Rekorde zu brechen. Der Transporter war die schwerste jemals von der ESA mit einer Ariane-5-Rakete gestartete Nutzlast und sorgte für die größte Bahnanhebung eines bemannten Raumfahrzeugs seit den Apollo-Flügen der US-Amerikaner zum Mond. ATV 2 hob die Bahn der ISS um über 40 Kilometer an.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Sojus-Raketen für Galileo-IOV in Kourou eingetroffen
22.06.2011 - Nach einer Reise um den halben Erdball sind die beiden in Russland gebauten Sojus-Raketen, auf denen die vier Satelliten der Galileo-Testkonstellation (IOV) in den Weltraum befördert werden sollen, in Kourou in Französisch-Guayana angekommen.
In Portionen von jeweils zwei Satelliten sollen die Bestandteile des Weltraumsegments der Galileo-Testkonstellation ins All gelangen. Der erste Start ist für den 20. Oktober 2011 angesetzt, der zweite für Mitte 2012 geplant. Die dafür benötigten Raketen vom Typ Sojus ST-B und die zugehörigen Oberstufen vom Typ Fregat-MT befinden sich seit dem 18. Juni 2011 in Französisch-Guayana.

Ein speziell für den Transport von Raketen und Raumfahrzeugen ausgerüstetes Hochseeschiff, die MN Colibri, hatte Träger und Oberstufen von St. Petersburg über den Atlantik nach Südamerika gebracht. Am 3. Juni 2011 war die MN Colibri in St. Petersburg aufgebrochen, nachdem sie mit dem per Bahn vom Herstellerwerk in Samara herbeigeschafften Frachtgut beladen worden war.

Der nächste wichtige Meilenstein in Kourou nach dem Ausladen der Trägerraketen wird die Überprüfung der Startbereitschaft (Launcher Flight Readiness Review) der für den Start im Oktober zur Verwendung vorgesehenen Raketenhardware am 21. Juli 2011 sein. Kommt man dabei zu einem positiven Ergebnis, kann der Zusammenbau der Sojus für den ersten Galileo-Start in Kourou beginnen.

Die zwei Satelliten, die am 20. Oktober den Weltraum erreichen sollen, das Protoflight Model (PFM) und das erste Flight Model (FM1), durchlaufen derzeit bei Thales Alenia Space im italienischen Rom letzte Qualifikations- und Abnahmetests. Ist die Flugbereitschaft der Satelliten erst einmal festgestellt, wird man sie und vor Ort notwendige Bodenanlagen zusammen mit dem Startteam auf dem Luftweg nach Französisch-Guayana bringen. Derzeit geht man davon aus, dass es Anfang September soweit ist.

Für den ersten Flug einer Sojus-Rakete von Kourou aus werden keine schon vor der Ankunft der MN Colibri am 18. Juni in Kourou verfügbaren Sojus-Raketenkomponenten verwendet, da allein die Kombination aus einer Sojus ST-B und einer Fregat-MT leistungsfähig genug ist, um zwei Galileo-Satelliten auf eine annähernd kreisförmige Umlaufbahn in rund 23.222 Kilometern über der Erde zu bringen.

Während des Transports auf der Rakete werden die beiden Satelliten auf der Fregat-MT-Oberstufe an einer Tragstruktur europäischer Konstruktion befestigt sein, die außerdem das Abtrennen der Satelliten beim Erreichen des jeweiligen Zielorbits besorgen wird.

Die Grundversion der wiederzündbaren Fregat-Oberstufe kam bei zwei Starts im kasachischen Baikonur 2006 und 2008 auf Sojus-Trägern zum Einsatz, dabei gelangten die beiden frühen Galileo-Testsatelliten GIOVE-A und -B auf die vorgesehenen Umlaufbahnen. Um zwei Satelliten im Rahmen einer Mission auf die jeweils richtige Bahn bringen zu können, ist die Treibstoffzuladung der Fregat-MT um 900 Kilogramm größer als die der Grundversion.

Der anvisierte Start mit den Galileo-Navigationssatelliten im Oktober wird aus vielerlei Gründen zu einem historischen Ereignis werden: Zum ersten Mal wird eine Sojus-Rakete nicht im kasachischen Baikonur oder im russischen Plesetsk abheben. Zum ersten Mal wird eine Sojus-Rakete starten, die mit ihrer Nutzlast ausgestattet wurde, als sie schon vertikal auf der Startrampe aufgerichtet war. Zum ersten Mal wird eine Sojus-Rakete Navigationssatelliten ins All bringen, die ins Galileo-Betriebsnetz integriert werden sollen. Zum ersten Mal werden Atomuhren für Navigationsanwendungen mit einer Gangabweichung von nur einer Sekunde auf drei Millionen Jahre an Bord von Satelliten den Weltraum erreichen.

Die vier Satelliten der Galileo-Testkonstellation repräsentieren mit ihrer Navigationsnutzlast bereits die Ausstattung der nachfolgenden Satelliten. Ihre leistungsfähigen Sender zur Ausstrahlung von Navigationssignalen und ihre hoch-genauen Atomuhren werden zum Kern des sich über mehrere Ausbaustufen entwickelnden europäischen Satellitennavigationssystems. Nach dem Start von 14 Seriensatelliten soll die Allgemeinheit ab 2014 bereits bestimmte Basisdienste nutzen können. Gegen Ende des Jahrzehnts könnte das System schließlich voll ausgebaut sein.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Mount Palomar rüstet auf
23.06.2011 - Mit der jetzt erfolgten Installation der adaptiven Optik "PALM-3000" spielt das altehrwürdige Hale-Teleskop auf dem Mount Palomar in Kalifornien wieder in der ersten Liga.
Das Hale-Teleskop ging 1947 in Betrieb und war mit seinem 5,1m großen Hauptspiegel für drei Jahrzehnte das größte Teleskop der Welt. In dieser Zeit gelangen bahnbrechende Erkenntnisse wie der Nachweis anderer Galaxien oder die ersten Hinweise auf die Expansion des Universums. Mit modernen Großteleskopen konnte das Observatorium aber zuletzt nicht mehr konkurrieren.

Dies wird sich jetzt ändern. Das Hale-Teleskop verfügt jetzt über eine adaptive Optik. Dies bedeutet, dass die Unruhe der Luft vermessen wird und der Spiegel von einer Vielzahl von Stempeln verformt wird. Dieses "PALM-3000" genannte System bricht gleich zwei Rekorde. Zum Einen ist die Anzahl von 3.888 Stempeln Weltrekord, zum Anderen ist auch die Geschwindigkeit von 2.000 Korrekturen pro Sekunde eine neue Bestmarke. Das Hale-Teleskop ist zwar kleiner als die 8-10 Meter messenden modernen Großteleskope, kommt aber dichter an sein ideales Auflösungsvermögen heran.

In Verbindung mit diesem System setzt man große Hoffnungen in neue Koronagraphen. Diese blenden das Licht eines Sterns aus, um die Umgebung betrachten zu können. Damit will man Fotografien und Spektralaufnahmen von Exoplaneten ermöglichen. Durch diese Beobachtungen wird man endlich mehr als nur Masse und Umlaufbahn der Exoplaneten erfahren können und somit letztlich auch besser einschätzen können, was für Typen von Planeten es gibt und wie normal oder unnormal unsere Erde in diesem Zusammenhang ist.
(Autor: Stefan Heykes - Quelle: AstronomyNow)


» ESA baut Intermediate eXperimental Vehicle IXV
23.06.2011 - Auf der Pariser Luftfahrtmesse in Le Bourget gaben ESA und Thales Alenia Space Italia den Vertragsabschluss über den Bau des europäischen Wiedereintrittsdemonstrators IXV bekannt. Bis 2013 soll das Vehikel an Bord der neuen VEGA Rakete ins All starten.
Europas Ambitionen, die Technologie für einen gesteuerten Wiedereintritt zu entwickeln, haben einen neuen Schub bekommen. Der Bau des IXV ist nun nur noch Formsache. Schon nächste Woche sollen die Verträge von ESAs Industrial Policy Commitee endgültig verabschiedet werden. Die Idee vom IXV geht zurück auf das Jahr 2002, als die europäische Weltraumagentur nach neuen Konzepten suchte. Beteiligt sein werden Staaten wie Belgien, Frankreich, Italien, Portugal, Irland, Spanien und die Schweiz.

