InSpace Magazin #382 vom 30. März 2009

In Space Magazin
Raumfahrer.net

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Das Email-Magazin von Raumfahrer.net.

"In Space" Magazin

Ausgabe #382
ISSN 1684-7407


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Updates / Umfrage

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Nachrichten der Woche

> HotSpot:
STS 119 - Statusreports (3)

> Mars Aktuell:
Spirit erfolgreich auf Westkurs

> ISS Aktuell:
Sojus-TMA 14 gestartet

> Impressum:
Disclaimer & Kontakt

Intro von Karl Urban

Sehr verehrte Leserinnen und Leser,

der Frühling kommt! Nicht mehr lange dauert es und alle Sträucher und Bäume stehen in voller Blüte. - Die Eintönigkeit winterlicher Stoppelfelder und kahler schneebedeckter Baumkronen ist dann endlich vorbei. Frühling ist jedoch kein rein irdisches Phänomen: Die Jahreszeit markiert den Übergang zwischen der mit maximaler Annäherung der Sonne an den Zenit (auch als Sommer bekannt) und der mit minimalem Einfallswinkel in ihrer größten Tageshöhe. Kurz: Auf Planeten mit gekippter Rotationsachse gibt es immer auch Jahreszeiten.

Allerdings ist ein Frühlingsbeginn auf dem Mars deutlich weniger herzerwärmend. In der südlichen Marshemisphäre ist es nun auch soweit: Hier krakselten die Lufttemperaturen kürzlich (geschätzt) auf angenehme -75°C. Kein Wunder, dass die ständigen Beobachter im Orbit da noch keine Spaziergänger ablichten konnten. Wohl aber gelang dem Mars Reconnaissance Orbiter die Aufnahme von CO2-Entgasungsspuren. Denn das Gas sublimiert bei diesen Temperaturen direkt aus temporären Trockeneisfeldern in den gasförmigen Zustand. Lesen mehr darüber im heutigen heutigen Mars Aktuell. Daneben finden Sie dort sowie im HotSpot Details zur nun beendeten Mission der Discovery. Daneben geht es unter anderem um diverse Satellitenoperationen, die private Raumfahrt.

Viel Spaß beim Lesen und viel frühlingswarme Sonne wünscht Ihnen

Karl Urban
Leitender Redakteur

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Updates / Umfrage

» Raumfahrtkalender
Aktuelle Ereignisse in der Raumfahrt in den nächsten Jahren

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Fernsehsendungen zu Astronomie und Raumfahrt im TV-Guide auf Raumfahrer.net

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Umfassende Informationen über alle Raumfähren- und Raketenstarts seit 2006 im PDF-Format (erfordert Acrobat Reader)

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News

• GPS 2R-20 im Weltraum «mehr» «online»
• NOAA-19 Testphase im Orbit abgeschlossen «mehr» «online»
• Discovery auf dem Rückweg «mehr» «online»
• Intelsats alternder Galaxy 26 ist umgezogen «mehr» «online»
• Die Atmosphären anderer Erden «mehr» «online»
• Mission von Express AM2 wird beendet «mehr» «online»
• Startplattform an Constellation-Programm übergeben «mehr» «online»
• Neues von Virgin Galactic «mehr» «online»
• Wiedereintritt von Kosmos 2421 Ende 2009 erwartet «mehr» «online»
• Discovery gelandet «mehr» «online»
• Haumea (2003 EL61) und ihre Kinder «mehr» «online»


» GPS 2R-20 im Weltraum
24.03.2009 - Am 24. März 2009 wurde der US-amerikanische Navigationssatellit GPS 2R-20 auf einer Delta-II-Rakete ins All gebracht.
Der Start erfolgte um 9:34 Uhr MEZ auf der Rampe SLC-17A der Cape Canaveral Air Force Station (CCAFS) in Florida zu Beginn eines fünfzehn Minuten breiten Startfensters. Die Delta-II-Rakete flog in 7925-9.5-Konfiguration, es wurden neun Feststoffbooster verwendet, und die Nutzlast, der Navigationssatellit, war unter einer Metall-Nutzlastverkleidung mit neuneinhalb Fuß Durchmesser (2,9 Meter) untergebracht.

Nach einer Minute und zehn Sekunden Flug waren alle sechs beim Start gezündeten Feststoffbooster abgeworfen, und die drei im Flug zu zündenden Booster in Betrieb. Die Stufentrennung zwischen erster und zweiter Stufe sowie die Zündung der zweiten Stufe erfolgten nach rund viereinhalb Flugminuten. Nachdem die Nutzlastverkleidung abgeworfen war, endete die erste Brennphase der zweiten Stufe. Eine kürzere zweite Brennphase folgte nach etwa zweiundfünfzig Minuten unangetriebenem Flug.

Die dritte, spinstabilisierte Stufe mit Star-48B-Feststoffmotor wurde nach rund fünfundsechzig Flugminuten gezündet. Nachdem dieser ausgebrannt war, wurde der GPS-Satellit mit einer Startmasse von 2.059,3 kg etwas über sechsundachzig Minuten nach dem Start in einem hochellipischen Orbit ausgesetzt. Am kommenden Donnerstag, den 26. März 2009, soll der Satellit mit eigenem Triebwerk (Star-37FM) für die Zirkularisierung seiner Umlaufbahn sorgen.

GPS 2R-20 ist der zwanzigste von Lockheed Martin (ursprünglich General Electric AstroSpace) gebaute, auf dem AS-4000-Satellitenbus basierende Navigationssatellit aus der 2R-Serie, und der siebente der modernisierten M-Variante. Seine Besonderheit ist die zusätzliche Ausstattung mit einer Demonstrationsnutzlast zur Ausstrahlung von L5-Signalen.

In der Konstellation der GPS-Satelliten soll GPS 2R-20 alias USA 203 auf Position 2 in der Ebene B stationiert werden.

Verwandte Meldung:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: NASA, ULA, USAF)

» NOAA-19 Testphase im Orbit abgeschlossen
24.03.2009 - Eine 45 Tage dauernde Testphase des US-amerikanischen Wetter- und Umweltsatelliten NOAA 19 im Weltraum ist zum Abschluss gekommen, gab Lockheed Martin am 23. März 2009 bekannt.
Der am 6. Februar 2009 als NOAA-N Prime gestartete, von Lockheed Martin gebaute Umweltsatellit wurde während der jetzt abgeschlossenen Testphase von NASAs Goddard Space Flight Center (GSFC) in Greenbelt, Maryland kontrolliert.

Im Anschluss hat die National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) die Kontrolle des in rund 860 Kilometern Höhe über der Erdoberfläche kreisenden Satelliten mit ihrem Satellite Operations Control Center (SOCC) in Suitland, Maryland übernommen.

NOAA 19 ist katalogisiert mit der NORAD-Nr. 33591 bzw. als Objekt 2009-005A.

Verwandte Websites:

Raumcon:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: Lockheed Martin)

» Discovery auf dem Rückweg
25.03.2009 - Die US-Raumfähre Discovery hat pünktlich, um 20:53 Uhr MEZ, von der Internationalen Raumstation abgelegt. Die Landung ist für Samstag geplant.
Die Discovery war am Montag (MEZ) von Cape Canaveral aus gestartet. An Bord befand sich das Gitterelement S6, das die gesamte Struktur komplettiert und mit seinen Solarzellen für eine Erhöhung der zur Verfügung stehenden Energie sorgt.

Die Kopplung mit der Raumstation erfolgte planmäßig am Dienstag abend. Am folgenden Tag wurde zunächst das etwa 15 Tonnen schwere Gitterelement aus der Ladebucht der Raumfähre gehoben und am Donnerstag mit Hilfe des Manipulatorarms der ISS installiert. Dabei assistierten Swanson und Arnold außerhalb der Station und verschraubten das Element anschließend mit der übrigen Struktur. Daten-, Energie- und Kühlmittelleitungen wurden verbunden, Startsicherungen und Abdeckungen entfernt.

Das Entfalten der Solarzellenpaneele mit einer Spannweite von etwa 70 Metern verlief anschließend problemlos. Bei zwei weiteren Außenbordeinsätzen wurden von Swanson, Arnold und Acaba eine GPS-Antenne am Kibo-Labor montiert, Vorbereitungen für zukünftige Einsätze an der Gitterstruktur und Wartungsarbeiten am Canadarm2 vorgenommen. Im Inneren der Station wechselten Ausrüstungen, Versorgungsgüter und Experimentiergut vom Shuttle in die Station, Verpackungsmaterial umd Abfälle nahmen den umgekehrten Weg. Während der Mission wurden außerdem die Wasser-Recycling-Anlage und das Ergometer der Station repariert.

Der Japaner Koichi Wakata löste die US-Amerikanerin Sandy Magnus als Mitglied der Expedition 18 ab. Er soll bis zur nächsten Shuttle-Mission zur ISS auf der Station bleiben. Für die beiden Langzeitflieger Michael Fincke und Juri Lontschakow naht dagegen das Ende ihrer Mission. Die Ablösung startet morgen Mittag.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)

» Intelsats alternder Galaxy 26 ist umgezogen
26.03.2009 - Der US-amerikanische Kommunikationssatellit Galaxy 26 ist nicht mehr an seiner ursprünglichen Position im geostationären Orbit. Er übernimmt nun neue Aufgaben für das US-Verteidigungsministerium (DOD).
Als Telstar 6 gelangte der Satellit mit 1.469 kg Leer- und 3.763 kg Startmasse für Loral Skynet am 15. Februar 1999 auf einer von Baikonur gestarteten Rakete des Typs Proton-K/DM3 ins All.

Ursprünglich war der Start für den 15. Oktober 1998 geplant, wenige Tage vor dem Start wurde jedoch entschieden, den Satelliten wegen Befürchtungen hinsichtlich temperaturbedingter Materialermüdung der Wanderfeldröhren zurück in das Werk des Herstellers Space Systems/Loral (SS/L) zu bringen. Die Wanderfeldröhren (TWT, traveling wave tubes) waren von AEG aus Ulm (heute THALES Electron Devices GmbH, TEDG) geliefert worden.

Um sicherzustellen, dass der auf SS/Ls LS1300-Bus basierende Satellit im All wie vorgesehen funktionieren würde, sollten die Wanderfeldröhren bei SS/L in Palo Alto, Kalifornien infolge des entsprechenden Hinweises von AEG ausgetauscht werden. Am 10. Dezember 1998 wurde bekannt, dass die notwendigen Arbeiten erfolgreich abgeschlossen worden sind.

Nach dem Start am 15. Februar 1999 besetzte der Satellit mit 24 C-Band- und 28 Ku-Band-Transpondern im geosationären Orbit eine Position an 93 Grad West. Er diente der Versorgung der Vereinigten Staaten von Amerika, Puerto Ricos, der Karibik und Teilen Kanadas sowie Lateinamerikas mit Fernsehbildern.

Am 22. April 2001 kam es zu einem Fehler in einem Bordrechner des Satelliten. Ein Prozessor hatte versagt. Nachdem ein an Bord befindliche Backup-Prozessor gestartet war, konnte der übliche Betrieb aber wieder aufgenommen werden. Während des Ausfalls kam es nicht zum Kontrollverlust, und der Satellit blieb stabil zur Erde ausgerichtet.

