InSpace Magazin #442 vom 1. Juni 2011

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"InSpace" Magazin

Ausgabe #442
ISSN 1684-7407


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NASA beendet die Mission des Marsrovers Spirit

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Wissenschaftler untersuchen Sturmgebiet auf Saturn

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Endeavour erreicht Internationale Raumstation

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Intro von Axel Orth

Liebe Leserinnen und Leser,

ich kann mich noch ein wenig an die Zeit der Shuttle-Entwicklung Ende der 1970er, Anfang der 1980er erinnern. Als die Raumfähren fast fertig waren, berichteten die Medien über die Probleme der NASA mit dem Hitzeschild, der beim Wiedereintritt großen Temperaturbelastungen ausgesetzt ist. Das Rezept, das bei den simpel geformten Wegwerf-Apollo-Kapseln noch funktionierte, konnte man beim wiederverwendbaren Shuttle gleich vergessen.

Schließlich kam man auf dieses Wundermaterial, das man im Prinzip auf der einen Seite locker in der Hand halten kann, während man es auf der anderen Seite auf 1000 Grad erhitzt. Man konnte dieses Material aber nicht einfach auf die Shuttle-Außenhaut aufsprühen, sondern immer nur kleine Kacheln davon "backen" und musste diese dann - Hunderte davon, alle verschieden geformt - aufkleben. Der dafür vorgesehene Klebstoff versagte bei den ersten Wiedereintrittstests kläglich und... ach, ich will das nicht wieder alles von Neuem erzählen, die Geschichte ist ja eigentlich längst bekannt.

Worauf ich hinaus will, ist Folgendes: Damals wurde gesagt, dass die Kacheln aus einem keramischen Material bestehen - also habe ich mir sie all` die 30 Jahre seither ungefähr so vorgestellt wie typische Badezimmerkacheln: Schwer und zwar spröde, aber sonst eigentlich ziemlich robust. In einer TV-Dokumentationsserie, die anlässlich der Shuttle-Ausmusterung zur Zeit bei BR alpha läuft, wurde aber neulich gesagt, dass sich diese Kacheln eher wie Styropor anfühlen. Man soll sie regelrecht mit der Hand eindrücken können, wenn ich das richtig verstanden habe...

Hallo?! Mit so einer labberigen Außenhaut fliegen diese Shuttles also durch die Flammenhölle des Wiedereintritts, wie heute die Endeavour?? Mit dieser (für mich) neuen Info wird mir dann allerdings auch das Columbia-Unglück wieder ein Stück verständlicher. Dass ein koffergroßer Klumpen Isolierschaum (vom externen Tank) in eine Art "Styroporverpackung" ein Loch schlägt, kann ich mir tatsächlich leichter vorstellen, als wenn so ein Schaumkoffer auf so etwas wie dicke, harte "Badezimmerkacheln" trifft!

Naja, der Endeavour-Hitzeschild wurde ja im Orbit gründlich gecheckt und überstand den Rückflug ohne Probleme. Und nun wünsche ich Ihnen viel Spaß mit den News der letzten zwei Wochen.



Axel Orth
Chefredakteur Raumfahrer.net

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Updates / Umfrage

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News

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» Endeavour beendet erfolgreich letzte Mission
01.06.2011 - Das Space Shuttle Endeavour landete unter der Kontrolle von Kommandant Mark Kelly sicher um 08:35 Uhr MESZ auf der Ladebahn 15 des Kennedy Space Center und beendete damit seine 25. und letzte Mission.
Die Besatzung wurde ein letztes Mal um 23:57 Uhr MESZ von der Bodenkontrolle in Houston mit dem Lied „Sunrise Number 1“ von der Band Stormy Mondays geweckt. Das Lied war der Gewinnertitel im Wettbewerb des Space Shuttle Programms. Das Lied wurde der gesamten Besatzung gewidmet.

Direkt nach dem Weckruf begannen für die Besatzung die Vorbereitungen auf die Landung. Nach eher weniger guten Wetterprognosen in den vergangenen Tagen, zeigte sich das Wetter in Florida heute von seiner guten Seite und Flugdirektor Tony Ceccacci, der für den Wiedereintritt verantwortlich war, konnte recht früh um 06:45 Uhr MESZ das grüne Licht für den Wiedereintritt geben. Um 07:29 Uhr MESZ zündeten dann die Steuerdüsen des Orbitalen Manöver Systems für 2 ½ Minuten und brachten das Space Shuttle aus der Umlaufbahn.

Etwas mehr als eine Stunde später um 08:35 Uhr MESZ setzte dann Endeavour sanft auf der Landebahn 15 des Kennedy Space Center auf und beendete damit eine über 10 Millionen Kilometer lange Reise. Nach STS-130 war es Endeavours zweite Landung in der Dunkelheit in Folge.

Während der vergangenen 16 Tage erfüllte die Besatzung eine Vielzahl von Aufgaben. Großes Highlight der Mission war die Installation des Alpha-Magnet-Spektrometers (AMS-2). Das Instrument soll den Wissenschaftlern neue Erkenntnisse in den Aufbau des Universums liefern. Das Team rund um Dr. Ting konnte bereits eine Unmenge an Daten sammeln, die von Wissenschaftler aus insgesamt 16 Ländern ausgewertet werden. AMS-2 soll bis zur Ausmusterung der Internationalen Raumstation seinen Dienst verrichten.

Die Astronauten der Endeavour absolvierten auch die letzten vier Außenbordeinsätze der Shuttle Ära. Während der Ausstiege bereiteten sie die Station auf ein Leben nach dem Space Shuttle vor. So hinterließen sie das Orbiter Boom Sensor System, dass nun als Enhanced ISS Boom Assembly (EIBA) verfügbar ist, um in Zukunft schwierige Reparaturen besser zu meistern. Die STS-134-Mission markierte auch nach 13 Jahren den Abschluss der Konstruktion am amerikanischen Segment der Station.

Für Endeavour endet nun nach nur 19 Jahren eine äußerst erfolgreiche Karriere. Endeavour wurde aufgrund des Verlustes des Space Shuttle Challenger am 31. Juli 1987 in Auftrag gegeben. Endeavour wurde mit einer Reihe von neuen Sicherheitssystemen ausgestattet. So bekam der Orbiter als Erstes der vier verbliebenen Raumfahrzeuge neben dem Bremsfallschirm auch die Möglichkeit zur Steuerung des Bugrades. Sein Jungfernflug feierte Endeavour am 7. Mai 1992 im Rahmen der STS-49 Mission. Während der neuntägigen Mission wurde der havarierte Satellit Intelsat VI in einem spektakulären Außenbordeinsatz eingefangen. Es war das erste und einzige Mal, das drei Astronauten die Luftschleuse verließen.

Am 2. Dezember 1993 blickte die Welt dann erneut auf Endeavour, als der Orbiter zum Weltraumteleskop Hubble startete, um die Probleme mit dem defekten Hauptspiegel zu beheben. Mit Endeavour begann dann auch am 4. Dezember 1998 die lange Serie von Shuttleflügen zum Aufbau der Internationalen Raumstation. In der fast 12-Tägigen Mission lieferte die Besatzung das Unity-Modul, befestigte es am russischen Zarya-Modul und betrat als erste Besatzung die neue Internationale Raumstation. Ein weiteres Highlight in der langen Geschichte der Endeavour war die Lieferung des Roboterarms der Raumstation Candarm 2. Ohne diesen Greifarm währen vieler der Konstruktionsmission nicht möglich gewesen. Mit Lieferung des ersten und letzten Bauteils des amerikanischen Segments schloss Endeavour den Kreis und setzte einen beeindruckenden Schlusspunkt unter seine Dienstzeit.

Endeavour wird nun vom Bodenteam am Kennedy Space Center während der kommenden Monate auf seine Zukunft im California Science Center als Museumsstück vorbereitet. Im Gegensatz zu den anderen beiden Space Shuttles wird der Roboterarm aus der Ladebucht entfernt, um ihn in einem kanadischen Museum auszustellen.

Die nächste Shuttlemission wird STS-135 sein und soll nach derzeitigem Plan im Juli starten. Es wird die letzte Mission des Space Shuttle Programms sein. Während der 12-Tägigen Mission soll das Space Shuttle Atlantis die Station, mithilfe des Multi Purpose Logistics Modul (MPLM), mit wichtigen Ersatzteilen versorgen, um so den Betrieb der Raumstation für die kommenden Jahre sicherzustellen. STS-135 wird auch einen Außenbordeinsatz beinhalten, der allerdings von der Besatzung der Raumstation durchgeführt werden wird. Um die Nutzlast der Atlantis zu maximieren, wird diese letzte Mission nur von vier Astronauten geflogen. Kommandant der Mission wird Christopher Ferguson sein. Unterstützt wird er von Pilot Douglas Hurley und den Missionsspezialisten Sandra Magnus und Rex Walheim.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Spiralgalaxie hinter gewaltiger Lupe
01.06.2011 - Astronomen der Universität Hawaii beobachten eine Spiralgalaxie im jungen Universum. Zur Vergrößerung nutzten sie einen massiven Galaxienhaufen.
Die Gravitation eines gigantischen Galaxienhaufens bündelt das Licht der 9,3 Milliarden Lichtjahre entfernten Spiralgalaxie Sp1149. Durch dieses Gravitationslinseneffekt genannte Phänomen wird die Spiralstruktur der Galaxie sichtbar und Astronomen können die einzelnen Spiralarme untersuchen. Normalerweise zerstört der Gravitationslinseneffekt die Struktur solch weit entfernter Objekte. Da bei Sp1149 die feinen Strukturen erhalten sind, eignet sie sich besonders auch zur Überprüfung aktueller Entwicklungsmodelle.


Möglich wurde dieser unerwartete Blick in die weite Vergangenheit durch Verwendung des 10-Meter-Teleskops Keck II auf Hawaii. Gravitationslinsen sind die größten natürlichen Lupen, die durch die kolossale Schwerkraft massiver Galaxiencluster das ausgesandte Licht von „dahinter“ liegenden Objekten bündeln und so wertvolle Informationen liefern können. Doch solche Linsen besitzen auch eine ganze Reihe von Nachteilen. Obwohl sie sehr weit entfernte Galaxien aus dem frühen Universum für Teleskope auf der Erde sichtbar machen, zerstören sie auf der anderen Seite aber auch einiges an Informationen. Die „gelinsten“ Bilder verlieren in der Regel ihre „Auflösung“ und es gehen Details wie die Spiralstruktur verloren.

Anders verhält sich der Fall allerdings bei Sp1149. Sie wurde erst durch den verstärkenden Effekt der Gravitationslinse sichtbar. Der gewaltige Galaxienhaufen, der zwischen der Galaxie Sp 1149 und der Erde liegt, verstärkt das Licht der kleinen Sterninsel 22-fach und machte sie so erst für das Teleskop sichtbar.

Das Geheimnis um die Ausnahme, die Sp1149 bildet, liegt in ihrer ganz speziellen Position direkt hinter dem Cluster. In dieser Position beugt die Gravitation des Clusters ihr Licht gleichmäßig in alle Richtungen und macht auf diese Art die Sichtung der Spiralarme, sowie die Trennung des Galaxienkerns von ihnen möglich.

Sp1149 ist damit eines der wenigen bekannten Exemplare, die aus einer Zeit stammen, als das Universum erst ein Drittel seines heutigen Alters erreicht hatte, und die klar in Bulge und Arme aufgelöst werden können.

Es lassen sich an ihr nicht nur existierende Galaxienentwicklungsmodelle überprüfen, sondern es gelang in der Studie auch, die Verteilung verschiedener Elemente in der Spiralgalaxie zu bestimmen.

Von allen gefundenen Elementen, ist der Sauerstoff das am breitesten dokumentierte. Die größten Vorkommen konzentrieren sich im Kern der Galaxie. Die dortigen Ansammlungen lassen eine erhöhte Sternentstehungsrate vermuten. Es bildet sich also wohl zunächst die Bulgepopulation in den Galaxien, bevor im Anschluß schließlich die Scheibensterne entstehen und sich letztlich die einzelnen Arme ausbilden.

Insofern unterstützen die Erkenntnisse um Sp1149 eine Idee, die als das „Inside-Out“-Modell er Galaxienentstehung bekannt ist.
(Autor: Raumfahrer.net Redaktion - Quelle: University of Hawaii)


» STS-134-Besatzung untersucht Hitzeschild
17.05.2011 - Die Besatzung der STS-134-Mission untersuchte routinemäßig während des ersten vollen Tages in der Umlaufbahn den Hitzeschild des Space Shuttles Endeavour.
Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Besatzung um 05:56 Uhr MESZ mit dem Lied „Beautiful Day“ von U2. Das Lied wurde dem Kommandanten Mark Kelly gewidmet.

Die Besatzung begann direkt nach dem Aufstehen mit der Arbeit und führte eine kleine Kurskorrektur durch, um die Endeavour in die richtige Position für das Anlegemanöver am Mittwoch zu bringen. Dieser sogenannte NC-2 Burn wurde mithilfe der rechten orbitalen Steuerdüse am Heck des Orbiters durchgeführt.

Anschließend machte sich die Besatzung an die Hauptaufgabe des heutigen Tages und begann mit der Inspektion des Hitzeschildes. Hierzu nahmen Pilot Gregory Johnson und Missionsspezialist Drew Feustel zuerst das Orbiter Boom Sensor System (OBSS) aus der Ladebucht und untersuchten den Schild an der rechten orbitalen Steuerdüse, bevor sie sich der Flügelkante am rechten Flügel widmeten.

Für die anschließende Inspektion der Nasenkappe wurde Feustel dann von Mike Fincke und Greg Chamitoff an den Kontrollen des Roboterarms unterstützt. Nachdem die Besatzung auch den linken Flügel untersucht hatte und das OBSS wieder verankert war, bewegten Gregory Johnson und Roberto Vittori den Roboterarm zum Express Logistics Carrier 3 (ELC-3) und machten ihn dort fest. Dies soll die Arbeiten morgen, nachdem das Space Shuttle an die Raumstation angelegt hat, beschleunigen. Die bei der heutigen Inspektion gewonnen Daten wurden im Verlaufe des Tages an die Experten am Boden übermittelt, wo sie genauestens untersucht werden.

Während des gesamten Arbeitstages herrschte auch auf dem Mitteldeck reges Treiben. Die Besatzung bereitete die Raumanzüge vor, die während der insgesamt vier Außenbordeinsätze genutzt werden und bauten zusätzlich alle für das Rendezvous mit der Internationalen Raumstation notwendigen Geräte auf.

Am Boden trat derweil das Mission Management Team zum ersten Mal zusammen, um den derzeitigen Verlauf der Mission zu beraten. Aufgrund der exzellenten Leistung des Orbiters und des externen Tanks gab es für das Team keine großen Gesprächsthemen. Während des Starts der Endeavour konnten die Ingenieure insgesamt vier Ereignisse festhalten, bei dem sich vom Tank insgesamt fünf kleinere Stücke Isolierschaum lösten. Diese Rate liegt vollkommen im normalen Bereich. Die Experten werden in den kommenden Tagen sämtliche Daten analysieren und den Hitzeschild wahrscheinlich am Freitag für den Wiedereintritt freigeben können.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 330 Kilometern. Die Besatzung der Endeavour soll um 04:56 Uhr MESZ für ihren dritten Flugtag geweckt werden. Highlight wird die Ankunft der Endeavour um 12:16 Uhr MESZ an der Internationalen Raumstation sein.

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Raumcon:


(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Atlantis zum letzen Mal in der Montagehalle
18.05.2011 - Im Verlauf des gestrigen Tages wurde die Atlantis zum letzen Mal in das große Montagegebäude am Kennedy Space Center gerollt. Dort wird sie weiter auf ihre Mission STS 135 vorbereitet.
Während die Astronauten der Mission STS 134 das Hitzeschild ihres Raumschiffes Endeavour untersuchten, liefen am Boden bereits die Vorbereitungen für die nächste Mission auf Hochtouren. Die Raumfähre Atlantis wurde zum letzen Mal ins VAB (Vehicle Assembly Building, Montagegebäude) überführt. Dieser Vorgang wird von der NASA auch Rollover genannt.

Im VAB wird die Atlantis nun im Verlauf der nächsten Tage mit dem Externen Tank und den beiden Feststoffboostern verbunden, die bereits seit einiger Zeit dort stehen. Anschließend sind noch verschiedene Tests an den Verbindungen geplant, bis am 1. Juni der Rollout zur Startrampe 39A ansteht.

Im Verlauf der letzen Space-Shuttle-Mission sollen die vier Astronauten Christopher Ferguson, Douglas Hurley, Sandra Magnus und Rex Walheim verschiedene Güter zur Internationalen Raumstation bringen. Dazu wird das MPLM (Multipurpose Logistics Module) Rafaello verwendet. Des Weiteren wird eine defekte Kühlmittelpumpe mit zur Erde zurückgenommen, um diese zu untersuchen.

Der Start der Mission ist für den 12. Juli angesetzt, es steht aber auch noch der 10. zur Diskussion. Mit der Landung von STS 135 wird auch die mehr als 30-jährige Ära des Space Shuttles enden. Für die nächsten Jahre werden dann vorerst nur die russischen Sojus-Kapseln Menschen zur Station fliegen. Wie es dann weitergeht, wird sich zeigen.

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Raumcon:


(Autor: Simon Plasger - Quelle: SFN)


» Proton-M startet Telstar 14R (Update)
20.05.2011 - Der erste Proton-Start des Jahres bringt den Kommunikationssatelliten Telstar 14R ins All.
Die Proton-M-Rakete wird vom russischen Hersteller Chrunitschew gebaut. Sie verwendet in der Basisversion drei Stufen, dazu kam bei dieser Mission die zusätzliche Oberstufe Bris-M. Vermarktet wird die Proton für kommerzielle Kunden von dem amerikanisch-russischen Joint-Venture ILS (International Launch Services).

Telstar 14R wird auch als "Estrela do Sul 2" (portugiesisch für "Südstern") bezeichnet, da er den Vorgängersatelliten Telstar 14/Estrela do Sul ersetzen soll. Der Satellit wird von Telesat betrieben und auf 63° West im geostationären Orbit positioniert werden. Die Aufgabe dieses Satelliten des Betreibers Telesat ist die Versorgung von Süd- und Nordamerika.

Telstar 14R wurde von Space Systems/Loral gebaut und basiert auf dem Satellitenbus SS/L 1300. Seine Startmasse beträgt etwa 5 Tonnen. Er verfügt über 46 Ku-Band-Transponder und soll eine Lebensdauer von 15 Jahren im Orbit erreichen.

Die Proton-M-Rakete begann ihre Mission um 21:15:19 Uhr MESZ. Nach dem Abheben von Startrampe 39 in Baikonur wurden die ersten drei Stufen insgesamt 9:42 Minuten betrieben. Danach wurde die Nutzlasteinheit, bestehend aus der Oberstufe Breeze-M und Telstar 14R ausgesetzt. Eine erste Brennphase der Bris-M von 4:27 Minuten Dauer führte zu einem kreisförmigen Orbit in einer Höhe von 173 km bei einer Bahnneigung von 51°. Die Bris-M wird vier weitere Brennphasen bis 6:15 Uhr morgen früh durchführen, um den Zielorbit mit einem Apogäum von 35786 km, einem Perigäum von 8850 km und einer Inklination von 13,8° zu erreichen. Der Satellit soll um 6:28 Uhr ausgesetzt werden.

Dieser Start ist bereits der siebente, den ILS für Telesat durchgeführt hat. Zugleich ist es der 17. Satellit, der von Space Systems/Loral gebaut wurde, der auf einer Proton gestartet wird. Für ILS ist es insgesamt der 65. Proton-Start seit der Gründung des Unternehmens 1995. Während die Proton in den vergangenen Jahren etwa einen Start pro Monat hatte, ist dies der erste Start 2011. Nach dem Ende dieser Pause wird aber vorraussichtlich die normale Startrate wieder erreicht werden.

UPDATE: Mittlerweile wurden vier von fünf Brennphasen beendet. Außerdem ist der Zusatztank zwischen der dritten und der vierten Zündung abgetrennt worden. Nach einer längeren Freiflugphase soll dann um 06:06 Uhr die letze Zündung erfolgen und anschließend der Satellit abgetrennt werden. Danach sind noch zwei Manöver geplant, die den Orbit der Raketenstufe absenken sollen.

UPDATE 2: Der Satellit Telstar 14R wurde von der Raketenstufe abgetrennt. Diese hat alle sieben Brennmanöver planmäßig durchgeführt. Fünf davon dienten zum erreichen des Zielorbits, die letzen beiden senkten die Bahn der Stufe wieder ab, um Weltraumschrott zu vermeiden.