Bereits 1998 führte die ESA einen ähnlichen Test mit dem Atmospheric Reentry Demonstrator (ARD) durch. Diese Kapsel ähnelte vom Design her der amerikanischen Mond-Kapsel Apollo und wurde mit der dritten Ariane 5 gestartet. Der Wiedereintritt erfolgte problemlos und die Kapsel konnte im Pazifischen Ozean geborgen werden, zusammen mit zahlreichen Telemetriedaten.

Diesmal soll eine anspruchsvollere Variante mit einem Lifting-Body-Konzept versucht werden. Der Tragrumpf sorgt für deutlich mehr Auftrieb als bei einem Kapselkonzept. Zudem wird der Gleitpfad, ähnlich wie beim Space Shuttle, steuerbar. Nicht nur der Strömungswiderstand kann durch den Neigungswinkel der Raumfähre kontrolliert werden, auch leichte Kurven sind möglich durch das Kippen der Fähre. Gesteuert wird das IXV-Vehikel durch zwei hinten anliegende Steuerflächen sowie mehrere Steuerdüsen. Diese ermöglichen alle genannten Manöver, um eine deutlich präzisere Punktlandung als mit dem ARD durchzuführen.

Im Gegensatz zur knapp doppelt so großen X-37b des US Verteidingungsministeriums wird das europäische Modell allerdings nicht über ein Fahrwerk verfügen, sondern stattdessen mit einem Fallschirm im Pazifik niedergehen, um dort geborgen zu werden. Die präzise Steuerung eines Flugkörpers, der sich aerodynamisch, im Gegensatz zu einer Kapsel, nicht selbstständig stabilisiert, ist eine große technische Herausforderung bei Geschwindigkeiten bis zu 28.000 km/h (Mach 25). Schon in den 1980er Jahren gab es bei der ESA die Idee eines ähnlichen, sogar bemannten Gleiters namens Hermes. Dieser wurde relativ weit entwickelt, zu einem Testflug auf der extra für dieses Vehikel optimierten Ariane V kam es aber aus Kostengründen nicht mehr.

Nun soll es 2012 einen erneuten Versuch geben, das Konzept eines Auftriebskörpers zu realisieren. Die IXV soll dabei etwa 2 Tonnen schwer sein bei einer Länge von 5 Metern und einer Spannweite von 2,2 Metern. Das Hitzeschild soll aus einer Kombination von fortgeschrittenen Keramiken und ablativen Elementen bestehen. Das Gerüst soll aus einer karbonfaserverstärkten Polymerstruktur gefertigt werden, um den großen Kräften, die beim Wiedereintritt auftreten, gerecht zu werden. Im Inneren befinden sich die Avionik-Systeme, Datenrekorder und die Fallschirmsysteme, als auch die Steuerungseinheiten für die Steuerflächen und Manövriertriebwerke.

Gestartet werden soll auf der noch in Entwicklung befindlichen VEGA-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof in Kourou. Diese soll nach bisherigen Planungen noch dieses Jahr zum Jungfernflug abheben. Allerdings verzögern derzeit thermische Probleme mit der Oberstufe die Arbeiten. Nach dem Start wird das IXV knapp unterhalb der Orbitgeschwindigkeit über Europa und Russland fliegen, um dann östlich von Japan wieder in die Atmosphäre einzutreten. Die bei diesen Geschwindigkeiten entstehende Hitze von bis zu 1600 °C muss vom Hitzeschild fast vollständig reflektiert werden.

Die Integration vom IXV hat bereits begonnen und das nötige Bodenequipment, zu dem auch ein Kontrollraum gehört, wurde bereits fertig gestellt. Die Kosten der Mission werden mit 150 Millionen Euro angegeben.

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(Autor: Klaus Donath - Quelle: ESA)


» Erdbeobachtungssatellit ERS 2 vor der Abschaltung
25.06.2011 - Der seit 1995 im All befindliche europäische Erdbeobachtungssatellit ERS 2 wird Anfang Juli in einen Friedhofsorbit gesteuert und dann deaktiviert.
Die Beobachtungsnutzlast an Bord von ERS 2 will man am 5. Juli 2011 ausschalten. Am 6. Juli 2011 sollen die Manöver beginnen, die den am 21. April 1995 auf einer Ariane-4-Rakete gestarteten Satelliten auf eine neue, unterhalb von 600 Kilometern über der Erdoberfläche liegende Bahn bringen werden. Der neue Orbit soll anschließend sicherstellen, dass ERS 2 innerhalb von 25 Jahren wieder in die Erdatmosphäre eintritt. Dabei wird der Satellit dann zerstört.

ERS 2 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 23.560 bzw. als COSPAR-Objekt 1995-021A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Neue Ergebnisse der Genesis-Mission
25.06.2011 - Nachdem Proben, die mit der NASA-Sonde Genesis 2004 zur Erde zurückgekehrt waren, analysiert worden sind, sind Wissenschaftler zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sonne und die inneren Planeten des Sonnensystems unterschiedlicher aufgebaut sind als gedacht.
Daten, die nun veröffentlicht wurden, zeigen, dass es Unterschiede zwischen der Sonne und den Planeten bei den beiden Elementen Sauerstoff und Stickstoff gibt. Diese beiden Elemente sind im Sonnensystem in sehr großen Mengen vorhanden. Obwohl die Unterschiede sehr gering sind, können die Schlussfolgerungen aus diesen dabei helfen, zu verstehen, wie unser Sonnensystem entstanden ist.

„Wir haben herausgefunden, dass die Erde, der Mond, sowie der Mars und Meteoriten, die Teile von Asteroiden sind, eine niedrigere 16O-Konzentration haben als die Sonne“, sagte Kevin McKeegan, Forscher an der Universität of California, Los Angeles. „Daraus schließen wir, dass wir nicht aus den gleichen Bestandteilen des Sonnennebels entstanden sind, aus denen die Sonne hervorging – wie und warum, bleibt zu erforschen“

Die Luft auf unserem Planeten besteht aus drei verschiedenen Sauerstoffatomen, welche sich in der Anzahl der Neutronen im Kern unterscheiden. Fast 100% bestehen aus 16O-Atomen (acht Neutronen), jedoch sind auch kleine Mengen von 17O- und 18O-Atomen vorhanden. Diese enthalten neun bzw. zehn Neutronen im Kern. Forscher, die die Proben der Genesis-Mission untersucht haben, fanden nun heraus, dass der 16O-Anteil in der Sonne leicht höher ist als der der Erde und dem von anderen erdähnlichen Planeten. Die Anteile der anderen beiden Sauerstoffisotope waren entsprechend geringer.

Ähnlich sieht es beim Stickstoff aus. Genau wie beim Sauerstoff gibt es ein Isotop, 14N mit sieben Neutronen, welches nahezu 100% ausmacht. Jedoch gibt es einen kleinen Anteil von 15N mit acht Neutronen. Die untersuchten Proben zeigten im Vergleich zur Erdatmosphäre, dass es in der Sonne und im Jupiter mehr 14N gibt, jedoch 40% weniger 15N. Diese beiden Himmelskörper scheinen die gleichen Stickstoffkonzentrationen zu haben.

Die Daten stammen aus den Proben, die die Sonde Genesis im Sonnenwind und in ausgeworfenem Sonnenmaterial eingesammelt hat. Sie war im August 2000 gestartet worden und befand sich in den Jahren 2001-2004 für insgesamt 886 Tage am L1-Punkt des Sonne-Erde Systems, etwa 1,6 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Am 8. September 2004 kehrte die Sonde zur Erde zurück und setzte eine Landekapsel mit den Proben ab. Diese trat in die Erdatmosphäre ein und sollte, am Fallschirm hängend, von einem Hubschrauber aufgefangen werden. Da sich dieser jedoch aufgrund eines falsch herum eingebauten Sensor, welcher die Erdbeschleunigung messen sollte, nicht öffnete, schlug die Kapsel ungebremst in den Wüstenboden ein. Trotzdem gelang es Forschern, die Proben zu analysieren.

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(Autor: Simon Plasger - Quelle: NASA)


» Mini-Asteroid 2011MD passiert die Erde am Montag
26.06.2011 - Der Asteroid mit Abmessungen im Bereich von 5 bis 20 Metern wird im erdnächsten Punkt weniger als 12.000 Kilometer von der Erdoberfläche entfernt sein.
Entdeckt wurde der Kleinkörper zu Beginn des Jahres durch Mitarbeiter des Lincoln Near Earth Asteroid Research Project mit Sitz auf dem Testgelände des Lincoln-Instituts auf der White Sands Missile Range in Socorro im US-Bundesstaat New Mexico. Päzisierte Vermessungen ergaben die mittlerweile veröffentlichte Bahn, welche nur knapp an der Erde vorbeigeht. Der Punkt der größten Annäherung am 27. Juni gegen 15.30 Uhr MESZ liegt über dem Südpazifik. Ein Eintreten in die Erdatmosphäre ist aber ausgeschlossen.