In den frühen Morgenstunden des 11. April 2002 trat eine Betriebsunterbrechung auf, die man auf einen Treffer durch ein Objekt aus dem Weltraum, z.B. einen Mikrometeroid oder ein Stück Weltraumschrott, zurückführt.

Im Jahr 2003 gab Loral Skynet die Satelliten Telstar 4 bis 8 und 13 an Intelsat ab. Aus Telstar 6 wurde Intelsat Americas 6. Mit Wirkung zum 1. Februar 2007 wurde Intelsat Americas 6 in Galaxy 26 umbenannt.

Einer der Solarzellenausleger des Satelliten und zahlreiche Transponder versagten am 29. Juni 2008. Statt maximal 37 Kilowatt konnten nach dem Ereignis nur noch maximal 22 Kilowatt elektrischer Leistung bereitgestellt werden, und verschiedene Kabelfernsehnetzbetreiber begannen, ihre Dienste von Galaxy 26 abzuziehen. Intelsat erwartete nicht, dass der Satellit sich von dem erlittenem Kapazitätsverlust erholen würde. Der Backup-Bordrechner sowie der Backup-Kommandoempfänger des Satelliten sind ebenfalls nicht mehr betriebsfähig.

Mit der Umpositionierung auf 50,8 Grad Ost im geostationären Orbit soll man nach neuesten Informationen am 20. Februar 2009 begonnen haben, nur zwei Wochen nach einer entsprechenden Anfrage des US-Verteidigungsministeriums (DOD, Department of Defense). Zuvor seien die kommerziellen Dienste, die auf Galaxy 26 etabliert waren, auf Galaxy 25 transferiert worden. (Galaxy 25 war schon im Dezember 2008 auf 93,1 Grad West umpositioniert worden, um Galaxy 26 zu ersetzen.)

Auf der neuen Position von Galaxy 26 an 50,8 Grad Ost sollen für das DOD 12 Ku-Band-Transponder betrieben werden. Man möchte damit den Einsatz von unbemannten Luftfahrzeugen (UAV, unmanned/uninhabited/unpiloted aerial vehicle) z.B. über Afghanistan und dem Irak unterstützen. Der Einsatz von 40 UAVs gleichzeitig werde durch Galaxy 26 realisierbar. Wie lange dies mit den noch funktionierenden Komponenten des auf 12 Betriebsjahre ausgelegten Satelliten möglich ist, bleibt abzuwarten.

Galaxy 26 ist katalogisiert mit der NORAD Nr. 25626 bzw. als Objekt 1999-005A.


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: satnews.com, spacedaily.com, sat-nd.com)

» Die Atmosphären anderer Erden
26.03.2009 - US-Wissenschaftler haben untersucht, was zukünftige Teleskope über die Atmosphären von erdähnlichen Exoplaneten werden aussagen können. Sie kommen zu dem Schluss, dass die Entdeckung von Biomarkern in ihren Atmosphären ausgesprochen schwierig wird, wenn wir sie nicht in unserer direkten Nachbarschaft finden.
Die Suche nach anderen Erden

Die Erforschung von Exoplaneten führt bis heute an den Rand des technisch Machbaren. Das Grundproblem ist der große Masseunterschied zwischen Planeten und ihren Sternen - und die Leuchtkraft. Eine Reihe von Entdeckungsmethoden ist im Einsatz, um ferne Planetensysteme aufzuspüren. Alle setzen jedoch darauf, dass in jenem System planetare Extrembedingungen vorherrschen, was für uns die Entdeckung vereinfacht. Ist ein Kandidat besonders massereich oder umkreist er seinen Zentralstern in besonders kleinem Abstand? Solche Kandidaten stellen bis heute das Gros der 344 entdeckten Exoplaneten. Die Suche nach kleinen massearmen erdähnlichen Planeten, die in der habitablen Zone um ihren Stern kreisen, begünstigt diese ungewollte Auswahl leider nicht.

Doch die Planetenjäger wollen diesen Zustand ändern. Nach dem Start des NASA-Teleskops Kepler sollte in wenigen Jahren eine Reihe erdähnlicher Planeten bekannt sein. Doch Kepler ist nicht in der Lage, seine Funde genauer, beispielsweise auf Biomarker wie Ozon oder Methan hin, zu untersuchen. Neuartige hochauflösende Teleskope wie das 2013 zu startende James Webb Space Telescope (JWST) stehen in naher Zukunft zur Verfügung. Werden sie in der Lage sein, uns Antworten über die fernen Erden zu geben?

Es wird ausgesprochen schwierig

Die US-amerikanischen Forscher Lisa Kaltenegger vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics sowie Wesley Traub vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) haben nun untersucht, zu welchen Antworten das JWST kommen kann und wo es auf eigene technische Grenzen stößt. Ihre Ergebnisse, die auch im Web abrufbar sind, veröffentlichten sie kürzlich in The Astrophysical Journal.

Die Wissenschaftler untersuchten die Möglichkeit, während eines Transits mehr über die chemischen Bestandteile in der Planetenatmosphäre zu erfahren. Ein Transit passiert bei allen Systemen, deren planetare Ebene von der Erde aus gesehen den Zentralstern bedeckt. Allein dieser Fakt ist nicht sonderlich wahrscheinlich, doch gingen sie davon aus, dass wir in naher Zukunft eine Zahl solcher Welten gefunden hätten und mit einem dem JWST ähnlichen Teleskop einen Blick darauf werfen könnten. Geht man von einem sonnenähnlichen Stern und einem Planeten wie der Erde aus, klingt ihr Ergebnis ernüchternd:

"Wenn wir es wirklich schaffen, die Atmosphäre eines Planeten zu entschlüsseln, um daraus zu schließen, dass es sich um einen erdähnlichen Planeten handelt, müssten wir schon sehr viel Glück haben", sagte Kaltenegger. "Denn dafür müssten wir eine sehr große Zahl von Transits beobachten, vielleicht mehrere hundert, selbst für Sterne in einem Abstand von nur 20 Lichtjahren. Das Vorhaben, weiter entfernte Atmosphären zu untersuchen, wird ausgesprochen schwierig, ist aber auch ungemein spannend."

Ein eineiiger Zwilling unseres Planetensystems lässt sich nur in unmittelbarer Nachbarschaft untersuchen. Der einzige Stern, der wie unsere Sonne ein Typ-G-Stern ist, wäre Alpha Centauri A, bei dem bisher gar keine planetaren Begleiter gefunden wurden.

Nun erweiterten die Forscher ihr Auswahlkriterien. Während sonnenartige gelbe Typ-G-Sterne in der Milchstraße nur eine Randrolle spielen, stellen die leuchtschwächeren roten Typ-M-Sterne die Mehrheit der Population. Die habitable Zone, der Bereich also, in dem Wasser flüssig ist, rückt dabei deutlich an den Stern heran. Hier vorkommende erdähnliche Exoplaneten müssten nicht nur in geringerem Abstand um ihren Stern kreisen, sondern auch mit einer kleineren Periode. Typ-G-Sterne sind demnach der perfekte Hort für erdähnliche Planeten, über die wir mehr erfahren wollen: Sie treten in der Milchstraße besonders häufig auf und erzeugen potentiell deutlich mehr der für die Untersuchung essentiellen Transits.

Zuletzt stellen die Forscher fest, dass neue Teleskope irgendwann auch in der Lage sein werden, Exoplaneten direkt abzubilden, ohne auf Transits angewiesen zu sein. "Die direkte Erfassung von Photonen vom Planeten selbst könnte sich zur ultimativen Untersuchungsmethode ferner Atmosphären entwickeln", so Kaltenegger. Mit den Teleskopen Hubble und Spitzer ist es bereits gelungen, die Zusammensetzung extrem heißer und massereicher Exoplaneten direkt zu untersuchen. Das nächste Ziel ist die Charakterisierung eines "kleinen blauen Punktes", entweder durch hunderte Transits vor seinem Zentralstern oder die direkte Beobachtung.

Verwandte Links

Raumcon


(Autor: Karl Urban - Quelle: Havard CfA, Originalpaper)

» Mission von Express AM2 wird beendet
26.03.2009 - Der erst im Jahre 2005 in den Weltraum gebrachte russische Kommunikationssatellit ist nicht mehr stabil zu betreiben. Er soll von Eutelsats W1 ersetzt werden, entschied das russische staatliche Frequenzvergabekommitee am 19. März 2009.
Am 30. März 2005 gelangte Express AM2 von Baikonur aus auf einer Proton-K-Rakete mit Block-DM-2M-Oberstufe ins All. Der Satellit mit einer Startmasse von 2.600 kg war dazu gedacht, Kommunikationsverbindungen für staatliche russische Stellen zur Verfügung zu stellen, Rundfunk- und Fernsehprogramme zu übertragen sowie Netzwerk-, Internet- und Multimediadienste bereitzustellen. Dafür ist der von der NPO PM bzw. ISS Reschetnjew gebaute Satellit mit einer Kommunikationsnutzlast von Thales Alenia Space ausgestattet worden. Diese enthält 16 C-Band-Transponder, 12 Ku-Band-Transponder und einen L-Band-Transponder. Damit konnten Russland, West- und Ostchina, Korea, die nördlichen Teile Indiens und Indochinas, Bangladesch, Butan und Nepal versorgt werden.

Der von der Russischen Föderalen Satellitenkommunikationsgesellschaft (Russian Satellite Communications Company, RSCC) an einer Position bei 80 Grad Ost im geostationären Orbit betriebene Satellit sollte eine Lebensdauer von 12 Jahren erreichen. Im Sommer 2008 entwickelten sich Schwierigkeiten mit der Nachführung der Solarpanele. Dadurch kam es im Erdschatten zu einer Unterversorgung des Satelliten mit Strom, seine Akkumulatoren waren nicht wie eigentlich vorgesehen ausreichend geladen worden. Letztlich verursachte die Stromknappheit, dass der Satellit wiederholt stundenlang nicht erreichbar war. Ein Teil der auf Express AM2 ursprünglich etablierten Dienste konnte auf Express AM33 an 96,5 Grad Ost übertragen werden.

Die Satellitenbetreiber RSCC aus Russland und Eutelsat aus Frankreich haben vereinbart, dass RSCC seinen Kunden im Ku-Band-Sektor Eutelsats Satelliten W1 zur Verfügung stellen kann, welcher am 6. September 2000 mit einer Ariane-4-Rakete ins All gebracht wurde. Eutelsat W1 soll von 10 Grad Ost auf 80 Grad Ost im geostationären Orbit umpositioniert werden, wenn Eutelsats W2A im All und funktionsbereit ist, und RSCCs Kunden ab Sommer 2009 für deren Dienste bereitstehen. Eutelsat W1 soll dabei von RSCC-Spezialisten im Kontrollzentrum in Dubna in Russland überwacht und kontrolliert werden. Bis 2011 will RSCC Eutelsat W1 nutzen, dann will man sich des hoffentlich im All befindlichen, derzeit im Herstellungsprozes begriffenen, auf Astriums Eurostar-E3000-Bus basierenden Express AM4 bedienen.