Raumcon:

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(Autor: Stefan Heykes - Quelle: ILS, Chrunitschew)


» Dritter Start der Ariane 5 in diesem Jahr erfolgreich
20.05.2011 - Am Freitagabend um 22:38 Uhr MESZ startete von Französisch-Guyana eine Ariane 5 ECA. Sie brachte dabei die beiden Kommunikationssatelliten ST 2 und GSAT 8 in einen geostationären Transferorbit.
Zum dritten Mal in diesem Jahr hob vom Centre Spatial Guyanais eine Ariane 5 ab, diesmal mit der Startnummer VA-202. In der Nutzlastbucht trug sie zwei Satelliten für die Telekommunikation, den einen für Asien und den mittleren Osten, den anderen für den indischen Subkontinent. Beide wurden im geostationären Transferorbit (GTO) ausgesetzt und werden nun aus eigener Kraft den geostationären Orbit (GEO) ansteuern.

Pünktlich um 22:38 Uhr MESZ lief das Haupttriebwerk vom Typ Vulcain 2 an und wurde auf vollen Schub hochgefahren. Wenige Sekunden später zündeten auch die beiden Feststoffbooster und die Rakete hob ab. Nach zwei Minuten und 21 Sekunden waren diese Zusatzmotoren ausgebrannt und wurden abgeworfen, knapp zwei Minuten später trennte sich auch die Nutzlastverkleidung. Neun Minuten nach dem Start folgte die Hauptstufe, und die zweite Stufe mit dem Namen ESC-A wurde gezündet. Während der folgenden 16 Minuten lief deren Triebwerk und beschleunigte die Nutzlast weiter. Nachdem es heruntergefahren wurde, folgten nacheinander die Abtrennkommandos für den ST-2-Satelliten, die SYLDA-Trägerstruktur und GSAT 8 und die Ariane 5 hatte ihre Aufgabe getan.

ST 2 soll mit mehreren Ku- und C-Band Transpondern den mittleren Osten und Asien mit verschieden Telekommunikationsdiensten versorgen. Der 6,21 mal 3,75 Meter große Satellit hat eine Masse von 5.090 kg und soll die Position 88° Ost anfliegen. Die Solarzellen mit einer Leistung von mindestens 11,8 kW sollen ihn für 15 Jahre in Betrieb halten.

Die zweite Nutzlast, GSAT 8, wurde von der ISRO (Indian Space Research Organisation, indische Raumfahrtagentur) gebaut und soll den indischen Subkontinent mit Fernsehdiensten und Signalen für die Funknavigation versorgen. Dazu verfügt sie über 24 Ku-Band Transponder. Der Satellit hat eine Masse von 3,1 Tonnen und verfügt über Solarzellen mit einer Spannweite von 37,4 Metern. Diese sollen zusammen mit den 1,675 Tonnen Treibstoff eine Einsatzdauer von mindestens 12 Jahren ermöglichen.

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Raumcon:


(Autor: Simon Plasger - Quelle: Arianespace, ISRO)


» Frankreich: Breitbandinternet aus dem All für Alle
21.05.2011 - In Frankreich können interessierte Nutzer über den Satelliten KA-SAT des europäischen Kommunikationssatellitenbetreibers Eutelsat schon bald auf das Internet zugreifen. Und die nächste Generation von Satelliten zur Bereitstellung von Internetanbindungen mit besseren Leistungsmerkmalen wird bereits geplant.
Die Regierung Frankreichs hat angekündigt, ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm der französischen Raumfahrtagentur (CNES) mit dem Ziel der Verwirklichung besonders leistungsfähiger Satelliten für sehr schnelle Internetanbindungen zu finanzieren.

In Kürze werden Computernutzer in Frankreich für eine monatlichen Fixbetrag von 30 Euro über den am 26. Dezember 2010 ins All transportierten KA-SAT Verbindungen ins Internet aufnehmen können.

Auch in den abgelegensten, ländlichsten Gegenden Frankreichs soll es in einigen Wochen möglich sein, Dienste mit Geschwindigkeiten von 2 Mbps zum Preis einer gewöhnlichen ADSL-Verbindung zu nutzen.

Die Entwicklung ist damit aber nicht abgeschlossen. Die französischen Netzbetreiber und die CNES arbeiten zusammen an einer neuen Generation von Satelliten, die der Allgemeinheit Internetanbindungen mit höchstmöglicher Geschwindigkeit bieten sollen.

Zur Zeit breiten sich in Frankreich Glasfasernetzwerke aus, die Haushalte mit Datenraten im Bereich von 100 MBps anbinden. Für die Satellitenbetreiber gilt es, Schritt zu halten, um auch entlegene Gebiete mit entsprechend hohen Datenraten versorgen zu können.

Für die französische Regierung ist es erklärtes Ziel, im ganzen Land besonders schnelle Breitbandinternet-Zugriffsmöglichkeiten bereitzustellen. Würde man alleine auf Glasfaserverkabelung setzen, bräuchte es Jahre, bis sämtliche Unternehmen, Regierungsstellen und Bewohner in ländlichen Regionen erreicht wären. Daher investiert Frankreichs Regierung in die Entwicklung entsprechender Satellitensysteme.

Mindestens 40 Millionen Euro soll die CNES für das Internetsatellitenprogramm erhalten. Ist absehbar, dass es erfolgreich sein wird, könnten bis zu 100 Millionen Euro an die französische Raumfahrtagentur fließen. Rund zwei Jahre hat die CNES zusammen mit Industriepartnern bereits an Konzepten für neue Internetsatelliten gearbeitet. Jetzt ist sie dafür verantwortlich, das entwickelte Programm umzusetzen.

Ab 2015 sollen Satellitenhersteller Betreibern wie Eutelsat Kommunikationssatelliten anbieten können, die mit neuen besonders leistungsfähigen Komponenten für Internetverbindungen ausgerüstet sind.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: CNES)


» Aus Ost und West: Pro Jahr zwei bis drei Taurus II
21.05.2011 - Der Hersteller der Taurus-II-Rakete, die Orbital Sciences Corporation (OSC), rechnet mit zwei bis drei Starts pro Jahr. In den nächsten zehn Jahren soll diese Startrate des neuen Raketentyps, dessen Jungfernflug noch aussteht, stabil gehalten werden können, hofft OSC.
Von Wallops Island an der Ostküste des US-amerikanischen Bundesstaates Virginia aus sollen regelmäßig Taurus-II-Raketen auf den Weg gebracht werden. Außerdem ist die Benutzung einer neuen Startanlage an der Westküste der Vereinigten Staaten geplant. Die Taurus II ist nach Angaben von OSC in der Lage, eine Nutzlast von 5,1 Tonnen Masse auf eine Bahn mit einer Inklination von 52 Grad in 200 Kilometern über der Erde zu bringen, oder eine Masse von 3,2 Tonnen auf eine Bahn mit einer Inklination von 90 Grad in 600 Kilometern über der Erde.

In den vergangenen Monaten hat OSC die Möglichkeiten, von der Westküste aus Nutzlasten mittlerer Masse für hoch inklinierte und sonnensynchrone Umlaufbahnen zu starten, genauer untersucht. Dabei begutachtete man die Startanlagen der Luftwaffenbasis Vandenberg in Kalifornien und die auf Kodiak Island in Alaska. Bis Ende 2011 möchte OSC sich entscheiden, auf welchem der beiden Gelände im Westen künftig Taurus-II-Raketen abheben sollen. Spätestens zwei Jahre nach der Festlegung will man am neuen Standort den Betrieb aufnehmen.

Für Erdbeobachtungssatelliten sind Umlaufbahnen mit hoher Inklination, also solche, die gegen den Äquartor stark geneigt sind, und quasi polare Bahnen, bei welchen das betreffende Raumfahrzeug regelmäßig über die Pole der Erde hinwegzieht, besonders geeignet, da sie es dem jeweiligen Satelliten erlauben, nacheinander immer wieder die gesamte Erdoberfläche abzutasten.

Von der Luftwaffenbasis Vandenberg aus hat OSC bereits Satelliten in hoch inklinierte und polare Umlaufbahnen gebracht. Dazu wurden Raketen vom Typ Minotaur und Taurus XL verwendet. Darüber hinaus starteten in Vandenberg Trägerflugzeuge der für den Luftstart konstruierten OSC-Rakete Pegasus.

Mit Starts von Kodiak Island aus hat OSC weniger Erfahrung. Einige Missionen von Minotaur-Raketen begannen dort. Auf Grund der Lage der Insel weit im Norden herrschen bei Startvorbereitungen mitunter ungewöhnliche Bedingungen, was es insbesondere angesichts der angedachten Startrate zu berücksichtigen gilt.

Für die US-amerikanische Weltraumagentur (NASA) soll OSC zusammen 20 Tonnen Fracht bis 2015 in druckbeaufschlagten Transportschiffen von Wallops Island zur Internationalen Raumstation (ISS) bringen. Die Transportschiffe, die auf Taurus-II-Raketen transportiert werden sollen, liefert OSC auch. OSC hofft, bis ins Jahr 2020 jährlich zwei der Cygnus genannten Transporter zur ISS schicken zu können, sofern sich Rakete und Raumschiff bewähren.

Auch für Starts von der Westküste könnte die NASA ein wesentlicher Kunde für Flüge auf OSCs Taurus II werden. Die Weltraumagentur lässt von Vandenberg aus jährlich eine Anzahl von wissenschaftlichen Nutzlasten auf hochinklinierte Umlaufbahnen bringen. Möglicherweise im August 2011 wird OSC der NASA die Taurus II als geeignete Trägerrakete für derartige Missionen anbieten.

Satelliten, die neben zivilen wissenschaftlichen Aufgaben auch militärische besitzen, könnte OSC ebenfalls gut auf Taurus-II-Raketen von der Westküste starten. Wegen der Anforderung, dass bestimmte US-amerikanische Raumfahrzeuge ausschließlich von US-amerikanischen Raketen transportiert werden, hält OSC die Schaffung einer Startmöglichkeit der neuen Rakete von der Westküste für lohnend.

Darüber hinaus könnte man auch rein militärische Nutzlasten und solche der nationalen Sicherheit der Vereinigten Staaten dienliche in Fortsetzung der erfolgreichen Zusammenarbeit von OSC und der US-amerikanischen Luftwaffe (USAF) auf Taurus-II-Raketen fliegen, glaubt OSC. Ein entsprechendes Angebot will OSC der Luftwaffe noch 2011 vorlegen.

OSCs Möglichkeiten, auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse und Nutzlastanforderungen einzugehen, soll die künftige Entwicklung verschiedener Varianten der Taurus II steigern.

Eine Taurus IIe genannte Variante könnte nach derzeitigem Planungsstand eine Nutzlast von sechs Tonnen Masse auf eine Bahn mit einer Inklination von 52 Grad in 200 Kilometern über der Erde bringen, oder eine Masse von 4,2 Tonnen auf eine Bahn mit einer Inklination von 90 Grad in 600 Kilometern über der Erde. Um dies leisten zu können, soll die Taurus IIe mit einer längeren Version des Castor-30-Motors in der zweiten Stufe ausgerüstet werden. Im Jahr 2013 beabsichtigt OSC den ersten Taurus-IIe-Start.

2014 könnte der Jungfernflug einer anderen Variante, Taurus IIh genannt, stattfinden, glaubt OSC. Sie soll für den Transport von noch größeren Nutzlastmassen geeignet sein.

Bis auf Weiteres gibt es laut OSC jedoch keine Planungen, die Taurus II so weiterzuentwickeln, dass eine künftige Variante kleine Kommunikationssatelliten in den Geostationären Orbit transportieren kann. Dafür würde man eine völlig andere Raketenoberstufe benötigen.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: OSC)


» Booster der Endeavour eingelagert
21.05.2011 - Die Herstellerfirma der Shuttle-Booster, ATK, plant, die Booster, die beim Start von STS 124 genutzt wurden, zusammen mit anderen Boostersegmenten für ein neues SLS einzulagern.
Die benutzten Booster sollen demnach zum Hersteller ATK nach Brigham City, Utah, gebracht, gewartet und schließlich eingelagert werden.

Man plant, für das SLS, einen Schwerlastträger, der die Ares-Raketen des gestrichenen Constellation-Programms ersetzen soll, 5-Segment-Booster auf Basis des 4-Segment-SRBs zu nutzen. Damit bietet sich auch an, gleich Shuttle-Hardware zu nutzen, anstatt neue Boostersegmente zu bauen, was zudem Kosten einsparen würde. Auch könnte man die Booster für die Liberty-Rakete von ATK nutzen. Diese ähnelt der Ares I, wobei man die Erststufe der Ariane 5 als Zweitstufe nutzt.

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Raumcon:


(Autor: Daniel Maurat - Quelle: Spaceflight Now, ATK)


» SPOT 6 fliegt auf PSLV
22.05.2011 - Der französische Erdbeobachtungssatellit SPOT 6 soll im Jahr 2012 von einer indischen Trägerrakete aus der PSLV-Serie in den Weltraum transportiert werden.
SPOT 6 ist als verbesserter Nachfolger für den zur Zeit im All aktiven Erdbeobachtungssatelliten SPOT 5 gedacht. Französische Raumfahrzeuge aus der Serie SPOT (SPOT steht für Satellite Pour l’Observation de la Terre, also für Satellit zur Beobachtung der Erde) liefern seit 1986 hochaufgelöste Bilder von der Erdoberfläche. In 25 Einsatzjahren entstanden über 25 Millionen Aufnahmen.

Der am 4. Mai 2002 gestartete SPOT 5 (Startmasse 3.030 kg) wird sich voraussichtlich noch bis 2013 betreiben lassen. Endet sein Einsatz, muss der deutlich kleinere SPOT 6 (Startmasse rund 800 kg) bereits im All verfügbar sein. Eine PSLV-Rakete (PSLV steht für Polar Satellite Launch Vehicle) der indischen Weltraumforschungsorganisation (ISRO) soll dies im kommenden Jahr sicherstellen. EADS Astrium sprach im Februar 2011 von einem Start des auf dem Satellitenbus AstroSat 500L basierenden Raumfahrzeugs im September 2012.

Im Rahmen des Programms AstroTerra wird SPOT 6 einer der Satelliten einer neu aufzubauenden Konstellation von durch EADS Astrium hergestellten Erdbeobachtungssatelliten sein, die Astrium Services einsetzen möchte, um seine Rolle im Geschäftsfeld der kommerziellen Erdbeobachtung auszubauen.

Ab 2014 könnte SPOT 6 in enger Zusammenarbeit mit SPOT 7 und den auf dem Satellitenbus Astrosat 1000 aufgebauten Erdbeobachtungssatelliten Pléiades-HR 1 und Pléiades-HR 2 zweimal täglich Daten von einem beliebigen konkreten Bereich am Erdboden in unterschiedlichsten Auflösungen liefern, wenn alle Starts gelingen und sich die Satelliten den Anforderungen im All gewachsen erweisen. Alle vier Satelliten sollten dann in rund 694 Kilometern Höhe auf gegen den Äquator um etwa 98,2 Grad geneigten Bahnen um die Erde kreisen.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: EADS Astrium, ISRO)


» Ein interplanetares Raumschiff für die NASA
22.05.2011 - In den letzten Monaten hat man bei der NASA eine Konzeptstudie für ein Raumschiff betrieben, mit dem man die bemannte Erforschung des Sonnensystems durchführen könnte: Nautilus-X.
Nautilus-X steht hierbei für Non Atmospheric Universal Transport Intended for Lenghly United States - Exploration, was so viel heißt wie Nicht-atmosphärischer Universaltransport bestimmt für langdauernde Erforschung durch die USA. Bei Nautilus-X handelt es sich um ein modular aufgebautes Raumschiff, dass nur im Weltraum operieren soll und z.B. auch als "Fähre" zwsichen Erde und z.B. einer Kolonie auf dem Mars dienen kann. Auch soll es Forschungmissionen im Sonnensystem durchführen können. Es soll eine Besatzung von sechs Astronauten aufnehmen können sowie alle benötigten Arten von Fracht (Nahrung, Wasser, Ersatzteile etc.) sowie über Operationsfahrzeuge wie Lander.

Nautilus-X hat folgende Hauptkomponenten, wobei die genauen Maßen noch nicht bekannt sind:

  • Das Hauptmodul soll das größte Modul von Nautilus-X sein. Das 14 m lange und im Durchmesser 6,5 m große Modul soll als universelles Modul dienen, das zu Forschung etc. genutzt werden kann. Es ähnelt somit den Raumstationen des Saljut-Types, bei dem auch alle Funktionen in einem Modul vereint waren. Es wird zudem über eine seperat gestartete Luftschleuse verfügen, über die Astronauten eine EVA durchführen und das Raumschiff warten können. Von dem Hauptmodul soll ein Zugangstunnel ausgehen, der die gesamte Länge des Raumschiffs bis zur Triebwerkseinheit überbrücken soll. An diesem Zugangstunnel sollen sich zudem mehrere Knotenmodule befinden, die Kopplungspunkte für bis zu vier weitere Bestandteile bieten. Zudem wird es an der Front einen Kopplungsadapter für Zubringerraumschiffe, wie der US-Raumkapsel Orion oder einem noch zu entwickeldem europäischem Raumschiff, besitzen.
  • Das Kommando- und Observationsmodul soll das Gehirn der Nautilus-X sein: es soll an das Zentralmodul angekoppelt werden und über das Cockpit des Raumschiffes sowie über eine Aussichtskuppel, ähnlich der der Internationalen Raumstation ISS, nämlich Cupola, verfügen.
  • Eine Besonderheit des Raumschiffes soll seine Zentrifuge sein, in der die Astronauten wohnen werden. Sie wird entweder im Durchmesser von 30 Fuß (ca. 9,10 m) oder 40 Fuß (ca. 12,20 m) haben und in der Lage sein, bis zu 0,6 g (60% der Erdschwerkraft) zu erzeugen. Die Zentrifuge soll dazu dienen, dass die Körper der Astronauten beim Flug nicht zu viel Muskel- und Knochenmasse abbauen. Um dem Drehmoment der Zentrifuge entgegenzuwirken, soll diese über eine gegenläufig rotierende Masse verfügen. Die Zenitrifuge soll aus einem stabilen Kern und Zugangstunnel zur Zentrifugenröhre bestehen sowie aus einem ähnlich wie die Module von Bigelow Aerospace aufgebauten Zentrifugenröhre, in der die Schwerkraft wirken soll. Dies spart viel Masse und Startvolumen ein.
  • Die Lagermodule sollen, wie der Name schon sagt, Fracht für die Mission lagern. Die Module sind ähnlich aufgebaut wie die aufblasbaren Stationsmodule von Bigelow Aerospace: Beim Start sind sie noch zusammengepackt und haben nur einen Bruchteil ihres späteren Volumens. Erst im Weltraum werden sie mittels Druckluft aufgepumpt und bieten damit einen großen Lagerraum. Dabei werden sie in maximal Vierer-Gruppen an dem zentralen Kopplungspunkten des Zugangstunnels plaziert Je nachdem, wie lange eine Mission dauert, können zwischen 3 und 14 dieser Lagermodule am Raumschiff angebracht werden.
  • Die Raumschiffdepots sind richtige Hangar für weitere kleinere Raumschiffe, wie einem Mond- oder Marslander oder einem Erkundungsraumschiff für erdnahe Asteoriden (NEOs). In ihnen können die Raumschiffe auch, so weit es geht, gewartet und getestet werden. Auch sie sind an den Kopplungspunkten des Zugangstunnels angebracht.
  • Das Antriebsmodul soll eines der wichtigsten Teile der Nautilus-X werden. Mit ihm sollen die Astronauten zu ihren Zielen gebracht werden. Es soll sich am Ende des Zugangstunnels befinden. Zur Zeit ist geplant, eine verbesserte Version des VASIMR-Triebwerks, das z.Z. von Ad Astra Technologies entwickelt wird und auf der ISS getestet werden soll, als Antriebseinheit zu nehmen. Das VASIMR-Triebwerk basiert darauf, dass Plasma mittels Magnetfelder ausgestoßen wird und somit einen höheren Wirkungsgrad bringen soll als bisherige chemische Triebwerke.
  • Die Energieversorgung soll, ähnlich wie bei der ISS, über Solarzellen laufen. Diese sollen am Hauptmodul angebracht werden. Diese Art der Energieversorgung ist aber nur im inneren Sonnensystem möglich. Für spätere Flüge zu den äußeren Planeten bräuchte man eine andere Energiequelle.
  • Schließlich soll das Raumschiff, ähnlich wie die ISS, auch über einen eigenen Roboterarm verfügen. Dieser soll dann, wie sein Pendant auf der ISS, die Astronauten bei Reparaturarbeiten unterstützen.