Ohnehin stellt der kleine Asteroid keine Gefahr für die Erde dar. Er würde in viele kleine Teile zerbrechen, die dann weitgehend in der Erdatmosphäre verglühten. Ähnliche Ereignisse sind laut Angaben der NASA im Durchschnitt alle 6 Jahre zu erwarten. Die Bahn des Asteroiden 2011MD wird durch die Anziehungskraft der Erde allerdings stark geändert.

Unter günstigen Umständen kann der Kleinkörper aber mit mittleren bis großen Amateurteleskopen kurzzeitig beobachtet werden.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)


» Triebwerksversagen im Teststand verzögert Taurus II
26.06.2011 - Der Jungfernflug einer Taurus-II-Trägerrakete der Orbital Sciences Corporation wird sich aufgrund eines technischen Fehlers an einem der getesteten Triebwerke verzögern.
Offenbar ist beim Test im Stennis Space Center eine Treibstoffzuleitung des vierten AeroJet-26-Triebwerks gerissen und hat zu einem Testabbruch geführt. Durch ein Feuer wurden Triebwerk und Teststand beschädigt.

Das getestete Triebwerk war für den Erstflug der Trägerrakete Taurus II vorgesehen. Bei drei zuvor getesteten Triebwerken gleichen Typs war dagegen alles nach Plan verlaufen. Man hofft daher, dass der Fehler nicht konstruktionsbedingt ist sondern nur auf fehlerhaftes Material zurückgeführt werden kann.

Die Orbital Sciences Corporation (OSC) ist Hersteller von Satelliten und Startanbieter mit eigenen Trägerraketen der Typen Minotaur, Pegasus und Taurus, bisher mit geringer Nutzlast. Mit der NASA besteht ein Vertrag zum Frachttransport zur Internationalen Raumstation ISS im Rahmen des COTS-Programmes (Commercial Orbital Transportation Services). Zum Start des dafür vorgesehenen Raumschiffs Cygnus ist eine größere Rakete erforderlich, die Taurus II.

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(Autor: Günther Glatzel - Quelle: Spacenews.com, NASA)


» Hochauflösende Live-Bilder der Erde von der ISS aus
26.06.2011 - Dies verspricht UrtheCast, ein Joint Venture kanadischer, britischer und russischer Firmen. Dazu sollen zwei hochauflösende Kameras an der Außenseite der Station befestigt und deren Bilder ständig auf der Erde empfangen und sofort ins Internet gestellt werden.
Die mittelauflösende Dreifarbkamera erreicht bei 45 Kilometern Schwadbreite eine Auflösung von 5,5 Metern pro Pixel. Eine hochauflösende Kamera hingegen soll eine Bildqualität erreichen, die der von Flugzeugen gleich ist, so dass auch kleinere Gebäude, Fahrzeuge und Menschengruppen erkennbar werden, bis zu einer Auflösung von 1 Meter.

Im Unterschied zu GoogleEarth bekommt man allerdings aktuelle Bilder zu sehen, keine veralteten Aufnahmen. So kann man passende Bilder zum realen Geschehen auf der Erde ansehen. Nutzer weltweit sollen außerdem in den archivierten Beständen suchen und sich gegebenenfalls Filme über eine bestimmte Zeitspanne herunterladen können.

Das Projekt wird am Dienstag Mittag in Calgary (Kanada) offiziell gestartet. Die Kameras werden von den Rutherford Appleton Laboratories, einem weltraumerfahrenen britischen Unternehmen, hergestellt. Russischer Partner ist RSC Energija, welcher die Betreuung der Technik im All übernehmen wird.

"Diese beispiellose Initiative von UrtheCast hilft dabei, Kanada als führende Raumfahrtnation zu positionieren sowie Wissenschaft und Innovation zu fördern, indem sie jungen Menschen in unserem Land dazu inspiriert, aktive Mitglieder der nächsten Weltraumgeneration Kanadas zu werden", sagte der ehemalige kanadische Astronaut Dr. Dafydd Rhys Williams, der übermorgen als offizieller Redner beim Projektstart dabei sein wird.


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: UrtheCast, SpaceRef)


» YahSat Y1A an Betreiber übergeben
27.06.2011 - Der Satellitenbauer Astrium teilte am 23. Juni 2011 mit, dass der am 22. April 2011 auf einer Ariane-5-Rakete gestartete Kommunikationssatellit YahSat Y1A von Astrium und Thales Alenia Space betriebsbereit an die Al Yah Satellite Communications Company (Yahsat) aus den Vereinigten Arabischen Emiraten übergeben worden ist.
Y1A ist der erste von den beiden Herstellern gebaute Satellit für Yahsat. Als erster Bestandteil eines integrierten Satellitenkommunikationssystems, das einmal aus den beiden Satelliten Y1A und Y1B sowie einem zugehörigen Bodensegment bestehen wird, wurde Y1A am 13. Juni 2011 offiziell an Yahsat übergeben.

Das neue, im geostationären Orbit an einer Position von 52,5 Grad Ost positionierte Raumfahrzeug basiert auf dem von Astrium beigesteuerten Satellitenbus Eurostar E3000 und wurde mit einer von Thales Alenia Space konstruierten Kommunikationsnutzlast mit einer Leistung von 11,6 kW ausgestattet. Sie ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb von 14 C-Band-Transpondern und umfasst zusätzlich Ku- und Ka- Band-Transponder. Mit ihnen will Yasat Kunden in Afrika, Europa, dem Nahen Osten und in Südwestasien bedienen.

Während des Starts und der ersten Tage im All erfolgten Steuerung und Kontrolle des beim Start 5.965 Kilogramm schweren Trabanten von Astriums Kontrollzentrum im französischen Toulouse aus. Jetzt wird der Satellit von Yahsats Hauptkontrollzentrum in Abu Dhabi überwacht und gesteuert, von wo aus auch die Im-Orbit-Tests koordiniert wurden.

Der zweite Satellit für Yahsat, Y1B, soll auf einer Proton-Rakete in den Weltraum transportiert werden. Zur Zeit befindet sich Y1B bei Astrium in Toulouse in der abschließend Integrationsphase und wird dort hinsichtlich der beim Start auftretenden Belastungen getestet. Die derzeitigen Planungen gehen von einem Start des Satelliten Ende 2011 aus.

YahSat Y1A ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.393 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-061B.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Astrium)


» Russischer Spionagesatellit im All
27.06.2011 - Am Montag hob von der russischen Startanlage Plesezk aus eine russische Sojus-Rakete ab. An Bord befand sich ein Spionagesatellit vom Typ Kobalt-M.
Um 18:00 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit zündete die russische Rakete vom Typ Sojus-U ihre Triebwerke und hob von der Startrampe 16/2 des Kosmodroms Baikonur ab. In der Nutzlastspitze befand sich der Satellit Kosmos 2.472 aus der Baureihe Kobalt-M. Laut Pressesprecher Alexej Zolotuchin wurde er um 18:08 Uhr im vorgesehenen Orbit ausgesetzt.

Der Satellit stellt eine Erweiterung eines russischen Netzwerks dar, welches aus 60 bis 70 militärischen Aufklärungssatelliten besteht. Er bietet eine erneuerte Fototechnologie und eine erweiterte Lebensdauer von bis zu sieben Jahren.

Raumcon:


(Autor: Simon Plasger - Quelle: RIAN, NSF)


» Endeavour bereit für die Landung
31.05.2011 - Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour verbrachte den wahrscheinlich letzten vollen Tag in der Umlaufbahn mit verschiedenen Tests der Bordsysteme.
Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Astronauten um 00:57 Uhr MESZ mit dem Lied „Dreams You Give“ von Brian Plunkett. Der Song erreichte den zweiten Platz im Wettbewerb des Space Shuttle Programms, bei dem selbst geschriebene Lieder über das Raumfahrtprogramm eingereicht werden konnten. Das Lied wurde der gesamten Crew gewidmet. Der Gewinner des Wettbewerbs wird am Mittwoch gespielt.