Katalogisiert ist Express AM2 mit der NORAD-Nr. 28629 bzw. als Objekt 2005-010A.

Raumcon:

Verwandte Website:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: rscc.ru, comnews.ru, satnews.com)

» Startplattform an Constellation-Programm übergeben
28.03.2009 - Die NASA hat am 25. März 2009 in einer Zeremonie die Mobile Startplattform 1 (MLP-1) vom Space Shuttle-Programm an das Constellation-Programm übergeben. Damit wurde ein weiterer Schritt in Richtung Rückkehr der Menschen zum Mond und die Erforschung darüber hinaus vollzogen.
Die 4.625 Tonnen schwere Stahlstruktur wird für den ersten Testflug der neuen Raumfahrzeug-Generation umgebaut. Dieser Ares I-X genannte Raketentest (der momentan wohl frühestens im Herbst diesen Jahres stattfindet) wird wichtige Daten für die Entwicklung der Ares I-Rakete liefern die auch in die Konstruktionsüberprüfung, die nächstes Jahr geplant ist, einfließen werden.

Shuttle Start-Direktor Mike Leinbach nannte dies "einen historischen Tag, an dem Equipment von einem bemannten Raumfahrt-Programm an das andere übergeben wird. So etwas erlebt man nicht alle Tage."

MLP-1 ist mit 51 Shuttle-Starts die meistgenutzte Startplattform und wurde auch schon für 3 Apollo-Starts (darunter Apollo 11), sowie 3 Starts zu Skylab-Missionen benutzt. Zuletzt wurde von ihr die aktuelle Shuttle-Mission STS-119 gestartet.

1964 erbaut, wurde sie zunächst als ML-1 (Mobile Launcher) für den Transport und Start der Saturn-V-Mondraketen benutzt. 1975 wurde ML-1 für das Shuttle-Programm umgebaut und in MLP-1 umbenannt. Demnächst wird die Plattform an der Startrampe 39B Hardware-Tests unterzogen und danach in das VAB (Vehicle Assembly Building) gebracht, wo mit dem Aufbau von Ares I-X begonnen wird.

Nach dem Ares I-X-Testflug wird die geschichtsträchtige MLP-1 anschließend demontiert.

Raumcon:


(Autor: Andreas Kurka - Quelle: NASA)

» Neues von Virgin Galactic
28.03.2009 - Am 25. März 2009 hat WhiteKnightTwo, das Trägerflugzeug für Virgin Galactics suborbitales Weltraumtourismusprojekt, seinen dritten Testflug absolviert. Zum ersten Mal hat Virgin Galactic eigenes Bild- und Videomaterial von den Testflügen veröffentlicht.
Nach den ersten beiden Flügen am 23. Dezember und 6. Februar hat WhiteKnightTwo am 25. März seinen dritten Testflug unternommen. Dieser war mit zweieinhalb Stunden Dauer und einer maximalen Flughöhe von über 5.400 Metern schon deutlich länger und höher als die beiden vorhergehenden Flüge. Während des Fluges wurden sieben Tests, darunter Triebwerkneustarts und Steuerungstests, absolviert. Bereits im Januar gab es Berichte, dass WhiteKnightTwo Steuerungsprobleme mit dem Seitenruder hat. Dies wurde nun indirekt dadurch bestätigt, dass das Flugzeug beim letzten Testflug eine leicht veränderte Ruderform hatte.

Laut Aussage von Will Whitehorn, Präsident von Virign Galactic, ist das Trägerflugzeug die größere Herausforderung gewesen gegenüber dem Raumschiff. Während SpaceShipTwo im Großen und Ganzen nur eine Vergößerung von SpaceShipOne darstellt, ist WhiteKnightTwo ein Flugzeug, in das sowohl die Erkenntnisse vom Bau des Virgin Atlantic Global Flyer, welchen der inzwischen verstorbene Abenteurer Steve Fossett nonstop um die Welt geflogen hat, als auch WhiteKnight, dem Trägerflugzeug von SpaceShipOne, eingeflossen sind.

WhiteKnightTwo soll bis zu vier SpaceShipTwo Starts pro Tag durchführen können und sowohl tagsüber als auch nachts eingesetzt werden. Im Laufe der nächsten Monate sollen weitere Flüge auf immer größere Höhen und höhere Geschwindigkeiten durchgeführt werden. Außerdem sollen sowohl Parabelflüge als auch Manöver mit hohen G-Lasten getestet werden, um zu demonstrieren, dass das Flugzeug auch zur Astronautenausbildung geeignet ist. Vom 27. Juli bis 1. August 2009 soll WhiteKnightTwo auf dem EAA AirVenture Oshkosh in Oshkosh, Wisconsin, zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgeführt werden.

Inzwischen hat Virgin Galactic in Mojave eine größere Halle angemietet, wo demnächst TSC (TheSpaceshipCompany), eine Tochter von Scaled Composites und Virgin Galactic, mit den Aufbauarbeiten für eine Fertigung von weiteren WhiteKnightTwo-Trägerflugzeugen und später auch SpaceShipTwo-Raumschiffen beginnen soll. Der Bau der ersten kommerziellen Trägerflugzeuge und Raumschiffe soll noch während des Testprogrammes beginnen. Virgin Galactic hat die Produktion von fünf SpaceShipTwos und drei WhiteKnightTwos in Auftrag gegeben. Ein paar Jahre nach dem Beginn der ersten kommerziellen Flüge soll das System dann auch anderen Interessenten angeboten werden.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung des neuen Bildmaterials wurde bekannt, dass sich der Zeitplan für das Projekt um ein weiteres Mal nach hinten verschoben hat. SpaceShipTwo soll nicht vor Herbst 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt werden und der erste kommerzielle Flug wird frühstens 2011 stattfinden.

Mehr Information gibt es in folgendem Raumcon-Thread:


(Autor: Tobias Willerding - Quelle: Virgin Galactic, flightglobal.com)

» Wiedereintritt von Kosmos 2421 Ende 2009 erwartet
28.03.2009 - Nach Angaben der russischen Raketentruppen entwickle sich die Umlaufbahn des zerfallenden Satelliten Kosmos 2421 so wie vorhergesagt. Ende 2009 soll der defekte Satellit wieder in die Erdatmosphäre eintreten.
Kosmos 2421, ein militärischer Ozeanüberwachungssatellit des Typs US-PU (alias US-PM) gelangte am 25. Juni 2006 auf einer in Baikonur gestarteten Tsyklon 2-Rakete in den Weltraum.

Kurz nach dem Start kam es möglicherweise zu Problemen mit der Stromversorgung an Bord des Satelliten, was dazu führte, dass er zunächst nicht wie vorgesehen eingesetzt werden konnte. Nach Angaben der russischen Raketentruppen soll der wahrscheinlichste Auslöser der Zerstörung des (bzw. eines) Solarpanels des Satelliten ein Treffer durch irgend ein kleines Objekt aus dem Weltraum sein. Ein solches Objekt könnte z.B. ein Mikrometeorit oder auch ein Bruchstück einer ausgebrannten Raketenstufe oder eines zerstörtern Satelliten sein.

Inwieweit Kosmos 2421 seine Aufgaben bis 2008 hat ausführen können, kann nach derzeitiger Infromationslage nicht zuverlässig gesagt werden. Seit dem 10. Februar 2008 soll der Satellit keine dem Bahnerhalt dienenden Manöver mehr durchgeführt haben. Das US-amerikanische Luft- und Weltraum-Verteidigungskommando (NORAD, North American Aerospace Defense Command) gab für den 20. März 2008 15 Kosmos 2421 zuzuordnende Objekte im All an (32710 und 32715 bis 32728).

Im April 2008 teilte das russische Verteidigungsministerium mit, dass die Mission von Kosmos 2421 beendet sei. Nachdem man die Anlagen an Bord abgeschaltet habe, sei der Satellit im Rahmen der üblichen Prozedur deaktiviert worden, neben dem Satellit seien auf nahen Bahnen außerdem eine Raketenstufe des Trägers, der den Satelliten befördert hatte, und zwei weitere Bestandteile dieses Trägers unterwegs.

Die US-amerikanische Weltraumbehörde NASA berichtete in ihrem vierteljährlichen Report "Orbital Debris Quarterly News" von April 2008, dass der Satellit in einer Höhe zwischen 400 und 420 Kilometern über der Erdoberfläche bei einer Inklination von etwa 65 Grad war, als er am 14. März 2009 300 Objekte nach oben abstieß.

Der Hauptkörper des Satelliten befinde sich nach einer Mitteilung der russischen Raketentruppen, auf die sich unter anderem die russische Weltraumbehörde Roscosmos und die Nachrichtenagentur Inferfax am 27. März 2009 bezogen, in einer Umlaufbahn, deren beobachtete Parameter den vorausberechneten Daten gut entsprechen würden. In nahen Bahnen bewegten sich rund 30 Objekte, die als nur noch kurzlebige Bruchstücke innerhalb der nächsten drei Monate bei ihrem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verbrennen sollen. Einen Wiedereintritt des Hauptkörpers erwarte man Ende 2009.

Zum Schutz der internationalen Raumstation ISS beobachte man die Bahnen der Bruchstücke, um bei möglicherweise gefährlich geringen Abständen das zuständige Kontrollzentrum informieren zu können. Die Zerstörung von Raumfahrzeugen im Orbit bezeichnet man in den Mitteilungen aus Russland als unvermeidbarn Tribut der Aktivität im Weltraum.

Kosmos 2421 ist katalogisiert mit der NORAD Nr. 29247 bzw. als Objekt 2006-026A.

Raumcon:

Verwandte Website:


(Autor: Thomas Weyrauch - Quelle: roscosmos.ru, interfax.com, russianforces.org)

» Discovery gelandet
28.03.2009 - Die US-Raumfähre Discovery ist nach knapp 13-tägigem Flug auf dem Gelände des Kennedy Space Centers in Florida gelandet. Sie hatte das letzte große Gitterelement mit Solarzellen zur ISS gebracht.
Die Discovery landete gegen 20:14 Uhr MEZ. Die erste Landegelegenheit hatte man wegen starker Seitenwinde in Florida zunächst abgesagt. Dann entschied man sich trotz hoher Bewölkung, den zweiten möglichen Landetermin zu nutzen, da sich die Wettersituation insgesamt gebessert hatte. Der Wind blies mit 8,2 m/s, in Böen bis zu 11,8 m/s und kam aus Süd-Südost.

Die Discovery startete am 16. Dezember, kurz nach Mitternacht unserer Zeit. Hauptnutzlast war ein mehr als 15 Tonnen schweres Gitterelement mit zwei 35 Meter langen und 10 Meter breiten Solarzellenflügeln. Das Element mit der Bezeichnung S6 (für Steuerbord Nummer 6) wurde einen Tag nach der Kopplung, am 18. Dezember aus der Ladebucht gehoben und über Nacht im Freien geparkt. Am Folgetag wurde er per Manipulatorarm an die richtige Stelle transportiert, angedockt und von Swanson und Arnold während eines Außenbordeinsatzes verschraubt und an Energie-, Daten- und Kühlmittelsystem der Station angeschlossen.