Seinen Ursprung hat das Konzept in der Asche des Constellation-Programms und der Entscheidung der US-Regierung, dass vermehrt das gesamte innere Sonnensystem einschließlich der Erforschung erdnaher Asteoriden (NEOs) in den Blickpunkt fallen sollte. Darauf begann man mit der Konzeption eines Raumschiffes, dass solche Missionen möglich machen kann. Auch dachte man darüber nach, eine "Raumstation" an den Lagrange-Punkten L1 und L3 des Erde-Mond-Systems zu plazieren, um dort z.B. ein "Bahnhof" für Mondmissionen zu sein. Nautilus-X ist ein Konzept, dass sowohl die Anforderungen eines "Weltraumbahnhofes" als auch die eines Raumschiffes erfüllt. Das Raumschiff soll in der Lage sein, sechs Astronauten (so viel kann eine Orion-Kapsel starten) zwischen einem und 24 Monaten zu versorgen und mit diesen zu ihrem Bestimmungsort und wieder zurück zur Erde zu kommen.

Es gibt sogar schon erste Pläne zum Test einiger Komponenten. So soll in den nächsten Jahren ein im Maßstab verkleinertes Modell der Zentrifuge zur ISS gestartet werden, um diese zu testen. Dieses soll dann an PMA 2 angekoppelt werden.

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(Autor: Daniel Maurat - Quelle: NASA)


» SBIRS GEO 1 hat sein Ziel erreicht
22.05.2011 - Der am 7. Mai gestartete Satellit SBIRS GEO 1 hat seine geplante Umlaufbahn nach mehreren Triebwerkszündungen erreicht.
Nachdem er von seiner Trägerrakete, einer Atlas V (401), auf einem geostationären Transferorbit ausgesetzt worden war, hob der Satellit mit sechs Zündungen seines mit Flüssigtreibstoff betriebenen Apogäumsmotors das Perigäum an und erreichte so vor wenigen Tagen seine geplante Umlaufbahn, den geostationären Orbit. Anschließend entfaltete er seine Antennen und Solarzellenausleger sowie eine Blende, die den Infrarotsensor vor Sonnenlicht schützen soll. Wie Roger Teague, Brigadegeneral der U.S. Air Force, verlautbaren ließ, funktionieren alle notwendigen Systeme des Frühwarnsatelliten.

SBIRS GEO 1 ist Teil des neuen Frühwarnsystems der USA. SBIRS steht hierbei für Space Based Infrared System, zu deutsch weltraumbasiertes Infrarotsystem. Es soll das in die Jahre gekommene Defense Support Program mit vier Satelliten im geostationären Orbit und vier auf hochelliptischen Bahnen ablösen. In den nächsten sechs Monaten wird der nun gestartete GEO 1 vom Boden aus kalibriert und verschiedenen Tests unterzogen werden, bevor er in den operationellen Betrieb übergehen kann.

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(Autor: Simon Plasger - Quelle: Space News, Aviationweek)


» Galileo auf dem Weg ins All: Start am 20. Oktober
23.05.2011 - Die Europäische Kommission, die Europäische Weltraumagentur (ESA) und Arianespace haben einen Starttermin für die ersten beiden Satelliten des europäischen Satellitennavigationssystems Galileo festgelegt. Am 20. Oktober 2011 sollen die ersten beiden Satelliten für die Galileo-Testkonstellation (IOV) in den Weltraum gebracht werden.
In Kourou in Französisch Guayana wird eine von Arianespace vermarktete Sojus-Rakete mit den beiden Satelliten abheben. Ihr sollen in den kommenden Jahren eine ganze Reihe von Projektilen mit weiteren Satelliten für Galileo folgen.

Am 12. Mai 2011 hatten sich die Verantwortlichen der ESA unter Vorsitz des ESA-Generaldirektors Jean-Jacques Dordain mit Vertretern von Arianespace und den beteiligten Industrieunternehmen getroffen. Dabei stellte man gemeinsam fest, dass sowohl die Satelliten als auch das Bodensegment für einen Start im Oktober bereit sind.

Der erste Start von für das Galileo-Betriebsnetz vorgesehenen Satelliten wird gleichzeitig auch der erste Start einer in Russland gebauten Sojus-Rakete in Französisch Guayana sein. In europäisch-russischer Zusammenarbeit war in den letzten Jahren an einer Startmöglichkeit für russische Sojus-Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof im Nordwesten Südamerikas in Äquatornähe gearbeitet worden.

Gelingt der Start wie geplant, wäre er Krönung der Arbeit der russischen und westeuropäischen Spezialisten, die sich um den Aufbau der Startanlage für die Sojus gekümmert haben. Arbeiten die Satelliten nach ihrem Aussetzen wie vorgesehen auf ihren Bahnen in rund 23.600 Kilometern über der Erde, hätte das europäische Satellitennavigationssystem einen neuen Meilenstein erreicht.

Ab 2014 sollen mit Hilfe der beiden neuen und zusammen mit weiteren in den kommenden Jahren ins All zu transportierenden Navigationssatelliten erste Navigationsdienste für die Allgemeinheit verfügbar werden. Die Vervollständigung des Weltraumsegments von Galileo erwartet die Europäischen Kommission derzeit für das Jahr 2019.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ESA, Europäische Kommission)


» STS 134: Dritter Außenbordeinsatz beendet
25.05.2011 - Andrew Feustel und Mike Fincke arbeiteten erneut für 6 Stunden und 54 Minuten an der Außenseite der Raumstation und installierten, unter anderem, einen Haltegriff für den Roboterarm der Raumstation am russischen Segment.
Die Besatzung wurde um 01:56 Uhr MESZ mit dem Lied „Real World“ von Matchbox 20 geweckt. Das Lied wurde Shuttlepilot Gregory Johnson gewidmet.

Nach zwei eher ruhigen Tagen, in denen die Crew wieder Kraft schöpfen konnte und kleinere Wartungsarbeiten im Inneren der Station durchgeführt hat, stand für heute der dritte Außenbordeinsatz der Mission auf dem Programm. Im Gegensatz zu den ersten beiden Einsätzen veränderte das Planungsteam am Boden die Vorbereitungen auf den heutigen Einsatz. Anstelle des sogenannten „Campouts“, bei dem die Astronauten über Nacht in der Luftschleuse schlafen und so den Stickstoffgehalt im Blut senken, wurde das sogenannte ISLE-Verfahren angewandt. ISLE, was für In-Suit Light Exercise steht, erlaubt den Astronauten ganz normal in der Station zu schlafen und hat so den Vorteil, dass bei einem eventuellen Fehlalarm an Bord die Prozedur, wie es beim Campout der Fall ist, nicht unterbrochen werden muss.

Um den Stickstoffgehalt des Blutes mit dem neuen Verfahren zu senken, atmen die Astronauten für eine Stunde puren Sauerstoff unter reduziertem Luftdruck und legen anschließend ihre Raumanzüge an. In den Anzügen vollführen sie dann für 50 Minuten leichte Übungen, um den Kreislauf anzukurbeln. Unterstützt wurden die beiden dabei wieder von Shuttlekommandant Mark Kelly und Missionsspezialist Greg Chamitoff. Um 07:43 Uhr MESZ begann dann offiziell der dritte Außenbordeinsatz der Mission.

Für die erste Aufgabe des Tages begaben sich die beiden Astronauten zum russischen Sarja-Modul und installierten dort eine Haltevorrichtung für den Roboterarm der Raumstation. Diese Power & Data Grapple Fixture (PDGF) genannte Vorrichtung ermöglicht es dem Roboterarm in Zukunft, auch auf die russische Seite der Raumstation zu wechseln, um dort Arbeiten zu erledigen.

Feustel und Fincke beendeten anschließend die Installation einer Funkantenne, die bereits während des ersten Außenbordeinsatzes der Mission begonnen wurde. Anschließend installierten sie einige Kabel am russischen Segment, um so die Redundanz des Stromsystems zu erhöhen.

Als nächstes dokumentierten die Astronauten den Zustand der Steuerdüsen am russischen Segment und schossen zahlreiche Fotos. Zum Abschluss des Außenbordeinsatzes nahm sich Drew Feustel eine Infrarotkamera aus der Luftschleuse und dokumentierte ein Experiment des US Air Force Research Lab, bei dem ein neues System zur Wärmeableitung getestet wird. Mike Fincke installierte unterdessen eine Schutzabdeckung an einem Gas Tank.

Um 14:37 Uhr MESZ war dann der dritte Außenbordeinsatz beendet. Dies war Andrew Feustels letzter Außenbordeinsatz bei dieser Mission. In seiner Karriere verbrachte er insgesamt 42 Stunden und 18 Minuten, verteilt auf sechs Einsätze, in einem Raumanzug im All. Für Mike Fincke war es der achte Einsatz. Er wird zusammen mit Greg Chamitoff am Freitag den letzten Ausstieg der Mission durchführen.

Am Boden entschied sich derweil das Mission Management Team gegen einen möglichen Extra-Tag für die Endeavour. Hauptgrund für die Entscheidung war der Einwand des Astronautenbüros, dass die Mission schon von Grund auf sehr lang und stressig für die Crew ist und ohne einen wichtigen Grund nicht verlängert werden sollte.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 340 Kilometern. Die Besatzung soll um 01:56 Uhr MESZ für ihren 11. Flugtag geweckt werde. Neben einer routinemäßigen Inspektion des Hitzeschildes, wird die Besatzung auch die traditionelle gemeinsame Pressekonferenz mit der Besatzung der Internationalen Raumstation durchführen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Japanisches Weltraumteleskop AKARI in Schwierigkeiten
25.05.2011 - Die japanische Agentur für Luft- und Raumfahrtforschung JAXA gab am 24. Mai 2011 den zeitweisen Ausfall des Weltraum-Infrarotteleskops AKARI bekannt. An Bord des Satelliten gibt es Probleme mit der Speicherung elektrischer Energie, die für den Betrieb des Satelliten auf Bahnabschnitten im Erdschatten durch Akkumulatoren zur Verfügung gestellt werden muss.
Gegen 5:30 Uhr japanischer Zeit am 24. Mai 2011 stellte man anhand von durch die Bodenstation Uchinoura empfangenen Daten von AKARI fest, dass das Raumfahrzeug in einen Modus mit geringem Stromverbrauch gewechselt war, bei dem alle Beobachtungsinstrumente und seine X-Band-Sender abgeschaltet sind. Anschließend konnte verfolgt werden, wie die an Bord des Satelliten zur Verfügung stehende Kapazität zur Speicherung elektrischer Energie immer weiter abnahm.

Als AKARI zum nächsten Mal in den Erdschatten eintrat, brach die Stromversorgung der Satellitensysteme vollständig zusammen. Später war der Satellit im weiteren Bahnverlauf wieder der Sonne ausgesetzt, und der fünfeinhalb Meter lange Solarzellenausleger auf AKARIs Rücken konnte erneut elektrische Energie erzeugen. Dies führte schließlich dazu, dass einige Satellitensysteme wieder ansprangen. Am Boden wurden Signale empfangen, die darauf hindeuten, dass sich der Satellit um 11:20 Uhr japanischer Zeit in einem Zustand analog zu dem nach dem ersten Einschalten befand.

Während der folgenden Erdumläufe wurden die Anlagen und Geräte weiter nur dann mit Strom versorgt, wenn der Solarzellenausleger von AKARI von der Sonne beschienen wurde. Die JAXA untersucht die an Bord des Satelliten aufgetretene Anomalie und hofft, geeignete Maßnahmen ergreifen zu können, um die Schwierigkeiten zu überwinden.

Die anvisierte minimale Betriebszeit von einem Jahr und die erwartete realisierbare Einsatzdauer von drei Jahren hat AKARI deutlich überschritten. Am 22. Februar 2006 war der mit einem Infrarotteleskop ausgerüstete Satellit auf einer Trägerrakete vom Typ M-V vom Uchinoura Space Center im Süden Japans aus ins All transportiert worden.

AKARI alias ASTRO-F ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 28.939 bzw. als COSPAR-Objekt 2006-005A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: JAXA)


» NASA plant Rückkehrmission zu einem Asteroiden
26.05.2011 - Die NASA hat bekanntgegeben, dass sie die Sonde OSIRIS-REx zu einem Asteroiden schicken will. Diese soll dort Proben einsammeln und danach zur Erde zurückkehren.
Im Rahmen des New Frontiers Programm plant die NASA, eine Sonde mit dem Namen OSIRIS-REx (Origins-Spectral Interpretation-Resource Identification-Security-Regolith Explorer) zum erdnahen Asteroiden 1999 RQ36 zu schicken. Dort soll sie unter anderem mit einem Roboterarm Proben aus dem Himmelskörper entnehmen und diese in einer Rückkehrkapsel verstauen. Außerdem hat sie die Aufgabe, 1999 RQ36 zu kartographieren und mit verschiedenen Instrumenten zu untersuchen.

Die Sonde, die vom Aufbau her dem Kometenforscher Stardust ähnelt, soll 2016 starten und im Jahre 2020 den Asteroiden erreichen. Nachdem sie dort alle Aufgaben erfüllt hat, soll sie den Rückflug zur Erde antreten und dann 2023 in Utah landen. Die gesammelten Proben sollen dann Wissenschaftlern übergeben werden, die diese untersuchen.

1999 RQ36 hat einen durchschnittlichen Durchmesser von 510 Metern und bewegt sich in etwa 436 Tagen einmal um die Sonne. Er wurde am 11. September 1999 im Rahmen des LINEAR-Projekts entdeckt, welches die Aufgabe hat, erdnahe Asteroiden zu finden und ihre Umlaufbahn zu bestimmen. Außerdem soll es mögliche Kollisionen mit der Erde berechnen.

Ein Aspekt, den OSIRIS-REx genauer untersuchen soll, ist der Jarkowski-Effekt. Dieser entsteht, wenn eine Seite des Asteroiden durch Sonnenstrahlung stark aufgeheizt wird. Diese Energie wird absorbiert und als Hitze wieder abgegeben. Dadurch wird die Umlaufbahn des Himmelskörpers auf lange Zeit gesehen verändert.

OSIRIS-REx ist bereits die dritte Mission des New Frontiers-Programms. Die erste, New Horizons, befindet sich derzeit auf dem Weg zum Pluto. Die zweite Mission wird derzeit auf den Start vorbereitet. Die Juno genannte Sonde soll im August dieses Jahres in Richtung Jupiter starten.

Raumcon:


(Autor: Simon Plasger - Quelle: NASA)


» EchoStar 16 fliegt auf Proton
27.05.2011 - Am 25. Mai 2011 gab ILS bekannt, von EchoStar beauftragt worden zu sein, den Kommunikationssatelliten EchoStar 16 im Jahr 2012 auf einer Proton-Rakete in den Weltraum zu transportieren.
EchoStar 16 wird voraussichtlich ein Startgewicht von über 6,6 Tonnen haben. Als Produkt von Space Systems/Loral basiert er auf dem Satellitenbus 1300, ausgerüstet ist er mit 32 Ku-Band-Transpondern. Im geostationären Orbit möchte EchoStar ihn an einer Position bei 61,5 Grad West betreiben, um die Kapazität zur Ausstrahlung von Fernsehprogrammen von dieser Position für die DISH Network Corporation zu erweitern. 15 Jahre lang soll EchoStar 16 eine Versorgung von Fernsehzuschauern in den Vereinigten Staaten von Amerika mit Sendungen zahlreicher Informations- und Unterhaltungsanbieter erlauben.

Zur Zeit sind EchoStar 3 (gestartet 1997), EchoStar 12 (gestartet 2003 als Rainbow 1) und EchoStar 15 (gestartet 2010) im Bereich von 61,5 Grad West stationiert und werden für die DISH Network Corporation betrieben. In den Vereinigten Staaten von Amerika erreicht die DISH Network Corporation über 14 Millionen Zuseher.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ILS)


» Chinas Wettersatellit Feng Yun 3B im Regelbetrieb
27.05.2011 - Am 26. Mai 2011 übergab die chinesische Behörde für Wissenschaft, Technik und Verteidigungsindustrie den experimentellen Wettersatelliten Feng Yun 3B nach einer über sechsmonatigen Test- und Inbetriebnahmephase offiziell an das Chinesische Meteorologische Amt (CMA).
Drei Jahre lang soll der am 4. November 2010 auf einer Rakete des Typs Langer Marsch 4C ins All transportierte Feng Yun 3B nun eingesetzt werden, um von seiner polaren Umlaufbahn in einer mittleren Höhe von 836 Kilometern aus Wetter- und Klimadaten zu erfassen und zur Erde zu senden. Mit Feng Yun 3B und zusammen mit dem am 27. Mai 2008 gestarteten Feng Yun 3A ist es dem chinesischen meteorologischen Amt zum ersten Mal möglich, die Erde von zwei Wettersatelliten mit einer Wiederholrate von sechs Stunden beobachten zu lassen.

Feng Yun 3B und 3A gehören zur zweiten Generation chinesischer Wettersatelliten auf polaren Umlaufbahnen. Gegenüber älteren können sie ihre Beobachtungen auf einer größeren Zahl unterschiedlicher Frequenzen tätigen, und Bilder mit verbesserter Auflösung liefern. Sie messen unter anderem Temperatur und Feuchtigkeitsgehalt der Luft, erfassen die Wolkenbedeckung und bestimmen die Intensität vom Erdboden reflektierter Strahlung.

Insbesondere Feng Yun 3B soll helfen, die Möglichkeiten mittelfristiger Wettervorhersagen zu verbessern und die Genauigkeit meteorologischer Beobachtungen zu steigern. Bei der Bewältigung von Naturkatastrophen erhofft man sich maßgebliche Unterstützung durch Daten von Feng Yun 3B. Yu Rucong, der stellvertretende Administrator des CMA, teilte mit, dass der neue Satellit das entsprechende Potential während ausgedehnter Tests seit seinem Start gezeigt hat.

Feng Yun 3B ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.214 bzw. als COSPAR-Objekt 2010-059A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: CMA, CRI)


» GSAT 8 im GSO
28.05.2011 - Der am 20. Mai 2011 gestartete indische Kommunikationssatellit GSAT 8 hat einen geosynchronen Orbit (GSO) erreicht. In einigen Tagen wird eine Phase ausgedehnter Tests des Satelliten auf seiner Bahn um die Erde, IOT für In Orbit Tests genannt, beginnen.
Auf einer Ariane-5-Rakete war GSAT 8 zusammen mit ST 2 in den Weltraum transportiert worden. Nach der der Abtrennung von der Raketenoberstufe befand sich GSAT 8 zunächst in einem Geotransferorbit. Dessen Perigäum, der der Erde am nächsten liegende Bahnpunkt, lag bei rund 258 Kilometern über der Erde, das Apogäum, der am weitesten von der Erde entfernte Bahnpunkt, bei rund 35.861 Kilometern. Gegen den Erdäquator war die Bahn um etwa 2,5 Grad geneigt.

Seit dem Start wird GSAT 8 von einem als MCF für Master Control Facility bezeichneten Satellitenkontrollzentrum im indischen Hassan überwacht und gesteuert. Dementsprechend wurden von Hassan aus die drei Brennphasen des Apogäumsmotors des Satelliten initiiert und kontrolliert. Der mit Monomethylhydrazin (MMH) als Treibstoff und einer Mischung aus Stickstoffoxiden (MON-3) als Oxidator betriebene, 440 Newton starke Motor brachte den Satelliten nach drei Brennphasen in eine annähernd kreisförmige Bahn zwischen 35.543 und 35.770 Kilometern über der Erde, die nur noch rund 0,04 Grad gegen den Äquator geneigt ist.

Die Manöver überstand der Satellit gut, und die Station in Hassan steht weiter in Funkkontakt mit dem Satelliten. Zwischenzeitlich wurden auch die beiden Solarzellenausleger zur Bereitstellung von maximal 6.240 Watt elektrischer Leistung und die zwei großen, jeweils rund 2,2 Meter durch messenden Ku-Band-Antennen der Kommunikationsnutzlast ausgeklappt. Letztere ist mit 24 Ku-Band Transpondern, deren Verstärker mit Wanderfeldröhren jeweils 140 Watt leisten, ausgestattet.

Aktuell steht GSAT 8 bei etwa 47 Grad West über dem Äquator. Als endgültige Position sind 55 Grad Ost vorgesehen, wo GSAT 8 in Kollokation mit Insat 3E betrieben werden soll. Die IOT genannten Tests des neuen Satelliten im All möchte man am 1. Juni 2011 aufnehmen. Einen Monat später erwartet man in den Regelbetrieb des Raumfahrzeugs übergehen zu können.