Kurze Zeit nach dem Weckruf stand für die Besatzung auch schon der erste Pressetermin auf dem Plan. Sie sprachen mit Reportern von verschiedenen amerikanischen Nachrichtensendern. Anschließend begaben sich Kommandant Mark Kelly, Pilot Gregory Johnson und Roberto Vittori auf das Flugdeck der Endeavour und begann dort mit dem routinemäßigen Test der Bordsysteme.

Als Erstes testeten sie die Steuerflächen des Orbiters. Hierzu musste zuerst die Auxiliary Power Unit Nummer 1 hochgefahren werden, um das Hydrauliksystem des Orbiters unter Druck zu setzen. Anschließend kontrollierte die Besatzung, ob sich sämtliche Elemente einwandfrei bewegen können. Die Steuerflächen werden während der Endphase des Wiedereintritts und der Landung benötigt, um den Orbiter sicher zu landen.

Als Nächstes kontrollierte die Besatzung die Steuerdüsen des Reaction Control Systems (RCS). Diese Düsen regulieren die Lage des Orbiters in der frühen Phase des Wiedereintritts, wenn die Atmosphäre noch zu dünn ist, um eine Wirkung an den Steuerflächen zu zeigen. Zusätzlich führten die Astronauten noch einige Tests der Kommunikationseinrichtungen des Orbiters durch, um sicherzustellen das sowohl der Orbiter als auch die verschiedensten Bodenstationen in der Lage sind miteinander zu kommunizieren.

Auf dem Mitteldeck verstaute die Besatzung unterdessen alle nicht mehr benötigten Gegenstände und baute die Sitze auf. Die Crew nahm sich außerdem noch ein wenig Zeit, um ein Video aufzunehmen in dem Sie dem Space Shuttle Endeavour Respekt zollen. Gegen Ende des Tages wird die Besatzung noch die Ku-Antenne einfahren und sich dann für die wahrscheinlich letzte Nacht in der Umlaufbahn in die Schlafquartiere zurückziehen.

Am Boden erläuterte derweil Flugdirektor Tony Ceccacci seinen Plan für den Wiedereintritt. Aufgrund der guten Lage bei den Verbrauchsgütern an Bord des Orbiters könnte die Besatzung bis Samstag in der Umlaufbahn bleiben. Daher entschied sich Ceccacci am Mittwoch nur eine Landung in Florida in Betracht zu ziehen. Nach eher negativen Wetterberichten für Florida zeigte der Bericht von heute einen positiven Trend für die Landung. Die Hauptsorge für das Team am Boden wird der Seitenwind sein. Die Flugregeln besagen, dass der Seitenwind während einer Nachtlandung nicht über 12 Knoten betragen darf. Die derzeitige Vorhersage sieht 8 bis 11 Knoten voraus. Sollte eine Landung am Mittwoch nicht möglich sein, so würde Ceccacci am Donnerstag neben Florida auch Kalifornien für eine Landung heranziehen. Aufgrund der sehr langen und intensiven Mission würde eine Landung definitiv am Donnerstag stattfinden, wenn das Wetter an einen der beiden Landeplätze mitspielt.

Die morgigen Landemöglichkeiten in Florida sind folgende:



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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)



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Mars Aktuell: Phobos zieht an Jupiter vorbei von Redaktion



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» Phobos zieht an Jupiter vorbei
18.06.2011 - Der Marssonde Mars Express sind spektakuläre Aufnahmen gelungen: Der Marsmond Phobos zieht scheinbar am Gasriesen Jupiter vorbei.
Anfang Juni wurde der europäische Marsorbiter Mars Express durch ein gezieltes Triebwerksmanöver in eine Position gebracht, aus der es möglich war, ein einmaliges Schauspiel zu beobachten. Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, Phobos, einer der zwei Marsmonde und Mars Express standen auf einer Linie, wodurch ein scheinbarer Vorbeiflug des Mondes an dem Gasriesen sichtbar wurde. Mars Express war dabei 11.389 Kilometer von Phobos entfernt. Von dort aus waren es weitere 529 Millionen km bis zum Jupiter.

Die HiRes-Kamera des Orbiters wurde für die Konjunktion auf den Jupiter fixiert, so dass während des Vorbeifluges der Planet immer an der gleichen Stelle stand. Nach Ende des Manövers waren 104 Bilder in 68 Sekunden entstanden, die dann zum Boden gesendet werden konnten, wo sie aufbereitet und veröffentlicht wurden.

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(Autor: Simon Plasger - Quelle: ESA)


» Marsrover Curiosity erreicht Florida
26.06.2011 - Curiosity, der nächste Marsrover der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, hat die erste Etappe seiner Reise zum Mars erfolgreich beendet. In der Nacht zum Donnerstag erreichte der Rover an Bord einer Transportmaschine vom Typ C-17 das Gelände des Kennedy Space Center in Florida. In den kommenden Monaten soll der Rover dort weiteren Tests unterzogen werden, bevor im November 2011 der Start zum Mars erfolgen wird.
Der nächste Marsrover der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der rund 850 Kilogramm wiegende Curiosity, hat seine erste Etappe auf dem Weg zu unserem Nachbarplaneten erfolgreich beendet. Nachdem die Endmontage und die finalen Tests am Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien erfolgreich abgeschlossen werden konnten, wurde der Rover ab dem 16. Juni 2011 in dem dortigen Reinraum in seine vorläufige Flugkonfiguration versetzt und für den anstehenden Weitertransport zum Kennedy Space Center in einen speziellen Frachtcontainer verpackt.

Am 21. Juni 2011 wurde Curiosity schließlich auf dem Gelände des JPL auf einen LKW verladen und am darauffolgenden Tag zur March Air Reserve Base der U.S. Air Force in Riverside/Kalifornien befördert. Dort wurde der Rover zusammen mit seiner Abstiegsstufe an Bord eines Transportflugzeuges vom Typ C-17 verladen und anschließend zum Kennedy Space Center (KSC) in Florida transportiert. Die C-17 der U.S. Air Force erreichte das Gelände des KSC in den späten Abendstunden des 22. Juni. Am 23. Juni erfolgte die Entladung des Transportcontainers und dessen Weitertransport zu einem speziellen Reinraum auf dem Gelände des KSC.

In den kommenden Monaten sollen Curiosity und die verschiedenen Hardware-Komponenten auf dem Gelände des KSC weiteren ausführlichen Tests unterzogen werden. Anschließend wird die endgültige Zusammenführung des Rovers mit seiner Cruise Stage, seiner Abstiegsstufe und seinem bereits am 12. Mai 2011 an das KSC gelieferten Hitzeschutzschild in die endgültige Flugkonfiguration erfolgen. Voraussichtlich Anfang November 2011 wird der zu diesem Zeitpunkt nahezu komplett montierte Marsrover Curiosity dann zum Startkomplex 41 des Kennedy Space Center überführt werden, wo daraufhin die Integration mit seiner Startrakete, einer Rakete vom Typ Atlas V(541), erfolgen soll.

Erst anschließend werden Techniker der NASA den Rover mit seiner Energiequelle verbinden. Im Gegensatz zu den bisherigen NASA-Marsrovern Sojourner, Spirit und Opportunity wird Curiosity nicht mittels Solarenergie betrieben werden. Als Energiequelle wird vielmehr ein Radioisotopengenerator dienen. Dieser MMRTG befindet sich gegenwärtig noch auf dem Gelände des Los Alamos National Laboratory in New Mexico/ USA.

Das Startfenster für Curiosity öffnet sich erstmals am 25. November 2011 und bleibt bis zum 18. Dezember 2011 bestehen. Die NASA will dabei die erstbeste Gelegenheit nutzen, um Curiosity auf den Weg zum Mars zu entsenden. Der Rover wird unseren äußeren Nachbarplaneten nach einer rund achtmonatigen Flugdauer im August 2012 erreichen und sein dortiges Landegebiet anschließend - entsprechend den wissenschaftlichen Vorgaben für diese Forschungsmission - für eine Dauer von mindestens zwei Erdjahren mit seinen zehn mitgeführten Instrumenten ausführlich untersuchen.