In der ISS wurden Versorgungsgüter, Ersatzteile und Experimentiermaterialien aus dem Shuttle inventarisiert und verstaut. Außerdem wurden die Wasseraufbereitungsanlage repariert und getestet sowie das Ergometer funktionstüchtig gemacht. Interviews mit Presse und Offiziellen komplettierten das Arbeitsprogramm der Shuttle- und Stationsbesatzung.

In dieser fand auch eine Veränderung statt. Sandy Magnus wurde durch den Japaner Koichi Wakata abgelöst. Er ist der erste Vertreter seines Landes, der einen Langzeitaufenthalt auf der Internationalen Raumstation absolviert. Japan ist an der ISS mit einem großen Forschungsmodul, einem kleinen Logistikmodul, einer beim nächsten Shuttle-Flug zu liefernden Außenplattform für vielfältige und komplexe Experimente, einem dafür verwendbaren Manipulatorsystem und einem unbemannten Transportraumschiff beteiligt. Mehrere Exemplare des H II Transfer Vehicle (HTV) sollen in den nächsten Jahren kleinere und größere Ausrüstungsgegenstände in den Orbit transportieren. Der Jungfernflug ist für 2009 geplant.

Bei zwei weiteren Ausstiegen wurden Arbeiten am japanischen Komplex und an der Gitterstruktur vorgenommen. So wurde eine zusätzliche GPS-Antenne montiert, an verschiedenen Befestigungsstrukturen für Außenlasten gearbeitet, demnächst zu wechselnde Batterien von Halterungen befreit, ein Transportkarren an einen zukünftigen Einsatzort verlegt und Wartungsarbeiten am Canadarm2, dem kanadischen Hauptmanipulator der Raumstation vorgenommen.

Der 36. Flug der Discovery war der 125. des Shuttle-Programms und der 28. zur Internationalen Raumstation. Er dauerte 12 Tage, 19 Stunden, 29 Minuten und 33 Sekunden.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)

» Haumea (2003 EL61) und ihre Kinder
29.03.2009 - Bereits seit einigen Jahren ist bekannt, dass der ostereiartige Zwergplanet Haumea im Kuipergürtel zwei kleine Monde mit sich führt: Hi’iaka und Namaka (die Namen der Kinder der hawaiianischen Fruchtbarkeitsgöttin Haumea). Ein Forscherteam um den bekannten Astronomen Mike Brown, der in der Entdeckung von Zwerplaneten im Kuipergürtel Pionierarbeit leistete, hat nun die Orbits, Massen und die chemische Zusammensetzung der beiden kleinen Monde genauer untersucht.
Aus Aufnahmen des Hubble Weltraumteleskops und des Keck-Teleskops auf Hawaii gewann das Astronomenteam vom California Institute of Technology (CalTech) in Pasadena die Spektren des Dreiersystems um Haumea. Aus diesen konnten es nun auf die chemische Zusammensetzung der beiden Monde schließen. Das Ergebnis: Beide Monde bestehen nahezu vollständig aus Wassereis. Von Haumea selbst ist schon länger bekannt, dass er bis auf einen Kern ebenfalls zum Großteil aus Wassereis besteht. Es liegt daher nahe, dass Haumea und beide Monde ursprünglich ein Objekt waren, das durch eine Kollision auseinandergesprengt wurde. Die Analogie mit den Kindern der Namensgeberin scheint also recht zutreffend zu sein!

Das Dreiergespann, so wie es sich uns heute zeigt, ist vermutlich durch eine Kollision mit einem bis zu 500 km durchmessende anderen Objekt entstanden und nicht durch das gravitative Einfangen der Monde durch Haumea. Diese Kollisionsvergangenheit erklärt auch einige der seltsamen Eigenschaften dieses Systems. So rotiert Haumea sehr schnell um seine eigene Achse, so sehr, dass die deutlich abgeplatte Form zustande kam. Ein Tag auf Haumea dauert nur 3,9 Stunden. Die für diese schnelle Rotation notwendige Drehimpulsänderung lässt sich am besten durch eine Kollision erklären.

Die Orbitaldynamik des Systems ist ebenfall sehr interessant. Die beiden Monde Hi’iaki und Namaka laufen in sehr exzentrischen (im Fall von Namaka) und seltsam gegeneinander und den Haumea-Äquator inklinierten Bahnen um Haumea. Dies deutet nicht nur auf eine bewegte Kollisionsvergangenheit hin, sondern auch auf dynamische Gezeiteninteraktionen zwischen den drei Objekten. So dissipiert Haumea durch Gezeitenkräfte hinzugefügte Energie so schnell, dass der für die Bahnen der Monde eigentlich übliche Exzentriztätsdämpfungseffekt kleiner ist, als der durch Haumeas Rotation befeuerte gegenläufige Exzentriztätssteigerungseffekt. Die Orbits der Monde werden also nicht immer weiter zirkularisiert, sondern werden im Gegenteil sogar noch exzentrischer.

Die ungewöhnlich große Inklination der Bahnebenen der Monde kann am besten durch Orbitresonanzphänomene erklärt werden, d.h. konkret, dass der größere Hi’iake den kleineren Namaka aus der Bahnebene gestoßen hat.

Raumcon


(Autor: Timo Lange - Quelle: NASA)


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HotSpot: STS 119 - Statusreports (3) von Thomas Pallmann

Lesen Sie hier den Verlauf der Missionstage 9 bis 14 der STS-119-Mission.

Statusreport Nr. 9 (9. Flugtag)

Die Astronauten an Bord des Space Shuttles Discovery wurden um 11:43 Uhr MEZ mit dem Lied „Ain’t Nobody Here But Us Chickens“ von Louis Jordon geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Steve Swanson gewidmet.

Die Besatzung absolvierte den letzten Außenbordeinsatz der Mission. Joseph Acaba und Richard Arnold verließen für 6 Stunden und 27 Minuten die Raumstation, um den Weg für zukünftige Missionen zum Ausbau der ISS zu ebnen.

Für die erste Aufgabe des Tages begaben sich die Astronauten zum sogenannten Crew Equipment Translation Aid (CETA), einem Karren auf der Backbordseite der Raumstation. Auf dieser Seite befanden sich zwei dieser Karren und die Aufgaben der Astronauten war es, einen dieser Karren auf die gegenüberliegende Seite zu bringen. Dies soll sicherstellen, dass die Astronauten während der STS-127-Mission genug Freiraum haben, um ihre Aufgaben zu erfüllen.

Nach der erfolgreichen Umsetzung eines der CETA-Karren widmeten sich die Astronauten erneut dem Nutzlatzträger, der während des zweiten Außenbordeinsatzes Probleme bereitet hat. Auch dieses Mal konnten die beiden Astronauten den Träger nicht korrekt installieren. Zuerst ging man wiederum davon aus, dass ein festsitzender Stift eine korrekte Installation verhinderte. Da sich der Stift nicht mit reiner Muskelkraft bewegen lies, nutzte Richard Arnold einen Hammer, um den Stift erfolgreich aus dem Weg zu räumen. Allerdings zeigte sich, das auch ohne das Problem mit dem Stift, der Träger sich nicht korrekt installieren lies. An diesem Punkt gab sich die Bodenkontrolle in Houston aufgrund von Zeitproblemen geschlagen und brach die Arbeiten an der Plattform ab. Sie wies die Astronauten an, den Träger mit Bändern an der Station zu befestigen und sich anschließend den weiteren Aufgaben zu widmen. Aufgrund des engen Zeitplanes strich die Bodenkontrolle auch die Arbeiten an einer ähnlichen Arbeitsstation auf der gegenüberliegenden Seite der Raumstation.

Die nächste Aufgabe für die Astronauten war, den Greifmechanismus am B-Ende des Roboterarms der Raumstation zu schmieren. Während der STS-126-Mission führten die Astronauten die gleiche Arbeit am A-Ende durch. Diese Arbeiten dienen der vorsorglichen Wartung des Roboterarms, um eventuellen Problemen mit dem Greifmechanismus vorzubeugen.

Die Astronauten erledigten noch einige kleinere Arbeiten an der Außenseite der Raumstation, wie z. B. im P1-Segement, wo Acaba einige Klammern löste.

Im Inneren der Station führte Kommandant Mike Fincke weiterhin Testläufe mit der Wasserrecyclinganlage durch. Insgesamt konnte man fast 7 Liter Wasser gewinnen. Dieses Wasser wird mit dem Orbiter zur Erde zurückkehren, um es dort auf biologische oder chemische Verunreinigungen zu überprüfen. Auch an Bord der Raumstation wird die Wasserqualität überprüft, und sollten bei beiden Analysen keine Beanstandungen auftreten, dann wird die Bodenkontrolle der Crew die Freigabe erteilen, dieses Wasser im Alltag zu nutzen.

Das Space Shuttle Discovery befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 362 Kilometern.

Statusreport Nr. 10 (10. Flugtag)

Die Crew des Space Shuttle Discovery wurde um 11:43 Uhr MEZ mit dem Lied „Andrew’s Song“ von der Band Treestump geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist John Phillips gewidmet, dessen Tochter in der Band spielt.

Die beiden Besatzungen konnten gestern ein wenig Freizeit genießen. In Vorbereitung auf das Schließen der Luken transferierten sie noch Ausrüstung und Versorgungsgüter zwischen Shuttle und Raumstation.

Ein Highlight für die Besatzung war ein Telefongespräch mit dem amtierenden Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama. Neben Obama waren auch verschiedene Kongressabgeordnete und Schüler anwesend, die den Astronauten Fragen stellten.

Die Crew absolvierte außerdem die traditionelle gemeinsame Pressekonferenz mit der Besatzung der Internationalen Raumstation, in der sie Fragen von Journalisten beantwortete, die sich in den verschiedenen NASA-Zentren versammelt hatten.

Die Besatzung der Internationalen Raumstation verbrachte die meiste Zeit des Tages mit kleineren Wartungsarbeiten. Für sie steht, auch nachdem das Space Shuttle die Station wieder verlassen hat, noch viel Arbeit auf dem Plan. Bereits am Samstag trifft die Expedition 19 in der Internationale Raumstation ein und nimmt ihre Arbeit auf.

Das Space Shuttle Discovery befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 359 Kilometern.

Statusreport Nr. 11 (11. Flugtag)

Die Besatzung an Bord des Space Shuttles Discovery wurde um 11:14 Uhr MEZ mit dem Lied „Dirty Water“ von den Standells geweckt. Das Lied wurde Shuttlepilot Tony Antonelli gewidmet.

Nach fast 9 Tagen gemeinsamer Arbeit mit der Besatzung der Internationalen Raumstation verließ gestern, um 20:53 Uhr MEZ, das Space Shuttle die Station und begab sich auf den letzten Abschnitt seiner Mission.