Neben der Kommunikationsnutzlast befinden sich auch Anlagen des indischen Systems zur Unterstützung von GPS im Bereich Indiens durch zusätzliche Korrektursignale, GAGAN für GPS Aided Geo Augmented Navigation genannt, an Bord von GSAT 8. Ihre Tests möchte man vom neuen Navigationskontrollzentrum Kundalahalli in der Nähe von Bangalore, welches als INMCC für Indian Master Control Centre bezeichnet wird, steuern und überwachen.

Vom Einsatz der im C-Band- sowie im L1- und L5-Band-Bereich arbeitenden Navigationsnutzlast verspricht man sich in Indien insbesondere Vorteile für die zivile und die militärische Luftfahrt. Eine erste GAGAN-Nutzlast hätte sich bereits im All befinden sollen, ging jedoch beim Fehlstart der indischen GSLV-MKII-Rakete am 15. April 2010 zusammen mit dem Kommunikationssatelliten GSAT 4, auf dem sie untergebracht war, verloren.

Jetzt können indische Techniker und Wissenschaftler nach einer Reihe von Verzögerungen auf erste GAGAN-Komponenten im Weltraumsegment des Systems zurückgreifen. Verstärkt werden soll es durch weitere GAGAN-Anlagen auf dem Kommunikationssatelliten GSAT 10, dessen Start auf einer Ariane-5-Rakete aktuellen Planungen zufolge für 2012 vorgesehen ist. Auf einem dritten Satelliten will man ebenfalls eine entsprechende Nutzlast unterbringen. Derart ausgerüstet könnte GSAT 9 2013 nach dem Start auf einer indischen PSLV-Rakete den Weltraum reichen.

GSAT 8 alias INSAT 4G ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 37.214 bzw. als COSPAR-Objekt 2010-059A.

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(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: ISRO)


» Ein ungewöhnlich heller Stern wirft Fragen auf
28.05.2011 - Innerhalb der Großen Magellanschen Wolke, einer der Nachbargalaxien unseres heimischen Milchstraßensystems, haben Astronomen mit dem Very Large Telescope der ESO einen außergewöhnlich hellen Stern entdeckt. Im Gegensatz zu bisher entdeckten vergleichbar hellen Sternen handelt es sich hierbei allerdings um einen kosmischen Einzelgänger.
Bei der Großen Magellanschen Wolke, auch bekannt unter der englischen Bezeichnung "Large Magellanic Cloud" (LMC), handelt es sich um eine irreguläre Zwerggalaxie, welche sich in der unmittelbaren Nachbarschaft unserer Heimatgalaxie befindet und etwa 143.000 bis 166.000 Lichtjahre von unserem Sonnensystem entfernt ist. Mit einer visuellen Helligkeit von 0,9 mag kann sie bereits mit dem bloßen Auge beobachtet werden. Allerdings muss sich der interessierte Betrachter dazu auf der südlichen Erdhalbkugel befinden, denn nur von dort aus können die beiden Sternbilder Schwertfisch und Tafelberg beobachtet werden. Die Große Magellansche Wolke befindet sich im Grenzbereich zwischen diesen beiden Sternbildern. Erstmals schriftlich erwähnt wurde sie von dem persischen Astronomen Al Sufi in seinem "Buch der Fixsterne" im Jahr 964. Der erste Europäer, der die Wolke beschrieb, war der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan, der die LMC während seiner Weltumseglung in den Jahren 1519 bis 1521 beobachten konnte.

Die große Magellansche Wolke erweckt auch in der Gegenwart immer noch das Interesse der Astronomen. So hat zum Beispiel während des vergangenen Jahrhunderts die Bestimmung der genauen Entfernung der LMC eine Schlüsselrolle in der extragalaktischen Astronomie eingenommen. Aber auch die Erforschung der einzelnen Sternhaufen und Sternentstehungsgebiete innerhalb der LMC spielt in verschiedenen aktuellen astronomischen Projekten eine große Rolle. Eines dieser Projekte ist die "VLT-FLAMES Tarantula Survey" (zu deutsch die "Durchmusterung des Tarantelnebels mit dem FLAMES-Instrument am VLT"). Dabei handelt es sich um ein Großprojekt der Europäischen Südsternwarte (ESO), welches von Christopher Evans vom britischen Astronomy Technology Centre in Edinburgh/Schottland geleitet wird. Im Rahmen dieser Durchmusterung der hellsten Sterne in der Region in und um den Tarantelnebel NGC 2070, einer der aktivsten Sternentstehungsregionen innerhalb der Großen Magellanschen Wolke, wurde ein internationales Astronomenteam auf den Stern VFTS 682 aufmerksam.

Auf den ersten Blick schien es sich bei VFTS 682 um einen heißen, hellen und noch relativ jungen, ansonsten aber nicht sonderlich bemerkenswerten Stern zu handeln. Eine genauere Untersuchung mit dem FLAMES-Spektrografen am Very Large Telescope (VLT) der ESO in Chile ergab dann allerdings, dass der Großteil der von dem Stern ausgehenden Strahlung von Staubkonzentrationen absorbiert und gestreut wird, welche sich genau zwischen dem Stern und der Erde befinden. Lediglich das von VFTS 682 ausgehende rote und infrarote Licht ist in der Lage, diese Staubwolken zu durchdringen und die Erde erreichen. Das kurzwelligere blaue und grüne Licht wird dagegen von dem Staub gestreut und geht dabei weitgehend verloren. Daraus resultierend erscheint der Stern dem irdischen Betrachter in einer rötlichen Farbe und ist dabei nicht sonderlich hell. Würden die Lichtwellen dagegen nicht von interstellaren Staubkonzentrationen absorbiert beziehungsweise abgelenkt werden, so würde VFTS 682 in einem hellen, blau-weißen Glanz erstrahlen. Der Stern ist somit in Wirklichkeit viel heller, als die Astronomen zuvor angenommen hatten, und gehört vermutlich zu den hellsten bisher bekannten Sternen überhaupt.

Die Auswertung der Beobachtungsdaten ergab zudem, dass VFTS 682 in etwa über die 150-fache Masse der Sonne verfügen muss. Des Weiteren ist VFTS 682 nicht nur sehr hell sondern auch extrem heiß. An seiner Oberfläche herrschen Temperaturen von etwa 50.000 Grad Celsius. Zum Vergleich: Die Oberflächentemperatur der Sonne beträgt "lediglich" rund 5.500 Grad Celsius. Astronomen gehen davon aus, dass Sterne mit derart extremen Eigenschaften ihr vergleichsweise kurzes Leben nicht wie andere massereiche Sterne mit einer Supernovaexplosion beenden, sondern möglicherweise in einem viel drastischeren Ereignis - einem Gammastrahlenausbruch.

Gammastrahlenausbrüche - auch bekannt unter der englischen Bezeichnung Gamma-Ray Bursts oder kurz GRB - gehören zu den energiereichsten Phänomenen, welche bisher von Astronomen im Universum registriert werden konnten. Die hochenergetische elektromagnetische Strahlung, die dabei freigesetzt wird, kann auf direktem Weg lediglich mit Satelliten beobachtet werden. Gammastrahlenausbrüche, die länger als zwei Sekunden andauern, werden als lange Bursts bezeichnet und dürften auf Supernovaexplosionen am Ende der Existenz von massereichen und kurzlebigen Sternen zurückgehen. Die kurzen Bursts von weniger als zwei Sekunden Dauer sind dagegen noch immer weitgehend unverstanden. Möglicherweise, so die Meinung vielen Astrophysiker, entstehen sie bei der Verschmelzung zweier kompakter Objekte. Hierfür kommen zum Beispiel Neutronensterne in Frage.

Besonders bemerkenswert an VFTS 682 ist jedoch seine unmittelbare Umgebung. Derartig massereiche Sterne konnten zuvor nur in den dicht bevölkerten Zentren von Sternhaufen nachgewiesen werden. Bei VFTS 682 handelt es sich dagegen offensichtlich um einen kosmischen Einzelgänger. "Wir waren sehr überrascht, einen solch massereichen Stern isoliert und nicht inmitten eines großen Sternhaufens vorzufinden", so der Kommentar von Joachim Bestenlehner, Doktorand am nordirischen Armagh Observatory und Erstautor der Studie, in der die Astronomen ihre Entdeckung publiziert haben. "Es ist bisher völlig ungeklärt, wie er dort hingekommen ist."

Allerdings haben die Astronomen bereits eine mögliche Erklärung gefunden. Der Stern VFTS 682 befindet sich nicht allzuweit von dem relativ großen Sternhaufen RMC 136 - oftmals auch mit der Abkürzung R 136 bezeichnet - entfernt. Dieser Sternhaufen enthält mehrere ähnlich massereiche Sterne. Von der Annahme ausgehend, dass sich VFTS 682 und R 136 etwa gleich weit von der Erde entfernt befinden, wäre der Stern ungefähr 90 Lichtjahre vom Zentrum des Sternhaufens entfernt. Sollten die Entfernungen dieser beide Objekte zu uns allerdings signifikant voneinander abweichen, dann würde deren Abstand zueinander entsprechend größer ausfallen.

"Unsere Beobachtungsergebnisse zeigen, dass VFTS 682 nahezu identisch mit einem der beiden massereichen Supersterne im Zentrum des R 136-Haufens ist", merkt Paco Najarro vom Zentrum für Astrobiologie CAB (INTA-CSIC) in Spanien, einer der Co-Autoren der Studie, an.

Somit drängt sich die Frage auf, ob eventuell auch VFTS 682 in diesem Sternhaufen entstanden sein könnte und zu einem späteren Zeitpunkt aus dem Haufen herausgeschleudert wurde. Den Astronomen sind einige solcher kosmischer Vagabunden bekannt. Allerdings verfügen diese durchweg über eine geringere Masse als VFTS 682. Aber auch eine "in situ"-Entstehung wird von den beteiligten Astronomen diskutiert. Sollte eine solche Entstehung des kosmischen Einzelgängers "vor Ort" und somit außerhalb eines massereichen Sternhaufens erfolgt sein, so hätte dies tiefgreifende Auswirkungen auf die bisherigen Entstehungsmodelle für die Bildung massereicher Sterne.

"Es deutet alles darauf hin, dass die größten und hellsten Sterne sich am ehesten in großen Sternhaufen bilden", so Jorick S. Vink, ebenfalls vom Armagh Observatory und ein weiteres Teammitglied. "Es ist zwar vorstellbar, dass er für sich allein entstanden ist, aber das wäre nur schwierig zu erklären. Deshalb stellt VFTS 682 ein wirklich faszinierendes Objekt dar."

Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse von Bestenlehner et al. werden im Juni 2011 unter dem Titel "The VLT-FLAMES Tarantula Survey III: A very massive star in apparent isolation from the massive cluster R136" in der Fachzeitschrift "Astronomy & Astrophysics" publiziert. Einen Abstract der Arbeit finden Sie hier.

Raumcon-Forum:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO, Wikipedia)


» Endeavour bereit für die Landung
31.05.2011 - Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour verbrachte den wahrscheinlich letzten vollen Tag in der Umlaufbahn mit verschiedenen Tests der Bordsysteme.
Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Astronauten um 00:57 Uhr MESZ mit dem Lied „Dreams You Give“ von Brian Plunkett. Der Song erreichte den zweiten Platz im Wettbewerb des Space Shuttle Programms, bei dem selbst geschriebene Lieder über das Raumfahrtprogramm eingereicht werden konnten. Das Lied wurde der gesamten Crew gewidmet. Der Gewinner des Wettbewerbs wird am Mittwoch gespielt.

Kurze Zeit nach dem Weckruf stand für die Besatzung auch schon der erste Pressetermin auf dem Plan. Sie sprachen mit Reportern von verschiedenen amerikanischen Nachrichtensendern. Anschließend begaben sich Kommandant Mark Kelly, Pilot Gregory Johnson und Roberto Vittori auf das Flugdeck der Endeavour und begann dort mit dem routinemäßigen Test der Bordsysteme.

Als Erstes testeten sie die Steuerflächen des Orbiters. Hierzu musste zuerst die Auxiliary Power Unit Nummer 1 hochgefahren werden, um das Hydrauliksystem des Orbiters unter Druck zu setzen. Anschließend kontrollierte die Besatzung, ob sich sämtliche Elemente einwandfrei bewegen können. Die Steuerflächen werden während der Endphase des Wiedereintritts und der Landung benötigt, um den Orbiter sicher zu landen.

Als Nächstes kontrollierte die Besatzung die Steuerdüsen des Reaction Control Systems (RCS). Diese Düsen regulieren die Lage des Orbiters in der frühen Phase des Wiedereintritts, wenn die Atmosphäre noch zu dünn ist, um eine Wirkung an den Steuerflächen zu zeigen. Zusätzlich führten die Astronauten noch einige Tests der Kommunikationseinrichtungen des Orbiters durch, um sicherzustellen das sowohl der Orbiter als auch die verschiedensten Bodenstationen in der Lage sind miteinander zu kommunizieren.

Auf dem Mitteldeck verstaute die Besatzung unterdessen alle nicht mehr benötigten Gegenstände und baute die Sitze auf. Die Crew nahm sich außerdem noch ein wenig Zeit, um ein Video aufzunehmen in dem Sie dem Space Shuttle Endeavour Respekt zollen. Gegen Ende des Tages wird die Besatzung noch die Ku-Antenne einfahren und sich dann für die wahrscheinlich letzte Nacht in der Umlaufbahn in die Schlafquartiere zurückziehen.

Am Boden erläuterte derweil Flugdirektor Tony Ceccacci seinen Plan für den Wiedereintritt. Aufgrund der guten Lage bei den Verbrauchsgütern an Bord des Orbiters könnte die Besatzung bis Samstag in der Umlaufbahn bleiben. Daher entschied sich Ceccacci am Mittwoch nur eine Landung in Florida in Betracht zu ziehen. Nach eher negativen Wetterberichten für Florida zeigte der Bericht von heute einen positiven Trend für die Landung. Die Hauptsorge für das Team am Boden wird der Seitenwind sein. Die Flugregeln besagen, dass der Seitenwind während einer Nachtlandung nicht über 12 Knoten betragen darf. Die derzeitige Vorhersage sieht 8 bis 11 Knoten voraus. Sollte eine Landung am Mittwoch nicht möglich sein, so würde Ceccacci am Donnerstag neben Florida auch Kalifornien für eine Landung heranziehen. Aufgrund der sehr langen und intensiven Mission würde eine Landung definitiv am Donnerstag stattfinden, wenn das Wetter an einen der beiden Landeplätze mitspielt.

Die morgigen Landemöglichkeiten in Florida sind folgende:



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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)



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Mars Aktuell: NASA beendet die Mission des Marsrovers Spirit von Redaktion



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» NASA beendet die Mission des Marsrovers Spirit
25.05.2011 - Die aktive Suche nach einem Lebenszeichen des Marsrovers Spirit, welcher sich seit Ende März 2010 in einem aus Energiemangel resultierenden Hibernations-Modus befindet, wurde am heutigen Tag von der NASA eingestellt. Heute vormittag wurden von den Technikern des JPL die letzten entsprechenden Kommandos zum Mars übermittelt. Damit wird diese äußerst erfolgreiche Mission nach einer Dauer von über sieben Jahren beendet.
In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelten Wissenschaftler der amerikanischen Weltraumbehörde NASA den Plan, eine aus zwei baugleichen Rovern bestehende Robotermission zu unserem äußeren Nachbarplaneten, dem Mars, zu entsenden. Das primäres Ziel der beiden Rover sollte die Suche nach Anzeichen für ein früheres Vorhandensein von Wasser auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten sein. Insbesondere sollten dazu die Zusammensetzung und Verteilung von Mineralen und Gesteinen in der unmittelbaren Umgebung der Landestellen untersucht werden. In Anlehnung an ihre instrumentarischen Ausstattung mit jeweils drei verschiedenen Spektrometern, mehreren Kamerasystemen, einem Mikroskop und einem Gesteinsbohrer werden die beiden Rover Spirit und Opportunity deshalb auch als "Robotergeologen" bezeichnet. Was von der NASA anfangs als eine Mission von lediglich 90 Tagen Dauer geplant war, entwickelte sich im Verlauf der folgenden Jahre zu einer nahezu unvergleichlichen Erfolgsgeschichte. Sowohl aus technischer als auch aus wissenschaftlicher Sicht übertrafen die beiden Rover selbst die optimistischsten Erwartungen bei Weitem.

Nach einem fast siebenmonatigen Flug landete Spirit, der erste der beiden Rover, am 4. Januar 2004 mit Hilfe eines Airbag-Systems in dem etwa 166 Kilometer durchmessenden Gusev-Krater in der Nähe des Marsäquators. Aus dem Marsorbit aufgenommene Bilder der Planetenoberfläche hatten zuvor den Eindruck vermittelt, dass vor mehreren Milliarden Jahren ein großer Flusslauf in diesen Krater mündete. Die Planetologen der NASA vermuteten daher, dass der Krater in der Vergangenheit zumindestens kurzfristig einen riesigen See darstellte und Geophysiker erhofften sich, dort am ehesten einen Nachweis von ehemaligen Wasservorkommen auf dem Mars erbringen zu können. Nach der Landung wurden diese Erwartungen jedoch erst einmal gedämpft. Die ersten Panoramaaufnahmen der Umgebung zeigten eine flache, komplett mit Basaltgestein und Sand gefüllte Ebene. Sollte der Gusev-Krater wirklich einmal mit Wasser bedeckt gewesen sein, so waren dessen Spuren mittlerweile durch anschließend erfolgte Vulkanausbrüche tief unter der Oberfläche begraben.

Die Mitarbeiter der NASA entschlossen sich daher dazu, den Rover zu einer am Horizont erkennbaren Bergkette zu steuern. Die Columbia Hills, benannt nach dem am 1. Februar 2003 verunglückten Space Shuttle Columbia, so die an der Mission beteiligten Wissenschaftler, sollten weit genug über die Oberfläche hinausragen, um nicht mit Lava bedeckt zu sein. Allerdings waren diese Berge etwa vier Kilometer vom Landeort des Rovers entfernt und es erschien zu diesem Zeitpunkt mehr als fraglich, ob Spirit diese Berge jemals erreichen würde. Immerhin war die "Lebensdauer" des Rovers mit lediglich 90 Tagen veranschlagt. Die Missionsplaner gingen davon aus, in dieser Zeit lediglich 600 bis 700 Meter auf der Marsoberfläche zurücklegen zu können. Im Verlauf der folgenden Monate und Jahre zeigte sich jedoch, dass die ursprünglichen Erwartungen der Ingenieure und Wissenschaftler der Mars Exploration Rover-Mission weit übertroffen werden sollten.

Mitte Juni 2004 erreichte Spirit die Columbia Hills und begann seine dortigen Untersuchungen. Und fast auf Anhieb wurden in diesen Bergen die schon so lange erhofften Anzeichen für ehemals vorhandenes oberflächennahes Wasser gefunden. Die Analyse der Zusammensetzung der dort befindlichen Gesteine zeigte, dass sich diese sehr wahrscheinlich unter dem direkten Einfluss von Wasser gebildet haben müssen. Beim Durchfahren der Berge erkannten die Wissenschaftler, dass sich die Zusammensetzung und Chemie der Gesteine zudem mit zunehmender Höhe veränderte. Der Basaltanteil verringerte sich und langsam trat das ursprüngliche Grundgestein des Mars zu Tage. In den folgenden fünf Jahren durchfuhr Spirit die Columbia Hills und untersuchte anschließend die Umgebung eines südlich davon gelegenen Plateaus ausführlich (Raumfahrer.net berichtete).

Nach der Beendigung der Untersuchungen dieses Plateaus entschlossen sich die für die Mission verantwortlichen Mitarbeiter der NASA gegen Ende des Jahres 2008 dazu, den Rover zu einem neuen Forschungsziel zu dirigieren. Dazu wurden zwei Geländeformationen südlich des aktuellen Standortes auserkoren, welche aller Wahrscheinlichkeit nach vulkanischen Ursprungs sind. Auf seiner Fahrt zu diesen neuen Zielen brach Spirit am 23. April 2009 durch die dünne Kruste der Oberfläche und versank mit seinen zu diesem Zeitpunkt nur noch fünf funktionsfähigen Rädern tief im darunter befindlichen extrem feinen Sand. Nach ausführlichen Analysen und Simulationen der Situation, welche einen Zeitraum von mehreren Monaten in Anspruch nahmen, begannen die für die Steuerung des Rovers verantwortlichen "Marsrover-Driver" des Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien schließlich im November 2009 mit den Versuchen, Spirit aus dieser misslichen Lage zu befreien.