Neben der Analyse der geologischen Gegebenheiten in diesem Landegebiet, der Untersuchung der chemischen Zusammensetzung der dort vorhandenen verschiedenen Gesteine, einer ausführlichen Untersuchung und Dokumentation der dortigen Meteorologie und der Suche nach organischen Bausteinen wie zum Beispiel diversen Kohlenstoffverbindungen steht dabei die Beantwortung der Frage im Vordergrund, ob auf dem Mars einstmals Bedingungen vorherrschten, welche die Entstehung und Weiterentwicklung von mikrobischen Lebensformen ermöglicht haben könnten.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL)



 

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Saturn Aktuell: Cassini: Plasmaspektrometer vorläufig abgeschaltet von Redaktion



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• Raumsonde Cassini untersucht den Saturnmond Helene «mehr» «online»
• Enceladus: Salzwasserreservoir anscheinend bestätigt «mehr» «online»


» Cassini: Plasmaspektrometer vorläufig abgeschaltet
17.06.2011 - Nach einem Kurzschluss an Bord der Saturnsonde Cassini wurde am vergangenen Dienstag eines der wissenschaftlichen Instrumente vorübergehend abgeschaltet. Nach Aussage der zuständigen Ingenieure handelt es sich hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme. Wann das Instrument wieder in Betrieb genommen werden kann, ist bisher allerdings noch nicht bekannt.
Am 1. Mai 2011 registrierten die mit der Kontrolle der Saturnsonde Cassini betrauten Techniker und Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien eine Spannungsverschiebung in den elektrischen Systemen der Raumsonde, welche wahrscheinlich durch einen Kurzschluss verursacht wurde. Am 11. Juni trat eine zweite Spannungsverschiebung auf, was auf einen weiteren Kurzschluss hindeutete. In beiden Fällen kam es zu keinen daraus resultierenden Beeinträchtigungen der wissenschaftlichen Instrumente oder der verschiedenen technischen Subsysteme der Raumsonde.

Die ausführlichen Analysen der von Cassini an die Bodenkontrolle übermittelten Telemetriedaten zeigten, dass sehr wahrscheinlich das Cassini Plasma Spectrometer (CAPS), eines der insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumente an Bord der Raumsonde, für die Spannungsverschiebungen verantwortlich ist.

CAPS setzt sich aus drei Einzelinstrumenten zusammen - einem Ionen-Massenspektrometer (IMS), einem Elektronen-Massenspektrometer (ELS) und einem Ionenstrahl-Spektrometer (IBS). Die primäre Aufgabe von CAPS besteht darin, die Zusammensetzung von geladenen Teilchen zu ermitteln, welche aus den Atmosphären von Saturn und dessen größtem Mond, dem Titan, entweichen, und deren Wechselwirkungen mit den Magnetfeldern im Saturn-System zu untersuchen. Alle drei Einzelinstrumente des Plasmaspektrometers werden über eine gemeinsame Elektronik angesteuert.

CAPS verfügt über verschiedene Kondensatoren, welche der Rauschminderung dienen. Momentan gehen die Vermutungen der JPL-Ingenieure in die Richtung, dass die kürzlich beobachteten Spannungsverschiebungen durch einen Kurzschluss in einem oder mehreren dieser Kondensatoren verursacht wurden. Obwohl das Plasmaspektrometer nach wie vor voll einsatzfähig war und bei seinem Messungen ordnungsgemäß arbeitete, entschlossen sich die Mitarbeiter des Cassini-Ingenieur-Teams dazu, das CAPS am 14. Juni 2011 bis auf weiteres zu deaktivieren. Es ist beabsichtigt, das CAPS-Spektrometer wieder in den normalen Betrieb zu versetzen, sobald das aufgetretene Problem näher analysiert und dessen Ursache besser verstanden ist. Ein genauer Zeitplan für die erneute Aktivierung des Spektrometers steht dabei bisher noch nicht fest.

Diese vorübergehende Abschaltung, so das JPL, stellt eine reine Vorsichtsmaßnahme dar und hat keinen Einfluss auf die anderen anstehenden wissenschaftlichen Arbeiten der Raumsonde oder auf den operativen Betrieb von Cassini. Auch der am 20. Juni 2011 anstehende nächste Vorbeiflug der Raumsonde an dem Saturnmond Titan wird wie ursprünglich vorgesehen ablaufen. Detaillierte Informationen zu diesem auch als "T-77" bezeichneten Manöver finden Sie in unserem Bericht über den Saturn-Orbit Nummer 150 von Cassini.

Die Saturn-Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der Europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission für das Direktorat für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL)


» Raumsonde Cassini untersucht den Saturnmond Helene
20.06.2011 - Aktuelle Aufnahmen der Raumsonde Cassini zeigen den Saturnmond Helene. Auf den Bildern sind eine Vielzahl von Rinnen erkennbar, welche dessen Oberfläche überziehen. Die Abhänge von mehreren Impaktkratern sind dagegen von Hangrutschungen bedeckt.
Am 18. Juni 2011 hat die Raumsonde Cassini einen dichten Vorbeiflug am Saturnmond Helene absolviert und diesen unregelmäßig geformten Mond um 21:31 MESZ mit einer Geschwindigkeit von 4,6 Kilometern pro Sekunde passiert. Zum Zeitpunkt der dichtesten Annäherung betrug die Entfernung zwischen Cassini und dem Mond lediglich 6.968 Kilometer. Im Verlauf dieses nicht zielgerichteten Vorbeifluges bildete das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, eines von insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, die Oberfläche des Mondes aus verschiedenen Entfernungen und unter unterschiedlichen Beleuchtungsverhältnissen ausführlich ab.

Dabei näherte sich Cassini dem Mond von dessen zu diesem Zeitpunkt nicht von der Sonne beleuchteten Nachtseite und überflog anschließend die von der Sonne hell beleuchtete Tagseite. Die gewonnenen Aufnahmen der Mondoberfläche wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler für die Vervollständigung einer globalen Karte von Helene verwenden. Zusätzlich soll anhand dieser Bilder die Verteilung der Impaktkrater auf der Mondoberfläche sowie deren zeitliche Entstehungsgeschichte eingehend studiert werden. Außerdem sollen die Aufnahmen einen globalen Überblick über die Verteilung von Rinnen - sogenannten "Gullies" - liefern, welche bereits während der vorangegangenen Vorbeiflüge der Raumsonde an Helene auf der Mondoberfläche entdeckt wurden.

Die am 18. Juni angefertigten Aufnahmen haben vor wenigen Stunden das Cassini-Kontrollzentrum am Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/ Kalifornien erreicht und sind mittlerweile auch auf der Cassini-Missionsseite des JPL einsehbar. Neben verschiedenen Kratern und Gullies, welche die Mondoberfläche überziehen, sind dabei auch mehrere Hangrutschungen erkennbar. Hierbei handelt es sich um Trümmermaterial, welches bei den Einschlägen von Meteoriten und kleineren Asteroiden gebildet wurde und anschließend an den Kraterwänden herabgerutscht ist.

Bei Helene handelt es sich um einen unregelmäßig geformten Mond mit einer Ausdehnung von rund 36 × 32 × 30 Kilometern. Helene umkreist den Saturn in einem mittleren Abstand von 377.420 Kilometern in einem Zeitraum von 65 Stunden und 41 Minuten. Die Umlaufbahn des Mondes weist eine Exzentrizität von 0,0022 auf und ist um 0,021 Grad gegenüber der Äquatorebene des Saturn geneigt. Für eine vollständige Rotation um die eigene Achse benötigt Helene ebenfalls eine Zeitspanne von 65 Stunden und 41 Minuten. Damit verfügt der Mond über eine gebundene Rotation. Genauso wie auch der Mond der Erde weist Helene dem Saturn also immer die gleiche Seite zu.

Die geringe Dichte des Mondes mit einem Wert von 1,4 Gramm pro Kubikzentimeter deutet darauf hin, dass sich Helene überwiegend aus Wassereis sowie geringen Anteilen an silikatischem Gestein zusammensetzt. Helene verfügt über eine helle Oberfläche mit einer Albedo von 0,6. Dies bedeutet, dass etwa 60 Prozent des einfallenden Sonnenlichtes von der Mondoberfläche reflektiert werden.

Der Vorbeiflug am 18. Juni stellte die zweitdichteste Annäherung der Raumsonde an diesen Mond während der gesamten Cassini-Mission dar. Die dichtste Annäherung an Helene fand bereits am 10. März 2010 statt. An diesem Tag näherte sich Cassini der Oberfläche von Helene sogar bis auf eine Distanz von 1.820 Kilometern an.