Zuvor wurde es noch einmal hektisch an Bord der Raumstation. Neben dem Transfer von einigen Experimenten und Ausrüstungsgegenständen, sollte die Besatzung noch eine weitere Wasserprobe aus der Recyclinganlage entnehmen. Die Proben werden am Boden von Biologen auf Verunreinigungen untersucht und wenn sie als unbedenklich eingestuft werden, dann sollte die Besatzung an Bord der Raumstation in ca. einen Monat die Freigabe erhalten, das Wasser aus der Recyclinganlage als Trinkwasser zu nutzen.

Nachdem alle verbliebenen Checklisten abgearbeitet waren, versammelten sich beide Besatzungen zur traditionellen Verabschiedung. Anschließend wurden um 18:53 Uhr MEZ die Luken zwischen beiden Raumfahrzeugen geschlossen. Nachdem die Verbindung auf ihre Dichtigkeit überprüft wurde, löste die Besatzung des Space Shuttles die Andockklammern und glitt sanft von der Raumstation weg.

Als der Orbiter ca. 120 Meter von der Raumstation entfernt war, übernahm Shuttlepilot Tony Antonelli die Kontrolle über die Discovery. Er steuerte das Shuttle in eine Kreisbahn um die Station und umrundete diese einmal. Dies gab der Besatzung die Möglichkeit, Foto und Videoaufnahmen der Raumstation und seiner nun vollständigen Trägerstruktur mit allen 4 Solargeneratoren anzufertigen.

Nach Abschluss der Ehrenrunde um die Raumstation zündete die Besatzung des Space Shuttles die Steuerdüsen des Orbiters und trennte so die beiden Raumfahrzeuge endgültig voneinander.

Für die Missionsspezialistin Sandy Magnus gingen mit dem Ablegen der Discovery 129 Tage an Bord der Raumstation zu Ende. Magnus wurde mit der Mission STS-126 zur ISS gebracht und kehrt nun mit der STS-119-Besatzung zur Erde zurück.

Das Space Shuttle Discovery befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 350 Kilometern.

Statusreport Nr. 12 (12. Flugtag)

Die Besatzung an Bord des Space Shuttle Discovery wurde um 11:13 Uhr MEZ mit dem Lied „Enter Sandman“ von Metallica geweckt. Das Lied wurde für Missionsspezialist Joseph Acaba gespielt.

Die Crew untersuchte ein letztes Mal das Hitzeschild des Orbiters in Vorbereitung auf die baldige Landung. Shuttlepilot Tony Antonelli hob dafür das Orbiter Boom Sensor System aus der Ladebucht und begann die insgesamt fünf Stunden andauernde Prozedur.

Genau wie die Inspektion am zweiten Flugtag, wurden auch diesmal die Flügelkanten und die Nasenkappe des Orbiters untersucht. Die gewonnenen Daten wurden an die Bodenkontrolle übermittelt, wo sie von Experten ausgewertet werden. Die Abschlussinspektion soll sicherstellen, dass das Hitzschild nicht im Laufe der Mission von Mikrometeoriten oder Weltraumschrott beschädigt wurde.

Für die Besatzung standen auch ausführliche Trainingseinheiten auf dem Plan. Das Kraft- und Ausdauertraining soll der Besatzung helfen, sich nach fast 2 Wochen in der Schwerelosigkeit besser auf die Rückkehr auf die Erde einzustellen. Besonders für Astronauten auf Langzeitmissionen, wie Sandy Magnus, ist dieses Training immens wichtig.

Die Crew begann ebenso mit den unmittelbaren Vorbereitungen auf die Landung am Samstag. Es wurden z. B. die nicht mehr benötigten Weltraumanzüge verstaut wie auch Material von der Internationalen Raumstation. Insgesamt nahm das Space Shuttle etwas über 890 Kilogramm an Ausrüstung und Experimenten von der ISS auf.

An Bord der Station bereiteten sich derweil Kommandant Mike Fincke und seine Besatzung auf die Ankunft der Expedition 19 vor. Diese soll am Samstag um 14:14 Uhr MEZ an der Raumstation anlegen.

Das Space Shuttle Discovery befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 358 Kilometern.

Statusreport Nr. 13 (13. Flugtag)

Die Crew an Bord des Space Shuttles Discovery wurde um 10:13 Uhr MEZ mit dem Lied „Bright Side of the Road“ von Van Morrison geweckt. Das Lied wurde Missionsspezialist Richard Arnold gewidmet.

Die Besatzung der Discovery verbrachte den Tag damit, das Shuttle auf die heutige Landung vorzubereiten. Kommandant Lee Archambault und Pilot Tony Antonelli überprüften dazu die Steuerflachen des Orbiters, die sogenannten Flight Control Surfaces (FCS), und testeten außerdem noch die Steuerdüsen des Reaction Control Systems (RCS). Beide Systeme werden für die Lageregelung des Orbiters beim Wiedereintritt benötigt. Das RCS wird in der frühen Phase des Wiedereintritts benutzt, da hier die Atmosphäre noch zu dünn ist, um die Steuerflächen zu nutzen. In der späten Phase des Wiedereintritts werden dann die Steuerflächen genutzt, um den Orbiter präzise zu seinem Landeziel zu bringen.

Der Rest der Besatzung verstaute derweil alle nicht mehr für die Landung benötigten Gegenstände und bauten den Spezialsitz für Sandy Magnus auf. Dieser Sitz soll Magnus dabei unterstützen, sich besser an die Schwerkraft zu gewöhnen. Magnus verbrachte insgesamt 129 Tage an Bord der Internationalen Raumstation.

Während des Tages versammelten sich alle Astronauten für das sogenannte Deorbit Briefing, bevor sie mit Schülern an der Punahou Schule in Honolulu über ihre Mission sprachen.

Die Besatzung führte zusätzlich ein Experiment mit den orbitalen Steuerdüsen des Space Shuttles durch. Das SIMPLEX genannte Experiment soll Plasmaturbulenzen in der Ionosphäre untersuchen, die von Raketentriebwerken hervorgerufen werden. Für das Experiment zündete die Crew die Steuerdüsen des Orbitalen Manöver Systems für 12 Sekunden, damit Radarstationen am Boden die Effekte auf die Ionosphäre studieren konnten.

Wenig später verstauten die Crew die Ku-Band-Antenne, die für Breitbandkommunikation, z. B. Fernsehbilder, genutzt wird und bereiteten sich dann auf die wahrscheinlich letzte Nacht in der Umlaufbahn vor.

Das Space Shuttle Discovery befindet sich derzeit in einer Höhe von ca. 346 Kilometern.

Statusreport Nr. 14 (Landung)

Die Bodenkontrolle in Houston weckte die Besatzung des Space Shuttle Discovery ein letztes Mal mit dem Lied „I Have a Dream“ von ABBA. Das Lied wurde Missionsspezialistin Sandy Magnus gewidmet.

Nach knapp 13 Tagen und einer Gesamtstrecke von ca 8,5 Millionen Kilometern landete das Space Shuttle Discovery erfolgreich um 20:13 Uhr MEZ auf der Landebahn 15 des Kennedy Space Centers und komplettierte damit die äußerst erfolgreiche STS-119-Mission.

Zuvor am Tag arbeitete die Besatzung an Bord zusammen mit der Bodenkontrolle in Houston daran, die Bordcomputer für den Wiedereintritt zu programmieren. Flugdirektor Richard Jones, der für den Wiedereintritt der Discovery verantwortlich war, musste allerdings aufgrund von Wetterproblemen die erste Landemöglichkeit absagen.

90 Minuten später konnte Jones grünes Licht für die Zündung der beiden orbitalen Steuerdüsen geben. Das fast drei Minuten lange Bremsmanöver erfolgte um 19:08 Uhr MEZ und verlangsamte die Discovery soweit, dass der Orbiter seine Umlaufbahn verlassen konnte. Während des Wiedereintritts absolvierte er noch ein letztes Experiment seiner Mission. Auf der Unterseite des linken Flügels befand sich eine modifizierte Hitzeschutzkachel, die den Luftstrom verändern sollte. Das sogenannte Boundary Layer Transition Test Objective soll den Ingenieuren am Boden ein besseres Verständnis für die Begebenheiten während des Wiedereintritts ermöglichen. Die entscheidende Phase des Wiedereintritts wurde aus diesem Grund auch von einem Flugzeug beobachtet, welches Filmaufnahmen von der Unterseite gemacht hat. Die Ergebnisse werden sowohl dem Shuttleprogramm als auch dem Constellationprogramm zugutekommen.

Mit dem Abschluss der STS-119-Mission machte die Internationale Raumstation einen großen Schritt in Richtung einer sechsköpfigen Besatzung. Neben dem zusätzlichen Solargenerator, der es der Raumstation nun ermöglicht, deutlich mehr wissenschaftliche Arbeit zu betreiben, verfügt die Station nun endlich auch über eine funktionierende Wasserrecyclinganlage im amerikanischen Segment. Teile der alten Anlage, die von der STS-126-Besatzung geliefert wurden, fielen einige Wochen nach der Inbetriebnahme aus.

Die nächste Shuttlemission steht für den 12. Mai 2009 auf dem Plan. Bei STS 125 soll ein letztes Mal das Weltraumteleskop Hubble gewartet und erweitert werden. Die 11-tägige Mission wird mit dem Space Shuttle Atlantis erfolgen und steht unter dem Kommando von Scott D. Altman, der auch schon die letzte Mission zum Weltraumteleskop kommandiert hat.
 

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Mars Aktuell: Spirit erfolgreich auf Westkurs von Redaktion



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» Spirit erfolgreich auf Westkurs
25.03.2009 - Auf dem Weg zu seinen nächsten Forschungszielen, dem etwa 200 Meter in südlicher Richtung gelegenen und rund 45 Meter durchmessenden "Goddard-Krater" und der benachbarten Spitzkuppe "von Braun", hat der Marsrover Spirit jetzt erfolgreich eine neue Route gewählt.
Diese beiden Formationen sind deshalb so interessante Erkundungsziele, da sie sehr wahrscheinlich, genauso wie der momentane Aufenthaltsort des Marsrovers Spirit, vulkanischen Ursprungs sind. Von ihrer Untersuchung erhofft man sich weiterführende Erkenntnisse über die chemische und geologische Geschichte des Gusev-Kraters sowie weitere Bestätigungen für das frühere Vorkommen von flüssigem Wasser und dessen Interaktion mit der Oberfläche in diesem Bereich des Mars. Um diese Ziele zu erreichen, muss Spirit allerdings ein flaches Plateau, die sogenannte Home Plate, passieren.

Nachdem der Versuch, auf die Home Plate zu fahren und diese direkt zu überqueren, bereits im letzten Monat gescheitert war, entschloss sich die Missionsleitung des JPL dazu, dieses Plateau in östlicher Richtung durch das sogenannte Silica Valley zu umfahren. Nach anfänglichen guten Fortschritten geriet Spirit jedoch Anfang März auf leicht ansteigendem Gelände zum wiederholten Male auf einen Untergrund aus sehr tiefem und feinem Sand. Solche Situationen haben sich im Laufe der letzten beiden Jahre bereits mehrfach negativ bemerkbar gemacht. Am 13. März 2006 kam es zu einem Ausfall des rechten Vorderrades von Spirit. Seitdem ist dieses Rad aufgrund eines Defektes des dafür zuständigen Antriebsmotors vollständig blockiert und kann von dem Rover nur noch nachgezogen werden.