In den folgenden Monaten gelang es den Marsrover-Drivern jedoch trotz aller intensiven Bemühungen nicht, den Rover aus dieser Sandfalle zu manövrieren und wieder einen festen und somit relativ sicheren Untergrund zu erreichen. Als Konsequenz aus den vergeblichen Versuchen und der sich aufgrund des einsetzenden Wechsels der Jahreszeiten immer weiter verschlechternden Energiesituation des ausschließlich solarbetriebenen Rovers teilte die NASA am 12. Februar 2010 mit, dass die Befreiungsversuche eingestellt werden (Raumfahrer.net berichtete).

Für den Betrieb seines Bordrechners, der internen Heizung für die wichtigsten elektronischen Bauteile und die tägliche Kommunikation mit der Erde benötigt Spirit pro Tag etwa 160 Wattstunden Energie. Bereits wenige Wochen später, so die damaligen Befürchtungen der für die Mission verantwortlichen Mitarbeiter des JPL, würde Spirit aufgrund des immer weiter sinkenden Sonnenstandes und der ungünstigen Ausrichtung des Rovers in Richtung auf die Sonne nicht mehr in der Lage sein, diese Energiemenge zu generieren, und sich aufgrund einer negativen Energiesituation in einen speziellen Tiefschlafmodus, den sogenannten "Low Power Mode", versetzen.

Aufgrund verschiedener Energiesparmaßnahmen wie zum Beispiel der zeitweiligen Deaktivierung der internen Heizelemente oder der Reduzierung der Kommunikation zwischen Rover und Kontrollzentrum konnte diese Zeitspanne letztendlich bis Ende März 2010 ausgedehnt werden. Die letzte erfolgreiche Kommunikation zwischen Spirit und seinem Kontrollzentrum am JPL erfolgte am 22. März 2010. Der nächste Versuch, eine Verbindung zu dem Marsrover herzustellen, scheiterte dagegen am 30. März (Raumfahrer.net berichtete). "Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass Spirit irgendwann zwischen der Kommunikation am 22. März und dem letzten Versuch nicht mehr genug Energie hatte", so John Callas, der für die Mars Exploration Rover-Mission verantwortliche Projektmanager des JPL.

In der Folgezeit waren die Techniker und Ingeniere des JPL bemüht, einen erneuten Kontakt mit dem Rover herzustellen (Raumfahrer.net berichtete über die damit verbundenen Probleme und die gewählte Vorgehensweise). Durch das Voranschreiten des Marsfrühlings während der letzten Monate stand Spirit aufgrund des zunehmenden Sonnenhöhe über dem Horizont und einer damit verbundenen täglichen längeren Sonneneinstrahlung wieder mehr Energie zur Verfügung. Dadurch, so die Erwartungen der JPL-Mitarbeiter, sollten die Batterien eigentlich genügend aufgeladen worden sein, um eine erneute Kommunikation mit der Erde oder dem Marsorbiter Mars Odyssey zu ermöglichen.

Bis zum heutigen Tag haben sich die Hoffnungen der Mitarbeiter der Mars Exploration Rover-Mission leider nicht erfüllt. Trotz aller Bemühungen blieb Spirit stumm. Mit jedem Tag, der verstrich, sanken dabei die Hoffnungen auf ein erneutes Erwachen des Rovers ein kleines Stück weiter ab. Am 10. März 2011, dem Tag der Sommersonnenwende über dem Gusev-Krater, erreichte die Sonne schließlich ihren höchsten Stand über dem Standort des Rovers. Als auch dieser Zeitpunkt der theoretischen höchstmöglichen Energieaufnahme verstrich, ohne dass sich Spirit meldete, wurden die Hoffnungen der JPL-Mitarbeiter noch weiter gedämpft.

In den folgenden Wochen vermehrten sich die Befürchtungen, dass die elektronischen Bauteile des Rovers die tiefen Umgebungstemperaturen der vergangenen Monate nicht unbeschadet überdauert hatten. Ebenfalls unklar ist zudem, in welchem Zustand die Batterien des Rovers die dabei aufgetretene Tiefenentladung überstanden haben. Trotz all dieser negativen Vorzeichen hatten die Mitarbeiter des JPL die Hoffnung aber nicht aufgegeben. In den letzten Wochen und Monaten wurde die Kampagne zur Kontaktierung des Rovers mehrfach modifiziert und dabei noch weiter ausgedehnt. Dabei gingen die JPL-Mitarbeiter so vor, dass mit den gesendeten Kommandos auch das zeitgleiche Auftreten mehrerer Fehlerquellen bei Spirit berücksichtigt wurde.

Bereits seit dem 26. Juli 2010 versuchten die JPL-Mitarbeiter, den Marsrover im Rahmen einer sogenannten "Sweep & Beep"-Kampagne "auf Verdacht hin" aktiv zu kontaktieren. "Anstatt lediglich nach Signalen Ausschau zu halten, schicken wir dem Rover jetzt auch aktiv Kommandos, welche die Anweisung enthalten, uns ein bestimmtes Kommunikationssignal zu übermitteln", so John Callas. "Sollte der Rover zufälligerweise gerade wach sein und diese Kommandos empfangen, so wird er entsprechend reagieren."

Der Übertragungszeitraum für die ausgesandten Kommandos wurde ab dem 11. Februar 2011 auf eine Dauer von nur noch 10 Minuten verkürzt. Außerdem wurden die Kommandos zusätzlich in kürzeren Zeitabständen ausgestrahlt. Dadurch erhöhte sich die theoretische Wahrscheinlichkeit, dass der Rover sie in seinen nur kurzen "Wachphasen" empfangen und entsprechend darauf reagieren konnte. Zusätzlich deckten die Kommandos dabei einen längeren Zeitraum des Marstages ab. Mit diesen Maßnahmen reagierten die Missionsmitarbeiter auf die Möglichkeit eines Aussetzers der Missionsuhr des Rovers. Ohne diese Missionsuhr ist Spirit nicht in der Lage, die korrekte Uhrzeit zu ermitteln und wäre in einem solchen Fall eventuell "zur falschen Zeit" aktiv.

Ferner wurde bei der Suchkampagne durch das Deep Space Network der NASA (DSN) ein größerer Frequenzbereich abgedeckt. Mit dieser Maßnahme wurde auf die Möglichkeit einer eventuellen Frequenzverschiebung aufgrund eines fehlerhaften oder beschädigten Receivers an Bord von Spirit reagiert. Durch die extrem niedrigen Temperaturen der vergangenen Monate könnte zum Beispiel der Oszillator der Hauptantenne des Rovers in Mitleidenschaft gezogen worden sein, was eine Veränderung der Sende- und Empfangsfrequenz zur Folge hätte.

Für den Fall einer Beschädigung des Haupttransmitters des Rovers wurden Spirit zudem Kommandos übermittelt, welche für die Kommunikation des Rovers mit dem Kontrollzentrum die Verwendung eines Backup-Transmitters vorschrieben. Außerdem wurde für die Kommunikation neben der standardmäßigen X-Band-Verbindung auch die UHF-Verbindung genutzt. "Die Kommandos, welche wir aussenden, sollten auch im Fall eines gleichzeitigen Auftretens von mehreren Fehlerquellen, zum Beispiel des Ausfalls verschiedener Elemente der Kommunikationsanlage und der Missionsuhr, funktionieren", so John Callas.

Letztendlich mussten die Verantwortlichen der Mission jedoch der Realität ins Auge schauen. Mittlerweile muss es nach den zehn Monate andauernden, intensiven und trotzdem erfolglosen Bemühungen einer erneuten Kontaktaufnahme als äußerst unwahrscheinlich angesehen werden, dass Spirit den letzten Winter auf dem Mars unbeschadet überstanden hat und sich erneut melden wird. Eine Fortsetzung der aktuellen Suchkampagne steht daher in keiner Relation zu den dafür aufzubringenden zeitlichen und finanziellen Ressourcen.

"Jeglicher weiterer Aufwand würde sich negativ auf andere Weltraummissionen auswirken", so John Callas. Stattdessen wollen die Mitarbeiter des JPL ihre Bemühungen zukünftig auf Opportunity, den zweiten Marsrover der Mars Exploration Rover-Mission, und einen zukünftigen Marsrover der NASA fokussieren. Curiosity, so der Name der Nachfolgemission, wird Ende des Jahres 2011 zum Mars aufbrechen und soll unseren Nachbarplaneten ab dem August 2012 für eine Dauer von mindestens zwei Jahren erforschen. Aus diesem Grund wurde von der Projektleitung der Beschluss gefasst, die aktive Suche nach Signalen von dem Rover Spirit zu beenden. Die Transmission der letzten aktiven Suchkommandos des JPL begann am heutigen Tag um 9:06 mitteleuropäischer Sommerzeit und endete etwa eine Stunde später.

Obwohl die Mitarbeiter der Mission nicht mehr von einer erfolgreichen Kontaktaufnahme ausgehen wird das DSN der NASA auch in der kommenden Wochen noch sporadisch dazu eingesetzt werden, um nach eventuellen Signalen zu horchen. Auch die beiden Marsorbiter der NASA werden ihre Antennen bei den anstehenden Überflügen über dem Gusev-Krater auf "Empfang" stellen. Die Häufigkeit dieser dann allerdings nur noch passiven Maßnahmen hängt von den zur Verfügung stehenden Beobachtungszeiten ab. Die ursprünglichen Planungen für das jetzt gegebene Szenario sahen vor, dieses "passive Horchen" bis zum Ende des Jahres 2011 fortzusetzen.

Bis zum Ende seiner letzten Fahrt am 4. Februar 2010, dem Sol 2165 der Mission, legte Spirit statt der ursprünglich erwarteten 600 bis 700 Meter insgesamt 7.730,50 Meter auf der Oberfläche unseres Nachbarplaneten zurück. Neben den Messdaten seiner drei Spektrometer und wichtigen Telemetriedaten übermittelte Spirit seit dem Beginn der Mission 128.222 Bilder von der Marsoberfläche an die Erde. Insgesamt konnten dabei mehr als 22 GB an Daten vom Mars an das Kontrollzentrum übermittelt werden.

Durch die Auswertung dieser Daten und Bildaufnahmen konnte während der letzten Jahre der Wissensstand über die Entwicklung unseres Nachbarplaneten ungemein erweitert werden. Die größte Entdeckung war dabei wahrscheinlich der geologische Nachweis dafür, dass der Mars - in der Gegenwart eine staubige und kalte Einöde - in der Vergangenheit über ein feuchteres und wärmeres Klima verfügt hat, welches unter bestimmten Bedingungen eventuell sogar die Entwicklung von primitiven Lebensformen ermöglicht haben könnte. Neben den Hinweisen auf Schmelzwasser gelang dabei unter anderem der Nachweis von Karbonatvorkommen innerhalb des Gusev-Kraters. Außerdem konnte der Rover in dem von ihm abgefahrenem Gebiet verschiedene geologische Oberflächenstrukturen ausführlich untersuchen. Die dabei gewonnenen Daten dienten der Charakterisierung der dortigen Geomorphologie. Als aus wissenschaftlicher Sicht besonders wertvoll stellte sich dabei die Untersuchung der Home Plate dar.

Im Verlauf der letzten Jahre konnten dabei alle zuvor gesetzten Anforderungen für diese Mission mehr als erfüllt werden. Auch in den kommenden Jahren, wahrscheinlich sogar Jahrzehnten, werden die Planetologen und Marsforscher mit der Auswertung der durch die Mission gewonnenen Datensätze beschäftigt sein. Es ist davon auszugehen, dass dabei noch weitere interessante Entdeckungen gelingen werden.

Neben den Daten für die Wissenschaft hat diese Mission aber auch noch etwas anderes bewirkt: Die an der Mission beteiligten Wissenschaftler, speziell Steve Squyres - der Prinzipal Investigator der Mars Exploratoin Rover-Mission - und Jim Bell - der Hauptverantwortliche für die Panoramakameras von Spirit - kamen noch vor dem Start der Mission zu dem Entschluss, die im Verlauf der Mission gewonnenen Bilder der interessierten Öffentlichkeit ohne eine sonst bei interplanetaren Raummissionen eigentlich übliche Sperrfrist "in Echtzeit" zugänglich zu machen. Bereits wenige Stunden nach der Übermittlung an das Kontrollzentrum - und nicht erst Monate später - waren diese Bilder auf der Internetseite von Exploratorium.edu einsehbar. Neben den sehr regelmäßig und zeitnah erfolgenden offiziellen Mitteilungen der JPL und der NASA stellten auch die an der Mission beteiligter Institute und Universitäten eine Vielzahl von Informationen zur freien Verfügung. Zusammen mit den "inoffiziellen" Meldungen von verschiedenen, direkt an der Mission beteiligten Mitarbeitern über das soziale Netzwerk "Twitter" ergab sich so ein Gesamtbild über den aktuellen Ablauf der Mission, welches es der interessierten Öffentlichkeit ermöglichte, dieser Mission praktisch "hautnah" zu folgen.

Dies hatte zur Folge, dass der "Überlebenskampf" von Spirit während der letzten Monate von tausenden von Interessierten via Internet verfolgt werden konnte und von diesen in diversen Internetforen begleitet wurde. Zeitweise erfolgte dabei auch ein reger Informations- und Ideenaustausch mit den direkt an der Mission beteiligten Mitarbeitern des JPL. Parallel dazu wurde mit dieser Vorgehensweise besonders im englischsprachigen Raum diese Mission immer wieder in das Bewusstsein der Menschen gerückt. "Der Mars ist mittlerweile nicht mehr dieser mysteriöse, weit entfernte Ort, der er einmal war. Er ist uns mittlerweile so nahe wie unsere Heimstatt. Und dazu hat letztendlich auch Spirit beigetragen...", so John Callas.

Es bleibt zu wünschen, dass diese Vorgehensweise einer "offenen" Informationspolitik auch bei den Verantwortlichern der zukünftigen Weltraummissionen Einzug hält. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass auf diese Weise eine breitere Öffentlichkeit für die interplanetaren Forschungen begeistert werden kann.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, Planetary Society)



 

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Saturn Aktuell: Wissenschaftler untersuchen Sturmgebiet auf Saturn von Redaktion



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» Wissenschaftler untersuchen Sturmgebiet auf Saturn
21.05.2011 - Im Dezember 2010 konnte ein sich gerade bildendes Sturmgebiet auf dem Saturn registriert werden, welches mittlerweile die gesamte nördliche Hemisphäre dieses Planeten umspannt. Wissenschaftlern ist es in den letzten Monaten gelungen, diesen Sturm näher zu untersuchen. Dafür haben sie die mit dem Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte gewonnenen Messergebnisse mit den Daten der Raumsonde Cassini kombiniert.
In der Atmosphäre des zweitgrößten Planeten unseres Sonnensystems, dem rund 120.000 Kilometer durchmessenden Gasplaneten Saturn, geht es normalerweise auch so schon recht turbulent zu. Über dessen Nordpol befindet sich das Zentrum eines gigantischen Polarwirbels, welcher einem Durchmesser von fast 25.000 Kilometern aufweist. Der Zyklon rotiert mit einer Geschwindigkeit von 530 Kilometern pro Stunde innerhalb von etwa 10 Stunden und 40 Minuten einmal um sein Zentrum. Damit erreicht er eine mehr als doppelt so hohe Geschwindigkeit wie die auf der Erde auftretenden Zyklone.

Umgeben ist dieses Sturmgebiet von einer Wolkenstruktur, welche die Form eines nahezu regelmäßigen Sechsecks aufweist. Die dort befindlichen Wolken bewegen sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 500 Kilometern pro Stunde. Das anscheinend mehrere 100 Kilometer tiefe Hexagon wurde erstmals in den Jahren 1980 und 1981 von den Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 abgebildet und konnte mittlerweile von der Saturnsonde Cassini, welche den Ringplaneten seit dem Sommer 2004 bereits 149 mal umrundet hat, ausführlicher untersucht werden. Im sichtbaren Licht erscheinen die Wolken innerhalb der Formation dunkler als außerhalb. Mehrere Wolkenbänder begrenzen das Sechseck.

Auch über dem Südpol befindet sich ein ortsfestes Sturmgebiet mit einem Durchmesser von etwa 8.000 Kilometern. Das deutlich ausgeprägte Auge dieses hurrikanähnlichen Wirbelsturms ist von 30 bis 75 Kilometer hoch aufragenden Wolkenstrukturen umgeben. Die von der Raumsonde Cassini gewonnenen Daten zeigen, dass dieser Sturm mit einer Geschwindigkeit von 550 Kilometern pro Stunde im Uhrzeigersinn um den Südpol des Saturn rotiert.

"Dies sind wirklich massive Wirbelstürme - hunderte Male stärker als die meisten Zyklone oder Hurrikans auf der Erde", so Kevin Baines, ein an der Cassini-Mission beteiligter Wissenschaftler vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) in Pasadena/Kalifornien.

Doch durchschnittlich einmal pro Saturnjahr, also etwa alle 30 Erdjahre, gerät die Atmosphäre des Saturn aufgrund der stark ausgeprägten Jahreszeiten während des dann dort herrschenden Frühlings auf der nördlichen Planetenhemisphäre in zusätzlichen Aufruhr. In den unteren Wolkenschichten des Planeten entsteht in dieser Zeit eine Störung, welche so stark wird, dass sie nicht nur verhältnismäßig kurzzeitige und punktuell auftretende Auswirkungen hat, sondern vielmehr die Atmosphäre des gesamten Planeten beeinflussen kann. Dies äußert sich in der Bildung gigantischer Sturmgebiete über den mittleren nördlichen Breiten, welche sich auf Fotoaufnahmen als helle Zonen erkennen lassen und im Gegensatz zu den "normalen" Saturnstürmen in den mittleren Breiten über mehrere Monate hinweg aktiv sind. Erstmals konnte dieses Phänomen im Dezember 1876 von dem US-amerikanischen Astronomen Asaph Hall beobachtet werden. Weitere Stürme wurden in den Jahren 1903, 1933, 1960 und schließlich im September 1990 registriert.

Seit Anfang Dezember 2010, und somit etwa 10 Jahre früher als erwartet, entwickelte sich erneut ein Sturmgebiet von mittlerweile gigantischen Ausmaßen über der nördlichen Saturnhemisphäre. Erstmals konnte dieser neue Sturm mit einem Radiowellendetektor, dem Radio and Plasma Wave Science Instrument (RPWS), an Bord der Raumsonde Cassini nachgewiesen werden. Bereits wenige Tage später gelang es verschiedenen Amateurastronomen, welche zu diesem Zeitpunkt allerdings keine Kenntnis von den Daten der Cassini-Mission hatten, erste Aufnahmen des Sturmgebietes anzufertigen. In den folgenden Wochen und Monaten erfolgten weitere Beobachtungen durch Berufsastronomen und die Wissenschaftler der Cassini-Mission. Der Sturm hat sich seit seiner Entdeckung immer weiter entlang des 40. Breitengrads ausgebreitet. Mittlerweile umfasst er den Saturn vollständig und dehnt sich dabei vom 20. bis zum 50. nördlichen Breitengrad aus.

Unter anderem ergriff ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Leigh N. Fletcher von der University of Oxford die bisher einmalige Gelegenheit, mittels der Beobachtung durch erdgebundene Großteleskope und den zusätzlich zur Verfügung stehenden Messdaten der Raumsonde Cassini, nähere Einblicke in die Entwicklung eines solchen Sturmes zu erhalten. Die Wissenschaftler benutzten für ihre Beobachtungen die Infrarotkamera VISIR am Very Large Telescope der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile sowie die Beobachtungsdaten des Composite Infrared Spectrometer (CIRS), einem abbildenden Infrarotspektrometer an Bord von Cassini.

Die von diesem Instrument detektierte Wärmestrahlung erlaubt zum Beispiel Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung der beobachteten Materie. Es war das erste Mal in der Geschichte der Saturnforschung, dass ein so großes und andauerndes Sturmgebiet mittels der Untersuchung der ausgehenden Infrarotstrahlung erforscht werden konnte. Dabei konnten die beteiligten Wissenschaftler wichtige Erkenntnisse über die im Inneren des Sturms vorherrschenden Bedingungen gewinnen und unter anderem die Temperaturen, die vorherrschenden Winde und die atmosphärische Zusammensetzung bestimmen.

"Diesmal hat die Störung auf der Nordhalbkugel des Saturn einen sehr groß ausfallenden, heftigen und komplexen Ausbruch von hell leuchtendem Wolkenmaterial erzeugt. Dieses hat sich mittlerweile so weit verteilt hat, dass es den gesamten Planeten umgibt”, so Leigh N. Fletcher. "Wir hatten die großartige Gelegenheit, den Sturm gleichzeitig mit dem VLT und mit Cassini beobachten zu können. Alle früheren Untersuchungen solcher Stürme haben ausschließlich das Sonnenlicht erfasst, welches vom Saturn reflektiert wird. Durch die Erfassung der Wärmestrahlung konnten wir diesmal viel tiefer in die Atmosphäre schauen und die gravierenden Temperaturveränderungen und Windgeschwindigkeiten des Sturms vermessen."