Gegenwärtig ist die Raumsonde Cassini damit beschäftigt, einen zielgerichteten Vorbeiflug am Saturnmond Titan zu absolvieren. Die dichteste Annäherung an Titan erfolgte dabei bereits gegen 20:32 MESZ.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/ Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission für das Direktorat für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, CICLOPS, Wikipedia)


» Enceladus: Salzwasserreservoir anscheinend bestätigt
26.06.2011 - Durch die Auswertung von Messdaten der Raumsonde Cassini haben sich jetzt die Hinweise auf die Existenz eines großflächigen Ozeans aus flüssigem Salzwasser unter der Oberfläche des Saturnmondes Enceladus erhärtet.
Seit dem Sommer 2004 befindet sich die Raumsonde Cassini in einer Umlaufbahn um den Saturn und untersucht die Atmosphäre, das Ringsystem und die Monde dieses zweitgrößten Planeten innerhalb unseres Sonnensystems. Dabei konnte während eines nahen Vorbeifluges an dem Mond Enceladus am 14. Juli 2005 zur Verwunderung der an dieser Mission beteiligten Wissenschaftler die Existenz einer extrem dünnen Atmosphäre um diesen Himmelskörper nachgewiesen werden. Mit einem mittleren Durchmesser von lediglich 504 Kilometern verfügt der sechstgrößte Mond des Saturn über eine viel zu geringe Masse, um die Gaspartikel über einen längeren Zeitraum in seinem Gravitationsfeld festzuhalten. Die Gashülle müsste eigentlich bereits nach einer relativ kurzen Zeit in den Weltraum entweichen.

Die Tatsache, dass die Dichte der beobachteten Atmosphäre mit zunehmender Höhe stark abnimmt, wurde als ein Indiz dafür interpretiert, dass eine Quelle direkt auf der Oberfläche des Eismondes für deren Existenz verantwortlich sein muss. Hierfür, so die Wissenschaftler im Jahr 2005, käme unter anderem ein geothermaler Hotspot in Frage, welcher durch vulkanische Aktivität gespeist wird. Aufgrund von Messdaten, welche mit verschiedenen Magnetometern, Spektrometern und einem Gerät zur Staubanalyse gewonnen werden konnten, wurde dieser Hotspot im Bereich der Südpolregion von Enceladus vermutet.

Am 27. November 2005 gelang den Wissenschaftlern der Cassini-Mission dann schließlich auch tatsächlich dessen direkter Nachweis. Auf den an diesem Tag im Gegenlicht angefertigten Enceladus-Aufnahmen der ISS-Kamera, einem von insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, waren eine Vielzahl von feinen Jets erkennbar, welche von der Südpolregion ausgingen und sich bis zu etwa 490 Kilometern über dessen Oberfläche erstreckten. Als Ausgangspunkt für diese feinen Strahlen aus Wasserdampf und Eispartikeln konnten bei späteren dichten Vorbeiflügen an Enceladus vier nahezu parallel verlaufende Einschnitte in der Mondoberfläche ausgemacht werden, welche sich direkt über dem Südpol befinden (Raumfahrer.net berichtete). Die "Tigerstreifen", so die Bezeichnung dieser Formationen, erstrecken sich über eine Länge von jeweils 130 Kilometern und erreichen eine Breite von bis zu zwei Kilometern. Die von der Mondoberfläche ausgehende Jets sind die hauptsächlichen Materiallieferanten für den E-Ring des Saturn.

Woher stammt jedoch das Wasser, welches durch die von Enceladus ausgehenden Jets freigesetzt wird? Einige Wissenschaftler favorisierten die Existenz eines Ozeans oder eines großen Sees aus flüssigem Wasser unter der Oberfläche des Mondes. So zeigte eine im Jahr 2009 publizierte Studie der chemischen Zusammensetzung von Eispartikeln im E-Ring des Saturn, dass sich dort drei verschiedene Sorten von Eispartikeln befinden. Eine dieser Eissorten, vertreten mit einem Masseanteil von rund sechs Prozent, enthält verschiedene Salze, deren Menge und Zusammensetzung auf das Vorhandensein von einem Ozean zwischen der Eiskruste auf der Oberfläche von Enceladus und dessen felsigem Kern hindeutete. Andere Wissenschaftler lehnten diese Theorie eines Ozeans unter der Oberfläche von Enceladus ab und nannten als Materiequelle den Zersetzungsprozess von gefrorenem Eis (Raumfahrer.net berichtete). Die Auswertungsergebnisse von neu gewonnenen Messdaten zeigen nun nach Ansicht der beteiligten Wissenschaftler so deutlich wie keine Studie zuvor, dass die durch die Tigerstreifen ausgestoßenen Partikel anscheinend wirklich aus einem großräumigen Salzwasserreservoir stammen, welches sich unter der Oberfläche des Mondes befindet.

Für ihre Analysen verwendeten die Wissenschaftler die Messergebnisse des Cosmic Dust Analyzers (CDA), einem Instrument zur Untersuchung des interplanetaren Staubes in der Umgebung vom Saturn, welches sich an Bord der Raumsonde Cassini befindet. Die Daten wurden von dem CDA während dreier naher Vorbeiflüge an Enceladus in den Jahren 2008 und 2009 gesammelt. Während dieser Mond-FlyBys näherte sich Cassini der Mondoberfläche auf eine Entfernung von bis zu 21 Kilometern an und durchflog zugleich mehrere der von dort ausgehenden Ausbruchwolken der Jets. Die in den Jets enthaltenen Eispartikel trafen mit Geschwindigkeiten zwischen 6,4 und 17,5 Kilometern pro Sekunde auf den CDA und verdampften dabei sofort. Mittels elektrischer Felder innerhalb des CDA konnten die verschiedenen chemischen Bestandteile der dabei entstandenen Plasmawolken voneinander getrennt und analysiert werden.

Bei diesen Messungen konnte der Staubanalysator CDA die gleichen drei Sorten von Eispartikeln nachweisen, welche zuvor bereits im E-Ring des Saturn detektiert werden konnten. Allerdings zeigten die Daten des CDA, dass sich die Anteile der verschiedenen Eissorten mit dem Abstand und der Position zu den zugrunde liegenden Quellen auf der Oberfläche von Enceladus markant veränderten. Nahe an den jeweiligen Quellen dominieren eindeutig die salzhaltigen Teilchen. Mehr als 40 Prozent der hier detektierten Partikel sind besonders reich an Natrium- und Kaliumsalzen. In einer größeren Entfernung zur Mondoberfläche überwiegen dagegen - genauso wie auch im E-Ring - die reinen Eispartikel. Der Anteil der Partikel, welche Silikate oder organisches Material enthaltenden, ist in den Fontänen leicht erhöht. Außerdem sind die salzhaltigen Eiskörnchen größer und langsamer als die salzfreien Partikel.

Für das internationale Wissenschaftler-Team um Dr. Frank Postberg, Mitarbeiter am Max-Planck-Institut für Kernphysik und am Institut für Geowissenschaften der Universität Heidelberg, welches die Daten auswertete, ergibt sich für diese Befunde und für die Quellen der Fontänen nur eine einzige plausible Erklärung: zwischen der Eiskruste und dem felsigem Kern von Enceladus muss sich ein großes Reservoire aus flüssigem Wasser befinden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich dieses in einer Tiefe von rund 80 Kilometern unter der Mondoberfläche befindet.

Bedingt durch die von dem Saturn ausgelösten Gezeitenkräfte und einer gravitativen Wechselwirkung mit anderen Monden befindet sich das in dem Reservoir enthaltene Wasser in einer ständigen Bewegung und wäscht die ursprünglich in dem Felskern gebundenen Salzverbindungen im Laufe der Zeit aus dem Gestein aus. Durch Risse im Eis steigt das salzhaltige Wasser in höher gelegene Schichten und sammelt sich in Kammern, welche sich direkt unterhalb der Oberfläche befinden. Sobald sich dort im Bereich der Tigerstreifen über dem Südpol weitere Risse bilden, verdampft das Wasser durch die plötzliche Druckabnahme und ein Teil entweicht in Form der zu beobachtenden Jets in das umgebende Weltall. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler müssen die Wasserreservoire in den oberflächennahen Kammern über große Oberflächen verfügen, an denen die Verdampfungsprozesse stattfinden, da diese ansonsten zufrieren und die Jets versiegen würden.