Leider war es Spirit auch diesmal nicht möglich, diese Stelle mit seinen mittlerweile nur noch fünf funktionsfähigen Rädern zu überqueren. Mit seinen immer öfter durchdrehenden Rädern bestand vielmehr sogar die ernsthafte Gefahr eines Steckenbleibens. Die Mitarbeiter des JPL benötigten fast zwei Wochen, um Spirit erneut auf festeren Untergrund zu bewegen. Dieses Manöver konnte schließlich am 17. März 2009 (Sol 1.850 der Mission von Spirit) abgeschlossen werden. Die Techniker und Ingenieure des JPL kamen daher zu dem Entschluss, dass eine Passage des Silica Valley unter diesen Umständen nicht möglich sei und beschlossen daher eine Kursänderung. Die Home Plate soll jetzt in westlicher Richtung umfahren werden.

Nach der Auswertung vorbereitender Aufnahmen der Navigations- und Panoramakameras des Rovers gelang es schließlich am 22. März 2009, eine Strecke von etwa 13 Metern in diese Richtung zurückzulegen. Bereits am 24. März 2009 folgte eine weitere Fahrt. Bei den im Laufe dieser zweiten Etappe zurückgelegten 25,8 Metern handelt es sich um einen neuen Rekord. Seit dem Ausfall des rechten Vorderrades hat Spirit noch nie eine so lange Strecke an einem einzigen Sol, dies ist die Bezeichnung für einen Marstag, zurückgelegt. Bei beiden Fahrten kam dem Rover allerdings das sehr günstige Gelände zugute. Der Untergrund bestand aus festerem Sand, was ein Durchdrehen oder gar Einsinken der Räder verhinderte. Außerdem ist das passierte Gelände leicht abschüssig, was das Nachziehen des blockierten Rades erleichtert.

Bei seinen nächsten Fahrten soll Spirit sich jetzt vor der Einfahrt des in Südrichtung zeigenden West Valley positionieren. Von hier aus bis zum Erreichen der Spitzkuppe von Braun werden die einzelnen Etappen dann wieder deutlich kürzer ausfallen müssen. Bei der Vorbereitung der Fahrstrecken erhalten die Rover-Fahrer des JPL Daten über die Zusammensetzung des zu passierenden Untergrundes von den Mars-Orbitern der NASA. Im Gegensatz zum Meridiani Planum (dem Einsatzort von Spirits Zwillingsrover Opportunit), wo das Gelände sehr flach, ohne störende Schattenwürfe sehr gut einsehbar und vor allem von einer sehr gleichmäßigen Zusammensetzung ist, besteht die Gegend um die Home Plate herum aus einer eher gemischten chemischen Zusammensetzung. Die Kameras und Spektrometren von Mars Odyssey und Mars Reconnaicance Orbiter können diese Art von Boden auf so einem kleinen Raum nicht hoch genug auflösen, um sichere Ergebnisse zu liefern. Spirits zukünftiger Kurs wird sich also in erster Linie aus den Analysen der Bilder der bordeigenen Kameras sowie den Daten des Mini-TES-Spektrometers an Bord des Rovers nach jeder abgeschlossenen Fahrt ergeben.

Aufgrund einer Zunahme der Staubkonzentration in der Marsatmosphäre sank die täglich durch die Solarpaneele generierte Energiemenge im Laufe der letzten zwei Wochen von 288 Wattstunden pro Tag (0,288 kWh) auf mittlerweile nur noch 230 Wattstunden pro Tag ab. Dies entspricht einem Abfall um fast 18 Prozent. Der Bedeckungsgrad der Solarpaneele mit Staub blieb in diesem Zeitraum allerdings konstant. Knapp 32 Prozent des einfallenden Sonnenlichtes erreichen die Solarzellen und können so von Spirit zur Energiegewinnung genutzt werden.

Verwandte Website:


(Autor: Ralph-Mirko Richter - Quelle: JPL, Planetary Society)

» Marsianisches Frühlingserwachen
28.03.2009 - US-Forscher haben mit der HiRISE-Kamera an Bord der NASA-Sonde Mars Reconnaissance Orbiter Anzeichen für steigende Temperaturen in der südlichen Hemisphäre des Planeten gefunden.
Die Wissenschaftler von der University of Arizona nutzten dazu das hauseigene Instrument High Resolution Imaging Experiment (HiRISE) an Bord des Mars Reconnaissance Orbiters (MRO).

"Der Frühling auf dem Mars unterscheidet sich grundlegend von der irdischen Jahreszeit, denn dort gibt es neben permanenten Eiskappen auch saisonale polare Eiskappen aus CO2, das wir als Trockeneis kennen", sagte HiRISE Deputy Principal Investigator Candice J. Hansen-Koharcheck vom NASA JPL.

Die saisonalen Eiskappen entstehen zu Beginn des Winters, wenn CO2 aus der Atmosphäre direkt in den festen Zustand resublimiert. Die Eiskappen können mehr als einen Meter mächtig werden. Zu Beginn des Frühlings kehrt sich dieser Prozess um: Das energiereichere Sonnenlicht überführt die Trockeneiskappen wieder direkt in die Gasphase.

Wiederholen sich diese Prozesse Jahr für Jahr, entstehen so mit der Zeit Tröge, die sich in die Oberfläche des Roten Planeten einschneiden. Diese wurden bereits früher aus dem Marsorbit als glaziale Erosionsmerkmale erkannt.

"Wir glauben, dass sich unter den saisonalen Eiskappen ein zunehmender Druck aufbaut, weil sie auch von unten dünner werden", sagte Hansen-Koharcheck. "Wenn dieses Gas schließlich eine Schwachstelle oder einen Riss findet, entweicht es schlagartig und führt dabei immer auch ein bisschen Staub mit sich." Dies ist der integrale Unterschied zum Abtauen von Eis auf der Erde. Denn hier kann das Eis zu einer Flüssigkeit schmelzen und einfach unter der Eisschicht herauslaufen oder in den Untergrund eindringen.

Die neuen HiRISE-Aufnahmen zeigen fächerartige Staubfahnen um die dünner werdenden Eisablagerungen. Daneben ist zu erkennen, dass der Staub je nach herrschender Windrichtung in wechselnde Richtungen verfrachtet wird. So lässt sich vermuten, dass immer mehrere Gasfontänen zur gleichen Zeit aktiv sein müssen, denn viele Fächer zeigen die gleiche Windrichtung an.

Jahreszeiten gehören zu den Naturereignissen, die wir vor allem mit unserem eigenen Planeten in Verbindung bringen. Die dichte Erdatmosphäre erklärt gemeinsam mit der großen Rolle, die Wasser in verschiedenen Aggregatzuständen spielt, die großen saisonalen Unterschiede in den gemäßigten Breiten der Erde. Für die Jahreszeiten ist aber die Neigung der Planetenachse verantwortlich, die den aktuellen Einfallswinkel des Sonnenlichts bestimmt. Diese unterscheidet sich beim Mars (25°) nur unwesentlich von der Erde (23,44°). Aufgrund der höheren Exzentrizität der Marsbahn, schwankt die Länge der Jahreszeiten dort jedoch zwischen 142 Marstagen für den Herbst und 194 für den Frühling.

Raumcon


(Autor: Karl Urban - Quelle: University of Arizona / NASA)


 

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ISS Aktuell: Sojus-TMA 14 gestartet von Redaktion



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» Sojus-TMA 14 gestartet
26.03.2009 - Mit dem Start des russischen Raumschiffes, der 12:49 Uhr MEZ erfolgte, gelangt der Kern der ISS-Expedition 19, bestehend aus dem Kommandanten Gennadi Padalka und dem Bordingenieur Michael Barratt ins All. Die beiden sollen bis Mitte Oktober in der Raumstation Dienst tun. Kurzzeitig mit dabei ist auch Charles Simonyi, der seinen zweiten, selbst bezahlten Raumflug unternimmt.
Im Mai soll mit dem nächsten Sojus-Flug die Stammbesatzung der Raumstation auf 6 Personen vergrößert werden. Daher werden die Expeditionen 19 und 20 als Partner präsentiert. Um die Station funktionstätig zu halten und automatisch ablaufende Experimente zu betreuen, sind etwa 2,5 Besatzungsmitglieder erforderlich. Bisher stand also quasi nur ein halber Raumfahrer für wissenschaftliche Versuche zur Verfügung. Dies soll sich drastisch ändern. Zwar wird auch der Aufwand für Wartung und Reparaturen etwas steigen, bei sechsköpfiger Besatzung werden aber wohl 3 Raumfahrer ganztägig experimentieren können. In der Realität wird es aber eher so sein, dass jeder Raumfahrer etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit wissenschaftlich tätig wird.

Von den drei Raumfahrern, die mit Sojus-TMA 14 ins All gelangen, absolviert Gennadi Padalka seinen dritten und Charles Simonyi seinen zweiten Flug. Padalka war bei zwei Langzeitmissionen bereits mehr als ein Jahr im Erdorbit.

Nach dem Docking mit der ISS am 28. März soll die neue Besatzung das Kommando über die Station am 2. April übernehmen. Fünf Tage später kehrt die alte Stammbesatzung, Michael Fincke und Juri Lontschakow, gemeinsam mit Charles Simonyi zur Erde zurück. Koichi Wakata wird zunächst in die Expedition-19-Crew übernommen und bei der nächsten Shuttle-Mission abgelöst.

Anfang Mai wird Progress-M 66 abgekoppelt und wenige Tage später durch Progress-M 02M ersetzt. Ende Mai erfolgt dann der Start der Expedition 20. Im Juni soll die Endeavour und im August die Discovery die Station anfliegen. Ebenfalls in die Dienstzeit der Expedition 19 fällt die Ankunft des ersten japanischen Frachtraumschiffes HTV 1. Dieses wird den Bug der Station ansteuern und in geringer Distanz vom Roboterarm der Station übernommen und angedockt. Dieses Verfahren wird erstmals an Bord der ISS ausgeführt. Fracht bringt außerdem ein weiteres Progress-Raumschiff.

Für die Expedition 19 sind zwei Ausstiege geplant. Beide dienen der Vorbereitung auf die Ankunft eines neuen Kopplungs- und Schleusenmoduls für das russische Segment Ende des Jahres. Dazu müssen verschiedene Arbeiten außerhalb der Station vorgenommen werden. Außerdem wird auch ein spezielles Kopplungsaggregat am Zenit-Kopplungsstutzen des Moduls Swesda montiert. Dazu muss der Kopfteil des Moduls enthermetisiert werden, obwohl die Raumfahrer nicht wirklich aussteigen.

Zum Ende der Mission werden dann für einige Tage 9 Raumfahrer an Bord der Station sein, bis die Übergabeformalitäten abgeschlossen sind. Der Flug von Padalka und Barratt ist auf 199 Tage geplant und soll am 11. Oktober enden. Dann werden auch erstmals seit 1969 wieder drei Sojus-Raumschiffe gleichzeitig im All sein und erstmals überhaupt drei bemannte Raumschiffe gleichzeitig an der ISS angekoppelt.