Mit den Daten den beiden Instrumente konnte das Sturmgebiet im nahen und mittleren Infrarotbereich untersucht werden. Die Messdaten des CIRS-Spektrometers deckten dabei einen Wellenlängenbereich zwischen fünf und 200 Mikrometern ab. Die VLT-Beobachtungen beschränkten sich auf den Bereich zwischen sieben und 20 Mikrometer. In diesem Wellenlängenbereich lässt sich die Atmosphäre des Saturn in einem Druckbereich zwischen 70 Millibar und 3 Bar und somit wesentlich tiefer, als es im sichtbaren Licht möglich wäre, erforschen. Zudem erlauben die Daten auch die Erkundung der höhergelegenen Stratosphäre im Druckbereich zwischen 0,5 und 20 Millibar.

"Unsere Beobachtungen haben gezeigt, dass der gegenwärtig auftretende Sturm einen deutlich nachweisbaren Einfluss auf die gesamte Saturnatmosphäre ausübt. Energie wird freigesetzt und zusammen mit den Gasmassen über große Strecken transportiert. Dabei werden die normalerweise vorherrschenden Windströmungen verändert und es bilden sich windende Jetstreams und riesengroße Wirbel. Durch diesen Prozess wird auch die jahreszeitlich bedingte Entwicklung der Saturnatmosphäre gestört", so Glenn Orton vom JPL, ein weiteres Mitglied des Teams, welches den Sturm in den vergangenen Monaten ausführlich untersucht hat.

Mit großer Wahrscheinlichkeit hatte der Sturm seinen Ursprung in den tiefer gelegenen Schichten des Saturnatmosphäre, welche sich mit einem Anteil von rund 93 Prozent hauptsächlich aus Wasserstoff zusammensetzen. Vergleichbar mit dem Verhalten der erwärmten Luft in einem beheizten Raum, welche nach oben aufsteigt, drängen auch auf dem Saturn wärmere Gasmassen aus den tiefer gelegenen Atmosphärenschichten nach oben und durchdringen dabei die sonst eher ruhigen Bereiche der äußeren Atmosphäre.

Die aufwallenden Gasmassen führen in den oberen Atmosphärenschichten zu einer deutlichen Temperaturänderung. Die dadurch auftretenden Störungen treten mit den vorherrschenden ostwärts und westwärts gerichteten Windströmungen in eine Wechselwirkung und werden dabei in die Länge gezogen. Das sich bildende Sturmgebiet setzt Energie frei, welche mit den zugehörigen Gasmassen um den gesamten Planeten transportiert wird. Durch diesen Prozess erfolgt eine Beeinflussung der in der Saturnatmosphäre auftretenden Jetstreams. Die auftretenden Wirbel sind sogar in kleineren Amateurfernrohren deutlich erkennbar.

Die großen erdgestützten Observatorien der Berufsastronomen, zum Beispiel die vier Einzelteleskope des Very Large Telescope (VLT) der ESO, können allerdings wesentlich mehr Details darstellen als die Teleskope der Hobbyastronomen. Für die Beobachtungen nutzte das Team um Leigh N. Fletcher die Infrarotkamera VISIR des VLT. Bei dem "VLT Imager and Spectrometer for the mid InfraRed", so die vollständige Bezeichnung für dieses Instrument, handelt es sich um eine Kombination aus einer Kamera und einem Spektrometer für den mittleren Infrarotbereich.

"Glücklicherweise wurden uns von der ESO für den Beginn des Jahres 2011 sowieso Zeiten für Saturnbeobachtungen genehmigt. Diese Beobachtungen durften wir vorverlegen, um den Sturm nach seiner Entdeckung so schnell wie möglich beobachten zu können. Ein weiterer Glücksfall war, dass Cassinis CIRS-Instrument den Sturm zur selben Zeit ebenfalls beobachten konnte. Uns standen somit Bilder vom VLT und spektroskopische Daten von Cassini zur Verfügung, die wir miteinander vergleichen konnten", so Leigh N. Fletcher.

Die Bilddaten von VISIR zeigten den beteiligten Wissenschaftlern einige nicht erwartete Phänomene. Eines davon wurde mit dem Namen "stratosphärische Leuchtfeuer" belegt. Hierbei handelt es sich um starke Temperaturschwankungen in der Stratosphäre des Saturns. Sie befinden sich etwa 250 bis 300 Kilometer über der Wolkendecke der unteren Atmosphärenschichten und zeigen damit an, bis in welche großen Höhen die Auswirkungen des Sturmgebietes reichen. Die Temperatur in der Stratosphäre des Saturns beträgt während der gegenwärtigen Jahreszeit normalerweise etwa minus 130 Grad Celsius. Die Leuchtfeuer sind dagegen etwa 15 bis 20 Grad Celsius wärmer. In dem von der Sonne reflektierten sichtbaren Licht sind die stratosphärischen Leuchtfeuer nicht wahrnehmbar. Für VISIR können sie im mittleren Infrarotbereich dagegen stärker ausfallen als die gesamte restliche von Saturn ausgehende Abstrahlung. Da dieses Phänome noch nie zuvor beobachtet werden konnten, sind sich die Wissenschaftler bisher nicht sicher, ob die Leuchtfeuer regelmäßig bei solchen Stürmen auftreten oder ob es sich hierbei um einen speziellen Einzelfall handelt.

"Natürlich setzen wir unsere Beobachtungen dieses für unsere Generation wahrscheinlich einmaligen Ereignisses derzeit weiter fort", so Leigh N. Fletcher zu der weiteren Vorgehensweise. Nach wie vor ist nämlich zum Beispiel unklar, warum solche Stürme auf dem Saturn nur während des nördlichen Frühlings auftreten. Eine mögliche Erklärung wäre die Äquatorneigung des Ringplaneten. Der Äquator des Saturn ist mit einem Wert von 26,73 Grad sehr stark gegenüber der Umlaufbahn geneigt. Dies hat zur Folge, dass auch die Effekte der Jahreszeiten sehr deutlich ausgeprägt sind. Es erscheint allerdings fraglich, ob dies für eine vollständige Erklärung der Bildung der Frühjahrsstürme ausreicht.

Ebenfalls ungewöhnlich ist, dass entsprechende Stürme anscheinend nicht auch während des Frühlings auf der südlichen Hemisphäre auftreten. Die Wissenschaftler vermuten, dass hierbei ein Zusammenhang mit dem veränderten Abstand des Saturns zur Sonne besteht. Aufgrund der relativ starken Exzentizität seiner Umlaufbahn fällt die Distanz zwischen dem Saturn und dem Zentralgestirn unseres Sonnensystems während des nördlichen Frühlings größer aus als während des südlichen Frühlings.

Ein weiteres Team, geleitet von Kevin Baines vom JPL, ist gegenwärtig damit beschäftigt, die Daten eines weiteren Instrumentes der Raumsonde Cassini auszuwerten. Durch eine erste Sichtung der Messdaten des Visual and Infrared Spectrometer (VIMS) kann bisher bestätigt werden, dass der aktuelle Sturm extrem heftig ausfällt und deutlich mehr Material aus den tieferen Atmosphärenschichten in die obere Atmosphäre befördert als alle zuvor beobachteten Sturmgebiete. Indikatoren dieser Luftvermischung sind unter anderem die registrierten Mengenanteile von Ammoniak, Azetylen und Phosphorwasserstoff. Die an den Untersuchungen beteiligten Wissenschaftler gehen davon aus, dass durch weitere Datenauswertungen schon bald ein noch aussagekräftigeres Gesamtbild gewonnen werden kann.

Die hier kurz vorgestellten Forschungsergebnisse von Fletcher et al. wurden am 19. Mai 2011 unter dem Titel "Thermal Structure and Dynamics of Saturn’s Northern Springtime Disturbance" in der Fachzeitschrift Science publiziert.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: ESO, JPL, Science)


» Raumsonde Cassini beginnt den Saturn-Orbit Nummer 150
29.05.2011 - Am kommenden Montag beginnt der mittlerweile 150. Orbit der Raumsonde Cassini um den Planeten Saturn. Wie bereits bei den vorherigen Saturnumläufen wird das Augenmerk der Raumsonde während dieses 30 Tage dauernden Umlaufs überwiegend auf den Saturn und seinen Mond Titan gerichtet sein. Den wissenschaftlichen Höhepunkt der kommenden vier Wochen bildet ein weiterer naher Vorbeiflug am Titan.
Am 30. Mai 2011 wird die Raumsonde Cassini auf ihrer elliptischen Umlaufbahn um den Saturn erneut die Apoapsis, den Punkt ihrer größten Entfernung zum Saturn, erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Cassini in einer Entfernung von etwa 4,03 Millionen Kilometern zu der obersten Wolkenschicht des Saturn und beginnt damit zugleich ihren mittlerweile 150. Umlauf um den Ringplaneten. Die Raumsonde wird sich auch in den kommenden elf Monaten auf einer Orbitbahn bewegen, welche fast genau auf einer Ebene mit der Ringebene des Saturn sowie den Umlaufbahnen mehrerer größerer Saturnmonde verläuft.

Wie bereits die vier vorherigen Umläufe wird auch der am Montag beginnende Orbit, er trägt die Bezeichnung "Rev 149", von den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern überwiegend dazu genutzt werden, den Ringplaneten und den größten seiner 62 bisher bekannten Monde, den etwa 5.150 Kilometer durchmessenden Titan, mit verschiedenen Instrumenten zu untersuchen und aus unterschiedlichen Entfernungen mit der ISS-Kamera der Raumsonde abzubilden. Die gegenwärtige äquatoriale Umlaufbahn der Raumsonde ermöglicht es den an der Mission beteiligten Wissenschaftlern, speziell die Äquatorregion des Titan eingehend zu untersuchen. Zudem ist dabei ein Blick auf die Wolkenschichten in der Saturnatmosphäre möglich, welcher nicht durch das Ringsystem des Planeten oder einen von den Ringen auf den Saturn geworfenen Schatten eingeschränkt ist.

Für das aus einer Telekamera (NAC) und einer Weitwinkelkamera (WAC) bestehende ISS-Kameraexperiment, eines von insgesamt 12 wissenschaftlichen Instrumenten an Bord von Cassini, sind während der kommenden 30 Tage insgesamt 25 Beobachtungskampagnen vorgesehen. Mehr als die Hälfte dieser Beobachtungen wird ein gewaltiges Sturmgebiet zum Ziel haben, welches sich seit dem Dezember 2010 über der nördliche Hemisphäre des Saturn ausdehnt (Raumfahrer.net berichtete). Weitere sechs Beobachtungen stehen in einem direkten Zusammenhang mit einem zielgerichteten Vorbeiflug an dem Saturnmond Titan, welcher am 20. Juni erfolgen wird. Der Großteil der restlichen Beobachtungskampagnen hat die Abbildung von verschiedenen Monden des Ringplaneten zum Ziel.

Die ISS-Kamera wird ihre Arbeit während des Orbits Nummer 150 am 4. Juni aufnehmen. Dabei soll der zu diesem Zeitpunkt etwa 3,81 Millionen Kilometer von der Raumsonde entfernte Titan abgebildet werden. Diese Aufnahmen des dabei zur Hälfte von der Sonne beleuchteten Mondes dienen der Untersuchung von Wolkenformationen und Oberflächenstrukturen im Bereich einer mit dem Namen Xanadu belegten Oberflächenformation.

Diese auf Fotoaufnahmen hell erscheinende Region erstreckt sich über eine Länge von etwa 4.500 Kilometern entlang des Mondäquators. Xanadu, welches flächenmäßig etwa so groß wie Australien ausfällt, wird von bis zu 2.000 Metern hohen Bergrücken durchzogen. Laut den in den vergangenen Jahren durch die Cassini-Mission gewonnene Radardaten setzen sich diese vermutlich aus porösem Wassereis zusammen, welches von dem auf dem Titan niedergehenden Methanregen durch einen Auswaschungsprozess gebildet wurde.

Unmittelbar im Anschluss an die Titan-Beobachtungen stehen verschiedene astrometrische Beobachtungen von mehreren kleineren Saturnmonden auf dem Arbeitsprogramm der Raumsonde. Das wissenschaftliche Ziel der dabei erfolgenden Abbildungen der Monde Helene, Anthe, Janus, Calypso und Prometheus besteht darin, die bisher verfügbaren Daten über deren jeweilige Umlaufbahnen noch weiter zu verfeinern. Die entsprechenden Fotosequenzen werden allerdings durchweg aus größeren Distanzen angefertigt, so dass im Rahmen dieser Beobachtungen keine Oberflächendetails der jeweiligen Monde aufgelöst werden können.

Am 6. Juni beginnt eine ausführlichere Beobachtungskampagne, welche den Mond Iapetus zum Ziel haben wird. Cassini wird diesen Mond am 7. Juni um 12:30 MESZ in einer Entfernung von 862.490 Kilometern passieren. Bis zum 10. Juni sind insgesamt drei Beobachtungssequenzen durch die ISS-Kamera vorgesehen, welche speziell die Südpolregion dieses besonders durch seine bizarre Oberfläche auffälligen Mondes zum Ziel haben werden (Raumfahrer.net berichtete über die hierbei zugrunde liegenden Prozesse).

Am 11. Juni wird Cassini die Beobachtungen des Mondes Titan fortsetzen - diesmal aus einer Entfernung von rund 2,78 Millionen Kilometern. Parallel zu der erneut erfolgenden Dokumentation des Wolkenzuges in der Titan-Atmosphäre werden die an diesem Tag erfolgenden Aufnahmen auch für weitere astrometrische Beobachtungen genutzt. Im Verlauf der Kampagne werden sich die Monde Helene, Pallene, Atlas, Janus und Telesto im Aufnahmefeld der ISS-Kamera befinden.

Für die folgenden Tage sind zwei weitere Titan-Beobachtungen, erneute astrometrische Beobachtungen verschiedener kleinerer Monde und zwei über jeweils zwei Stunden andauernde Beobachtungen des Saturn vorgesehen. Hierbei soll die Entwicklung des Sturmgebietes über der nördlichen Planetenhemisphäre verfolgt werden. Am 16. Juni wird die ISS-Kamera dokumentieren, wie der mit Kratern übersäte Mond Rhea vor dem Titan vorbeizieht. Rhea wird sich dabei in einer Entfernung von etwa 1,83 Millionen Kilometern befinden, während die Distanz zwischen Titan und Cassini etwa 2,54 Millionen Kilometern betragen wird.

Nach einer kurzen Aktivierung der Triebwerke am 15. Februar, dieses als "short engine burn" bezeichnete Manöver dient einer Kurskorrektur der Sonde, wird Cassini am 19. Juni um 01:46 Uhr MESZ die Periapsis, den Punkt der größten Annäherung an den Saturn während dieses 150. Orbits, erreichen. Zu diesem Zeitpunkt befindet sich die Raumsonde 294.710 Kilometer über der obersten Wolkenschicht des Saturn. Etwa vier Stunden zuvor erfolgt ein dichter Vorbeiflug der Raumsonde an dem kleinen Saturnmond Helene. Cassini wird den unregelmäßig geformten Mond am 18. Juni um 21:31 MESZ mit einer Geschwindigkeit von 4,6 Kilometern pro Sekunde passieren und sich diesem dabei bis auf eine Entfernung von 6.968 Kilometern nähern.

Im Verlauf dieses nicht zielgerichteten Vorbeifluges sollen die Kameras von Cassini die Oberfläche des Mondes ausführlich abbilden. Die Aufnahmen sollen anschließend für die Vervollständigung einer globalen Karte dieses Mondes verwendet werden. Zusätzlich wollen die an der Mission beteiligten Wissenschaftler die Verteilung der Impaktkrater auf der Mondoberfläche studieren. Außerdem sollen die Bilder einen globalen Überblick über die Verteilung von Schluchten liefern, welche während der vorherigen Vorbeiflüge auf der Mondoberfläche zu sehen waren.

Am 20. Juni wird die Raumsonde schließlich um 20:32 MESZ den Mond Titan mit einer Geschwindigkeit von 5,9 Kilometern pro Sekunde in einer Höhe von lediglich 1.358 Kilometern überfliegen. Bei diesem als "T-77" bezeichneten Manöver handelt es sich um den mittlerweile 78. zielgerichteten Vorbeiflug an diesem Mond seit dem Beginn der Orbit-Mission von Cassini am 1. Juli 2004. In der Anflugphase wird das Ultraviolet Imaging Spectrometer (UVIS) den Mond untersuchen und dabei eine Reihe von spektralen Messungen der Titanatmosphäre durchführen. Zeitgleich wird die ISS-Kamera den Mond abbilden. Das Ziel dieser Aufnahmen ist die Untersuchung der Verteilung der Dunstschichten in der oberen Atmosphäre des Titan.

In den letzten Monaten konnte eine durch den gerade erfolgenden Wechsel der Jahreszeiten bedingte Umverteilung dieser Dunstschichten beobachtet werden. Eine zuvor über dem Nordpol des Mondes registrierte Dunsthaube löst sich gegenwärtig auf - dafür bildet sich eine neue Haube über dem Südpol. Zudem zeigen die über einen Zeitraum von mehreren Jahren gesammelten Daten, dass sich die Höhe der Dunstschicht von etwa 500 Kilometern im Jahr 2006 auf jetzt nur noch etwa 380 Kilometer verringert hat. Die gewonnenen Daten werden das Verständnis über die Entwicklung des globalen Wetters auf dem Titan verbessern.

In den zwei Stunden vor und nach der dichtesten Annäherung an den Mond soll dann das RADAR-Instrument auf Titan ausgerichtet werden. Dies wird für die RADAR-Wissenschaftler die einzige Beobachtungsmöglichkeit während der insgesamt sechs im Jahr 2011 erfolgenden Titan-Vorbeiflüge sein. Zuerst wird das Team eine Scatterometrie-Beobachtung der Äquatorregion des Mondes durchführen. Ab einer Entfernung von rund 26.000 Kilometern werden die Wissenschaftler das Instrument dazu benutzen um verschiedene Bereiche der Mondoberfläche im Synthetic Aperture Radar-Modus abzubilden.

Durch eine Kombination mit den RADAR-Daten von dem Titan-Vorbeiflug T-17 - dieser erfolgte bereits am 7. September 2006 - wird die Erstellung von Stereobildern der aufgenommenen Oberflächenbereiche möglich sein. Die bisherigen Untersuchungen haben gezeigt, dass sich auf der Oberfläche von Titan anscheinend nur relativ wenige Impaktkrater befinden - ein Anzeichen dafür, dass die Oberfläche des Mondes über ein in geologische Zeiträumen betrachtet relativ junges Alter verfügt. Durch die Stereobilder des Kraters Ksa erhoffen sich die Wissenschaftler weitere Informationen über die Struktur der oberen Kruste von Titan zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Krater.

Im Anschluss an die Radar-Beobachtungen werden zwei weitere Spektrometer, das Composite Infrared Spectrometer (CIRS) und das Visual Infrared Mapping Spectrometer (VIMS), auf Titan ausgerichtet. Zusammen mit der ISS-Kamera sollen dabei eventuell vorhandene Wolken in der Mondatmosphäre untersucht werden. Zusätzlich dienen diese Beobachtungen der Dokumentation von Oberflächenveränderungen im Bereich der Adiri-Region.

Zwischen dem 22. und dem 25 Juni werden die ISS-Kamera und das VIMS vier weitere Beobachtungskampagnen mit einer Dauer von jeweils 21 Stunden durchführen, welche erneut den Titan zum Ziel haben. Dabei sollen in stündlichen Abständen Bilder angefertigt werden, mit denen die Entwicklung von Wolken in der Atmosphäre des Mondes dokumentiert werden soll.

Zusätzlich wollen die beteiligten Wissenschaftler dabei auch ein besonderes Augenmerk auf die Oberfläche des Mondes richten. Besonders intensiv soll dazu ein Bereich unmittelbar südlich der Region Bellet, hierbei handelt es sich um ein ausgedehnten Dünenfeld in der Äquatorregion des Titan, beobachtet werden. Dort konnte im September 2010 ein massives Sturmgebiet mit einer Ausdehnung von mehreren hundert Kilometern registriert werden. Von Cassini angefertigte Aufnahmen zeigten deutlich erkennbare Veränderungen auf der Oberfläche des Mondes, welche auf einer Fläche von etwa 500.000 Quadratkilometern erfolgten.