Bei den durch die Jets ausgestoßenen salzhaltigen Eispartikel handelt es sich somit sozusagen um "schockgefrostetes Meerwasserspray", welches den Großteil der durch die Jets ausgestoßenen Partikel stellt. "Wenn Salzwasser langsam gefriert, wird das Salz aus der Eisstruktur verdrängt, so dass reines Wassereis zurückbleibt. Wenn also die Fontänen aus Oberflächeneis bestehen würden, müssten wir von einem nur geringen Salzgehalt ausgehen. Gegenwärtig gibt es kein anderes plausibles Szenario, als den stetigen Auswurf salzreicher Eispartikel überall aus den Tigerstreifen mit Salzwasser unter der eisigen Oberfläche des Enceladus zu erklären”, so Dr. Postberg.

Das Wissenschaftler-Team um Dr. Postberg konnte diese Theorie mit Computersimulationen untermauern und die gemessenen Verteilung der Eispartikel auf die Ausbruchstellen auf der Mondoberfläche extrapolieren. Demzufolge stellen die salzhaltigen Partikel rund 70 Prozent der ausgeworfenen Teilchen und mehr als 99 Prozent der ausgeworfenen Masse. Die Ergebnisse der aktuellen Studie, so die Schlussfolgerung der Wissenschaftler, sprechen gegen "trockene" Quellen wie zum Beispiel die Sublimation von Oberflächeneis. "Unsere Studie belegt, dass fast das gesamte durch die Jets ausgestoßene Material seinen Ursprung in einem großen, unterirdischen Salzwasserozean mit einer großen Oberfläche haben muss", so Sascha Kempf von der University of Colorado at Boulder/ USA.

An der hier kurz vorgestellten Forschungsarbeit waren neben Wissenschaftlern vom Max-Plack-Instituts für Kernphysik und von der Universität Heidelberg auch Forscher der Universität Potsdam, der Universität Stuttgart, der Technischen Universität Braunschweig, der University of Colorado in Boulder/ USA und der Open University in Milton Keynes/ Großbritannien beteiligt. Die Arbeit wurde am 22. Juni 2011 in der Fachzeitschrift Nature publiziert.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der Europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/ Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission für das Direktorat für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: Max-Plack-Institut für Kernphysik, Universität Heidelberg, JPL, University of Colorado at Boulder)



 

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ISS Aktuell: ATV 2: Vorbereitung auf den Wiedereintritt von Redaktion



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» ATV 2: Vorbereitung auf den Wiedereintritt
18.06.2011 - Am Dienstag, dem 21. Juni 2011, wird das europäische Transportraumschiff ATV 2 in einem Gebiet über dem Pazifik wieder in die Atmosphäre der Erde eintreten, auseinander brechen und zum größten Teil verglühen. Die Abkopplung von der Internationalen Raumstation (ISS) ist für den 20. Juni 2011 geplant.
Seit Februar diesen Jahres ist das ATV 2 "Johannes Kepler" ein Bestandteil der ISS. In der kommenden Woche wird es seine Mission nach dem Abkoppeln über einem von Menschen unbewohnten Gebiet des Pazifiks mit einem feurigen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre beenden.

Die Versorgung und Unterstützung der ISS durch das ATV 2 findet so einen spektakulären Abschluss: Mit Abfällen von der Station beladen wird das zweite unbemannte europäische Versorgungsschiff in der Atmosphäre zerstört werden.

So, wie viele Tonnen von Material natürlichen Ursprungs täglich auf die Atmosphäre unseres Planeten treffen und zum aller größten Teil in Flammen aufgehen, wird es auch mit dem samt Inhalt rund 10 Tonnen schweren Frachtschiff passieren. Nur einige besonders widerstandsfähige Teile überstehen den Wiedereintritt vielleicht, und werden dann in das von Menschen nicht bewohnte Seegebiet fallen.

In den Transportregalen des ATV 2 hat die Besatzung der ISS rund 1.200 Kilogramm Material in Mülltüten und in Form von nicht mehr benötigter Hardware deponiert. Angeliefert hatte das Transportschiff rund 1.170 Kilogramm Trockenfracht, 100 Kilogramm Sauerstoff sowie 851 Kilogramm Treibstoffnachschub für die Tanks der ISS. Außerdem an Bord waren 4.535 Kilogramm Treibstoffe, die das ATV 2 zum Anheben und Justieren der Umlaufbahn der ISS um die Erde einzusetzen hatte.

Unter den durch das ATV 2 vorgenommenen Bahnanpassungen befand sich auch ein Ausweichmanöver, das aufgrund der Annäherung von Weltraumschrott notwendig geworden war. Während der ereignisreichen Mission von Johannes Kepler besuchten zwei US-amerikanischen Raumfähren die ISS, erreichten unbemannte Versorger aus Japan und Russland die Station und koppelten bemannte Sojusschiffe an bzw. ab. Der Großteil der vor und nach Ankunft der unterschiedlichen Raumfahrzeuge erforderlichen Anpassungen des Orbits der ISS wurden vom europäischen Transportschiff vorgenommen.

Unter den letzten wichtigen Aufgaben des ATV 2 war eine deutliche Anhebung der Bahn der ISS. Diese erfolgte in drei Schritten am 12., am 15. und am 17. Juni 2011. Zusammen sorgten sie für eine Anhebung des ISS-Orbits auf rund 380 Kilometer über der Erde.

Am Sonntag, dem 19. Juni 2011 soll die Besatzung der ISS die Luken zum ATV 2 gegen 17:30 Uhr MESZ verschließen. Das Abdocken ist für den darauf folgenden Montag angesetzt. Laut Flugplan wird das ATV 2 am 20. Juni 2011 gegen 16:51 Uhr MESZ solo unterwegs sein.

Den Abstieg beginnen wird das Transportschiff voraussichtlich am 21. Juni 2011. Eine erste Brennphase der Triebwerke von Johannes Kepler ab 19:07 Uhr MESZ ist dazu gedacht, das Schiff Richtung Erde zu schicken, eine zweite ab 22:05 Uhr MESZ dient der präzisen Ansteuerung des Eintrittskorridors über dem Pazifik.

Beim Eintauchen in die dichteren Atmosphärenschichten wird Johannes Kepler zu taumeln beginnen, und anschließend zerstört werden. Einzelne Trümmer, die den Sturz durch die Atmosphäre überstehen, fallen Berechnungen zufolge schließlich gegen 22:50 Uhr MESZ ins Meer.

Da noch nicht alle Aspekte eines kontrollierten zerstörerischen Wiedereintritts gut verstanden werden, soll ein im ATV 2 befindlicher Prototyp einer Black Box Daten aufzeichnen. Das Reentry Breakup Recorder genannte Gerät ist dazu gedacht, unter anderem genaue Positionsdaten, Temperatur- und Druckmesswerte sowie die Abnahme der Flughöhe aufzuzeichnen, bevor es vom zerbrechenden Transporter abgetrennt wird.

Geplant ist, dass eine Übertragung der durch den Rekorder aufgezeichneten Daten automatisch gestartet wird, wenn er unter rund 18 Kilometer Höhe über Grund fällt. Über das Iridium-Satellitentelefonnetz sollen sie ihre neugierigen Empfänger erreichen. Gelingt dies, wird Johannes Kepler bis ganz zum Schluss seiner Mission außerordentlich fruchtbare Arbeit geleistet haben.

Das ATV 2 alias Johannes Kepler ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.368 bzw. als COSPAR-Objekt 2011-007A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA)


» Expedition 28 nimmt gemeinsame Arbeit auf
18.06.2011 - Die drei Neuankömmlinge bezogen ihre neuen Quartiere in der ISS und starteten ihre ca. sechs Monate andauernde Mission. Dabei bereitete man sich auf die Abreise von ATV 2 und die Ankunft von Progress-M 11M in der nächsten Woche vor. Aber auch Experimente und eine Notfallübung standen auf dem vollen Terminplan. Zum Ende seiner Mission gab es richtig Arbeit für ATV 2, der europäische Raumtransporter schob die Station auf eine rund 35 Kilometer höhere Umlaufbahn. (Newsbild: Ronald Garan im Swesda-Modul)
Nach der Ankunft von Sojus-TMA 02M am 10. Juni waren dafür einigen Arbeiten der Nachbereitung nötig. So hat die Besatzung die neu angekommene Sojus in die Systeme der Station eingebunden. Es wurden Temperatursensoren eingebaut, Heiz- und Lüftungsschläuche verlegt und der Docking-Konus, mit anschließender fotografischer Dokumentation, ausgebaut. Das Ventil zum Druckausgleich zwischen Rasswjet und Sojus wurde in den elektronischen Kontrollmodus zurückgesetzt. Die drei Neuankömmlinge, Sergej Wolkow, Michael Fossum und Satoshi Furukawa haben in den nächsten zwei Wochen pro Tag jeweils eine Stunde frei, um sich an die Station und die Bedingungen im All zu gewöhnen. Gleich am nächsten Tag stand eine der größten Bahnanhebungen der ISS auf dem Programm. ATV 2 brachte die ISS an diesem Tag auf eine durchschnittliche Umlaufbahn von 364,8 Kilometer (RN berichtete).