Während der Mission sind umfangreiche Forschungsarbeiten im Auftrag der beteiligten Raumfahrtagenturen NASA (USA), RSA (Russland), ESA (EU), JAXA (Japan) und CSA (Kanada) geplant. Sie betreffen die Fachbereiche Medizin, Biologie, Physik, Materialforschung, Erderkundung, Technologie und Astrophysik. Hier seien nur einige Beispiele angeführt. Weitere Forschungsarbeiten werden in unseren ISS-aktuell-Artikeln zu finden sein.

Beim Experiment Multi-User Droplet Combustion Apparatus – Flame Extinguishment Experiment (MCDA-FLEX, NASA) wird die Effektivität von Feuerlöschsystemen in der Schwerelosigkeit erforscht. Zunächst im Modell untersucht, dienen die Experimente dazu, ein neues System für das in Entwicklung befindliche Orion-Raumschiff zu definieren.

Das Experiment Kaskad (БТХ-26, RSA) hat das Studium der Kultivierung verschiedener Zelltypen unter kontrollierten Bedingungen zum Inhalt. Dazu wird ein spezieller Bioreaktor verwendet.

Im Rahmen von WAICO (Waving and Coiling, ESA) wird untersucht, wie das Wachstum von Pflanzenwurzeln in der Schwerelosigkeit abläuft. Diese Versuche werden mit Pflanzen der Gattung Arabidopsis in der Biolab Facility, einer Art Gewächshaus, vorgenommen. Vor allem will man herausfinden, ob das wellen- bzw. wickelförmige Wachstum der Wurzeln unabhängig vom Vorhandensein der Schwerkraft ist.

Beim Experiment Rad Silk (JAXA) werden die Auswirkungen lang anhaltender kosmischer Strahlung auf Eier von Seidenraupen der Gattung Bombyx mori erforscht.

Während der Mission wird das japanische Labormodul Kibo mit weiteren Experimentierschränken (Racks) ausgerüstet. Außerdem wird auch eine Experimentierplattform an der Außenseite montiert, in der dann vielfältige Untersuchungen beginnen. Dazu gehören u. a. astrophysikalische Messungen von Röntgenstrahlen, Submillimeterwellen und Teilchenstrahlung. Der japanische Komplex verfügt auch über ein spezielles Logistikmodul und einen Roboterarm.

Das wohl außergewöhnlichste Experiment (ISS Moon Score) kommt ebenfalls von den Japanern. Während der Mission sollen etwa 100 Bilder vom Mond angefertigt werden. Diese werden zur Erde übertragen und sollen Künstler dazu anregen, stimmungsvoll passende Musik zu komponieren, sozusagen eine Raumstations-Mond-Symphonie.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA, Roskosmos)

» Neue Besatzung am Ziel
28.03.2009 - Die neue, neunzehnte Stammbesatzung der Internationalen Raumstation ist am Ziel eingetroffen. Das Raumschiff Sojus-TMA 14 hat gegen 14:05 Uhr MEZ am Heck-Kopplungsstutzen festgemacht.
In der letzten Phase der Annäherung übernahm auf Anweisung der Bodenstation der erfahrene Kommandant Gennadi Padalka die Steuerung des Raumschiffes. Zuvor hatte die Automatik mehrfaches, kurzzeitiges Versagen eines Steuertriebwerks festgestellt und wollte daraufhin das Rendezvous abbrechen und das Raumschiff in eine Sicherheitsdistanz bringen. Padalka erklärte aber während des Fluges mit Handsteuerung, das Raumschiff fliege sich "wie in der Simulation". Seiner Meinung nach wären alle Triebwerke funktionstüchtig.

Wie bei allen bemannten Raumschiffen könnte der Ausfall eines oder sogar mehrerer Steuertriebwerke kompensiert werden. Dies wäre zwar mit höherem Treibstoffverbrauch verbunden, würde aber keine Gefahr darstellen. In diesem Falle verlief aber alles normal und so wurde die Kopplung bereits 10 Minuten früher als geplant vollzogen.

Gennadi Padalka und Michael Barratt bilden gemeinsam mit Koichi Wakata, der bereits vor 10 Tagen mit der Discovery auf der Station eintraf, die ISS-Expedition 19. Deren Mission soll bis zum 11. Oktober andauern. Zwischenzeitlich wird der Japaner Wakata von seinem US-Kollegen Timothy Kopra abgelöst, der voraussichtlich im Juni mit dem nächsten Shuttle eintrifft. Der Privatier Charles Simonyi hingegen hat nur ein "Touristenvisum" und wird die ISS mit der alten Stammbesatzung am 7. April wieder verlassen. Der gebürtige Ungar, der mit der Entwicklung von Software in den USA reich geworden ist, absolviert bereits seinen zweiten Raumflug und hat ein eigenes Forschungsprogramm für seinen gut einwöchigen Aufenthalt auf der Station. Außerdem will er die Besatzung so weit es geht unterstützen.

Mittlerweile wurden die Luken zwischen Raumschiff und Station geöffnet, die Willkommenszeremonie und eine Sicherheitseinweisung absolviert und ein erster Bildkontakt mit der Erde aufgenommen. Die Angehörigen der Raumfahrer konnten sich davon überzeugen, dass die erste Phase der Mission erfogreich bewältigt wurde. Nun beginnt der Alltag mit Übergabemodalitäten, verschiedenen Kurzzeitexperimenten, deren Ergebnisse gleich mit auf die Erde gebracht werden sollen und den Vorbereitungen von Michael Fincke und Juri Lontschakow auf die Rückkehr nach Hause nach 157 Tagen.

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA-TV, Roskosmos)

» ISS: Der Alltag geht weiter
29.03.2009 - Während der sichtbaren Erweiterungs- und Wartungsarbeiten, welche im Wesentlichen die Besatzung der Raumfähre Discovery übernahm, hatte die ISS-Stammbesatzung jede Menge eigene Aufgaben zu erfüllen.
Am 17. März, knapp zwei Tage nach ihrem Start, näherte sich die Discovery der Internationalen Raumstation. Dabei vollführte sie in festgelegter Entfernung eine Rolle rückwärts, während der die ISS-Crew Fotos von der Unterseite der Raumfähre anfertigte. Diese werden auf der Erde sehr genau ausgewertet. Unter anderem darauf beruht die Entscheidung, ob das Hitzeschild des Shuttles für den Wiedereintritt bereit ist. Diese Bilder wurden von Sandy Magnus und Michael Fincke an Bord der Station gemacht und später zur Erde gefunkt. Die Besuchsvorbereitungen schlossen auch eine spezielle Überprüfung der Luftventilation und weiterer Systeme ein. Zehn Personen an Bord sind für diese eine stärkere Belastung. Täglich werden Luftstromsensoren gecheckt und die CO2-Konzentrationen gemessen.

Der Kopplung schlossen sich die Dichtheitsprüfung, das Öffnen der Luken, eine herzliche Willkommenszeremonie, eine Sicherheitseinweisung und der Austausch der persönlichen Schalensitze in der Sojus-Landekapsel an. Sandy wechselte in die Discovery-Besatzung, während Koichi Wakata zum ersten japanischen Mitglied einer ISS-Stammbesatzung wurde.

Und während die Crew von STS 119 ihre Aufgaben in Angriff nahm, verschiedene Systeme aktivierte und die ersten Warentransporte vornahm, ging der Alltag der Stammbesatzung ebenfalls weiter. Dieser soll im Mittelpunkt dieses Artikels stehen. Über die Mission STS 119 der Raumfähre Discovery haben wir in den Statusreports bereits tagesaktuell und ausführlich informiert.

Berichte der Shuttle-Mission STS 119

Noch am Kopplungstag wurden spektrometrische Daten am Strahlungsmessexperiment Matroschka gesichert. Hier sind in mehreren Schichten verschiedene Strahlungssensoren in einem korpusähnlichen System untergebracht, mit denen man die Belastung eines menschlichen Körpers durch Energie- und Teilchenstrahlung genauer ermitteln und deren Folgen besser abschätzen will. Im russischen Segment wurde vor der Kopplung ein Beschleunigungsmesser des Typs Dakon-M in Betrieb genommen, um die Bewegungen, die bei der Kopplung und dem Verbundflug auf die gesamte Station übertragen werden, aufzuzeichnen. Mit Dakon-M, das Teil des Experiments IZGIB ist, werden vor allem die Auswirkungen von Stößen und Vibrationen auf bewegliche Teile wie Ventilatoren und Stabilisierungskreisel untersucht. Ventilatoren zur Bewegung der Luft arbeiten in der Station dutzendweise im Dauerbetrieb. Abnutzung und Verschmutzung sorgen für Ausfallgefahren und höhere Geräuschentwicklung. Nach dem Ankoppeln der Raumfähre wurde mit Hilfe eines Laptops das WLAN der Station auf das Shuttle erweitert. Ein spezieller Router sorgte für ein kräftiges Signal.

Als am 18. März das Gitterelement S6 aus der Ladebucht der Discovery gehoben, an den Shuttlemanipulator übergeben und nach Positionswechsel wieder vom Canadarm2 übernommen wurde, waren ebenfalls Stationsmitglieder daran beteiligt. Für ein biomedizinisches Experiment (Integrated Immune) zur Untersuchung von Veränderungen des menschlichen Immunsystems wurden am Mittwoch und an den folgenden Tagen jeweils morgens Speichelproben genommen, die das Shuttle zur genaueren Untersuchung auf die Erde mitnahm. Koichi programmierte die Sportgeräte mit seiner persönlichen PCMCIA-Karte und stellte sie damit auf seine Bedürfnisse ein. Jeder der Langzeitflieger muss täglich 2,5 Stunden Sport treiben, damit der Muskelschwund in Grenzen gehalten werden kann.

Außerdem wurde ein 17-stündiger Filtervorgang (Jod) in der Wasserversorgung im US-Segment durchgeführt. Eine anschließende Probenauswertung zeigte, dass das Wasser mikrobiologisch in Ordnung ist. In Swesda wurde nach längerer Messkampagne ein Strahlungsmesssystem abgebaut und in Sarja verstaut. Auch in Kibo wurde ein Mikrogravitationsmessgerät in Betrieb genommen. Experimente werden durch die geringfügigen Bewegungen der Station durch Steuermanöver, die Restatmosphäre, die Bewegungen der Raumfahrer und Vibrationen aktiver Geräte gestört. Deshalb sprechen die Spezialisten nicht von Schwerelosigkeit sondern Mikrogravitation. Kleine Kräfte gibt es immer. Schließlich aktivierte Koichi im japanischen Labor das Experiment DomGene, bei dem Zelllinien von Nieren- bzw. Leberzellen von Amphibien kultiviert werden. Untersuchungsgegenstände sind Zelldifferenzierung und Morphogenetik unter Weltraumbedingungen.