Unmittelbar nach dem Vorbeizug des Sturmes erschien die Mondoberfläche in diesem Bereich deutlich dunkler gefärbt als zuvor. Diese Veränderungen werden als ein Beleg für einen erfolgten Methanregen interpretiert, welcher zu der Verdunkelung führte. Die an der Cassini-Mission beteiligten Wissenschaftler haben die Helligkeit der Titan-Oberfläche seit dem Jahr 2004 überwacht und schließen andere mögliche Ursachen für diese Veränderungen aus. In den Cassini-Bildern dehnen sich einige der dunklen Bereiche aus und bilden sich dann innerhalb weniger Wochen wieder zurück.

Am 29. Juni wird Cassini schließlich in einer Entfernung von rund 2,8 Millionen Kilometern zum Saturn erneut die Apoapsis erreichen und den 150. Orbit um den Ringplaneten beenden. Während des damit beginnenden Orbits Nummer 151 wird sich das Hauptaugenmerk der Raumsonde in erster Linie direkt auf den Saturn richten. Mehrere der dabei vorgesehenen Observationen werden speziell das ausgedehnte Sturmgebiet über der nördlichen Hemisphäre des Mondes zum Ziel haben.

Die Mission Cassini-Huygens ist ein Gemeinschaftsprojekt der amerikanischen Weltraumbehörde NASA, der Europäischen Weltraumagentur ESA und der italienischen Weltraumagentur ASI. Das Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA in Pasadena/ Kalifornien, eine Abteilung des California Institute of Technology (Caltech), leitet die Mission für das Direktorat für wissenschaftliche Missionen der NASA in Washington, DC.

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(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: CICLOPS, JPL, Planetary Society)



 

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ISS Aktuell: Endeavour erreicht Internationale Raumstation von Redaktion



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» Endeavour erreicht Internationale Raumstation
18.05.2011 - Das Space Shuttle Endeavour legte heute um 12:14 Uhr MESZ unter der Kontrolle von Kommandant Mark Kelly an die Internationale Raumstation an.
Die Besatzung wurde um 04:56 Uhr MESZ mit dem Lied „Drops of Jupiter“ von der Band Train geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Gregory Johnson gewidmet.

Kurze Zeit nach dem Weckruf begann die Besatzung mit den Vorbereitungen für das Rendezvous mit der Raumstation. Sie führte eine Reihe von Manövern durch, um den Anflug an die ISS zu verfeinern. Als sich der Orbiter in knapp 65 Kilometern Entfernung von der Station befand, aktivierte die Besatzung das STORRM-Sensorsystem. STORRM, was für Sensor Test for Orion RelNav Risk Mitigation steht, ist ein System, dass es zukünftigen Raumfahrzeugen einfacher machen soll, mit der Internationalen Raumstation anzukoppeln. Zu diesem Zweck nutzt es Laserimpulse, um die Raumstation zu erfassen und aus den Daten Entfernung und Geschwindigkeit zu berechnen. Am Andockmechanismus der Station befinden sich zusätzlich besondere Reflektoren, die es ermöglichen, der Crew zentimetergenau die Position des Orbiters in Relation zum Andocksystem anzugeben.

Um 9:38 Uhr MESZ zündete die linke orbitale Steuerdüse des Orbiters für 10 Sekunden. Dieser sogenannte Terminal Initiation Burn leitet die heiße Phase des Rendezvous ein. Wenig später befand sich die Endeavour 182 Meter direkt unterhalb der Station. Von dort leitete Kommandant Mark Kelly das sogenannte R-bar Pitch Manöver (RPM) ein. Diese 360-Grad-Drehung um die Querachse ermöglichte es der Expedition-27-Besatzung, über 500 Bilder vom Hitzeschild an der Unterseite des Orbiters anzufertigen. Diese Bilder wurden zum Boden übertragen, wo sie von Experten in den kommenden Tagen untersucht werden.

Kelly steuerte anschließend die Endeavour direkt vor die Raumstation und näherte sich von dort aus langsam dem Andockmechanismus Nummer 2. Um 12:14 Uhr MESZ machte die Raumfähre an der Raumstation fest.

Beide Besatzungen werden nun die nächsten zwei Stunden das Andocksystem auf seine Dichtheit überprüfen, bevor um ca. 14:36 Uhr MESZ die Luken geöffnet werden können. Nach der üblichen Begrüßung wird Stationskommandant Dmitri Kondratjew ein Sicherheitsbriefing mit der Besatzung der Endeavour durchführen, damit die Astronauten bei einem eventuellen Notfall an Bord der Station schnell reagieren können. Anschließend werden die Astronauten die Arbeit aufnehmen, den Express Logistics Carrier 3 (ELC-3) aus der Ladebucht des Space Shuttles heben und an den Roboterarm der Raumstation übergeben. Mit dessen Hilfe wird dann der Nutzlastträger an der Außenseite der Station installiert.

Die Missionsspezialisten Mike Fincke und Drew Feustel werden außerdem noch die beiden Raumanzüge zur Station transferieren. Der erste Außenbordeinsatz der Mission soll am Freitag durchgeführt werden.

Die Crew der Endeavour soll ihren Arbeitstag um 20:56 Uhr MESZ beenden. Flugtag Nummer 4 wird mit dem Weckruf um 04:56 Uhr MESZ am Donnerstag beginnen und neben Transferarbeiten und Interviews die Installation des Alpha-Magnet-Spektrometers beinhalten.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Endeavour Besatzung installiert AMS-2
19.05.2011 - Die Besatzung des Space Shuttles Endeavour installierte heute das Alpha-Magnet-Spektrometer an der Außenseite der Internationalen Raumstation und ermöglicht so den Wissenschaftlern am Boden einen neuen Blick auf das Universum.
Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Besatzung um 04:56 Uhr MESZ mit dem Lied „Luna“ von Jose Serrano. Das Lied wurde Missionsspezialist Greg Chamitoff gewidmet.

Direkt nach dem Weckruf begannen für die Crew die Vorbereitungen, um AMS-2 auf der Trägerstruktur der Raumstation zu installieren. Die Missionsspezialisten Andrew Feustel und Roberto Vittori, der die europäische Weltraumagentur ESA vertritt, bedienten den Roboterarm des Space Shuttles, um das etwa eine Milliarde Euro teure Instrument aus der Ladebucht zu heben. Anschließend übergaben die beiden das Spektrometer an den Stationsarm, der von Gregory Johnson und Greg Chamitoff gesteuert wurde.

Um 11:46 Uhr MESZ erreichte AMS-2 seinen endgültigen Platz auf der Außenseite der Raumstation. Kurze Zeit später konnte das Wissenschaftsteam um Dr. Samuel Ting vermelden, dass das Spektrometer einwandfrei funktioniert und bereits erste Daten zur Erde übermittelt. In den nächsten Wochen wird das Team das Instrument auf Herz und Nieren überprüfen, bevor anschließend am CERN-Institut in der Schweiz die wissenschaftliche Arbeit beginnt.

Für die Besatzung standen nach der Installation von AMS-2 verschiedenste Interviews mit Medienvertretern auf dem Zeitplan. Außerdem nahm sie sich Zeit für einen besonderen Event, bei den Menschen via Videoportal Youtube Fragen an die Astronauten richten konnten.

Neben Transferarbeiten zwischen dem Shuttle und der Raumstation bereiteten Andrew Feustel und Greg Chamitoff ihre Raumanzüge vor. Sie besprachen außerdem noch einmal mit der gesamten Besatzung den morgigen Ausstieg, bevor sie sich in die Luftschleuse Quest begaben, um dort bei vermindertem Luftdruck zu schlafen. Diese Prozedur soll den Stickstoffgehalt im Blut senken und so der gefährlichen Taucherkrankheit vorbeugen. Bei der Taucherkrankheit bildet der Stickstoff im Blut aufgrund der unterschiedlichen Druckverhältnisse Blasen und kann so Embolien auslösen, die unter Umständen zum Tod führen.

Am Boden diskutiert das Mission Management Team derzeit eine mögliche detaillierte Inspektion des Hitzeschildes der Endeavour. Die von der Besatzung der Internationalen Raumstation während des R-bar Pitch Manöver (RPM) gemachten Fotos von der Unterseite des Orbiters, zeigten insgesamt sieben Schäden an den Hitzeschutzkacheln. Zwei dieser Schäden erweckten die besondere Aufmerksamkeit des Damage Assessment Teams (DAT). Aufgrund der Art der Schäden bat das Team die Manager der Mission, die Option für eine detaillierte Inspektion offen zu halten.

Diese Inspektion würde am sechsten Flugtag durchgeführt. Ähnliche Schäden traten bereits während der STS-118-Mission auf, bei der ein Stück Eis die Kacheln an der Unterseite beschädigte. Damals entschied man sich für eine detaillierte Inspektion, kam dann aber aufgrund der Ergebnisse der Inspektion zum Schluss, dass keine Reparatur notwendig ist. Für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass diesmal eine Reparatur notwendig sein sollte, stehen der Besatzung Werkzeuge zur Verfügung, um die Schäden zu beseitigen. Während der STS-123-Mission wurde die Reparaturtechnik, bei der die Astronauten ein Material namens Shuttle Tile Ablator 54 (STA-54) auftragen, an einigen Testobjekten erfolgreich getestet. Alle Indikatoren weisen derzeit jedoch darauf hin, dass so eine Maßnahme nicht erforderlich ist.

Die Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 340 Kilometern. Die Besatzung soll um 04:56 Uhr MESZ für ihren fünften Flugtag geweckt werden. Höhepunkt wird der erste Außenbordeinsatz der Mission sein. Andrew Feustel und Greg Chamitoff werden die Station für 6½ Stunden verlassen und eine Vielzahl von Aufgaben erfüllen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» STS 134: Erster Außenbordeinsatz erfolgreich
20.05.2011 - Andrew Feustel und Greg Chamitoff verließen für 6 Stunden und 19 Minuten die Internationale Raumstation und absolvierten eine Vielzahl von Aufgaben.
Die Crew der Endeavour wurde für ihren fünften Flugtag um 04:30 Uhr MESZ mit dem Lied „We All Do What We Can Do“ geweckt. Das Lied wurde von Dan Keenan, einem Ingenieur der am Hitzeschild des Orbiters arbeitet, und Kenny McLaughlin, der an der Startrampe des Space Shuttles tätig ist, geschrieben und dem Missionsspezialisten Mike Fincke gewidmet.

Direkt nach der Morgenroutine begann die Besatzung damit, Andrew Feustel und Greg Chamitoff auf den bevorstehenden Einsatz vorzubereiten. Shuttlekommandant Mark Kelly assistierte den beiden Astronauten dabei, ihre Anzüge und Ausrüstung anzulegen. Um 09:10 begann offiziell der erste von ingesamt vier Außenbordeinsätzen.

Für die erste Aufgabe des Tages begaben sich die beiden Astronauten zum Express Logistics Carrier 2 (ELC-2), um dort zwei Materialexperimente, MISSE 7A und MISSE 7B, zu entfernen und diese in der Ladebucht des Space Shuttle zu verstauen. Dort werden sie zur Erde zurückkehren und von Wissenschaftlern ausgewertet.

Andrew Feustels nächste Aufgabe führte ihn erneut zu ELC-2. Dort installierte er das neue Materialexperiment MISSE 8. Chamitoff installierte derweil ein neues Licht an einem der CETA-Karren. Da er bei der Installation ein wenig Probleme hatte und Hilfe von Feustel benötigte, entschied man sich am Boden die Installation von Schutzabdeckungen am Steuerbord Solar Alpha Rotary Joint (SARJ), die nach dem normalen Zeitplan von Greg Chamitoff angebracht werden sollten, von Andrew Feustel ausführen zu lassen.

Während die Arbeiten am SARJ durchgeführt wurden, begab sich Chamitoff zur Luftschleuse Quest, füllte seinen Sauerstoffvorrat wieder auf und traf sich anschließend mit Feustel am P3-Trägersegment der Raumstation. Dort installierten die beiden eine Überbrückung am Ammoniaksystem der Raumstation.

Die beiden Astronauten bewegten sich dann zum amerikanischen Labor, um dort eine Antenne zu installieren. Allerdings fiel zu diesem Zeitpunkt der Sensor zur Kohlendioxidmessung in Greg Chamitoff Raumanzug aus. Nach den geltenden Flugregeln muss damit die Dauer des Außenbordeinsatzes verkürzt werden, um sicherzustellen, dass kein Risiko für den Astronauten besteht, eine Kohlendioxidvergiftung zu erleiden. Das Team entschied sich daher, die Installation der Antenne auf einen kommenden Einsatz zu verschieben.

Die letzte Aufgabe des Tages trennte die beiden Astronauten, um verschiedenste Verbindungen an den P3/P4- und P1/P2-Trägersegmenten zu schließen. Anschließend begaben sich die beiden Astronauten wieder in die Luftschleuse Quest und beendeten um 15:29 Uhr MESZ den Einsatz. Es war der 156. Außenbordeinsatz zum Aufbau der Raumstation. Für Andrew Feustel war es der vierte Einsatz seiner Karriere, während Greg Chamitoff seine Premiere feierte.

Am Boden entschied sich derweil das Mission Management Team für eine detaillierte Inspektion einer Schadstelle an der Unterseite des Orbiters. Dies soll dem Damage Assessment Team (DAT) am Boden ein besseres Bild von der Beschädigung ermöglichen. Dem Team geht es vor allem darum, ein dreidimensionales Bild zu bekommen, um so besser mit den zur Verfügung stehenden Computermodellen mögliche Szenarien beim Wiedereintritt simulieren zu können. Die detaillierte Inspektion wird morgen mithilfe des Orbiter Boom Sensor System durchgeführt.

Außerdem entschieden die Manager nach eingehender Rücksprache mit ihren russischen Kollegen die Möglichkeit, mithilfe der Sojus-Kapsel Fotos von der Raumstation zu machen, wahrzunehmen. Der Plan sieht vor, dass sich die Kapsel nach dem Abdocken in eine Warteposition begibt. Von dort aus wird dann der italienische Astronaut Paolo Nespoli Fotos der Raumstation anfertigen. Um ein möglichst komplettes Bild der Station zu bekommen, wird man die Station um 130 Grad drehen und erhält so eine Seitenansicht der Station. Die Besatzung der Sojus beginnt dann anschließend ganz normal mit ihren Vorbereitungen für die Landung in Kasachstan.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 340 Kilometern. Die Besatzung soll um 03:26 Uhr MESZ geweckt werden. Auf dem Zeitplan steht unter anderem die detaillierte Inspektion des Hitzeschildes der Endeavour.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: NASA)


» STS 134: Detaillierte Inspektion beendet
21.05.2011 - Die Besatzung des Space Shuttle Endeavour untersuchte heute eine Schadstelle an der Unterseite des Orbiters und sprach außerdem mit Papst Benedikt XVI.
Die Crew wurde um 03:26 Uhr MESZ mit dem Lied „The View“ von Tragically Hip geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Andrew Feustel gewidmet.

Nach dem Weckruf konnte die Besatzung ein wenig Freizeit genießen, um sich etwas von dem anstrengenden Außenbordeinsatz am gestrigen Tage zu erholen. Anschließend stand mit der detaillierten Inspektion die erste Aufgabe des Tages auf dem Plan. Die Inspektion war notwendig geworden, da dem Damage Assessment Team (DAT) am Boden nicht genug Daten zur Verfügung standen, um sicher sagen zu können, dass die Schadstelle kein Problem für den Orbiter darstellt.

Pilot Gregory Johnson und die Missionsspezialisten Roberto Vittori und Andrew Feustel steuerten vom Flugdeck der Endeavour aus den Roboterarm, um mit der Hilfe der Sensoren am Ende des Orbiter Boom Sensor Systems (OBSS) ein genaues Bild der Schadstelle zu erhalten. Damit das DAT eine präzise dreidimensionale Abbildung für ihre Computersimulationen erstellen kann, musste die Besatzung die beschädigte Hitzeschutzkachel aus insgesamt fünf Blickwinkeln scannen.

Um ein Maximum an Daten zu erhalten, verfügt das Orbiter Boom Sensor System über eine Vielzahl von Kameras. Neben einer Digitalkamera verfügt das System über ein Laser Camera System (LCS), mit der man dreidimensionale Bilddaten erstellen kann, und einem Laser Dynamic Range Imager. Diese Sensoren können Schäden im Millimeterbereich erkennen und liefern dem DAT wertvolle Information über die genaue Struktur des Schadens.

Die detaillierte Inspektion dauerte insgesamt 55 Minuten. Aufgrund der geringen Größe des Schadens geht das Mission Management Team davon aus, dass der Hitzeschild innerhalb von 24 Stunden für den Wiedereintritt freigegeben werden kann. Für das Orbiter Boom Sensor System wird es noch zu einem weiteren Einsatz gegen Ende der Mission kommen, bevor die Crew das OBSS an die Raumstation übergeben wird. Dort wird der ca. 15 Meter lange Ausleger bei Bedarf die Reichweite des Stationsarms Canadarm 2 erheblich erhöhen. Die Kombination OBSS und Canadarm 2 wurde bereits während der STS-120-Mission erfolgreich genutzt, um ein beschädigtes Solarpaneel zu reparieren und war ein Hauptargument dafür, das OBSS nach der STS-134-Mission auf der Raumstation zu belassen.

Nachdem die Arbeiten mit dem Orbiter Boom Sensor System erfolgreich beendet waren, stand auch schon das nächste Highlight des Tages auf dem Zeitplan. Papst Benedikt XVI. nahm sich Zeit, um mit den zwölf Raumfahrern an Bord der Raumstation zu sprechen und übermittelte ihnen seine Grüße. In einer kurzen Ansprache an die Besatzung betonte er den Nutzen der Raumfahrt für alle Menschen auf der Erde und bemerkte wie unsinnig Kriege auf unseren Planeten erscheinen, wenn man die Schönheit der Erde aus dem All sieht. Anschließend stellte er der Crew noch einige Fragen.

Den Rest des Tages nutzten Andrew Feustel und Mike Fincke, um sich auf den zweiten Außenbordeinsatz der Mission vorzubereiten. Für Mike Fincke, der bereits mehrere Außenbordeinsätze in russischen Raumanzügen durchgeführt hat, wird es der erste mit einem amerikanischen Raumanzug sein. Die beiden besprechen außerdem noch einmal mit dem Rest der Besatzung ihren Einsatz, bevor sie sich in die Luftschleuse Quest begeben, um dort bei vermindertem Luftdruck zu schlafen.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 340 Kilometern. Die Besatzung soll um 03:26 Uhr MESZ geweckt werden und damit den siebten Flugtag beginnen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» STS 134: Zweiter Außenbordeinsatz beendet
22.05.2011 - Andrew Feustel und Michael Fincke verließen für über 8 Stunden die Internationale Raumstation und führten diverse Wartungsarbeiten durch.
Die Astronauten wurden um 03:27 Uhr MESZ mit dem Lied „Il Mio Penserio“ vorgetragen von Ligabue geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Roberto Vittori gewidmet.

Direkt nach dem Weckruf begannen für Feustel und Fincke die Vorbereitungen auf den Außenbordeinsatz. Unterstützt wurden sie dabei von Shuttlekommandant Mark Kelly und Missionsspezialist Greg Chamitoff, der zusammen mit Feustel den ersten Außenbordeinsatz der Mission durchführte. Um 08:05 Uhr MESZ waren dann alle Vorbereitungen abgeschlossen und der zweite Außenbordeinsatz der Mission konnte beginnen.

Die erste Aufgabe des Tages führte die beiden Astronauten zum P3/P4-Trägersegment der Raumstation, wo sie die Leitungen des Kühlsystems der Raumstation neu anordneten. Die Arbeiten am Leitungssystem wurden bewusst an den Anfang des Einsatzes gelegt, da die Möglichkeit bestand, dass Ammoniak aus den Leitungen austreten und die Anzüge der Astronauten kontaminieren kann. Die Länge des Einsatzes hätte dann alles Ammoniak, das sich auf den Raumanzügen absetzt, verdampfen lassen.

Nach erledigter Arbeit am P3/P4-Segment, trennten sich die beiden Astronauten. Andrew Feustel begab sich zum P5/P6-Segment, um dort einige Schnellverschlüsse an einem Paneel umzulegen. In der Zwischenzeit arbeitete Mike Fincke am P1-Segment, um dort die sogenannte Ammonia Tank Assembly (ATA) mit Ammoniak aufzufüllen. Die Arbeiten an diesen Systemen stellten eine permanente Verbindung zwischen dem Ersatztank am P1-Segment mit dem Kühlsystem am P6-Segment her, welches in der Vergangenheit Undichtigkeiten aufwies.