Am 13. Juni beging man auf russischer Seite den Feiertag „Tag Russlands“. Die drei Kosmonauten an Bord der ISS hatten deshalb etwas mehr Freizeit zur Verfügung und nahmen an einigen Live-Schaltungen mit der Bodenstation teil. Ansonsten lief das normale Tagesgeschäft, Michael Fossum und Satoshi Furukawa absolvierten ihre erste Sitzung des US-Experimentes Bisphosphonates. Dabei werden spezielle Medikamente eingenommen, um der Verringerung der Knochendichte in der Schwerelosigkeit entgegenzuwirken und diesen Prozess weiter zu erforschen. Beide Raumfahrer erhielten unterschiedliche Medikamentierungen, so erhält man einen direkten Vergleich auf Basis vorheriger Messungen. Einen Gesamtüberblick des Gesundheitsstatus der Besatzung sammelte Ronald Garan auf einem Stations-Laptop und übermittelte die Daten zur Erde. Zusätzlich setzte er die in der letzten Woche unterbrochenen Arbeiten am Stationsnetzwerk und dessen Computern fort, da es bei einem Softwareupdate zu diversen Fehlermeldungen kam.

Auf russischer Seite taten sich Sergej Wolkow und Alexander Samokutjajew zusammen, um das russischen System TORU zu prüfen. Mit TORU ist es möglich, den Anflug von Progress-Raumschiffen zu verfolgen und bei Problemen mit dessen automatischem KURS-Annäherungssystem per Handsteuerung manuell anzudocken. Der nächste Transporter Progress-M 11M wird am 23. Juni erwartet, nachdem ATV 2 am 20. Juni vom Swesda-Modul abgelegt hat. ATV 2 wurde weiter von der ISS-Crew mit Müll und nicht mehr benötigten Gegenständen gemäß einer aktualisierten Cargo- und Stauliste beladen. Alexander Samokutjajew bereitete für das Ablegemanöver entsprechendes COM-Equipment, wie die Antennenzuleitung, die Antennen-Kontrolleinheit und das ATV-Kontrollpult, vor. Alle sechs Besatzungsmitglieder nahmen an einer routinemäßigen Notfallübung teil. Diesmal wurden die Prozeduren bei Feuer, schnellem Druckverlust, toxischen Gefahren und Ammoniak-Lecks besprochen und geprobt.

In der Wochenmitte arbeitete Satoshi Furukawa im japanischen Kibo-Modul. Er fotografierte dabei sein erstes 2D Nano Template 2 Experiment. Hierbei geht es um die Erzeugung von Nano-Schablonen zur Herstellung elektronischer Materialien auf der Erde. Im Rahmen der JAXA-RBO-3-Matrjoschka-R-Strahlenforschungsstudie montierte er siebzehn mit Sojus-TMA 02M gelieferte Flächendosimeter PADLE (Passive Area Dosimeters for Lifescience Experiment). Diese wurden gleichmäßig in den japanischen Modulen Kibo (JPM) und JPL (JEM Pressurized Logistics Segment) platziert und zu Dokumentationszwecken fotografiert. Anschließend musste er sich einer Fehlerbeseitigung widmen. Das JAXA Kibo SLT (Systemlaptop-Terminal) wurde neu gestartet, nachdem es am 10. Juni einen Verbindungsfehler angezeigt hatte.

Alle sechs Besatzungsmitglieder führten am Ende der Woche eine medizinische Notfallübung durch. Sie trainierten dabei den Umgang mit der Notfallausrüstung, wie dem automatisierten Defibrillator, einem Beatmungsgerät und dem „Crew Medical Restraint System“. Dieses CRMS ist eine Vorrichtung, auf der Patienten für Behandlungen, Defibrillationen und andere Notfälle in der Schwerelosigkeit befestigt werden können. Gemeinsam führten alle Sechs ihre Gewichtsbestimmung mit dem IMT (mass measurement device) durch. Dabei wird das Gewicht des Menschen berechnet, indem man seine Masse in der Schwerelosigkeit ermittelt. Das geschieht durch die Messung der Trägheitskräfte, die während der Schwingungsbewegung einer Masse entstehen, vergleicht diese mit einer bekannten Masse und ermittelt damit das Gewicht des Raumfahrers. Ronald Garan, Michael Fossum und Satoshi Furukawa hatten anschließend die Aufgabe, sich mit den kommenden Tätigkeiten während des letzten Logistikfluges des Space Shuttles Atlantis vorzubereiten. Das MPLM Raffaello in der Nutzlastbucht der Atlantis beinhaltet die größte Frachtmenge, welche je in einem MPLM (Multi-Purpose Logistics Module) transportiert wurde. Daher mussten extra Stauräume in den Modulen JLP (JEM Logistics Pressurized Segment), COL (Columbus Orbital Laboratory), PMM (Permanent Multipurpose Module) und im russischen Sarja-Modul (FGB) vorbereitet werden.

Da sich die Umlaufbahn der ISS zur Zeit lange im Sonnenlicht (High Solar Beta Angle) befindet, müssen Anlagen und Operationen an und in der ISS sorgfältig auf Überhitzung geprüft werden. So wird zum Beispiel der Backbord Radiator als Schattenspender für den Andockadapter 3 (PMA-3) genutzt. Weiter wurde die Ku-Band Antenne deaktiviert und geparkt. Daher sind in dieser Woche weniger Datentransfers zur Erde möglich und das AMS 2 (Alpha Magnetic Spectrometer 2) kommunizierte per S-Band mit der Bodenstation. Am 15. und am 17. Juni fanden zwei weitere Bahnanhebungen des Orbitalkomplexes statt. Die Triebwerke von ATV 2 arbeiteten dabei rund 60 Minuten und hoben die mittlere Umlaufbahn der ISS um 17 Kilometer auf insgesamt 381,6 Kilometer an. In dieser Höhe wird die Station durch immer noch vorhandene Luftmoleküle der Atmosphäre wesentlich weniger gebremst. Vor der Bahnanhebung waren es rund 100-150 Meter täglicher Höhenverlust.

Mittlere Bahnhöhe der ISS am 14.06.2011:
364,8 km bei einem Höhenverlust von 13 Metern in den letzten 24 Stunden

Zukünftige Ereignisse:

  • 20. Juni, geplante Abreise von ATV-2 "Johannes Kepler"
  • 23. Juni, geplante Ankunft von Progress-M 11M
  • 29. Juni, Bahnanhebung durch Progress-M 11M
  • 10. Juli, geplante Ankunft des Space Shuttles Atlantis

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Raumcon:


(Autor: Ralf Möllenbeck - Quelle: NASA, Raumfahrer.net, Roskosmos)


» Progress M-11M koppelt an
23.06.2011 - Ein russischer Raumfrachter hat am Donnerstagabend an der Internationalen Raumstation ISS angelegt. Er ist mit mehr als 2,6 Tonnen Nachschub beladen.
Pünktlich um 18:37 Uhr MESZ dockte das russische Versorgungsraumschiff Progress-M 11M an das Swesda-Modul der ISS an. Zuvor hatte es mit mehreren Manövern seine Umlaufbahn an die der ISS angepasst. An Bord befinden sich mehrere Tonnen Versorgungsgüter, zum Beispiel Nahrungsmittel und Treibstoff.

Im Tankbereich der Progress befinden sich neben 740 kg Treibstoff, der demnächst in die Tanks der Raumstation umgepumpt werden soll, auch 420 kg Wasser und 50 kg Sauerstoff. In der unter Druck stehenden Sektion wurden unter anderem etwa 250 kg Lebensmittel sowie diverse Ausrüstungsgegenstände und Experimente transportiert.

Progress-M 11M war am Montag gestartet worden und hatte sich mit seinen Triebwerken innerhalb von zwei Tagen an die Station angenähert.

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Raumcon:


(Autor: Simon Plasger - Quelle: Roskosmos)



 

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"InSpace" Magazin #444
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
28. Juni 2011
Auflage: 4453 Exemplare


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