In Kibo wurde ein neues Dosimeter eingebaut, mit dem man die Strahlenbelastung in diesem Teil der Station messen kann. In Destiny wurde die Arbeit des Tiefkühlsystems GLACIER dokumentiert. Im Verlaufe der Woche wurde ein Teil der Einheit gegen eine verbesserte Version ausgetauscht. Aufgrund ihrer geringeren Masse, benötigt man weniger Energie. Außerdem wurden erste Proben eingelagert, die bis –185 °C heruntergekühlt werden können. Diese Proben waren in einer ähnlichen Tiefkühleinheit im Shuttle untergebracht und sind für Experimente bestimmt. Biologische Proben sind bei derart niedrigen Temperaturen inaktiv. Wenn man mit ihnen auf der Station experimentell tätig werden möchte, werden sie in speziellen Bioanlagen (Inkubatoren) aufgetaut.

Koichi und Mike überprüften den Sokol-Anzug des Japaners. Er wird im Notfall und bei der Landung im Sojus-Raumschiff getragen und schützt vor Dekompression, falls die Luft entweicht. Wakata soll aber im Juni mit einer Raumfähre zur Erde zurückkehren und wird seinen Sokol wahrscheinlich nicht benötigen. Abends begann für die Missionsspezialisten der Discovery, Swanson und Arnold, das Campout, bei dem sie im „Vorraum“ der Ausstiegsschleuse Quest Luft mit vermindertem Druck atmen. Dabei wird Stickstoff aus dem Blutkreislauf abgeatmet, der beim bevorstehenden Ausstieg zu körperlichen Schäden führen könnte. In den US-Raumanzügen wird bei Außenbordarbeiten reiner Sauerstoff verwendet. Dies hat Vorteile, wie man sieht aber auch einen Nachteil.

Täglich auf dem Plan der dreiköpfigen ISS-Besatzung standen Statusprüfungen an verschiedenen Lebenserhaltungs, Betriebs- und Forschungssystemen, Wartungs- und Reinigungsarbeiten, medizinische Routinekontrollen, Sport, Sensorkalibrierungen, Datensicherungen, ...

Am 19. März absolvierten Swanson und Arnold den ersten Ausstieg der STS-119-Mission. Dabei montierten sie das Gitterelement S6 am Steuerbordende der Gitterstruktur und schlossen es an Energie-, Daten- und Kühlmittelleitungen an. Außerdem wurden Halterungen und Abdeckungen entfernt. Anschließend wurde der 18 Meter lange Stationsmanipulator von der mobilen Plattform auf der Gitterstruktur an die Außenseite des Moduls Unity verlegt. Da der Manipulator über zwei Greifsysteme verfügt, ist dies recht einfach. Die eine „Hand“ greift die Befestigung an Unity, die andere lässt los. Allerdings erfordert dies hohe Präzision, weswegen der computerunterstützte Prozess ruhig und kontrolliert abläuft.

Zur Vorbereitung auf die Rückkehr zur Erde trug Juri Lontschakow die Unterdruckhose Tschibis. Hier wird eine schwerkraftähnliche Belastung für die Beine erzeugt. Während der etwa einstündigen Übungen werden die Körperfunktionen u. a. mittels EKG und Blutdruckmessung überwacht. Am 23. März stieg Juri noch einmal in die luftdichte Spezialhose.

Weitere Aufgaben für die Expedition 18 waren das Ausfüllen von Ernährungsprotokollen, Untersuchungen der Handschuhe der Außenbordarbeiter auf biologische Kontaminationen (Lab on a Chip), das Nehmen von Abstrichproben an den Oberflächen verschiedener Geräte in Swesda und Sarja (Biodegradatsija), die Installation einer neuen Arbeitseinheit der Proteinkristallisationsdiagnoseanlage (PCDF) im ESA-Modul Columbus, Übergabeaktivitäten vor allem zwischen Sandy und Koichi, das Updaten von Notfalldateien auf insgesamt 13 Computern der Station und die Foto-Dokumentation verschiedener Punkte der Erdoberfläche, die aktuell von besonderem Interesse sind. Dazu zählten am Donnerstag der ausgetrocknete Etoscha-Salzsee in Namibia, patagonische Gletscher in Chile sowie große Luftwirbel im Tschad. An den folgenden Tagen wurden auch das Luquillo-Waldgebiet in Puerto Rico, der Vulkan Santa Maria in Guatemala, Addis Abeba in Äthiopien, der Arkenu-Krater in Libyen, Luftwirbel über Algerien, Küstenbereiche im US-Bundesstaat Georgia, der Tenomer-Einschlagskrater in Mauretanien und die Barringer-Einschlagskrater in Arizona (USA) sowie das Kingman-Riff im Nordpazifik unter die Lupe genommen.

Am 20. März wurden die Solarzellenpaneele problemlos ausgefahren. In der Station wurde vielfältiges Stückgut transportiert. Juri beschäftigte sich mit der Messung des elektrischen Potenzials am russischen Segment während die Discovery ihre Triebwerke verwendete. Dazu war im Dezember 2008 eine spezielle Langmuir-Sonde außenbords installiert worden. Routine war die Inspektion der Schockabsorber unter den Sitzen in der Landekapsel von Sojus-TMA 13. Morgens hatten sich zu den Speichelproben im Auftrag der NASA noch Urin- und Blutproben für die RSA gesellt: ein Piks in den Finger und ein Tröpfchen Blut zur Untersuchung der roten Blutkörperchen.

Am folgenden Tag fand der zweite Ausstieg statt. Swanson und Acaba arbeiteten an der Gitterstruktur. Währenddessen kam es zum kurzzeitigen Verlust der Lagekontrolle der Station. Diese war kurz zuvor vom russischen, triebwerksbasierten System an die Drallräder in Z1, einem Gitterelemant auf dem Verbindungsmodul Unity, übergeben worden. Daraufhin wurden erhöhte Umdrehungszahlen der Lageregelunhskreisel festgestellt. Die Steuerung übernahm daraufhin das angekoppelte Space Shuttle. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass die Betriebsparameter nicht ganz exakt eingestellt waren. Der Programmierer war davon ausgegangen, dass sich die mobile Basis am Arbeitspunkt 4 befand. In Wirklichkeit war sie aber ein paar Meter davon entfernt am Arbeitspunkt 1. Bereits dieser kleine Unterschied bewirkte das fehlerhafte Arbeiten der Lageregelung. Im Prinzip ist an Bord der Station in allen Bereichen höchste Präzision gefragt. Einen Schaden haben aber weder die Station noch die außenbords arbeitenden Astronauten genommen. Sie haben es wahrscheinlich nicht einmal bemerkt.

Juri wechselte eine defekte Erweiterungseinheit im zentralen Computersystem des Servicemoduls Swesda, Koichi korrigierte den Anschluss eines optischen Datenkabels an der PCDF in Columbus. Die europäischen Wissenschaftler auf der Erde hatten auf eine zu geringe Datenrate aufmerksam gemacht. Außerdem wurde an der Wasseraufbereitungsanlage gearbeitet. Nachdem die defekte Destillationseinheit gegen ein mitgebrachtes, baugleiches Ersatzsystem ausgetauscht worden war, wurden verschiedene Tests ohne und später mit Flüssigkeit vorgenommen. Offenbar kann die Anlage nun in Betrieb gehen.

Am Sonntag wurde das Nachfüllen der Stickstofftanks am Modul Quest aus Vorräten der Discovery abgeschlossen. (Das Auffüllen der Sauerstofftanks wurde zwei Tage später beendet.) Juri installierte in Swesda das Telemetriesystem Istotschnik-M, mit dem Daten von anfliegenden Sojus-Raumschiffen empfangen werden können. Es war zuvor mit einem Progress-Transporter zur Station gelangt. Der Stationsmanipulator wurde wieder auf die mobile Basis verlegt. Schließlich wurden noch mehrere Pressekontakte gepflegt.

Am 23. März begann Koichi mit der Einnahme eines speziellen Medikaments, mit dem man dem bisher unvermeidlichen Knochenabbau in der Schwerelosigkeit entgegenwirken will. Die Therapie besteht aus einer Injektion vor dem Flug und der regelmäßigen Einnahme von Tabletten. Anschließend absolvierte Wakata einen Durchgang des neurologischen Experimentes 3D-Space. Dabei wird die These untersucht, dass veränderte visuelle Wahrnehmung auch die Motorik beeinflusst. Das Experiment stammt aus Frankreich und wurde von einem Japaner im amerikanisch basierten Teil der Internationalen Raumstation durchgeführt. ;)

Im Labormodul Destiny wurde ein Schülerexperiment abgeschlossen. Dazu entnahm Mike dem Commercial Generic Bioprocessing Apparatus 5 eine Kassette mit Schmetterlingen und Spinnen. Diese waren mittels Kamera beobachtet worden. Die Daten werten Schüler auf der Erde aus. Juri trug zum Schlafen ein spezielles Shirt, in dem Sensoren untergebracht sind, die praktisch kontaktlos seine Lebensfunktionen überwachen (Sonokard).

Ein besonderes Manöver wurde zum Ausweichen von Weltraumschrott durchgeführt. Man drehte die Station so, dass die Discovery mit der flachen Unterseite voran flog. Dadurch vergrößert sich der Luftwiderstand des gesamten Komplexes. Die Geschwindigkeit sank bei dieser dreistündigen aerodynamischen Abbremsung um 0,26 Meter pro Sekunde, die Flughöhe um 460 Meter. Damit gewinnt man im Verlaufe von Tagen ausreichend Abstand von dem etwa 10 Zentimeter großen Metallteil. Die Bahn war aber auch danach für die bevorstehenden Manöver der Discovery und des Raumschiffs Sojus-TMA 14, das die Ablösung für die Stammbesatzung bringt, geeignet.

Die Aktivitäten vom 24. März sind oben bereits weitgehend dargestellt worden (Integrated Immune, Sonokard, Sauerstoffauffüllung, Erdbeobachtung, Routineaufgaben). Erwähnenswert ist noch eine Telekonferenz mit dem US-Präsidenten Barack Obama und verschiedenen weiteren Persönlichkeiten sowie Pressevertretern. Juri durfte außerdem eine Kondenswasserprobe aus einer Absorberanlage in Swesda entnehmen.

Am Abflugtag drehte sich nahezu alles um die Abkopplung der Discovery. Verschiedene eingefrorene Proben von bereits durchgeführten Experimenten wurden in speziellen doppelwandigen Isolierbeuteln in das Gefriersystem der Discovery transportiert. Auch die Speichelproben der letzten Tage gehörten dazu. Nach der Abschiedszeremonie wurden die Luken geschlossen und nach der Abkopplung der Übergangsadapter PMA 2 enthermetisiert. Auf diese Weise wird Schimmelbildung und ähnlichen biologischen Kontaminationen am effektivsten entgegengewirkt.

Viel Zeit für Beschaulichkeit war auch nach dem Abflug der Discovery nicht, da das nächste Raumschiff bereits im Anflug war. Mittlerweile ist die Expedition 19 an Bord der ISS. Davon aber im näcshsten ISS-Beitrag mehr.

Vorherige ausführliche Meldungen:

Raumcon:


(Autor: Günther Glatzel - Quelle: NASA)


 

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"In Space" Magazin #382
ISSN 1684-7407


Erscheinungsdatum:
30. März 2009
Auflage: 3852 Exemplare


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