Anschließend begab sich Finke zum linken Solar Alpha Rotary Joint (SARJ), wo er anfing vier Schutzabdeckungen zu entfernen. Nach Abschluss der Arbeiten am P5/P6-Segment unterstützte Feustel ihn dabei. Beim Lösen der Schrauben von den Schutzabdeckungen kam es zu kleineren Problemen. Die Schrauben wollten sich zuerst mit den normalen Einstellungen am sogenannten Pistol Grip Tool nicht lösen. Nach Rücksprache mit dem Boden nutzte Fincke dann eine höhere Krafteinstellung, was erfolgreich war. Beim Lösen der Schrauben sprangen diese allerdings unerwartet aus ihren Verankerungen. Mike Fincke war in der Lage drei von vier Schrauben aufzufangen.

Nachdem die Schutzabdeckungen entfernt waren, begann Fincke mit dem Schmieren des Drehlagers. Das Schmieren der Drehlager soll das SARJ vor exzessiver Abnutzung zu schützen. Nach den Problemen mit dem SARJ auf der rechten Seite der Station und den Abnutzungserscheinungen, die während der STS-120-Mission gefunden wurden, empfahlen die Ingenieure am Boden die Drehlager an beiden SARJ etwa alle fünf Jahre zu schmieren. Da nur die Hälfte der Schutzabdeckungen entfernt wurde, bearbeitete Fincke nur eine Seite des Drehlagers. Die Astronauten widmeten sich danach weiteren Aufgaben, während die Bodenkontrolle in Houston das SARJ um 180 Grad drehte.

Andrew Feustel begab sich wieder zur Ammonia Tank Assembly (ATA), um dort die Leitungen zu entlüfteten. Mike Ficke installierte derweil zwei Träger für Haltestangen am S1-Segment der Raumstation. Die Haltestangen werden notwenig, falls in Zukunft einmal die Radiatoren der Station ausgetauscht werden müssen. Feustels nächste Aufgabe war die Installation einer Schutzabdeckung am Roboter DEXTRE und das Schmieren des Greifmechanismus am Roboter.

Anschließend begaben sich beide Astronauten wieder zum SARJ und schmierten dort den zweiten Teil des Drehlagers. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit entschied man sich, nur drei der insgesamt vier Schutzabdeckungen zu installieren und die vierte ins Innere der Station mitzunehmen.

Der zweite Außenbordeinsatz der Mission endete um 16:12 Uhr MESZ. Es war der sechstlängste Außenbordeinsatz der Geschichte. Andrew Feustel verbrachte nun, verteilt über fünf Einsätze, insgesamt über 35 Stunden in einem Raumanzug im All. Mike Fincke absolvierte seinen siebenten Außenbordeinsatz mit einer Gesamtzeit von über 34 Stunden.

Gegen Ende des Tages vollführte die Besatzung der Internationalen Raumstation noch die traditionelle Kommandoübergabe. Neuer Kommandant der Internationalen Raumstation ist nun Andrej Borisjenko, der das Kommando von Dmitri Kondratjew erbt.

Am Boden konnte derweil das Mission Management Team (MMT) vermelden, dass der Hitzeschild der Endeavour für den Wiedereintritt freigegeben wurde. Damit steht einer erfolgreichen Rückkehr der Besatzung am 1. Juni nichts mehr im Wege.

Die Besatzung soll um 03:56 Uhr MESZ für ihren achten Flugtag geweckt werden. Neben einigen Interviews wird die Besatzung ein wenig Freizeit genießen können, um sich von den anstrengenden letzten Tagen zu erholen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Russische Kapsel sicher gelandet
24.05.2011 - Heute morgen kehrte die Landekapsel von Sojus-TMA 20 mit seiner dreiköpfigen Besatzung zur Erde zurück und ging planmäßig in der kasachischen Steppe nieder. Erstmalig fand die Abkopplung einer Sojus-Kapsel von der ISS während des Besuches eines Space Shuttles statt. (Newsbild: Die Landekapsel am Fallschirm)
Mit der erfolgreichen Landung von Dmitri Kondratjew, Paolo Nespoli und Catherine Coleman um 04:27 Uhr MESZ im vorhergesehenen Landegebiet, 147 Kilometer von der Stadt Schesqasghan in Kasachstan entfernt, wurde die ISS-Expedition 27 beendet. Die Raumfahrer waren am Abend des 15. Dezember 2010 zur Internationalen Raumstation aufgebrochen und verbrachten gemeinsam 159 Tage im All.

Gestern Abend verabschiedeten sich die drei Rückkehrer von ihren auf der ISS verbleibenden Kollegen und schlossen gegen 20:45 Uhr MESZ die Luken des Raumfahrzeuges. Die Abkopplung erfolgte dann um 23:35 Uhr MESZ und Sojus-TMA 20 mit Kommandant Dmitri Kondratjew an den Kontrollen entfernte sich vom Kopplungs- und Forschungsmodul Rasswjet. Die ISS befand sich während dieses Manövers im freien Flug, um den Ablegevorgang nicht durch automatische Lagekorrekturen zu beeinflussen.

In 180-200 Metern Entfernung von der Station stoppte Sojus-TMA 20, um eine wohl einmalige Foto- und Videoaufzeichnung der ISS mit einem angekoppelten Space Shuttle, Progress- und Sojus-Raumschiffen sowie dem europäischen ATV 2 "Johannes Kepler" durchzuführen. Ermöglicht wurde dies durch die Genehmigung eines DDO durch die NASA, einem Docken oder Abdocken eines russischen Sojus- oder Progress-Raumschiffes während der Kopplung einer Raumfähre. Auch die russische Seite stimmte dieser Aktion nach längerer Prüfung und einer Umplanung der Sojus-Aktivitäten zu. Von ca. 0 Uhr bis 00:30 Uhr MESZ wurde nun die Raumstation etwas gedreht, um der Besatzung von Sojus-TMA 20 die Möglichkeit zu geben, den Obitalkomplex aus verschiedenen Blickwinkeln aufzunehmen. Anschließend begannen Dmitri Kondratjew, Paolo Nespoli und Catherine Coleman mit den Vorbereitung auf die Rückkehr zur Erde.

Nach etwa drei Stunden weiterem Flug und einigen Bahnmanövern wurden die Bremstriebwerke gegen 03:36 Uhr MESZ für einige Minuten aktiviert, um die endgültige Rückkehr zur Erde einzuleiten. Kurz vor dem Eintritt in die ersten Schichten der Erdatmosphäre wurden Orbitalmodul, Landekapsel und Servicemodul per Sprengbolzen voneinander getrennt. Alle drei Teile traten in die obersten Luftschichten ein, aber nur die Landeeinheit ist mit einem ablativen Hitzeschutzschild ausgestattet und übersteht den Wiedereintritt. Die Kapsel wurde nun durch den Luftwiderstand und danach durch einen kleinen Bremsfallschirm auf eine Geschwindigkeit von etwa 350 km/h verzögert. Anschließend öffnete sich der große Hauptfallschirm, der für eine weitere Verlangsamung auf ungefähr 21 km/h sorgte. In sieben Kilometern Höhe wurde der Hitzeschutzschild abgeworfen und unmittelbar vor dem Aufsetzen zündeten die sechs Bremstriebwerke, um die Landung weiter zu dämpfen. Die Geschwindigkeit der Landekapsel betrugt im Moment des Aufsetzen noch ca. 10 km/h.

Alle drei Besatzungsmitglieder überstanden Rückkehr und Landung in gesundheitlich gutem Zustand. Von Ärzten und Betreuungspersonal umgeben, auf speziellen Sitzen und in Decken eingehüllt, wurden erste medizinische Werte geprüft. Das russische Personal entlud währenddessen die wissenschaftliche Fracht, welche mit dem Landemodul zur Erde gelangte. Dmitri Kondratjew, Paolo Nespoli und Catherine Coleman wurden nach der Bergung zuerst nach Qostanai/Kasachstan gebracht, um dann entweder in das russische Kosmonauten-Ausbildungszentrum nahe Moskau oder in die USA weiterzureisen.

Den längsten Aufenthalt der drei im All kann jetzt Catherine Coleman mit 179 Tagen und drei Missionen für sich verbuchen, gefolgt von Paolo Nespoli mit 174 Tagen in zwei Missionen und Dmitri Kondratjew mit 159 Tagen, da er seine erste Mission bestritt. Als nächstes werden die Raumfahrer Sergei Wolkow, Satoshi Furukawa und Mike Fossum mit Sojus-TMA 02M am 7. Juni zur ISS aufbrechen und die gestern begonnene Expedition 28 verstärken.

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(Autor: Ralf Möllenbeck - Quelle: NASA, Raumfahrer.net)


» Endeavour Besatzung untersucht erneut Hitzeschild
26.05.2011 - Die Astronauten des Space Shuttles Endeavour vollführten die routinemäßige späte Inspektion des Hitzeschildes der Raumfähre und bereiteten sich auf den letzten Außenbordeinsatz der Mission vor.
Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Besatzung um 01:56 Uhr MESZ mit dem Lied „Countdown“ der kanadischen Band Rush. Das Lied wurde Missionsspezialist Mike Fincke gewidmet.

Kurze Zeit nach dem Weckruf begann die Besatzung mit den Arbeiten und aktivierte das Orbiter Boom Sensor System (OBSS), um damit den Hitzeschild der Endeavour auf Schäden durch Weltraumschrott und Mikrometeoriten zu kontrollieren. Normalerweise wird diese Untersuchung erst durchgeführt, nachdem der Orbiter die Raumstation verlassen hat. Da das OBSS allerdings an der Raumstation verbleibt und nicht mit Endeavour zurückkehrt, wurde die sogenannte Docked Late Inspection (DLI) notwendig.

Die Experten am Boden konnten in der Vergangenheit bereits etliche Erfahrungen mit dieser Technik sammeln. Zum ersten Mal wurde die DLI während der STS-123-Mission, die ebenfalls von der Endeavour geflogen wurde, angewandt. Damals musste man das OBSS an der Station zurücklassen, da die nächste Mission STS 124 aufgrund des großen japanischen Laboratoriums Kibo kein OBSS in der Ladebucht mitnehmen konnte. STS 131 war dann die zweite Mission, bei der eine DLI durchgeführt werden musste. Während dieser Mission funktionierte die Ku-Band-Antenne des Orbiters nicht und die Besatzung war auf die Bordsysteme der Raumstation angewiesen, um die Daten zum Boden zu übertragen.

Aufgrund von fehlender Bewegungsfreiheit des Roboterarms des Space Shuttles, musste die Prozedur zum Abtasten der Flügelkanten sowie der Nasenkappe etwas modifiziert werden. Die neue Sequenz erlaubte es zwar, den Laser Dynamic Range Imager zu benutzen, aber schränkte die Nutzung der Digitalkamera ein. Durch diese Einschränkungen dauerte die Inspektion eine Stunde länger als eine normale späte Inspektion. Um 08:16 Uhr MESZ waren dann die Arbeiten abgeschlossen. Es wird etwa 18-20 Stunden dauern, die kompletten Daten an die Bodenkontrolle zu übermitteln und auszuwerten.

Die Besatzung widmete sich nach der Docked Late Inspection der traditionellen gemeinsamen Pressekonferenz mit der Besatzung der Raumstation. Anschließend begannen die Vorbereitungen auf den letzten Ausstieg der Mission. Für diesen Einsatz entschied sich das Bodenteam, wieder auf das „Campout“-Verfahren zurückzugreifen und nicht wie beim dritten Ausstieg, das In-Suit Light Exercise (ISLE) zu nutzen. Der Grund für diese Entscheidung liegt in den Problemen mit dem Kohlendioxidsensor in Greg Chamitoffs Anzug. Sollte dieser während des Einsatzes wiederum versagen, so müsste die Bodenkontrolle den Ausstieg verkürzen. Da beim Einsatz der ISLE-Prozedur allerdings die Reserven des Anzuges schon 40 Minuten früher als beim Campout belastet werden, könnte man bei einem Problem mit dem Kohlendioxidsensor nicht die vollen 6 ½ Stunden arbeiten.

Mike Fincke und Greg Chamitoff werden sich daher gegen Ende des Tages in die Luftschleuse Quest zurückziehen und dort bei vermindertem Luftdruck schlafen. Der letzte Außenbordeinsatz der Mission wird zusätzlich der letzte Einsatz sein, der von einer Shuttlebesatzung durchgeführt wird.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 340 Kilometern. Die Besatzung soll um 01:56 Uhr MESZ geweckt werden und damit ihren 12. Flugtag beginnen.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» STS 134: Letzter Außenbordeinsatz abgeschlossen
27.05.2011 - Mike Fincke und Greg Chamitoff verließen für 7 Stunden und 24 Minuten die Raumstation und vollführten den letzten Außenbordeinsatz der STS-134-Mission. Mit diesem Einsatz endete auch die Ära der von Shuttlebesatzungen durchgeführten Außenbordeinsätze.
Die Besatzung wurde um 01:58 Uhr MESZ mit einer modifizierten Version des Liedes „Fun, Fun, Fun“ geweckt, welches im Original von den Beach Boys gespielt wurde. Die heutige Version enthielt einen shuttlebasierten Text. Das Lied wurde der gesamten Besatzung gewidmet.

Die Besatzung begann direkt nach dem Weckruf mit den Vorbereitungen auf den letzten Außenbordeinsatz der Mission. Bevor Mike Fincke und Greg Chamitoff mit den Arbeiten beginnen konnten, musste das Orbiter Boom Sensor System vom Roboterarm des Space Shuttles and den Stationsarm übergeben werden. Anschließend konnten Fincke und Chamitoff um 06:15 Uhr MESZ mit ihren Arbeiten beginnen.

Der Fokus während des heutigen Ausstiegs lag hauptsächlich auf dem Orbiter Boom Sensor System, das auf der Trägerstruktur der Raumstation verbleiben soll. Um 07:42 Uhr MESZ war es OBSS sicher festgemacht und markierte nach 13 Jahren Konstruktion die Fertigstellung des amerikanischen Segments der Internationalen Raumstation.

Fincke und Chamitoff begannen anschließend damit, das OBSS für seine Nutzung mit dem Roboterarm der Raumstation umzurüsten. Hierzu verlegten sie einige Kabel, um am knapp 15 Meter langen Ausleger eine sogenannte Power & Data Grapple Fixture (PDGF) anzubringen. Zuvor mussten sie jedoch erst die nun nicht mehr benötigte End Effector Grapple Fixture (EFGF), mit dem der Roboterarm des Space Shuttles die Funktionen des OBSS steuert, entfernen. Die beiden Systeme sind nicht kompatibel miteinander, was den Austausch notwendig machte. Das EFGF sollte ursprünglich mit der Endeavour zurückkehren, doch das Team am Boden entschied, das System erst während der nächsten Shuttlemission zurückzubringen.

Im Gegensatz zur STS-123-Mission, bei der das OBSS schon einmal an der Raumstation verblieb, legte man bei den heutigen Arbeiten keinen Wert darauf, die Sensorsysteme des OBSS am Leben zu erhalten, da diese nun nicht mehr benötigt werden. Mit Abschluss der Arbeiten am Orbiter Boom Sensor System, wurde das System in Enhanced ISS Boom Assembly umbenannt, da es nun exklusiv von der Raumstation genutzt wird.

Gegen Ende des Einsatzes trennten sich Fincke und Chamitoff noch einmal. Fincke begab sich zum Express Logistics Carrier 3 (ELC 3), um dort Schrauben an einem Ersatzarm des Roboters DEXTRE zu lösen. Dies soll es zukünftigen Besatzungen der Raumstation einfacher machen, an das Ersatzteil ranzukommen, falls es nötig ist. Chamitoff kontrollierte derweil einen Haltegurt, mit der eine Werkzeugplattform an der Raumstation festgemacht wurde. Anschließend machte Greg Chamitoff noch ein finales Foto, um den Abschluss der Konstruktionsarbeiten am amerikanischen Segment zu feiern.

Um 13:39 Uhr MESZ endete nach 7 Stunden und 24 Minuten der letzte Außenbordeinsatz der STS-134-Mission. Während des Einsatzes überschritten die Astronauten die 1.000-Stunden-Marke, die Zeit, die außenbords zu Aufbau und Wartung der Raumstation aufgewandt wurde. Dies wird allerdings nicht der einzige Meilenstein sein, der während des Flugtages gebrochen wird. Mike Fincke wird die Nummer-1-Position unter den amerikanischen Astronauten einnehmen, was die Aufenthaltsdauer im All betrifft. Er wird Peggy Whitson verdrängen, die mit 376 Tagen und 17 Stunden den derzeitigen Rekord innehält.

Die Besatzung der Endeavour wird sich nun langsam darauf vorbereiten, die Internationale Raumstation zu verlassen und die letzte Mission der Raumfähre zu beenden.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 340 Kilometern. Die Crew soll um 01:56 Uhr MESZ für ihren 13. Flugtag geweckt werden. Auf dem Zeitplan stehen neben diversen Wartungsarbeiten auch einige Interviews.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)


» Endeavour verlässt Internationale Raumstation
30.05.2011 - Das Space Shuttle Endeavour verließ um 05:55 Uhr MESZ ein letztes Mal die Internationale Raumstation und setzte Kurs für eine Landung am Mittwoch.
Die Besatzung wurde um 01:27 Uhr MESZ mit dem Lied „Slowness“ von der Band Calexico geweckt. Das Lied wurde Shuttlekommandant Mark Kelly gewidmet.

Nachdem die Crew die letzten Tage an Bord der Internationalen Raumstation mit Transfer und Wartungsarbeiten verbracht hatte, richtete sich der Fokus nun auf das Ablegemanöver von Endeavour. Insgesamt verbrachten die Astronauten über 11 Tage zusammen, an denen sie eine Vielzahl von Arbeiten erledigten und das amerikanische Segment der Station vervollständigten.

Pünktlich um 05:55 Uhr MESZ war es dann soweit und die Klammern lösten sich im Andockring der Endeavour. Der Orbiter driftete anschließend für eine knappe halbe Stunde von der Station weg, bevor Pilot Gregory Johnson das Shuttle in den sogenannten Fly-Around kommandierte. Während der Umkreisung der Raumstation, die über eine Stunde dauerte, dokumentierte die Besatzung den äußeren Zustand mit Video und Fotoaufnahmen.

Nach Abschluss des Fly-Around zündeten die Steuerdüsen des Space Shuttles, um die Distanz zwischen Orbiter und Station zu vergrößern. Im Gegensatz zu früheren Missionen, wo sich das Shuttle zu diesem Zeitpunkt endgültig von der Raumstation trennte, stand für die Besatzung heute noch ein weiterer Test des neuen Rendezvoussystems STORRM auf dem Plan. Die Erkenntnisse aus STORRM, was für Sensor Test for Orion Relative Navigation Risk Mitigation steht, soll es zukünftigen Raumfahrzeugen einfacher machen an der Internationalen Raumstation anzulegen. Das System wurde bereits ausgiebig während des dritten Flugtages getestet, als sich Endeavour zum ersten Mal der Station näherte.

Beim heutigen Test entfernte sich das Space Shuttle zuerst so weit von der Raumstation, sodass die STORRM-Sensoren den Komplex nicht mehr erfassen konnten. Anschließend vollführte die Besatzung eine Reihe von Kurskorrekturen, um den Orbiter wieder zurückzubringen und ein weiteres Mal ein Rendezvous mit der Raumstation zu fliegen. Während des gesamten Manövers sammelte die Crew Daten von den Sensoren und übermittelte diese an die Bodenstation in Houston, wo diese ausgewertet werden. Alleine während des dritten Flugtages wurden schon knapp 232 Gigabyte an Daten von der Andockkamera des Systems gesammelt und noch einmal 108 Gigabyte vom Vision Navigation Sensor. Am heutigen Tag dürfte die Datenmenge ein ähnliches Volumen erreicht haben.

Um 10:38 Uhr MESZ zündeten die Steuerdüsen, um die beiden Raumfahrzeuge endgültig voneinander zu trennen. Im Laufe des restlichen Tages vollführten die Astronauten noch einige Tests mit den Steuerdüsen des Orbiters, damit verschiedenste Sensoren am Boden die Interaktionen zwischen den Abgasfahnen des Orbiters und der Atmosphäre untersuchen können. Anschließend begann die Besatzung des Space Shuttle mit ersten Vorbereitungen auf die bevorstehende Landung am Mittwoch.

Das Space Shuttle Endeavour befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 334 Kilometern. Die Astronauten sollen um 01:56 Uhr MESZ geweckt werden und ihren vorausichtlich vorletzten Tag der Mission beginnen. Auf dem Zeitplan stehen die routinemäßigen Tests der Systeme des Orbiters und die Vorbereitungen des Mtteldecks auf die Landung.

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(Autor: Thomas Pallmann - Quelle: Nasa)



 

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"InSpace" Magazin #442
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
1. Juni 2011
Auflage: 4435 Exemplare


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